Beiträge von Paul

    ich denke, dass ist vor allem auch eine Kopfsache.

    Wenn ich wüsste, ...

    Ich bin ebenfalls der Überzeugung, das der Kopf, daß was wir denken, die entscheidene Rolle spielt.

    Was wir womit verbinden (gedanklich) und was wir uns antainierten über die Jahre, gerade im Kopf. Einem ehem. Biertrinker, der Wein nie mochte, wird Wein wenig bis gar nicht triggern, nur eventuell das Wort, das Wissen, das da Alkohol enthalten ist.

    Manche vermeiden Kefir (in dem "Wissen" ...), essen aber bedenkenlos sehr reife Früchte, wie Bananen u.ä., die auf Grund der natürlichen Gährung ebenfalls geringe Mengen Alkohol enthalten. Mozartkugeln, Schwarzwälder Kirschtorte u.a. enthalten ebenfalls geringe Mengen Alkohol - wüssten wir dieses nicht, würden wir es dann bemerken?

    Die Antwort wird sicher so individuell ausfallen, wie das Geschmacksempfinden eines jeden Einzelnen bzw. das was er glaubt zu schmecken.

    Am Anfang der Abstinenz triggerte mich jeder Schei** ... Bilder im Fernsehen, der Anblick von geschlossenen Alkoholflaschen im Supermarkt, selbst leere Bierflaschen beflügelten meine Gedanken ... optische Reize, Gedanken an Bier und Co., auch ohne optische Reize.

    Ähnlich dem Pawlowschen Hund, dem beim ertönen des Glöckchens der Speichel fließt, floß auch bei mir der Speichel, die Erwartungshaltung erwachte.

    Heute passiert bei mir nichts mehr ... keine Erwartungshaltung, keine Gier, keine Furcht ... "wenn das Glöckchen schellt", über die Monate, Jahre verschwand diese Verknüpfung in meinem Gehirn.

    Auch redete ich mir immer wieder ein, suggerierte mir, Alkohol fehle mir nicht ... es macht mir nichts aus u.ä.. Fragte mich sogar: warum fehlt mir kein Kokain, Cannabis oder Heroin?

    Richtig, ich kannte diese Stoffe nicht, verband mit ihnen keine positiven Erwartungen, im Gegenteil. Auch den angeblichen Verzichts-Gedanken loszuwerden, dauerte bei mir eine Weile.

    mich triggert das zum Glück gar nicht. Eigentlich hilft es mir sogar.

    Starke Frau!:thumbup:

    Ich benötigte Wochen, um mich erstmal in die Nähe von Alkoholika (im Supermarkt) zu wagen. Heute lässt mich das auch alles kalt. Da gibt es wohl große Unterschiede zwischen Sucht und Sucht.

    Als ich heute morgen deine kurze Antwort las wusste ich ehrlich nicht was antworten.  

    Das war beabsichtigt ... ein Schelm, der Böses dabei denkt!

    Ich liebe Fabeln/Geschichten, verstehe sie sogar ... alles was dir/mir/uns als selbstverständlich erscheint, verliert schell an Bedeutung, erst wenn es rar wird, weiß man es zu schätzen.

    Sei es die Gesundheit oder das Augenlicht.

    Hallo Tiffy,

    ja, das ist schon manchmal (oft) krass, wie Alkohol trinkende Menschen reagieren, wenn man höflich ablehnt, nur um ihren eigenen Konsum zu rechtfertigen, meist nie in böser Absicht oder mit eventuellen Hintergedanken.

    Ich teilte meinen lieben Mitbürgern (Nichtabstinenzlern) ganz einfach mit, ich mache ein alkoholfreies Jahr, versuche es zumindest, ich wolle herausbekommen ob ich das schaffe.

    Selten fragte einer nach und wenn doch, wurde es meist ein sehr interessantes Gepräch.

    Was genau gewinnst du durch deine Nüchternheit?

    Ich kann deinen Satz bestätigen, aber es fällt mir schwer ,meinen Mehrgewinn zu definieren.

    Es ist eine Mischung aus : Freiheit, Echtheit (?), keine Verklärung mehr , Wohlbefinden, Authentizität.

    Das ist doch die Frage, um die sich alles dreht, die entscheidene: was gewinnt man?

    Was verbessert sich, was wird schlechter?

