Dann will ich mal eine Vorstellung schreiben


  • Bitte sagt mir immer offen wenn ich anecke..

    @Rider
    alkaschas Posting heißt wohl übersetzt auch soviel wie:
    Dort bist Du zumindest schonmal ordentlich angeeckt... ;)

    Das ein oder andere ´Rote Tuch´ hast Du halt auch schon ausgehängt.

    Darum habe ich dich ja auch um einen Tick mehr ´Sensibilität´ gebeten.

    @alkascha
    auch ich finde deine ´behauptung´ etwas unüberlegt.
    Ich war unmittelbar vorher mit Rider in Kontakt und er hatte bisher noch nicht mal gelegenheit darauf einzugehen.


    Abstinenz funktioniert nur dann, wenn mir die Droge gleichgültig ist...


    Praxx, also erstmal: auch ich freue mich wirklich sehr wieder von dir hier zu lesen!
    Das mit der von dir beschriebenen Gleichgültigkeit sehe ich für mich eigentlich genau so.
    Es gibt aber sicher Betroffene die z.B. erst am Anfang des neuen Weges stehen und diesbezüglich (noch) nicht wirklich gefestigt sind... Oder?


    Rider, mir persönlich hälst du in vielen Dingen (nicht in allen, aber in vielen) einfach nur einen Spiegel vor wie ich selbst noch vor einem Jahr gedacht habe. Aber darauf will ich jetzt im einzelnen erstmal noch nicht eingehen.
    Ich hab das damals zwar nicht in einem Forum kommuniziert sondern eher so mit mir selbst und Angheörigen gegenüber abgemacht, aber auch ich habe ewigkeiten lang diese ganzen Theorien und Gedankenkonstrukte in mir gewälzt und hin und her geschoben und alle waren super durchdacht und ich habe versucht es über den Kopf zu lösen. Bis ich halt irgendwann völlig granatenmäßig down&emty war. Und selbst dann noch... Dann kam irgendwann der Punkt wo meine Entscheidung aus Herz, Verstand und Seele gleichermaßen kam... Seitdem finde ich immer mehr und mehr meine Ruhe. Endlich! Aber damit habe ich MEINEN Weg gefunden und dieser muss nicht gleichermaßen für andere Gültigkeit haben...

    Grüße,
    LiS

    Einmal editiert, zuletzt von Land-in-Sicht (30. September 2014 um 22:59)

  • Was genau macht mich denn zum Troll? Abgesehen davon dass ich das nicht allzu nett fand (auch wenn ich angeeckt bin kann man das anders mitteilen) interessiert es mich durchaus.

    Das Forum nennt sich u.a. auch "für Interessierte", und abgesehen von meinem eigenen Alkoholkonsum gibt es noch den meiner Mutter, den meines Schwiegervaters etc., über die ich mir so meine Gedanken machen, und die Rolle des Alkohols in der Menschheitsgeschichte und Evolution generell, und in der Rolle bin ich dann "interessiert" und ich war davon ausgegangen, dass es durchaus legitim ist, Gedanken einfach zu reflektieren und zu diskutieren, ohne dass dahinter unbedingt eine Absicht steht (ausser halt zu diskutieren und reflektieren) und schon gar nicht zwangsläufig immer die Absicht "es muss auf Trockenheit hinauslaufen". Ich finde es ehrlich gesagt etwas unschön wenn jeder Beitrag, der nicht unter dem Motto "wie kann ich es schaffen trocken zu bleiben" steht gleich mit "warum hast Du das geschrieben" hinterfragt wird. Ja, einfach weils mich interessiert halt, nicht mehr und nicht weniger.. ich kann ehrlich gesagt auch kaum sensibler sein, wenn ich gar nicht finde, dass ich unsensibel war. Wenn das, was ich bisher schon geschrieben hab, zuviel des Guten war, bin ich hier fehl am Platze. Ich will ja niemanden verärgern oder sowas. Ich werde mich aber bemühen.. auch im realen Leben gehört übertriebene Sanftheit und Sensibilität nicht zu den Eigenschaften, die mir oft vorgeworfen werden. Will ich eigentlich gar nicht, aber ist offenbar halt so.

