Einbildung oder echte Alkoholsucht

  • Hallo,
    Ich schreibe zum ersten mal in dieses Forum.
    Ersteinmal ein nettes hallo... :)

    Ich beschreibe einfach einmal meine Situation, woraus ich meine eigentliche Frage ableiten kann.

    Alkohol hat in meinem leben in den letzten jahren eigentlich keine rolle gespielt.
    Ich habe mit ungefähr 14 jahren meine ersten erfahrungen mit alkohol gemacht.
    Selber hatte ich aber zumindest aus bisheriger sicht nie ein problem damit.
    Wenn ich jetzt zurückdenke, dann denke ich schon dass es in welcher form auch immer ein problem in meinem Leben war.
    Die erste form des Problems war dass ich mich in kreisen bewegte, wo alkohol und drogenprobleme allgegenwärtig wahren.
    Ich saß mit alkoholikern die altersmäßig mein Vater hätten sein können im Park,
    auch alkoholkranke die nur ein paar jahre älter wahren als ich hatte ich zu meinen freunden gezählt.
    Wovon die meisten allerdings im laufe der jahre verstorben sind. In der Familie hatten wir einige Drogenprobleme, sei es im näheren oder entfernteren Verwandtenkreis,
    Und schließlich war der Vater meines besten freundes chronisch alkoholabhängig, haben da echte horrorstorrys mit ihm durchgemacht.
    Delirien, Paraneuer, Kalte entzüge, Wiederbeleben, usw usw
    Bei mir persöhnlich verhielt es sich anders.
    Wenn ich Alkohol Konsumiert habe, dann eigentlich so weit ich mich daran erinnern kann
    immer in solchen mengen dass ich völlig die kontrolle verlohren habe.
    Es kam eigentlich nie vor dass ich mit freunden einen abend gemütlich einen trinken konnte.
    Ich habe nie wochenlang durchgetrunken oder so, aber...
    Wenn alle anderen gut angeheitert nach hause gingen war ich meißt so sturzbetrunken dass ich es nicht mehr alleine nach hause geschafft habe.
    Als ich dann irgendwann wegen anderer drogen eine starke Psychose entwickelt habe, habe ich für mehrere jahre die finger von allem gelassen.
    Bis auf ein paar ausrutscher, wo ich dann an bestimmten taagen auf irgendwelchen partys wieder mal über die stränge schlug, habe ich jedoch nix angerührt.
    War sogar immer stolz weil alle sagten, ach der trinkt nie...
    Nun ist es so, dass meine langjährige Beziehung zuende ging und ich wieder anfing zu trinken, auf einer party, dann die darauffolgenden taage, und dann wochenlang, dann gab es ne pause, in der ich schon merkte dass ich immer öfter das verlangen habe einen zu trinken.
    Einige zeit später fing es wieder taageweise an, wass sich dann in permanentes trinken verwandelte.
    Ich hatte in der letzten zeit dann mehrere taage wo ich permanent volltrunken war, und einige "abstürze", zb. bei freunden soviel getrunken dass sie mich in ein bett trugen weil ich komatös war, oder am tisch einfach eingeschlafen. den vogel hab ich wohl mit ner alkoholvergiftung nach zwei einhalb flaschen korn an einem abend abgeschossen. war dann im krankenhaus, bin dort aber abgehauen nach ca. 30-40 min. als ich wach wurde.
    Meine Frage ist eigentlich ob es möglich ist dass ich eine ernsthafte sucht entwickelt habe, oder nicht. ich denke psychisch ist da devenitiv nichts dran zu leugnen. Aber wir sprechen hier über einen gesamtzeitraum von ca. 1-2 monate trunkenheit. Kann dass überhaupt so schnell gehen? diese kriterien nach IDC kenn ich, und sie treffen fast alle zu, bis auf die starken körperlichen entzugserscheinungen. klar fühle ich mich unwohl, habe auch kopfschmerzen und innere unruhe, aber ist das nicht villeicht auch nur psychisch? Baut der körper denn schon nach 2-3 monaten den alkohol derart in den stoffwechsel ein?
    Ich habe mir sogar um ehrlich zu sein nach der trennung im alleinsein gesagt jetzt ists mir egal, mal sehen wie lange ich trinken kann ohne abhängig zu werden, bzw. habe ich halt gedacht so schnell geht das ja garnicht. jetzt ist es so dass ich heimlich trinke, zwar nicht viel aber immer ein bischen... schon morgens nen kleinen schnaps und dann den ganzen tag weiter. meistens binn ich gegen 11:00 uhr sozusagen einmal betrunken und dann schlafe ich bis nachmittags und binn dann späten abend nochmal betrunken, wobei ich dann nachts nicht schlafe.
    Ich bin gespannt auf anregungen und beurteilungen meiner situation.
    Also nochmal die fragen, ist es möglich innerhalb von 3 monaten alkoholabhängig zu werden?
    und
    Ist es möglich dass die ICD Kreterien zutreffen aber keine alkoholsucht vorliegt?

