Beiträge von Paul

    ... übe mich in Geduld.

    Dir wird wohl nichts anderes übrig bleiben.:rolleyes:

    Wie ist dein derzeitiges Trinkverhalten bzw. wie viel trinkst du? Bereitest du dich irgendwie vor, gedanklich?

    Wenn ich mich an meine erste Abstinenz(vorbereitungs)zeit denke, schossen mir millionen Gedanken durch den Kopf.

    Hallo Paddy,

    ich telefonierte gerade mit einer Suchtberatungsstelle vor Ort und fragte nach dem Prozedere:

    Du solltest bei einer Suchtklinink, Krankenhaus o.ä. anrufen und einen Termin ausmachen (Dauer z.Zt. ~ 3 Wochen) - Infos, wer, was macht bzw. zuständig ist, bitte bei einer Suchtberatungsstelle vor Ort in Erfahrung bringen. Du kannst (solltest?) auch bei mehreren Entgiftungseinrichtungen nachfragen.

    Oder du bist ein Notfall, dann müssen sie ...

    Hallo Paddy,

    es bringt nichts, sich über das etwas arg überlastete Gesundheitssystem aufzuregen, überall mangelt es an Personal, freien Plätzen und am Geld.

    Was macht man bei einem Vorgespräch? Wird da festgestellt, dass man ein Alkoholproblem hat, dass ein Klinikaufenthalt notwendig ist, ggf. von der Krankenkasse finanziert wird?

    ... stand gewissermaßen im Raum, dass jemand, der es eben nicht alleine schafft, ...

    Hallo AmSee13,

    ohne Paddy's Thread völlig zerschiessen zu wollen, sei mir eine letzte Anmerkung erlaubt:

    Nichts stand im Raum, bevor etwas interpretiert wurde! Nicht unabsichtlich, trennte ich es in zwei Post's: 1x Erwähnung unbegleiteter, kalter Entzug und das völlig wertfrei und 1x Suchtdruck in Verbindung mit Vernunft, Bewustsein etc.pp.

    ... bringt man da jetzt noch persönliche Notlagen, Schicksale hinein und interpretiert diese oder Geschichten anderer Personen, ist man sehr schnell entfernt, vom ursprünglichen Thema.

    Das liegt mir fern!

    Paddy kennt sich, bestimmt auch die Gefahren eines kalten Entzuges oder die Sicherheit eines begleitenden Entzuges, hat sich sicherlich auch genügend informiert und belesen, nun muss er "nur noch" beginnen. Vorallem in der ersten Zeit, half mir Bewustsein, das ließ mich halbwegs gelassen bleiben und es letztendlich gelingen.

    Moin Paddy,

    jeder muss es sich so zurechtbiegen, dass es für einen passt, es muss für jeden, persönlich, passend sein.

    In dem von dir genannten Buch wird auch von Störung der Hirnchemie gesprochen. Doch was ist das? Alkohol und andere Drogen stören mit Sicherheit die Hirnchemie ... gewaltig! Um diese wieder zu "entstören" muss der Störfaktor nicht nur beseitigt werden, auch die nun entstehende Lücke muss gefüllt werden = das scheint doch das Hauptproblem zu sein - plötzlich fehlt etwas, gelingt es nicht diese "Lücke" zu füllen, entsteht Unruhe, gar Stress ... und was liegt da näher, diese Lücke wieder mit Altbewährtem zu füllen?

    ... also muss man sich andere "Lückenfüller" suchen, Sport, Beschäftigungen, Hobbys o.ä..

    Immer nur resilient sein, widerstehen mag am Anfang sehr hilfreich sein, doch auf Dauer muss man andere "Entspannungstechniken" finden und das braucht Zeit.

    Nenne es meinetwegen Bewusstsein, Wissen, Gelassenheit ...


    Ich weiß nicht, ob man das Vernunft nennen kann. Das muss jeder für sich entscheiden!

    Hallo AmSee13,

    ich (!), mir halfen diese Überlegungen, ich musste nachvollziehen können, ich musste verstehen, ich - für mich!

    Viele Sätze von Menschen, z.Bsp. in der SHG, waren mir zu einfach, ich wollte verstehen, was passiert bei mir im Körper, warum lässt/ließ mich die Furcht immer wieder einknicken und immer wieder zum Glas greifen.