    Was die "Gleichgültigkeit" angeht.. das kommt mir auch bekannt vor, in meinen ausgedehnten Abstinenzphasen war das auch so. Alk war irgendwie "nur was für andere Leute", es kam für mich nicht in Frage (nicht weil ich es mir verboten hab sondern weil ich einfach nicht wollte), es war neutral, es existierte so vor sich hin, aber war nicht Teil meiner Welt (genau wie z.B. Heroin und andere harte Drogen.. es gibt zwar Heroin, aber es ist für mich völlig ausgeschlossen, es zu konsumieren). War dann auch wirklich überhaupt kein Problem.

    Über die Begriffsdefinition hab ich auch schon nachgedacht. Hatte dann die Idee, dass eine "Ausschluss-Definition" eigentlich zielführender sein könnte. Statt zu fragen "wann hat man ein Alkoholproblem?" könnte man auch fragen "wann hat man kein Alkoholproblem?", und die Antwort, die ich darauf gefunden hab, war, "dann, wenn man vom Alkohol nicht in Gesundheit, Befinden, Leistungsfähigkeit, Beruf, Beziehungen etc. beeinträchtigt wird, und gleichzeitig keine komplette Abstinenz üben muss". Das finde ich passend.

  • Und ja, ich hatte das auch.. den Punkt erreichen wo man sich denkt, "Alk ist einfach nix für mich, Punkt". Und das wars dann damit. LOSLASSEN. Sehr ruhig, friedlich und entspannend, geradezu einfach, ja.

  • @alkascha

    Ich hab Deinen Vorstellungsfaden teilweise gelesen und ich denke ich kann Deinen Beitrag nun besser verstehen. Vermutlich rollst Du innerlich nur mit den Augen bei dem was ich teilweise schreibe. Sorry, will wirklich niemanden vor den Kopf stoßen.. weiss nur noch nicht wie ich das anstellen soll ;-).

    Vielleicht ist das ganze Thema wirklich so heikel das ein "sachliches, zensurfreies" Forum da schwierig bis unmöglich ist. Ich weiss auch nicht. Gelobe Vorsicht.

  • Moin, moin -

    @ praxx:

    ZENSUR und zärtliche Hinweise der mods / admins darauf, dass Beiträge auch in Hinblick auf ALLE Leserinnen vor dem Absenden nochmals auf mögliche grenzwertige Formulierungen überprüft werden sollten, sind ja nun wirklich zwei verschiedene Paar Schuhe.
    Von mir aus kann die Formulierungskette "hochwertige Rotweine", "allerfeinstes Kokain" noch um
    "super schnell knallendes Gras" und "reinstes Heroin" erweitert werden - MICH triggert das nicht mehr - aber wie sieht das mit dem Rest des Forums und möglichen ErstleserInnen aus ...?
    Wie gesagt - ich halte moderate Forumsregeln für notwendig und erwarte, dass Menschen, die sich hier anmelden, sich auch an die "AGBs" halten!

    Beste Grüße
    keppler

    Einmal editiert, zuletzt von keppler (1. Oktober 2014 um 08:22)


  • Und ja, ich hatte das auch.. den Punkt erreichen wo man sich denkt, "Alk ist einfach nix für mich, Punkt". Und das wars dann damit. LOSLASSEN. Sehr ruhig, friedlich und entspannend, geradezu einfach, ja.

    Verstehe ich das richtig: Diesen Punkt hattest Du schon erreicht - und ihn dann wieder losgelassen?!! :-\ So nach dem Motto: "Nie wieder Alkohol! - Wer hat das gesagt??"

    nixweiss0

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Rider
    Mal so ne Frage: bist du zur Zeit eigentlich abstinent?
    Oder wie ist gerade dein eigener Umgang mit Alkohol?

