Ich bins, samo

  • Hey liebes,

    Das ist doch super..ein Schritt nach dem anderen! :)

    Wieso geht es dir nicht gut?
    Welche Gefühle hast du?

    Bin zwar grade unterwegs,aber denke ganz fest an dich du schaffst es heute das Gift nicht anzurühren.

    Hast du denn was zuhause?

    Es wäre gut das du das entsorgt was du hast!

    Denke an dich

    LG

    Silke

  • Zitat von "Samo"

    Ich habe in kleinen Stücken angefangen aufzuräumen. Hier ein Stück, da ein Stück, eine Maschine Wäsche gewaschen.

    ... wenn Du Dich dann eingearbeitet hast ... ich hätte eine Adresse, wo Du nahtlos weitermachen kannst ;D 8)

  • Hallo Dietmar,

    woanders kann ich hervorragend aufräumen. Bei mir selbst ist es besonders schwer, es sei denn, ich bekomme Besuch.

    Gruß samo

  • Hallo Silke,

    nur eine kurze Antwort: Ich hab mich selbst körperlich und psychisch ziemlich runtergewirtschaftet in den letzten Wochen durch den Alkohol. Da kann es einem nicht gut gehen. Neben den körperlichen Erscheinungen die totalen Schuldgefühle. Aber ich habe auch nicht erwartet, dass es mir gut geht, jedenfalls nicht sofort.

    Was mir auffällt, dass du sehr liebevoll und zugewandt dich mir im Forum zuwendest. Ich denke aber, dass es, wie auch schon andere sagten, wichtig ist, dass du dich vor allem um dich selbst kümmerst als Co-Abhängige.

    Liebe Grüße samo

  • Und versuche bitte nicht, mir zu helfen, indem du sagst, du glaubst fest an mich und du denkst an mich usw. Das will ich gar nicht. Das macht eigentlich nur Druck. Ich weiß, das willst du nicht.

    Du kennst mich gar nicht, du willst meine Gefühle wissen, ich hab schon zuviel mitgeteilt hier im Forum. Du möchtest mir Ratschläge geben, bitte nicht.

    Du hast einen Freund, einen Alkoholiker zuhause, das macht dir massive Probleme. Das reicht doch schon, warum versuchst du dich nicht abzugrenzen, stattdessen fokussierst du dich jetzt auf mich. Du kannst weder mich noch deinen Freund retten. Rette dich selbst.

    ja, und ich habe es nicht gschafft.

  • Hallo Silke,

    ich wollte dich nicht verletzen. Ich finde, dass du eine total Liebe bist. Aber dass du glaubst und hoffst, dass du Alkoholikern helfen kannst, so wie du es machst, kann nicht funktionieren. Und vielleicht kann dich das selbst kaputt machen.

    Das einzige, was ich beitragen kann zu der Geschichte mit deinem Freund. Man kann eigentlich nicht erwarten, dass dass der Freund, wenn er dann wieder aufhört, sofort betriebsbereit ist für alles. Das kostet Kraft, und eigentlich muss er sein Leben ändern. Und wenn dann Geburtstage anstehen, dann ist er nicht einfach nur der Alte und kann der coole Typ sein.

    Ne Psychotherapie kann möglicherweise helfen, aber für den Moment gibt es so viele Baustellen, die man bewältigen muss.

    Aber ne Partnerin, die wie ein Luchs aufpasst, und immer Angst hat, kann auch belastend sein. Deshalb denke ich in so einem Fall, dass es vielleicht besser ist, wenn man sich eine Zeitlang räumlich trennt. Wo man nicht ständig das Gefühl hat, dem andern gerecht werden zu müssen.

