Beiträge von AmSee13

    Ist die Frage, vergeude ich meine Zeit? Oder anders gefragt, sind tägliche Highlights das ultimative Leben?

    Wenn du MICH fragst: Nein. Ich persönlich habe überhaupt nicht das Bedürfnis jeden Tag mit Action zu füllen, ich brauche auch nicht tägliche Highlights, sondern im Gegenteil ist gerade für mich die Ruhe zwischendurch und sogar über mehrere Tage wichtig.

    Ich kann da aber auch nur für mich und meine Bedürfnisse sprechen, andere mögen andere Bedürfnisse haben. Das ist für mich dann aber nicht von Belang.

    Ob du deine Zeit vergeudest oder nicht, wirst letztlich nur du selbst beurteilen können. Lebst du das Leben, das DU leben möchtest, oder wirst du gelebt, indem du dein Leben so lebst, wie du meinst, das andere das von dir erwarten?

    Ich bin, abgesehen von Erkrankungen, die mich einschränken und überhaupt erst dafür gesorgt haben, dass ich berufs- und arbeitsunfähig bin, in der komfortablen Situation, innerhalb der besagten Einschränkungen das Leben führen zu können, das ICH leben möchte. Ich habe nicht das Gefühl, meine Zeit zu vergeuden, wenn möglichst wenig bei mir los ist. Ich brauche das sogar so.

    Abgesehen davon lebe ich, weil ich nun einmal so bin, wie ich bin, sowieso schon recht intensiv. :S

    Das mit dem Vergleichen ist ein wichtiger Punkt. Ich tat das auch und habe damit aufgehört weil ich der Regisseur meines eigenen Lebens bin. Andere gehen andere Wege, haben anderer Ziele eine andere Vergangenheit. Ich habe auch gelernt Grenzen zu setzen und "Nein" zu sagen. Das war besonders schwer. Ich habe das vor dem Spiegel geübt. Zuerst kam ich mir albern vor aber mit der Zeit wird die Stimme fester und entschlossener.

    Das, was du da mit wenigen Worten beschreibst, ist, wenn man das geschafft hat, so einfach, jedenfalls empfinde ich das jetzt so, doch ich weiß noch zu gut, wie schwer vorstellbar und umsetzbar das für mich war, als ich noch davor stand, das zu begreifen.

    Klasse, dass du das offenbar mehr oder minder auf dem rationalen Weg und mit viel Übung geschafft hast. Ich, selbst ein sehr rationaler Mensch, hab das auf dem rein rationalen Weg nicht geschafft. Das hat bei mir möglicherweise auch an dem gelegen, was das Aufwachsen in meinem Elternhaus so mit sich gebracht hatte. Wer weiß? 🤷‍♀️

    Schön, dass und wenn du deine Erfahrungen mit uns teilst. Damit bereicherst du unsere SHG ganz gewiss.

    Freundliche Grüße

    AmSee

    Hallo Nobs ,

    von meiner Seite ein Danke, dass du deine Erfahrungen und Gedanken mit der stationären Therapie mit uns teilst. Für den einen oder anderen, der sich vor einer vergleichbaren Situation befindet, könnte das möglicherweise interessant sein.

    Ich kann bezüglich eines solchen Aufenthaltes nicht mitreden, denn ich war, als ich aus meiner Alkoholabhängigkeit ausstieg, nicht in stationärer Therapie und von den diversen Aufenthalten meines Vaters in vergleichbaren Kliniken wie deine, weiß ich zu wenig. Und selbst wenn ich mehr darüber wüsste, wäre das längst nicht mehr aktuell, weil das in den 70er und 80er Jahren war. Was ich ansonsten darüber weiß, habe ich mir angelesen, das ist aber mit persönlichen Erfahrungen in einer entsprechenden Klinik nicht vergleichbar.

    Ich war aber wegen schwerer Depressionen vor ein paar Jahren in einer Klinik und das, was du bislang geteilt hast, erinnert mich an meine Anfänge dort. Ich war auch in einem Doppelzimmer untergebracht, wir hatten aber immerhin ein eigenes kleines Bad für uns zwei. Im Nachbarzimmer waren drei Patienten untergebracht.

