Beiträge von Honk

    Ich wollte kurz ein Erlebnis von gestern erzählen, ich bestelle mir regelmäßig Getränke auf die Arbeit um dort nicht aus dem Hahn trinken zu müssen: Das will nämlich niemand.

    Und da kam der Bote vorbei, wir tauschten Kisten aus und eine Kollegin kam vorbei und meinte, als sie meinen kleinen Wagen mit dem Wasser und der Limo sah: "Du hast das Bier vergessen". und ich antwortete darauf: Ne, ich trinke keinen Alkohol.
    Was an der Antwort so besonderes gewesen ist, war die Normalität mit dem ich den Satz ausgesprochen hatte. Das ist mir erst hinterher aufgefallen, wie normal die Konversation gewesen ist. Für mich ganz normal und selbstverständlich.

    Normalerweise fühlte ich mich in solchen Situationen immer irgendwie innerlich unter Druck gesetzt, vielleicht auch ertappt, möglicherweise auch bereit in eine Rechtfertigung zu gehen, so, wie man sich oft irgendwie gerechtfertigt hatte oder der Meinung war, sich erklären zu müssen.

    Aber gestern kam der Satz von ganz alleine, aus mir selber heraus, ohne irgendwelche Nebengedanken. Der Satz und die Antwort gehörte einfach zu mir. Punkt.

    Und ich finde, ich fand das sehr schön, das ist für mich ein deutliches Zeichen auf dem Weg zu sein in ein Leben, wo die Abstinenz so etabliert, ohne betont werden zu müssen wo auch die Vergangenheit die Worte nicht mehr beeinflusst.

    Während ich so gerade auf der Couch sitze, kommt auch gerade der Gedanke zurück, vor nahezu exakt einem Jahr hatte ich meinen Koffer gepackt und bin meine dreiwöchige Auszeit angetreten, die im Endeffekt quasi die Initalzündung für das jetzt gewesen ist. Ich weiß noch, als ich dort in der Kurklinik am ersten Abend saß, in einem Raum der Stille, vor mir eine Tafel, die einlud, das Ziel für die kommenden Tage drauf zuschreiben.

    Und ich schrieb nur: "Gedanken tanken". Ich stand am ersten Tag am Strand, guckte auf der Wasser, atmete die Luft und sagte mir nur, "aus der Zeit machst Du was, Du gehst nicht mit leeren Händen hier weg. Hier entscheidet sich es."

    In der Rückschau betrachtet, habe ich wirklich alles umgesetzt, was nötig gewesen ist und vor allem noch mehr, soweit ich mich selber beurteilen kann, hab ich wirklich eine 180 Grad Drehung hingelegt und bin ganz neue Wege gegangen. Die Abstinenz hat noch einen Moment gedauert, aber die Basis dafür war fundamental gelegt, der Exit vorbereitet.

    Ich bin ernsthaft tief, tief dankbar dafür :)

    Schlafverbesserung ist was feines. Das klingt so unheimlich trivial, ich schlafe jetzt besser, aber in meinen Augen ist es ein echter Gamechanger. Gerade auch, weil man ja in der trinkenden Zeit so oft, oder eigentlich immer, wirklich beschissen geschlafen hatte. Und das Aufstehen und die ersten Stunden nach dem Aufstehen war erst recht beschissen.

    Und jetzt? Zeitig ins Bett, 7 - 9 Stunden später auf, kurz fertig machen, Tag startet, alles schön. Und der häufig unterschätzte Benefit, aus medizinischer Sicht gesehen, in einer erholsamen Nacht finden alle die kleineren und größeren Reparaturarbeiten am Körper statt, die Seele erholt sich etc....ihr merkt, ich bin mittlerweile ein echter Fan von Schlaf, weil er so wichtig ist.
    Im Sport heisst es nicht umsonst "eat train sleep repeat", dort ist Schlaf ein wesentlicher Baustein des Trainings, nicht ohne Grund.

    Übrigens, kurz am Rande, ich halte ja explizit eine sehr disziplinierte Schlafroutine ein - Punkt 21 Uhr ins Bett, 21:30 Uhr auf die Seite drehen und Augen zu, wenn ich am Wochenende durchs Eishockey diese Routine verändere, ich merk das sofort, mein Körper motzt richtig 😂. Ich stehe übrigens um 5 Uhr auf, deswegen "muss" ich so früh ins Bett.


