Beiträge von Tom

    Paul

    Danke für das Eröffnen des Threads. kurz und knapp meine Sicht der Dinge:

    Es mag Menschen geben, bei denen KT funktionieren kann. Die allermeisten, die in diesem Forum aufgeschlagen sind, haben das schon zig mal erfolglos versucht. Ich finde deshalb, dieses Forum ist nicht der richtige Ort, um über KT als valable Konsumform zu diskutieren. Dafür gibt es andere Foren, die sich mit z.B. mit "safe use" auseinandersetzen

    Ich mag grundsätzlich den rationalen, faktenbasierten Ansatz. Ich trinke nicht mehr, auch kein bisschen. psychisch und physisch geht es mir um Welten besser, es gibt keine vernünftigen Grund, je wieder zu trinken. Soweit alles klar, da können wir das Forum ja schliessen.

    Ganz so einfach ist es halt eben doch nicht. Dass ab und zu das Suchtteufelchen anklopft - damit meine ich keineswegs, dass ich dann jeweils konsumiere - kann ich nicht argumentativ verhindern. Sehr wohl kann ich aber mi klaren Gedanken und Handlungen das Teufelchen wieder zum Verschwinden bringen.

    Ich ticke wahrscheinlich einfach anders als du: wenn ich Craving als Niederlage auffasse, ist der Weg zu "dann saufe ich halt wieder" nicht mehr so weit. Der sichere Hafen ist und bleibt auf jedenfall dort, wo es trocken ist.

    Zumindest auf das können wir uns einigen, hoffe ich.

    Gruß

    Tom

    Hi Paddy

    Freut mich, dass es so gut läuft bei dir. Was Cravings verursacht, ist sehr individuell. Ich kann beispielsweise auch im Supermarkt durch Bier, Wein und Schnapsregale laufen und es lässt mich völlig kalt. Alkoholfreies Bier konnte ich anfänglich problemlos trinken, mittlerweile geht das nicht mehr, ohne Lust auf mehr (alkoholhaltiges) Bier zu kriegen. Schon seltsam. Aber gut weiss ich das jetzt, denn so kann ich entsprechend handeln. Ab und zu gibt es aber doch Situationen, die ich als unproblematisch einschätze, dann aber doch das Suchtgedächtnis kitzeln. Mir hilft es dann jeweils zu vergegenwärtigen, dass solche Empfindungen wieder vergehen, genauso wie sie gekommen sind.

    Rückblickend ist es dann oft so, dass meine Grundstimmung in diesem Moment schon nicht so toll, oder ganz im Gegenteil, euphorisch aufgekratzt war.

    Für mich ist wichtig zu wissen, dass ich nicht gefeit bin von solchen Situationen und dass es ok ist, sollten sie wieder mal eintreten. Mich zu sicher zu fühlen ist gefährlicher als ab und zu vom Suchtgedächtnis gepiesackt zu werden.;)

    Beste Grüße

    Tom

    Hi Paul

    Der Vergleich hinkt. Für die Zeugen Jehovas hab ich allenfalls Mitleid oder Gleichgültigkeit übrig. Mir ist es im Leben noch nie in den Sinn gekommen, mich auf deren Jesusgedöns einzulassen. Mit dem Suchtteufelchen hatte ich jedoch jahrelang eine sehr ambivalente Beziehung...

    Oder um mit den Worten eines großen deutschen Philosophen zu sagen: Nur vom Hulahula geht der Durst nicht weg :S

    Gruss

    Tom

    Hallo zusammen! Auch ich habe mir einen anderen Plan für Weihnachten 2024 zurechtgelegt. War die letzten Tage bei Schwester und Bruder auf Besuch. Im 2023 hatte ich nach den ersten Monaten Nüchternheit die Festtage alleine zuhause geplant. Im Nachhinein keine gute Idee. Saufdruck aufgebaut und zudem hatte ich mich nicht großartig dagegen gewehrt. Das Resultat war ein übler Alk und Koks-Absturz und tagelanger Katzenjammer danach.

