Beiträge von Sparkassen_Helga

    Ist die Frage, vergeude ich meine Zeit? Oder anders gefragt, sind tägliche Highlights das ultimative Leben?

    Die Frage ist: wen fragst Du? Ich habe meinen Urlaub komplett durchgeplant, weil ich nur eine begrenzte Zeit habe und diese optimal nutzen möchte. Für mich ist Action gleichbleibend mit Erholung. Ich erhole mich auch ansonsten besser im Tun, als im Nichtstun. Und so sind wir alle anders.

    Durch die Abstinenz gelingt es mir endlich viel besser, mich vom ständigen vergleichen mit anderen zu lösen und irgendwie einfach mehr bei mir zu sein

    Ich hab da ein paar Tage drauf rumgedacht. Ja, genau das ist es. Ich glaube das kann ich auch für mich bestätigen. Vor allem in Hinblick darauf, dass ich mich anfangs immer für mein Nichttrinken rechtfertigen wollte. Das war auch eine Art von Vergleich. Ich wollte einfach nicht der Exot sein. Nicht die andere, die unfähig ist, normal zu trinken. Diesen Vergleich habe ich abgelegt. Mir ist mittlerweile sowas von egal, was Fremde von mir denken. Und ehrlich gesagt sind eigentlich alle Menschen Fremde, solange sie nicht zum innercircle gehören.

    Hallo Alex,

    ich kenne alle Seiten. Als Kind mit meiner Oma und meinem abhängigen Opa, wo man als Kriegsgeneration 50 Jahre verheiratet bleibt egal, wie schrecklich es ist. Als anfang Zwanzigjährige, selbst mit ungesundem Konsum von Substanzen und heute als selbstbetroffene Süchtige. Und ich kann Dich auch nur darin bekräftigen auszuziehen. Warum sollte er sich für Dich ändern? Du hast ihn so kennengelernt, Du hast ihn so geheiratet. Er wird sich nicht für Dich ändern. Er muss es für sich wollen.

    Du solltest in seiner Therapie und Deinem Auszug eine Chance für euch beide sehen. Und natürlich ist er als abstinenter Mann ein anderer Mensch. Vielleicht entdeckt er Sport für sich oder ein lange vergessenes Hobby. Und hoffentlich wechselt er seinen Freundeskreis, denn sonst wird es wahrscheinlich schwierig abstinent zu bleiben. Möglicherweise passt ihr dann nicht mehr zusammen.

    Es gehen soviele Gedanken in meinem Kopf umher... vielleicht bin ich ja nüchtern für ihn gar nicht mehr von Interesse. Vielleicht verändert er zum positiven sein Leben, treibt nun Sport, ändert seinen Freundeskreis und ich bin da fehl am Platz.

    Willst Du eine gleichberechtigte Beziehung auf Augenhöhe oder willst Du, dass er von Deiner Zuneigung in seinem trostlosen Leben abhängig ist? Das klingt mir nicht nach einer gesunden Beziehung. Eine gesunde Beziehung bedeutet nicht, dass man sich braucht, sondern, dass man sich will.

    Ich war 6 Jahre mit einem (12 Jahre älteren) Mann zusammen, von 19 bis 25. Wir waren damals beide verschiedenen Partysubstanzen zugeneigt. Damals, würde ich sagen, hätte ich noch gut die Kurve kriegen können. Ich hab immer wieder Vorschläge gemacht, ein nüchternes Leben zu führen. Wir waren trotz allem beide sehr sportlich (sogar Marathon). Am Ende würde ich sagen war es eine Mischung aus eigener Suchterkrankung und Co-Abhängigkeit. Ich habe für mich die Entscheidung getroffen aus dieser Beziehung auszutreten, um mich zu retten. Er hat mir damals immer mit Suizid gedroht, wenn ich mich trenne, und auch immer wieder angekündigt nun auch ein abstinentes Leben führen zu wollen. Das hat immer so ca. 1-2 Wochen gehalten - Vorsatz - Umsatz und Rückfall. Ich kann Dir versichern, dass ich wahnsinnig verliebt war. Er war meine erste wirklich große Liebe und es ist mir unendlich schwer gefallen.