    Ich musste begreifen, dass ich eine gewisse Zeit benötige, um meinen Körper vom ständigen Alkoholkonsum zu entwöhnen, dass die Zellen/Rezeptoren Zeit brauchen, dass jetzt eben kein Dopamin oder was auch immer ausgeschüttet wird, mich beruhigt, einschläfert oder betäubt. Dass man dieses überstehen muss - nicht möchte bitte.

    Auch, das wohl schwierigste, sich eine andere Tagesstrukur anzueignen/gewöhnen, die nun plötzlich frei gewordene Zeit zu füllen, das war meine Herausforderung.

    Auch mein Vater war heftiger, "übler" Alkoholiker, jenseits von Gut und Böse, da war schon so viel kaputtgesoffen, auch im Kopf, da ging absolut nichts mehr, ziellos, antriebslos ... der konnte und wollte auch gar nicht mehr, der wollte nur noch seine Ruhe, sich betäuben. Da erreichte man nichts mehr mit Reden oder Vernunft. Erste Anzeichen des Korsakow Syndroms machten sich bemerkbar, da ist nix mehr mit Bewusstsein oder Verstehen.

    Irgendwann wird das von Bighara aufgeführte "Argument" Schwäche belanglos, weil der Körper, besonders das Hirn, dermaßen beeinträchtig ist, dass ohne Alk nichts mehr geht.

    Ich ... musste begreifen, dass ich noch sehr weit von diesem Punkt entfernt bin, ich musste daran glauben, wissen, dass es funktioniert.

    Das gab mir Kraft, Bewusstsein überhaupt erst ein Mal zu beginnen, es zu wagen.

    Meine Vermutungen bestätigten sich, der Wunsch nach Alk/die Sucht ließ allmählich nach.

    Hallo Paddy,

    gute Entscheidung - du gehst es an, du beginnst!

    Das war auch mein erster, entscheidener Schritt: beginnen. All das Hin und Her überwinden, seine Zweifel über Bord werfen.

    Furcht, Unsicherheit, Hadern waren anfangs meine "ärgsten Freinde". Als ich mich dann entschied, war's gar nicht sooooo schlimm.

    Ein bisschen "weh" tat es schon (am Anfang), doch die Freude, die Zuversicht, dass mir die Abstinenz oder besser: das Nichttrinken gelingt war größer. Heute, im Nachinein kann ich das recht locker sehen, doch am Anfang ... auweia - Gefühlschaos ohne Ende!

    Ebenso beim manchmal aufkommenden Sucht-/Saufdruck, wusste ich, ich, mein Körper benötigt keinen Alkohol, im Gegenteil, ich schade ihm damit und zwar nicht unwesentlich.

    Nenne es meinetwegen Bewusstsein, Wissen, Gelassenheit ...

    Gelassenheit, die musste ich üben, das Wissen war ja vorhanden. Niemand machte mich verrückt, bedrängte mich, setzte mich unter Druck. Nur ich konnte das tun - doch warum sollte ich das tun?

    Ich war das Trinken gewohnt und wusste, dass es mir schadet. Oft fragte ich mich, warum kiffe oder kokse ich nicht? Da "gelingt" es mir doch auch.

    Warum also ersehne ich mir "Glücksgefühle", die mich schlussendlich, doch mehr betrüben, mich sogar krank werden lassen, mich zu unmöglichen Dingen verführen, welche ich dann bereue.

    Ich weiß nicht, ob man das Vernunft nennen kann. Das muss jeder für sich entscheiden!

    Hallo Paddy,

    ja, ich löste mich vom Alkohol ohne fremde Hilfe. Ich machte mir keinen Stress, tat dies in Ruhe und wohlüberlegt. Etwas unsicher war ich am Anfang schon, doch bemerkte ich, dass vieles (Gedanken, Gefühle) nur in meinem Kopf passiert, ähnlich einer aufkommenden Angst, ich kann sie befeuern, also schlimmer machen als es ist oder eben nicht.

    Ich nahm mir nichts weg, musste auf nichts verzichten, steigerte mich in nichts hinein.

    Hallo Paddy,

    ich hatte meine Konsum ganz langsam reduziert, bevor ich den Alkohol gänzlich absetzte, ähnlich einem Sportler der abtrainiert.

    Das setzte mich nicht etwa unter Stress, sondern machte mich eher etwas wehleidig und trotzdem bestärtke es mich in meinem Entschlusss. Zuvor waren es 3 ... >4 Bier, viel zu oft auch Schnaps, plötzlich musste ein Bier/Abend genügen.

