Ja, diese Grundsatzdikussionen sind oft müssig, dabei sind es selten welche.
Jeder sucht Zustimmung, vielleicht auch Anerkennung, einer versteht's, rein logisch, ein anderer sucht wissenschaftliche Beweise, Niedergeschriebenes, ICD's (internationale Klassifikationen), streitet sich gar, um physische oder psychische Abhängigkeit ...
Dabei hat es jeder selbst erfahren!!! Sollte es also wissen oder könnte es wissen . Manche bringen sogar Intellekt oder ein Absprechen des eigenen Willens, der eigenen Verantwortung mit in's Spiel.
Alle wissen, wie sie zum Alkohol kamen! Bei allen war es sehr ähnlich, individuell, aber grundsätzlich gleich ... keine Furcht vorm Alkohol, im Gegenteil ... eher Anerkennung in der Gemeinsachaft, dann entdeckte man die anfängliche, angenehme Wirkung, stellte irgendwann fest, dass das auch ganz allein zu Haus, immer und überall funktionierte - der Seelentröster, nicht gerade ein Garant für Glück, jedoch ein perfekter "Problemewegmacher".
Die Psyche lernt, Alkohol hilft ... macht alles gut - erstmal. Nach ein paar Jahren, der Gewöhnung reagiert der Körper mehr oder weniger heftig, wenn das Allheilmittel fehlt. Stress, Unruhe ... das lässt oft zittern, schwitzen u.ä. - wer kennt das nicht?
Keine Leber, keine Bauchspeicheldrüse, keine Zelle des Körpers beschwert sich, wenn es kein Zellgift bekommt.
Das Hirn aber schon, plötzlich freigewordene Rezeptoren, nun nicht mehr betäubt, können, nun, all die Informationen nur schwerlich verarbeiten, das erzeugt Stress ... gewaltigen.
Ist das nun psychisch oder physisch?
Egal. Einer versteht's, ein anderer nicht.
Viele propagieren, mahnen, mehr oder weniger erfolglos. -> Der Rausch wird sogar als Kulturgut verkauft, als freie Willensentscheidung/Eigenverantwortung/Selbstbestimmtheit, überall wird verführt (Werbung, Verkaufseinrichtungen) und es wird vorgelebt, sei es beim wohnzimmerlichen Geburtstag, der Betriebsfeier oder beim Oktoberfest.
Wie soll man sich da als heranwachsender Mensch frei entscheiden können?
Ist die Gewohnheit erstmal etabliert, dauert es Monate, die Rezeptoren im Gehirn wieder zu balancieren, bei nicht so "schweren Fällen" hilft ein dry january ... ein bisschen ...
Viele, nicht alle, werden zwar erfolgreich entgiftet, doch eine "Balance der Rezeptoren" wird selten erreicht (siehe Rüchfallquoten).
Aufhören zu trinken allein reicht nicht, hört man oft, wie das gehen soll, können die Wenigsten vermitteln!