Möchte mich gerne vorstellen

  • Hallo an alle,

    ich bin happynewlife1987 noch 30 Jahre jung und komme aus dem Norden Deutschlands
    Bin berufstätig und alleinstehend keine Kinder
    Letze Woche hat es bei mir endlich klick gemacht und ich habe mir eingestanden das ich ein Alkoholproblem habe :(
    Bis zum 20.12. dieses Jahr habe ich an 3-4 Tagen die Woche 2 Flaschen Wein konsumiert
    Ich arbeite Teilzeit und habe Wechselschichten und auch mal öfters einen Tag mehr in der Woche frei
    Für mich natürlich ein Freifahrtschein gewesen Alkohol zu konsumieren, da ich ja dann entweder gar nicht zur Arbeit musste oder in die Spätschicht und länger liegenbleiben konnte.
    Tagsüber habe ich nie getrunken aber dafür abends und am Wochenende durfte es dann auch gerne noch eine dritte Flasche Wein sein, die ich mir dann beim Lieferdienst mit bestellt habe :o
    Es kam aber auch schon vor, dass ich getrunken habe wenn ich am nächsten Tag in die Frühschicht(6Uhr) musste
    Bin dann mit dem Taxi zur Arbeit ob es jemand mitbekommen hat wenn ich ne Fahne hatte weiss ich nicht...
    Angesprochen wurde ich nie
    Wenn ich Urlaub hatte habe ich auch schon an 5 von 7 Tagen getrunken
    Ich habe getrunken um mich nach einem anstrengenden Arbeitstag zu entspannen mich zu belohnen und um meine ganzen negativen Gedanken zu betäuben... was natürlich nicht funktioniert...
    Meine Kindheit war gut Eltern haben nie übermäßig Alkohol konsumiert allerdings sind mehrere Verwandte mütterlicherseits alkoholkrank
    Das erste Mal betrunken war ich mit 14 Jahren auf einer Geburtstagsfeier
    Danach konnte ich auf Parties auch nie ein Ende finden und habe mich schon mehrfach bis aufs übelste blamiert
    Aufgehört habe ich trotzdem nicht, für mich alleine trinke ich seit 2014
    Es fing schleichend an erst nur am We mit ner halben Flasche Wein bis ich an dem Punkt wo ich jetzt bin bzw war angekommen war :(
    Bei ner Suchtberatung war ich bereits und habe heute einen Antrag auf Langzeittherapie gestellt

    LG Happy

  • Hallo, Happy, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Bei ner Suchtberatung war ich bereits und habe heute einen Antrag auf Langzeittherapie gestellt

    Na, das ist ja man ein Start in den Suchtausstieg 44.

    Kurz zu mir: bin m, Ü50, berufstätig C:-) , Alkoholiker und seit einigen Jahren trocken.

    Hier im Forum kannst Du die unterschiedlichsten Wege und Erfahrungen nachlesen. Hier kannst Du auch schon mal Infos sammeln, was Dich überhaupt bei einer Langzeittherapie erwartet/erwarten könnte. Ich kann Dir auch nur (aus meiner Erfahrung) raten, Dir eine SHG zu suchen und Dich mit den Leuten dort direkt zu unterhalten. Dort kriegst Du auch persönliche Erfahrungen - sowohl was den Suchtausstieg, eine Langzeittherapie als auch das Trockenbleiben anbelangt - vermittelt.
    Vielleicht fragst Du Dich "Wozu eine Selbsthifegruppe, wenn ich hier im Forum bin?"
    ICH finde das Forum sehr gut, aber es ist alles ... verzögert. In einer SHG hat man direkten Kontakt. Aber das ist meine persönliche Meinung.

    Hast Du eigentlich schon aufgehört, zu trinken? Also einen kalten Entzug gemacht? Wie sehen Deine weiteren Pläne aus - also außer Suchtberatung und LZT? Was hast Du für Silvester geplant - was ja vermutlich schwierig werden dürfte, da nix zu trinken?

    Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg auf Deinem Weg!

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo Happy,

    herzlich Willkommen. Schön, dass Du uns gefunden hast.

    Kurze Vorstellung meinerseits: männlich, Ende 40, Alkoholiker, mehrere Jahre trocken.