  • Da ich sowiso nicht schlafen kann, wollte ich noch ein paar ergänzungen machen.
    Ich merke natürlich wie bescheiden meine frage klingt, es geht mir darum, das ich glaube dass die psychische geschichte
    sich bei mir aus den erfahrungen die ich damit gemacht habe zusammensetzt.
    Ich habe nicht das gefühl von alleine bzw. alleine mit dem trinken aufhören zu können.
    Ich mag den rausch eigentlich überhaupt nicht mehr, oft schmeckt es mir auch nicht, zudem ist es auch recht teuer.
    Ich habe schon überlegt einfach zu einem arzt zu gehen, frage mich aber was er da machen könnte...
    Mit verwandten kann ich da nicht wirklich drüber sprechen.
    Gibt es überhaupt die möglichkeit bei einer rein psychischen abhängigkeit irgendwo für ein zwei wochen stationär untergebracht zu werden?
    Zuhause schaffe ich es denke ich nicht.

  • Hallo Nick,

    erst mal Herzlich Willkommen hier bei uns im Forum.

    Kurz zu mir: männlich, Mitte 40, Alkoholiker und ein paar Jahre trocken.

    Nun zu Dir: Ich finde es gut, dass Du Dich hier angemeldet hast und Deine Sorgen bezüglich Deines Alkoholkonsums mit uns teilst. Du wirst feststellen, wenn Du Dich hier ein wenig einliest, dass wir hier in der Regel immer unsere eigenen Erfahrungen teilen und versuchen die Dinge aus unserer eigenen Sicht zu schildern. Du findest hier Alkoholiker und auch Angehörige die alle das gleiche Problem haben, nämlich den Alkohol und die Sucht. Aber jeder von uns hat eine andere Geschichte, ist anders in die Sucht geschlittert und auch anders wieder heraus gekommen. Ein Patentrezept gibt es nicht auch wenn es manchmal den Anschein hat, dass die Alkoholsucht doch bei allen immer gleich verläuft.... Das tut sie nur auf den ersten Blick, denn eigentlich ist jedes Alkoholiker-Leben höchst individuell. Und was dem einen geholfen hat muss bei anderen noch lange nicht funktionieren. Natürlich gibt es viele Grundregeln, die den meisten von uns Helfen, sofern man sie einhält. Aber eben auch immer wieder ganz individuelle Ansätze...

    Warum schreibe ich das?

    Zitat

    Also nochmal die fragen, ist es möglich innerhalb von 3 monaten alkoholabhängig zu werden?
    und
    Ist es möglich dass die ICD Kreterien zutreffen aber keine alkoholsucht vorliegt?

    Nun, darauf kann ich aus meiner Erfahrung sagen: Ja, ich denke man kann nach 3 Monaten alkoholabhängig werden zumal es bei Dir ja auch eine alkoholische Vorgeschichte gibt und Du ja immer schon ein Problem damit hattest rechtzeitig aufhören zu können. Bzw. Du schreibst ja, dass Du nie aufhören konntest bevor Du Dich nicht komplett abgeschossen hattest. Auch wenn dazwischen lange Pause lagen, das ist kein normales Trinkverhalten... Ich kenne aber auch Leute, die seit vielen Jahren mehr oder weniger moderat trinken und wo ich mir ziemlich sicher bin, dass sie keine Alkoholiker sind. Während ich selbst bereits bei einem Level von 1 - 2 Bier mehrmals die Woche abhängig war. Ich weiß das ich abhängig war, weil ich mich immer dann, wenn ich diese 1 - 2 Bier nicht trank, mich danach gesehnt habe und sich meine Gedanken um Alkohol drehten. Ich denke das ist der springende Punkt: wenn man beginnt darüber nachzudenken, dass man jetzt ja was trinken könnte aber dann verzichtet, obwohl man doch gerne trinken würde, dann wird's schon kritisch.... Meine Meinung.