    Oh wie rang ich mit mir, ... zwischen Nachgebenwollen und Durchhalten, ... von Tag zu Tag wurde es besser, bis der "große Tag" des Nichtrinkens begann.

    Ich hatte mich entschieden!

    Moin Paddy,

    hast du schon etwas an deinen Trinkgewohnheiten verändert oder hast du die Menge reduziert?

    Ich frage das aus purer Neugier. Bei mir fiel mir auf, dass nicht das plötzliche Fehlen von Alkohol mein Problem war, sondern der Verzicht auf die jahrelange Gewohnheit, das allabendliche Ritual. Plötzlich hatte ich so viel Zeit, so viele nicht betäubte Gedanken, dass ich mächtig unruhig wurde. Das abendliche Müdewerden (durch Alkohol) fehlte mir - ich blieb quietsch wach, Gedanken kreisten durch meinen Kopf ... es dauerte lange bis ich wieder einen halbwegs normalen Einschlaf-/Schlafrhythmus bekam.

    Gelassenwerden musste ich üben, ich, ein eher ungeduldiger Mensch!

    Zwar bin ich heute noch ein eher unruhiger Geist, doch der "Saufgedanke" verschwand. Bei mir dauerte es Wochen, Monate ...

    Hallo LE,

    du hattest geschieben "ein paar deprimierende Tage" , genau diese gilt es zu bestehen ohne wieder einzuknicken.

    Sich immer wieder bewusst zu machen, dass man es schafft, nicht nur schaffen kann. Bei mir war es Training, auch zweifelte die ersten Wochen oft (an mir), ... werde ich wieder nachgeben, wieder schwachwerden, wieder mich in meine Zweifel, "Nöte" hineinsteigern?

    Training klingt immer so nach Sport, dabei ist es nichts anderes als Gewöhnung, vorher griff ich zur Flasche, wenn es "eng" wurde, wenn Gefühle, Unsicherheiten mich übermannten - das gewöhnte ich mir an, über Jahre hinweg. Nun wollte ich das nicht mehr, zugegeben am Anfang war es ein regelrechter Kampf, von Gelassenheit keine Spur.

    Wenn mich dieses "ungute" Gefühl (Saufdruck), fast panikartig ereilte, lenkte ich mich ab, um auf andere Gedanken zu kommen, ich trank literweise Tee (ja, ich pinkelte wie ein Stier), doch aus anfänglich 2 Wochen Abstinenz wurden 3, dann 4 ... allmählich gewöhnte ich mich danan.

    Der Druck (selbstgemachte Stress) ließ allmählich nach, ganz langsam zwar, aber er ließ nach, tief im Inneren wusste ich es, auch glaubte ich daran (!) - nur, wären da nicht immer diese Selbstzweifel, dieses "Nachgebenwollen", wenn genau diese(s) auftraten, goss ich literweise Tee in mich hinein, mied alles, was nur im geringsten mit Alkohol zu tun hatte, selbst Szenen im Fernsehen, wo getrunken wurde.

    Immer wieder redete ich mir ein, die Sucht wohnt nur im Kopf, der Körper braucht keinen Alkohol, auch ich nicht. Es wird besser!

    Und ich behielt Recht, es wurde besser der Saufdruck ließ nach.

    Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll ... am Anfang musste ich nur durchhalten!

    Zitat Hausärztin: "Dann müssen sie bis dahin weitertrinken".

    Moin Paddy,

    das macht Sinn. Auch ich trank, bis ich mich zum endgültigen Stop (Abstinenz) entschied, weiter, ich minimierte die Trinkmenge ganz allmählich, langsam, bewusst.

    Mir half das, zumindest meiner Psyche. Bitte gehe den Weg der dir am sinnvollsten, sichersten erscheint. Unsicherheit, Zweifel (Wankelmut) sind keine guten Begleiter.

    Du musst davon überzeugt sein, du musst daran glauben. In Ruhe ein Vorgespräch für eine qualifizierte Entgiftung mit anschließender betreuten Nachsorge schafft Sicherheit und ist bestimmt besser als eine Hau-ruck-aktion. Mit Ende 50 entschied auch ich mich, das Trinken nun gänzlich aufzugeben, ich bereute es nicht!

    Stimmt, niemand weiß, was in 10 oder 20 Jahren ist, doch wir können erahnen, voraussagen, was passiert, wenn ich mich zu ungesund ernähre, mich zu wenig bewege oder zu viel Alkohol trinke.

