Beiträge von AmSee13

    Ich möchte diesen Thread mal wieder etwas hochholen, weil ich derzeit wieder an dem Thema dran bin.

    Ich hab die Tage eine ganze Anzahl Schuhe und auch Kleidung verschenkt, die ich krankheitsbedingt nicht mehr tragen kann. So schwer mir das Aussortieren auch gefallen ist, freue ich mich, freundliche Abnehmer gefunden zu haben, die etwas damit anfangen können, und selbst nun nicht mehr mit etwas belastet zu sein, was mich immer wieder an das erinnert, was ich nicht mehr erreichen kann.

    Auch von diversen anderen Projekten, die ich ursprünglich für Upcycling vorgesehen hatte, habe ich mich nun getrennt und sie verschenkt. Es hatte sich über die letzten Jahre einfach zu viel angesammelt und war zu einer Belastung geworden. Nun schaffe ich erstmal Platz und kümmere mich nach und nach um das, was tatsächlich in absehbarer Zeit fertiggestellt werden kann.

    Ein gutes Wiederankommen bei dir zuhause wünsche ich dir, Paddy , und Danke dafür, dass du deine Erfahrungen und deine Gedanken zu deiner klinischen Entgiftung hier geteilt hast. Vielleicht ist dein Teilen für den einen oder anderen ja eine Hilfe.

    Sich die nötige Zeit zu geben, um erstmal zuhause anzukommen und dann erst kommende Woche wieder im beruflichen Alltag einzusteigen, ist mit Sicherheit vernünftig und selbstfürsorglich.

    Ich finde dauernd nüchtern zu sein ziemlich geil. Muss ich echt sagen. Schade, dass es diesen Weg bedurfte, das zu erkennen. Aber nun gut, dafür leb ich das jetzt umso intensiver. Und das kann man ruhig zeigen. Es gibt keinen Grund für ein schlechtes Gewissen oder ein Versteckspiel. Keinen einzigen.

    Ich erleb das alles nicht so intensiv wie Honk das von sich beschreibt, dafür sind meine Lebensumstände auch etwas anders, aber mit gewissen Abstrichen passt das, was er beschreibt, zu meiner eigenen Wahrnehmung.

    Was mir bei Honks Beitrag besonders gut gefällt, ist, wie er darin das Positive einer sogenannten „Zufriedenen Abstinenz“ zum Ausdruck bringt.
    Diese Aussicht, wie gut es einem mit einem abstinenten Leben gehen kann, die ich aus den Antworten meine Gesprächspartner vor vier Jahren herauslas, war es, die mir Mut machte, das ebenfalls anzustreben. Das hatte ich mir zuvor gar nicht vorstellen können.

    Erstaunlicherweise, was aber eigentlich schade ist, wenn man offen ist und die richtigen Worte gefunden hat, zu kommunzieren wie es einem geht, was einem widerfahren ist und wie die jetzige Lebensausrichtung ist, fangen viele Menschen an einen entweder zu spiegeln oder werden leise. Weil man bei ihnen einen "wunden Punkt" gefunden hat. Gleichzeitig kann man, wenn man das möchte, künftig auch als Vorbild auftreten. Und ich hab ja erzählt, zwei Menschen konnte ich mitziehen und da freue ich mich drüber.

    Mir ist das schon so manches Mal so ergangen, dass Leute dann angefangen haben, ihren Alkoholkonsum zu verteidigen. Ich höre dann zu, sage aber wenig bis gar nichts dazu, sondern denke mir eher meinen Teil.

    Abgesehen von meinem Mann, der ein gutes Jahr nach mir von sich aus abstinent geworden ist, obwohl er ganz gewiss kein Alkoholproblem hatte, haben sich zwei sehr gute Freunde von mir mich tatsächlich zum Vorbild genommen: Sie sind zwar nicht abstinent geworden, haben aber von sich aus ihren Alkoholkonsum hinterfragt und daraufhin drastisch reduziert Inzwischen trinken sie nur noch selten und, wenn, dann auch nur noch wenig. Und alle drei bemerken an sich, wie gut ihnen das tut.

    Grüße

    Hallo Miteinander,
    sowohl Sparkassen_Helga als auch Paul haben in gewisser Weise Recht.