  • Ja, ich hatte nie vor, dauerhaft abstinent zu sein.. also, ich hatte auch nicht vor, nicht dauerhaft abstinent zu sein, es gab da eigentlich nie irgendeinen Vorsatz nach dem Motto "nie wieder Alkohol", Ich hatte allerdings Phasen wo mir klar war, "bei meinem JETZIGEN Befinden ist Trinken gar keine gute Idee". Das hatte dann immer was mit der sonstigen Befindlichkeit zu tun, es gab burnout-ähnliche Phasen, Schlafstörungen, und ein massives Panikattackenproblem, und um diese Dinge in den Griff zu bekommen, ist dann jeweils immer komplette Abstinenz notwendig gewesen, und das hat mir dann ja auch immer ganz gut gefallen (jeden Tag fit - wie schön). Geht doch auch ansonsten sicher vielen anderen Leuten so, dass "nie wieder Alkohol" ein viel zu erschlagender Vorsatz ist, man sagt ja nicht umsonst, "die nächsten 24 Stunden kein Alkohol". Lieber kleine Brötchen backen und kleine Ziele..

    irgendwann kam aber immer wieder auch der Punkt wo ich dachte "kannst ja mal wieder probieren" und nachdem die erwähnten Probleme wieder gut waren, hab ichs dann auch immer erstaunlich gut vertragen wieder, zumindest anfangs.

    Wie schon geschrieben reagiere ich ziemlich sensibel und habe mit den erwähnten Problemen zu kämpfen, und wenn ich ein Ziel formulieren sollte, wäre dies eher "nie wieder Panikattacken, nie wieder burnout", als "nie wieder Alkohol". Wobei da ein starker Zusammenhang besteht, allerdings ist KOMPLETTE Abstinenz für mich da nicht notwendig (aber vielleicht trotzdem eine schöne Sache ;) ).

    Zur Zeit bin ich die meisten Tage abstinent, aber nicht völlig, aber habe das Gefühl, dass die nächste längere Abstinenzphase nicht mehr lange dauert (weswegen ich mich unbewusst vielleicht auch hier angemeldet hab). Habs grad eigentlich mal wieder ziemlich über. Aber merke halt in der Tat das "Gefängnis der psychischen Sucht", wie anfangs geschrieben. Irgendwann machts klick und es klappt dann trotzdem, ich denke, das steht bald bevor.

    Einmal editiert, zuletzt von RiderWithoutShoes (1. Oktober 2014 um 17:13)


  • Wie schon geschrieben reagiere ich ziemlich sensibel und habe mit den erwähnten Problemen zu kämpfen...
    Zur Zeit bin ich die meisten Tage abstinent, aber nicht völlig...

    RiderWS,

    hier noch ein ehrlicher persönlicher Rat zu deiner Situation von mir wenn du ihn hören willst.

    Nachdem was ich bisher von dir gelesen habe und was dies für einen Eindruck bei mir macht denke ich das du vielleicht zumindest vorübergehend mal Abstand zum Alkohol nehmen solltest und dich um die eigentlich wichtigen Dinge, nämlich dein Seelen- und Gedankenleben kümmern solltest...

    Musst du ja nicht annehmen - Nur so ein Gedanke von mir. Was hälst du davon ;)?


    Gute Grüße,
    LiS

  • Zitat

    das du vielleicht zumindest vorübergehend mal Abstand zum Alkohol nehmen solltest

    Ja, das stimmt.

    Zitat

    dich um die eigentlich wichtigen Dinge, nämlich dein Seelen- und Gedankenleben kümmern solltest

    Frag mich wie gesagt woher die Idee kommt, dass ich dies nicht bereits ausgiebig, jahrelang tun würde..

    Stelle allerdings fest, dass diese Forum sehr einseitig ist, und die Art Diskussion, wie ich sie mir wünsche, nicht möglich ist. man darf nix schreiben wenn man nicht vorher gesagt hat "ja, ich habe ein Problem, und ja, ich will trocken werden". Scheint die Grundvorrausetzung zu sein, ohne die alles kritisch beäugt und hinterfragt wird. Ist ja auch ok, es ist euer Forum, aber ist definitiv nicht das, was ich gesucht habe.