    Bei mir war der Therapieplan in der ersten Woche so gut wie leer, außer Wassertreten vor dem Frühstück, Morgenrunde mit allen Patienten, bei der wir einer nach dem anderen kurz unser jeweiliges Befinden beschreiben sollten und einem Arztgespräch war da nichts. Erste Therapie-Angebote setzen meiner Erinnerung nach erst ab der zweiten Woche ein und auch in der zweiten war das noch sehr wenig.

    Man erklärte mir damals, dass das absichtlich sei. Ich sollte erstmal ankommen. Das ist bei Depressionen vielleicht auch wichtig und richtig.

    Ich kann aufgrund dessen, was ich über Suchterkrankungen weiß, nur vermuten, dass sich das auch bei Suchterkrankungen ähnlich verhält.

    Ich durfte immerhin auf dem Klinikgelände spazieren gehen, musste mich dafür nur jedesmal im Büro des Stationspersonals ab- und wieder anmelden. Nur einmal, als es mir psychisch überhaupt nicht gut ging, verbot man mir, die Station zu verlassen. Ich hatte dafür herzlich wenig Verständnis und war stinksauer. Ich wusste zwar, warum sie das taten, denn sie trugen in gewisser Weise Verantwortung für mich, aber ich fühlte mich entmündigt.

    Nachdem sich der schwer depressive Zustand, in dem ich mich zum Zeitpunkt der Aufnahme befand, allmählich besserte, konnte ich die viele freie Zeit nach und nach für mich nutzen. Ich war im Grunde ja schon immer ein kreativer Mensch gewesen.

    Rauchen durften die Patienten dort nur draußen auf einer Dachterrasse. Es war ihnen gestattet, weil man eben nicht alle Baustellen auf einmal angehen kann. So stank es auf der Station nicht nach Zigarettenrauch.


    Ich wünsche dir, dass du dort das mitnehmen kannst, was du für dich brauchst. Dass die Einzelsitzungen mit gleich zwei Psychologen richtig gut waren, hört sich vielversprechend an.


    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo Alex75 ,

    ich kann ansatzweise nachvollziehen, wie es dir geht, und gerade deshalb empfehle ich dir, dich nun dringend ganz um dich selbst zu kümmern.

    Ich hab solche Geschichten, wie du das erzählst, aus der Perspektive des Kindes/ Jugendliche bei meinen Eltern erlebt und als Erwachsene im Laufe der vergangen fünf Jahre so einige Erfahrungsberichte von Angehörigen gelesen und teilweise auch mit im Austausch gestanden.

    Das Leben an der Seite eines „nassen“ Alkoholikers bindet unendlich viel Energie. Nahezu ALLES dreht sich ihn.

    Das war in meiner Familie nicht anders. Immer ging es letztlich um meinen Vater, ob‘s ihm gut ging oder schlecht. Wir hatten alle sehr, sehr feine Antennen dafür entwickelt. Letztlich sind wir anderen, meine Mutter, meine jüngere Schwester und ich dabei auf der Strecke geblieben.

    Mein Vater war schon in jungen Jahren in die Alkoholsucht abgerutscht. Ich kann gar nicht mehr sagen, wie oft er auf Entzug und anschließend zur Therapie in Kliniken gewesen ist. Er ist jedenfalls immer wieder rückfällig geworden. Während dieser Rückfall-Phasen war er immer mal wieder gewalttätig gegenüber meiner Mutter. Ich, selbst ein Kind, hab sie zu beschützen versucht und sie hat sich des Nachts öfter zu mir ins Bett geflüchtet, wo sie sich offenbar sicher vor ihm fühlte.

    Was haben wir immer wieder gehofft, dass er endlich dauerhaft die Kurve kriegt. Hat er nicht. Während seines letzten Rückfalls verursachte er einen Autounfall, der ihn sein Leben kostete. An keinem von uns ist das Leben an seiner Seite spurlos vorübergegangen, wir alle drei haben psychische Schäden davon getragen.


    Warum erzähle ich dir das? - Es ist nicht sicher, dass dein Partner nun die Kurve kriegt. Umgekehrt aber benötigst auch du sehr wahrscheinlich Hilfe. Deshalb empfehle ich dir, dich mal näher mit dem zu beschäftigen, was wir bei uns so an Informationen für Angehörige zusammengetragen haben. Hast du Fach- u.a. Literatur (Lesevorschläge) und Linksammlung schon bei uns entdeckt?

