Nenne es meinetwegen Bewusstsein, Wissen, Gelassenheit ...
Ich weiß nicht, ob man das Vernunft nennen kann. Das muss jeder für sich entscheiden!
Hallo AmSee13,
ich (!), mir halfen diese Überlegungen, ich musste nachvollziehen können, ich musste verstehen, ich - für mich!
Viele Sätze von Menschen, z.Bsp. in der SHG, waren mir zu einfach, ich wollte verstehen, was passiert bei mir im Körper, warum lässt/ließ mich die Furcht immer wieder einknicken und immer wieder zum Glas greifen.
Ich musste begreifen, dass ich eine gewisse Zeit benötige, um meinen Körper vom ständigen Alkoholkonsum zu entwöhnen, dass die Zellen/Rezeptoren Zeit brauchen, dass jetzt eben kein Dopamin oder was auch immer ausgeschüttet wird, mich beruhigt, einschläfert oder betäubt. Dass man dieses überstehen muss - nicht möchte bitte.
Auch, das wohl schwierigste, sich eine andere Tagesstrukur anzueignen/gewöhnen, die nun plötzlich frei gewordene Zeit zu füllen, das war meine Herausforderung.
Auch mein Vater war heftiger, "übler" Alkoholiker, jenseits von Gut und Böse, da war schon so viel kaputtgesoffen, auch im Kopf, da ging absolut nichts mehr, ziellos, antriebslos ... der konnte und wollte auch gar nicht mehr, der wollte nur noch seine Ruhe, sich betäuben. Da erreichte man nichts mehr mit Reden oder Vernunft. Erste Anzeichen des Korsakow Syndroms machten sich bemerkbar, da ist nix mehr mit Bewusstsein oder Verstehen.
Irgendwann wird das von Bighara aufgeführte "Argument" Schwäche belanglos, weil der Körper, besonders das Hirn, dermaßen beeinträchtig ist, dass ohne Alk nichts mehr geht.
Ich ... musste begreifen, dass ich noch sehr weit von diesem Punkt entfernt bin, ich musste daran glauben, wissen, dass es funktioniert.
Das gab mir Kraft, Bewusstsein überhaupt erst ein Mal zu beginnen, es zu wagen.
Meine Vermutungen bestätigten sich, der Wunsch nach Alk/die Sucht ließ allmählich nach.