    Objektiv betrachtet, also sachlich, unter Ausschluss jeglicher Gefühle, ändert sich sehr viel, die Gesundheit verbessert sich, nicht schlagartig, aber merklich, man bemerkt viel mehr Dinge ... Situationen, Ursachen, auch seine eigenen Fehler, Unzulänglichkeiten - das wiederum beeinflusst entscheidend unsere Gefühle, diese wiederum entscheiden über unser Wohlbefinden (gut oder schlecht).

    Daraus resultiert, fühle ich mich wohl, obwohl ich weiß, dass es mir schadet, letztendlich, empfinde ich es als gut, angenehm (Gefühl). Das kennt jeder Trinker, Raucher, "Süssigkeitsvernichter" etc..

    Erst wenn ich merklichen Schaden nehme, Schaden, den ich nicht mehr vertuschen, betäuben, verheimlichen kann, erfolgt ein Umdenken, das würde bedeuten, erst wenn das negative Gefühl (Tiefpunkt, Schmerz, Krankheit, Isolation, Ausgegrenztwerden ...) das positive Gefühl überwiegt, würde ein Abhängiger zum Umdenken bewegt.

    Nun könnte man behaupten, es sei Dummheit. Warum tut man also Dinge, wissentlich (!), von denen man weiß, dass sie schädlich sind, sogar existenzbedrohend?

    Weil sie ein angenehmes Gefühl erzeugen, also im ersten Moment für gut empfunden werden?

    Oft liest man hier " die Gesellschaft ..." -> Prägung, Wertebestimmung, Anpassungsverhalten (um eben nicht negativ aufzufallen) - all das bestimmt im wesentlichen unser Verhalten, unser Handeln, unser Tun, sogar unsere Gefühlswelt (aus der Wechselwirkung resultierend) = passe ich mich nicht an, werde ich ausgegrenzt = unangenehmes Gefühl, egal, ob in der Jugendgruppe, der Familie etc.pp.

    Das bedeutet, ich passe mich an, um nicht ausgegrenzt zu werden - so fing bei vielen der Alkoholeinstieg an, bei mir jedenfalls, dann bemerkt man die angenehm sedierende Wirkung des Rauschmittels, der Beginn der Sucht ist geboren - erzeugt angenehmes Gefühl, Probleme weg = gut.

    Erst mit "dem Tiefpunkt", wenn's richtig unangenehm wird und auch bleibt, setzt ein Umdenken ein und da beginnen dann die Probleme - jahrelang antrainierte Gefühle gegen Vernunft.

    Wann ist der Ausstieg möglich? Wenn ich das begriffen habe.

    Entwöhnung, vor allem die psychische (weg von der Gewohnheit) ist ein anderes Kapitel.

    Auch die Vorstellung, dass man nie wieder etwas trinkt verunsichert mich. Gibt es hier Leute, die wieder einen gesunden Umgang mit Alkohol nach einer gewissen Zeit haben?

    Warum stellt sich niemand die Frage nach einem gesunden Umgang mit Cannabis, LSD, Ecstasy, Nikotin oder anderen Nervengiften??

    Ich nahm mir fest vor mindestens 1 Jahr auf Alkohol zu verzichten, nach ca. einem halben Jahr bemerkte ich, das ich eigentlich (!) auf gar nichts verzichtete, außer vielleicht auf den morgendlichen Kater, das unendlich wegzubringende Leergut, das schlechte Gewissen und die Unsicherheit, ob es am nächsten Tag einer merkt, das ich noch ganz schön "verzaubert" bin.

    Auch von mir ein freundliches HALLO, liebe Lala.

    Ich kann mich noch sehr gut erinnern, an die ersten Tage meiner Abstinenz ... die Gefühle spielten verrückt, ich schwankte immer zwischen Aushalten und Nachgeben. Ich hatte mich vorbereitet, die Wohnung war 100% alkoholfrei, alle Lager/Verstecke waren geleert.

    Ich hatte mich entschieden! Ich wusste, die Sucht wohnt in meinem Kopf, jedenfalls redete ich mir das immer wieder ein.

    Ich wusste und hoffte, dieser "Suchtdruck" lässt mit der Zeit nach, ich zählte die Tage ...' wer 3 Tage schafft, schafft auch eine Woche, wer eine Woche schafft, schafft auch 14 Tage ' u.s.w., so hangelte ich mich von Tag zu Tag.

    Besonders am Abend (übliche Trinkhochzeit) musste ich mich ablenken, auch trank ich literweise Tee, allein um den Körper zu bechäftigen, klar musste ich pieseln wie ein Stier, doch mit jedem alkoholfreien Tag stiegt mein Selbstbewusstsein, auch war ich stolz auf mich.

