Beiträge von Emily

    Ich denke etwas mehr Demut tut gut. Demut vor dem Glück, dass man den Weg hinaus geschafft hat.

    Demut finde ich brauche ich um zufrieden nüchtern zu leben. Ich kämpfe nicht mehr gegen die Sucht an, sondern ich weiß dass sie stärker ist als ich. Ich habe einfach aufgegeben und bin zur Demut übergegangen. dAs fühlt sich für mich gut an und so kann ich meine Abstinenz an erste Stelle priorisieren.

    Kannst du denn nachvollziehen, worin die Problematik liegt, dass Paul seine Argumentation, dass es eine Frage des Willens sei, wiederholt in den verschiedensten Threads dieses Forums vertritt?

    Ich kann das gar nicht so pauschal beantworten.

    Ich wollte trinken, habe aber unterschätzt, dass ich süchtig werden kann und letztendlich auch geworden bin. Dann musste ich trinken, weil ich nicht aufhören konnte.

    Aber dann kam der Tag an dem ich aufhören wollte. Ich hatte den festen Willen vom Alk loszukommen und keinen mehr zu trinken. Also hat der Wille bei mir schon eine Rolle gespielt. Aber ebenfalls auch die Sucht.

    Ich habe mich ehrlich gesagt noch nie mit Sucht wirklich beschäftigt. Ich wollte ja auch nicht süchtig werden bzw. sein. Ist aber passiert. Ich habe mich trotzdem nicht über Sucht informiert und nichts darüber gelesen.

    Am Anfang war ich viel zuhause geblieben um mich keiner gefahr auszusetzen. Dann bin ich ab und zu mal weg und habe gesehen wie Leute Wein trinken. Manchmal hat mir das mehr ausgemacht und manchmal weniger. Da war dann wieder mein Wille nötig mir statt einem Wein eine Cola zu bestellen.

    Inzwischen macht es mir kaum noch was aus wenn ich sehe wie Leute Wein trinken. Ich habe mich damit abgefunden, dass ich das nicht kann und bestelle mir eine Fanta oder ein Wasser.

    Am Anfang hatte ich Verzichtsgedanken, jetzt bin ich stolz, dass nichts mehr trinken muss. Ich liebe es nüchtern zu sein.

    In den letzten 3 Tagen wurde mir 2x Alkohol angeboten, habe immer Nein gesagt. Da ist wieder mein Wille, meine Abstinenz zu bewahren.

    Ich habe keineswegs in die Richtung gedacht jemanden auf den Schlips zu treten.

    Vielleicht erreicht ihn das, was Bighara und ich ihm mitzuteilen versuchen, nicht, weil er sowas nicht persönlich erlebt hat. Wenn das so ist, ist das sogar nachvollziehbar.

    So geht’s mir auch.

    Deshalb ist Sucht total individuell und jeder hat seinen eigenen Weg mit der Abstinenz umzugehen und trocken zu bleiben.

    Also liebe Ichso ich stehe nicht auf deinem Schlips und hoffe, dass du wieder lächelst und nicht mehr schmollst 💐

    dass AmSee Fakten und Daten und nachweisliche Ergebnisse hier reinbringt. Und zwar wertfrei

    Ja die Beiträge von AmSee und auch die Art des Schreibens sind einfach nur top. Da kann ich mir sehr viel rausnehmen.

    Und das fände ich jetzt superspannend: Ist Sucht eine psychische Erkrankung? Oder brauchte ich nur die Therapien, weil ich u.a. depressiv und nicht so robust und evtl. noch labil dazu war? Fühle mich gerade mächtig auf den Schlips getreten.

    Oh das war nicht meine Absicht. Ich kann deine Fragen nicht beantworten, weil ich keine Ahnung habe. Ich weiß nicht wann wer Therapien braucht. Ich gehe zum Arzt wenn ich krank bin. Mir hat noch niemand gesagt, dass ich für irgendetwas eine Therapie bräuchte.

    Mein Beitrag war nicht auf dich bezogen. Ich ich möchte niemandem auf den Schlips treten.

    Eine Abhängigkeitserkrankung zählt zu den psychischen Erkrankungen.

    Das wußte ich nicht. 🤷‍♀️

    Sucht ist ultra komplex. Ich hab auch ne Therapie gebraucht. Der jahrelange Alkkonsum hat mich suizidal gemacht und ich hab versucht mich umzubringen. War ein langer Leidensweg bis dahin. Würd mir heute auch im Leben nicht mehr einfallen. 🤷‍♀️

    Dann war doch eine Therapie genau das Richtige für dich und hat dir ja auch geholfen. Das finde ich großartig, dass Therapien so erfolgreich sein können.