    Und auf die zweite Frage: Ich kenne niemanden, der die Kriterien erfüllt und kein Problem mit Alkohol hat.... Vielleicht gibt es das, aber es ist wohl recht unwahrscheinlich aus meiner Sicht.

    Ich möchte auch noch was zu folgemden Thema sagen:

    Zitat

    klar fühle ich mich unwohl, habe auch kopfschmerzen und innere unruhe, aber ist das nicht villeicht auch nur psychisch?

    Mir scheint Du hast große Angst davor körperlich abhängig zu sein uns wärst erleichtert, wenn Du "nur" psychisch abhängig wärst. Ich glaube da machst Du einen Denkfehler! Das eigentliche große Problem bei der Alkoholsucht ist meiner Meinung nach eben genau diese psychische Abhängigkeit die in der Regel auch immer vor der körperlichen besteht. Denn es ist doch so: Die körperliche Abhängigkeit, sofern vorhanden, die hast Du nach ein paar Tagen oder Wochen (idealerweise mit Hilfe eines klinischen Entzugs) überwunden. Der Körper ist entgiftet und kann sich erholen und wenn Du Dir noch kein Organ krank gesoffen hast, dann ist nach ein paar Wochen oder Monaten körperlich alles wieder bestens.

    Bei der Psyche sieht das aber ganz anders aus! Sie ist nämlich dafür verantwortlich, dass Du erst mal überhaupt mit dem Trinken angefangen hast. Denn offenbar brauchtest Du den Alkohol um irgendetwas zu verarbeiten /zu verdrägen, um klar zu kommen, um zu vergessen, um locker zu werden um um um, wofür auch immer. Ein psychisch gesunder Mensch braucht dazu keinen Alkohol.

    Die psychische Abhängigkeit ist dafür verantwortlich, wenn Du körperlich entgiftet bist und alles wieder passt, dass Du rückfällig wirst. Es ist die Psyche, die Dir dann einflüstert "na, eins könntest Du schon trinken" oder "jetzt hast Du so lange nicht mehr getrunken, jetzt weißt Du doch, dass Du keine Problem hast" oder "ist eh alles fürn A...., jetzt kannst Dir auch gleich die Kante geben" usw. usf.

    Das kommt alles von der Psyche. Deshalb ist es auch so, dass daran am meisten gearbeitet werden muss, wenn man ernsthaft vor hat ein trockenes Leben zu führen. Und deshalb wird man bei einer Therapie auch von Psychologen betreut und nicht von Pysiologen.

    Zitat

    Ich habe schon überlegt einfach zu einem arzt zu gehen, frage mich aber was er da machen könnte...

    Genau das kann ich Dir raten. Geh zum Arzt Deines Vertrauens und sprich mit ihm oder ihr über Dein Problem. Er kann mit Dir weitere Schritte besprechen, er kann Dich auch beim körperlichen Entzug begleiten und dadurch die Gefahr von Delir und co minimieren. Sofern Du schon körperlich Abhängig sein solltest kann ein kalter Entzug lebensgefährlich werden, aber das weißt Du ja bereits aus Deinem Umfeld, wie Du selbst schreibst.
    Vielleicht möchtest Du auch eine Suchtberatung aufsuchen, die können Dir auch sehr gut helfen. Oder auch einfach mal eine SHG besuchen und dort das Gespräch suchen. Es gibt viele Möglichkeiten und ich denke man muss selbst heraus finden, was für einen das beste ist. Das kann man nur, wenn man offen alles ausprobiert. Ich habe das damals gemacht und dann nach und nach gemerkt, was ich auf Dauer weiter machen möchte und was mir hilft und was nicht.

    Das solls von mir erst mal sein, zum Anfang. Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute und einen guten Austausch hier im Forum!

    LG
    gerchla

  • Hallo Nick!