    Von mir noch der Hinweis, der ebenfalls nicht angenommen werden muss, dass das doch relativ engstirnig wirkt. Ich sehe nicht wirklich viel Unterschied zum strengen Selbsthilfe-Forum, nur dass die Reglen dort halt Regeln sind, die festgelegt sind, während sie hier eher unterschwellig kommuniziert werden, aber im Endeffekt isses dasselbe. Aber vielleicht ist das auch der einzig mögliche Umgang mit so einem Thema in einem Forum für Betroffene.

    Einmal editiert, zuletzt von RiderWithoutShoes (1. Oktober 2014 um 23:17)

  • Nachtrag - ich war auch mehrmals bei Psychiatern (wegen diverser Probleme), wo diese dann auch nach Alkohol gefragt haben. Nach meinen Antworten darauf kamen Reaktionen wie "Sie wissen dass Sie ein Alkoholproblem haben. Und ansonsten ist da die Tür! Lügen sie sich nicht in die eigene Tasche!" oder "schauen Sie mal ob sie ein Alkoholproblem haben. Wenn Sie zwei Wochen Abstinenz nicht schaffen, sollten sie sich an eine Selbsthilfegruppe wenden". Das war sogar weitgehend in meinen Abstinenzphaen und in allen Fällen hatte es zur Folge, dass die Probleme, wegen derer ich eigentlich bei den Psychiatern war, nicht mehr weiter besprochen wurden. Alkoholproblem, Stempel, bitte, und da ist die Tür.

    Daran erinnert mich das wirklich gerade arg. Absolut null hilfreich, zumal ich ja nicht mal was getrunken hatte in diesen Phasen und die Probleme, um die es ging, nicht vom Alk kamen (sondern wenn überhaupt dieser von den Problemen). Aber niemand hat sich bemüht, mal einen weiteren Blick auf mich und meine Situation zu werfen, nachdem diese "Stigmatisierung" ausgesprochen worden ist. Kann sein dass das irgendwem weiterhilft, aber mir definitiv nicht. Der Mensch ist vielfältig und besteht nicht nur aus "trinkt ich, ja oder nein?". Aber darauf wirds irgendwie reduziert.

    im Endeffekt - man kann meinen Account hier auch gerne wieder löschen.


  • Alkoholproblem, Stempel, bitte, und da ist die Tür.
    Daran erinnert mich das wirklich gerade arg.

    Es kann gut sein dass hier in der Schreiberei so einiges ´verzerrt´,
    da wir leider auf so ziemlich jegliche nonverbale Kommunikationssignale
    (Gestik, Stimmlage, etc.) verzichten müssen.

    Aber glaub mir, wenn du das so wahrnimmst, dann sitzt du einem Irrtum auf.


    Und nochmal Frage an Dich. Was hast Du hier erwartet? Dass wir dir zum Alkoholkonsum raten?

    Weißt Du, diesbezüglich kann dir hier eigentlich absolut gar niemand was raten,
    (ich habe mich da vorhin wohl zu was falschem hinreißen lassen)
    denn deine Position zum Alkohol/Trinken, egal welche das auch immer ist,
    das ist allein deine Sache, die musst DU SELBST finden!
    Das kann niemand anderes für dich tun.


    Hier in dem Schriftwechsel gibt es Deine Wahrnehmung und meine.
    Und im besten Falle liegt die Wirklichkeit irgendwo dazwischen...


    Gute Grüße und bis bald,
    LiS

  • Naja, was habe ich erwartet..

    also was ich NICHT erwartet hab, ist, dass alles, was man schreibt (egal worüber, über mich selber, andere, oder einfach "Dinge") nicht inhaltlich diskutiert wird, sondern der allgemeine Kommentar ist "warum schreibst Du das? Was ist Dein Ziel?", und man stark verspürt, dass unausgesprochen die Forderung "formuliere erstmal klar dass Du ein Problem hast und um Abstinenz bemüh bist" im Raum steht, und das auch das einzig legitime Ziel ist. Wenn man diese Forderung nicht erfüllt, "darf" man offenbar nicht "einfach so über Dinge diskutieren, die einen interessieren". Das ist der Eindruck aus meinen bisher wenigen Erfahrungen hier, ist allerdings auch früher teilweise schon genauso gewesen.