    Zitat

    mache ich mich an den so wichtigen Baustein- der Suche nach „gesunden Strategien“. (Für Entspannung, Leichtigkeit, Beschäftigung, Selbstfürsorge).

    Gesundheit......☺️ Das klingt nach einem echt feinen Plan, bleib da auf jeden Fall dran. Ich finde das so wichtig und es ist auch notwendig, den Körper zu pflegen nach all den Jahren die man ihn wirklich auch mies behandelt hat. Der Körper braucht das sooooo dringend.
    Und ich verspreche Dir, Du wirst es merken, der Körper wird sich bei Dir bedanken durch viele Dinge, dass es ihm besser geht. Man muss da m.E. wirklich mit zuarbeiten und sich dem bewusst stellen, aber man bekommt das X-Fach zurück.

    Ohne Quark, draußen sind es jetzt knapp 7 Grad, dunkel, Nieselregen - ich werf mich gleich in die Radklamotten und fahre knapp 40 Minuten zur Arbeit und ich weiss jetzt schon, dass ich das total genießen werde. Für mich ist es so ein ganz neues Bewusstsein geworden, sich selber intensiv zu spüren und zu fühlen, wie der Körper arbeitet, wie wenig einem die Elemente anhaben können, wie leistungsfähig man sein kann.
    Das ist so meine eigene Art mit der Vergangenheit und den Dämonen abzuschließen als auch meinen Frieden - meine Zufriedenheit zu finden.
    Der Alkohol hat soviel vom eigenen Bewusstsein verschleiert dass ich so dieses "spüren von sich selber" wirklich absolut und tief zu schätzen weiss und auch sehr dankbar dafür bin.

    Ich weiß noch genau wie das ist, morgens um die Zeit verquollen in den Spiegel zu gucken und sich ggf. schwer verkatert ins Auto zu setzen.....das war einfach nur scheiße....mal ernsthaft. Richtig scheiße :/

    AmSee13 Das stimmt natürlich. Jeder stand mal an diesem Scheidepunkt, sonst hätte man die Entscheidung für sich und die Abstinenz nicht getroffen. Vollkommen richtig.

    Es geht hier auch gar nicht um den Weg, ob richtig falsch, das ist null mein Thema, sondern geht mir um Verständnis. Und da geht es nur um meine subjektive Sicht, ob ich mich mit meiner Suchtgeschichte hier richtig aufgehoben und verstanden fühle. So wie das halt auch in einer live SHG wäre. Es geht um das Gefühl, was mir vermittelt wird von meinen Mitmenschen.

    Das ist auf jeden Fall sehr mutig von Dir das zu machen. Ich hab ja etwas ähnliches vor, hatte ich ja glaub ich erzählt, allerdings auf anderen Füßen. Ich habe ja, wie sagt man das "Hands on" im Social Media Bereich / Marketing und bin gerade in einer längeren Planungsphase und wir machen gerade die ersten Testläufe im Bereich Podcast, Videoclips, Reels etc, aktuell produziere ich eine Fotostrecke dazu.

    Und, was ich so bemerkt habe in der Zeit, dass ich mich damit befasse, das man auch verdammt schnell Leuten auf den Schlips tritt als auch angefeindet wird. Das ist jetzt kein Bezug auf hier, sondern ich hab manchmal so das Gefühl, im Bereich Alkoholabstinez sind einige Platzhirsche unterwegs, die andere Wege und Sichten nicht so gerne sehen und das auch sehr klar äußern. Ich hab manchmal das Gefühl, es geht nicht um die Sache sondern um das Recht haben.
    Irgendwie echt komisch. Von daher mag ich ja die "Sober" Bewegung ganz gerne, das ist alles nicht so "dogmatisch", sag ich mal vorsichtig. Aber ich finds gut dass Du das machst, jeder Blinkwinkel ist wertvoll und ich würde Dir echt wünschen entweder irgendwo andocken zu können oder bau was eigenes auf, wo Du der Chef bist und niemand Dir reinreden kann, aus welchen unverständlichen Gründen auch immer.