    Liebe Grüße samo

  • Hallo Samo,

    Du beschreibst in Deiner Antwort an mich vieles, das ich gut kenne, und das auch bei mir, aber genauso auch in meinen Beobachtungen bei anderen, der Sucht und damit stattfindenden Wesensveränderung geschuldet ist.
    Aber heute sehe ich mich dabei trotzdem auch sehr kritisch: Vieles, was in meiner nassen Zeit zum Vorschein kam, war ich eben auch tatsächlich.
    So wie man sagt, dass manche den Alkohol brauchen, um sich zu irgendwas Mut anzutrinken, so glaube ich auch, dass der Alkohol manches an negativer Wesensart zutage bringt, was man sich halt nüchtern gar nicht getraut.
    Um das auf meine heitere Art und Weise auszudrücken (Es trifft auf Dich nicht zu!!!):
    Ein Arsch bleibt ein Arsch, ob er nun nüchtern oder besoffen ist … ;D

    Ich bezweifle, dass ich betrunken wirklich viel anders sein kann, wie es auch nüchtern mein innerstes Bestreben ist.
    Dissoziale Persönlichkeitsstörungen kommen bei Suchterkrankungen sehr häufig vor. So wie auch viele andere Persönlichkeitsauffälligkeiten.
    Unter Alkohol wird dann sozusagen „der zweiten (oder ersten) Persönlichkeit“ freien Lauf gegeben.
    Bei meinen Kontakten zu anderen Suchtkranken, besonders zu denen, die immer noch Alkohol konsumieren, höre ich sehr oft: „In Wirklichkeit bin ich ganz anders.“
    Das Problem dabei ist dann genauso oft: Man kann das glauben oder nicht, aber man hat die Betroffenen halt über einen meist sehr langen Zeitraum nie anders erlebt, wie so, wie sie eben „nass“ sind.

    Aus Erfahrung, und wie Du hier im Forum von vielen anderen auch lesen kannst, braucht „Nüchternheit“ und „Trockenheit“ ihre Zeit. Unter trockenen Alkoholikern sagt man dann auch bei gerade frisch aus dem Entzug kommenden Betroffenen: Der ist jetzt nüchtern – trocken ist er noch lange nicht.
    Ich möchte Dich ausdrücklich dazu ermuntern, Dich mal über lange Zeit „nüchtern“ selbst zu erleben! Damit Du mal weißt, zu welcher Wesensart Du überhaupt fähig bist, wenn die „andere“, die betrunkene Samo, nicht mehr dazwischenfunkt.

    Dann erledigen sich auch viele „Missverständnisse“, wie das, was Du „eigentlich“ ausdrücken wollest, und wie es verstanden wurde.
    Jedenfalls ich habe sehr wohl von Deinem Wunsch gelesen, Deinem ganz persönlichen Tiefpunkt und der Kapitulation in Deiner aktiven Sucht näher kommen zu wollen.
    Wobei es mich dann auch wieder irgendwie erschreckt!

    Da ist die Samo, die trinkt weiter und möchte darauf warten, dass sie ihren ganz persönlichen Tiefpunkt (mit Trinken) erreicht? Was, wenn dieser „Tiefpunkt“ die Gosse ist? Oder, wie ich auch schon häufig erlebt habe, irreversible Schäden?
    Wozu also, wie Du das ausgedrückt hast, „sich wünschen“, dass Du „dem Tiefpunkt und der Kapitulation nahe kommst“?
    Warum nicht jetzt und heute handeln? Warum nicht da, wo Dich gerade befindest (in Bezug auf Alkohol und ff.) als „Deinen Tiefpunkt“ wahrzunehmen und Stopp zu sagen?

