Beiträge von AmSee13

    Hallo ZurueckimLeben ,

    Danke für deinen Beitrag. Der geht so ziemlich in die Richtung, in der ich auch unterwegs bin.

    Ich hatte die Tage privat so viel um die Ohren, dass ich erst jetzt dazu komme, wieder ins Forum zu schauen. Ich würde gerne ausführlicher auf deinen Beitrag eingehen, aber das wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

    Nur ein Hinweis von mir, weil du mir direkt geantwortet hattest: Ich stehe zwar als Themeneröffner da, aber tatsächlich ist dieses Thema aufgrund eines Beitrags von Emily zustande gekommen, den ich in diesen Thread verschoben hatte.

    Freundliche Grüße

    AmSee

    Lange Rede kurzer Sinn.

    Ich werde hier aufgefangen. Menschen die die Hölle Alkohol selbst erlebt haben stehen mir hier zur Seite. Urteilen nicht über mich, sondern unterstützen mich. Nicht mit mahnenden Worten, sondern mit Denkanstössen.

    Das freut mich, dass du das so wahrnimmst, denn so wünsche ich selbst mir eine SHG und habe selbst das hier ja auch so erfahren.


    Das DANKE kann ich nur zurück bzw. weitergeben an all die, die diese SHG in der Vergangenheit mitgetragen haben, und an die, die sie derzeit mittragen. Und das sind, auch wenn es hier immer mal sehr ruhige Phasen gegeben hat und auch jetzt noch gibt, gar nicht mal so wenige.

    Inzwischen hat dieses Forum wieder mehr aktive Mitglieder und das tut dieser SHG sichtlich gut. Deshalb von mir ein Danke, dass ihr da seid, auch wenn der Umstand, der euch hierher geführt hat, kein guter war. In dieser SHG machen wir gemeinsam was draus und sind, wie Kogge das letztens geschrieben hat, „Gestalter“.

    Es bleibt diesem Forum nur zu wünschen, dass es weiter wächst, und dass die, die hier Unterstützung erfahren, im Laufe der Zeit selbst zu Unterstützern für Neuankömmlinge werden.

    Auch bemerkte ich während meiner Hochalkoholphase, dass Alkohol kaum noch wirkte ... ich wurde weder "verzaubert", noch euphorisch oder gelassen. Die Motorik setze allmählich aus, die Betäubung nahm zu und endete, dann in komatösen Schlaf = es wurde also nichts "besser", angenehmer, schöner.

    Das war meine Erkenntnis -> siehe oben, nach 3 Jahren Abstinenz, der Alkohol wirkte nicht (mehr).


    Hast du diese Erkenntnis denn nicht schon gehabt, als du noch gesoffen hast?

    Nie kam ich auf die Idee, kontrolliert trinken zu wollen.

    Diese Idee klingt aber in einigen Formulierungen von dir an….

    Guckst du:

    Wenn indische Yoga-Gurus sogar ihren Herzschlag willentlich, wesentlich (!) beeinflussen können, "normale Menschen" sich nur durch ihre Vorstellungen exellent aufregen können, manchmal auch beruhigen ^^ , da wird es mir, halbgebildeter Pappnase, doch gelingen, nach 2 ... 3 Bier eben nicht den Vollrausch, die absolute Betäubung anzustreben, um mich am nächsten Tag darüber zu ärgern (wie all die Jahre zuvor), was ich doch für ein Volltrottel bin/war.

    Auch will ich nichts verallgemeinern, ich wollte nur meine Furcht loswerden, mir beweisen, Alkohol kann mir nichts, ausser ich lasse es zu.

    Mir erschließt sich deine Logik nicht, Paul .


    Mit diesem Bewusstsein startete ich diesen Versuch: kann ich mir einreden, dass Alkohol eben nicht wirkt, psychisch? Oder ist der Körper schon so an diesen Stoff gewöhnt, dass kaum noch was passiert?

    Du wolltest dir beweisen, dass die psychoaktive Substanz Alkohol bei dir nicht psychoaktiv wirkt, weil du dir das A entsprechend einreden kannst oder B dein Körper so an diesen Stoff gewöhnt ist, dass kaum noch etwas (positiv Wahrnehmbares) passiert?

    Wie passt das Beispiel mit dem indischen Guru da hinein, wenn‘s um den Umgang mit einer psychoaktiven Substanz wie Alkohol geht? 🤔

    Wenn B nun zuträfe, weißt du bezüglich A noch gar nichts, oder?🤔

    Wenn B nicht zutrifft, A dummerweise schief ginge, so frage ich mich, was du dann gewonnen hättest.

    Wenn A bei diesem einen Test nicht schief ginge, sondern zu funktionieren schien, so frage ich mich, was hast du dann gewonnen hättest.