    In einem gewissen Grade kann ich das doch steuern. Niemand ist gefeit vor plötzlichem Herzkasper, Kebserkrankung etc.pp., doch wissen wir doch mittlerweile (die meisten Menschen jedenfalls) was unserem Körper eher nützt bzw. schadet.

    Wir haben es massgeblich in der Hand. Wenn jemand weiter trinken möchte, obwohl er weiß, dass ... , dann soll er das tun! Wenn einer sowieso schon übergewichtig ist und trotzdem weiter futtert, weiß er doch was aller Wahrscheinlichkeit nach passiert. Ein Raucher weiß es, u.s.w..

    Einmal einer Droge verfallen, sogar in der Liebe ist es so :), fällt es schwer wieder davon loszukommen.

    Ja, es ist Arbeit, auch tut es weh (am Anfang, scheint es sogar unmöglich) und doch kann es gelingen, sofern man überhaupt will.

    Ich wollte vom Alk. loskommen!

    Wenn du, Willibald, es mit kontrolliertem Trinken probieren möchtest - tu' es. Du kennst dich. Berichte uns.

    Mein Vater trank auch regelmäßig, anfangs Bier, dann, mit 40+, kam zunehmend Wodka dazu.

    Er war ein sehr gebildeter, künstlerisch tätiger Mensch, doch der Alkohol veränderte ihn zusehens ... irgendwann war er nur noch dauerbesoffen. Scheidung, neue Ehe, die nach 2...3 Jahren in die Brüche ging (da war er Anfang 50), die nüchternen Phasen nahmen immer mehr ab, alle wendeten sich von ihm, auch wir Kinder, weil wir das Elend nicht mehr ertragen konnten. Allein in seinem Haus, ohne Antrieb, ohne jegliche Verpflichtungen soff er bis zum Umfallen, im wahrsten Sinne des Wortes ... div. Stürze, unzählige kleine Verletzungen, besonders im Gesicht (vom "komaähnlichen Umfallen") zeugten davon, auch brannte sein Haus zu 50% ab, völlig besoffen, wohl Feuer gemacht ... eingeschlafen (Annahme). Er wurde 74, der Körper versagte langsam aber stetig seinen Dienst. Seine letzten ~20 Jahre war er allein, gemieden und nie nüchtern, sicherlich auch depressiv.


    Hallo Willibald,

    du hast Recht, jeder muss mit seinem Leben zurechtkommen und sicher ist es so, dass ab einem gewissen Grad des Alkoholismus eine Veränderung kaum noch möglich ist bzw. man es gar nicht mehr will. Doch das entscheidet jeder selbst, sofern er noch in der Lage dazu ist.

    Bei mir war's nicht ganz so heftig, wie bei meinem Vater, doch ich war bestimmt nahe 'dran (Annahme!). Mit ~56 hörte ich gänzlich auf mit der Sauferei, zunächst nahm ich mir ein Jahr vor, nun sind's mittlerweile über 3 Jahre.

    Zugegeben, es wurde nicht alles schön und wunderbar, doch ich bin froh, diesen Schritt gewagt zu haben, denn dieser "Nebel-Alkohol-Zustand" wurde irgendwann auch äußerst schwer zu ertragen. Ich ertrug mich nicht mehr!

    Vielleicht saufe ich ja irgendwann wieder??? Wenn ich völlig aufgegeben habe, hoffnungslos, ziellos dem Siechtum entgegen gehe. Doch dann ... hoffe ich, es währt nicht sehr lange.

    Schönes Wochenende.

    Bei mir tut sich im nüchternen Leben nach zwei Jahren Abstinenz der Krater auf, dass es mir schwer fällt auf natürlichem Wege Freude, Ausgelassenheit und Spaß zu empfinden bzw. in mein Leben zu holen.

    Das kennen bestimmt viele ... ich auch!

    Wie schön war doch der Alkohol ... mit ein paar Schlucken - und plötzlich war die Welt wieder in Ordnung ... kein Ärger, kein Schmerz, keine Probleme, wären da nicht die unangenehmen Nebenwirkungen und Ausfälle, auch jeder Junkie, Kiffer etc. berichtet davon.

    Viele "behandelten"/behandeln ... unterdrücken ihren Unmut, ihre Verstimmungen, Unzufriedenheit. Lässt man "den Stoff" plötzlich weg - fehlt was!