    Kapitulieren tust Du ja im Moment ständig. Nur halt völlig anders, wie die Kapitulation in Bezug auf einen möglichen Suchtstillstand gemeint ist.
    Du kapitulierst heute nahezu täglich vor der Verlockung Deinen Suchtmittels, das ja offensichtlich auch immer verfügbar ist.
    Eigentlich müsstest Du also erkannt haben, dass Du keine Chance hast Deinem Suchtmittel zu widerstehen, wenn es für Dich so leicht greifbar ist.
    Ich weiß von mir, dass ich in schwachen Momenten keine Chance gegen die Verlockung meines Suchtmittels hätte, wenn es direkt vor mir stehen würde, und alle anderen Barrieren (z. B. die Öffentlichkeit) weg wären. Ein paar ungünstige Konstellationen, passende, bzw. für meine Stabilität unpassende Faktoren – und schon hätte ich „kapituliert“.
    Deswegen setze ich mich diesem Risiko nicht aus.

    Aufmerksam möchte ich Dich noch auf eines machen:

    Zitat

    Kurz gesagt, ich war besoffen und somit so, wie du es beschrieben hast. Im Real Life bin ich auch oft so, wenn ich besoffen bin, aber da bin ich ja nur mit mir allein, das kriegt ja sonst keiner mit, es sei denn, ich schreibe hier im Forum z. B. Nüchtern bin ich ziemlich anders im Real Life.

    Lies Dir das nochmal durch, denk darüber nach, was Du damit gegenüber den anderen Usern hier im Forum, die Dir wohlgesonnen sind, ausdrückst!
    „Hier“ – bei uns im Forum – erlaubst Du Dir etwas, das Du Dir in Deinem „Real Life“ niemals erlauben würdest. Vermutlich weil Du auch möchtest, dass die Menschen in Deinem realen Leben Achtung und Respekt vor Dir haben und Dich wertschätzen? Weil Du Dich sonst vor ihnen schämen würdest?

    Zitat

    Also wahrscheinlich bin ich ähnlich wie du, wie ihr es ward, als ihr noch nass gewesen seid.

    Ganz ehrlich?
    Ich glaube nicht, dass ich nass so war, wie Du. Aber sicher oft genauso zerrissen und widersprüchlich!
    Heute muss ich mir darüber keine Gedanken mehr machen. Ich bin rund um die Uhr so, wie ich bin und wie ich es sein möchte. Naja, a bisserl muss ich daran schon noch arbeiten ;)

  • Eigentlich habe ich nie morgens getrunken, aber auch schon ne Weile vor meiner letzten Entgiftung ab und zu mittags. Sodaß ich dann auchh keinen eventuellen Termin abends mehr wahrnehmen konnte. Vorgestern habe ich dann mal morgens getrunken, es war noch ein bißchen Bier in der Flasche.

    Gestern hatte ich den Rest Bier weggeschüttet, wollte nicht mehr trinken, hab bis abends nicht getrunken. Aber der "Kater" hörte nicht auf, wenn es denn ein Kater war. Wenn es nicht Entzugserscheinungen sind. Ich hab Probleme mit dem Blutdruck, bekomme auch Medikamente, der spielt halt verrückt, wenn ich trinke oder eben dann nicht trinke.

    Ich weiß nicht, ob ich es vielleicht brauche, immer weiter abzustürzen, um endlich an meinen "Tiefpunkt" zu kommen, wo denn gar nichts mehr geht.

    Ich lese mich durchs Forum. Ich begreife langsam wirklich, was ihr meint. Einfach mit dem Trinken aufzuhören reicht nicht. Obwohl ich immer neue Sachen ausprobiere, die mir auch in der Entgiftung geraten wurde (diesmal die Ergotherapie, wegen der Struktur), natürlich auch wieder Selbsthilfegruppen, pflichtbewusst habe ich das auch getan bis zu meinem letzten Rückfall.