    Das, was Du zum "zwangsthema" geschrieben hast, war in Kurzfassung: Definiere erstmal klar Dein Ziel, bevor wir es gutheißen, dass Du hier im allgemeinen Teil solche Fäden eröffnest. Es geht also nicht darum, WAS man schreibt, sondern WANN. Nicht das Thema ist relevant sondern die Zielsetzung der Person, die dahintersteht. Nur wer ein im Sinne des Forums legitimes Ziel klar ausgesprochen hat, "darf" Fäden eröffnen.

    Inhaltlich fand ich das besonders absurd, da es ja nunmal klar ein Beitrag mit dem Inhalt "das, was ich hier schreibe, ist Teil der Probleme, warum ich phasenweise nicht komplett abstinent bleiben kann" ist. Wo, wenn nicht da, sollte man denn sowas sonst diskutieren!? Und wenn man sich auf den Hinweis "erstmal zum Psychologen, Gedanken und Leben sortieren, dann schreiben" bezieht - HINTERHER wäre so ein Beitrag dann ja auch kaum noch nötig. Der Sinn des Forums ist es, die Probleme, Hintergründe etc zu diskutieren, oder? Dachte ich zumindest. Genau das wurde da quasi verboten. Nicht weil das Thema falsch ist, sondern weil ich bisher noch nicht die inoffiziell notwendige Zielsetzungs-Ansage getätigt hab (wobei ich das sogar hab, nur war das halt nicht "null Alkohol ist das Ziel für mich", sondern ein anderes).

    Man kann vielleicht verstehen dass ich das relativ engstirnig empfinde und mich dann frage, was ich hier soll. Allerdings bin ich hier neu und es steht mir definitiv nicht zu, euch und das Forum zu kritisieren, insofern bleibt die Schlussfolgerung "dann passe ich hier wohl nicht hin".

    Und nein, ihr sollt nicht zu allem "Ja und Amen" sagen. Aber ich finde das andere Extrem, inhaltlich gar nicht auf die Dinge einzugehen und als Standardantwort nur "warum schreibst Du das? Werd Dir erstmal über Dich selber klar" genauso unsinnig. Ich wünsche mir eine inhaltliche, sachbezogene Diskussion in einem online-Forum.

    Ich hab mich übrigens auch sehr über diesen Faden hier gewundert https://alkoholforum.de//index.php?topic=122.0 .

    Meiner Meinung nach ist die Sachlage hier offensichtlich, die Gefahr eines Delirs bei so einem Konsum ist verschwindend gering, stattdessen wirkt es sehr stark wie eine hypochondrische Angststörung. Und anstatt den Fadenersteller auf diesen Zug zu bringen (immerhin trinkt er/sie ja aus Angst weiter, auch nicht gut!), oder zumindest zu erwähnen, dass es so sein könnte, werden fast nur Beiträge geschrieben, die die Gefahr betonen und die Angst und damit das Problem eher sogar noch vergrößern. Das hat mich sehr gewundert, weswegen ich mich auch angemeldet hab, um da zu schreiben. Aber rückblickend kann man es auch als klares Indiz für die allgemeine Tendenz hier betrachten. Sowas hilft doch wirklich niemandem weiter.

    Ich will im Übrigen hier auch gar keinen "Rat zu meinem Alkoholkonsum". Hab ich das irgendwo geschrieben? Ich bin mir dessen und seiner Struktur und seiner Problematik voll bewusst und weiss das es besser wäre, es komplett zu lassen (was ich ja im übrigen an den meisten Tagen auch tue. Ich saufe nun nicht gerade Unmengen). Aber warum kann ich nicht Beiträge schreiben, auf die anders als mit "werd Dir erstmal über Deine Ziele klar" geantwortet wird, wenn mein Standpunkt und meine Situation nunmal so ist wie ich gerade beschrieben hab? Die Antwort darauf ist doch offensichtlich.

    Aber weiterhin, in der Tat, Schwamm drüber, und schauen wir mal weiter..

    Einmal editiert, zuletzt von RiderWithoutShoes (2. Oktober 2014 um 01:21)

  • Hallo Rider,

    von mir noch einen Hinweis, hier bist du einem gewaltigen Irrtum durch deine Gedanken aufgesessen:

    Alkoholproblem, Stempel, bitte, und da ist die Tür.

