Beiträge von Miaflorentine

    Honk ,


    wow, mit Schlaf und Ernährung hast du ja wirklich elementare Bereiche versorgt.
    Danke für deine Hinweise- beides ist bei mir wirklich mangelhaft. Und dass mein Eisenwert ganz unten ist, weiß ich schon lange.
    Ich habe mir vorgenommen, in zwei Wochen vollkommen aufrichtig zu meinem Hausarzt zu sein und ihn um einen Check up zu bitten, um mich gezielt kümmern zu können.

    Ich habe so viele Ansätze, um die ich mich kümmern will, dass mir ganz schwindlig ist. Also denke ich wieder an den Straßenkehrer…

    Einen schönen Tag 🤗

    Guten Morgen, liebe AmSee13 !

    Was bedeutet EKAs?
    Ich möchte das Gedicht von Rilke gern ergänzen, ich schau gleich mal, ob ich den Post finde.

    Ich habe mehrere Mängel, unter anderem ist mein Eisenwert absolut im Keller.
    Ich werde mich darum kümmern.

    Mit Achtsamkeitsarbeit habe ich mich schon öfter befasst, allerdings ist mir das- wie so vieles- neben dem trinken hinten übergefallen.
    Wahrnehmen, ohne zu bewerten. Das würde ich in der kommenden Zeit gern wieder in meinen Fokus nehmen. Mal überlegen, wie ich das üben in meinen Alltag integrieren kann…

    Viele liebe Grüße 🤗

    - Acht Tage nüchtern-


    Gestern war es etwas weniger anstrengend, ohne Alkohol, als in den Tagen zuvor.
    Keine Auslöser, wie „morgen Feiertag“, oder „hey, Wochenende“.
    Ich nehme mir jeden Tag Zeit, um an der Liste mit den Verstärkern zu arbeiten.
    Ich versuche, halbwegs gut für mich zu sorgen.
    Am Freitag habe ich den Termin bei der Suchtberatung. Ich habe jetzt mehr Klarheit über mich selbst und meine Sucht, als im letzten Jahr. Dennoch graut es mir ein wenig davor, all die Erkenntnisse in diesem Rahmen auszusprechen…

    Ich bin abends oft müde, manchmal muss ich mittags kurz schlafen.
    Ich bedaure keine nüchterne Minute meiner letzten Woche.
    Es ist gut, (wieder mehr) ich zu sein.
    Es fühlt sich nicht immer gut an, aber es ist so bedeutsam und wichtig, dass ich mich jetzt selbst halte, nicht mehr der Alkohol und alles, was ich tue aus mir selbst kommt.
    Ich kann das noch nicht wirklich so erklären, wie ich es fühle.
    Aber jeder schwere Moment, den ich ohne zu trinken schaffe, gibt mir etwas zurück.

    Ich wünsche euch eine gesunde und gute Zeit und hoffe, dass ich die Tage etwas Kapazität habe, um auch außerhalb meiner Vorstellung zu lesen.
    Herzensgrüße, Mia

    AmSee13 , ich fühle viel Dankbarkeit und bin einmal mehr berührt, über deine Zeilen.
    Ich kann da so leicht und nachvollziehend mitschwingen und an vielen Stellen fühle ich mich an eigenes, so ungemein Ähnliches Erleben erinnert. Ich kann mich nicht erinnern, das schon mal so empfunden zu haben!
    (Zb landete ich bei meiner ersten Suche nach einer Traumatherapeutin auch ausgerechnet bei einer Psychologin, vor der ich mich im wahrsten Sinne nach einigen Monaten Behandlungsdauer schützen musste. Was im Kontext von Traumatherapie eine nahezu verstörende Erfahrung ist- auch weil dieses Programm aus der Herkunftsfamilie „gut sein/ versuchen es richtig zu machen/ den Ansprüchen genügen/ noch mehr ein/ sich selbst übergehen/ kein Gespür für die eigenen Grenzen haben“ es ja furchtbar schwer macht, überhaupt zu erkennen, dass da wirklich etwas NICHT heilsam ist. Was ich ausgehalten habe in diesen Monaten, weil ich es gut machen und ihre Forderungen erfüllen wollte…die meisten anderen hätten schon nach der ersten Sitzung empört die Praxis verlassen. Deswegen kann ich in diesem Zusammenhang mit dem Begriff retraumatisierung ungemein viel anfangen! )


    Danke für die Erinnerung an „den Straßenkehrer“- ich liebe den Text sehr.