    Aber ansonsten, im Umgang mit meinen Freuden oder ähnliches, war ich kurz nach meiner Entgiftung "die Alte". Da nehme ich nämlich gar nicht viel Raum ein, da versuche ich schnellstmöglich wieder gut gelaunt zu sein und immer ein offenes Ohr für deren Probleme zu haben. Da diese lebenspraktisch viel mehr zu wuppen haben, als ich, denke ich auch immer, dass meine Gefühlsschwankungen, meine Empfindlichkeiten nicht nachzuvollziehen sind, daher behalte ich das lieber für mich. Und ich gehe auch auf jeden Geburtstag. Auch wenn da auch fast gar nichts, bzw. verschwindend wenig getrunken wird, ist das immer ein Ort, wo ich meine sogenannte "Scheinpersönlichkeit" lebe. Humorvoll, möglichst gut gelaunt, irgendwie kompetent.

    Es ist aber auch immer wieder eine Möglichkeit, nicht allein zu sein und ich hab auch Spaß. Es lenkt mich ab. Bis zu dem Zeitpunkt, wo ich wieder zuhause bin.

    Als ich jung war, war ich oft dehr depressiv, kam nur mit ganz viel Mühe irgendwie mit dem Leben zurecht. Als ich merkte, dass ich meine Freunde damit überfordere, bzw. diese Lebensfreude wollten und nicht mein "Gesülze", habe ich das verstanden. Ich habe es mit den Jahren irgendwie geschafft, diese "Scheinpersönlichkeit" zu entwickeln, die mir ja auch zweitweise gut tat, ein Stück weit bin ich das ja wirklich. Immer wieder waren sie völlig geschockt von meinen Abstürzen, bzw. Suizidversuchen. Wir haben gar nichts gemerkt. Aber sie haben mich nie fallen gelassen. Und ich hab etliche Kinder betreut von ihnen, immer wieder, viele von denen sind jetzt schon erwachsen. Glaubt mir, ich habe wirklich immer wieder gekämpft und habe auch versucht, zu geben und nicht nur Raum einzunehmen.

    Ich hab wahrscheinlich wirklich nicht lange genug die richtige Selbsthilfegruppe gesucht, bzw. ich konnte nicht annehmen bzw. umsetzen, was anderen geholfen hat und bin dann zu schnell wieder rückfällig geworden und hab mich nicht mehr hingetraut.

    Allerdings habe ich auch mal drei Jahre lang eine Selbsthilfegruppe besucht, das war in der Zeit, in der ich alle drei Monate einen Eintagesrückfall hatte. Es war eine Frauengruppe, angeschlossen an einer Frauensuchtberatungsstelle. Leider hat sich diese Gruppe aufgelöst. Das Konzept war wahrscheinlich auch nicht das Richtige. Eine neu gegründete Gruppe, wo alle gerade mal drei Monate trocken waren. Wir wurden immer weniger, eine nach der anderen wandte sich wieder der Sucht zu, eine brachte sich sogar um.

    Was ich mit alldem sagen will?

    Ja, ich habe eine instabile Persönlichkeit. Und ich kann mich ganz schwer damit abfinden und ich komme da auch einfach nicht raus. Selbsthilfegruppen geben sicherlich immer wieder Anstöße. Aber irgendwie bin ich nicht in der Lage, diese umzusetzen, bzw. ich bin zu schwach dafür, auch wenn ich mich deswegen hasse. Ich habe vor kurzem Kontakt zu einer Wohneinrichtung für Suchtkranke und psychisch Kranke aufgenommen, wo man, wenn die Voraussetzungen stimmen, einige Jahre leben kann mit Unterstützung und Kontrolle. Ich glaube, das wird jetzt mein Weg sein. Dort einen Platz zu bekommen. Ich muss dafür meine Wohnung aufgeben, das einzige, was ich immer geschafft hab. Die Wohnung, zu halten, regelmäßig Miete zu zahlen usw.

    Auch, wenn da bei 22 Klienten 20 Männer sind und nur 2 Frauen. Aber ich traue es mir nicht mehr zu, nach der nächsten Entgiftung alleine, vielleicht mit Hilfe der Selbsthilfegruppen, zurechtzukommen.