    Ich denke auch, dass es viele Unterschiede gibt, alle Menschen sind verschieden, genauso der Entzug, die Sucht selbst und auch die Abstinenz. Es gibt unterschiedliche Wege, aber letztendlich nur ein Ziel.

    Egal welchen Weg man geht, es muss zu einem passen und dann kann man den Weg auch gehen.

    Es kommt auch noch drauf an, ob evtl. zusätzlich andere Erkrankungen wie z.B. Depressionen oder was Psychisches mit an Bord sind. Oder ob jemand eher labil, empfindlich oder eher robuster ist.

    So muss sich jeder, das für sich passende rauspicken. Und was nicht passt, einfach ignorieren und links liegen lassen. So entsteht dann der individuelle und richtige Weg. Und wenn man merkt, dass man vom Weg abkommt, dann muss man sich wieder besinnen, sich Veränderungen anpassen. Man muss flexibel bleiben und offen nach allen Seiten schauen. Hier ein guter Tipp, da eine interessante Inspiration und dort ein guter Hinweis für sich mitnehmen.

    Das kann was altbewährtes sein, oder modern und neu. Ist prinzipiell egal, solange es zum Ziel führt.

    Genauso habe ich das bisher gemacht und fahre damit gut.

    Also ich hatte mich mit dem Thema Alkohol nie wirklich beschäftigt. Ich habe einfach getrunken und es wurde immer mehr. Ich konnte nicht mehr aufhören und irgendwann wusste ich, dass ich Alkoholikerin bin.

    Ich war noch nie in irgendeiner Therapie, hatte und habe noch nie irgendwelche psychischen Erkrankungen gehabt. Für mich war das Trinken einfach Entspannung um runter zu kommen.

    Ich habe auch nie mit irgendjemanden über das Thema gesprochen, habe immer funktioniert und habe mich vor anderen nicht betrunken. Nur heimlich im stillen Kämmerchen.

    Dann habe ich erkannt, dass es so nicht mehr weitergehen kann und habe ganz allein einen kalten Entzug gemacht. Völlig ohne Betreuung, Ich hatte weder eine Suchtberatung noch eine Selbsthilfegruppe.

    Irgendwann bin ich dann hier auf das Forum gestoßen und das ist ja eine SHG. Für mich hat das so gepasst. Ich habe genug Selbstvertrauen um weiterhin Nein zu Alkohol zu sagen und erlebe die positiven Seiten eines nüchternen Lebens.

    Ich weiß, dass ich nicht kontrolliert trinken kann und schon wenige Schlucke mich wieder dahin befördern würden wo ich war. Deshalb versuche ich das gar nicht erst.

    Wie gesagt, bald bin ich schon 1 Jahr nüchtern.

    Allerdings weiß ich inzwischen, dass ein kalter Entzug gefährlich verlaufen kann. Das ist also nicht empfehlenswert. Aber ich hatte mich nie darüber informiert und das einfach gemacht.

    Deshalb denke ich ähnlich wie Paul. Aber Alkoholismus ist eine Krankheit, nur ich habe mich darum nie gekümmert. Ist mir ehrlich gesagt auch ziemlich egal. Ich finde schon, dass es auch eine Portion Wille braucht um aufzuhören zu trinken. Und es braucht auch Wille um NEIN zu sagen wenn mir ein Glas Wein angeboten wird.

    Da brauche ich schon mein Selbstvertrauen um mich auf mich verlassen zu können, dass ich wirklich NEIN sage.

    Paul du hast mich schon direkt am Anfang als ich hier her kam immer motiviert. Ich finde deine Beiträge wirklich ermutigend und ich verstehe deine Gedankengänge gut.

    Ich habe ganz am Anfang tatsächlich immer jeden Tag vorgesagt, dass ich heute das nächste Glas stehen lasse. Das war auch gut für mich, weil heute nicht so groß und unübersichtlich klingt wie „Für immer“. Ich bin am Anfang kleine Schritte gegangen. Immer weiter Schritt für Schritt. Und bald ist es 1 Jahr her. Ich musste auch Sicherheit erlangen, mir selbst vertrauen und genau das habe ich bei dir in den ersten Tagen gelesen und das hat geklappt.

    AmSee13 vieles was du schreibst, ist immer wieder inspirierend.

    Ich finde, dass dieser Thread hier sehr wichtig ist um die Abstinenz weiter zu sichern. Jeder nimmt sich das raus, was für ihn am Besten passt. Das Ziel ist das gleiche, nämlich einfach Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr nüchtern zu bleiben und im Idealfall ohne Rückfall.

    Am We hatte ich einen Lagerkoller.Nicht schön aber überstanden .

    Na siehst du, ist doch wieder ein kleiner Erfolg. Einfach immer weiter gehen auf deinem Weg. Schritt für Schritt.