    Und in dem Zusammenhang habe ich auch wieder „über die Geduld“ von Rilke gelesen, dass ich ebenfalls so warm und bestärkend finde.

    Eine Umarmung, wenn du magst, an dich!

    Guten Abend AmSee13 ,


    ich möchte der Empfehlung folgen und für das Thema Ängste zukünftig in den geschützten Bereich wechseln, sobald ich mich dort umgeschaut habe.
    Deswegen schreibe ich hier jetzt nur recht kurz- hoffend, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal anknüpfen 🤗


    Es ist verblüffend für mich… die Strategie mit dem Auto nutze ich nämlich auch an manchen Tagen und in meiner Welt ist es dann mein Schutzraum to Go. Ich entferne mich dann mit Unbehagen davon, je weiter, desto unwohler. Und es gibt Tage, da brauche ich das nicht.

    Ja, das Lied passt 😊

    Es ist schön, sich verbunden zu fühlen, weil es das Gegenteil von dieser Angst ist! Verbundenheit ist Wärme. Und Angst ist kalt.

    Es ist schade, dass viele Therapeuten noch nichts von Bindungs- und Entwicklungstraumata wissen (zumindest nach meiner Erfahrung), sondern lediglich mit Schocktrauma befasst sind.
    Ich habe mich deswegen viele Jahre weder selbst verstehen können, noch im therapeutischen Kontext ganz verstanden gefühlt. Bis ich mich selbst auf die Suche gemacht habe und auf Dami Charf gestoßen bin.

    Das Bild mit dem Fahrstuhl ist toll für mich, denn es geht - bei entsprechendem Auslöser- tatsächlich so schnell, dass man wieder ganz und gar in diesem Kerngefühl landet.
    Ich bin so sehr beeindruckt, dass du nicht „nur“ gelernt hast, dich quasi selbst ‚nach zu beeltern’, sondern (damit) auch deine Einsamkeit wandeln konntest.
    Ich kann mir vorstellen, dass das entsteht, wenn man vertrauen in sich hat, mit allen Gefühlen sein/ umgehen zu können!

    Ich denke, ich habe daran jetzt lange nicht wirklich weiter gearbeitet. Sondern lieber getrunken :/

    Bleibt also mal wieder festzuhalten, dass es ohne Alkohol viel Wachstumspotenzial für mich gibt.
    Ich möchte das auch lernen, was du gelernt hast 😊


    Mia

    - FORTUNE - … danke, dass du zurücklässt, was für dich wertvoll ist ❤️

    … ich weiß nicht, warum mir der Satz „lerne deine Lebenszeit zu schätzen“ solche Angst macht. Aber ich habe Gänsehaut!
    Er ist SO wahr, aber er versetzt mich in Angst und Schrecken. Ich glaube, mich damit nicht zu befassen, war Teil meines trinkens.
    Und die Vorstellung, dafür jetzt Verantwortung zu übernehmen… mein Leben zu gestalten, das endlich ist… Brrr.
    Ich glaube ich brauche noch, bis ich darin eine Kraft fühlen kann!

    Oran-Gina

    Da nochmal ganz kurz: hast du Literatur Empfehlungen für mich? Mit Stefanie Stahl habe ich mich eingehend befasst!

