Also ich hatte mich mit dem Thema Alkohol nie wirklich beschäftigt. Ich habe einfach getrunken und es wurde immer mehr. Ich konnte nicht mehr aufhören und irgendwann wusste ich, dass ich Alkoholikerin bin.
Ich war noch nie in irgendeiner Therapie, hatte und habe noch nie irgendwelche psychischen Erkrankungen gehabt. Für mich war das Trinken einfach Entspannung um runter zu kommen.
Ich habe auch nie mit irgendjemanden über das Thema gesprochen, habe immer funktioniert und habe mich vor anderen nicht betrunken. Nur heimlich im stillen Kämmerchen.
Dann habe ich erkannt, dass es so nicht mehr weitergehen kann und habe ganz allein einen kalten Entzug gemacht. Völlig ohne Betreuung, Ich hatte weder eine Suchtberatung noch eine Selbsthilfegruppe.
Irgendwann bin ich dann hier auf das Forum gestoßen und das ist ja eine SHG. Für mich hat das so gepasst. Ich habe genug Selbstvertrauen um weiterhin Nein zu Alkohol zu sagen und erlebe die positiven Seiten eines nüchternen Lebens.
Ich weiß, dass ich nicht kontrolliert trinken kann und schon wenige Schlucke mich wieder dahin befördern würden wo ich war. Deshalb versuche ich das gar nicht erst.
Wie gesagt, bald bin ich schon 1 Jahr nüchtern.
Allerdings weiß ich inzwischen, dass ein kalter Entzug gefährlich verlaufen kann. Das ist also nicht empfehlenswert. Aber ich hatte mich nie darüber informiert und das einfach gemacht.
Deshalb denke ich ähnlich wie Paul. Aber Alkoholismus ist eine Krankheit, nur ich habe mich darum nie gekümmert. Ist mir ehrlich gesagt auch ziemlich egal. Ich finde schon, dass es auch eine Portion Wille braucht um aufzuhören zu trinken. Und es braucht auch Wille um NEIN zu sagen wenn mir ein Glas Wein angeboten wird.
Da brauche ich schon mein Selbstvertrauen um mich auf mich verlassen zu können, dass ich wirklich NEIN sage.