Und Ich weiß tatsächlich nicht ob meine aktuellen Probleme mit innerer Unruhe, Schlafproblemen und dem blöden Herzgestolpere daran liegen, dass ich vor einem Jahr aufgehört habe Alkohol zu trinken. Gefühlt war ich schon (viel) weiter. Vielleicht ist es der Winter, der Job, die Familie ... oder alles zusammen. Womöglich sitze ich generell und vor allem abends zu lange vor einem Display, was die Neurotransmitter ebenfalls beeinträchtigen kann.
Was ich im Laufe der vergangenen Jahre begriffen habe, ist, wie vieles miteinander zusammenhängen kann. Ich hab mich auch näher mit der Neurobiologie des Gehirns beschäftigt und bin hoch beeindruckt, wie fein und hoch differenziert die verschiedensten Neurotransmitter da abgestimmt sein müssen, damit alles so läuft, wie es laufen sollte.
Ein Winzigstel zu viel von diesem, ein Winzelgstel zu wenig von jenem und schon geht‘s uns nicht so, wie wir‘s gerne hätten.
Schön wär‘s und so bequem, wenn ein, zwei Pillen reichen könnten, damit das, was grad nicht so funktioniert, wieder reibungslos funktioniert. Doch so funktioniert es leider nicht.
Manchmal frage ich mich inzwischen, ob das nicht auch besser so ist, weil wir unserem Körper dann nicht die Pause oder Erholung oder eine Veränderung unseres Lebensstils einräumen würden, die er offenbar braucht.
Du, Loner hattest von einer anstrengenden Zeit im Dezember mit deiner Familie erzählt. Könnte es sein, dass da noch etwas nachwirkt? - Bei mir wirkt so etwas immer nach. Das war schon so, bevor ich chronisch krank geworden bin, da war mir das nur noch nicht so bewusst wie heute, da ich krankheitsbedingt über ein recht begrenztes Energiereservoir verfüge. Damals wie heute braucht seine Zeit, bis mein Reservoir wieder aufgefüllt ist.
Im Winter bilden unsere Körper, weil sie weniger Tageslicht erhalten, weniger Serotonin und kein Vitamin D, was sich auch auf unser Wohlbefinden auswirkt.
Des Weiteren habe ich in Bezug auf meine eigene Abstinenz die Erfahrung gemacht, dass es da nicht linear aufwärts gegangen ist, sondern dass es sowas wie Wellen gab. Das mag etwas mit der komplexen Neurobiologie zu tun haben, aber ich vermute stark, dass das auch etwas mit dem Leben, mit Gefühlen, Erinnerungen und dem ganz normalen Alltagswahnsinn zu tun hat.
Ich hab auch immer tiefer gegraben. Nicht mit KI, sondern mit allem anderen, was mir vor Augen und Ohren kam. Bei mir spielte von Anfang an meine Vergangenheit mit meiner Familie eine Rolle.
Ich kann dir nur empfehlen, Geduld mit dir zu haben - Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht - und dich weiterhin auf Entdeckungsreise zu begeben, was du eigentlich brauchst. Das wird wahrscheinlich weniger im Lesen, als vielmehr im eigentlichen Tun bestehen.
Mein Geist ist auch stets hungrig, wissbegierig, aber wenn ich persönlich mich zu viel in dem Bereich betätige und zu wenig im eigentlichen Tun, wirkt sich das schlecht auf meine Stimmung, mein körperliches Befinden und auch meinen Schlaf aus. Das Geheimnis liegt offenbar in der Balance. Die halte ich zugegebermaßen nicht immer, kann sie nicht halten oder will sie nicht halten. Ich selbst neige nun einmal zum Intensiven. 🤷♀️