Beiträge von Bighara

    Das ist auf jeden Fall sehr mutig von Dir das zu machen. Ich hab ja etwas ähnliches vor, hatte ich ja glaub ich erzählt, allerdings auf anderen Füßen.

    Ja, dein Ansatz ist ein völlig Anderer und das ist auch gut so. Ich kann es nur - zumindest Stand jetzt - auf die Art machen, wie ich es mache. Ich bin nicht vom Fach und mache den Podcast nach bestem Wissen und Gewissen.


    Ich habe ja, wie sagt man das "Hands on" im Social Media Bereich / Marketing und bin gerade in einer längeren Planungsphase und wir machen gerade die ersten Testläufe im Bereich Podcast, Videoclips, Reels etc, aktuell produziere ich eine Fotostrecke dazu.

    ich war jetzt einfach froh, dass wir den Podcast-Kahn aufs Meer geschickt haben. Es ist kein fertiges ‚Produkt‘, sondern steckt noch in den Kinderschuhen. Ich hoffe, dass mir die Hörer Entwicklungsmöglichkeiten geben, denn es ist für mich ein riesiger Schritt aus der Komfortzone heraus. Mehr geht quasi nicht.

    Und, was ich so bemerkt habe in der Zeit, dass ich mich damit befasse, das man auch verdammt schnell Leuten auf den Schlips tritt als auch angefeindet wird. Das ist jetzt kein Bezug auf hier, sondern ich hab manchmal so das Gefühl, im Bereich Alkoholabstinez sind einige Platzhirsche unterwegs, die andere Wege und Sichten nicht so gerne sehen und das auch sehr klar äußern. Ich hab manchmal das Gefühl, es geht nicht um die Sache sondern um das Recht haben.
    Irgendwie echt komisch. Von daher mag ich ja die "Sober" Bewegung ganz gerne, das ist alles nicht so "dogmatisch", sag ich mal vorsichtig. Aber ich finds gut dass Du das machst, jeder Blinkwinkel ist wertvoll und ich würde Dir echt wünschen entweder irgendwo andocken zu können oder bau was eigenes auf, wo Du der Chef bist und niemand Dir reinreden kann, aus welchen unverständlichen Gründen auch immer.

    Ich weiß nicht genau, worauf du Bezug nimmst. Ich habe nicht das Gefühl, dass du in den Podcast reingehört hast, um ehrlich zu sein. 🤷‍♀️ Was ja nicht schlimm ist, aber dein Beitrag wirkt an sich inhaltlich nicht wirklich podcastbezogen. Korrigiere mich, wenn ich da falsch liege.

    Stilles Wasser Ich muss jetzt wie AmSee13 geschrieben hat, den Topic Podcast von der Suchtgeschichte und Vorstellung trennen, sonst komm ich nicht mehr hinterher. 😫🙏🏻 Daher antworte ich hier jetzt nicht drauf, danke dir aber vielmals für deine Worte und den Spoiler. Kein Dazwischen mehr, du kennst es auch. Es war existenziell. Ich bin noch nicht so weit entfernt wie du von diesem Punkt. Mein Abstand dazu ist geringer und dadurch präsenter.

    Oran-Gina In der kommenden Folge ist mein Therapeut aus der ReHa zu Gast und wir sprechen über die suchtbegünstigenden Faktoren bei mir. Die Folge ist im Endeffekt ein Ergebnis meiner Therapiearbeit.

    Wir werden auch auf jeden Fall noch eine Folge machen, in der wir über das Klinikleben sprechen, wie so ne Klinik aufgebaut ist und wie so ein Klinikalltag abläuft.

    AmSee13 Ich hoffe, ich habe gerade eine Antwort auf deine Frage geliefert. Wir waren ja so verblieben, dass ich mich auch hier im Forum einbringe und da hab ich auch Bock drauf - bin hier auch entsprechend eingestiegen. Aber der Eindruck, der bei mir entstanden ist, ist halt der, dass dieses Forum für mich vielleicht nicht das Richtige sein könnte, weil das Verständnis für mich fehlen könnte. Und ich betone es nochmal: Es geht hier nur um mein Gefühl.

    Honk Wie schon geschrieben, hab ich mit Dogmatik nicht viel am Hut. Es geht mir um Verständnis und das Gefühl mich gut aufgehoben zu fühlen. Und es ist nunmal so, dass mir in der Klinik ganz andere Facetten der Sucht begegnet sind, dagegen ist meine Suchtgeschichte ein gefühlter Sommerspaziergang. 😅 Aber das stiftet auch Verbindung. Ich fühlte mich nicht mehr allein in meiner Sucht. In der Klinik wurde ich verstanden. Und bislang habe ich das Gefühl, dass meine Suchtgeschichte für dieses Forum hier was zu heftig oder zu krass ist, weswegen ich mich bislang auch nicht so recht abgeholt fühle und gut aufgehoben fühle. 🤷‍♀️ Ist halt so. Ich konnte nicht mehr einfach so mit dem Trinken aufhören. Wäre ich nicht in die Klinik gegangen, Entzug, Therapie etc., würde ich heute nicht mehr leben, weil ich mich umgebracht hätte. Leben oder sterben. Ende der Geschichte.

