Die Gretchenfrage ist nun: wie trickse ich das Suchtgedächtnis aus? Wie manipuliere ich mich selbst, dass ich die Finger davon lasse?
Hallo!
Das Suchtgedächtnis ist in etwas zu vergleichen mit einer Software auf einem PC, die sich nicht deinstallieren, sondern nur überschreiben lässt.
Ich rate hierzu mal Fachliteratur aus Therapeutensicht zu Rate zu ziehen.
Wie gesagt, hockt diese Software in einem Teil des Gehirns, in dem die Automatismen abgespeichert sind.
Hast Du regelmäßig bei bestimmten Situationen getrunken, musst Du auf dem Schirm haben, das es sich sogleich meldet, wenn sich die Situationen wiederholen. Das Hirn bemerkt die Situation und schon fängt das Suchtgedächtnis an zu triggern. Diesen Situationen gilt es dann zu trotzen und zwar nicht durch Verharren wie das Kaninchen vor der Schlange, sondern durch Gegenarbeit, indem Du dann Dinge machst, die dich beschäftigen und ablenken. Du gerätst also in eine bekannte und späterem Alkoholkonsum verbundene Situation und sogleich fängst Du an, gegenzusteuern durch aktive Tätigkeiten. Z.B. Radfahren, Joggen, Spazieren, Telefonieren, im Netz surfen, im Forum lesen...
Irgendwann ist die Reizsituation auch in deinem Hirn nicht mehr an den Konsum von Alk geknüpft, sondern durch eine andere dir Freude machende Tätigkeit.
Ich habe zu Beginn meiner Abstinenz einige Fachliteratur studiert und anschließend analysiert, wann ich wo getrunken habe. Ich habe die Situationen herausgefiltert und dann mein eigenes Gegenprogramm zum Suff entwickelt und gestartet.
Das ist jetzt etwas kurz und oberflächlich geschildert. Aber so sah in etwas ein Teil meiner Strategie aus.
Das Ganze sollte noch abgefedert werden durch den regelmäßigen Besuch einer SHG und ganz wichtig durch einen alkoholfreien Haushalt. Wenn der Druck kommt und Du hast Stoff im Haus, ist der Griff zur Pulle recht kurz. Du bist nicht geschützt bei aufkommenden Saufdruck zur nächsten Tanke oder Supermarkt zu laufen, aber auf dem Weg dahin, kannst Du noch mal umdenken.
Gruß
Carl Friedrich