    Ich kann das durchaus nachvollziehen, dass du vor dem Stoff Alkohol an sich keine Angst haben möchtest, wobei ich selbst gar keine Angst vor Alkohol habe, sondern lediglich so etwas wie Respekt vor diesen Zusammenhängen von Psyche und neurobiologischen Prozessen habe, die mein psychisches und physisches Befinden beeinflussen. Ich bewundere, wie kompliziert das alles aufeinander abgestimmt zu sein scheint und wie schwer mitunter willentlich beeinflussbar. Wenn jemand zum Beispiel Grippe hat, so geht‘s ihm oder ihr auch psychisch schlecht und letzteres ist für die Dauer der Grippe nur schwer willentlich zu beheben.


    Mir ist der Gedanke, mir jemals nochmal Alkohol antun zu wollen, fremd (geworden), insofern interessiert es mich überhaupt nicht, ob ich meinen Konsum jemals wieder kontrollieren kann oder nicht. Ich muss auch nicht erst ausprobieren, ob mir Alkohol nach der langen Zeit meiner Abstinenz noch schmeckt oder wieder schmeckt oder nicht.

    Ich bin einfach nur froh, davon gekommen zu sein und Alkohol kein bisschen zu vermissen. Das würde ich beim besten Willen nicht aufs Spiel setzen wollen.

    Paul ist nicht der erste, von dem ich höre/ lese, dass er einen Selbsttest unternommen hat, um sich selbst etwas zu beweisen oder um etwas zu überprüfen.

    Zur Nachahmung würd ich‘s nicht empfehlen und ich wäre auch äußerst vorsichtig, daraus allgemein gültige Erkenntnisse zu ziehen, wie bspw. dass es sich bei Suchtverlangen „nur“ um eine rein psychische Krankheit handelt, eine „Krankheit“, die nur vom Denken, von Gedanken beeinflusst würde.

    Ehrlich gesagt wundert es mich, dass gerade du, Paul , zwischen psychisch und körperlich einen Unterschied machst, da du selbst doch den ganzheitlichen Ansatz favorisierst, bei dem in gewisser Weise alles miteinander zusammenhängt.

    Paul , interessant wäre, warum du das gemacht hast. Wolltest du etwas testen oder wolltest du dir und eventuell anderen etwas beweisen?

    Ich selbst hab gar nicht das Bedürfnis oder Interesse auszutesten, was passiert, wenn ich mal wieder Alkohol trinke. Warum sollte ich das auch tun? Meinem Körper täte ich damit nicht wirklich einen Gefallen, im Gegenteil. Vermissen tue ich auch nichts, weil ich keinen Alkohol mehr trinke. Mir selbst muss ich nichts beweisen und anderen schon gar nicht.

    Selbst gebackene Plätzchen.

    Gewiss, aber die ältere Generation um die 80 mag nicht mehr selbst backen, aber trotzdem Weihnachtsteller verteilen.

    Und die von meinen Mann gebacken Kekse futtern wir seit dem 1.Advent.

    Wir selbst tendieren zu ein paar Süßigkeiten, die wir sonst auch gerne mögen und keine speziellen Weihnachtsleckereien sind.

    Die Orangen und ein paar andere Südfrüchte lassen wir uns direkt von einem Bio-Erzeuger aus Spanien liefern.

    Mir ist das ähnlich ergangen wie Paul . Nachdem ich die eine oder andere Doku gesehen hatte, ist mir das Interesse an so manchem Produkt vergangen zumal mir Nachhaltigkeit und Wertschätzung von Natur, Tier und Mensch ein besonderes Anliegen ist.

    Ich schaffe das nicht ganz so wie Sparkassen_Helga , aber ich bin ebenfalls in dieser Richtung unterwegs.


    Apropos Lidt-Kugeln: Gestern waren die während einer Geburtstagsfeier in meiner Familie Thema. Die Familie sieht regelmäßig die Ernährungsmittel-Doku des Produktentwicklers Sebastian Lege auf ZDF und hatte die Tage die Doku „Die Tricks in Weihnachtsprodukten“ gesehen. Darin wurden u.a. Klassiker wie die Lindor-Kugeln unter die Lupe genommen.

    Das Gespräch in unserer Geburtstagsrunde drehte sich deswegen darum, was man denn stattdessen auf die Weihnachtsteller, die am Abend des 24. traditionell dazu gehören, tun könnte.

    Ich seh das nicht ganz so wie du, Paul , aber ich kann durchaus nachvollziehen, wie du das empfindest, weil mir selbst diesbezüglich auch so einiges immer wieder unangenehm aufstößt.

