Hi Emmi,
frag mich ruhig aus, ich will dir gerne antworten. 😄
Da die letzte Zeit für mich ziiiiieeemlich anstrengend war und ich davon zur Zeit einfach nur platt bin, komme ich voraussichtlich erst in den nächsten Tagen dazu, dir ausgiebig auf alle deine Fragen zu antworten.
Was ich jetzt erstmal recht allgemein antworten kann, ist, dass das ein länger dauernder Lernprozess war, bis ich dorthin gekommen bin, wo ich inzwischen schon seit einer ganzen Weile bin.
Allein der Gedanke daran, wenn "bald"
der Frühling kommt, die Gartenarbeit beginnt, man sich mit einem kalten Bier nach Feierabend in die Sonne setzt.. also versteh mich nicht falsch, für Menschen die gar nicht trinken ist das auch so schon schön genug, ohne das Bier. Für mich ist das Bier aber so die Kirsche auf der Sahne. Und ich schätze genau da liegt das Problem. Die Konditionierung in meinem Gehirn, die es tatsächlich gar nicht wirklich anders kennt (außer in "Zwangspausen" wie Schwangerschaft etc.).
Das kommt mir sooooooowas von bekannt vor. Und nein, ich verstehe dich da gewiss nicht falsch, weil ich das ja selbst kenne - bzw. aus heutiger Sicht betrachtet kannte. 😅
Inzwischen aber, man glaubt es kaum, bin ich davon soooo weit weg und muss da tatsächlich schon lange nichts mehr unterdrücken oder kleinreden. Meine „Kirsche auf der Sahne“ ist, so unglaublich das klingt, bei Gartenarbeit und allen anderen meiner vielen Projekte seit einer Weile tatsächlich ein großes Glas leicht sprudelndes Wassers. 😅 Davor war’s noch Apfelsaftschorle oder ein Limonadengetränk, aber irgendwie hat es sich bei mir im Laufe der Zeit dahin entwickelt, dass ich auch auf zuckerhaltige Getränke keine rechte Lust mehr habe. Das hat mir mein Körper von sich aus signalisiert, dass er voll auf Wasser steht. 😅
Wie gesagt war das ein länger dauernder Lernprozess. Da waren zum einen die überaus positiven Erfahrungen, die ich körperlich und psychisch im Laufe meiner Abstinenz machte, was mich zunehmend hat umdenken lassen. Zum anderen habe ich mich - typisch für mich - wirklich seeehr viel mit dem Thema beschäftigt. Rückblickend betrachtet hätte es manches Mal durchaus etwas weniger sein dürfen. Hab mich da durchaus mitunter überfordert. 🫣
Und ich schätze genau da liegt das Problem. Die Konditionierung in meinem Gehirn, die es tatsächlich gar nicht wirklich anders kennt (außer in "Zwangspausen" wie Schwangerschaft etc.).
Da lag auch für mich das Problem. Deshalb hat mich das Thema „Neurobiologie der Sucht“ schließlich so interessiert.
Die gute Nachricht ist ja, dass man sich von dieser Konditionierung tatsächlich mehr oder minder ganz lösen kann bzw. sich gegen-konditionieren kann.
Das hat auch bei bei mir seine Zeit gedauert und ist auch nicht von selbst geschehen, inzwischen ist das „Neue“ für mich tatsächlich zum Selbstläufer geworden.
Ich hab außer dem Austausch hier (und später zwischendurch auch in einem anderen Forum) und dem Lesen vieler Erfahrungsberichte anderer auch noch ein paar Bücher, die ich hier über die Literaturecke gefunden habe, gelesen. Darunter das Buch von Daniel Schreiber, „Nüchtern“ und das Buch von Simon Borowiak, „Alk. Fast ein medizinisches Sachbuch“. Vielleicht sind die ja auch für dich interessant?
Bis hierhin erstmal.
Ganz liebe Grüße zurück und einen guten Rutsch ins neue Jahr
AmSee