    Jetzt rückblickend kann ich Dir sagen, dass die Trennung schon viel früher hätte passieren müssen. Er hat mir viele Jahre meines Lebens geklaut. Ich hab das früher nicht so gesehen, aber heute aus der Perspektive als Erwachsene kann ich sicher sagen, dass eine 19jährige einfach nicht die Reife hat tiefgreifende Lebensentscheidungen sinnvoll zu treffen, bzw. ich wollte mein Leben verändern und er hat mich darin über Jahre blockiert und manipuliert. Er hätte als Mittdreißiger seine Verantwortung erkennen müssen, hat mich aber aus egoistischen Gründen lieber weiter mit in den Abgrund ziehen wollen.

    Wir haben nur dieses eine Leben und man sollte das eigene nicht für einen anderen aufgeben. Mal ehrlich, ihr seid gerade mal 6 Jahre zusammen. Was verbindet euch? Außer Deiner Sorge um seine Sucht? Dazu schreibst Du, dass Du einen sicheren Ort brauchst. Der Partner sollte immer der sichere Ort sein, ansonsten ist er kein Partner.

    Dein Auszug kann auch eine Chance sein. Er kann sich um seine Abstinenz kümmern und vielleicht findet ihr in einem Jahr wieder zueinander, auf einer neuen Ebene. Und wenn Du dann feststellst, dass ihr nicht mehr zusammenpasst - dann ist es doch auch eine gute Erkenntnis. Warum willst Du mit einem Mann Dein einzigartiges kurzes Leben teilen, dass nur durch den Alkohol zusammengehalten wird.

    Du kannst zum letzten Beitrag springen, wenn Du auf den User ganz recht in der Beitragsliste drückst. Da steht auch "zum letzten Beitrag" springen. Ich hab gerade mal versucht was passiert, wenn man den Beitrag abonniert und dann halb liest - funktioniert nicht.

    Ich frag mal intern.

    Hallo und willkommen zurück auch von mir.

    Ich kann mich der Frage nur anschließen. Was ist diesmal anders? Hast Du eine Erklärung wie es zu dem Rückfall gekommen ist und was Du dieses Mal anders machen willst?

    Du warst vor 10 Jahren schon im Entzug und ich erinnere mich, dass es auch sehr kritisch mit Deiner Familie ist. Ist Deine Frau noch da?

    Doch ich. Ich trinke im Sommer nach dem Sport alkoholfreies Hefe. Nur im Sommer und auch nur nach dem Sport. Aber letztlich ist es doch egal, was andere machen. Es muss für einen selbst funktionieren. Alkoholfreies Pils trinke ich übrigens nicht. Das war meine Droge und ich hatte schon mal das Gefühl, dass mir das zu ähnlich schmeckt und dann komische Gedanken hochkommen.

    Mich interessiert es auch, ob jemand den ich nicht kenne, etwas im Straßenverkehr als Lenker getrunken hat.

    Ich habe auch Interesse, dass ich auf einem Amt, in einem Geschäft etc. gehe und dort auf nüchterne Leute treffe und von dehnen beratet, bedient werde.

    Das stimmt, ist aber in erster Linie auch ein Selbstzweck. Die meisten Menschen interessieren sich nur für sich selbst.

    Ich habe eine ähnliche Vita. Ich habe auch immer wieder aufgehört, teilweise monatelang, auch mal zwei Jahre, um dann am Ende immer wieder anzufangen. Ich habe mich nie wirklich damit auseinandergesetzt, dass ich ernsthaft suchtkrank bin. Nach einiger Zeit reifte in meinem Kopf immer wieder der Gedanke: wenn Du solange nüchtern sein kannst, bist Du kein Alki.

    Außerdem wollte ich auch nicht anders sein, als die anderen. Ich wollte wie andere mittrinken, Bier "genießen" können, wenn die Situation passend war. Dass ich mich die ganze Zeit belogen habe, habe ich erfolgreich ausgeblendet. Es gab immer passende Situation und mit Genuss hatte das nüscht zu tun.