    Über die möglichen Gefahren eines kalten Entzuges machte ich mir keine Sorgen, sehr fahrlässig, ich weiß.

    Nach einem Monat des "Kampfes", der Versuchung zu widerstehen, war ich stolz wie Bolle! Doch die Gedanken waren noch lange nicht aus meinem Kopf, plötzlich fiel mir auf, wie viel "im Fernseher" gesoffen/getrunken wird - das triggerte mich! Auch wenn ich mich den Alkoholregalen im Supermarkt näherte, erwachte das Suchtverlangen in mir. Mir half nur permanentes Fernhalten oder nicht Hinsehen - komisch, wie ein angeblich vernunftbegabtes Tier (Mensch) so leicht zu beeinflussen ist. Doch auch diese Triggerei nahm mit der Zeit ab, es dauerte "nur" viel länger.

    Scham war auch ein großes Thema für mich, mit zunehmenden alkoholfreien Tagen wich diese jedoch, denn ich trank ja nicht mehr.

    Hallo Tiffy,

    ähnliche Erfahrungen machte ich auch, gerade in unangenehmen Situationen war der Wunsch etwas trinken zu wollen besonders groß.

    Das braucht seine Zeit bis dieser "Automatismus", den man sich jahrelang antrainierte wieder verschwindet ... Monate, vielleicht auch Jahre (??). Ich trank in solchen Situationen immer viel Tee/Flüssigkeit, auf der einen Seite bediente ich den "Automatismus" = Frust/Unzufriedenheit - Trinken, andererseits gewöhnte ich den Körper/Gehirn daran, dass es eben "nur" Tee gibt, klar musste ich da viel pieseln, doch beim Bier war's ja ähnlich.

    Ich drehte den "pawlowschen Reflex" um und das braucht Zeit, auch "verbot" ich mir den Alkohol nicht mehr, zwang mich nicht mehr ... doch wenn ich wieder trank, was veränderte ich da, außer das der ganze Schei** von neuem beginnt? Da "sagte" meine Vernunft: 'nee, dann lieber doch Tee' ...

    Beschäftige dich, lenke dich ab und trinke, gib deinem Körper die Zeit und die Chance sich umzugewöhnen.

    Ich war am Montag bei AA.

    ... Leider immer die gleichen Pauschal Aussagen. Aber dennoch ist es motivieren Gleichgesinnte mal vor Augen zu haben und sich auf zu raffen und aktiv zu werden.

    Ich machte ähnliche Erfahrungen in einer SHG, nur dass mir nicht der Kopf rauchte, ich war schnell gelangweilt. Vielleicht war ich auch zu ungeduldig mit meinen Mitbürgern oder meine Ansprüche zu hoch, zu anders. (?)

    Ja natürlich hat Dich das getriggert. Das musst Du auch wissen und verstehen warum das so ist. Du hast es ja richtig erkannt, Du wolltest Dich selber belohnen.
    Und das sind nichts anderes als biochemische Prozesse im Kopf ...

    Das Gute ist, man kann diesen "Suchtdruck"umprogrammieren. Das heisst, wenn Du den Suchtdruck mit etwas anderem konterst, etwas was gut für Dich ist, kannst Du dein Gehirn darauf programmieren.

    Ähnliche Erfahrungen machte auch ich ... Belohnung, sich etwas gönnen; zu Ruhe kommen, entspannen - Jahrzehnte lang war das bei mir mit Alkohol verbunden.

    Wenn ich arbeitete, trank ich nie, egal ob im Arbeitsverhältnis oder privat, jedoch, so bald ich mir Ruhe, Freizeit gönnte, kam mir der Gedanke "jetzt ein Bier" ... etwas trinken, die recht schnelle Entspannung, Wirkung des Alkohols, verstärkte dieses Wohlfühl-Gefühl.

    Allein schon der Gedanke, die Vorfreude hatte einen positiven Effekt auf meine Biochemie (im Kopf), obwohl ich noch gar nichts trank.

    Daraus schlussfolgerte ich, die Sucht entsteht im Kopf, je nachdem womit ich Trinken verbinde, entsteht daraus eine Erwartungshaltung, ähnlich dem Pawlowschen Hund (Glocke = Fressen = Zufriedenheit) ... ich bereite praktisch meine "Biochemie" vor, durch meine Gedanken.

