Beiträge von Paul

    ... Bereichen des Gehirns offenbar Veränderungen stattgefunden. Aufgrund der Wirkung von Alkohol auf das sogenannte Belohnungssystem haben im Laufe des Missbrauchs komplexe neuronale Anpassungsprozesse stattgefunden, die nicht rückgängig zu machen sind.

    Ich habe das so verstanden und auch so bei mir beobachten können:

    Mein Körper, so verstehe ich das Suchtgedächnis, "merkt" sich die hohe Alkoholtoleranz. Nach einen Jahr alkoholfrei, ich begann wieder zu trinken, war ich nach zwei, drei Tagen wieder genau so wenig oder viel betrunken, wie zuvor bei Menge X. Der Körper verlangte nach mehr, denn ich wollte ja einen gewissen Zustand erreichen!

    Meine "Verknüpfung" Alkohol= gut, entspannend etc., bekam ich dagegen nach einiger Zeit aus meinem Kopf (Pawlowscher Hund).

    Mein Vater war so ein desillusionierter, zielloser Mensch, er war des Ertragens, des sinnlosen Kämpfens einfach müde, er wollte nur das es aufhört!

    Wenn man keine Ziele mehr hat, nichts mehr erreichen kann oder will ... dann kann man doch auch saufen, sich das (sein) Elend schön oder weg saufen.

    Und was ist mit den Menschen, die so verzweifelt sind (wegen was auch immer), dass es ihnen egal ist, ob sie verblöden, bzw. sich diesen Zustand sogar ein klitzekleines bisschen herbeisehnen?

    Schuldig? Krank? Irre?

    Hoffnungslos, desillusioniert, ziellos, des Ertragens müde, würde ich sagen.

    Wenn du willst, nenne es schuldig, krank oder irre.

    Die von dir genannten Menschen wollen nur das "es" (was auch immer) aufhört, darum betäuben sie sich.

    O wow... Alle Menschen, die Rückfälle haben sind "selbst schuld", weil sie ja jetzt wissen, dass sie süchtig sind?

    Falschinterpretiererin!🥺

    Alle die noch nicht krank sind und wieder besseren Wissens (!!!), zu viel trinken, essen, rauchen oder meinetwegen Arsen zu sich nehmen, sind selbst 'daran schuld, denn sie wissen ja was passiert oder wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist.

    Bin ich erstmal stoffwechsel-technisch "verwirrt"/geschädigt, wird's arg schwer - so war's bei mir jedenfalls.

    Da sind wir doch wieder bei der Bildung, Wissensaufbau, Bewusstseins-Bildung.

    Wenn jeder weiß, es ihm bewusst ist, dass Alkohol böd macht (auf Dauer) und er es nicht will, wird er achtsam damit umgehen.

    Beim Essen ist es doch ähnlich, beim Rauchen u.s.w.. Bin ich erstmal süchtig, ja dann - da bin ich mit allen einer Meinung!

    Also alle selbst schuld, selbst blöd? Oder zum Teil Opfer von Gesellschaft, Werbung, "dazu gehören wollen", Opium fürs Volk?


    Ich sehe schon meine Eigenverantwortung, aber erst mal bin ich da ziemlich unwissend, unbedarft (kann mir nicht passieren) reingeschliddert. Das Wissen kam erst zu mir, als der Krug schon zerbrochen war. Leider.

    Krass formuliert: ja, selbst schuld. ... wenn wir es denn wissen!

    Alle sind wir anfänglich "hineingeschliddert", wir wussten es nicht besser.

    Hirnprozesse können unsere Entscheidung nicht schon vier Sekunden vor der Ausführung ein für alle Mal festlegen, denn wir sind offenbar fähig, auf eine veränderte Situation in viel kürzerer Zeit zu reagieren. Andernfalls wären wir alle längst im Straßenverkehr umgekommen! ...

    Diese Fähigkeiten erlernen wir größtenteils, wir trainieren sie uns an!

    Das Beispiel Strassenverkehr ist ein Beweis, abgesehen von ein paar Naturtalenten.

    Mit 13..14 Jahren war ich noch unwissend und wollte es den Erwachsenen gleich tun, ich trank Bier. Mit 17...18 wollte ich dazugehören, alle tranken - ich trank mit. Mit 19...20 (Armeezeit) trank auch ich mit und auch allein, um die Einsamkeit zu betäuben.

    Süchtig ... waren nur die Anderen, auch die folgenden Jahrzehnte!

    Erst als alter Mann wurde mir bewusst, dass Alkohol ein sehr gefährliches Zeug ist/sein kann, wenn man es übertreibt, so wie ich!

    Ich habe Diabetes und spritze Insulin.

    Wenn ein Körper selbst kein Insulin, dieses Proteohormon, produzieren kann (warum auch immer), stagniert das Gleichgewicht von lebenswichtigen Kohlenhydraten, wenn die Schilddrüse (Regulierer aller Drüsen/Botenstoffproduzenten) schwächelt, schwächelt ebenfalls das gesamte System Körper ... das ist sehr einleuchtend und willentlich kaum zu beeinflussen. Diese Phänomene sind oft auf einen Mangel zurückzuführen.

    Hier, im Falle Alkoholismus, produziere ich aber einen Mangel oder einen Überschuss, d.h. ich trainiere es dem Körper an, ob nun wissentlich oder unwissentlich sei mal dahingestellt - ich tu es.

    Wenn ich aber, um die Gefahr dieser Möglichkeit weiß und es dennoch billigend in Kauf nehme, bin ich dann krank oder einfach nur fahrlässig?

    Selbstverständlich, werde ich irgendwann irrversibel geschädigt und krank!

