Beiträge von Paul

    ich mich in meinem Leben nicht als Opfer sehe und das auch nie getan habe. Selbst in der nassen Zeit sah ich mich nicht als Opfer.

    Mir geht es ähnlich! Immer hatte ich die Handlungsgewalt im Bezug auf Alkohol. Nur erlag ich zu oft, zu gern meiner eigenen ... Weichheit, Willenlosigkeit, meiner Unvernunft, auch meiner Gier, die sämtliche Vernunft erfolgreich ignorierte.

    Ich wusste, was Alkohol anrichtet!

    Beschteibt Opfer oder Opferrolle nicht einen Zustand der Machtlosigkeit, unfähig zu sein, einen/seinen gegenwärtigen Zustand ändern zu können?

    Oder, was wohl eher zutrifft, der Handlungsgewalt Anderer bzw. Umständen unterworfen ist, sei es den Handlungenen anderer Menschen, der Natur oder "willkürlichen" Ereignissen? Sei es, Opfer einer Gewalttat, einer Katastrophe, einer Krankheit, auch seiner eigenen Unwissenheit, den Umständen, denen man sich nicht entziehen kann bzw. unfähig ist, sich dessen/derer zu entziehen?

    Ein höchst individueller und einzigartiger Prozess und jeweils nur auf eben diese eine Situation zutreffend?

    ... ein Zeichen der (eigenen) Machtlosigkeit, bezeichnet das nicht: Opfer?

    In Bezug auf Alkohol sehen sich viele als Opfer ... Opfer des Alkohols: man schlidderte so rein (Unwissenheit?), nun ist man süchtig, man kann ja nichts dafür, schließlich ist es eine Krankheit, der Mensch ist seinem Belohnungssystem, seiner Gier unterworfen, chem. Prozesse steuern den Willen, das Handeln (Suchtgedächnis) - das hat nichts mit Willen, mit Bewusstsein, Wissen und daraus folgernden Handlungen zu tun = wir sind Opfer, da machtlos!

    Gern werden alkoholbedingte Symptome mit anderen Krankheiten verglichen, das rechtfertigt, ist für viele plausibel, erscheint logisch. Es ist gefällig.

    Ebenso die Opferrolle ... man kennt die Urache (Alkohol), aber man ist ja machtlos (!). So als wäre man von einer fremden Macht gesteuert, den äußeren Umständen (schutzlos) ausgeliefert.

    Viele, nicht alle, der nun zufriedenen Alkoholfreien haben den Zusammenhang zwischen der krankmachenden, äußerst zellsterstörerischen Substanz Alkohol erkannt, Ursache -> Wirkung. Lässt man dieses eine Gift (Alkohol) weg, erholt sich der Körper und beginnt wieder innerhalb der normalen Parameter zu funktionieren, er erholt sich, wenn auch sehr langsam. Das ist nur ein Fakt!

    Bleiben alle anderen Faktoren/Umstände, die Stress, Unwohlsein, Unzufriedenheit etc. verursachen gleich, bleibt auch der emotionale Zustand unverändert, schlimmer noch, auf Grund der nun fehlenden Betäubung, treten sie nun noch deutlicher hervor.

    Ist man da Opfer? Des Alkohols oder seiner nicht gerade optimalen Lebensumstände?

    Wäre es da nicht vorteilhaft, sich dieser suboptimalen Lebensumsrände zu widmen und da etwas zu verändern?

    Co-Abhängigkei ist wieder ein anderes Thema ... da ist man "Opfer" eines "Opfers" . Die Ursache ist bekannt und wenn man mit seinen Co. keine bilaterale Beziehung aufbauen kann, ja dann ...

    Die Sucht hat ihren Schrecken verloren.

    So ähnlinch ging's mir auch, nach einem Jahr. Nur fürchtete ich mich nicht vor "der Sucht", sondern immer nur vor meinem scheinbaren Unvermögen, ich zweifelte an mir, ich traute mir nichts zu, ich haderte ... mir mangelte es an Selbstbewusstsein - so weit hatte der Alkohol mein Gehirn, mein Denken schon aufgeweicht.

    Im Nachhinein kann ich behaupten, so schlimm war die ganze Alkoholabgewöhnerei gar nicht. "Schlimm" war nur die Zeit bis zu dieser Erkenntnis, als noch alle/viele Gehirnzellen nach der "belohnungsstoffauschüttenden" Substanz gierten, wider aller Vernunft.