    Darüber nachzudenken, wann man endlich mit dem Trinken aufhört, kann man grundsätzlich immer, ob nun nächste oder übernächste Woche eine Weihnachtsfeier in der Firma oder eine andere Feier, die mit Alkoholkonsum in Verbindung steht, ansteht, oder nicht.

    So, wie ich das verstanden habe, ringst du, TGVD , aber noch mit dir und kämpfst noch mit diesem gewissen Bedauern. Entscheidend ist, dass du dir darüber klar wirst, ob du Reißleine ziehen willst.

    Wenn du die endlich Reißleine ziehen willst, ist es sinnvoll, dir zu überlegen, wie du für dich selbst sorgen und wo du geeignete Unterstützung finden kannst.

    Hallo Emily,

    ich denke, ich kann nachvollziehen, warum du niemandem davon erzählt hast, was in deinem Inneren abgegangen ist. Du bist damit ganz bestimmt nicht allein.

    Bevor ich mich vor vier Jahren an dieses Forum wandte, wollte ich mir gewiss nicht eingestehen, ein Alkoholproblem zu haben. Das hätte für mich Versagen bedeutet.
    Für mich war das mein ganzes Leben ein Makel gewesen, aus einer Alkoholikerfamilie zu stammen, und ich hatte mich mein ganzes Leben lang darum bemüht, von diesem Makel wegzukommen.
    Und nun sollte ich selbst sozusagen in die Fußstapfen meines Vaters getreten sein? Ich doch nicht, ich war doch so ganz anders als er.

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    Edit: Nicht, dass ich selbst meinen Vater für einen „Versager“ gehalten hätte, das hab ich tatsächlich nicht, sondern nur selbst und mit ihm darunter gelitten, was sein Alkoholismus für furchtbare Auswirkungen für ihn selbst und unsere Familie hatte. Die Vorstellung von „Makel“ und „Versagen“ hatte ich wegen der allgemeinen Vorstellung in unserer Gesellschaft, was ein Alkoholiker sei, und der damit verbundenen Stigmatisierung. Mein Vater und meine Familie hat nie das Bild abgegeben, was man sich allgemein von einem Alkoholiker bzw. einer Alkoholikerfamilie vorstellt.
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    Doch weil ich erkannte, dass da etwas bei mir nicht stimmte, meldete ich mich hier an und stellte mich vor, weil ich glaubte, hier Menschen zu finden, dich sich mit sowas auskennen und mir Antworten und Hilfe geben könnten.

    Wer meine Anfänge hier gelesen hat, weiß, was für Antworten ich bekommen habe, wie ich gerungen habe. Und bin den Menschen, die sich hier mit mir eingelassen haben, dankbar, dass sie sich mit mir eingelassen haben. Sie waren mir eine unschätzbare Hilfe und sehr gute, offene und authentische Gesprächspartner.

    Eingeweiht habe ich meinen Mann erst nach ein paar Tagen und zwar ab dem Zeitpunkt, als ich mir meines Problems tatsächlich bewusst war. Vorher hätte ich das nicht gekonnt, denn ich hätte mir kein Eigentor schießen wollen, insbesondere da er mich schon mehrfach besorgt über meinen Konsum darauf angesprochen hatte, ich aber der Überzeugung war, er täte das nur, weil er wusste, dass mein Vater Alkoholiker war, und ich glaubte, dass er mir Unrecht tat und keine Ahnung hätte.

    Nun muss ich aber dazu sagen, dass mein Mann und ich ansonsten immer über alles geredet haben und das auch konnten. Ich weiß, dass das leider nicht in jeder Beziehung so ist. Im Laufe der Zeit habe ich meinem Mann dann vieles erzählt, was ich durch die Beschäftigung mit diesem Thema dazugelernt hatte. Er hat stets gut und interessiert zugehört.

    Andere, aber auch nur bestimmte Menschen, habe ich erst sehr viel später eingeweiht, dabei aber nicht unbedingt den Begriff „Alkoholiker“ fallen lassen, sondern lediglich erklärt, dass ich nicht mehr trinke, weil ich die Kontrolle über meinen Konsum verloren hätte.

    Hallo TGVD,

    so ähnlich ging’s mir auch, als ich mich mich näher damit beschäftigte bzw. mir dessen bewusst wurde, was da bei mir abgeht.

