Hallo Greenfox!
Es ist in der Tat müßig zu spekulieren, was gewesen wäre, wenn ich früher gegengesteuert hätte. Wahrscheinlich musste es so kommen, wie es gekommen ist, um die Krankheit in ihrer Tiefe zu erfassen.
Dein Gruppenfreund ist im Bilde. Er weiß, dass wir den "point-of-no-return" längst überschritten haben. Es gibt kein zurück in ein früheres Stadium, z.B. in das des gelegentlichen Genusstrinkens. Bernd Thränhardt bezeichnet die Krankheit in seinem sehr sehenswerten Film der "Trocken-Doc" (3-Teiler in der Mediathek des MDR) demzufolge als "Einbahnstraße".
Das gilt es zu beherzigen, auch wenn es vielen schwer fällt, die noch ganz am Anfang stehen und mit dem Gedanken fremdeln, sie dürfen/können nie mehr was "trinken".
Wichtig ist mir in diesem Zusammenhang darauf zu hinzuweisen, dass wir unsere Krankheit -wer hat schon gerne eine?- akzeptieren und respektieren. Wir haben sie uns nicht freiwillig ausgesucht, müssen aber mit ihr klar kommen.
Ich bin mit ihr ins Reine gekommen. Ich werfe sie mir nicht vor und bin ihr nicht böse. Ich kann einfach nicht mit dem Giftstoff Alkohol umgehen, also halt ich ihn mir tunlichst auf Distanz. Im Übrigen ist unsere Krankheit letztlich moderat zu handhaben: Wir benötigen dagegen keine Medikamente, keine OPs, müssen nicht bestrahlt werden. So gesehen geht es uns doch recht passabel. Für müssen nur etwas unterlassen sprich etwas sein lassen, nämlich den Alkohol an uns heran zu lassen. Ich weiß, letzteres ist schwer genug, aber stete Übung macht den Meister.
Es grüßt der
Rekonvaleszent