    Liebe Grüße samo

  • Hallo Dietmar,

    ich habe jetzt erst deine Antwort gelesen, nachdem ich selbst geschrieben hatte.

    Meinen Umgang mit den anderen Forummitgleidern, damit meinst du du sicherlich Silke. Ich wollte Silke gar nichts böses, ich wollte sie lediglich warnen, ich wollte, dass sie sich vor mir schützt.

    Und du glaubst, dass du nie so nass warst, wie ich? Wie warst du denn? Ein lieber, freundlicher Alkoholiker, immer zu allen nett: Hast du nicht Frau und Kinder verloren, oder verwechsele ich dich da gerade mit jemanden von dem ich gelesen hab?

    Und was willst du mir mit allem sagen? Dass ich als Persönlichkeit schon so Scheiße bin, dass ich das erstmal erkennen muss? Das weiß ich auch so. Natürlich ist meine Alkoholpersönlichkeit ein Teil von mir. Ein Teil, der vor lauter Bedürftigkeit ungerecht wird und sehr anspruchsvoll wird. Und meinst du, das kann man einfach so ablegen? Und verändern kann man das auch nicht so einfach.

    Ist man somit ein schlechterer Mensch? Weil man es nicht gelernt hat, für sich selbst zu sorgen, weil als Kind niemand für einen gesorgt hat? Und man dann manchmal unter diesem Bedürfnis zusammenbricht, das halt nie aufhört, dieses Bedürfnis?

    Und wenn ich dann nüchtern erkenne, dass ich einfach Scheiße bin? Soll mir dann, wahrscheinlich helfen, damit ich mich endlich ändere.

    Naja, egal wie, ich finde es sehr arrogant, wenn du sagst, du warst nie so nass. Schön für dich.

  • Und wie meintest du das, dass das Suchtmittel verfügbar ist oder so? Ich muss ein paar Schritte zum Supermarkt laufen oder zur Tankstelle.

    Ja, ich muss wieder in die Entgiftung, aber da war ich vor kurzem. Vielleicht ging es mir nicht schlecht genug? Ich weiß halt alles, was die mir in der Entgiftung sagen, ich konnte es wohl nicht umsetzen. Und sofort geht überhaupt nichts bezüglich Entgiftung. Das letzte Mal habe ich einen Vorbesprechungstermin gemacht, der war eineinhalb Wochens später als mein Anruf, dann noch zwei Tage und ich bin in eine wirklich gute qualizifierte Entgiftung. Also wenn man als völlig hilflose Person, bzw. suizidal da aufschlägt, kann man Glück haben, dass man aufgenommen wird.

    Also, die Vorschläge mit sofort, helfen manchmal nicht unbedingt. Und mein Widerstand, das jetzt sofort anzugehen mit Anruf usw. liegt daran, dass ich es bisher trotz Engiftung nicht geschafft habe, den richtigen Weg weiter zu gehen. Vielleicht deshalb meine Vorstellung, ich bin noch nicht tief genug gesunken, um es zu schaffen. Also muss ich weiter machen.

    Aber egal, ich kann mich hier erklären, wie ich will.

  • Und ansonsten werde ich mich jetzt zurückziehen aus dem Forum.

    Ich würde gerne wissen, wie ich im Real Life bin, wenn ich lange Zeit nüchtern bin. Mehr als ein Jahr hab ich bis jetzt nicht geschafft.

    Wobei ich mich erst seit meinem 40. Lebensjahr als Alkoholikerin bezeichen würde. Vorher kam ich eben auch ganz schlecht mit meinem Leben und mit mir klar. Das ist sicherlich meiner Persönlichkeit geschuldet, wobei dissozial würde ich sie wirklich nicht nennen. Ich kenne mich als Person mit vielen Defiziten, die immer wieder versucht hat, irgendwie in unserer Gesellschaft zu leben.

    Leider gelingt es mir nicht.