    Selbst mit ganz kleinen Schritten geht’s voran. Du hast die Gewissheit auf dem richtigen Weg zu sein. Also einfach weiter laufen….🍀💪

    Paul das hast du schön geschrieben. Animiert zum Nachdenken.

    Ist's beim Alkohol bzw. der "Rückfallgefahr" nicht ähnlich? Wenn ich nicht trinke, kann mir auch nichts mehr passieren

    Das hört sich zwar gut an, aber ich denke, dass trotzdem auch noch bisschen mehr nötig ist. Es ist schließlich eine Suchterkrankung und es gibt eine hohe Rückfallquote. Keine Ahnung ob Stärke und Wille immer reichen.

    passieren - doch dazu muss ich erst wieder die "Allheilkraft", die ich mir irrsinnigerweise antrainierte, aus meinen Gedanken verbannen, das benötigt Zeit und jede Menge Übung.

    Das mit der „Allheilkraft“ verstehe ich nicht wirklich. Was meinst du da denn genau?

    Gut, ich könnte mich verführen lassen, doch warum sollte bei starken Windböen mich in die Höhe wagen oder mit 200 km/h durch den Verkehr jagen? Ich kenne doch mittlerweile die Gefahren! Ist's beim Alkohol anders?

    Klar ich würde bei starkem Wind auch nicht in Höhen balancieren und rase nicht mit 200km im Straßenverkehr. das sind Gefahren und denen setze ich mich nicht aus. Deine Frage Ist es bei Alkohol anders? Gefahren minimieren, nicht gerade in ne Saufkneipe setzen und sich einfach nicht in gefährliche, trinklastige Situationen begeben. Das ist schon mal ne gute Strategie.

    Ich riskiere nichts was meine Abstinenz gefährden könnte. Sie ist mir zu kostbar und wichtig geworden, dass ich mir erhalten möchte. Sie hat bei mir höchste Priorität. Denke das ist wichtig.

    derzeit 10 Bewohner sind zwei incl mir zum ersten Mal hier.Mein ehemaliger Zimmernachbar war 22 x hier.

    Rückfallquote 50/60 %.

    Du schaffst das ganz bestimmt. Ein nüchternes Leben ist soviel schöner. Alkohol macht ja nichts, aber auch gar nichts besser. Nur schlimmer, der Kater, ruiniert die Gesundheit, kostet viel Geld.

    Dagegen ist ein klarer Kopf für Entscheidungen viel besser. Du kannst besser überlegen und denken. Du verlierst überflüssige kg, das Gesicht ist nicht mehr aufgedunsen, du riechst gut.

    Das Leben ist viel zu kostbar um es mit Alkohol und der Sucht zu zerstören. Freu dich auf deinen Weg in die richtige Richtung.

    Paul du hast eine brilliante Art zu denken und zu schreiben. Sehr interessant. Ich werde über deinen Beitrag hier nachdenken.

    Spielst du eigentlich Schach? Ich vermute, dass du es kannst. Ich auch. Deshalb verstehe ich dich auch gut.

    Ich kann so denken wie bei einem Schachspiel, vorausschauend, alle Möglichkeiten berücksichtigend. Und so wie du schreibst, erinnert mich das an ein Schachspiel.

    Danke dir 😊

    Also ich habe mich nicht im Job geoutet. Wenn mal ne Feier ansteht, sage ich, dass ich ja noch Auto fahre und trinke statt Sekt O-Saft. Was ja auch üblich ist.

    Ich habe im Großen und Ganzen eine Krankheit als „Ausrede“ genommen. Die habe ich tatsächlich und jeder der sich im Internet darüber informiert, wird lesen, dass man auf Alkohol verzichten soll. Das passt dann für mich und niemand macht Worte.

    Ich habe mal in Restaurants beobachtet, ganz viele Leute trinken alkoholfreie Getränke.

    Es geht auch ohne sich offiziell zu outen. Warum sollte ich das tun? Also im Job auf gar keinen Fall.

    Aber das kannst du dir ja in Ruhe überlegen wem und ob du was sagst.

    Hier war ich vor vielen Jahren. Da stand ein kleines Zelt. Hier verbrachte ich in meine letzten Alktage. Hier trank ich, seelisch und körperlich schon zutiefst kaputt noch ganz langsam vier Flaschen Bier. Dann war der Zwang noch trinken zu müssen Geschichte.
    Es fühlt sich gut an solch einen Ort der Erinnerung zu haben. Manchmal komme ich hier vorbei. Nicht nur wenn mich das Chaos der Welt fortzureissen droht. An diesem Platz spüre ich eine heilende Kraft und die Abstinenz leuchtet wie ein Diamant den ich für nichts auf der Welt mehr hergebe.