    Ich, mein Gehirn brauchte diese Zeit, der Rest des Körpers erhohlte sich recht schnell ... Verdauung, Schlaf verbesserten sich, sicherlich freuten sich auch die Nieren, die Leber, das Lymphsystem und alle anderen Funktionseinheiten meines Körpers, konnten sie sich jetzt endlich wieder ihrer eigentlichen Aufgabe widmen und mussten nicht ihre Energie für nötige Reparaturarbeiten verschwenden, die der Alkohol verursachte.

    Eigentlich spielt der Alkohol keine grosse Rolle mehr ,wenn die Gründe für das Trinken gelöst werden.

    Sollte ich das schaffen ,stehen meine Chancen nicht schlecht.Soweit die Theorie/Teil 2 :)

    Hallo Laggard,

    eigentlich (!) gibst nur du dem Alkohol eine (eventuelle) Bedeutung. Menschen, die eher angewidert sind von Alkoholika, denen ist Alkohol schlichtweg egal oder die Alkohol, weder schätzen, noch verteufeln, weil er ihnen nutzlos erscheint. Wir oder du, also jeder für sich, gibt doch erst diesem Stoff (Bier, Wein, Schnaps) eine/seine Bedeutung.

    Auch wenn das täglich grüßende Murmeltier, sich ständig wiederholt, bleiben die Fakten Fakten: Alkohol verändert absolut nichts ... alles bleibt wie es ist, nur weil wir es anders wahrnehmen oder gar nicht mehr in der Lage sind, es wahrzunehmen, berauscht, bleibt die Realität, die Fakten, unverändert.

    Ist einem das bewusst, kann doch gar kein Zweifel mehr aufkommen, ausser man hat grundsärzlich mit der Realtität bzw. deren Wahrnehmung ein Problem.

    Klar gibt es immer Pessimisten, Zweifler, Miesmacher, "Andersgläubige", Angstmacher, Realitäts- und Faktenverweigerer und (!) besonders auch Verführer, die dich von ihrer Sicht der Dinge überzeugen wollen, die Alibi-Mit-Trinker suchen, um ihren eigenen Kosum, ihre Meinung versuchen zu rechtferigen.

    Alles hängt doch am Wörtchen "wenn", hältst du dich vom Alkohol fern, bist du 100% sicher, klar muss man sich erstmal daran gewöhnen, doch warum sollte das nicht gelingen?

    ^^ mich triggert mittlerweile das Wort triggern ^^

    Ethik oder Moral ist doch fest mit dem Glauben der Menschen verbunden.

    Ist etwas mit dem, voran wir glauben vereinbar, erscheint uns das ethisch, eine andere Kultur (Glauben) empfindet es als höchst verwerflich.

    Mir genügt, geht es mir damit besser oder schänkt es mich ein, zugegeben eine äußerst subjektive Empfindung, doch schließlich bin ich ein Subjekt.

    Über "den Wert" eines Menschen zu philosopieren finde ich müßig.

    Das darliegende Problem (welches überhaupt?) werde ich nicht lösen, jeder sollte sein eigenes erkunden und ggf. lösen.

    PID mag zwar sinnvoll erscheinen und zu Erkenntnissen führen, doch was nützt uns das letztendlich, wenn wir nicht in der Lage sind bestimmte Sachen zu repapieren?

    Zurück zum nicht kontrollierbaren Mediumkonsum, einer Sucht und damit entstehenden Leidensdruck ... ähnlich wie beim Alkoholkonsum, macht die Menge das Gift ... einmal infiziert, kommt man (?) schwerlich davon los ... je früher (Alter) man dem erliegt, desto schwerer wird's. Alles ein Lernprozess.

    Ich setze da auf das altbewährte Bewusstsein.

    Eine neue Ehtik entwickeln? Genügt die Platons nicht? Oder: edel sei der Mensch, hilfreich und gut oder: alles zum Wohle des Volkes?

    Nur, weil die Freiheit auch die Freiheit des Andersdenkenenden einschließt, rechtfertigt das weder Unterdrückung, noch Ausbeutung oder Manipulation zum Nachteil bestimmter Gruppen.

    Das ist doch nicht neu! Nur weil es Nietzsche als neue Ethik bezeichnete oder Marx als Bewusstsein, das sind doch uralte Grundsätze.