    Gruß samo

  • Hallo Samo,

    so ist das mit dem Verstehen und Verständnis im Umgang mit anderen Menschen: Oft interpretiert man in die Worte des Anderen etwas hinein, das er so weder gesagt, noch damit gemeint hat.

    Zunächst habe ich nicht geschrieben, dass ich „nie so nass war“, wie Du.
    Ich schrieb: „Ich glaube nicht, dass ich nass so war, wie Du.“
    Besser wäre gewesen, ich hätte richtiger geschrieben: „Ich weiß, dass ich nass nie so war wie Du.“

    Weil ich lese, dass Du – ob willentlich oder unwillentlich – mich nicht verstehen magst, gehe ich auf Deine weiteren Ausführungen nicht ein. Das würde m. E. Dir nichts bringen, und mir auch nicht, sondern eher bei uns beiden zu Unzufriedenheit führen.
    Ich hätte Dir aber zu Deinen Problemen bzgl. „den Dingen, die Dir gesagt wurden, und Du sie dann brav ausprobiert hast“, etwas geschrieben, doch meine Befürchtung, dass Du auch das nicht verstehst, lässt es mich bleiben.

    Trotzdem, immer, wünsche ich Dir wirklich, dass Du Deinen Weg raus aus der Sucht findest! Ich würde mich ehrlich für Dich freuen!

  • Nur ein kleiner Tipp: Vielleicht liest und schreibst Du nur hier im Forum, wenn Du nüchtern bist - dann merkst Du vielleicht, dass Dir hier NIEMAND etwas Böses will. Und Dich auch niemand niedermachen will.
    Wir berichten hier nur von unseren Erfahrungen. Und wenn Du diese nicht immer gleich als Angriff auf Dich sehen würdest (was man im angetrunkenen Zustand meistens macht - kenne ich noch von mir), sondern einfach nur darüber nachdenken, es sacken lassen würdest, dann würdest Du vielleicht auch die eine oder andere Möglichkeit für Dich entdecken. Dass nicht alles für jeden passt, ist doch klar.

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo Greenfox,

    ich hab deinen Rat befolgt. Ich bin jetzt nüchtern, bin vorhin ins Bett und hab nicht weiter getrunken und mir jetzt die letzten Beiträge nochmal durchgelesen.

    Hallo Dietmar,

    ich hab tatsächlich das meiste von dem was du geschrieben hast, falsch verstanden. Ob ich es jetzt richtig verstanden habe, weiß ich auch nicht. Ich bin jedenfalls nicht in der Lage, darauf zu antworten, dafür bin ich zu wirr im Kopf.

    Ich muss sehen, dass ich mich morgen mal wieder ins Real Life begebe und ins Handeln komme.

    Gruß samo

  • Guten Morgen Samos,

    kurze Rückmeldung von mir: Ich finde es toll, dass Du jetzt den Ratschlag von Greenfox befolgt hast! 44.

    Lies Dir das, was Dir hier geantwortet wurde, ruhig ein paar Mal durch. Wenn Du es nicht verstehst, dann darfst Du mich jederzeit fragen.
    Nichts davon was ich geschrieben habe, soll Dich abwerten oder verletzen. Es bringt aber auch nichts, um den heißen Brei herumzureden und mit Wattebällchen zu werfen. Die Dinge müssen m. E. auf den Punkt gebracht werden.

  • Vielleicht wäre es angebracht zu lernen positiv zu denken.
    Gerade jetzt im Frühling kann ringsrum viel Positves entdeckt werden. Das funktioniert am Besten im nüchternen Zustand.
    Auch bei scheinbar Negativem kann man Positives reininterpretieren.
    Der Spruch meiner Oma: "Wer weiß, wozu es gut war" trifft oft zu.

  • Hallo Dietmar,

    danke für deine Antwort. Allzuviel kann ich jetzt nicht schreiben, es fällt mir schwer, mich zu konzentrieren.