    AmSee13 Das stimmt natürlich. Jeder stand mal an diesem Scheidepunkt, sonst hätte man die Entscheidung für sich und die Abstinenz nicht getroffen. Vollkommen richtig.

    Es geht hier auch gar nicht um den Weg, ob richtig falsch, das ist null mein Thema, sondern geht mir um Verständnis. Und da geht es nur um meine subjektive Sicht, ob ich mich mit meiner Suchtgeschichte hier richtig aufgehoben und verstanden fühle. So wie das halt auch in einer live SHG wäre. Es geht um das Gefühl, was mir vermittelt wird von meinen Mitmenschen.

    Hi Stilles Wasser ! Hier bin ich - ehrlich gesagt - noch in der Findungsphase (Podcast steht am Anfang) und ich kann die Leute hier im Forum bislang auch noch nicht so recht einschätzen, was für Menschen sich hier bewegen. Ich scheine hier laut AmSee13 eine der wenigen Experten zu sein, die Entzug, Therapie und ReHa durchlaufen haben. Mein Weg bringt dadurch eine andere Sprache und auch nochmal eine andere Auseinandersetzung mit sich selbst und der Sucht mit sich, die sich in dem Podcast auch wiederspiegelt. Ich stand mit meiner Sucht einfach auch an einem ganz anderen Scheidepunkt im Leben als viele hier (zumindest ist das mein bisheriger Eindruck)…ich musste mich zwischen Leben&Abstinenz und Sucht&Tod entscheiden. Da gab es kein dazwischen mehr. Derzeit kann ich dir noch nicht sagen, ob ich mich hier richtig aufgehoben fühle. Ich kann mir grundsätzlich vorstellen, mich an ein Forum anzubinden und auch Menschen abzuholen, die eben nicht auf Social Media unterwegs sind, vielleicht auch keine Podcasts hören, weil sie Podcasts halt kacke finden, sondern die Anonymität des Internets vorziehen. Ich möchte aber nicht das Gefühl haben gegen die bestehende Community ‚ankämpfen‘ zu müssen, denn wir stehen meiner Meinung nach alle auf der gleichen Seite und sind - was das Ziel anbelangt - vereint.

    Um meine Vorstellung mal abzurunden und damit ihr ein bisschen besser nachvollziehen könnt, aus welcher Welt ich komme: Biographisch bedingt, bin ich ein sehr kontrollierter Mensch. Ich habe als Kind gelernt, dass Emotionen Schwäche bedeuten, dass diese nicht erwünscht sind und daher bin ich sehr reguliert. Der Alkohol hatte auch die Funktion von Unbeschwertheit, Leichtigkeit und Ausgelassensein - Kontrolle abgeben also. Seitdem ich abstinent bin, geht es mir natürlich viel besser, aber die Abstinenz hat auch eine Kehrseite: Meine Kontrolle greift wieder völlig ein. Mir fehlt die Leichtigkeit, die Freude, denn meine Kontrolle greift bei allen Emotionen ein. Die Kontrolle ist so tief in mir verankert, dass ich Stück für Stück das loslassen üben muss. Seitdem der Alkohol weg, habe ich keine großartigen Amplituden mehr. Wie gesagt, die Baseline ist super angenehm, aber es gibt halt kaum - wenn dann nur sehr partiell - mal Ausschläge nach oben und nach unten. So fühlt sich Stabilität an, denke ich. Aber es ist auch etwas verloren gegangen und die Akzeptanz des ‚Verlustes’, was der Alkohol mir u.a. gegeben hat, als Gewinn für mich zu werten, führt dazu, dass ich mein Leben auch ohne diese Leichtigkeit als zufrieden und toll empfinde. Die Kontrolle ist ja nicht per se schlecht, sie hat mir auch schon durch viele Situationen im Leben durchgeholfen bzw. hilft mir immer noch. Aber: Sie dämmt halt auch die Freude ein und damit muss ich leben. Es ist halt einfach so. 🤷‍♀️