    Die Erkenntnis, dass ich nicht anders bin, habe ich in diesem Forum erfahren. Ich bin nämlich genauso wie die anderen suchtkranken. ^^ ok, ich würde lieber zu der anderen Gruppe gehören, aber ist nun mal so.

    Du wirst in den kommenden Wochen und Monaten wahrscheinlich immer mal von Deinem Suchtgedächtnis herausgefordert. Hast Du Dir eine Strategie zurechtgelegt? Vielen hilft neben der SHG auch noch Sport zu treiben. Was kannst Du an langen Winterabenden tun, um nicht in alte Muster zurückzufallen? Ich habe zu Beginn auch viele Dinge getan, um Zeit totzuschlagen. Mich abgelenkt mit backen, kochen, Playstation spielen. Was machst Du alternativ?

    Hallo Nobs,

    von mir auch noch ein herzliches Willkommen.

    Das klingt ja sehr unschön, was Du schreibst. Ich dachte immer die Suchtberatung wäre ein guter Ansprechpartner für schnelle Hilfe. Das ist ausgesprochen enttäuschend. Nun hast Du es aber ganz alleine geschafft und bist bei uns gelandet.

    komm Nobs trink ein Bier es interessiert ja eh keiner.

    Das mag zwar eine bittere Erkenntnis sein, aber am Ende ist es ein Geschenk, dass Du Dir selbst machst. MIt andauernder Nüchternheit wird es immer besser.

    Ich verstehe Deine Angst vor dem "Nie wieder". In dem Alkohol hat man den verlässlichen Helfer, wenn´s mal wieder schwierig wird. Die einfache Lösung aus der Flasche, wirkt innerhalb von 5 Minuten.

    Die Vorstellung nie wieder trinken zu können, ist für viele Trinker bedrohlich. Uns wird suggeriert, dass das Glas Sekt zum Anstoßen normal sei und zur gelungenen Feier dazu gehört. Das kalte Bier am Strand - wer hat´s gesagt? Sail away. Wir segeln in das nasse, vermeintlich glückliche Leben und ertrinken darin. Ein Weihnachtsmarkt ohne Glühwein? Undenkbar, oder?

    Als ich noch getrunken habe, konnte ich mit dem Begriff der zufriedenen Abstinenz nichts anfangen. Ich hatte immer das Gefühl mir würde dann zukünftig etwas fehlen. Ein Mangel. Heute verstehe ich, was zufriedene Abstinenz bedeutet. Ich MUSS nichts mehr trinken. Mein Kopf ist frei und entscheidet frei, wie ich die Abende verbringen möchte. Bei mir geht nicht um 16:00 wieder die Gedankenspirale los "hab ich noch Bier im Keller?". Dieses Glück über de Freiheit des selbstbestimmten Lebens erkennt man erst nach einer gewissen Zeit. Die Sucht vermittelt uns immer wir würden etwas verlieren. Die Sucht lügt!

    Mir ist aber auch bewusst geworden , dass mein Problem viel viel tiefer liegt !
    Ich hab ne Riesen Baustelle vor mir und möchte gerade einfach nur weinen 😢

    Tu das! Ich konnte auch lange nicht weinen. Hab immer alles betäubt. Und am Ende durfte ich feststellen, dass das weinen ein mächtiges Ventil ist. Mit der Abstinenz wird viel Verschüttetes hochkommen. Das Gute ist, das Du dann die Klarheit hast die Probleme zu bearbeiten und herauszuwachsen.

    Der Hausarzt ist wirklich enttäuschend. Ich habe das gleiche 2008 erlebt. Damals war ich wegen einer anderen Sache bei meinem Hausarzt und hab ihm erklärt, dass ich ein massives Alkproblem habe. Seine Antwort war: das sein ja gar nicht schlimm, soviel tränke ich ja gar nicht. Seine Frau würde auch jeden Abend 1 Flasche Rotwein trinken. Man müsse das nicht überdramatisieren.

    Was willste machen. Hausärzte sind auch nur Menschen und viele haben auch eine Suchtproblematik. Ich sag mir einfach, dass er andere Talente hat. Dieser Arzt hat übrigens geraucht - kannste Dir nicht ausdenken.