    Ich kann nicht sagen, dass ich dem früher durch Alkohol entflohen bin, aber inzwischen, da ich für Vieles (noch?) bewusster geworden bin und lernen musste, meine eigenen Wege zu gehen, habe ich zu all dem möglicherweise noch mehr Abstand entwickelt als früher und finde das noch fragwürdiger als früher.


    Dieses Jahr ist wieder so völlig anders als die Jahre zuvor. Ich muss in den letzten Wochen besonders viel an meine Eltern denken. Manchmal bin ich mitten drin in alten Erinnerungen. Ich vermisse sie….

    Die Hälfte meiner lieben Familie hat im Dezember Geburtstag und jeder davon wird auch gefeiert.

    Das ist einerseits schön, andererseits aber auch immer recht stressig. 😅

    Und am 1. Festtag feiern wir auch alle gemeinsam, früher reihum, in den letzten Jahren bei den beiden ältesten Generationen, Mittagessen bei der einen, Tee/Kaffee und Kuchen bei der anderen.


    In Bezug auf mein Leben ohne Alkohol bin ich auch stabil, da zwickt mich nix.

    Ich wünschte nur, dass diese „Phasen“ würden auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Tun sie leider nicht. 🤷‍♀️

    Wir waren letztens auch bei uns auf dem Weihnachtsmarkt, interessiert haben uns dort aber nur bestimmte Imbissstände, der Reibekuchenstand zum Beispiel, obwohl die Verkäufer dort immer wortkarg und sogar recht muffelig sind, aber Reibekuchen gehört für uns in dieser Zeit irgendwie dazu.

    Und dann gibt‘s bei uns diesen schön dekorierten Bratapfel-Stand, der auch einen leckeren alkoholfreien Punsch anbietet, den wir jedes Jahr aufsuchen.

    Ansonsten schauen wir uns an, was an den diversen Ständen so zum Verkauf steht. Am liebsten mögen wir die Stände, wo‘s etwas mehr oder minder Handwerkliches gibt, ob nun gestrickt, genäht, geschnitzt oder geschmiedet oder…. Davon hätte ich bei uns gerne noch mehr.

    Nächste Woche steht bei uns eine Weihnachtsfeier mit Freunden an. Dort liegt der Fokus aber eher auf einem gemeinsamen Beisammensein bei gutem Essen und mit angeregten Gesprächen über dies und das. Das passt dann schon.


    Nun geht’s mir zur Zeit aber nicht so gut und ich habe deswegen ein ganz besonderes Ruhe- und Entschleunigungsbedürfnis. Das beißt sich bei mir mit dem vermehrten Verkehr in unserer Stadt und es beißt sich damit, dass ich mir wie auf Kommando eine Weihnachtsstimmung aufgedrängt fühle, die ich selbst gar nicht empfinde. Ich mag zur Zeit überhaupt nicht Radio hören.

    Deswegen kostet es mich persönlich zur Zeit große Überwindung, in die Stadt zu gehen, um meine paar Besorgungen zu erledigen.

    Ich freue mich jetzt schon auf den Januar, wenn das Ganze wieder überstanden ist…..

    Guten Morgen, Kogge ,

    von mir ein Danke, dass du den sprichwörtlichen Ball aufgenommen hast, wobei ich bei deinen Ausführungen den Eindruck habe, dass es, wie das bei schriftlicher Kommunikation leider leicht passiert, zu einem Missverständnis gekommen ist.

    Ich habe keine Vorwürfe machen wollen und gewiss auch nicht mit quasi erhobenem Zeigefinger belehren wollen, sondern lediglich etwas erläutern, was hier schon mal ein Thema gewesen ist. Ich hab insofern lediglich sprichwörtlich einen Ball in die Runde geworfen.

    Dass du zum Thema „Suchtverlagerung“ von ehemals substanzabhängigen Menschen in die Sportsucht keine validen Daten gefunden hast, wundert mich nicht. Denn, wenn ich bedenke, wo und wie überhaupt Daten erhoben und evaluiert werden, kann ich mir nicht vorstellen, wie es da zu einer validen Statistik kommen könnte.

    Falls das von meiner Seite missverständlich rübergekommen sein sollte, möchte ich nochmals versichern, dass ich gewiss nicht gegen einen gesteigerten Aktivitätsbereich bin. War ich in dem, was ich aus dem Artikel zitiert hatte, nicht deutlich genug, was das Verlassen der sogenannten Komfortzone betrifft? 🤔

    Mir ging es lediglich darum, das Thema „Suchtverlagerung“ zur Sprache zu bringen, dafür zu sensibilisieren, dass das passieren kann (nicht muss). Ich hab dir, Kogge damit nicht unterstellen oder dir vorwerfen wollen, dass du deine Sucht verlagert hättest.