    Hallo an Alle! Ich denke auch, dass wir hier ein wenig aneinander vorbeireden. Mir geht null darum zu sagen ‚Mein Weg ist richtig, folgt mir‘. Wer den Podcast auch gehört hat, sollte wissen, dass ich das auch in keinem Satz sage. Ich stelle mich hin und sage: Das war mein Weg in die Sucht hinein und so ging er aus der Sucht hinaus rein die Abstinenz. Ich halte meine Zuhörer für mündig und ich möchte die Möglichkeit zur Reflektion geben, für sich selbst Parallelen oder auch nicht ziehen zu können. Wahrscheinlich werde ich einige mit meiner Art abschrecken, einige vielleicht auch nicht. Ich persönlich bin ein offener, direkter und ehrlicher Mensch…daher entspricht diese Art der Herangehensweise im Podcast meiner Wesen und was authentisch ist, ist gut. Kann nicht jeder mit umgehen, aber ich bin ja auch nicht auf dieser Welt, um es allen Recht zu machen. 😅

    Im Hinblick auf Therapie und Abstinenz: Ich habe es ohne Therapie nicht geschafft und ich freue für jeden, der es ohne Therapie schafft. Ich habe gelernt, dass der Blick auf sich selbst in der Regel verstellt ist. Wir sind das Produkt unserer Prägungen und aus jahrezehntelangen Mustern auszubrechen, indem man sie erkennt und verändert, ist wahnsinnig schwierig und erfordert viel Kraft. Ich habe für mich in der Therapie verstanden, dass ich in einem extremen Leistungsgedanken unterwegs bin und diese Ansprüche an mich so hoch gewesen sind, dass ich diese nicht erfüllen konnte. Unsägliche Versagensangst. Hier hat der Alkohol reingegrätscht. Ich laufe mit Glaubenssatz rum, dass ich nicht liebenswert bin, weswegen ich in Beziehungen immer in die Anpassung gegangen bin und mich nicht gezeigt habt, aus Angst vor Ablehnung. Auch hier hat der Alkohol gegriffen, um Bindungsbedürfnisse zu befriedigen. Und und und. Wie der Alkohol gegriffen hat und welche Muster ihn befeuert haben, habe ich erst durch den Blick von Außen sehen können, als ich die Zeit und Ruhe hatte, um mich mit mir selbst zu beschäftigen und dafür hatte ich in der Klinik die entsprechende fachmännische Begleitung. Wie schon geschrieben: Ich habe mein Leben aufgeräumt und die großen Baustellen geschlossen. Das war mein Weg, den ich gehen musste, um ein ganzheitliches Verständnis der Sucht für mein Leben zu erlangen und um auch die richtigen Stellschrauben in mir zu drehen, um die Veränderung herbeizuführen, dass die Sucht zukünftig nicht mehr in mein Leben grätscht. 23 Jahre Alkohol mit dem Beginn in der Jugend, also einem noch nicht abgeschlossenen Reifeprozess, hinterlassen Spuren und schlagen Schneisen, die etwas anders ausfallen, wenn man erst mit z.B. Mitte 30 in die Sucht reinrutscht. Mit Mitte 30 ist als man Mensch und Charakter ‚fertiger‘ und das ist nicht wertend und negativ gemeint, sondern hat was mit Lebenserfahrung, Entwicklung und Reife zu tun.

    Honk Nur unsere Basisemotionen betrachtend empfinden wir Angst, Scham, Trauer, Wut und Freude. Vier nicht so schöne Emotionen, eine positiv besetzte Emotion. Die nicht so schönen Emotionen erleben wir stärker und nachhaltiger, weil sie uns evolutionär gesehen am Leben erhalten haben. Die Freude gibt es, damit wir das Leben als lebenswert erachten und uns nicht direkt nen Strick nehmen (Vorsicht, wieder bewusst provokant formuliert), weil nur in negativen Emotionen rumlaufen halt echt scheisse ist. Glück ist als Basisemotion nicht vorhanden. Und das aus gutem Grund: Glück ist ein Hoch und bedeutet für den Körper Stress. Positiver Stress zwar, aber es ist Stress. Deswegen dauert der Glücksmoment auch keine Stunde an, sondern ist in der Regel halt…kurz und knackig. Reicht doch auch. 😁 Ich freue mich für dich, dass du eine glückliche Abstinenz erlebst und das für dich so werten kannst. Ich habe die ersten sechs Monate auch wie auf Wolken laufen empfunden, aber dieses Dauerhigh ist verschwunden. Für mich ist Balance das große Zauberwort. Ich strebe nicht nach Glück, ich strebe nach Balance aus allem, was das Leben mir zu bieten hat und wenn ich das hinkriege, dass der Anteil der Freude größer wird und der Anteil der Angst kleiner, dann habe ich sehr viel für mich erreicht bzw. ich empfinde dies schon so und deswegen bin ich: Zufrieden. ♥️

    Oran-Gina Natürlich ist die Aussage großartig. 😊 Ich möchte dir dieses Gefühl nicht absprechen. Es ist dein Gefühl und es gehört dir. Und ja, es ist großartig. 😁

    Ich hab nur geschrieben, dass ich die Aussage was schwierig finde im Hinblick auf Achtsamkeit. Irgendwann wird die Abstinenz ja auch zur Gewohnheit und droht dann zur Selbstverständlichkeit zu werden, weswegen man die Sucht schlichtweg aus den Augen verliert. Du achtest auf dich und hast die Sucht somit im Blick…das ist es doch, worauf es ankommt. Ich verstehe dich auch voll, dass du dein Leben nicht nur an der Sucht bzw. einer möglichen Rückfallgefahr ausrichten magst. Ich teile deine Ansicht…man muss auch mal Risiken eingehen, denn sonst bleibt die Welt in der Abstinenz auch klein wie zu Konsumzeiten, wenn man alles an der Angst vor einem Rückfall ausrichtet.