    Liest sich sehr gut, wie Du das angehen möchtest. Der Weg zur Suchberatung ist für viele schon eine fast unüberwindbare Hürde. Hast Du schon hinter Dir - super. Und dann auch gleich noch einen Antrag zur LZT gestellt - das nenne ich mal Nägel mit Köpfen machen 44.

    Das zeigt, Du willst wirklich weg von dem Zeug! Und das ist gut so, denn...
    ...

    Zitat

    Es fing schleichend an erst nur am We mit ner halben Flasche Wein bis ich an dem Punkt wo ich jetzt bin bzw war angekommen war :(

    ...
    ... es würde nicht dabei bleiben. Schlimmer geht immer - das ist das Motto bei der Alkoholsucht! Mit 30 Jahren hast Du (fast) Dein ganzes Leben noch vor Dir. Da geht noch was.... Und bevor Du Dein Leben dem Alkohol vor die Füße wirfst und damit komplett aus der Hand gibst, nimmst Du es lieber selbst in die Hand.

    Wir können Dich hier ein Stück begleiten, Dir Fragen aus unserer Sicht beantworten (wenn Du welche hast) und Dir erzählen, was wir wie wann und weshalb gemacht haben. Davon kannst Du profitieren, kannst überlegen was für Dich passt und was nicht. Die LZT wird Dir das Rüstzeug für ein trocken Leben mitgeben, umsetzen musst Du es dann selbst.

    Ich kann Dir nur sagen, dass Dein Avatar "happynewlife" genau das ausagt, was Dich erwartet, wenn Du ein dauerhaft trockenes Leben führst. Es ist wunderbar dieses Zeug nicht mehr zu brauchen und das Leben wieder selbst in der Hand zu haben.

    Alles Gute wünsche ich Dir und einen guten Austausch hier im Forum.

    LG
    gerchla

  • Greenfox
    ich habe zuvor 3 Monate eine ambulante Therapie (reine Frauengruppe) besucht weil ich es erstmal so probieren wollte
    Ist mir aber leider nicht gelungen von dem Zeug wegzukommen dadurch
    gestern habe ich es dann meiner Betreuerin von der ambulanten Therapie gebeichtet das ich in diesen 3 Monaten mehrere Rückfälle hatte und wir haben dann beschlossen eine Langzeittherapie zu beantragen ;)
    Seit dem 20.12. habe ich aber nichts mehr getrunken und ich habe den Entzug zuhause gemacht
    Ich weiss es wird davon abgeraten mir ging es aber Gott sei dank bis auf Kopfschmerzen, Schlafprobleme und ab und an ein ZIEHEN im Bereich der Leber gut dabei
    Silvester verbringe ich bei meinen Eltern die von meiner Sucht wissen und Rücksicht nehmen
    Es wird Raclette geben
    Ein großes soziales Umfeld habe ich leider auch nicht und bin deshalb auch ziemlich oft alleine und hab mich deshalb auch u.a. mit der Flasche getröstet dummerweise...

    Gerchla
    danke für das Willkommenheissen
    ja ich will definitiv weg von diesem Teufelszeug :)
    Hab in der Familie gesehen wozu das alles führen kann...
    Tante Nr 1 ist auch unter mitwirken von Alkohol mit nur 48 Jahren gestorben da kamen aber noch andere Sachen dazu...
    Tante Nr 2 hat 2 mal selbst entgiftet und ist bis heute trocken aber hat im Suff ihren Lappen verloren da sie Unfall gebaut hat
    Tante Nr 3 hat mehrere Stürze im Suff hinter sich auch von der Treppe und ist etwas über 60 jetzt aber bedingt durch die ganzen Stürze kann sie kaum noch laufen
    Cousine Tochter von Tante Nr 3 hat auch Führerschein weg ist mit 43Jahren entmündigt bekommt Sozialhilfe und ihre 2 Kinder sind in Pflegefamilien :o
    Onkel lag vor 25 Jahren mit Bauchspeicheldrüsenentzündung im Krankenhaus im Koma, hat zum Schluss ne Kiste Bier am Tag getrunken
    seitdem hat er keinen Alkohol mehr angerührt
    Das will ich nicht und muss jetzt ein Cut machen bevor es zu spät ist