    Schön, dass Du hierher gefunden hast. :)
    Das war schon mal der erste, wichtige Schritt 44.

    Gerchla hat Dir schon Alles geschrieben und auf Alles geantwortet: Besser kann man es nicht erklären!

    Guten Austausch wünsche ich Dir!

  • Hallo und auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum! :welcome:

    Ich bin Mitte 50, Alkoholiker und seit ca. 9 Jahren trocken.

    Im Prinzip könnte ich schreiben: Ich schließe mich Dietmars Worten an - Gerchla hat ja schon alles hervorragend geschrieben.

    In der Tat fällt mir kaum etwas Ergänzendes ein.


    Ich habe nicht das gefühl von alleine bzw. alleine mit dem trinken aufhören zu können.
    Ich mag den rausch eigentlich überhaupt nicht mehr, oft schmeckt es mir auch nicht, zudem ist es auch recht teuer.
    Ich habe schon überlegt einfach zu einem arzt zu gehen, frage mich aber was er da machen könnte ...

    Zuhause schaffe ich es denke ich nicht.

    Wenn/da Du es nicht alleine schaffst, mit dem trinken aufzuhören - such Dir Hilfe! Erste Anlaufstellen wären der Hausarzt und/oder eine Suchtberatungsstelle.
    Was können die machen? Auf jeden Fall können sie keinen Schalter umlegen/Dir eine Pille geben - und gut ist. Sie können Dir nur Wege aufzeigen, die Du gehen kannst (z.Bsp. Entgiftung, evtl. Langzeittherapie, Selbsthilfegruppe/n [SHG]) - gehen, aktiv werden musst DU!

    Ob und was Du etwas unternimmst, liegt allein bei Dir! Entweder bestimmt weiter der Alkohol Dein Leben - oder Du.

    Schau doch auch mal in unsere Linksammlung - da findest Du etlich nützliche und weiterführende Links.
    Aber auch wenn Du Dich hier einliest, wirst Du einige Herangehensweisen finden, wie die unterschiedlichen Forumsels an dieses "Problem" herangegangen sind.

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Also erstmal herzlichen Dank,
    Ich denke ich werde dann Nächste Woche einen Artzttermin machen.
    Ich habe so viele so schlimme dinge mit dem alkohol bzw. alkoholkranken menschen erlebt,
    das ich mir denke ich stets sagen konnte so schlimm ists ja nicht.
    Oder
    Du bist doch diesbezüglich so aufgeklährt und hast soviel damit durch,
    du merkst ganz sicher schon rechzeigig wenn etwas nicht stimmt.
    Dem ist wohl nicht unbedingt so, ich habe so starkes verlangen zu trinken,
    das ich es totz großer Motivation nicht schaffe aufzuhören.
    Ich male mir sogar schon aus wie ich an alkohol komme wenn ich kein geld mehr habe.
    Wen ich Frage und was ich dann sage.
    Auch hab ich wichtige dinge nicht erledigt, oder geld welches für ein Geburtstagsgeschenk für meine Partnerin
    eingeplant war, schlichtweg Versoffen.
    Also, ich denke dass ich mir an dieser stelle eingestehen muss, das ich devenitiv ein Problem damit habe.
    Ich bleibe auf jeden Fall mal hier im Forum angemeldet und lasse von mir hören.
    Vielen Dank

  • Zitat

    Ich denke ich werde dann Nächste Woche einen Artzttermin machen.

    Gute Entscheidung, finde ich. Was Du so schreibst deutet doch sehr stark darauf hin, dass Du mehr als nur "gerade mal ein bischen zu viel" trinkst. Du schilderst die Symptome einer Alkoholsucht. Und ich finde es wirklich sehr gut, dass Du das für Dich so klar reflektierst. Je früher Du aus der Suchtspirale aussteigst, desto besser! Das heißt jetzt nicht, dass Du dann irgendwann wieder gefahrlos trinken kannst, es heißt aber, dass es Dir leichter fällt auf Dauer damit aufzuhören.

    Also bleib dran und wenn wir Dir helfen können, Du etwas wissen willst, dann melde Dich.