    Und ja, was Ängste betrifft, da finde ich viele Ansichten des Buddhismus inspirierend. Angst und Trauer gehören genauso zum Leben, wie Freude. Das leid entsteht erst, wenn wir damit in den Widerstand geraten.
    … naja, das sind jetzt ziemlich altkluge Sätze für einen süchtigen, der sich bis vor einer Woche fast täglich betrunken hat, um seine Angst möglichst wenig zu spüren 😶

    Deswegen füge ich kleinlaut hinzu, dass ich diese Ansätze ansprechend und inspirierend finde… und es mir oft nicht gelingt, danach zu leben. Also gelang. Ich hoffe, das ändert sich. Und dank dir und deiner Nachricht und vieler Antworten hier fühle ich neue Zuversicht! (Also jedenfalls immer mal wieder 😊)

    Oran-Gina

    Ich versuche tatsächlich, alles, was für mich Sinn ergibt umzusetzen und jeden Tag ein dran zu sein, Inspirationen anzunehmen, mich zu mir selbst umzudrehen.
    … leider habe ich den Hang dazu, bedeutsame Dinge zwar ehrlich zu beleuchten, eine Menge Erkenntnisse zu haben und auch so zu klingen… nur um 😶 m nächsten Moment trotzdem das Gegenteil von allem zu tun. Oft, ohne zu verstehen, warum ich das tue. So gleicht mein Leben manchmal einem Falltraum: ich sehe den Erdboden auf mich zu rasen und bin auch echt der letzte, der sich das schön redet, höre mich selbst sagen, dass ich den Fallschirm ziehen sollte - aber pack stattdessen schnell noch ein paar Steine in die Manteltasche 🙈

    Das soll mir jetzt mit dem Alkohol nicht passieren.

    Dein Beispiel war sehr anschaulich (und hat sich so einige Male im letzten Jahr in München abgespielt) danke!

    Ja, um Himmelswillen, ich habe manchmal auch gegen den aufsteigenden Brechreiz noch ein Glas drauf geschüttet. Alles für den Pegel.

    Was du über deine Ängste schreibst, klingt vollkommen vertraut für mich.
    Ich hoffe, dass wir uns darüber beizeiten im geschützten Bereich, oder in den Nachrichten weiter lesen.
    Es ist diese tiefe Urwunde. Wie es eine Autorin, die ich sehr schätze, einmal sagte: die Wunde des ungeliebten Kindes.
    Die zur Folge hat, dass das Vertrauen in sich und das Leben fehlt. Und der Kern von Trauma ist ja leider immer dieses getrennt sein. Von sich, dem Leben und anderen Menschen.

    Bis bald ❤️

    Lieber rent , danke für deine Zeit!
    Ich habe deine Antwort berührt gelesen… und musste auch sofort an meine Nächte denken… vor denen ich eigentlich nicht trinken wollte, um fit für die Arbeit, oder sonstige wichtige Anlässe zu sein… dann kam erst die Phase „naja, solange ich nicht mehr als so und so viel trinke, gehts noch“, danach und sobald ich etwas Pegel hatte, die „ach, jetzt ist auch egal, wird unschön, aber krieg ich schon hin“ - Phase. Und zwischen drei und vier bin ich hochgeschreckt und war vor Angst und Verzweiflung wie gelähmt! Dann wusste ich nicht mehr, wie ich das schaffen soll. Manchmal habe ich mich mit üblem Kater irgendwie durchgeschlagen, aber in den letzten Wochen ging es desöfteren nicht.
    (Einmal hat mir die Tierärztin ein Medikament gegen Übelkeit gespritzt, damit ich meine Arbeit zu Ende bringen konnte 🙈)