    Das hast du schön geschrieben Brant

    Was ist das denn für eine Suchtfibel? Von den AA‘s? Kann man sich die bestellen?

    Das ist sehr nett, dass du die Seite gepostet hast. Aber die angekreuzten Punkte treffen auf mich nicht zu. Bin froh drüber.

    Ich habe mich wieder besonnen und und fühle mich wieder gut. Hatte auch einen Todesfall zu verarbeiten und Stress im Job. Aber jetzt habe ich Urlaub und erhole mich und bin entspannt.

    Ich finde, dass meine Abstinenz stabil ist und sie hat immer oberste Priorität. Ich bleibe auch hier im Forum. Hatte nur in letzter Zeit weniger Zeit gehabt.

    Ingwertee trinke ich auch recht gerne. Mag auch die Schärfe.

    Drücke dir fest alle Daumen, dass du dich selbst so gern hast, dass es dir nicht wieder egal wird

    Keine Angst, mir wird es nicht egal. Ich gehe mit Vollgas auf 1 Jahr zu 💪

    Allein hier im Forum würdest du mir schrecklich fehlen. In echt.

    Das ist aber lieb von dir. Aber keine Sorge ich lese und schreibe hier weiter.

    Ich finde den Austausch wichtig für mich.

    Und wie fiel dir auf, dass du gar nicht trinken musstest?

    Ich verstehe deine Frage gerade nicht. Als ich noch nicht abstinent war, da musste ich trinken. Das habe ich gespürt, dass es Sucht ist und ich musste und nicht aufhören konnte.

    Jetzt in der Abstinenz, nach 11 Monaten, muss ich nicht mehr trinken. Ich denke nicht mehr an Alkohol und bin froh und glücklich darüber.

    Werde einfach wieder überwiegend stilles Wasser trinken und natürlich auch Kaffee und Espresso. Und ich fange auch wieder an Tee zu trinken, da gibt’s soviel Auswahl, sogar welchen den man kaltem Wasser aufsetzen kann.

    Dann genieße es!

    Ich fand den Geschmack (alkfreies Bier) schon immer etwas absonderlich, auch bei alkoholfreien Sekt u.ä.. Ich liebte bei alkoholischen Getränken den Alkohol, die erst ganz leicht beginnende Wirkung, so richtig geschmeckt hat mir Bier und Co. eigentlich nie ... aber es wirkte vortrefflich!

    Mir war's auch egal, ob andere tranken oder nicht. Ich war ich! Wenn ich keinen Alkohol trinken wollte, tat ich es auch nicht. Ich musste (!) nie Alkohol trinken - ich wollte es!

    Selbst in meinen letzten zwei Jahren des totalen Alkoholismus - ich wollte es!

    Ich verstehe was du meinst.

    Wenn ich sowas alkoholfreies trinke, dann wegen Geschmack und Abwechslung, ich sehe das als ein Getränk an.

    Die Wirkung die Alk hat, die vermisse und suche ich gar nicht.


    Bei mir war es anders, zum Schluss musste ich trinken. Aber jetzt muss ich keinen Alkohol mehr trinken und will auch keinen Alk mehr trinken.

    Ich trinke nur Wasser und Kaffee oder Tee.

    Ich auch, und irgendwie ist das langweilig. Tee mag ich plötzlich keinen mehr. Einfach mal was anderes.

    Ich muss nirgends dazu gehören. Und ich esse sogar Tofu ganz ohne, dass ich mich nicht von einer Wurst lösen möchte.

    Ich muss auch nirgends dazu gehören. Dort wo es mir wichtig ist, gehöre ich sowieso dazu. Das ist mein Familienkreis. Ebenso bei Freunden und Kollegen. Da spielt es gar keine Rolle was ich trinke.

    Ich halte es für sehr wichtig, in einer Selbsthilfegruppe auch von solchen Erfahrungen zu erzählen und eben nicht zu versuchen, das mit sich allein auszumachen.

    Das ist auch wichtig für mich. Weil ich hier verstanden werde. Ansonsten spreche ich ja nicht über das Alk-Thema.

    Um die Erinnerung wachzuhalten?

    Ich glaube das Suchtgedächtnis hat die Erinnerung an nasse Zeiten eingesetzt um mich in alte Verhaltensmuster zu lenken und dass ich dann auch wieder zu Alkohol greife.

    Mir ist das irgendwann aufgefallen, dass ich mich ganz nah an den nassen Gewohnheiten orientiert habe, das ging irgendwie schleichend und unauffällig, aber es gab den Moment wo ich richtig nah dran war.

    Natürlich kann ich das jetzt wieder ändern und werde das auch tun.