    Manche nennen es Depression, manche sagen Unzufriedenheit dazu. Immer nur betäuben hilft zwar für den Moment, hat jedoch fatale Folgen für Körper und Geist. Es bleibt ein Gift mit enormen Gewöhnungspotenzial, die Zellen altern schneller, die Funktion wird zunehmend eingeschränkt = es ist bekannt!

    Ein Freund fragte mich einmal: Lieber besoffen glücklich oder nüchtern zu Tode betrübt?

    . . da muss es doch einen Mittelweg geben!

    Guten Morgen!

    Hallo Willibald,


    Hatte letztens einen Podcaster/Interview, dabei war die Aussage ca. 30% schaffen oder "wollen" vollständige Abstinenz, 30% trinken zumindest weniger, 30% fallen voll in alte Muster zurück.

    viele behaupten vieles.

    Ca. 70% werden rückfallig im ersten Jahr, manche gehen von 90% aus, glaubt man der allgem. Statistik. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen (ohne Dunkelziffer).

    Ich weiß nicht ob KT (kontrolliertes Trinken) funktioniert oder nur Wunschdenken ist.

    Bei mir funktionierte es nur an Anfang, für kurze Zeit, dann wurde es langsam, aber stetig immer mehr. Niemand aus meinem Bekanntenkreis kann kontrolliert trinken (der mal ein ernsthaftes Problem hatte). Mal einen Tag nicht trinken oder eine Woche ... einen Monat vielleicht, doch die Abstände werden immer kürzer, die "Qual" wird größer, die Kontrolle einzuhalten, immer schwerer.

    Wollen tun viele, labern auch ... sprich bitte mit Betroffenen, befrage Ex-Spritis in einer SHG, mit Sucht-Medizinern und bilde dir deine Meinung und/oder probiere es aus.

    Vielleicht gehörst du ja zu den Wenigen, bei denen es angeblich funktioniert mit dem KT?

    Oder du nie ein Suchtproblem entwickelst? Ich überschritt diesen Punkt!

    Hallo zuammen, hallo Willibald,

    so' ne Art Spiegeltrinker, das war ich auch, nie morgens oder tagsüber, niemals (!) während der Arbeit, auch bei Feiern hielt ich mich arg zurück ... ohne Zwang, ich wollte einfach nicht, so "gierig" das Zeug in mich hineinschütten, egal ob es kostenlos war, auch das zunehmende Entgleisen der Trinkenden empfand ich als peinlich.

    Zu Haus musste ich nicht auf irgendetwas, irgendjemanden Rücksicht nehmen. Ich nannte es Genuss, entspannt etwas trinken ... man gönnt sich ja sonst nichts. Immer öfter bemerkte ich am nächsten Morgen: oh', das war doch 'n bissel viel, gestern Abend.

    Anfängliche Reduzierungenvorhaben waren schnell vergessen, nach dem ersten Bier = alles war schön, entspannt und ungefährlich. Meine Vitalwerte waren innerhalb der normalen Parameter, ich war sportlich (freizeitmässig) aktiv und oft leistungsfähiger wie div. andere Altersgenossen.

    ... schleichend nahm mein Konsum zu, schleichend ignorierte ich! Alles funktionierte, ich funktionierte - was sollte da schon passieren. Gut die Leberwerte waren etwas erhöht, wenn sie denn mal bestimmt wurden, aber das konnte an vielem liegen auch am Alkohol, aber eben nur auch, so auch mein Hausarzt. Das beruhigte mich!

    Mit Anfang 40 wurde ich meine Fahrerlaubnis los - Alkohol! Ich verdonnerte mich zur einjährigen Abstinenz und ließ alle 3... 4 Wochen meine Leberwerte bestimmen. ASAT, GOT, GPT, GGT waren recht hoch, nicht lebensbedrohlich, aber deutlich über der Norm.

    Ganz langsam sanken sie (während der Abstinenz) und näherten sich den Normalwerten, nach ca. einen > halben/dreiviertel Jahr hatte sich die Leber erholt und die Werte waren normal. Auch ich hatte mich daran mittlerweile gewöhnt, keinen Alkohol zu trinken.

    Nach bestandener MPU und (sehr kostenintensiver) Wiedererlangung der Fahrerlaubnis, belohnte ich mich mit "einem" - Bier - ja, ich wollte nun weniger trinken!

    Nach ca. einem haben Jahr war ich wieder auf altem Alkoholniveau.

    Es dauerte noch über ein Jahrzehnt bis ich abermals abstürzte.