    Sorry, dass die Moderation dazwischengrätscht. Folgende Regelung kommt von Alex: Der Podcast darf hier zwar vorgestellt werden, aber es darf keine Werbung gemacht werden und er darf nicht ins Forum eingebunden werden.

    Macht für mich überhaupt keinen Sinn die Ansage, aus verschiedensten Gründen nicht, aber da ich nur Gast bin und kein Gestalter / Owner / Verantwortlicher, halte ich mich da raus.

    Aber wenigstens gesagt haben wollte ich es.

    Guten Morgen rent Ja, ich werde meinen Stiefel durchziehen, denn mein Ansatz ist ein ganz Anderer…ich möchte erklären, wie Sucht funktioniert. Ich stelle mich selbst als Beispiel zur Verfügung und möchte dem Hörer die Möglichkeit zur Reflektion geben. Im Endeffekt möchte ich zeigen, wie Therapie funktioniert und wo man als Betroffener hinschauen muss, wenn man wirklich für sich weiterkommen möchte.

    Meine Gedanken dazu, Sucht ist nicht linear und gleich abzubilden. Als auch therapeutische Ansätze funktionieren bei jedem Menschen unterschiedlich.

    Ich berichte nur auf meiner Warte, ich habe ganz lange, sehr lange gebraucht um mir selber einzugestehen, ich habe ein Problem mit Alkohol. Und wie ich schon beschrieb, ich stand ziemlich an der Klippe, die Jahre davon waren viel von tiefen, depressiven Verstimmungen geprägt. Eigentlich war mein Alltag ein Dauerkater, der nur das durch Trinken ganz kurz wieder "normal" wurde, meistens abends - kurz, bis der Pegel schnell so hoch wurde, das ich wieder traurig war.

    Meine größte Hemmschwelle war es, die Alkoholsucht anzunehmen, weil ich ehrlich gesagt Angst vor dem "Danach" hatte. Ich konnte mir nicht vorstellen, Therapie zu machen. Warum? Weil alles, was ich darüber an Informationen bekam, negativ war. Ich konnte mir nicht vorstellen, diesen Weg zu gehen.
    Und ich wurde ja in meiner Meinung bestärkt, indem ich in meinen ersten Berührungspunkten, in Online-SHG´s, ordentlich auf die Mütze bekam. Und ich möchte ganz klar hier sagen, wenn ich zu dem Zeitpunkt irgendwo mehrfach gelesen hätte, ich könne nicht mehr Glücklich sein, Glück wäre nur ein kurzer Rausch: Ich würde heute noch trinken, ich weiß nicht wo ich heute wäre und wäre vermutlich auf dem Weg, alles wegzuwerfen.

    Wieder glücklich zu sein, ich selber zu sein, mich intensivst zu fühlen und zu spüren war mein größter Wunsch und mein Hauptantrieb den Alkohol liegen zu lassen. Glück und Rausch gleichzusetzen finde ich überhaupt nicht richtig. Rausch ist ein Augenblick, Glück ein anstrebender Dauerzustand.

    Aber ich erkenne absolut an, deswegen auch mein erster Satz, das jeder Mensch anders ist. Jeder geht mit Sucht und Abstinenz anders um, braucht andere Eckpfeiler und Ankerpunkte. Dinge, die ihm wichtig sind. Ich könnte mir vorstellen, das Suchtbearbeitung bei weitem stärker individualisiert werden könnte, ggf. auch sollte, weil auch die Suchtphasen und Suchtiefen m.E. ganz unterschiedlich sind.

    Ich habe eine Weile gebraucht um festzustellen, dass mein Weg individuell ist, nicht jeder auf die "GuteLauneBärUltraSportler" - Einstellung vom Honk anspricht.
    Aber dennoch hat meine Art der Suchtbewältigung Raum verdient, ich bin mir sicher, ich würde, ordentlich zusammengefasst, mit meiner Einstellung und Verarbeitungsweise Menschen ansprechen. Aber nicht jeden.