    Nicht die Maschinen Ende des 19.Jh. (Maschinenstürmer) waren das Problem, sondern die Ausbeutung, die ungerechte Verteilung. So auch heute ... da ist eigentlich genug (noch), nur es ist äußerst ungerecht verteilt. Sozialmedia ist nicht das Problem, auch nicht die voranschreitende Technik, die vieles erleichtert, sondern ihr Umgang ... das Erwecken von Begehrlichkeiten, zum Nachteil Anderer. Die Art der Nutzung, nenne es meinetwegen die bewusste Verdummung (Manipulation), Niederhaltung ... Verunsicherung, Unterdrückung ... weltweit bereits zu beobachten - Extrembeispiel China.

    Techologie bedeutet Macht (Anderen seinen Willen aufzuzwingen), ob bewusst oder unbewusst, siehe die aktuelle Kriegsführung. Technologie bedeutet Herrschen ... die Möglichkeit zu Unterdrücken, was leider all zu oft benutzt wird, nicht zum Wohle der Gemeinschaft, zum Wohle Einzelner.

    Der "Leidensdruck" resultiert doch aus einer vermeintlichen Abhängigkeit, dem ein bewusster, bewusst denkender Mensch eher selten verfällt. ... man gaukelt Bedürfnisse vor und deren Befriedigung, schaff somit Abhängigkeiten und kann dann clever manipulieren. Die Werbung ist ein treffendes Beispiel - wir lassen uns hinreissen und kaufen jeden Mist, obwohl wir ihn nicht wirklich benötigen. Parallel zerstören wir nicht nur unsere Umwelt, sondern auch die Gemeinschaft, die ein friedliches Zusammenleben erst ermöglicht, ja bedingt.

    Buddha, Latotse, Platon, Sokrates u.v.a. beschrieben das schon ... sehr einfach und sogar nachvollziehbar. Nur begreifen tun's recht wenige! In ihrem Konsum- und Optimierungswahn, das ist doch das eigentliche Leiden, der Mangel an Bewusstsein, das Nichterkennen (wollen/können?) dieser Dynamik/Zusammenhänge.

    Da hilft Bildung sicherlich sehr, nur beinhaltet Bildung nicht nur das bloße Anhäufen von (Teil-)Wissen, sondern auch das Verstehen, incl. einer sozialen Kompetenz, ein auch (!) Rücksichtnehmen, nicht nur auf seine Mitmenschen, sondern die gesamte Umwelt, ohne die wir (Menschen) schwerlich leben können.

    Nix gegen schnelle Informationsplattformen, hilfreiche Assistenzsystem in Automobilen oder Flugzeugen, eine fortschrittlich Medizin, bargeldloses Bezahlen, sprechende Bodensaugstaubroboter ... wenn uns das so glücklich macht, doch sind wir ALLE damit zufriedener, entspannter, leidensdruckfreier?

    Da lob' ich mir doch das im Flur stehende Telefon mit Wählscheibe, den Luftpostbrief ...

    Wenn mein Kind nicht mit der Technologie XY umgehen kann, muss ich es befähigen.

    Wenn ich mit Alkohol nicht umgehen kann muss ich es lernen. Gelingt mir das nicht ... hilft was? ... eine "neue Ethik"? Bewustsein = Zusammenhänge begreifen?

    nach Feierabend

    Dank dieser ständigen mobilen Erreichbarkeit hat doch kaum noch einer "Feierabend", ausser er schaltet diese Dinger ab.

    Wie schön war es früher, ja, da war es besser ^^ , als es noch einen Sendeschluss im TV gab, da war dann wirklich Feierabend, Ruhe. So etwas erlebst du heute nur noch in der Mongolei oder in der Antarktis ... Sendeschluss, Ruhe. Da sind auch die Menschen ... Pinguine (Antarktis) viel gelassener.

    Schau dir doch mal die Handy-Kinder an ... unkonzentriert, hibbelig, von den Erwachsenen ganz zu schweigen ... ist das Optimierung, Fortschritt? Nimmst du einem sein Mobilphone weg wird er unruhig, manche sind dem Nervenzusammenbruch nahe. Ja, jetzt ist jetzt, doch ist das nicht besorgniserregend?

    Gewiss eine spannende Erfahrung für dich,

    Die "spannende Erfahrung" war, dass ich ohne diese ganze Spannung (der Optimierung und Zeitersparnis) viel entspannter war, ausgeglichener und gelassener. So wie in der Zeit, als man noch dem Brief aus Luftpostpapier entgegenfieberte und nicht ständig irgend ein Handy, um meine Aufmerksamkeit buhlte, diverse Assistenzsysteme mich im Auto vom eigentlichen Fahren abhielten und mir App's oder mir sogenannte Fitnessuhren sagten, wie es mir geht.

