Partner trinkt :-(

  • Mein Partner hat ein Problem mit Aklohol !!!!!

    wir sind jetzt 6 Monate zusammen ich kenne ihn aber schon länger und wusste wo ich mich drauf eingelassen habe nur jetzt wird es mir langsam doch zu viel und belastet mich von tag zu tag mehr.

    er hat viel durch gemacht und ich verstehe ihn auch das er irgendwie abschalten muss. seine frau hat sich nach 22 jahren bez und 16 jahren ehe von ihm getrennt. Davor sind seine mama und sein papa gestorben so das er alles was ihm wichitg war verloren hat. er hat auch zwei kinder die er jetzt nur noch alle 14 tage sehen darf und durch die trennung auch finanziell nicht so gut da steht. er hat schon immer abends mal ein paar bierchen getrunken 1-3.

    es gibt Tage da trinkt er auch nur 3 bier am tag aber es gibt auch tage da sind es über den tag verteilt locker 11 oder mehr. Er fängt immer erst abends an oder nachmittags so ab 15 uhr und trinkt das bier halt so als wenn jemand anderes durst hat also er trinkt ne flasche dann auch 2 stunden wieder nix und dann holt er sich wieder eine ganz komisch. Wir haben da rüber geredet er sagt auch er hat ein aklohol problem und gibt das auch offen zu das er das ändern möchte aber anfangen was zu ändern tut er nicht.

    Am 18.7 fährt er in die rehea für 3-4 wochen und da meint er wird es ändern und wieder weniger trinken ich kann das nicht so ganz glauben aber bis dahin muss ihm die zeit lassen und danach kann ich entscheiden wie es weiter geht. Ich liebe ihn über alles und er mich er weis das mich das sehr belastet aber er sagt er kann zur zeit nicht anders abschalten. Ich habe gesagt ich stehe hinter ihm und wir schaffen das irgendwie zusammen er muss es nur wollen und auch mal anfagen was zu ändern. Bevor wir zusammen gekommen sind hat er immer gesagt er möchte das bald ändern mit dem trinken. Wenn ich ihn jetzt verlassen würde dann wäre er am ende und das will ich auch von mir aus nicht, weil alles perfekt läuft bis auf den scheiß alkohol. er trinkt nur bier und keine harten sachen. Und wurde noch nie aggresiv oder so er ist immer lieb und tut alles für mich geht arbeiten und hat sein geregeltes leben.
    Danke fürs lesen und eure Antworten.

    liebe grüße

  • Guten Morgen sweethoney,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum.

    Ich bin männlich, Mitte 40, Alkoholiker und ein paar Jahre trocken.

    Das Trinkniveau Deiner Partners erinnert mich an meines damals - 11 Bier und auch noch Wein dazu, das war für mich eine normale Tagesration. Mal mehr, mal weniger. Ich war dann auch kurz davor auf härtere Sachen umzusteigen. Hab das immer wieder mal "probiert", hauptsächlich weil ich das Entsorgen der vielen Flaschen nicht mehr im Griff hatte. Kinder hatte ich damals auch 2 und ich war noch verheiratet, auch schon über 15 Jahre.

    Als ich trocken wurde kam sofort die Trennung von meiner Frau (und damit auch von meinen Kindern) und ich habe so die erste und ich denke schwierigste Phase meines Weges in ein abstinentes Leben mit dieser, für mich enormen, Belastung angetreten. Das ich meine Kinder nur noch 14 tägig sehen konnte, meine Rolle als Vater komlpett wegbrach, das war für mich unglaublich schlimm. Finanziell blieb mir das Minimum, das mir zustand. Der Rest ging als Unterhalt an meine Ex-Frau und meine Kinder. Ich hatte vorher von diesen Geschichten ja keine Ahnung und war erstaunt, wie wenig mir letztlich zum Leben noch blieb. Aber ich kam hin, denn relativ schnell habe ich bemerkt, dass meine neu gewonne Trockenheit das größte Geschenk ist, das ich mir machen konnte. Große Bedürfnisse darüber hinaus hatte ich gar keine mehr. Ich wollte nur Aufarbeiten und wieder richtig auf die Beine kommen. Und ich war mir sicher, dass ich, wenn ich es schaffe dauerhaft vom Alk wegzukommen auch wieder andere finanzielle Möglichkeiten haben werde.

    Ich empfand diese Zeit als sehr befreiend.. Jeden Tag ohne Alkohol empfand ich als Segen. Zu bemerken und zu spüren dass es nicht viel braucht um zufrieden zu sein war eine ganz neue Erfahrung. Ich wollte unbedingt weg vom Alkohol und ich wusste, dass ich einen schweren Weg vor mir habe und ich war bereit ihn zu gehen.

    Ich schreibe Dir das (wenn auch in der extrem kurzversion), weil Du Veständnis für das Trinken Deines Partners angedeutet hast. Ok, meine Eltern leben noch, aber selbst wenn diese in dieser Zeit verstorben wäre, hätte ich nicht wieder zu trinken begonnen. Da bin ich ganz sicher.

    Sicher, Schicksalsschläge und co. dienen oft zur Erklärung wieso jemand da hinein rutscht - das mag auch zum Teil stimmen. Eine Entschuldigung darf es aber nicht sein. Genügend Menschen haben ein schreckliches Schicksal und trinken nicht. Weil es übrigens auch gar nichts bringt sondern die Situation auf Dauer nur extrem verschlimmert. Wie Du jetzt selbst gerade erfährst.