    Deswegen finde ich den Ansatz, dass Du Therapie erklären willst und Betroffenen zeigen möchtest, ein schwieriges Projekt, weil es das Potential hat, Leute zu verschrecken und abzuhalten.
    Ich bin ja auch fest der Meinung, alkoholsucht ist viel zu schambehaftet als auch viel zu etabliert in der Gesellschaft, es braucht mehr Aufklärung und Lifestyle um über Alkohol aufzuklären. "Soberness" muss cool werden. Auf "Rehab" gehen, kein Tabu sein sondern beklatsch werden.

    Und dafür stehe ich eben halt, weil ich feststelle: Nüchtern ist so geil und macht soviel Spaß, ich hab mein Leben wieder :) Und da kommt noch einiges auf mich zu und da freue ich mich tierisch drauf :)

    VG!

    Ich kann das voll verstehen, dass dich der positive Ansatz bei N. Stüben abgeholt hat. Aber es bildet halt nicht die Wirklichkeit ab und genau das möchte ich versuchen mit meinem Podcast einzufangen. Ich stelle mich auch nicht hin und prangere den Alkohol an…würde mir im Leben nicht einfallen, weil ich nunmal weiß, wie geil der Rausch ist…ich möchte den Hörer anhand meiner Geschichte Raum zum Reflektieren geben, sofern er das Angebot annimmt, um für sich eigene Schlüsse ziehen zu können. Die intrinsische Motivation ist immer noch die beste Motivation. 😊

    Das es nicht die Wirklichkeit abbildet würde ich nicht sagen. Ich würde eher sagen, dass jeder selber seinen eigenen individuellen Weg finden muss. Ich muss dazu jetzt sagen, ich habe deine Geschichte (noch) nicht gehört, aber jede Folge bei Stüben. Und damit vergleichend auf meine individuelle Geschichte finde ich mich bei Stüben an ganz vielen Stellen schon sehr wieder. Ob das bei Dir dann auch so sein wird, wird sich zeigen.

    Aber eigentlich ist das auch gar nicht wichtig, für mein Empfinden. Ich bin mittlerweile der Auffassung, es gibt nicht DEN Weg. Es gibt viele Wege und die sind sehr individuell. Und alle Wege, sofern sie erfolgreich sind, sind richtig. Dogmatismus widerum halte ich für falsch.

    Auf meine Suchtgeschicht(en) bezogen habe ich einige Mittel zur Bewältigung herbeigezogen, wo ggf. einige Therapeuten die Hände über den Kopf zusammengeschlagen hätten, es hat aber funktioniert.

    Ein kleines Beispiel, beim Rauchstopp damals bin ich mindestens 1/2 Jahr lang mit einer Schachtel Kippen in der Jacke durch die Gegend gelaufen, beim Trinkstopp eine Woche mit einer Flasche billigsten Wodka im Rucksack.
    Warum billigster Wodka? Ich habe mich selber an die Schwelle gestellt. Der billige Wodka war für mich das Symbol für einen wirklichen, nicht aufzuhaltenden Absturz. Und ich habe mich damit selber konfrontiert, will ich den Schritt machen und mir diesen Fusel an den Hals setzen oder will ich was anderes? Und zwar genau das Gegenteil: Leben, Gesundheit, Lifestyle, Glück.

    Und ich hab mich dann glücklichweise für das letzte entschieden. Ich hab auch keine Reha gemacht sondern mich vorher, vor dem Trinkstopp, schon intensiv mit mir auseinandergesetzt und den Exit vorbereitet.
    Also im Vergleich zu herkömmlichen Wegen habe ich meine Abstinenz vorbereitet und nicht "nachbereitet". Ich war mir tief meiner Selbst bewusst.

    Vielleicht ist das auch ein Grund, warum mir die Abstinenz dann ziemlich leicht gefallen ist, was aber auch einherging mit einem großem Lebenswandel und Umstellung im Alltag. Der Honk von damals, trinkend und heute sind zwei komplett andere Menschen. Und ich bin erst auf dem Weg und lange nicht angekommen.
    Ich bin mit diesem Selbstbewusstein meines Tuns, als ich mich öffnete, ziemlich angeschlagen und habe echt einstecken müssen und meine Überzeugungen wurden extrem in Frage gestellt.

    Aber, auch diese Tiefschläge habe mich motiviert und ich habe mich nicht beirren lassen. Und, Stand heute, geht es mir ziemlich gut, muss ich sagen.