    Du hast empfunden, dass du nachdem du dein Alkoholproblem geschildert hast, rausgeschmissen wurdest. Die Wahrheit ist aber, dass ein Psychiater weiss, dass es bei einem noch bestehenden Alkoholproblem "keinen Sinn macht" die andern Probleme anzugehen.
    Es sollte immer erst das Alkoholproblem und danach die andern Alkohole Probleme angegangen werden. (*was schreib ich hier fürn Mist? ;D , um den restlichen Alkohol auf dieser Welt können sich andere kümmern, ich nicht mehr*)

    Ich hatte damals von meinem Hausarzt einen Überweisungsschein zum Psychologen (nachdem ich mein Alkoholproblem angesprochen hatte), hab dann da angerufen und die haben mir gesagt, gehen sie erst zur Suchtberatung und wenn dann noch eine weitere Therapie notwendig ist, kommen sie wieder her.

    So habe ich es dann auch gemacht, nur dass sich ohne Alkohol alle Probleme in Luft aufgelöst haben und eine weitere Therapie beim Psychologen nicht notwendig war.

  • Hallo, das "da ist die Tür" hab ich nicht empfunden, das hat die Dame wortwörtlich so gesagt. Und ob ich ein Alkoholproblem hab, konnte sie gar nicht wirklich beurteilen, da sie mir gar nicht wirklich zugehört hat, das Gespräch war sehr kurz. Auch der Hausarzt, der mich zu ihr überwiesen hat, war ziemlich irritiert von ihrem Verhalten.

    Das war in etwa so: "Ich habe vor einiger Zeit einige Monate lang jeden Abend ca. 2 Liter Bier getrunken. Das ist schon eine Weile her und ich trinke gar nix mehr und fühle mich dabei gut. Und nun habe ich ein ganz anderes Problem." "Sie sind Alkoholiker. Da ist die Tür. Raus."

    Und auch ansonsten stimme ich Dir nicht zu. Zum einen ist es enorm wichtig, wie groß das Alkoholproblem ist. Ist jemand schwer süchtig? Ja, dann muss das erstmal in Angriff genommen werden. Aber das war/ist ja nun defintiiv nicht der Fall, damals erst Recht nicht. Trinkt jemand zuviel, ist ein "Risikotrinker", betreibt Missbrauch, aber ist wohl noch kaum bereits ein "echter Alkoholiker"? Dann sollte ein guter Psychiater oder Psychologe vor allem hinterfragen, warum der Patient das tut. Dass dahinter ein enorm problematisches Elternhaus steht und eine Therapie enorm sinnvoll gewesen wäre, wären mal hilfreiche Ansätze gewesen, aber derlei kam gar nix von diesen Herrschaften. Nur Stempel aufgedrückt und da ist die Tür, und mit den eigentlichen Problemen alleine gelassen (und im Übrigen auch mit dem realen oder vermeintlichen Alkoholproblem).

    Gerade am Anfang, wenn der Alkoholmissbrauch als seelisches Ventil gerade erst begonnen hat, ist es doch umso wichtiger, die Gründe dafür herauszufinden und zu behandeln, um dagegen zu steuern. Wie soll man denn mit Trinken aufhören, wenn die Gründe, wegen deren man es tut, therapeutisch keinerlei Würdigung finden, bis man mit dem Trinken aufgehört hat? Das ist doch dann eine Blockade. Man braucht erst A (die Nüchternheit), um B (die Therapie) zu machen. Man bräuchte aber erst B, um A auf die Reihe zu kriegen..

    Die Erfahrung war - sowie man das böse A-Wort überhaupt nur erwähnt hat, haben die Herrschaften einem nichtmal mehr wirklich zugehört. Trifft allerdings nicht auf alle aus diesem Bereich zu, aber damals, als es wichtig gewesen wäre, war es leider so. Hat alles nur verschlimmert und es mir schwieriger gemacht, den wirklichen Hintergrund der diversen Probleme herauszuarbeiten.