    Manch einem hilft der Gedanke an ein Monster (unangenehm, keine Belohnung), einem anderen genügt die Erinnerung an den vielen Schwachsinn, den man im Suff verzapfte.

    Auch ich trank in den ersten Abstinenzwochen unheimlich viel, Tee am Abend/in meiner Freizeit - Trinken = Beschäftigung/Belohnung, auch für den Körper und nicht zu vergessen, der Vorgang des Trinkens, dieses "Ritual" war ich gewohnt, jahrelang, mein Körper war es gewohnt, diverse Mengen Flüssigkeiten zu verarbeiten, beonders am Abend. Das brauchte einige Wochen (!), vielleicht ein halbes Jahr oder länger.

    Nach 5 ... 8 Wochen wagte ich mich wieder an ein Alkoholregal im Supermarkt, mit einem äußerst (!) mulmigen Gefühl, kaufen wollte ich nichts, jedoch meine Angst (!) loswerden. Ich musste mich wieder daran gewöhnen, dass Alk. mir täglich begegnen kann, also suchte ich die "Konfrontation", eine Situation die ich beherrschen kann, freiwillig, eine Situation der ich jederzeit entfliehen konnte ... im Supermarkt.

    Ich nannte es "abtrainieren" oder Angst loswerden. Die SHG die ich damals besuchte, prophezeite förmlich den berühmten Rückfall fast mantraartig und schürte zusantzlich Angst und Unsicherheit in mir.


    Hallo mops,

    auch wenn ich mich wiederhole, lass' dir Zeit und finde deinen eigenen, persönlichen Weg. Du wirst bemerken, wenn du dich unwohl fühlst (bei zu viel Alkohol in deiner Nähe) und schon von selbst bestimmte Situationen meiden. Tu' dann genau das, was dir dein Gefühl + deine Vernunft sagt, "fliehe" bevor es unertäglich wird, vemeide wenn es äußerst unangenehm wird.

    Das geht mit der Zeit vorbei.

    "Belohnung" wird meist mit etwas positiven, angenehmen verbunden, das trainierten wir uns an - Alkohol = Belohnung = angenehm, bei mir war es jedenfalls so. Das wurde von den Erwachsenen in meiner Kinderzeit vorgelebt, in der Jugend ging es weiter, bis in's Erwachsenenleben hinein - Feierabendbier, Geburtstag, Party, Disco, Hochzeit, Beerdigung ... fröhliches Beisammensein, der Alkohol war und ist es bis heute, omnipräsent.

    Wer sich noch an seinen ersten Schluck Alkohol erinnern kann, vorausgesetzt es war nicht gerade Eierlikör oder ein ähnlich süßes Gesöff (Zucker!), wird sich erinnern, das schmeckte gar nicht, man fühlte sich unwohl, "bestenfalls" reiherte man sich die Seele aus dem Leib.

    Die "Verzauberung", das Angenehme setzte erst viel später ein, nach etlichen "Trainingseinheiten".

    Man hatte sich daran gewöhnt und das brauchte seine Zeit.

    Und genau da beginnt erst die Sucht, die Sucht nach dem Angenehmen.

    Die Entwöhnung dauert oft bedeutend länger (Alkohol = negativ), das hat natürlich auch etwas mit Bewusstsein zu tun, aber nicht nur - ich musste mich erst daran gewöhnen, mich von diesem jahrelang anrainierten "Automatismus" lösen, eben nicht mehr täglich oder wöchentlich Alkohol zu kaufen, mir bewusst machen, das Alkohol trinken in Wirklichkeit eine "Bestrafung" für meinen Körper ist, eine erhebliche Belastung für alle (!) Organe, besonders für Leber, Darm & Co. und das Gehirn.

    Nach ein ... zwei Wochen ist der Alk. aus dem Körper 'raus und der Körper erholt sich langsam, regeneriert sich, die Verknüpfung/Erinnerung (Pawlowscher Effekt) bleibt noch viel länger, verschwindet nur allmählich, aber sie tut es.

    Alkohol und Drogen im Allgemeinen bieten eine Abkürzung für etwas, was auf natürliche Weise nur durch Anstrengung zu haben ist. ... Und das ist offensichtlich nun einmal so, dass unser Belohnungssystem, wenn’s diese Abkürzung mal kennengelernt hat ...