    LG
    gerchla

  • Vielen Lieben Dank für die Antworten.
    Tatsächlich gibt es neue Erkenntnisse von mir selbst, die mich noch mehr aufhorchen lassen, und meinen entschluss etwas zu unternehmen untermauern.
    Ich kann sehr gut wahrnehmen wie sich mein Verlangen bzw. die Sucht seine Wege sucht.
    Leider bisher nur zuschauen, aber genau das möchte ich ändern.
    Bevor ich diesen Text schrieb, habe ich auf meine innere stimme gehorcht.
    Sie sagt wörtlich: "Ich muss jetzt erst einen Trinken"
    Auch habe ich heute von 17:00 Uhr an bis 00:00 Uhr nichts getrunken, weil ich besuch hatte.
    Ich wurde zunehmend unruhig und habe tatsächlich das gefühl gehabt ich müsste meine Hände fest auf den tisch Pressen, damit sie Still bleiben.
    Ich wusste ganz genau dass ich sofort wenn der besuch fort ist etwas trinken würde, habe es mir aber in keinem moment anmerken lassen.
    Habe sogar noch gemütlich Draußen eine Zigarette geraucht um auf abgeklärte art die innere Hektik und Unruhe zu überspielen.
    Es viel mir gefühlt so schwer wie noch nie etwas zuvor nicht einfach im nebenraum heimlich etwas zu trinken.
    Auch habe ich für mich festgestellt, dass sich die sucht mir unbegreifliche wege sucht. Ich bringe mich beispielsweise unbewusst immer wieder in situationen die das trinken scheinbar rechtfertigen. Dass sind nicht einfach nur solche situationen wie ein geburtstag, oder ne Party...
    Es sind beispielsweise Situationen wie solche: Ich treffe mich mit meiner ex und habe große schuldgefühle weil ich die beziehung beendet habe, diese werden nach dem treffen noch stärker, und ich trinke sie weg.
    Natürlich war es mir vohrher irgendwie bewusst dass ich das emotional nicht gut verkrafte, so weit gedacht dass auch dass ein muster sein könnte habe ich allerdings nicht.
    Wenn ich raus gehe oder mich mit freunden unterhalte, mich schlicht in situationen befinde in denen ich nicht trinken kann oder es unangebracht währe, habe ich immer unzähliche bilder von alkflaschen aller art vor meinem inneren auge, ich sehe gläser mit schnaps darin, kleine schnäpschen an der kasse usw. usw.
    Ich denke mitlerweile es ist völlig egal ob körperlich psychisch oder sonstwie abhängig, Es ist Eine Sucht.
    Ich rauche seit mehreren jahren, ca. 14, und weiß daher wie sich eine sucht anfühlt, auch wenn ich weiß dass nicht jede gleich ist.
    Beim Alkohol ist es bei mir ein ähnliches gefühl wie Beim Rauchen.
    Ich hatte heute nur noch 6 € in der tasche und zur bank sind es einige kilometer. (momentan zum glück kein Auto)
    Ich wollte etwas zu essen einkaufen und bin in den laden ums eck. heraus kam ich mit einer Flasche Doppelkorn für 4 €, zu essen habe ich das nötigste ja eh noch daheim...
    Ich denke Ihr versteht was ich damit sagen möchte, und kennt die symptome...
    Ja, ich begreife mich selbst als reflektierten menschen, und ich sehe ein ernstes alkoholproblem.
    Ich werde es Verwandten zu gegebener zeit mitteilen, und morgen versuchen einen Artzttermin zu machen.
    Ich habe es bei genügent menschen erlebt, wie eine solche Sucht verläuft, und wie sie enden kann.
    Ich hoffe sehr dass ich nicht einen solchen leidensweg gehen muss, um irgendwann villeicht davon loszukommen .
    Kann es aber natürlich nicht mit sicherheit sagen, da ich ähnliche sätze schon von anderen alkoholkranken gehört habe.
    Ich werde es hier zuhause wohl nicht schaffen davon loszukommen und gucken ob es die möglichkeit gibt dass mein artzt mich in eine klinik überweist.
    Ich rechne schon damit was sicher viele kennen, dass es in der klinik auf einmal so scheint als währen die Probleme doch nicht so arg und man sich fragt warum mann eigentlich dort ist. Wil es ja offensichtlich auch ohne geht.....usw. Dass kenne ich von anderen Drogen, als ich die Psychose hatte, und ein paar wochen in therapie, waren die Probleme wie weggepustet und es fing alles wieder dort an wo es aufhörte. Depression, angst und Pankikattaken usw, und zwar schon nach wenigen malen Konsum.
    so, ich gehe es an. auch wenn dass nicht der schlüssel ist, weil die sucht ja bekanntlich meistens über allem anderen steht, habe ich für mich eine große Motivation.
    So, Ich musste mir das einfach noch einmal von der seele schreiben.
    Danke
    Alles gute an euch.