    Fiktives Beispiel: Frau geht zu Arzt, sagt, ich saufe weil mein Mann mich ständig vermöbelt. Arzt sagt, bevor sie mit Saufen nicht aufhören, weigere ich mich, sie weiter zu behandeln. Mit Saufen aufhören kann sie aber nicht weil sie die Situation nicht anders erträgt. Damit sie damit aufhören kann, müsste man sie betreuen und ihr helfen, sich aus der Beziehung zu lösen. Das zeigt doch, wie wenig so ein pauschaler Ansatz (erst nüchtern, dann weiterschauen) weiterhilft im Einzelfall. Oder auch Leute mit schwersten Angststörungen. Da muss man doch den Alkohol und die Angststörung parallel behandeln.. wenn jemand nicht anders KANN weil sein Umfeld ihn fix und fertig macht, hilft so etwas kein Stück weiter (und so war es bei mir damals).

    Die Therapeutin, die ich später hatte, hat gesagt, wir müssen einen kritischen Blick auf ihren Alkoholkonsum haben, und sehen Sie zu, dass sie nicht so viel trinken, aber ihre wirklichen Probleme sind andere, an denen wir auch arbeiten können/müssen.

    Ich empfinde gerade sogar hier eine massive Pauschalisierung und Stigmatisierung. Jemand, der wegen seiner Probleme eine Weile lang zugegebenermaßen viel zu viel trinkt, ist erstmal ganz platt Alkoholiker, soll zusehen dass er sein Alkoholproblem in den Griff bekommt, und dann schauen wir weiter. Das empfinde ich geradezu als Realitätsverdrehung, und hilfreich ist es garantiert nicht.

    Schön ansonsten wenn sich Deine Probleme durch Abstinenz in Luft auflösen, meine tun das leider nicht (da sie auch weitgehend nicht vom Alkohol hervorgerufen worden sind).

    Hm, noch ein Nachtrag (ich weiss, der Text wird wieder zu lang..).. ich hab das Gefühl, da gibts auch geschlechtsspezifische Unterschiede. Frauen "dürfen" eine Borderlinestörung haben, im Rahmen derer sie dann auch zuviel trinken, und sich dann einer ganzheitlichen therapeutischen Behandlung erfreuen. Wenn Männer zu viel trinken, sind sie selbst schuld und trinken einfach zu viel. Blöde Proleten. Auf die Idee, dass dahinter auch erhebliche seelische Not stehen kann, kommt da irgendwie (fast) keiner.. Mann hat sowas offenbar nicht. Frau trinkt? Die Arme! Sie muss Probleme haben! Mann trinkt? So ein Depp.

    Einmal editiert, zuletzt von RiderWithoutShoes (2. Oktober 2014 um 06:08)

  • Aha, Du vertrittst eine These, man widerspricht (inkl inhaltlicher Argumente) und das ist dann Deine Reaktion?

    Ich weise auch auf den Satz von Dir hin: "hier bist du einem gewaltigen Irrtum durch deine Gedanken aufgesessen!". Ist Dir aufgefallen was für eine Aussage das ist? "ES IST SO! DU IRRST! ICH HABE RECHT! DU NICHT!". Das empfand ich schon ein bisschen weit aus dem Fenster gelehnt. Ich finde die Formulierung "es könnte sein, dass Du da einem Irrtum aufgesessen bist" deutlich angemessener.

    Danke, wünsche ich ebenso.

  • Und ansonsten sage ich hier auch tschüss. Ich bin etwas fassungslos, auf was für engstirnige Geisteshaltungen ich hier getroffen bin. Dieses Forum ist definitiv nichts für mich.

    In den Forums-Benimmregeln steht was von Respekt und freundlich, aber nichts von "jeder User muss klar Abstinenz für sich als Ziel benennen und sich darum bemühen und dies kund tun, bevor wir akzeptieren, dass er hier Beiträge schreibt, die wir ernst nehmen". Exakt das ist aber das Feedback was ich bekomme.

    Falls jemand mit mir Kontakt aufnehmen will, Land-in-Sicht hat meine Mailadresse.

    Machts gut.

