Mein zufriedenes, nüchternes Leben 🍀

  • Du bist aber auch nach 10 Jahren weiterhin immer achtsam. Sind die 10 Jahre in Bezug auf deine Abstinenz immer ziemlich glatt gelaufen oder gab es auch mal kritische Phasen?

    Ich habe es mal hierher gezogen, um den thread nicht zu sprengen. Bei mir hat sich die Abstinenz eingeschliffen, da muss ich nicht mehr extra aufpassen. Falls es doch noch mal kritisch werden sollte, das Suchtgedächtnis ist ein Teil von mir und funktioniert, auch wenn es vor sich hin dämmert. Aber es kann jederzeit wieder aktiviert werden.

    Kritisch wurde es halt ein paar mal, als ich von Suchtdruck heftig durchgeschüttelt wurde, das letzte Mal ist schon ein paar Jahre her. Suchtdruck kam halt immer seltener auf.


    Wenn ich heute mal ans Trinken denke, sehe ich es als Gruß vom Suchtgedächtnis, aber ich weiß es einzuordnen. Ich habe meinen Frieden damit gemacht und sehe gelegentliche "Grüße" für mich als förderlich an, weiterhin den Respekt vor dem Alkohol zu bewahren und nicht auf die Idee zu kommen, ich sei geheilt. Denn dann wäre es bis zum nächsten Glas nicht mehr weit.

  • Rekonvaleszent du bist ein tolles Vorbild. Wie hast du das gemacht, wen hast du über deine Abstinenz informiert? Nur Familie und enge Freunde oder auch Nachbarn, Kollegen oder generell im Job? Und trinkst du gelegentlich mal ein 0,0 Bier oder auf dem Weihnachtsmarkt nen alkoholfreien Punsch?

    Ich habe nur die Familie und mir enge Leute informiert. Kinderpunsch vertrage ich nicht so gut wegen Reflux. Ich trinke dann eher heißen Kakao. Alkoholfreien Wein mag ich auch nicht, schmeckt wie Traubensaft und alkoholfreies Bier ist habe ich mal probiert. Aber Bier ist nicht so mein Getränk. Lieber Wasser, Tee oder Kaffee.

  • Ich habe nur die Familie und mir enge Leute informiert.

    So und nicht mehr. Der Kreis ist bewusst klein gezogen. Da ich auf der Arbeit nie als Trinker aufgefallen bin, war das auch nicht erforderlich.


    Nein, ich trinke keine sog. alkoholfreien Ersatzstoffe zum Original, weil sie optisch, geschmacklich und geruchlich zu nah am Original sind. Mit alk-freiem Bier habe ich früher meine Saufpausen überbrückt, bis der Druck auf ein richtiges Bier zu groß wurde. Dann blieb es selbstverständlich nicht bei dem einen.


    Den Besuch auf dem Weihnachtsmarkt habe ich in diesem Jahr schon hinter mir, meiner Frau konnte ich den Glühwein ausreden. Ansonsten hätte ich was alkfreies genommen.

    Lieber Wasser, Tee oder Kaffee.

    Eine gute Alternative. Ab- und an trinke ich mal eine Cola 0 oder eine Schorle mit Apfel-, Trauben- oder Johannisbeersaft. Aber davon reicht mir jeweils ein Glas.


    Meine Frau trinkt ab- und an mal ein Glas Wein oder Sekt, bei ihr bleibt es dann zumeist bei dem einen. Das stört mich nicht, auch wenn ihr Glas im restaurant in meiner Nähe, jedoch nicht unmittelbar vor mir steht. Ich war nie der große Werintrinker, daher bekümmert es mich nicht. Stünde stattdessen ein Glas Weißbier vor meiner Nase, sähe es womöglich anders aus. Ein Glas auf dem Nebentisch nehme ich nur noch wahr, wenn mein Blick darauf fällt, jedoch scanne ich die Tische nicht wie früher ab.

    Zu Veranstaltungen, bei denen der heftige Konsum von Alk im Vordergrund steht, gehe ich nicht. Nicht, weil ich mich als gefährdet einstufe, sondern weil ich das ganze Drumherum um die Sauferei nicht mehr ertrage und es nicht mehr in meinem Kopf aushalte. Da gehöre ich nicht mehr hin. Bin ich mal bei Nachbarn, die etwas feiern, bin ich dann weg, wenn die Veranstaltung zu "alkig" wird. Den Kippunkt nehme ich recht schnell wahr und dann gilt das zuvor Gesagte entsprechend. Für angetrunkenes oder besoffenes Gelaber sind mir meine Zeit und mein Leben zu schade.


    Und so komme ich prima durchs Leben. Wichtig ist, mir den Respekt vor dem Alkohol zu bewahren, denn ich kenne die Tücken des Suchtgedächtnisses.

  • Ich wünsche allen einen schönen 4. Advent, frohe Weihnachten 🎄 🎁 und einen guten Rutsch. 🎆🎊

    Ich klinke mich für dieses Jahr hier aus. Kommt alle nüchtern durch die Feiertage und passt besonders gut auf euch auf. Ich mache das auch so.