    Wann immer du Fragen hast oder Gedanken teilen möchtest, nur heraus damit.

    Freundliche Grüße

    AmSee

    Hallo Alex,

    ich schließe mich dem an, was dein Umfeld und Paul dir bereits empfohlen hat.

    Es ist wichtig, dass du für dich sorgst.

    Es wird sich erst noch erweisen müssen, ob dein Partner wirklich aussteigen will. Es könnte, nach dem, was du erzählt hast, gut sein, dass er sich jetzt nur darauf eingelassen hat, weil du Druck gemacht hast.

    Wenn er aber von sich aus (noch) nicht wirklich vom Alkohol weg will, werden sich irgendwann wieder Gründe ergeben, aus denen er meint, ohne Alkohol nicht auskommen zu können oder zu wollen.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo Alex75 ,

    herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe und Danke für deine Vorstellung.

    Ich verschiebe deinen Thread gleich in das entsprechende Unterforum im öffentlichen Bereich.

    Viele Grüße

    AmSee als Mod

    Ich mochte mir den Film, als er erstmals im Fernsehen lief, nicht ansehen. Ich hatte den Anfang gesehen und mich persönlich triggerte zu dem Zeitpunkt, wie das Trinken in dem Film zelebriert wurde. Mir war das in gewisser Weise zu nah an meiner eigenen Realität als Weintrinker.

    Wer damit ähnliche Probleme hat, sollte sich vielleicht überlegen, ob der Film etwas für sie oder ihn ist.

    Hallo Nobs ,

    Auch da habe ich das Gefühl, hängen gelassen zu werden, das kostet einfach verdammt viel Kraft.

    auch das kann ich durchaus nachvollziehen. In anderen Zusammenhängen kenne ich diese Enttäuschung im Zusammenhang mit Krankenkassen. Mir selbst ist das schon so ergangen und meinem besten Freund ergeht das derzeit so mit seiner Krankenkasse, die eine wichtige Untersuchung nicht bezahlen will.

    Was ich dir empfehlen möchte, ist, bezieh das nicht auf dich und deine Erkrankung, sondern versuche es als das, was es ist, zu sehen: Ein System, das gelinde gesagt suboptimal funktioniert und sehr viel Verbesserungsbedarf hätte.

    Ich habe für mich die Weisheit und Kraft des sogenannten Gelassenheitsspruchs begriffen. Mit der Gelassenheit hatte ich früher mein größtes Problem, die konnte ich nämlich nicht finden. Das hat sich in den vergangenen Jahren aber geändert, auch meine Selbstfürsorge war dabei sehr hilfreich.

    (Gott) Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

    (Wer nicht an Gott glaubt oder das so nicht sagen kann, lässt Gott einfach weg.)


    Es gibt soooo vieles, was im Leben gelinde gesagt suboptimal läuft. Da es Auswirkungen auf meine Stimmung und die mir zur Verfügung stehende Energie hat, richte ich meine Aufmerksamkeit möglichst wenig auf das, was schlecht läuft, sondern sehr viel mehr auf das, WAS (gut) läuft und auf die kleinen Schritte. Aus der Richtung fließt mir dann mitunter wie durch ein Wunder wieder Energie zu.


    Da habe ich auch viele, ich lese gerne, schaue gerne TV, koche gerne, Gartenarbeit jetzt gerade nicht😉, töpfern tu ich auch, da währe noch einiges.

    Nächste Frage, die du übrigens hier nicht beantworten musst, sondern die du auch nur dir selbst beantworten darfst: Was davon setzt du im Moment konkret um?


    Ich frage das deshalb, weil das Geheimnis in gewisser Weise im Tun liegt.

    Hast du schon einmal von dem Botenstoff Dopamin gehört oder gelesen? Das ist ein Botenstoff, der im Gehirn eine sehr wichtige Rolle für Motivation, Bewegung, Belohnung und Stimmung spielt.

    Auf natürliche Weise wird der nur ausgeschüttet, wenn wir uns anstrengen, lernen, arbeiten.

    Viele Grüße

    AmSee


    P.S.: Für die kommende Woche wünsche ich dir viel Erfolg, hoffentlich klappt das mit der Aufnahme zu der stationären Therapie. 🍀

    Hallo Nobs ,

    auch von mir ein herzliches Willkommen in dieser SHG und ich wünsche dir ein gutes Ankommen hier.

