Beiträge von Paul

    Ganz unwichtig finde ich die Frage nicht. Tausch das Wort Schuld durch Ursache aus. ...

    Die Schuld oder besser die Ursache zu erkennen ist vielleicht auch eine Art Präventionsmaßnahme für die Zukunft.

    ...

    Die versaute Vergangenheit oder die Aufgabe für die Zukunft? Die Vergangenheit kann man mit der Erkenntnis nicht ändern. Und die Zukunft [...] schon sehr. Ich kann das Ende ändern mit dem Bewusstsein ...

    Gefällt mir! Kennen wir die Ursachen/die Gründe, können wir, jeder Einzelne, handeln.

    Bleibt nur noch die Aufgabe unser Wissen so zu vermitteln, dass es auch ankommt.

    Danke, Sparkassen_Helga .

    Wer hat Schuld, was ist die Ursache?

    Die genügende Prävention durch Eltern, Schule, Erwachsene? Das vermittelte Wissen, was zur Bewusstseinsbildung unabdingbar ist? Das Vorleben: Wasser predigen und Wein trinken?

    Die (!) Gesellschaft, deren Teil wir alle sind, jeder Einzelne?

    Beim Rauchen hat's schon etwas funktioniert, durch drastische Preiserhöhungen und Rauchverbot in öffentlichen Räumen, doch beim Bewusstsein?

    In der Jugend ist man definitiv Opfer.

    Später, der schleichenden Sucht schon längst anheimgefallen, wirken antrainierte Verdrängungsmechanismen perfekt: ....

    Ist der junge Mensch an seiner Unwissenheit schuld? Ist er Schuld, dass er sich anpasst, gefallen, akzeptiert werden will?

    Für alle Schuld-Wort-Phobiker, anders formiliert: was ist ursächlich für die Meinungsbildung eines Heranwachsenden, eines Unwissenden?

    Er selbst? Ist er nicht Opfer?

    Ja dann, erwachsen und hoffentlich allseits informiert/geblidet, dann hat er es selbst in der Hand, zumindest theoretisch, wäre da nicht das bereits antrainierte Verhalten, die bereits vorhandene Sucht ... nach Fröhlichkeit, Anerkennung, Dazugehörigkeitsgefühl - wie bei mir - ... all das verspricht Alkohol.

    Die Opferrolle wird gern als Ausrede zum Weitertrinken angeführt = Bewusstsein, nun vorhandenes Wissen (als Erwachsener) gegen Sucht (antrainiertes, gewohntes Verhalten).

    Und auch vorgeworfen ... Opfer des Alkohols!

    Was ist die Ursache, der Grund, dass wir (alle/sehr viele) so lax/unkritisch mit Alkohol umgehen? Was lässt, besonders Heranwachsende, uns so unbedenklich mit Alkohol umgehen?

    "Die Anderen" legten den Grundstein, formten mich, statteten mich mit Selbstbewustsein aus oder eben nicht.

    Das ist doch die alles entscheidene Kernaussage, mir wiederfuhr, was vielen wiederfuhr, bis heute - anstatt fruchtende Aufklärung, laxe Verbote und Präventionsversuche.

    Fühlst du dich etwa auf den Schlips getreten?

    Wie kommst du darauf?🙃

    Ich berichte von mir, wie ich es erlebte, ich es verstehe, wie ich es empfand. Wie ich mich sehe, heute, im Nachhinein. Ich beschrieb meinen Weg der "Erkenntnis", hoffentlich phrasenfrei und verständlich.

    Klar war ich Schuld an meiner Sauferei, wer soff denn? Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich jung, doof, unsicher an den Alk herangeführt wurde.


    Bei sogenannten „nassen“ Alkoholikern habe ich immer wieder beobachtet, wie sich diese in einer sogenannten „Opferrolle“ wähnen. Schuld sind immer die anderen.

    "Die Anderen" legten den Grundstein, formten mich, statteten mich mit Selbstbewustsein aus oder eben nicht.

    Überall, wo ich hinkam, war der Alkohol allgegenwärtig und willkommen.