    Entscheidend ist für dich, was du mit diesem neuen Bewusstsein anfängst. 😉

    Kennst du den Spruch: „Die Definition von Wahnsinn ist: immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

    Mit einem Einstellen in den Bereich „Selbsthilfe/ Therapie“ hast du vermutlich recht. Es wundert mich momentan ein bisschen wie wenig sich hier doch über die ganzen Jahre an speziellen Einrichtungen, diesbezüglichen Erfahrungen und Berichten angesammelt hat.

    Stilles Wasser , das wundert mich eigentlich auch.

    Deine Idee, das in diesem Thread einzustellen, finde ich gut, so steht diese Empfehlung nicht so exponiert, denn wir wollen hier gewiss nicht Werbung für eine spezielle Klinik machen, sondern lediglich ein Informationsangebot bieten.

    Ich schließe mich deinem Wunsch, dass hier vielleicht noch andere Beiträge im Lauf der Zeit folgen mögen, an. Das wäre gewiss gut, wenn dieses Informationsangebot noch breiter würde.

    Edit: Ich mir erlaubt, das Thema umzubenennen, das kommt dem Anliegen dieses Forums, zu informieren und eben nicht eine spezielle Klinik zu empfehlen, näher.

    Stilles Wasser , vielen Dank für das Einstellen dieses Videos. Das hat auch meinen Horizont etwas erweitert.

    Es könnte meines Erachtens auch als Informationsangebot im Info-Bereich als Thema/ Thread im Unterforum „Selbsthilfe/ Therapie“ eingestellt werden, weil’s ggf. auch für andere, die das betreffen könnte, interessant sein könnte.

    Interessant fand ich persönlich auch, worin Inhalte/ Schwerpunkte einer klinischen Therapie bestehen, weil ich darüber bislang noch nicht informiert war. Ich vermute einfach mal - wer damit tatsächlich Erfahrungen gemacht hat, darf mich gern eines Besseren belehren -, dass es vergleichbare Inhalte / Schwerpunkte auch in anderen, nicht privaten Kliniken gibt.

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Hallo und Willkommen, Juls,

    Ich schalte dich gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Vorstellungsthread in das entsprechende Unterforum.

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Hallo und Willkommen, Sylvie,

    Danke für deine kurze Vorstellung. Ich schalte dich gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Vorstellungsthread in das entsprechende Unterforum.

    Soweit mir das bekannt ist, gibt es hier keinen Nutzer, zumindest keinen aktiven Nutzer, der oder die Erfahrungen mit dieser Klinik hätte. Der Name ist hier meines Wissens nach bislang nicht vorgekommen.

    Nutzer mit Erfahrungen zu klinischem Entzug gibt’s aber grundsätzlich schon.

    Wünsche dir ein gutes Ankommen und einen hilfreichen Austausch hier.

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Könnte das echt noch passieren? Obwohl es die ganzen Jahre ‚nur‘ psychisch war?

    Nochmals: Ja, das kann dir echt noch passieren.

    Und selbst, wenn du glaubst, keine körperlichen Beschwerden zu haben und Trinkpausen einlegen zu können, muss ich dich trotzdem vor den Gefahren eines sogenannten „Kalten Entzugs“ warnen.
    Unterschätz das nicht!

    Hallo TGVD,

    was du so von dir schreibst, erinnert mich an meine Anfänge hier vor vier Jahren. Ich hab echt damit gerungen, weiterhin ab und zu Alkohol trinken zu dürfen, konnte bzw. wollte eigentlich nicht damit aufhören.

    Ich bin ja froh nicht körperlich abhängig zu sein. Kann das noch passieren?

    Ja, das kann passieren und ist alles andere als unwahrscheinlich, wenn du so weitermachst.

    Mir ist damals durch die Auseinandersetzung mit diesem Thema und durch den Austausch mit anderen Selbstbetroffenen hier so richtig bewusst geworden, wo ich bereits stand und wohin ich auf bestem Weg war, wenn ich nicht die Reißleine zog.

    Dass sogenanntes Kontrolliertes Trinken bei mir nicht wirklich funktioniert, hatte ich schon mehrfach feststellen müssen. Es war irgendwie so, dass der Durst sozusagen beim Trinken kam und ich meinen vorherigen Entschluss, dieses Mal nur ein Glas, maximal zwei schon nach den ersten Schlucken in Frage stellte und den Entschluss in der Regel auch fallen ließ. Das Glas war nach einem Schluck schon gefühlt leer und ich hab mich dafür bedauert, dass es schon wieder fast leer war und ich mich auf das Bisschen beschränken sollte.