    Das ist enttäuschend, dass du‘s mit der Suchtberatung offenbar nicht so niederschwellig hattest, wie das wünschenswert gewesen wäre. Ich hab diesbezüglich schon von anderen Erfahrungen gelesen.

    Immerhin bist du offenbar aber an eine gute Ärztin geraten, die dir wöchentliche Gespräche angeboten hat. Das ist echt was wert.

    Nun bist du immerhin schon drei Monate trocken und hast deinem Körper damit mit Sicherheit schon einen großen Gefallen getan. Wenn du dich näher mit den gesundheitlichen Folgen von Alkoholkonsum auf den Körper vertraut machst, wirst du wissen, was du dir da für einen Gefallen getan hast.

    Normalerweise bin ich richtig Sportbegeistert, fange alles mal an und bei den guten bleibe ich dann auch. Das fällt mir zur zeit so richtig schwer. Auch weil ich mich mit den mehr Kilos nicht wohl fühle.


    Das wird sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit im Laufe der Zeit ändern, dass dir der Sport schwer fällt und du unter den mehr Kilos leidest.

    Gewiss ist das nicht soooo dolle, mehr zu essen, aber im Moment solltest du dir deswegen nicht noch mehr Stress machen. Was du versuchen könntest, ist, mehr Wasser oder ungesüssten Tee zu trinken. Ist der Bauch erstmal gefühlt, tritt nämlich Sättigung ein.

    Wie steht‘s bei dir ansonsten mit deinen Interessen? Gibt es da etwas, was du gerne machst?


    Viele Grüße

    AmSee

    Ich verstehe Deine Angst vor dem "Nie wieder". In dem Alkohol hat man den verlässlichen Helfer, wenn´s mal wieder schwierig wird. Die einfache Lösung aus der Flasche, wirkt innerhalb von 5 Minuten.

    Ich kann diese Angst vor dem „Nie wieder“ ebenfalls nachvollziehen.

    Als ich hier aufschlug, war das für mich nicht so, dass ich in Alkohol den verlässlichen Helfer gesehen habe, wenn‘s mal schwierig wird, obwohl auch ich zuletzt Alkohol missbraucht hatte, um irgendwie funktionieren zu können und Aufgaben, vor die ich mich gestellt sah, von denen ich mich aber überfordert sah, überhaupt noch bewältigen zu können.

    Ich selbst hab zu dem Zeitpunkt, als ich hier aufschlug, lediglich damit gerungen, dass ich meinen Konsum, wenn ich denn mal mit einem oder zwei Gläsern begonnen hatte, nicht wirklich kontrollieren konnte. Bei mir kam der „Durst“ sozusagen beim Trinken.

    Lange hatte ich geglaubt, dass das ich mich nur mehr zusammenreißen müsste, um es kontrollieren zu können. Auch vertraute ich darauf, dass mein Durst von sich aus erlischt, wenn ich ein bestimmtes Maß, das ich für vertretbar hielt, getrunken hatte.

    Tatsächlich wurde das Maß schleichend immer mehr. Ich hielt auch das lange Zeit noch für vertretbar, aber zuletzt kippte bei mir die Stimmung immer ganz übel und ich fühlte mich dann nur noch grenzenlos müde, erschöpft und zerschlagen.

    Durch den Austausch mit anderen hier wurde mir bewusst, dass es leichter für mich war, es ganz bleiben zu lassen, als meinen Konsum weiterhin zu kontrollieren zu versuchen.

    Ich hab anfangs noch mit mir gerungen, ob ich nicht doch ab und zu mal eine Ausnahme machen dürfe, aber durch den Austausch hier begriffen, dass das keine Lösung für mich ist.


    Und dann machte ich im Laufe der nächsten Wochen und Monate eine Entdeckung, nämlich dass es mir körperlich und psychisch zunehmend besser ging. Diese Entdeckung sowie das, was ich mir an Informationen über Alkohol anlas, bestärkten mich dann auf meinem Weg.

    Ich habe mich damals nicht an einem „Nie wieder“ orientiert, sondern an „Heute trinke ich nicht“. Mir hat das tatsächlich geholfen.

    Irgendwann später brauchte ich das dann nicht mehr.