    Ja, was man sich da angetan hat, klingt „ver-rückt“. Aber als ich las, dass dieses schreckliche Schuldgefühl manchmal noch heute bei dir anklopfen will da dachte ich plötzlich: mit liebe betrachtet ist es nicht verrückt. Sondern so nachvollziehbar und schlicht und ergreifend verständlich!
    Ich bin ein überzeugter „möglichst alles mit liebe Betrachter“. (Ausser, ich bin betrunken und durchs trinken in die Welt der Angst geworfen, da kann keine Liebe sein 😔 Aber macht es nicht genau das auch so verständlich? Das wir alle getrunken haben, weil die Welt der Angst so furchtbar ist? Und ist es nicht so verständlich, dass wir uns bei dem Versuch verirrt haben und letztlich in einer Welt mit noch mehr Angst gelandet sind, wo liebe zwischen schuld und Scham noch weiter fort war? Das ist traurig! Ich glaube daran, dass Liebe Schuld und Scham transformieren kann. Ich meine Liebe als universelle Kraft. Für uns selbst, dem Leben gegenüber, andere Menschen. Wenn ich getrunken habe war mein Herz kurz warm. Aber wenn ich in der Liebe bin, ist mein Herz viel wärmer. Für mich ist liebe Teil meiner Rettung. Ich hoffe, dich befremdet dieser Absatz nicht. Ich wünsche dir nur von Herzen, dass du dieser Schuld und Scham nicht nur mit der Tatsache begegnest, dass du nicht mehr trinkst. Sondern mit eben so viel Mitgefühl für dich und dein damaliges Handeln. Ergibt das Sinn für dich?)

    Ich fühle mich verstanden, mit meiner Angst vor der Quittung in Form von schwerer Krankheit. Das hat sehr gut getan. Und ich sehe, wie tief das Thema schuld da auch in mir schläft. Würde ich morgen mit Schläuchen im Körper aufwachen und mitgeteilt bekommen, ich müsste sterben, wäre der Hauptgedanke wohl „Selbst schuld, jetzt darfst du nicht jammern!“.
    Was für ein liebloser Anteil 😔

    Oh ja, loslassen fällt mir unheimlich schwer. Generell. Und ja, wie beim Alkohol auch.
    Ich mag sehr, wie bildlich du alles beschreibst und dadurch so anschaubar und lebendig machst! Danke dafür!!!

    Was du beim hören von Böckems Buch gefühlt hast, kann ich total nachvollziehen und ich bin erleichtert, dass du in eine bestärkende Betrachtung hineingefunden hast. Damals habe ich nur nach Menschen gesucht, für die sich das Leben ähnlich anfühlt, wie für mich.
    Es ist so wundervoll, dass du nur noch hinsichtlich Erinnerungen dazu gehörst. Hoffentlich kann ich das in ein paar Monaten oder Jahren auch so fühlen. Noch fühle ich mich auf der Kippe.
    Ach und als ich vom berieselt werden las wurde mir bewusst, wie lange ich schon kein Buch mehr in der Hand hatte. Jedenfalls nicht länger als ein paar Minuten. Hören ist im Augenblick also auch wohl eher etwas für mich.

    Liebe AmSee13 ,


    ich freue mich, dich zu lesen und danke, dass du dich zeigst ❤️
    Bei mir ist es ähnlich, ich habe auch nach wie vor Tage, an denen mir das rausgehen- meinen Schutzraum verlassen, gesehen werden- noch Unbehagen, manchmal auch Angst, bereitet.
    Und wie du, nehme ich das mittlerweile in vielen Fällen an, während ich mich früher in Angst vor der Angst verstrickt habe. (Was, wenn ich auch morgen nicht raus kann, was, wenn alles wieder wie früher wird? Damit habe ich meinen Stresspegel unheimlich geschürt und die Wahrscheinlichkeit, dass es genauso kommt enorm erhöht).


