Hallo Loner,
aufgrund deines letzten Beitrags kann ich nachvollziehen, warum du dir diesen Nickname zugelegt hast.
Allein in der Natur wandern, eher für sich sein, nicht so gerne unter vielen Menschen sein, in einer extrovertierten Welt irgendwie bestehen können, ist etwas, was auch auf mich zutrifft.
Auch mit Depressionen bin ich ziemlich vertraut.
Und ich kenne das auch zu gut, mein Bier und andere alkoholische Getränke als erste leer zu haben.
Ist halt nur nicht so einfach an das Thema mal dran zu gehen.
So ging es mir auch, bis ich vor drei Jahren hier aufschlug. Da war mir längst schon bewusst geworden, dass mit meinem Alkoholkonsum etwas nicht stimmt, ich aber Angst hatte, auf das, was ich mir vom Alkohol versprach, zu verzichten.
Ich hab vor mir selbst meinen Alkoholkonsum stets verharmlost und dann kamen vor über drei Jahren mehrfach Situationen, in denen sich das nicht mehr verharmlosen ließ, sondern in mir - endlich möchte ich heute sagen - Alarmglocken angingen.
Mit wem hätte ich darüber reden können? - Einer Eingebung folgend wandte ich mich an dieses Forum, weil ich hoffte, dort Menschen zu finden, die mir Auskunft geben könnten.
Mein Einstieg war etwas holprig, weil ich beschrieb, was mir der Alkohol bedeutete, aber ich traf hier auf genau die Gesprächspartner, die ich brauchte. Dafür bin ich diesen Menschen noch heute dankbar.
Was MICH damals erreichte, war die Perspektive, dass eine zufriedene Abstinenz möglich ist. Da wollte ich auch hin und hab ab sofort keinen Tropfen mehr angerührt, sondern mich damit beschäftigt, wie ich zufrieden abstinent werden könnte.
Ich hab in jener Zeit viel hier geschrieben und noch viel mehr gelesen. Schon seit einer ganzen Weile darf ich glücklich von mir behaupten, zufrieden abstinent zu sein. Von der Sehnsucht nach Alkohol, von den Versprechungen, die ich mir von dem Konsum gemacht habe, ist nichts mehr geblieben.
Körperlich und psychisch habe ich eine Genesung erfahren, die ich so niemals erwartet hättet, das hat mich natürlich auf meinem Weg bestärkt.
Da du das Thema „Belohnung“ ansprichst. Auch das ist ein Thema, das mich sehr beschäftigt hat. Wenn du magst, können wir uns über dieses Thema austauschen und darüber, wie du dem ohne Alkohol begegnen könntest. Zentraler Ansatzpunkt ist, einen ausgewogenen inneren Ausgleich zu finden, um genau diesen Drang, der dich zum Alkohol treibt, schon frühzeitig den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Wir lesen uns?
AmSee