    Aber wie oben gesagt, das ist eine ganz individuelle Geschichte und nicht umlegbar auf andere Menschen. Meine Motivation ist nicht deckungsgleich mit anderen Menschen.

    Wichtig ist aber, es hat funktioniert und im Endeffekt ist es einfach egal, wer den richtigen Weg hat, wichtig ist, das der Weg für die individuelle Person funktioniert.

    Und bei manchen Menschen hilft keine Motiviation oder Therapie sondern nur der pure Wille und dem aus dem Weg gehen jeglicher Konfrontation mit Alkohol oder anderen Substanzen.

    VG!

    An dieser Stelle wollte ich einmal kurz quasi eine "Schreib-Abstinenz" ankündigen. Das liegt grundlegend daran, dass ich die nächsten Wochen ein größeres, öffentliches Projekt vor der Brust habe in dem ich mich enagieren werde bzw. dieses auch schon tue.
    Und neben Beruf, Privatleben und dem Engagement etc. bleibt einfach nicht soviel Zeit um hier in Themen tief einzusteigen. Ich werde zwar, wenn es passt, hier und da meinen Senf dazugeben, aber Raum für die Beteiligung an größeren Themen hab ich gerade leider nicht.

    Wenn es an der spezifischen Alk-Front ein Thema gibt, werd ich natürlich weiter hier "bloggen".

    Bis später!

    Chance, andere zu inspirieren und ihnen vielleicht Mut zu machen, das mal näher kennenzulernen.

    Noch zu dem „in den Köpfen anderer Menschen sein“:

    Das oder vielmehr die Problematik, die damit u.U. verbunden ist, ist so ein Thema, das mich auch schon eine Weile beschäftigt.
    Wenn du magst, können wir uns darüber bei Gelegenheit mal austauschen.

    Eine Problematik sehe ich zum Beispiel, wenn man dabei von falschen oder unpräzisen Vorstellungen ausgeht. Ich selbst habe mich stets daran gestört, wenn man mich in eine Schublade gepackt hat, in die ich meiner eigenen Wahrnehmung nach überhaupt nicht gehöre.
    Im anderen Forum ist mir das zum Beispiel passiert, aber nicht nur dort. Mitunter war das ziemlich kränkend.

    Ich würde mein persönliches Bestreben nicht zum Thema machen wollen.

    Zitat

    Ein anderer Gedanke: Bist du damit nicht wieder in den Köpfen anderer Menschen?

    Ich frage mich, warum dir das so wichtig ist, aus welchen Gründen andere Menschen sich u.U. so schwer tun? Spielt das denn für DICH wirklich eine Rolle?

    Ich überlege gerade wie ich darauf antworten soll, was ich aber fühle ist, dass ich mich nicht dafür rechtfertigen muss. Als auch nicht erklären muss. Was ich als sehr stark in mir erachte, den sehr positiven Lebenswandel den ich durchmache, durchaus auf einer breiten Plattform zu teilen. Diesen Gedanken habe ich übrigens schon von Anfang an. Und ja, in bin in den Köpfen anderer Menschen weil ich das möchte und für richtig finde. Und weil es mich auch psychologischer Sicht sehr interessiert.

    Und es ist ja in keiner Weise nachteilig oder etwas schlechtes daran, ein positives Mindset unter die Leute zu bringen. Wer sich damit nicht identifizieren kann oder will, braucht es nicht.

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    eine Gedanken dazu: Wie wär’s, wenn du die, bei denen du dieses Gefühl hast, einfach mal danach fragst?

    Das mache ich ja, durchaus auch hier. wie man merkt. Und auch an anderen Stellen.

    Ich hab einige Jahre lang aus Trainingsgründen jeglichen Alkohol, Medikamente oder Supplemente ausgeschlossen weil ich auf nem Puristen Trip war. Ich hab Niemanden erklärt oder an den Kopf geworfen warum ich so lebe und mir ist aufgefallen das Du gerade bei Feierlichkeiten "schief" angeschaut wirst wenn Du nichts trinkst. Gelegentliches Trinken ist abgesehen von Suchtpotential eben auch eine soziale Aktivität. Gläschen hier und da. Und Du stehst nunmal aus der Reihe wenn Du jeden Drink kategorisch ablehnst. Ich hab mir dann angewöhnt einfach nen Drink zu nehmen und stehenzulassen oder so zu tun als ob ich dran nippe.