    Ich selbst war früher Perfektionistin, ich konnte gar nicht anders. Bei diesem Streben nach Perfektion kannte ich selbst meine Fehler sehr genau und ich habe meine sämtliche Energien investiert, um mich selbst zu optimieren.

    So kritisch, wie ich mit mir selbst war, blieb mir kein Patzer, kein Fehler verborgen. Und meine „Fehler“ wurden nicht weniger, aufgrund meines Perfektionismus sah ich immer mehr. - Alkohol wurde übrigens zu jener Zeit ein Schmiermittel, um noch besser und länger funktionieren zu können. -

    Ich hab‘s mit noch mehr Kontrolle versucht und brannte über meinem Perfektionsstreben schließlich völlig aus. Zuletzt blieb mir nichts mehr, als mich aufgrund schwerer Depressionen in eine Klinik zu begeben.

    Ich hab mich wieder berappelt, konnte auch wieder in meinen Beruf zurückkehren. Dann verlor ich aufgrund des Ausbruchs einer Autoimmunerkrankung (Multiple Sklerose) die Kontrolle über meinem Körper, das brach meiner Psyche dann sozusagen das Genick, die Depression kam zurück und tritt bei mir in Phasen leider immer wieder auf.


    Mein Arzt meinte mal zu mir, ich müsse lernen, meine „Fehler“ zu lieben. Hat mich lange beschäftigt dieser Satz, denn ich wusste nicht, wie ich das bewerkstelligen sollte.

    Wirklich „lieben“ kann ich meine Fehler auch heute noch nicht, aber ich schaffe es zumindest, sie zu akzeptieren und ihnen mit einer gewissen Gelassenheit zu begegnen.

    Von der Perfektion habe ich mich bemüht Abschied zu nehmen. Das gelingt mir inzwischen ganz gut. Maß und Mitte sind für mich existentiell geworden. Als Mensch, der von seinem Wesen her zum Intensiven neigt - ich liebe Flow, dieses Gefühl, Zeit und Raum zu vergessen und dabei maximale Leistung und Vergnügen zu empfinden -, ist das manchmal gar nicht so leicht.


    Danke an Bighara für deinen Beitrag. Der geht in die Richtung, an die ich gedacht habe: Maß und Mitte.


    Wünsche allen hier ebenfalls einen angenehmen Tag.

    Schnuggi, ich hab Dich doch gar nicht zitiert. Ich hab doch Kogge zitiert, oder verwechsel ich was? Du machst mich fertich.

    Verzeih meine Liebe, wenn ich dich fertich mach. Das war und ist doch niemals meine Absicht.

    Darauf, worauf du dich bei Kogge bezogen hast, hatte ich mich aber doch vor dir auch schon bezogen und dort das hier geschrieben:

    Bin ich völlig bei dir und andere hier mit Gewissheit auch, deswegen ist uns das Thema „Selbstfürsorge“ hier ja so ein besonderes Anliegen.


    In dem Zusammenhang steht mein Beitrag an dich. Und da ging‘s bestimmt nicht um richtig oder falsch oder um Bewertung.

    Zitat

    Mein Wunsch wäre, dass mehr Menschen, gerade mit unserer Vergangenheit, wieder mehr strahlen

    Das sehe ich in Zeiten von social media, wo jeder ja so besonders und perfekt und optimiert ist, etwas kritischer. Man muss einfach lernen, dass die meisten Menschen eben nicht besonders sind, sondern einfach nur Durchschnitt. Und das ist auch überhaupt nicht schlimm.

    Dann hast du Sparkassen_Helga das offenbar etwas anders aufgefasst als ich.

    Ich selbst hab dabei nicht diese Selbstoptimierung und ihre Schattenseiten im Blick, sondern diese allgemeine Unzufriedenheit, ja auch Wehmut, die ich bei so vielen Menschen, nicht nur meines Alters, beobachte.

    Und diese könnten, so denke auch ich mir manchmal, zufriedener, vielleicht sogar glücklich sein, wenn sie echte Selbstfürsorge betreiben würden. Was immer diese genau für jeden einzelnen bedeutet und kaum im Wettbewerb mit anderen zu finden ist. Muss da an Emily s Frage letztens in ihrem Thread denken…

    Zitat

    Stellt sich die Frage ob ich meinen Tag genug mit Leben fülle. Aber muss ich jeden Tag produktiv sein, jeden Tag einen erfüllten Tag haben? Das klingt für mich nach Stress. Mir ist es lieber, wenn nach der Arbeit der Rest des Tages ruhig verläuft. Ist die Frage, vergeude ich meine Zeit? Oder anders gefragt, sind tägliche Highlights das ultimative Leben?