  • Hallo RWS,

    dein Eindruck ist sicherlich richtig, dass man in diesem Forum nicht“ einfach so diskutieren“ kann. Bislang schrieben hier Menschen, die entweder als Betroffene oder als Angehörige mit der Alkoholabhängigkeit konfrontiert sind. Dass Themen einfach nur diskutiert werden, um Meinungen auszutauschen, kam bislang nicht vor.
    Ich gebe dir allerdings recht: Da sich das Forum offiziell auch an Interessierte richtet, wird suggeriert, dass auch rein akademische Diskussionen erwünscht sind.

    Was deine Meinung betrifft, dass in diesem Forum ausschließlich die Alkoholabstinenz als Ziel akzeptiert wird, liegst du nicht ganz richtig. Hier gibt es wie im wirklichen Leben solche und solche Leute, also zum einen sehr tolerante Menschen, die durchaus andere Meinungen und Erfahrungen zulassen können, zum anderen allerdings auch weniger tolerante, die beispielsweise in der Form kategorisieren, dass jemand, der sich ein anderes Ziel als Abstinenz vorstellen und das auch realisieren kann, überhaupt kein Alkoholiker ist und deshalb seine Erfahrungen nicht in diesem Forum äußern sollte, weil er damit in unverantwortlicher Art und Weise wirklich Abhängige negativ beeinflussen könnte. Eine dritte Gruppe erlebt die Abstinenz als die für sie optimale Lebensweise und trägt das natürlich auch nach außen, eine vierte geht davon aus, dass sie nur dann ein gutes Leben führen kann, wenn sie die Alkoholabstinenz für sich realisiert.

    Auch ich ecke hier hin und wieder an, weil ich Meinungen vertrete, die von vielen nicht geteilt werden oder über Erfahrungen berichte, die sie an sich nicht kennengelernt haben. Ich mache das jedoch nicht, um zu diskutieren, sondern um diejenigen auf ihrem Weg zu bestärken, die den klassischen Weg nicht gehen wollen, aber unsicher sind, ob ein anderer Weg zum Erfolg führen kann. Das ist meine Motivation hier zu schreiben. Und im Großen und Ganzen wird das hier auch zugelassen.

    Vielleicht will man hier einfach nur nicht diskutieren, sondern helfen?

    Alles Gute!
    Katro

  • RiderWS,

    Das mit der Abstinenz hat niemand auch nur mit einem Wort so gesagt!
    Das ist deine eigene Interpretation!

    Nochmals: Eine Abstinenzentscheidung oder auch jegliche andere Positionsfindung zum Alkohol
    KANN GAR NIEMAND FÜR DICH TREFFEN!!! Das liegt allein bei Dir! Das schreibe ich dir jetzt nicht zum ersten, aber wahrscheinlich zum letzten Male weil ich keine Lust habe zu singen!



    Das, was Du zum "zwangsthema" geschrieben hast, war in Kurzfassung: Definiere erstmal klar Dein Ziel, bevor wir es gutheißen, dass Du hier im allgemeinen Teil solche Fäden eröffnest.

    Hier noch mal, nicht in ´Kurzfassung´ sondern so wie ich es wirklich geschrieben habe:, die Fettgedruckten Sachen hebe ich hier mal hervor damit du sie nicht wieder überliest oder anderweitig weglässt:

    Zitat

    Ich fände es gut wenn du erstmal an deinen eigenen, persönlichen Zielformulierungen arbeiten und diese FÜR DICH konkretisieren, definieren würdest. Das wäre sicher für Dich gut und würde es auch uns einfacher machen auf dich einzugehen ….. Im übrigen würde ich es bis dahin für etwas angebrachter befinden wenn Du Dich bis dahin (also bis dir selbst erstmal klar ist worum es dir zumindest in etwa geht)….

    …auch in diesen Sätzen, wie in ALLEN meinen Postings an Dich war nicht in einer einzigen Silbe von Abstinenz oder irgendwelchen Voraussetzungen die Rede…


    Vielleicht will man hier einfach nur nicht diskutieren, sondern helfen?

    Grüße auf Deinen Weg RiderWS,
    LiS

    Einmal editiert, zuletzt von Land-in-Sicht (2. Oktober 2014 um 08:03)

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