    Dieses Gleichsetzen der Wirkungen psychotroper Substanzen mit allen anderen Möglichkeiten einer Erkrankung ist doch fatal!

    Sicherlich kann bei jedem eine "Medizin" helfen, aber bei jedem bitte, die notwendige Medizin/Behandlung. Bei Vergiftungsopfern (z.Bsp. Alkoholiker), weglassen des Giftes (Psychotrop) mit anschließender Rekonvalesenz.

    Das Leben kann einem schon hart treffen, da ist eine zumindest zeitweise, Realitätsflucht schon irgendwie legitim(?) - verständlich.

    Genau das muss doch jeder selbst entscheiden!!!

    Wenn er es für "legitim"/ für angemessen hält seinen Körper zu schaden und das tut er, soll er das tun.

    Viele denken doch erst um, wenn sie ernsthaften Schaden nehmen, wenn er droht dauerhaft zu werden oder zu bleiben.

    Jeder darf sich selbst schaden, sogar sein Leben beenden, das ist nun wirklich legitim (de jure, amtlich, erlaubt), doch darf er damit auch andere belästigen? Und damit meine ich nicht nur die Krankenkassen.

    Wenn ich bewusst, wissentlich, mit voller Absicht eine Krankheit hervorrufe, z.Bsp. alkoholbedingte Fettleber, Raucherlunge, meinetwegen auch Übergewicht (durch zuviel/"falsches" Essen) ist es dann mein Recht (legitim), das Andere dafür aufkommen?

    Jede Krankheit, welche ich wieder besseren Wissens, verursache ... soll diese genau so behandelt (im Sinne von Verständnis, Mitgefühl) werden?

    Ist es also verständlich, nur weil das Leben gerade mal hart ist, zumindest zeitweise ... ???

    Da läuft doch in der Argumentation etwas völlig aus dem Ruder!

    Solche Aussagen sind doch höchst gefährlich, nicht nur für die eigene Gesundheit.


    Mittlerweile hab ich schonmal mehr als 200 Stunden ohne Alk. geschafft.

    💐

    Auch bemerkte eine deutlicher Verbesserung, nicht nur meiner psychischen, sondern auch meiner physischen Fähigkeiten - ich war einfach fit'ter!

    Auch im Kopf und das wiederum, ließ mich aktiver, neugieriger, nicht mehr so faul werden, das wiederum ließ mich besser schlafen, mein Körper erholte sich sichtlich/merklich. Darm, Leber und Co. mussten nicht mehr so viel schuften und das merkte ich. Ich wurde nicht schlagartig zum Adonis oder zum Supersportler, doch strahlte ich mehr Lebensfreude aus, weil mein Körper sich eben so wohl fühlte.

    Ich benötigte dazu einige Wochen/Monate, um überhaupt etwas zu bemerken! Erstens war ich schon älter (da braucht der Körper viel länger, um sich zu regenerieren) und ich soff, besonders die letzten zwei Jahre richtig (!) viel.

    Mich wunderts immer wieder, dass ich überhaupt vom Alk. loskam. Schließlich war ich die letzen zwei Jahre meines Trinkerdaseins, täglich (!!!) dauerbesoffen, ich funktionierte, doch nüchtern war ich nie!

    Verzeiht, doch diese Art von "news", regen doch niemanden zum Nachedenken an, erzeugen maximal ein gelangweiltes Gähnen!

    Jeder hat im Freundes-, Bekanntenkeis oder in der Familie, Menschen mit fragwürdigem Alkohlkonsum - das wissen, bemerken doch selbst die nicht so hellen Köpfe.

    Baut man damit wirklich ein Bewusstsein, ein Umdenken auf?

    Erbärmlicher Trinker ... das wahr ich bestimmt!

    Erbarmen ... bedauern, mitfühlen, Anteil nehmen, Verständnis zeigen ... auch das widerfuhr mir recht selten, als ich noch trank.

    Viel zu schnell wurde geurteilt, verurteilt, auch von einigen (wenigen) Ärzten.

    Heute verstehe ich es als Schutzreaktion (vom Gegenüber), meist wohl um sich selbst nicht hinterfragen zu müssen, zu groß ist die eigene Scham. Kaum einer will sich mit dem Thema ernsthaft befassen, zu schnell wird "verniedlicht", heruntergespielt, kleingeredet.

    Auch einige Bekannte, moderate Hobby-Trinker, vermeiden dieses Thema "etwa zu viel Alkohol?" am liebsten gänzlich, man merkt, es ist ihnen unangenehm.

    Die Wenigsten interessiert dieses Thema, denn die trinken ja nie zu viel ... das bisschen Bier oder Wein ist doch normal. Die Realität sieht oft anders aus. Sie verhalten sich oft so, wie ich es tat, als ich noch trank. Abwiegeln, schönreden oder todschweigen.

    So sind die Menschen! Wer andere trifft, kann sich freuen.

    Solange Aklohol noch diesen gesellschaftlichen Stellenwert hat oder ein Alkoholiker, wird sich da wohl kaum etwas ändern. Auch viele Politiker machen es vor, niemand will eventuell stimatisiert oder gar angreifbar werden.

    Jede menschliche Schwäche wird doch von der Umwelt genutzt, um den persönlichen Vorteil abzugreifen.

    Leider ist's so! Oder man möchte möglichen Schaden abwenden, denn man (Entscheidungsträger) meint es ja nur gut.

    Sie waren ein (!) Mal in psycharischer Behandlung, machten vielleicht eine Suchttherapie oder besuchten nur die Suchtberatung.

    Da gebe ich Helga völlig recht, zu schnell bekommt man einen Stempel aufgedrückt, ein Stigma verpasst, was man nie wieder losbekommt.

    Egal ob Sucht, Krankheit oder nur üble Nachrede.