    Viele Grüße

    AmSee

    Ich habe unserer Linksammlung soeben diesen Hinweis hier hinzugefügt.

    Suchtberatungsstellen sind bundesweit über die Seite der DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.) https://www.dhs.de/ zu finden. Konkret nach dem eigenen Postleitzahlenbereich suchen kann man dort über https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis

    Der Hinweis ist auch im ersten Beitrag des Threads Ich will mit dem Trinken aufhören. Was tun? Wer hilft mir? eingefügt.

    Es lohnt sich, sich die Webseite der DHS mal näher anzuschauen, dort werden nicht wenige interessante und hilfreiche Inhalte veröffentlicht.

    Hallo Andrew,

    ich kann das nachvollziehen, dass das für dich gerade nicht leicht ist. Auch ich hab das mit dem Weinen ähnlich wie Helga erlebt, nämlich dass das ein mächtiges Ventil sein kann.

    Das ist enttäuschend, dass dein Hausarzt nicht so reagiert hat, wie du das gebraucht hättest, aber ich finde das wichtig, dass du dann doch den Mut gefunden hast, zum Arzt zu gehen.

    Auch wenn dein Arzt mit Suchtproblematik vielleicht nicht vertraut ist, so ist er noch immer ein Arzt, ja sogar dein Hausarzt und nun im Bilde, wie es um dich steht. Und das ist nicht unwichtig! Und er hat ja wohl auch erkannt, dass du Hilfe brauchst, auch wenn er sie dir offenbar leider nicht geben konnte.

    Leider ist das wohl so, dass (noch?) viele Ärzte nicht mit Suchtproblematik vertraut sind, meine ehemalige Hausärztin war das zum Beispiel bedauerlicherweise auch nicht. Das hat mein Vertrauen in sie und in ihre Qualifikation erschüttert. Ich habe mir daraufhin einen anderen Arzt gesucht und schließlich eine Hausarztpraxis mit mehreren Ärzten gefunden, bei denen ich mich gut aufgehoben fühle.

    Ich finde, du darfst dir dafür, dass du den Mut aufgebracht hast, zu deinem Hausarzt zu gehen, durchaus auf die Schulter klopfen. Du hast einen weiteren Schritt getan, um dir selbst Hilfe zu leisten.

    Wenn man vor einem großen Berg steht, den man abtragen muss, so kann das mächtig überfordern an die ganze Sache auf einmal zu denken. Deshalb ist das wichtig, sich nur auf den jeweils nächsten Schritt zu konzentrieren.

    Mein Mann hatte vor vielen Jahren einen Spruch an der Wand seines Zimmers hängen. Es war ein Spruch, der Konfuzius zugeschrieben wird. Er lautet so: „Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.“

    In diese Richtung geht auch die Weisheit des Straßenkehrers Beppo, die dir möglicherweise nicht nur hier im Forum schon begegnet ist. Auch die begleitet mich inzwischen schon viele, viele Jahre.

    Hi Emily,

    nach dem, was du so von dir geteilt hast, finde ich es sogar verständlich, dass du dich momentan etwas ausgepowert fühlst.

    Mir geht das in vergleichbaren Situationen ja nicht anders. Mein Körper fordert seit ein paar Tagen ebenfalls eine Auszeit. Das war bei mir in letzter Zeit offenbar doch etwas zu viel, ohne dass ich mich in der Lage gesehen hätte, das zu bremsen. „C'est la vie“, nicht wahr?

    Nicht angenehm, aber ich bin ja damit vertraut und gebe ihm und damit mir, was er offensichtlich gerade braucht. Er meint es ja letztlich doch gut mit mir.

    Was das Forum betrifft: Das, was dir vor Kurzem durch den Kopf gegangen ist und was du mit uns geteilt hast, ist mir früher auch immer mal wieder durch den Kopf gegangen. Das Auf und Ab hier ist ja nicht neu, ich hab mich nur schon daran gewöhnt und kann es so akzeptieren, wie es ist.
    Ich bin noch da, auch wenn ich hier ehrlich gesagt manchmal müde werde. Die Zeit wird und mit ihr das Nutzerverhalten wird meines Erachtens zeigen, ob und wie es mit diesem Forum weiter geht. Das Forum hat meiner Ansicht nach großes Potential.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Richtig, in einem anderen Beitrag von dir ging‘s um ein anderes Medikament. Auch das kann tatsächlich sogar zu allergischen Reaktionen führen, die ebenfalls nicht gerade harmlos sind.