    Moin,

    und das finde ich spannend und trifft u.a. ein Kern meiner Aussage. Du hast / hattest einen guten Grund aufzuhören. Für Dich persönlich. Aber Du hast Dich entschieden, das Game des Trinkenden, das Bild des Alkoholkonsumenten aufrechtzuerhalten.Und da frage mittlerweile ernsthaft: Tut das not? Warum noch einmal sollen "wir" uns verstecken? Also warum soll ein jeder, der einfach nicht trinken mag, egal aus welchem Grund, sich verstecken?

    Warum sagen wir nicht klipp und klar: Nein, Danke, Punkt.

    Natürlich gibt es ab und zu dämliche Sprüche, das wurde hier auch ja auch schon gesagt, auf der anderen Seite gibt es Leute, die haben sich irgendwelche Sprüche noch nie anhöre müssen.

    Ich für meinen Teil musste mir auch einige Sprüche anhören, habe mich anfänglich hinter ausweichenden Antworten versteckt, jetzt aber stehe ich klipp und klar dazu. Ohne Kompromisse, aber auch ohne Druck, mich erklären zu müssen, warum.
    Wobei, wenn jemand nachfragt, je nach Person, sag ich schon mein Grund auf: Veränderte Ernährungsweise und da passt kein Alkohol mehr rein. Punkt.

    Ich weiß nicht, ich habe so das Gefühl, das bei manchem Menschen, die aufgehört haben zu trinken und bei denen möglicherweise die Vergangenheit schwierig im Bezug auf Alkohol gewesen ist, oftmals ein "Kreuz" mit sich tragen und ewig Buße tun müssen.

    Also ich bin ganz froh, Natalie Stüben forscht gerade im Rahmen ihrer Doktorarbeit zum Bereich Graubereichsalkoholiker - wo dieser auch immer aufhört oder anfängt und klärt mehr und mehr auf, das ein Verzicht / ein Trinkstopp absolut kein "Tabu" sein sollte, sondern ganz einfach normal.

    Und hinter dieser Aussage stehe ich auch. Warum sollte ich nicht öffentlich sagen, das mir ein Nichtkonsum eines Produktes verdammt gut tut? Das heisst ja nicht, man muss einen Seelenstreaptease ablegen um sich zu erklären aber ich fände es schon echt gut, wenn mehr und mehr Selbstbewusstsein beim Nein - danke käme und kein Schuldgefühl.

    Hey Leute ich BIN Samsa und 30 Jahre alt ich wohne mit meinem Partner seit einem halben Jahr zusammen und er ist alkoholkrank. er hat es teilweise sehr gut im Griff aber immer wieder kommen Tage wo er mehr trinkt und ich versuche dann mit ihm darüber zu reden aber es ist als ob ich mit einer Wand spreche.

    Liebe Grüße Samsa.

    Hallo Samsa,

    herzlich willkommen im Forum und ich wünsche Dir einen guten Austausch!

    Was ich Dir aus meiner Geschichte mitgeben kann ist leider nur, dass man eine Alkoholkrankeit nicht im Griff hat / haben kann, solange der Betroffene trinkt. Das ist leider so und ich musste das auch selber an mir feststellen als auch eingestehen.
    Und auch eine weitere, ja leider auch bittere Erkenntnis ist, mein Umfeld, meine Familie konnte an meinem Konsum nichts verändern. Egal wieviel Sorgen sie sich gemacht haben, egal ob sie mich angesprochen haben, es konnte nichts an meinem Verhalten ändern.
    Auch wenn ich in mir wußte, es ist nicht richtig was ich da tat und meine Familie / Umfeld hatte mit jeder Silbe der Kritik und Ansprache recht, ich kam einfach nicht vom Alkohol los und konnte leider auch keine Motivation aus den Ansprachen gewinnen.
    Einzig und alleine meine eigene Überzeugung und mein Wille zur Abstinenz konnten den Kreislauf stoppen.

    Du schreibst auch selber:

    Zitat

    Ich selber trinke auch Alkohol aber ich brauche es nicht jeden Tag und weis wo meine Grenze ist.