    Gern wird bei "trockenen" Alkoholikern o.g. Vermutung geäußert. Auf der einen Seite wird Krankheit, keine Charakterschwäche etc.pp. propagiert und gleichzeitig die Opferrolle angemahnt.

    Ist man 17 ... 20 und schon halbwegs alkoholisch trainiert, unsicher, meinetwegen auch verklemmt, ist man natürlich kein Opfer, man sucht nur Anschluss, Anerkennung, Akzeptanz und welch' ein Glück ... da gibt's den alles verbindenden Alkohol. Wer kann da schon widerstehen?

    Eine unsichere Person sicher nicht! Ich lernte Alkohol war ein Türöffner und zeitgleich ein Beruhigungs-, Stärkungs-(Selbstbewusstsein), Schlaf- und Schmerzmittel (auch gut gegen Seelenschmerz).

    So wuchs ich auf, das funktionierte und war überall akzeptiert. Warnungen, ernst zu nehmende - Fehlanzeige!

    In der Jugend ist man definitiv Opfer.

    Später, der schleichenden Sucht schon längst anheimgefallen, wirken antrainierte Verdrängungsmechanismen perfekt: was nicht sein darf, kann auch nicht sein und damit kommt man durch, lange, lange!

    Das mittlerweile "so gut trainierte" Gehirn glaubt irgendwann selbst den Schei**, den man sich ständig einredete.

    Manche werden irgendwann von alleine "wach", bei dem Meisten muss erst etwas gravierendes passieren ...

    und dann braucht's Zeit, viel Zeit, auch Wissen und vorallem Zusammenhänge verstehen, wollen und auch können.

    Verurteilungen helfen da wenig, viel reden schon.

    Paul , willst du dir ernsthaft deine eigene Verantwortung für dein Handeln und deine Entscheidungen absprechen?

    In der Jugend, als Heranwachsender definitv: ja!

    Ich war wie ein Blatt im Wind, versuchte mich anzupassen, von Bewusstsein, dem Leben hatte ich keine Ahnung. Ich lernte zwar allerlei Fachwissen, trainierte Körper und Fertigkeiten, doch wie ich mit meinen Gefühlen zurechtkommen sollte, sagte mir niemand!

    Warum "schiessen" sich gerade so viele junge Menschen weg, egal ob mit Alk., Lachgas oder Cannabis? Oder flüchten sich in die Anonymität des www., werden radikal, depressiv oder beides?

    Um nicht @Emily's Thread völlig zu verfremden, kannst du mir gern in meinem antworten.

    Ja, diese Grundsatzdikussionen sind oft müssig, dabei sind es selten welche.

    Jeder sucht Zustimmung, vielleicht auch Anerkennung, einer versteht's, rein logisch, ein anderer sucht wissenschaftliche Beweise, Niedergeschriebenes, ICD's (internationale Klassifikationen), streitet sich gar, um physische oder psychische Abhängigkeit ...

    Dabei hat es jeder selbst erfahren!!! Sollte es also wissen oder könnte es wissen . Manche bringen sogar Intellekt oder ein Absprechen des eigenen Willens, der eigenen Verantwortung mit in's Spiel.

    Alle wissen, wie sie zum Alkohol kamen! Bei allen war es sehr ähnlich, individuell, aber grundsätzlich gleich ... keine Furcht vorm Alkohol, im Gegenteil ... eher Anerkennung in der Gemeinsachaft, dann entdeckte man die anfängliche, angenehme Wirkung, stellte irgendwann fest, dass das auch ganz allein zu Haus, immer und überall funktionierte - der Seelentröster, nicht gerade ein Garant für Glück, jedoch ein perfekter "Problemewegmacher".

    Die Psyche lernt, Alkohol hilft ... macht alles gut - erstmal. Nach ein paar Jahren, der Gewöhnung reagiert der Körper mehr oder weniger heftig, wenn das Allheilmittel fehlt. Stress, Unruhe ... das lässt oft zittern, schwitzen u.ä. - wer kennt das nicht?

    Keine Leber, keine Bauchspeicheldrüse, keine Zelle des Körpers beschwert sich, wenn es kein Zellgift bekommt.