  • Frohes neues Jahr 2026 wünsche ich allen.

    Meine Abstinenz will sich weiterentwickeln. Ich habe das Gefühl, da geht noch was. Alkohol spielt keine Rolle mehr bei mir, lediglich wenn ich im Forum bin, beschäftige ich mich damit. Ich finde, dass meine Abstinenz inzwischen stabil geworden ist und ich mich sicher fühle.

    Im Thread bezüglich Rückfälle wurde das Thema aufgegriffen, nämlich die Angst vor einem Rückfall zu verlieren. Das ist der Punkt um den es mir geht. Mir selbst zu vertrauen, dass ich das kann. Ich verbinde damit eine regelrechte und wirkliche Befreiung vom Alkohol.

    Ich bin jetzt im zweiten nüchternen Jahr und Alkohol hat die Macht über mich verloren.

  • Ich bin jetzt im zweiten nüchternen Jahr und Alkohol hat die Macht über mich verloren.

    Das liest sich gut. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich das blöde Suchtgedächtnis auch noch mal in den Folgejahren melden und einen kräftig durchschütteln kann. Dies nur als dezenter Hinweis, falls es mal zu ruckeln anfangen sollte.


    Ich habe inzwischen meinen Frieden damit gemacht, es zeigt mir, dass da noch was ist, auch wenn es mich in meinem Alltag nicht mehr berührt. Es wird auch für immer da sein, dennoch lebe ich mit dieser Erkenntnis ausgesprochen komfortabel und gut. Wenn sich mein Suchtgedächtnis noch mal piesacken sollte, dann weiß ich, was zu tun ist.

    In den letzten Jahrfen hatte ich keinen Druck mehr, nur gelegentlich kamen sporadisch mal Trinkgedanken auf, ohne mich jedoch zu bedrängen.

    Vielleicht kannst Du mit meinen Ausführungen etwas anfangen. Ich kann Dir nur mit dem dienen, was ich selbst erlebt habe. Denn nur damit kenne ich mich (hoffentlich) aus.

    Alles Gute.

  • Das liest sich gut. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich das blöde Suchtgedächtnis auch noch mal in den Folgejahren melden und einen kräftig durchschütteln kann. Dies nur als dezenter Hinweis, falls es mal zu ruckeln anfangen sollte.

    Danke dir fürs Mut machen und für deinen Hinweis. Ich habe nun schon länger Ruhe und das Suchtgedächtnis schläft wohl tief und fest. Falls es doch mal wach wird, weiß ich ja was zu tun ist, wie z.B. die H A L T Regel. Ich mag den Alkohol nun endgültig loslassen und mich wirklich befreit davon fühlen. Du weißt bestimmt genau was und wie ich das meine. Auch andere hier, die schon länger abstinent sind, wissend das sicherlich auch. Ich stehe nun nicht mehr ganz am Anfang, bin aber auch noch nicht langjährig abstinent. Bin so in nem Übergang. Aber ich möchte auch nicht auf meinem Weg stehen bleiben und stagnieren, sondern mich ganz vom Alkohol los lösen. Ich kann mir dieses Gefühl jetzt schon richtig vorstellen und freue mich sogar richtig darauf. Das wird eine Bereicherung und Befreiung gleichzeitig und ich sehe es als gänzlichen Absprung vom Alkohol weg.

  • Ich habe in meinem ersten Jahr mehrfach von 3 Stadien der Abstinenz gelesen:

    1. Ich kann nicht mehr trinken (als Verbot).

    2. Ich will nicht mehr trinken.

    3. Ich brauche nicht mehr trinken.

    Das kann ich so für mich bestätigen. Ich bin längst in Stufe 3 angekommen, so vielleicht im dritten oder vierten Jahr, es könnte auch etwas früher gewesen sein.

    Das gefällt mir gut und werde ich mir mal durch den Kopf gehen lassen.

  • Das ist interessant. Das "Ich kann nicht mehr trinken" - war für mich der Anstoß das Trinken aufzugeben. Es ging einfach nicht mehr, es hat zuviel Zeit, Kraft, Raum und Gesundheit in meinem Leben gekostet. Die letzten Wochen vor der Abstinenz. Das "Ich will nicht mehr trinken" waren für mich die ersten nüchternen Wochen, wo ich wirklich mit Kraftanstrengung gegen die Trink-Gedanken arbeiten musste und einfach durchhalten musste. Die Nüchternheit ertragen lernen vielleicht. Heute kann ich wirklich sagen ich brauche nicht mehr trinken. Ich denke im Alltag überhaupt nicht mehr ans trinken. Es reizt mich auch gar nicht mehr. Ich denke dann meist an Kopfschmerzen, vertrödelte Stunden und daran wie ich immer wieder die ersten Wochen leiden muss, wenn es zu einem Rückfall kam. Ich mag die Nüchternheit heute sehr.