    Nur ein Gedankenspiel, es kommt jemand zu Dir und sagt, dein Verhalten wäre bedenklich und die Person würde sagen, Du würdest deine Grenzen doch überschreiten. Würdest Du sofort und für immer aufhören?

    Guten Morgen,

    ich habe den, in der Tat aus einem emotionalen Fluss entstanden Text von mir, noch einmal sacken lassen. Als auch eure Beiträge gelesen.

    Ich werde das Thema beizeiten mal breiter ausrollen, aber dazu muss ich mich ein wenig vorbereiten. Da sich aber gerade eine andere Baustelle aufgetan hat, in der ich meine "Schreibenskraft" investieren muss, muss das noch ein wenig warten.

    VG!

    Ich beziehe mich hier auf ein "Phänomen", was mir immer wieder begegnet und zwar das öffentliche "Bekenntnis" zu seiner Abstinenz in der Öffentlichkeit. Und ich meine nicht damit, der Welt nun mitzuteilen dass man ein Alkoholproblem hat oder hatte, sondern das man schlicht und einfach es selber für normal erachtet KEINEN Alkohol zu trinken und dieses auch mitzuteilen.

    An einer andere Stelle habe ich das gerade gelesen und ich wundere mich gerade. Da geht es in dem Fall um die Nachfrage wie man sich verhalten soll, wenn man zu einer Weihnachtsfeier eingeladen wird. Es geht nicht darum getriggert zu werden sondern das man sich augenscheinlich "schämt" Alkohol abzulehnen. Und auch die Ratschläge zu dem Thema gehen in die Richtung, sich entweder eine Ausrede einfallen zu lassen oder ggf. die Veranstaltung zu meiden.

    Und ich frage mich wirklich ernsthaft, weil ich das schon oft mitbekommen habe, warum ist das Nichttrinken nicht normal? Warum scheint es so zu sein, das abstinente Menschen anscheinend oft in einer "Scham"-Ecke sitzen und sich (gezwungen fühlen?) rechtfertigen, KEINEN Alkohol (mehr) zu trinken und ganz viel Wert darauf legen was das Umfeld denkt. Und vor allem auch noch das Umfeld, was oftmals selber konsumiert und ggf. sogar problematisch konsumiert.

    Ich würde meinen Teil habe in meinem Kopf den Gedanken etabliert, es gibt nur ein Personenkreis, die das Recht haben KÖNNTEN, meinen (ehemaligen) Alkoholkonsum in irgendeiner Weise zu kommentieren: Das sind die Leute, die selber keinen Alkohol trinken und von daher eine ganz andere Sichtweise auf mich haben.

    Allen anderen, und besonders die Leute, die bei besonderen Zusammenkünften selber Alkohol konsumieren und das nicht zu knapp, habe doch faktisch überhaupt kein Recht dazu, über mich zu urteilen, weil sie selber mitten drin stecken? Im Gegenteil sogar, wenn ich dazu stehe, KEINEN Alkohol mehr zu trinken, aus welchen Gründen auch immer, bin ich den trinkenden Menschen in meiner Entscheidung und Entwicklung doch einen riesigen Schritt voraus. Ich habe für mich erkannt, das mir Alkohol nicht gut tut. Und Alkohol tut niemanden gut, das ist doch Fakt.

    Ich habe mich auch eine Zeitlang dem Gedanken hingegeben, mich in irgendeiner Weise schuldig zu fühlen oder mich "schämen" zu müssen, weil ich wohl mit Alkohol nicht umgehen kann. Und dann kam ich aber schnell zu der Erkenntnis: ICH bin die Person, die mit Alkohol umgehen kann, denn ich trinke ihn nicht mehr. ALLE anderen, die mit einem Bier in der Hand meinen Konsum meinen kommentieren zu müssen, DIE können nicht mit Alkohol umgehen. Denn wer meint, den NICHT-Konsum einer Droge negativ oder abwertend kommentieren zu müssen, relativiert und verharmlost SEINEN Konsum.