    Das Hirn aber schon, plötzlich freigewordene Rezeptoren, nun nicht mehr betäubt, können, nun, all die Informationen nur schwerlich verarbeiten, das erzeugt Stress ... gewaltigen.

    Ist das nun psychisch oder physisch?

    Egal. Einer versteht's, ein anderer nicht.

    Viele propagieren, mahnen, mehr oder weniger erfolglos. -> Der Rausch wird sogar als Kulturgut verkauft, als freie Willensentscheidung/Eigenverantwortung/Selbstbestimmtheit, überall wird verführt (Werbung, Verkaufseinrichtungen) und es wird vorgelebt, sei es beim wohnzimmerlichen Geburtstag, der Betriebsfeier oder beim Oktoberfest.

    Wie soll man sich da als heranwachsender Mensch frei entscheiden können?

    Ist die Gewohnheit erstmal etabliert, dauert es Monate, die Rezeptoren im Gehirn wieder zu balancieren, bei nicht so "schweren Fällen" hilft ein dry january ... ein bisschen ...

    Viele, nicht alle, werden zwar erfolgreich entgiftet, doch eine "Balance der Rezeptoren" wird selten erreicht (siehe Rüchfallquoten).

    Aufhören zu trinken allein reicht nicht, hört man oft, wie das gehen soll, können die Wenigsten vermitteln!

    die Meisten werden zwar gewarnt, doch konsumiert wird trotzdem, gerade von den Warnenden, das überzeugt leider niemanden und dann ... plötzlich darf man trinken, endlich 14 ... 16 ... 18 = endlich erwachsen!🍻

    Fängt da nicht alles an ... bei vielen?

    Und die schwimmen dann mit, in der wohligen Akzeptanz der Mitmenschen bis sie irgendwann der Sucht gänzlich verfallen.

    Warum warnte mich niemand davor? Als Kind, Jugendlicher ... da wo alles begann ....

    Ich wage zu bezweifeln, dass mein Intellekt und meine Bildung in der Jugend schon ausreichte.

    Aus erwachsein sein wollen und Trotz, den Verboten gegenüber, entwickelte sich langsam eine Gewohnheit, die dann zur Sucht wurde.

    Also war ich dafür verantwortlich?

    Das stimmt, jedoch nur solange ich keinen Alk trinke.

    Na logisch! Wenn ich kein Gift zu mir nehme, bekomme ich auch keine Vergiftungserscheinungen.🤪

    Ein Raucher, Trinker, Kiffer bleibt clean, solange er sich vom Stoff fernhält. Mich verwundern oft solche Aussagen: "aber nur, wenn ..."

    Es ist, als würde jemand sagen: Eine Klippe (hoher Berg) ist ungefährlich, aber nur wenn du nicht 'runterspringst. Befinden wir uns wirklich auf diesem Niveau???

    Hallo Paddy,

    Du, als "Trockener" hast bestimmt/hoffentlich auch gute Argumente, welche die überzeugen.

    Doch die Meisten werden zwar gewarnt, doch konsumiert wird trotzdem, gerade von den Warnenden, das überzeugt leider niemanden und dann ... plötzlich darf man trinken, endlich 14 ... 16 ... 18 = endlich erwachsen!🍻

    Hallo Emily,

    eine ähnliche Erfahrung machte ich auch, mit der Zeit wurde das alkoholfreie Leben zur Selbstverständlichkeit. Sogenannte Triggerpunkte verschwanden allmählich und nun stehe ich dem Alkohol gelassen, nicht verteufelnd, entgegen.

    Wie ein böser Traum kommt es mir vor und ich frage mich oft, wie konnte das geschehen?

    Warum warnte mich niemand davor? Als Kind, Jugendlicher ... da wo alles begann. Die Erwachsenen/Erfahrenen hätten es doch wissen können.

    Hat man erstmal "Blut geleckt" ist's meistens schon zu spät ...

    So möchte ich nur anmerken, dass "wir", "die", "alle" und "keiner", ausserdem "nie" und "immer" in meinem Kopf unzulässige Verallgemeinerungen sind. Bitte Sachauge benutzen.