    Oh, klingt es lächerlich, wenn ich begeistert bin, den Begriff hier zu lesen- Entwicklungtrauma. Ich habe darüber sogar ein kurzes Kapitel in meinem Buch geschrieben, denn für mich waren die Erkenntnisse rund um das Thema Bindungstrauma und inneres Kind lebensverändernd!
    Ebenso eine Befreiung, die mir zu viel mehr Selbstverständnis verholfen haben. Viel Input gibt es da von Dami Charf, möglicherweise sagt sie dir etwas?
    Und dennoch, mein Erwachsenenanteil schmilzt wie Schokolade in der Wüste, sobald meine Urwunde berührt wird. Obwohl ich mittlerweile viele Zusammenhänge verstehe. Hast du das auch, im Zusammenhang mit Bindungsverlust, so ein allerschlimmstes Gefühl in dir?
    Ich habe das in meiner Kindheit und im Laufe meines Lebens nun schon so oft gefühlt- aber es fühlt sich immer noch genauso mächtig und unerträglich an, wie eh und jeh.
    Allein der Gedanke daran lässt mich erzittern. Es ist mit Sicherheit einer der Hauptgründe, wegen denen ich trinke. Getrunken habe- was sagt man nach einer Woche ohne Alkohol… ich weiß es nicht. Ich käme mir irgendwie überheblich vor, wenn ich nach so kurzer Zeit nüchtern von vergangenem trinken sprechen würde. Oder ist das wieder mein Suchtanteil, der sich gegen die Formulierung wehrt 🤷🏻‍♀️

    In jedem Fall ist es entsetzlich, wenn man ein Gefühl mit sich rum trägt, dem man sich nicht gewachsen fühlt und das wie sterben ist. Wenn es kommt lasse ich es einfach fließen, genau, wie ich es mit Panik getan habe. Ich versuche mich nicht im Widerstand zu verstricken, das macht alles noch schlimmer. Aber erträglich ist es deswegen nicht.

    Dir auch einen erholsamen und entspannten Feiertag 🤗

    P.s. Mein erster Gedanke gestern, als ich mich erinnert habe, dass heute frei ist, war „cool, kann ich trinken“. Dann viel mit ein, dass das keine Option ist. Aber es sind Auslöser, weil ich da bisher immer getrunken habe, mit einem Hauch weniger schlechtem Gewissen als sonst


    P.p.s Toll, du hast gleich zwei Wuffs! Meine findet manche anderen Hunde auch doof und pöbelt dann. Das ist ein bisschen anstrengend, da brauchen wir noch Übung.

    Guten Morgen, liebe Oran-Gina und vielen Dank für deine ausführliche Antwort 💚

    Also sind Verstärker alle Strategien, die mich in meinem Vorhaben bestärken, ohne Alkohol zu leben- das erste Glas stehen zu lassen, richtig?
    Ich habe gestern direkt eine Liste begonnen, auf der ich mir alle kraftvollen Sätze notiert habe und auch, was ich in „Sucht- Momenten“ konkret tun kann, sowie meine guten Gründe, heute nüchtern zu bleiben.
    Sie ist noch nicht vollständig, ich werde weiter sammeln 😊

    Einen Dialog mit meinem Suchtdruck zu führen kann ich mir gut vorstellen, das möchte ich ausprobieren. Vielleicht hilft das auch, mir selbst auch in diesen Augenblicken noch mehr zu verdeutlichen, dass eben noch ein anderer- „gesunder“ Anteil in mir ist.

    Womit ich mich nach Tagen ohne Alkohol belohnen kann, darüber muss ich noch nachdenken. Ich glaube bisher tue ich das mit der Erleichterung, mir nachts keine Vorwürfe machen zu müssen. Was mir selbst Entspannung, oder Freude bereiten betrifft, damit habe ich ehrlich gesagt wenig Übung. … außer ein Bier aufmachen 🙈

    Dein ehemaliger Gedanke „der hat sie doch nicht mehr alle, schließlich bin ich während der Therapiestunde nüchtern“ hat mich kurz zum lachen gebracht, weil ich genauso dachte. Ich verstehe auch erst seit einiger Zeit, warum ein nüchternes Leben die Basis für innere Arbeit ist.
    Magst du sagen, wie deine aktuellen Ängste sind, worauf sie sich beziehen?