    Ich stehe mittlerweile wirklich standhaft dafür, als NTM -> Nicht Trinkender Mensch - selbstbewusst zu agieren und sich nicht zu verstecken. Es gibt NICHTS wofür man sich verstecken müsste. Wenn ich auf einer Weihnachtsfeier mal wieder Scheisse gebaut habe und dem Chef auf den Schreibtisch gekotzt habe, das ist KEINE lustige Geschichte. Wenn ich besoffen meine Freundin tätlich angegangen bin oder wieder X-WhatsAPP der Schande geschrieben haben, ist das NICHTS zum lachen. Wenn ich besoffen neben einem komischen Menschen im Bett aufgewacht bin und mir am nächsten Morgen deswegen nicht in die Augen gucken kann, muss ich im Boden versinken. Und nicht die Person, die in voller Willensentscheidung - weil nicht vernebelt in der Birne, andere, sinnvolle Entscheidungen getroffen hat.

    Ich weiß nicht Leute, wir NTM, und es ist echt egal warum man ein NTM ist, müssen echt mal aus der Ecke raus als ob WIR etwas falsch gemacht haben. Diese gesellschaftlich etablierte Annahme oder Scham ist so verlogen und falsch, da kräuseln sich bei mir echt die Fussnägel.

    Es wird echt Zeit das sich Abstinenz wirklich etabliert und das neue Normal wird. Und nicht das saufen an jeder Ecke.

    Honk

    Etwas verwirrend und beängstigend ist, dass es mir körperlich unverändert nicht besonders gut geht. Ich habe Probleme mit Hals und Lunge und bin wahnsinnig abgeschlagen.
    Deswegen ist der Gedanke „ich muss unbedingt aufhören zu trinken“ im Moment gleich durchs nächste abgelöst „ich muss unbedingt aufhören zu rauchen!“ …

    Aber ich halte an meinem Plan fest, eins nach dem anderen. Ich will mich nicht überfordern.

    Danke, dass du nachgefragt hast 🤗


    Meine ganz neutrale Meinung: Guck Dir die nächste Kippe an und frag Dich, ob Du die nächste wirklich rauchen willst. Also mal ganz ehrlich, warum denn nicht? Also beides lassen? Was soll denn passieren, außer, dass Du ggf. bei zum starken Suchtdruck dem Rauchen auf jedem Fall nach gibst und keines Falles dem Alkohol. Die Einstellung muss auf jeden Fall gesetzt sein.
    Also, ich will Dich in keiner Weise dahin reden, die Antwort dazu hast Du selber in Deinem Kopf. Ich hab mit beidem aufgehört, allerdings nicht gleichzeitig. Wobei mir der Nikotinentzug viel viel schwerer gefallen ist als der Alkohol. Ich kann da stundenlang von erzählen. Auf der anderen Seite hab ich von den Erfahrungen vom Nikotinentzug sehr profitiert, das hat mir beim Alkohol geholfen, weil ich da die selben Strategien anwenden konnte.
    Also, in meiner Wagschale wäre ich immer "Vorteile / Nachteile / Konsequenzen" ab. Gleichzeitig bin ich ein Typ, wenn ich eh ganz unten bin, dann kann ich da noch eine Schippe draufwerfen, denn die Aussicht, dass es nur noch besser werden KANN, ist gesetzt.

    Ich würde für meinen Kopf die Befürchtung haben, dass das Rauchen weiter das Suchtgedächnis befeuert und mich der Alkohol auch weiter triggert.

    Ich persönlich denke, und jetzt lege ich mich weit aus dem Fenster, wer mit Alkohol aufgehört hat, aber weiter raucht, hat die eigentliche Suchtproblematik nicht überwunden und ist stärker rückfallgefährdet als jemand, der mit beidem aufgehört und verarbeitet hat.

    Wie gesagt, ich schreib da nur ganz ehrlich meine Gedanken runter, die Antwort ist selber in Dir. Es ist natürlich auch total möglich dass Du auf jeden Fall "Step by Step" an die Sache rangehen solltest, mit den Gedanken aber schon ein wichtiges Samenkorn gelegt hast.

    Zum Thema Strategien beim Rauchentzug, Entwöhnung kann ich gerne einmal ausführlich was schreiben, denn ich empfand, wie oben schon gesagt, das Rauchen als deutlich schwieriger und komplexer.

    Aber ganz wichtig: Mit dem Rauchen aufhören lohnt sich sowas von :)

    Alles Gute!