    Wie’s um Risiken und Nebenwirkungen bei jedem einzelnen hier bestellt ist, können wir hier bei keinem Medikament wissen. Daher gehört das unbedingt in die Hände von Arzt oder Apotheker vor Ort.

    Hallo Andrew07 ,

    sowas kann passieren.

    An sich ist die Forensoftware recht benutzerfreundlich, aber wenn du Schwierigkeiten hast, frag dich einfach durch. Dir wird hier gewiss Hilfestellung gegeben.

    Maggi , das mit den Medikamenten mussten wir nun präzisieren, denn das gehört tatsächlich schon aus Gründen der Verantwortung in die Hände von Arzt oder Apotheker.

    Nimm als Beispiel nur mal mal ASS und auch andere Medikamente, auf die Menschen tatsächlich sogar allergisch reagieren können. Das ist unter Umständen nicht gerade harmlos.

    Hallo Kogge,

    ich kann das durchaus nachvollziehen, was du über dein Empfinden und deine Erfahrungen beim Teilen deiner Geschichte schreibst.

    Ich halte das für sehr achtsam und auch für richtig und wichtig, dass du das wahrnimmst und auch reflektierst.

    Was ich dir aufgrund eigener (schlechter) Erfahrungen empfehlen möchte, ist, eine mögliche Überforderung im Blick zu behalten und Maßnahmen der Selbstfürsorge parat zu haben. Hast du dir schon geeignete sogenannte Copingstrategien zugelegt, wenn du mit starken Emotionen konfrontiert bist?

    Ich empfehle dir das deshalb, weil ich selbst, nachdem ich in therapeutischen Gesprächen bei meinem Neurologen in meine reichlich belastete Vergangenheit eingedrungen bin, von diversen Emotionen, die mit bis zu drei Tagen Verspätung hochkamen, ziemlich überfordert worden bin. - Und ich hatte kaum tragfähige Copingstrategien. 🙈

    Viele Grüße

    AmSee

    Andrew07 , das kann ich sogar nachvollziehen, dass du es zur Zeit nicht glauben kannst.

    Mit der Erfahrung, dass dein Alkoholmissbrauch dich psychisch runtergezogen hat, bist du nicht alleine. Das ist eine der Nebenwirkungen, die Alkoholmissbrauch neben vielen anderem so mit sich bringt.

    Wenn du dir keinen Alkohol mehr zuführst und dich im Gegenzug auf die Suche nach dem begibst, was du wirklich brauchst, wird es dir mit sehr großer Wahrscheinlichkeit psychisch wieder besser gehen. Und dann wirst du auch erfahren, dass du selbst dir Halt geben kannst.

    Und dass sich das sich selbst beglückwünschen zur Zeit noch komisch anfühlt, finde ich auch ziemlich normal. Ich vermute mal, dass du gedanklich noch in dem drinsteckst, was die Gesellschaft uns in Bezug auf Alkohol so vorlebt. Wahrscheinlich wirst auch du anders darüber denken, je vertrauter du mit der Thematik wirst.

    Einsicht sei der erste Weg zur Besserung, sagt man glaube ich so .

    Wenn du diese Einsicht jetzt erstmal gewonnen hast, dann hast du zumindest eine Ahnung, wie du Besserung herbeiführen kannst. Oder? ;)

    Was ich dir auf jeden Fall im Moment empfehlen kann, ist möglichst viel Wasser oder Tee zu trinken. Ist der Bauch mit Flüssigkeit gefüllt, tritt ein Sättigungsgefühl ein. Das kann ziemlich hilfreich sein.


    Viele Grüße

    AmSee

    Vielleicht ist es möglich, dass ein Mod die Kommentare aus dem "Rückblick" Thread hierher zieht? Und vielleicht den "Rückblick" Thread auch umbenennt in "Kogges Reise"? Das wäre total lieb.

    Hallo Kogge,

    hab das gerade für dich erledigt. Der Thread „Kogges Reise“ enthält jetzt nur noch deine Geschichte, alles andere habe ich in diesen Thread hier verschoben.

    Viele Grüße

    AmSee