Ich wollte kurz ein Erlebnis von gestern erzählen, ich bestelle mir regelmäßig Getränke auf die Arbeit um dort nicht aus dem Hahn trinken zu müssen: Das will nämlich niemand.
Und da kam der Bote vorbei, wir tauschten Kisten aus und eine Kollegin kam vorbei und meinte, als sie meinen kleinen Wagen mit dem Wasser und der Limo sah: "Du hast das Bier vergessen". und ich antwortete darauf: Ne, ich trinke keinen Alkohol.
Was an der Antwort so besonderes gewesen ist, war die Normalität mit dem ich den Satz ausgesprochen hatte. Das ist mir erst hinterher aufgefallen, wie normal die Konversation gewesen ist. Für mich ganz normal und selbstverständlich.
Normalerweise fühlte ich mich in solchen Situationen immer irgendwie innerlich unter Druck gesetzt, vielleicht auch ertappt, möglicherweise auch bereit in eine Rechtfertigung zu gehen, so, wie man sich oft irgendwie gerechtfertigt hatte oder der Meinung war, sich erklären zu müssen.
Aber gestern kam der Satz von ganz alleine, aus mir selber heraus, ohne irgendwelche Nebengedanken. Der Satz und die Antwort gehörte einfach zu mir. Punkt.
Und ich finde, ich fand das sehr schön, das ist für mich ein deutliches Zeichen auf dem Weg zu sein in ein Leben, wo die Abstinenz so etabliert, ohne betont werden zu müssen wo auch die Vergangenheit die Worte nicht mehr beeinflusst.
Während ich so gerade auf der Couch sitze, kommt auch gerade der Gedanke zurück, vor nahezu exakt einem Jahr hatte ich meinen Koffer gepackt und bin meine dreiwöchige Auszeit angetreten, die im Endeffekt quasi die Initalzündung für das jetzt gewesen ist. Ich weiß noch, als ich dort in der Kurklinik am ersten Abend saß, in einem Raum der Stille, vor mir eine Tafel, die einlud, das Ziel für die kommenden Tage drauf zuschreiben.
Und ich schrieb nur: "Gedanken tanken". Ich stand am ersten Tag am Strand, guckte auf der Wasser, atmete die Luft und sagte mir nur, "aus der Zeit machst Du was, Du gehst nicht mit leeren Händen hier weg. Hier entscheidet sich es."
In der Rückschau betrachtet, habe ich wirklich alles umgesetzt, was nötig gewesen ist und vor allem noch mehr, soweit ich mich selber beurteilen kann, hab ich wirklich eine 180 Grad Drehung hingelegt und bin ganz neue Wege gegangen. Die Abstinenz hat noch einen Moment gedauert, aber die Basis dafür war fundamental gelegt, der Exit vorbereitet.
Ich bin ernsthaft tief, tief dankbar dafür ![]()