    Danke, liebe ichso , für den Hinweis!

    Bei ca. 8 Millionen riskant Tinkenenden (in Deutschland), ca. 40 bis 74 Tausend alkoholbedingten Todesfällen/Jahr, ~13.000 alkbedingten Verkehrsunfällen, ca. 230.000 alkoholisierten Straftaten, ca. 80.000 jährlichen (!) Entgiftungen u.v.a.m. sind natürlich Verallgemeinerungen völlig fehl am Platze.

    Entschuldige bitte ...

    Will ich, ich als Volk, ich als Bundesregierung (gewählte Volksvertreter, Lenker der Geschicke und des Wohlergehens) überhaupt das schiere Alkohol-Bewusstsein, den Umgang/Konsum beeinflussen?

    Auf der einen Seite wird zwar hin und wieder gewarnt, wenn auch zaghaft, doch parallel ist Alkohol nirgends so billig, immer und leicht verfügbar, gesellschaftlich so dominant und wird dermaßen beworben ... schaut man sich nur all die Faltblätter an, voll mit Sonderangeboten, Aktionen, die täglich, ungewollt in unsere Haushalte flattern?

    Klar ist die Versuchung groß, sich ein wenig Freude für ein paar Euro zu erkaufen, all der täglichen Sorgen zu entfliehen, doch muss es so einfach, einladend sein?

    Z.Bsp. Schweden macht es vor mit seinem Vertriebsmonopol.

    In der BRD stehen dem nur Steuereinnahmen von ca. 2 Milliarden entgegen, direkte (nachweisliche Behandlungskosten) Ausgaben von ca. 16 Milliarden, die volkswirtschaftlichen Schäden sollen sich auf geschätzte 50 bis 60 Milliarden/Jahr belaufen.

    Der Umsatz von Alkoholika beläuft sich ebenfalls auf ca. 50 Milliarden (2024) = volkswirtschaftlich eine fragwürdige Rechnung!

    Aber sehr profitabel für die Hersteller.

    Ein Schelm, der Böses dabei denkt ...

    https://www.tagesschau.de/wissen/klima/r…-krebs-100.html

    Auffällig ist, dass auch in diesem Beitrag, der Alkohol zwar erwähnt wird, doch der Fokus auf's Rauchen bzw. Lungenerkrankungen, auch auf Brustkrebs, Übergewicht etc. gelegt wird.

    Und Früherkennung - quasi - als "Heilmittel" propagiert wird.

    Zieht man in Betracht und das darf man, dass neben dem Rauchen, der Alkoholkonsum eine wesentlichte Ursache der Krebserkrankungen darstellt, die man selbst, wissentlich ... willentlich beeinflussen kann - jeder Einzelne, bleibt die Frage offen, in wie weit man das Alkoholbewusstsein überhaupt stärken will.

    Im Land der Säufer, sicherlich keine einfache Aufgabe, doch eine notwendige, wenn man überhaupt etwas verändern will.

    Zu vorsichtig, zu verhaltend, zu nebenbei (!) wir vor Alkohol gewarnt.

    Echte Prävention sieht anders aus.

    Hallo Helga,

    ich bin mit dir völlig einer Meinung, die Liste ist lang!

    Doch wenn wir alle nicht irgendwo anfangen, wird das nie etwas!

    Wenn's bei so simplen Sachen, wie Alkohol schon scheitert, das jeder verstehen könnte, wie will man dann die Leute von PFAS, Billigfutter, Plastikmüll oder der nicht abzuwendenden Klimaerwärmung überzeugen?

    Will man Bewusstsein, incl. Bildung, hineinprügeln?🙃 ... bei all den Verlockungen, Verballhornungen, Ablenkungen und vor allem der permanenten Angstmacherei, kann das doch gar nicht gelingen!

    Schüre Angst, manipuliere, streue Verunsicherung und frohlocke ... das hat vor 1000 Jahren funktioniert und tut es bis heute!

    Nenne es meinetwegen Kapitalismus. Bemerkt man, überhaupt, wer davon profitiert (Geld/Wohlstand), ist die Antwort eine sehr einfache!