    Selbstfürsorge ist ein Bereich, in dem ich- gelinde gesagt- noch viel Wachstumspotenzial habe. An vielen Tagen fällt es mir schon schwer, regelmäßig zu essen. Und gerade fällt mir ein, wie oft ich nichts gegessen habe, damit ich schneller betrunken bin 😶

    … das sind auch so Details, die man einfach nicht jedem erzählen kann.

    Liebste Grüße, Mia

    Liebe AmSee13 - was für ein schöner Name, am See, übrigens:)

    Danke für deine wohltuende Anteilnahme und dass du meine Schritte mitverfolgst.
    Unheimlich gern mag ich mich über Angst austauschen, bitte berichte mir gern mehr, wenn du magst.

    Diesbezüglich bin ich zum Glück sehr klar. Meine Therapeutin hat mich mal darauf hingewiesen, dass ich beim ständigen trinken keine Strategien lernen kann, um mit meiner Angst umgehen zu lernen. Klar, wenn ich sie ständig betäube (bevor sie dann wieder über mir zusammen schlagen).
    Das Argument fand ich sehr überzeugend.

    Dennoch macht mich zuversichtlich, was ich von dir gelesen habe :)

    Auch, dass die Kreativität zurück kommt… das beruhigt mich! Manchmal dachte ich, mein wirkliches Wesen ist tot. Ertrunken.
    Und das könnte ich nicht mal übel nehmen, denn irgendwie ging’s mir ja genau darum. Nicht mehr fühlen.

    Allerliebste, verbundene Grüße 💚

    Oran-Gina ,


    genauso ging’s mir gestern: ich wollte gern auf alles eingehen, aber ich konnte nicht nur nichts mehr aufnehmen, sondern in meinen Kopf fehlten einfach die Worte, um zu antworten. Das bessert sich langsam ein wenig, aber in meiner trinkzeit war das Standard. Ich habe oft nichts in mir gefunden… kein Potenzial mehr, um mit anderen mitzuschwingen. Keine Zugriff auf mein mitfühlendes Wesen. Keine Worte.
    Gruselig.

    Den Auslöser möchte ich teilen.
    Das größte Potenzial für Angst in mir ist, wenn ich befürchte, meine Bezugsperson zu verlieren. Meine bedeutsamste Bezugsperson ist mein Partner.
    Ich schrieb schon, dass wir gerade in einer Trennung sind. Das ist für mein ganzes System eine Katastrophe.
    Gestern haben wir geredet. Dabei hat etwas diese kalte Verlustangst berührt.
    Eine Angst, die ich Traumakälte nenne.
    Sie kommt immer, wenn mein System einen Hinweis auf Verlust, unberührbarkeit oder kurz gesagt Trennung (im Sinne von Verbindung getrennt) erhält.

    Gestern war es wieder so weit.
    Ich war nur noch ein zitterndes Kind.
    Keine Mia, die 39 ist, einen fast erwachsenen Sohn hat.
    Ich konnte einige Momente nur noch an die Entspannung denken, die mir ein Bier gebracht hätte. Ein Bier, bei dem es nie bleibt.

    Aber und das geht an dich und ALLE, die hier bisher geschrieben haben:


    Ich hatte viele Sätze von euch im Kopf!
    An denen habe ich mich festgehalten.
    Sie haben in den letzten Tagen Sinn und leben für mich durch euch erhalten.
    Also wusste ich zum Beispiel, dass es mich stärkt, wenn ich diesen Moment ohne Alkohol überstehe.
    So bin ich mit dem Hund gelaufen.
    Und habe die Weinschorle bei einer Freundin abgelehnt. Und Zigaretten gekauft, ohne Bier mitzunehmen.