    Noch ein paar Anmerkungen aus meiner persönlichen Erfahrung heraus:

    Zitat

    weil alles perfekt läuft bis auf den scheiß alkohol


    Die Sucht bleibt nicht stehen, sie entwickelt sich weiter. Kann ganz langsam sein, kann auch irgendwann schneller gehen. Alles wird sich dann immer nur um Alkohol drehen, falls es nicht heute schon so ist....

    Zitat

    er trinkt nur bier und keine harten sachen.


    Habe ich auch gemacht. Hätte ich den Absprung nicht geschafft würde ich heute mit Sicherheit harte Sachen trinken (obwohl ich vorher ca. 15 Jahre nur "weiches" getrunken habe) oder ich wäre schon tot.

    Zitat

    Und wurde noch nie aggresiv oder so er ist immer lieb und tut alles für mich geht arbeiten und hat sein geregeltes leben.


    War bei mir auch so. Ich wurde bis zum Schluss nicht aggressiv. Allerdings hat meine Ex-Frau mal zu mir gesagt, dass sie die psychischen Verletzungen, die ich ihr zugefügt habe letztlich als schlimmer empfunden hat als wenn ich sie physisch angegangen wäre. Vielleicht war das eine Aussage aus dem Schmerz heraus aber sie hat mich sehr nachdenklich gemacht und ich glaube das beides gleichermaßen schlimm ist. Ich kenne auch Geschichten von Alkoholikern, die erst in späteren Phasen ihrer Alkoholkarriere gewalttätig wurden. Damit meine ich, dass sich das jederzeit ändern kann aber das sich das nicht ändern muss. Ich finde es aber schlimm genug, wenn man über so etwas überhaupt nachdenken muss. Es sollte doch eine Selbstverständlichkeit sein, dass es in einer Beziehung keine Gewalt gibt - egal ob Alkohol im Spiel ist oder nicht.

    Zitat

    Wir haben da rüber geredet er sagt auch er hat ein aklohol problem und gibt das auch offen zu das er das ändern möchte aber anfangen was zu ändern tut er nicht.

    Das ist nun vielleicht der wichtigste Punkt. Erkannt hat er schon, dass er ein Problem hat und er gibt es sogar offen zu. Oft bestreiten das die Betroffenen wehement, obwohl sie innerlich genau wissen was los ist. Aber scheinbar ist er noch nicht so weit sich wirklich Hilfe zu suchen. Die Frage ist, ob er irgendwann mal von sich aus bereit ist etwas zu tun.

    Du wirst ihn nicht vom trinken abbringen können, wenn er das nicht selbst will. Du musst für Dich entscheiden, wie weit Du Dein Leben mit einem Trinker teilen willst oder wann für Dich der Punkt gekommen ist zu sagen: Jetzt ist Schluss. Wenn er nichts unternimmt wird die Sucht weiter voran schreiten - Alkohol wird sein Leben dominieren (noch mehr als schon jetzt) und Du wirst immer die zweite Geige spielen. Gegen die Geliebte Alkohol hast Du keine Chance.

    Sollte er sich helfen lassen, dann kannst Du ihn natürlich unterstützen, für ihn da sein und ihn beim Weg in ein neues Leben begleiten. Das ist schwer genung, für ihn aber auch für Dich.
    Ich wünsche Euch, dass er einen Weg findet und seine Sucht bekämpft. Für Dich wäre es vielleicht auch eine Option mal eine SHG für Anghörige zu besuchen. Dort kannst Du Dich auch noch intensiv austauschen mit Menschen, die genau wissen wovon Du sprichst. Wie eben hier auch, nur eben persönlicher und nicht über eine Tastatur.

    Um Dir Mut zu machen noch kurz von mir: Ich habe es geschafft und jetzt habe ich eine neue Beziehung, eine gute Beziehung zu meiner Ex-Frau, sehe meine Kinder wann ich möchte und bin finanziell wieder sehr solide unterwegs. Ich konnte das nur schaffen, weil nicht mehr getrunken habe und nach und nach alles aufgearbeitet habe. Und das verlorene Vertrauen bei den Menschen in meiner Umgebung wieder zurück gewinnen konnte. Nicht zuletzt das meiner Ex-Frau, die vorher die Kinder natürlich nicht einem Alki in Obhut geben wollte (absolut nachvollziehbar finde ich).

    Achte auf Dich! Du bist für Dein Leben alleine verantwortlich - Er ist für SEIN Leben alleine verantwortlich.

    Alles alles Gute und einen guten Austausch hier im Forum wünsche ich Dir!

    LG
    gerchla

  • Hallo, sweethoney, und auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Im Großen und Ganzen kann ich mich Gerchla nur anschließen: Die Sucht geht/entwickelt sich weiter. Schon jetzt ist ihm der Alkohol wichtiger als Du.
    Eins möchte ich noch ergänzen:

    es gibt Tage da trinkt er auch nur 3 bier am tag aber es gibt auch tage da sind es über den tag verteilt locker 11 oder mehr. ... er trinkt nur bier und keine harten sachen.

    Das ist eine beliebte "Ausrede", man trinke ja NUR Bier bzw. Wein ...
    Rechnet man aber nach, dann entspricht die Alkoholmenge von 10 Bier (0,5 l á 5 Vol-%) der einer Flasche Schnaps (0,7 l á 38 Vol-%)!! Das heisst, Dein Partner trinkt (fast) jeden Tag eine Flasche Schnaps!

    Du bist nicht für ihn und sein Handeln verantwortlich - nur für DEIN Wohlergehen! Also achte auf DICH - nicht auf ihn.


    Mein Partner hat ein Problem mit Aklohol !!!!!

    Wenn ich ihn jetzt verlassen würde dann wäre er am ende und das will ich auch von mir aus nicht ...

    Ich wünsche Dir alles Gute - und hier einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox

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