endlich hilfesuchend

  • Hallo zusammen,

    vorab: ich bin neu hier, war noch nie zuvor in einem Forum angemeldet und weiß auch gar nicht so recht wie das Ganze funktioniert und wie man einen "richtigen" Beitrag für so etwas verfasst. Wahrscheinlich ging es mehreren beim ersten Eintrag so.

    Zuerst möchte ich mich kurz und knapp vorstellen!
    Ich bin weiblich, 24 Jahre alt und arbeite als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Ich übe in meiner Freizeit mehrere Ehrenämter aus und habe einen festen, tollen Freundeskreis und eine enge Beziehung zu meiner Familie. Vor ca. 2 Jahren hatte ich eine mittelschwere Depression, welche medikamentös und therapeutisch behandelt wurde. Seit mehreren Monaten benötige ich keine Medikation und keine Psychotherapie mehr, da es mir psychisch wirklich gut geht.

    Nun zu meinem Problem!
    Alkohol trinke ich seit ich 18 Jahre alt bin. Ich trinke nicht täglich, jedoch an meinen freien Tagen und zunehmend auch dann, wenn ich am nächsten Tag Spätschicht habe. Der Grund dafür ist mir selbst nicht klar. Eigentlich nehme ich mir vor gar nichts, oder wenn, nur ein Glas Wein oder einen Jacky Cola zu trinken. Bei einem Getränk ist es jedoch noch nie geblieben. Es endet immer mit einem Vollrausch mit Filmriss und co. Seit ca. einem halben Jahr möchte ich überhaupt keinen Alkohol mehr trinken, da mich die nächsten Tage mit extremen Schuldgefühlen, Schamgefühlen und depressive Verstimmungen plagen. Wenn ich daran denke keinen Alkohol mehr zu trinken läuft mir das Wasser im Mund zusammen und fühle mich innerlich unruhig und angespannt. Mittlerweile werde ich auch von alten Freunden wegen meinem vermehrten Alkoholkonsum angesprochen, was auch der Grund dafür ist, weshalb ich mich hier angemeldet habe und um Rat fragen wollte.

    Ich möchte gerne wissen wie die Situation von anderen, die mit dieser Thematik Erfahrung haben, eingeschätzt wird. Ist das Ganze einfach "normal" in meinem Alter, oder ist das schon ein leichtes Alkoholproblem??

    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, ich würde mich über jede Antwort freuen. :)

    LG Selin

  • Guten Morgen Selin,

    Ist das Ganze einfach "normal" in meinem Alter, oder ist das schon ein leichtes Alkoholproblem??

    Ob dein Alkoholkonsum nun normal ist oder ein leichtes, mittelschweres bzw. sogar richtig schweres Problem darstellt, ist eigentlich nebensächlich. Du empfindest deinen Alkoholkonsum als problematisch.
    Und nur das zählt meiner Meinung nach.

    Ich würde mich deshalb in erster Linie damit beschäftigen, wie ich es vermeiden kann, mich in eine Abhängigkeit vom Alkohol zu begeben bzw. diese zu vertiefen. Aus eigener Erfahrung mit Alkohol (und Tabak) kann ich nur sagen, dass die innere Unzufriedenheit mit dem Grad der Abhängigkeit steigt, sofern man nicht klein beigibt, sondern ein freies Leben führen möchte. Glücklicher Trinker/Raucher ist man nur so lange, wie sich dieses abhängige Leben tatsächlich gut und richtig anfühlt.
    Und das scheint bei dir nicht (mehr) der Fall zu sein.

    Rückblickend kann ich in Bezug auf meine Abhängigkeiten sagen, dass sie in erster Linie im Kopf stattfanden. (Aus diesem Grund ist es m.E. auch wichtig, dass du z.B. eine Antwort auf die Frage findest, warum du u.a. vor einer Spätschicht trinkst.) Nachdem ich mich von der Vorstellung befreit hatte, dass Drogen (und auch Alkohol ist eine Solche) langfristig etwas Positives bewirken können, gab es für mich nur noch eine Wegrichtung: Raus aus der Abhängigkeit.

    Und dieses „Raus aus der Abhängigkeit“ oder auch „Nie rein in die Abhängigkeit“ kann ich eigentlich nur jedem raten. Das muss nicht heißen, dass man jeden Kontakt zum Suchtstoff vermeiden muss. Ich trinke z.B. noch Alkohol. Aber die Mengen sind lächerlich gering, weil ich z.B. das vermeiden will, was du in deinem Beitrag beschreibst. Nämlich den Punkt zu überschreiten, wo man die Kontrolle aufgibt und sich willenlos einer Droge überlässt.

    Alles Gute
    Bassmann

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