    Auch mein Belohnungs-/Betäubungsbedürfnis war ohne diesen ganzen Optimierungswahn, Zeitersparniswunsch viel geringer ... weil ... ich hatte Zeit, für mich, für Andere ... ich war stressfrei ... einfach so.

    Danke, Frau Sparkassen_Helga für deine "zwei Cents", doch wo führt uns diese ganze "Optimierung" hin, diese Zeitersparnis? Wer benötigt Uraubsfotos in Echtzeit oder Pipipausen berechnende Automobile?

    Auch ich kann mich noch sehr gut an Briefe auf Luftpostpapier erinnern oder an eine Zeit, als man sich am Telefon noch wirklich etwas zu sagen hatte.

    Vor einiger Zeit war ich mal in New York, erschreckend und faszinierend zugleich und doch war ich froh, als ich dieser ganzen Hektik entfliehen konnte. Auch war ich mal in der Mongolei ... fernab der Hauptstadt, ohne Technik, ohne diese ganze Optimiererei und Zeitersparnis = Entschleunigung pur ... wo Menschen noch einander zuhörten, Zeit für einander hatten ... einfach aufmerksam waren und Geduld hatten, wo die Welt nicht gleich drohte unterzugehen, bei jedem kleinen Missgeschick, wo die KI (künstliche Intelligenz) noch eine natürliche, menschliche Intelligenz war ...


    Ich kann ein Buch empfehlen: Das Zeitalter der Blechdosen: die versunkene Zivilisation des 20. Jahrhunderts, Wolgang Zöller 1990.

    Früher, im Zeitalter der Käuterkundigen, wurden gewisse Kräuter sehr geschätzt, wie Beifuss, Wermutkraut, Johanniskraut, auch Pilze u.v.a.m., auf Grund ihrer beruhigenden bis halluzierenden Wirkungen.

    Salopp gesagt, man konnte ich bei solchen Festen mal ordentlich die Kante geben, sofern die Kräuterkundigen, die wenigen, es ermöglichten. Heute scheint dieses Wissen verloren, die Mythen blieben ...

    ... dass nur ca. 13% es schaffen, ...

    Das mag stimmen, doch änderten die, welchen es nicht gelang ... auf Dauer, in keinster Weise ihr "Leben", ihre Einstellung, ihre Ansicht.

    Fragt man mal die "Rückfälligen", wird man immer wieder feststellen, sie versuchten einer unangenehmen Situation zu entkommen. Sie verdängten "erfolgreich" den momentanen Schmerz, Stress, Unvermögen mittels Alkohol, völlig ausblendend, dass sich (Realität) absolut nichts ändert.

    Hallo Emily,

    mir ging/geht es ähnlich ... allmählich gewöhnte ich mich an den alkoholfreien Alltag, es verflog die Angst vor "dem Rückfall", es wurde zur Normalität.

    Anfänglich befeuerte mich immer die Angst, die machte mich unsicher, säte Zweifel, ließ mich wanken ... was wäre wenn? Auch Aussagen wie "man bleibt immer abhängig" trugen nicht gerade zur Entspannung bei. Erst als ich dieses "was wäre wenn" völlig für mich ausschloss, weil ... warum sollte ich wieder trinken, wenn es mir denn dann so schlecht gehen würde - wieder ... mit diesem Bewusstsein, wurde ich mit der Zeit immer entspannter und verlor gänzlich meine Furcht. Furcht macht Stress, Stress verleitet ihn betäuben zu wollen ... verliert man die Furcht vor der Furcht, bleibt auch dieser (!) Stress aus.

    Zu einfach? Nicht nachvollziehbar?

    Egal! Bei mir hat es vortrefflich funktioniert, nur gewöhnen musste ich mich daran und ja, es dauerte viele Monate, vielleicht ein Jahr oder sogar noch etwas länger, es funktionierte aber. So sehr unterscheiden wir uns doch nicht vom Pawlowschen Hund.

    Wenn du nicht süchtig bist, dann trink einfach mal mindestens 6 Monate nichts.

    Hallo Micha,

    Tom's Vorschlag ist doch ein akzeptabler, wenn dir 6 Monate zu viel sind, beginne mit 3 ... 4 Monaten. Das tust du doch für dich, nur für dich.

    Wenn dir trinken mehr Vorteile bringt und du dich (wirklich!) wohler fühlst, lass es so wie es ist.