    Ich glaube folgendes daraus gelernt zu haben:

    Ich kann und muss meinem Bauchgefühl wieder mehr vertrauen, beim Entscheid, alleine Weihnachten zu verbringen, konnte ich die Alarmglocken eigentlich schon läuten hören.

    SHG: damals hatte ich weder das Forum hier noch die AA. Ich glaubte, es alleine schaffen zu können und bildetbildete mir sonstwas darauf ein. So ein Quatsch. Sich austauschen und Hilfe annehmen ist kein Zeichen von Schwäche, ganz im Gegenteil

    Nachdem ich entspannte Feiertage verbracht hatte, hat das Suchtteufelchen gestern bei der Rückreise tatsächlich wieder mal angeklopft. Tja, die Festtage waren halt über viele Jahre noch versoffener als sonst schon. "Suchtgedanken schaffen keine Tatsachen". Vielen Dank Bighara für dieses Leitmotiv!

    Beste Grüße

    Tom

    Hallo zusammen

    Heute in Santiago de Compostela angekommen. Am Donnerstag geht's noch weiter nach Finisterra, ans Meer. Und in gut einer Woche endlich wieder zurück in die kalte, nebelverhangene Heimat😉. Wenigstens muss ich dann nicht mehr auf dem Smartphone rumfummeln, um irgendwas zu posten.

    Beste Grüsse

    Tom

    ..irgendwo in Galizien...

    Hi Mojo

    Kann nicht einfach der Eine Schreiben schreiben "Ich mach es so", der Andere "Ich mach es wiederum so". Und wenn der Eine Schreibt "ich habe Ausrede XY", und der Andere "Ich verwende gar keine Ausrede" - man auch das einfach mal so, jedes für sich, einfach so stehen lassen? Ohne das gleich in solche Verallgemeinerungen zu ziehen?

    Das sehe ich genau so. Man sollte nicht immer alles so verkopfen. Den einen helfen kleine Ausreden - fein. Andere wollen das explizit nicht (mehr) - auch fein. Wichtig ist, dass man in sich geht und weiss, wie man in entsprechenden Situationen reagieren will.

    Aber in diesem Tread geht's um die Ausreden an sich. Ich hab in der Anfangszeit öfters gesagt: Der Bierbauch muss weg🤣 und das war nicht mal gelogen, halt bloss nicht der eigentliche Beweggrund

    Gruss

    Tom

    Hi Helga

    Das Wetter ist tatsächlich bombastisch. Ich hatte mich auf kalte Regentage eingestellt, was bis jetzt noch nie der Fall war. Und wenn's dann soweit ist hab ich Regenzeug dabei, das jeden Hochseefischer vor Neid erblassen lässt - oder zumindest fast😉

    Wie es hier in der Hochsaison zu und her geht weiss ich nicht, die (wenigen) offen Albergues sind aber meist gut belegt und auf dem Camino selbst ist von der vielbesagten Völkerwanderung nichts mehr zu sehen. Mir solls recht sein...

    Keine Blase bisher. Wenn ich sehe, wie andere Pilger in der Gegend rumhinken hab ich bis jetzt echt Glück gehabt

    LG

    Tom

    Hallo zusammen

    Ich bin gestern bei km300 in Burgos angekommen und gönne mir wieder mal ein Hotel und den ersten Tag Pause. Füsse, Beine und der Kopf funktionieren noch einwandfrei - zumindest soweit ich das beurteilen kann:) Heute bis um 8 ausgeschlafen, das hätte ich vor geraumer Zeit eher mit "schon um 8 aufgestanden" umschrieben... Heute ist der Tag an dem ich kein fixes Ziel verfolge, mal schauen wie das klappt. Allenfalls werde ich auch einfach mein eBook leerlesen. Die Wechsel von stundenlang alleine wandern, abends in einer Gruppe unbekannter Leute verbringen, lose Bekanntschaften oder Verbindungen bilden und wiederum alleine weiter gehen sind recht intensiv. Aber für mich passt das im Moment.

    Beim gemeinsamen Abendessen hab ich letzthin ein 0.0% Bier getrunken und prompt hat's mich kurz aber intensiv getriggert. Das lass ich mal besser sein.