  • Guten Morgen Nick,

    Zitat

    Ich denke Ihr versteht was ich damit sagen möchte, und kennt die symptome...

    Klar kennen wir diese Symptome. Es geht auch noch viel schlimmer, wie Du ja aus Deinem Umfeld weißt. Nach unten ist die Skala offen. Alles was Du so schilderst kenne ich aus eigener Erfahrung. In unterschiedlicher Ausprägung in den unterschiedlichen Phasen meines Alkoholikerdaseins.

    Anfangs noch das Denken an Alkohol aber durchaus noch widerstehen können. Dann wurde der Widerstand zunehmend zum Kampf. Dann kamen Strategien nicht mehr widerstehen zu müssen und dafür heimlich zu trinken. Depots anlegen, an den verrücktesten Stellen. Ich hatte z. B. das Reserverat meines Autos entfernt und in der dafür vorgesehenen Kuhle immer reichlich Alkohol gebunkert, für den Notfall.... Irgendwann kam dann morgendliches Trinken dazu und ja, dann mussten ja auch die ganzen Flaschen entsorgt werden. Und als passionierter Heimlichtrinker musste ich die auch heimlich entsorgen. Wenn Du jeden Früh 10 bis 12 Flaschen Bier entsorgen musst und teilweise gar nicht mehr weißt wo du die alle versteckt hast, ganz schön stressig. Ich war kurz davor auf härtere Sachen umzusteigen (Wein hatte ich bereits in mein Trinkmuster integriert), weil ich da dann weniger Flaschen gebraucht hätte. Aber davor bin ich dann ausgestiegen - Die mit Abstand beste und wichtigste Entscheidung meines Lebens!

    Vor dieser Entscheidung stehtst Du jetzt auch. Du reflektierst Dich sehr gut, finde ich. Du beschreibst Dein Verhalten und es ist für mich das Verhalten eines Alkoholikers - ohne Hintertürchen, das es ja vielleicht "nur" Missbrauch sein könnte. Aber ich denke, dass Du das für Dich ganz genau so einschätzt. Denn das was Du jetzt vor hast, und ich hoffe und wünsche Dir, dass Du das durchziehst, sind genau die richtigen Maßnahmen. Ganz wichtig ist dabei, dass Du selbst erkennst und auch akzeptierst, dass Du Suchtkrank bist.

    Du hast ja auch vom Rauchen gesprochen und dass du weißt wie sich Sucht anfühlt. Ja, Rauchen ist auch eine Sucht. Nur mit dem kleinen Unterschied das sich dabei die Psyche nicht so nachhaltig verändert wie beim Trinken. Wenn Du körperlich entzogen hast, dann wird es darauf ankommen, dass Du psychisch stabil wirst und lernst mit Deinem Leben klar zu kommen ohne dass Du die "Hilfe" des Alkohols dazu brauchst. Das ist die Herausforderung. Denn leider ist es nicht so, dass die Welt plötzlich rosarot und wunderbar wird, nur weil Du jetzt trocken bist! Dessen musst Du Dir bewusst sein und Du musst lernen, schwierige Situationen ohne Alkohol zu meistern. Dass das funktioniert siehst Du an uns!

    Und aus eigener Erfahrung möchte ich sagen: Das Leben ohne Alkohol ist einfach der Hammer! Auch wenn die ganz normalen Probleme natürlich trotzdem vorhanden sind. Diese kannst Du aber ganz anders angehen und Du gewinnst Dein eigenes Leben zurück. Gesteuert von Dir, nicht von der Sucht! Das ist dann eben doch wunderbar!

    Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Plan jetzt so durchziehst. Ich freue mich, wenn Du uns hier teilhaben lässt. Bis bald und

    LG
    gerchla

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