    Als ich mich hier dann näher damit beschäftigt habe, wurde mir klar, dass es leichter für mich war, es ganz sein zu lassen, als es weiterhin so zu versuchen wie bisher.

    Dass Abstinenz sogar etwas absolut erstrebenswertes, ja sogar ein richtiges Geschenk sein könnte, machte mir Mut, das anzugehen, und bereits in den ersten Wochen bemerkte ich die ersten deutlich spürbaren positiven Veränderungen an mir.

    Ich kann dir nur sagen, ich hab‘s definitiv nicht bereut, dass ich vor vier Jahren die Reißleine gezogen habe.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo und Willkommen, TGVD,

    Danke dir für deine Vorstellung. Erste Antworten hast du ja schon bekommen.
    Ich schalte dich nun für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Vorstellungsthread in das entsprechende Unterforum.

    Ein gutes Ankommen und einen hilfreichen Austausch wünsche ich dir hier.

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin):

    Hallo Honk,

    Danke dir für das Lebenszeichen und dein Feedback. Und natürlich auch Danke für die Filmempfehlung. Das hört sich interessant an.

    Das freut mich echt für dich, zu lesen, dass sich bei dir alles gefügt hat und sich gut anfühlt. So soll‘s im besten Fall auch sein. 👍 Möge es weiter so gut laufen. 🍀😄


    Was deinen Rückzug aus dem Forum betrifft: Ich kann’s nachvollziehen und entscheidend ist ja für jeden, was er gerade braucht oder eben nicht braucht. Wie du schreibst: Das ist komplett individuell.

    Den beiden Bekannten aus deinem persönlichen Lebensumfeld kann man ja nur gratulieren. ich find‘s immer wieder schön zu hören oder zu lesen, wenn jemand die Kurve kriegt.

    Beste Grüße

    AmSee

    Weil ich weder belehren möchte, noch für alles eine Lösung habe, ich den Menschen zutraue, selbst zu denken, selbst zu erkennen.

    Auch wenn das - übrigens mitunter auch bei dir - hier manchmal anders rüberkommen mag, so ist das meiner Wahrnehmung nach der Ansatz dieses Forums hier.

    Im ursprünglichen Willkommenstext auf der Startseite, den wir vor einer Weile gekürzt haben, weil’s zu viel Text war, stand deshalb auch:

    Wir bieten das Wissen und die Erfahrungen an, die UNS geholfen haben bzw. helfen, uns selbst zu helfen.

    Dieses Forum leistet keine Therapie und keine Beratung, sondern bietet lediglich Hilfe zur Selbsthilfe.

    Wir weisen keine kommerzielle Orientierung auf und gehören keiner Selbsthilfeorganisation an.

    Dementsprechend zeigen wir natürlich auch nicht „den EINEN Weg“ aus der Sucht auf – das KÖNNEN und das WOLLEN wir auch gar nicht.


    Was ich selbst vielleicht stärker als du im Blick habe, ist die Problematik, mit der mancher hier aufschlägt oder zu kämpfen hat. Und dazu zählt unter Umständen eben auch die Verklärung des Alkoholmissbrauchs.

    Ich finde das nicht unproblematisch, wenn ein Beitrag wie der deine ohne entsprechende Einleitung oder ohne Kommentar gepostet wird. Ich kann mir vorstellen, dass sowas u.U. auch zum Trigger werden könnte.
    Wenn du Hilfe zur Selbsthilfe anbieten möchtest, warum erzählst du dann nicht gleich davon, wie du das überwunden hast?


    Eben, AmSee13. Da sind wir uns doch alle einig, wir (jeder für sich) sollten in Erfahrung bringen, warum man trank, warum man gern, so schnell und einfach (Alkohol), lieber flüchtete und nicht nach Alternativen/Bewältigungsstrategien suchte.

    Vielleicht herausbekommen, was stört mich, was deprimiert mich, was ist der Grund? Was kann ich ändern, ausser mich nur abzulenken?

    Die Sucht ist doch ein Fliehen vor Problemen.

    Warum schreibst du das dann nicht genau so, Paul, sondern stellst stattdessen Beiträge ein, die wie eine Verklärung des Alkoholmissbrauchs wirken?