    Der Rausch oder besser die Sedierung/Betäubung ist doch keine Belohnung ... nur weil ich vor "der Gefahr" flüchte, ist sie doch nicht weg. Das musste ich (wieder) begreifen.

    Warum sich denn anstrengen, lernen, arbeiten, wenn Wohlgefühl, gute Stimmung, usw. so viel einfacher, schneller und bzu haben ist?

    Dem gab ich auch nach, besonders wenn es mir schlecht ging und je schlechter es mir ging, desto schneller erlag ich der Versuchung = weg war das angeblich intelligenteste Wesen dieses Planeten. Ich erlag förmlich meinem Jammer und je mehr ich mich in meinen Jammer hineinseigerte, desto schneller gab ich der Versuchung nach.

    Sätze aus der Kindheit, wie "ohne Fleiß keinen Preis" u.ä. nachvollziehbare, einleuchtende Weisheiten verloren ganz schnell ihre Bedeutung. War ich zum labilen Menschen geworden?

    Die Frage musste ich mir selbst beantworten und es tat weh, als ich es tat.

    Vielleicht benötigt der Mensch öfter Mal eine schmerzhafte Erfahrung, um wieder wach zu werden?

    Hallo mops,

    bei mir war es der (!) alles entscheidene Wendepunkt - ich belog mich nicht mehr, ich redete mir meinen Alkoholkonsum nicht mehr schön, verwarf alle zurechtgelegten Ausreden, die ich früher immer benutzte, wie "bei mir ist es ja nicht so schlimm", "die Anderen saufen ja viel mehr", "ich habe alles im Griff" u.ä..

    Als ich beschloss mit der Sauferei aufzuhören, beschloss ich gleichzeitig mich (!) ernstzunehmen. ... die Werbung versucht uns allerlei zu suggerieren, wohl besseren Wissens erliegen wir dieser Verführung, oft sehr schnell, nicht weil wir dumm sind, sondern einfach nur zu bequem oder auch zu faul. Zum Beispiel ungesundes Essen, wir essen es, obwohl wir wissen, dass es uns eigentlich, also wirklich, schadet auf Dauer - nicht sofort, aber wir wissen, gesund ist das nicht = wir trainieren uns dieses Verhalten an, ganz langsam ... schleichend, das war beim Alkohol so, bei mir auch beim Rauchen, bei sehr vielen auch bei der Nahrungsaufnahme - Selbstbetrug, weil's so schön einfach ist und erstmal, kurzzeitig (!) Befriedigung verschafft.

    Zu sich, also ich zu mir, ehrlich sein, war mein entscheidener Punkt, ich wusste es eigentlich schon immer, doch wählte ich, leider viel zu oft den bequemeren, scheinbar einfacheren Weg.

    Ich will nicht sagen, dass ich dumm war, jedoch intelligent war mein Verhalten auch nicht gerade.

    Hallo mops,

    das kenne ich auch ... Gerangel in der Selbsthilfegruppe, es geht nicht mehr um Fakten, sondern wer Recht hat, was alles hätte, würde oder sein könnte, es wird auf Meinungen beharrt, die einen Dialog irgendwann ausschließen. Nichts anderes wie in vielen anderen Gruppen, sei es in einer Partnerschaft, Familie oder am Arbeitsplatz - entweder passt man sich an, erträgt ggf. oder hält sich fern.

    Eine SHG kann (!) hilfreich sein, muss sie aber nicht. Ich besuchte einige SHG's und nie fand ich dort Menschen, die halbwegs ähnlich tickten, wie ich, besonders bei den AA fiel mir das auf.


    Wichtig ist, dass du mit dir zurechtkommst. Gerade in den ersten Wochen meiner Abstinenz hatte ich arge Probleme mit mir!

    Ich wusste, ich/der Körper/besonders der Kopf benötigt Zeit, sich an die nun neuen, alkoholfreien Gegebenheiten anzupassen, erschwerend kamen die täglichen optischen Reize (Alk. trinkende Menschen im TV oder die übervollen Alk-Regale im Supermarkt) hinzu. Anfangs half das pure Vermeiden, nicht hinsehen oder nicht hingehen = aus dem Auge aus dem Sinn.

    Das klingt recht einfach, doch bei mir funktioniere es ... allmählich, immer besser. Die jahrelang antrainierte Verknüpfung im Gehrin - Alhohol sehen, riechen oder nur daran denken = Wohlfühlerwartung, verschwindet nicht einfach so (schnell). Da greift wohl das pawlowsche Gesetz.