    Morgen habe ich ein Gespräch mit der Ergotherapie, mit Chefin und Bezugstherapeuten, habe selbst drum gebeten. Das wird jetzt erstmal der Anfang sein, um irgendwie aus der Spirale rauszukommen.

    Von Freitag bis Montag verreise ich für 4 Tage mit meinen Geschwistern. Das war schon lange geplant. Dort werde ich garantiert nix trinken. Mein Bruder ist Alkoholiker und seit über 30 Jahren trocken, meine Schwester ist ebenfalls seit einiger Zeit abstinent, aufgrund von eigenen (nicht so schwerwiegenden Alkoholproblemen) und eines massiven Alkoholproblemes ihres Mannes. Meine Geschwister wissen von meinem derzeitigen Rückfall. Wenn ich nach den 4 Tagen nicht abstinent bleiben sollte, werde ich mich wieder um eine Entgiftung kümmern.

    Und ich werde euren Rat annehmen, und es wieder mit SHG versuchen, d.h. ich werde hingehen, in verschiedene und öfter als einmal in der Woche.

    Hallo Gerd,

    danke auch für deine Antwort.

    Viele Grüße
    samo

  • Und mit Deinen Geschwistern kannst Du nicht über das Thema reden und Dir Tipps holen?? Wäre doch wie eine familiäre Mini-SHG ...

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo Greenfox,

    doch, kann ich. Allerdings ist das im familiären Umfeld nochmal was ganz anderes. Aber schön ist, dass wir irgendwie reden können und inzwischen so weit sind, uns gegenseitig zu akzeptieren.

    Die Zusammenführung des Geschwisterzusammenhaltes ist noch nicht so lange her. Wäre jetzt auch zuviel, das zu erklären.

    Jedenfalls ist mein Bruder (12 Jahre älter als ich) ein, ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, "schwerwiegender" Alkoholiker. Also er war massiv körperlich abhängig, hatte seinen sogenannten Tiefpunkt, den aber schon relativ früh, also ca. mit 31 Jahren oder so. Er hat zwei oder drei Entgiftungen gehabt, ich weiß es nicht genau. In der ersten Entgiftung wurde er mit Medikamenten behandelt. In der zweiten oder dritten war er im XXX Krankenhaus, wo er dann keine Medikamente damals bekam, sondern sich durchzittern musste, wie er sagt.

    Dort hat er eine Selbsthilfegruppe kennen gelernt, die er einige Jahre lang besuchte. Dann hat er noch sechs Wochen Therapie im XXXXXX Krankenhaus gemacht. Seitdem ist er trocken.

    Wir hatten nicht allzu viel Kontakt damals. Ich war auch noch sehr jung, und hatte etliche Probleme usw. Irgendwann ist er aus Berlin weg gezogen. Aber ab und zu sahen wir uns auch. Ich hab ihn auch in Westdeutschland besucht. Er hat sehr schnell nach der Entgiftung eine neue Frau kennen gelernt, die vorherigen Beziehungen waren ja von Alkohol geprägt. Diese besuchte mit ihm zusammen auch die Selbsthilfegruppe. Und ünterstützte ihn, trank ab sofort auch keinen Alkohol mehr, aber das war für sie wohl auch kein Problem.

    Also, ich muss sagen, er war auch ohne Alkohol lange teilweise ein absoluter Kotzbrocken, so wie auch mit Alkohol. Er war absolut launisch und konnte eine Aggressivität ausstrahlen, dass jeder Angst vor ihm hatte, auch ich. Er ist auch nüchtern ab und zu seiner Frau gegenüber gewalttätig geworden. Sie hat immer zu ihm gehalten, manchmal sicherlich auch aus reiner Abhängigkeit ihm gegenüber. Gleichzeitig versuchte er immer, der Therapeut zu sein für sie, für mich, für meine Schwester.