    Nichtsdestotrotz ist das nicht das Ende. Vielleicht kannst Du eine örtliche SHG besuchen und dort eine gute Anlaufstelle in Erfahrung bringen? Ich schreibe Dir gleich noch eine private Nachricht. Oben rechts wird ein roter Punkt erscheinen.

    https://www.youtube.com/watch?v=F6ibiIz-GuI

    Im ERCM Medizin Podcast spricht Prof. Dr. med. Tobias Rüther, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Suchtforscher und Leiter der Spezialambulanz für Tabakabhängigkeit am LMU Klinikum München, über die Mechanismen der Abhängigkeit und neueste Erkenntnisse aus der Forschung. Er erklärt, wie Drogen das körpereigene Belohnungssystem austricksen – und warum Dopamin dabei eine zentrale Rolle spielt. Weshalb die Grenze zwischen Genuss und Abhängigkeit oft unbemerkt überschritten wird. Und warum Cannabis in der Phase der Hirnreifung besonders riskant ist. Wir sprechen außerdem darüber,

    • wie Alkohol, Tabak und Cannabis das Gehirn langfristig verändern,
    • warum Nikotin als die härteste Sucht gilt,
    • weshalb Jugendliche besonders gefährdet sind,
    • was die Cannabis-Legalisierung aus suchtmedizinischer Sicht wirklich bedeutet,
    • welche Chancen moderne Entzugs- und Therapiekonzepte bieten,
    • warum moderne Therapien auf Motivation statt Abschreckung setzen – und wann Heilung möglich ist.

    Sicherlich kennt ihr das, dass man meint es würde dich beruhigen oder dient zur Entspannung nach einem stressigen Tag!

    Klar. Oder zur Belohnung für all die Anstrengungen im Leben, das Leid grundsätzlich und im Allgemeinen. Es gibt immer richtig viele Gründe! Und eine nicht geringe Menge der User kennt auch die Gefühle von Scham und Schuld. Weißt Du, was das Gute an der Nüchternheit ist? All diese schrecklichen Gefühle, die uns dann auch noch weiterhin dazu führen weiterzusaufen, verschwinden mit der Nüchternheit.

    Das Leben ist nicht plötzlich eitel Sonnenschein, aber es gibt eine echte Perspektive. Eine Chance auf ein richtig tolles Leben in Würde, Selbstbestimmtheit und einem tollen Spiegelbild.

    Ich hab früher geraucht und am meisten hat mich gestört, dass ich den Tag nie frei gestalten konnte, sondern in der Abhängigkeit der 90 Minuten Takte gefangen war. Beim Saufen habe ich das lange nicht so empfunden, weil ich ja nur abends zum schlafen getrunken hatte. Aber ehrlicherweise ist auch der morgendliche Kater und die Unmöglichkeit abends doch noch spontan Auto fahren zu können ein immenser Verlust der Freiheit - ganz abgesehen von körperlicher oder seelischer Abhängigkeit, die ja auch ein Freiheitsverlust ist.

    Mir ist das erst richtig klar geworden, als ich in einer Verantwortlichkeit für ein anderes Leben nüchtern sein musste.

    Einen besonders beschämenden Moment hatte ich auch als ein Nachbar mich gebeten hatte ihn zu seiner Frau ins Krankenhaus zu fahren, weil er einen Fahrzeugschaden hatte. Ich musste ihm sagen, dass ich nicht mehr fahren kann. Und das mitten in der Woche um 18:00.

    Hey Andrew,

    herzlich Willkommen und Glückwunsch zu dem neuen Lebensziel. Ich hoffe, dass Du hier die Hilfe und Unterstützung findest Dein Vorhaben umzusetzen.

    Möchtest Du uns noch etwa über Deine Trinkmengen erzählen? Hast Du schon Versuche unternommen aufzuhören oder bist Du schon in der Trockenzeit? Bekommst Du ärztliche Hilfe?

    Dass Du weiblich bist und Andrew heißt muss ich erstmal sortieren.^^ hoffentlich vertüddel ich das nicht.