    Soweit beste Grüsse und

    Take care

    Tom

    Hi Paddy

    Das ist doch toll. Ich selbst hab das noch nicht wirklich verinnerlicht, aber vorallem deshalb, weil ich nicht der Dessert-Typ war. Süsses und Kuchen hatte mich schlicht nicht interessiert. Was ich jetzt aber an Schokolade verputzte... eieiei. Letztens war ich bei einem SHG Kollegen eingeladen und hab in der Confiserie beinahe Schwarzwälder Kirschtorte gekauft 🙈

    Mahlzeit

    Tom

    Das Abenteuer hat schon angefangen bevor es losgeht. Mein Rucksack hat's nicht bis zum Zielflughafen geschafft 😬, bien joué, AirFrance. So übe ich mich mal in Ruhe und Gelassenheit

    Schönes Wochenende allerseits

    Tom

    Hallo zusammen

    Mal ein Update von mir: ich hab morgen meinen letzten Arbeitstag vor dem Sabbatical oder wie man das auch nennen soll. Noch fleissig am Handover machen - meinem Nachfolger wird so langsam bewusst, auf was er sich da eingelassen hat..🤫 ich hoffe für das Team, dass er das irgendwie hinkriegt. Ich übe mich jetzt darin, auch gedanklich langsam loszulassen. Wie schon angetönt mache ich mich nun tatsächlich los auf den Jakobsweg. Schon am Samstag geht es los, von Saint Jean de Pied de Port mit Ziel in 5-6 Wochen in Santiago de Compostela anzukommen. Ich freue mich einerseits riesig, werde zunehmend auch ein bisschen nervöser inklusive Zweifel, ob ich das wirklich schaffe. Ganz im Sinne einer bekannten SHG will ich den langen Weg in einzelne 24h splitten, im Jetzt die tägliche Herausforderung annehmen und offen sein für's Unbekannte. Ich melde mich sicher immer mal wieder, um mein Leid über schmerzende Füsse, durchnässte Kleider und stinkende Herbergen zu klagen 😀

    So weit

    Gruss

    Tom

    Wie macht ihr das z.B. auf Arbeit? Bei der Weihnachtsfeier etc? Wir haben demnächst einen Cocktailkurs mit Kollegen….ich will da nicht sagen, dass ich keinen Alkohol trinke. 🙈

    Das handhaben alle unterschiedlich. Ich habe anfänglich nur sehr wenig Leute eingeweiht. Und ging schon gar nicht hausieren im Stil: ey, alles klar? Ich heisse Tom und bin Alkoholiker😂. Mittlerweile sag ich, falls es jemand interessiert, dass ich (im Moment) nichts trinke. Das stimmt ja auch, das Leben besteht ja aus lauter Momenten🙃

    Aber ernsthaft, es interessiert die wenigsten, ob du trinkst oder nicht. Die, dies interessiert und ein Problem haben mit deinem nicht-trinken, sind in aller Regel mindestens Risikotrinker. Und von denen muss man sich zumindest in der Anfangsphase eh fernhalten.

    Glückwunsch Paddy!

    Sind das jetzt 2 oder gar 3 Wochen? So wie du schreibst, scheinst du vieles richtig zu machen. Nur schon deine Geduld und Beharrlichkeit, um im Spital aufgenommen zu werden - finde ich stark👍

    Nütze den positiven Schwung, um dir Gutes zu tun. Bewegung, Sport, Wellness, was auch immer. Ich hoffe, du hast da schon ein paar Ideen. Die trockene, klare Zeit will sinnvoll genützt werden.

    Ein schönes Wochenende

    Tom

    Hallo Willibald

    Das ist mal eine konkretere Aussage. Mir hat der Alk natürlich auch Spass gemacht. Ansonsten hätte ich mich nicht so viele Jahre damit beschäftigt ;) Nur hat sich das Verhältnis von Spass zu Nebenwirkungen von sagen wir mal 2:1 hin zu 1:5 verschoben. Und das krasse Missverhältnis versucht mit noch mehr Alkohol zu korrigiern... Finde den Fehler.

