Ich greife jetzt nur mal die eine oder andere Äußerung von dir auf.
Ausgangspunkt der Diskussion hier ist doch jenes oben genannte Buch, dessen Ansatz und Anliegen ich darzulegen versucht habe, weil ich es interessant finde und weil „Internetsucht“ hier im Forum mal Thema gewesen ist.
Im Grunde reden wir hier also über Inhalte eines Buches, in das bislang nur ich hineingehört habe. Weder Sparkassen_Helga noch du habt euch, wie ich vernommen habe, bislang näher damit beschäftigt.
Da hilft Bildung sicherlich sehr, nur beinhaltet Bildung nicht nur das bloße Anhäufen von (Teil-)Wissen, sondern auch das Verstehen, incl. einer sozialen Kompetenz, ein auch (!) Rücksichtnehmen, nicht nur auf seine Mitmenschen, sondern die gesamte Umwelt, ohne die wir (Menschen) schwerlich leben können.
Es wirkt, als wenn du hier Gegenposition beziehen willst. Ich frage mich nur, wo du das nun hernimmst. Von etwas, was ich bislang geschrieben habe, oder von etwas, von dem du vermutest, dass es im Buch angesprochen bzw. nicht angesprochen wird?
Ich hab mich inzwischen im Laufe des Tages weiter in das Buch hineingehört und bin dabei zwar nicht auf Platon, dafür aber auf Marc Aurel gestoßen, auf Henry David Thoreau, auf Amish und deren Ethik/ Lebensphilosophie.
Ich bin auch auf den Teil gestoßen, in dem Newport den Ansatz des „Digitalen Minimalismus“ erläutert, von einigen Menschen erzählt, die bereits damit Erfahrungen gemacht haben, und vorstellt, wie er eine größere Anzahl von Menschen zu einem 30 tägigen Experiment in „Digitalem Minimalismus“ eingeladen hat und deren Beobachtungen und Erkenntnisse auswertet hat.
Tatsächlich geht es ihm nicht nur um „Bildung“, sondern tatsächlich sogar um das, was du „Verstehen“ nennst und sogar um Sensibilisierung und Förderung von sozialen Kompetenzen.
Nix gegen schnelle Informationsplattformen, hilfreiche Assistenzsystem in Automobilen oder Flugzeugen, eine fortschrittlich Medizin, bargeldloses Bezahlen, sprechende Bodensaugstaubroboter ... wenn uns das so glücklich macht, doch sind wir ALLE damit zufriedener, entspannter, leidensdruckfreier?
Die Frage ist, wo du ansetzen willst, um das Problem zu lösen.
Wenn du so pauschal von „Alle“ sprichst, wen glaubst du damit zu erreichen?
In so einer Art von Rundumschlag werden sich die Weltprobleme kaum lösen lassen.
Wenn mein Kind nicht mit der Technologie XY umgehen kann, muss ich es befähigen.
Richtig, das setzt aber voraus, dass du mit der Technologie umgehen kannst. Und das ist bei vielen Erwachsenen (noch?) nicht der Fall, weil die selbst von den rasanten Entwicklungen überfordert worden sind.
Der "Leidensdruck" resultiert doch aus einer vermeintlichen Abhängigkeit, dem ein bewusster, bewusst denkender Mensch eher selten verfällt. ...
Die Recherchen und Untersuchungen von Newport widerlegen deine Vermutung.