    Beste Grüße Helga

  • Mein Urlaub ist vorbei und Montag geht’s wieder los. Habe mir für den Januar vorgenommen wieder mal zuhause auszumisten und einiges auszusortieren. Das mache ich gerne und finde, dass ich beim Sortieren im Äußeren auch gleichzeitig mein Inneres sortiere. Ich sehe das auch als Befreiung von Ballast.

    Dazu gehört auch das Thema Alkohol, ich möchte mich nun auch gedanklich ganz davon befreien. Einigen hier ist das ja schon gut gelungen und so möchte ich das bei mir auch haben. Mich im Forum beteiligen dient dazu, den Respekt vor Alkohol zu behalten. Aber ansonsten schließe ich mit dem Thema Alkohol ab und lasse es los.

    Ich werde einfach mein nüchternes Leben ganz normal leben und völlig selbstverständlich alkoholfreie Getränke trinken. Das ist alles.

    Ansonsten möchte ich in diesem Jahr meine Gesundheit weiterhin verbessern.

  • Soll keine Kritik sein, aber ist das möglich, mit dem Thema Alkohol abzuschließen, so als reine Willensentscheidung? Ich für mich zumindest weiss, dass das, was ich versuche wegzusperren, früher oder später umso heftiger zurückkommt. Ich muss mich nicht regelmäßig gehen den Alkohol entscheiden, zu guten Glück nicht mehr. Wie präsent die Alkoholthematik in meinem Alltag ist, kann ich nicht vollständig beeinflussen und sehe das eher als Prozess mit unbestimmter Dauer und Intensität. Im Gegenteil, es war nach meiner ersten, dreijährigen Abstinenz fatal zu glauben, das Thema sei abgehakt und ich somit geheilt... Meinen Weg sehe ich darin, nicht zu vergessen, woher ich komme und nicht mehr hin will und gleichzeitig im hier und jetzt nach vorne zu schauen.

  • Im Gegenteil, es war nach meiner ersten, dreijährigen Abstinenz fatal zu glauben, das Thema sei abgehakt und ich somit geheilt.

    Als trockene Alkoholikerin bin ich nicht geheilt, das ist mir klar. Vermutlich würde 1 Glas alles zunichte machen. Aber genau dieses eine Glas trinke ich nicht.

    Wenn ich gut alkoholfrei lebe, warum sollte ich noch über Alkohol nachdenken, wenn Gedanken an Alkohol nicht mehr da sind? Ich möchte Alkohol auch nicht mehr Aufmerksamkeit schenken, als nötig. Sicherheit ist natürlich wichtig und dazu bin ich regelmäßig im Forum. Zumindest derzeit ist das für mich genug und völlig ausreichend zum Thema Alkohol. Außerhalb vom Forum lebe ich ganz normal und lasse das Suchtgedächtnis ganz in Ruhe vor sich hin schlafen.

    Ich fühle mich irgendwie losgelöster und stabil und das fühlt sich gut und richtig für mich an. Damit das auch so bleibt, nutze ich weiterhin das Forum.

  • aber ist das möglich, mit dem Thema Alkohol abzuschließen, so als reine Willensentscheidung?

    Das ist bei mir gar keine Willensentscheidung, sondern einfach so von selbst. Alkohol ist mir irgendwie richtig egal geworden. Alkohol ist einfach ein ungesundes Getränk und ist nix für mich. Ich trinke nun einfach Getränke, die gut für mich sind und mir wohl bekommen. Alkohol muss ich nicht mehr haben, ich brauche ihn nicht mehr und will ihn auch nicht mehr. Alkohol bedeutet für mich Schwere und eine Last, deshalb werfe ich diesen Ballast von mir ab. Es ist ein gutes Gefühl, dieses Gepäck nicht mehr länger auf meine Schultern mitzuschleppen. Diese Freiheit und Leichtigkeit ist einfach großartig.

  • Hallo Emily ,

    ich sortiere in meinem Haushalt ja auch regelmäßig das aus, was ich inzwischen als Ballast empfinde, und empfinde das ebenfalls als befreiend.

    Ich mache das nach Lust und Laune. Manchmal kann und will ich das nicht. Das ist dann auch ok so.

    Wenn ich gut alkoholfrei lebe, warum sollte ich noch über Alkohol nachdenken, wenn Gedanken an Alkohol nicht mehr da sind?

    Gedanken über Alkohol kommen bei mir hoch, wenn ich in meinem Umfeld oder in meinen Hörbüchern oder Büchern, die ich lese, oder in Film und Fernsehen mit Alkoholkonsum konfrontiert werde.

    Es ist nicht mehr so, dass mich das belastet, weil ich denke, fühle und lebe, dass ich selbst mir das nicht mehr antun will, mich davon befreit fühle. Doch da Alkohol in unserer Gesellschaft nun einmal so omnipräsent ist, ist das Thema Alkohol - zumindest bei mir - nie ganz weg.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

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