    Und später wurde das Gefühl leiser.
    ❤️Danke ❤️

    Honk danke, dass du das Thema Ängste und Alkohol als Dämpfer/ letztlich Verstärker nochmal aufgreifst.
    Es tut mir leid, dass du so einschneidende Dinge erlebt hast. Im Thema Trauma bin ich sehr drin.
    Leider kann ich sagen, dass Panikattacken und Ängste auch vollkommen frei von Alkohol so groß werden können, dass sie das ganze Leben einnehmen.
    Aber mit Gewissheit weiß ich auch: Alkohol macht es insgesamt so viel schlimmer. Kater und Entzugssymptome kicken da richtig rein.
    Und über das trinken ist es unmöglich, sich Strategien anzueignen, um mit der Angst umzugehen.

    Über die Vorstellung, dass du bald verreisen wirst freue ich mich 😊

    … sagt jemand, der noch nie geflogen ist.
    (Einmal bin ich aufgewacht, dachte ich sei jetzt eine Fliege Mia, Flug gebucht, von Freunden zum Flughafen gebracht worden- schließlich haben alle ein Video vom startenden Flugzeug bekommen, dass ich von der Terrasse aus gemacht hatte! Also vom Flugzeug, in dem Mia nicht drin saß, weil sie an der Sicherheitskontrolle Panik bekam und feststellte, sie ist doch noch keine „ich flieg mal kurz alleine nach xy“ Mia war😅🙈)

    Guten Tag, - FORTUNE - und lieben Dank für deine Denkanstöße!

    Ich habe eine beste Freundin, der ich mich immer zeigen kann, wie ich bin. Egal ob hässlich, süchtig, oder haltlos. Das ist viel wert. Deine Worte machen mir auch einmal mehr bewusst, wie wichtig ein Netzwerk ist. Manchmal vergesse ich, mich dafür zu engagieren, wenn ich so mit mir selbst beschäftigt bin. Ich möchte das aber als einen existenziellen Baustein in Erinnerung behalten. Ich brauche Verbindung mit anderen Menschen. Sei es hier im Forum, oder mit Freunden, auch über die Selbsthilfegruppe in der Nähe. Ich weiß, dass ich das für mein Herz brauche.
    In Therapie bin ich wegen der Panikattacken schon seit Jahren. Im Moment habe ich zum Glück nicht das Gefühl, dass sie zurückkommen. Etwas, für das ich wirklich dankbar sein kann, denn einige Jahre konnte ich nicht mal das Haus verlassen. (Jahre ohne Alkohol).

    Das Video mag ich heute Abend in der Wanne gerne ansehen.

    Ganz liebe Grüße ❤️

    Liebe Oran-Gina , danke für deine Zeit und einfühlsamen Zeilen!

    Dein besonderer Moment klingt für mich nach Gnade. Nicht von Gott (an den ich leider nicht glaube), sondern sowas wie Gnade des Lebens. Ich will nicht pathetisch klingen, aber einiger solche Momente hatte ich auch und weil man sich das nicht aussuchen kann, so sehr man sich auch bemühen mag, trifft das Wort es so gut für mich.
    (Zum Beispiel war so ein Augenblick, als ich endlich meinen Exmann loslassen konnte. Ich wollte das soooo lange, soooo sehr, weil es nur noch leidvoll war. Und plötzlich, nach Jahren innerer Verstrickung und betroffen sein von seinem Handeln… konnte ich ihn loslassen und eine ungemeine Erleichterung fühlen).

    Was du über das aufschreiben sagst, kann ich gut nachvollziehen und es inspiriert mich!
    Ich werde mir gleich ein Buch nehmen und darin eintragen, was sich für mich bisher in Bezug auf das ohne Alkohol sein als wertvoll erwiesen hat.

    Auch allem weiteren, was du schreibst, kann ich leicht folgen. All das ergibt viel Sinn für mich… unterscheiden, welcher Anteil in mir da gerade denkt (Sucht). Und auch mit der Entschlossenheit, von der du schreibst, kann ich langsam etwas anfangen- insofern, als das solche Gedanken in den letzten Tagen zum Glück in mir auch waren.

    Ich habe eine Vorstellung, was du mit Verstärkern meinst, aber bitte: würdest du mir dazu noch ein paar Worte schreiben?

    Danke und Herzensgrüße, Mia