    Ich hab das mit dem ‚ich weiß doch, wie geil der Rausch ist‘ bewusst so provokant formuliert. Mich ärgert es bisweilen, wenn Abhängige so auf das Suchtmittel schimpfen und dabei völlig verschweigen, was es ihnen mal gegeben hat. Man fängt ja nicht mit dem Trinken an, wenn man davon unmittelbar kotzen muss oder überhaupt kein Hochgefühl erzeugt wird. 🤷‍♀️ Es war halt mal so…heute ist es anders. Die Gefahr, dass es mir nochmal so schlecht geht wie letztes Jahr, ist mir kein Schluck Alkohol wert. Und da mag das Hochgefühl noch so toll oder die Verdrängung noch so gut funktioniert haben. Der Alkohol hat mich von mir selber abgeschnitten und mich klein gemacht auf Dauer. Ein kleines Häufchen Elend und Verzweiflung zum Ende hin.

    Hallo Oran-Gina . Ich finde die Aussage, dass der Alkohol seinen Reiz nach drei Jahren Abstinenz verloren hat, schwierig. Natürlich ist der Drang zum Alkohol und der Abstand durch die Abstinenz größer geworden, aber wenn ich in den Kliniken eins gelernt habe, dann das man sich nicht zu sicher sein und werden darf. Wenn dir jemand gegenüber sitzt, der nach 35 Jahren Abstinenz so einen schweren Rückfall hatte, dass der Gang in die Klinik notwendig geworden ist, dann bekommt das Wort Achtsamkeit wörtlich gesehen noch mal viel mehr Bedeutung.

    Ich kann das voll verstehen, dass dich der positive Ansatz bei N. Stüben abgeholt hat. Aber es bildet halt nicht die Wirklichkeit ab und genau das möchte ich versuchen mit meinem Podcast einzufangen. Ich stelle mich auch nicht hin und prangere den Alkohol an…würde mir im Leben nicht einfallen, weil ich nunmal weiß, wie geil der Rausch ist…ich möchte den Hörer anhand meiner Geschichte Raum zum Reflektieren geben, sofern er das Angebot annimmt, um für sich eigene Schlüsse ziehen zu können. Die intrinsische Motivation ist immer noch die beste Motivation. 😊

    Guten Morgen rent Ja, ich werde meinen Stiefel durchziehen, denn mein Ansatz ist ein ganz Anderer…ich möchte erklären, wie Sucht funktioniert. Ich stelle mich selbst als Beispiel zur Verfügung und möchte dem Hörer die Möglichkeit zur Reflektion geben. Im Endeffekt möchte ich zeigen, wie Therapie funktioniert und wo man als Betroffener hinschauen muss, wenn man wirklich für sich weiterkommen möchte.

    Ich kann das Positive bei N. Stüben verstehen, was dich da abgeholt hat. Diesen Effekt gab es anfangs bei mir auch, jedoch hab ich schnell gemerkt, dass sich alles auf ihre Programmteilnehner konzentriert und die Gesprächspartner nicht mehr Menschen sind, die auch auf anderen Wegen aus der Sucht gefunden haben. Außerdem…und das war, denke ich, das Entscheidende für mich: N. Stüben hat für mich an Identifikationspotential verloren, weil ich mitbekommen habe, dass sie 1) nicht so lange getrunken hat wie ich 2) ihre Funktion hinter dem Alkohol für mich zu trivial war 3) sie als Highperformerin ihr Leben ja doch ziemlich auf die Kette bekommen hat 4) sie hat ihre Kids erst bekommen, als sie trocken war 5) sie immer mehr zur Missionarin in Sachen Contra Alkohol geworden ist. Die hat selbst jahrelang getrunken und weiß also, wie geil der Rausch ist. Man sollte nicht versuchen gegen diesen ankämpfen zu wollen, den Kampf verliert man. Da hilft nur Sensibilisierung und Aufklärung. Das mit dem Contest-Gedanken und der Gläubwürdigkeit ist übrigens ein Phänomen, was ich auch in den Kliniken beobachten konnte. So sind die Menschen. Selbst in der Sucht noch im Leistungsgedanken unterwegs. 😅🤷‍♀️