  • Hallo Happy,

    du hast dir gute Gedanken gemacht. 44. Dein Leben scheint dir soooo nicht zu gefallen. Also willst du etwas ändern. Ich finde diese Idee sehr klug. Ich 60xy ;)habe seit März 2104 keinen Tropfen Alkohol mehr getrunken, weil ich zu diesem Zeitpunkt endlich dort angelangt war wo du heute bist. Es hat funktioniert und ich bin endlich glücklich und zufrieden in und mit meinem Leben. Das soll nicht heißen, dass es immer alles toll läuft, aber ich kann heute sofort gut reagieren, wenn etwas nicht so läuft wie ich möchte. Ich habe sehr lange benötigt, um festzustellen, dass Alkohol mir keine Lösung für meine Sorgen, Probleme, Einsamkeit usw. bringt. Im Gegenteil: Heute habe ich viel weniger Sorgen und Probleme und einsam bin ich auch nicht mehr. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und wenn du Hilfe annimmst, dann ist es um so besser und bestimmt auch manchmal einfacher. In einer SHG findest du Menschen mit gleichen oder ähnlichen Problemen und du fühlst dich nicht mehr alleine. Also geh deinen Weg. Alles Gute von mir.

    :sun: Gruß Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.


  • ich habe zuvor 3 Monate eine ambulante Therapie (reine Frauengruppe) besucht weil ich es erstmal so probieren wollte
    Ist mir aber leider nicht gelungen von dem Zeug wegzukommen dadurch
    gestern habe ich es dann meiner Betreuerin von der ambulanten Therapie gebeichtet das ich in diesen 3 Monaten mehrere Rückfälle hatte und wir haben dann beschlossen eine Langzeittherapie zu beantragen ;)

    Genau so ist es mir damals gegangen, weshalb ich auch auf eine stationäre Therapie umgeschwenkt bin.
    Auch wenn es schon "ewig" her ist - ich bin trotzdem froh, dass es nicht nur mir so ging ;)

    Aber auf Grund dieser Vorgeschichte wird Vieles verständlicher. Denn wie Gerchla schon schrieb, ist für viele Menschen, die sich hier neu anmelden, alleine schon der Gang zur Suchtberatung o.ä. fast ein Ding der Unmöglichkeit, besteht eine massive Hemmschwelle für sich selbst zu erkennen, süchtig/abhängig zu sein.

    Schön, dass Du Dir Gedanken gemacht hast - und auch für Silvester "vorgesorgt" hast 44.

    Einen guten, gesunden und alkoholfreien Rutsch wünscht

    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo Betty

    danke für deine netten Worte :)
    nein mein Leben gefällt mir definitiv so nicht mehr und es wird sich was ändern
    Ich bin festentschlossen 44.

    @all
    ich hoffe ihr seit gut ins neue Jahr gekommen
    Für mich war es mein erstes nüchternes Silvester und es war toll es endlich mal wieder so bewusst und nicht im Rausch zu erleben :)
    Morgen um 10 Uhr habe ich wieder einen Termin bei der Suchtberatung, damit meine ambulante Therapie in eine Stationäre geändert werden kann
    Allerdings nervt mich mein Arbeitgeber weil ich mich hab krankschreiben lassen jetzt die dritte Woche
    Brauche auch erstmal ne Auszeit weil es bei der Arbeit nur noch die Hölle war zum Schluss - Personalkosteneinsparungen und Zeitdruck ohne Ende
    Hatte schon nervlichen Zusammenbruch, da ich aus Angst vor der Arbeit jede Nacht nicht schlafen konnte
    Jetzt wird mir vorgeworfen ich würde ja nur simulieren und Angst vor der Arbeit haben sowie Drohungen mit Personalgespräch und Anrufe bei Krankenkasse(sollen die doch hab ich gesagt)
    Aus dem Laden will ich nur noch raus >:(

  • schwitz.

    Das ist ja leider eine sch... Situation. Ich kenne das auch. Immer mehr wird man ausgenutzt. Ich hatte Ende 2016 einen Zusammenbruch. Ich habe seitdem viel geändert. Ich möchte gerne gesund und fröhlich alt werden.

    Ich wünsche dir, dass du gute Lösungen für dich finden wirst. 44.

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

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