    Deshalb gibts für mich nur den Weg der Abstinenz. Und das ist für mich kein Verzicht mehr, sondern ein Gewinn. Mir geht es nun mit meinen 46 Jahren so gut wie nie. Natürlich ist nicht alles rosarot. Aber trotzdem ein Quantensprung im Vergleich zu meinem Befinden vorher.

    Mach für dich die Kosten-Nutzenrechnung. Ich und wahrscheinlich auch alle anderen im Forum kann dir beim kontrollierten Trinken nicht helfen, da es bei mir, trotz fast 30 Jahre lang üben, nicht geklappt hat. Absolution für's KT kannst du dir nur selber erteilen, hier wirst du die nicht finden. Viel Glück dabei und

    Take care

    Tom

    Hi TGVD

    Auch von mir ein herzliches willkommen. Ein erster, wichtiger Schritt ist gemacht, in dem du dich hier angemeldet hast und das Problem ansprichst.

    Mir und vielen, vielen anderen geht oder ging es ähnlich wie dir. Über (viele) Jahre zu viel trinken, trotzdem irgendwie funktionieren. Dann eskalierts mal wieder, dann mal bisschen weniger, um gleich darauf noch mehr denn je zu trinken. Scham, Lügen, Schuldgefühle, Depressionen, der Körper macht sich bemerkbar... Und trotzdem musste das doch irgendwie möglich sein, den Konsum in den Griff zu kriegen, normal trinken zu können.

    Die Erkenntnis und Ehrlichkeit mir selbst gegenüber, dass ich nicht zu einem "normalen" Konsummuster zurückkehren kann, hatte mir eine riesen Last von den Schultern genommen. Nicht trinken ist viel leicher (und gesünder😀) als krampfhaft kontrollieren zu wollen, was eh schon ausser Kontrolle ist.

    Immer schön ein Tag nach dem anderen versuchen nicht zu trinken. Bei deiner Trinkmenge wäre es sinnvoll, deinen Arzt einzuweihen. Deinen Mann sowieso. Reale SGH kann ich auch empfehlen.

    Stell dir vor, du musst dir keine Aurseden und Lügen mehr wegen dem Alkohol ausdenken. Ich finde, das wär mindestens ca. 245% mehr Lebensqualität😉

    Take care

    Tom

    Was ich möchte ? Den Zustand vor der Sucht! ;)

    Auch wenn ich das kontrollieren kann, bleibt Alkohol vorbelastet. Richtig unbefangen Konsumieren geht nicht.

    Deal with it. Man kann aufhören wollen, versuchen kontrolliert zu trinken oder es hemmungslos krachen lassen. Wobei für ersteres das Forum hier gedacht ist. Aber die alkoholische Jungfräulichkeit zurückwünschen... echt jetzt? Werde erwachsen

    Alles Gute

    Tom

    Hi Emily

    Alkohol hat sich für mich irgendwie in Luft aufgelöst. Wenn das so bleibt, dann habe ich es geschafft.

    Zuerst mal Glückwunsch zu deiner Abstinenz. Ich hab im Sommer 23 den Weg zum trocken werden gestartet. Inkl. 3 Rückfällen und bin nun seit rund 8 Monaten wieder abstinent. Bei deiner Formulierung leuten bei mir die Alarmglocken. Denn so ging es mir beim 1. Rückfall auch. Euphorisch, alles ging mir leicht von der Hand und nichts schien mich erschüttern zu können. Tja, Hochmut kommt vor dem Fall.

    Nach dem 3. Rückfall musste ich mich nochmal neu justieren. Reale SHG und immer wieder die Balance zwischen Stolz, Zuversicht und Demut finden. Soweit, falls erlaubt und erwünscht, mein Tipp an dich.

    Take care

    Tom

    Hi Paddy

    Das freut mich für dich! Es wird nun nicht immer leicht sein, vorallem die ersten Tage und Wochen.

    Aber es wird kontinuierlich besser werden. Das werden dir die allermeisten, die den Weg auch gehen, bestätigen. Auch Momente des Zweifels und Lust auf etwas zu trinken sind ganz normal. Bighara hat glaub sinngemäss geschrieben "Gedanken sind keine Fakten" - finde ich sehr passend.

    :thumbup: