Hallo Emily,
ich fürchte da liegt ein Missverständnis vor ... wenn ich Alkohol trinke, er in meinem Körper ist, bin ich natürlich auch "machtlos", dann wirkt er!
Wenn ich ständig an die vermeintlichen (!) Vorzüge des Rausches denke, mich nicht von dem Gedanken löse, ihn ständig am Leben erhalte, dann wirkt zwar nicht der Alkohol, unmittelbar, doch unbeeinflusst, in meinem Denken, Fühlen, bleibe ich dann auch nicht.
Dieses Gefühl (!), verblasste bei mir mit der Zeit, auch erst, als ich den gedanklichen Kampf aufgab. Als ich bergiff, Alkohol ist genau so ungefährlich wie WC-Reiniger oder Salzsäure, wenn ich ihn nicht trinke.
Warum sollte ich ihn also jemals wieder trinken wollen? Wusste ich doch, was er für einen Schaden in mir anrichtet ... bei mir, dem Ex-Alkoholiker. Ich hatte meine natürlichen Schutzreflexe verloren, durch jahrelanges Training (Trinken) hatte mein Körper eine dermaßene Toleranz entwickelt/erlernt (Suchtgedächnis "des Organismus").
Früher, also ich noch jung und alkohohlunerfahren (untrainiert) war, regagierte mein Körper recht schnell ... durch Übelkeit, Schwindel, leichte Verwirrtheit (unangenehm) - doch mit zunehmender Gewöhnung (Trainig) ließen all diese Schutzreaktionen nach.
Nicht, dass der Körper "besser" mit Alkohol umgehen konnte, doch er lernte, immer besser, diese o.g. Teilausfälle auszugleichen ... bis zur Menge X. Wurde diese Menge überschritten, verfiel ich in komatösen Schlaf = d.h. mein Körper schaltete völlig ab ... "verhinderte" eine weitere Aufnahme (des Giftes) ... Schwindel, Übelkeit hatte ich mir ja schon erfolgreich abgewöhnt! Das merkt sich der Körper (Suchtgedächnis), ähnlich wie beim Radfahren, für immer!
Auch ich kämpfte anfangs (Abstinenz) immer gegen den Gedanken, die "Verführung", was sicherlich auch sehr hilfreich war, doch erst als ich begriff, dass ich körperlich schon längst über'n Berg war und mich entspannte, nicht mehr "kämpfte", also nicht mehr die Gedanken an Verzicht, Wehmut o.ä. wachhielt, verlor ich meine Angst, wurde mir sicher.
Ich gestatte mir sogar Alkohol zu trinken (verbot es mir nicht mehr) - doch warum sollte ich dieses, schon einmal erlebte Elend wiederholen wollen? Wusste ich doch, was dann passiert! Wer sich einmal am heißen Ofen verbrannte, lernt doch auch daraus (meistens).