    Und jetzt muss ich nochmal auf Selbsthilfegruppen zurück kommen. Als ich zwei Monate mal bei meinem Bruder und Schwägerin lebte, weil sie mir ja helfen wollten und mich auch beruflich unterstützen (ich hab mal ne Zeitlang bei meiner Schwägerin gearbeitet) bekam ich einen absoluten Ausraster meines Bruders mit, wie er meine Schwägerin schlug.

    Meine Schwägerin erzählte, dass sie früher in der Selbsthilfegruppe befragt wurde, was sie denn dazu getan hatte, dass er wieder mal ausgerastet ist. Ob sie das provozieren wollte? Ich denke, das hat sich meine Schwägerin nicht ausgedacht und war wirklich schockiert.

    Er hat sich irgendwann wirklich geändert, aber das brauchte ganz ganz viel Zeit. Ich hab irgendwann, ich weiß nicht wie, den Weg zu ihm gefunden, so dass wir uns angenähert haben. Inzwischen lebt er auch wieder in Berlin

    Meine Schwester (10 Jahre älter als ich) hat länger gebraucht, um mitzukriegen, dass sie keine Angst mehr vor ihm zu haben braucht. Dass er sich wirklich geändert hat. Dass es auch auf uns ankommt, Ihm Paroli zu bieten, ohne immer wieder uns selbst zu verachten oder so, oder uns so abgelehnt von ihm zu fühlen. Ich lerne mit der Zeit immer mehr, seine verqueren Gedanken zu verstehen. Der will uns eigentlich überhaupt nicht angreifen. Der kann einfach seine eigenen Bedürfnisse nicht mitteilen. Inzwichen langsam schon.

    Oh, ich verliere mich schon wieder in Details.

    Jedenfalls meint mein Bruder immer noch, ich sei keine Alkoholikerin. Ich hätte andere Probleme, kurz gesagt, ich bräuchte einen Mann. Das kommt daher, dass wir ab und zu über mein Alleinleben geredet hatten, er mir immer wieder erklären wollte, dass Alleinleben doch auch ganz schön sei, ich ihm aber daraufhin sagte, er hätte seit seiner Jugend noch nie alleine gelebt.

    Na jedenfalls sagt er mir, bei 8 Bier mache ich mir bei dir keine Sorgen, das sei ja nichts im Vergleich zu ihm, was er getrunken hat.

    Ich hätte halt andere Probleme, die ich auch habe. Die versucht er zu verstehen, aber wenn er es wirklich verstehen will, müsste er erstmal sich selbst betrachten.

    über meine Schwester will ich jetzt nicht auch noch berichten. Das wird einfach zu lang.

    Jetzt jedenfalls habe wir zusammen gefunden, machen seit einiger Zeit Geschwistertreffen. Meistens, um einfach Spaß miteinander zu haben, was schönes zu machen. Manchmal reden wir auch, aber dosiert.

    Wir sind alle gezeichnet durch unsere Geschichte. Wir versuchen uns anzunähern.

    Viele Grüße
    samo

  • Und, mein Bruder hat gut Geld. Er hat in seinem Job als Beamter immer noch genügend funktioniert, konnte auch trotzdem während seiner Arbeit trinken. Und später konnte er gut aussteigen als Frühpensionär. Da war er allerdings schon einge Jahre trocken.

    Dann kann er noch gut mit Aktien. Jedenfalls hat er ein sehr gutes Auskommen inzwischen. Kann auch seine Frau gut versorgen. Und mir will er inzwischen auch helfen mit Geld, mit Einladungen zum Essen, mit Reisen. Früher war er sehr geizig, jetzt will er sein Geld ein bisschen teilen mit mir, weil er es ja nicht mit ins Grab nehmen will, z. B. Einerseits bekommt mir das gut, anderseits untertstützt es mein Gefühl, die Bedürftige zu sein.

    Hm, zuviel geschrieben jetzt sicherlich. Und leider auch nicht nüchtern.

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