Beiträge von Rekonvaleszent

    Aber vielleicht kann Dir Rekonvaleszent etwas dazu schreiben. Das, von ihm entwickelte, Prinzip der Risikominimierung ist für mich die Rettung gewesen.

    Oh, ich habe gar nichts entwickelt, sondern mich nur gründlich umgeschaut und zugehört: Fachliteratur, Internet, ambulante Therapie und Suchttherapeut. Gerade im ersten Jahr, wenn frisch Abstinente noch recht wackelig unterwegs sind, sollte man Risikoquellen so gut es eben geht, aus dem Weg gehen. Dazu gehört die gründliche Analyse, wann, wo, wie und warum getrunken wurde. Dann gilt es eine Gegenstrategie zu entwickeln, indem man sich Beschäftigungen/Hobbies zulegt/wiederentdeckt, die einem Freude machen und nicht mit dem Konsum von Alkohol in Verbindung stehen.

    An den Fall von Gudrun traue ich mich nicht so richtig ran. Das mit den Schmerzen verstehe ich nicht. Ich kenne es nur umgekehrt, dass die alkoholbedingte Vergiftung des Körpers Schäden und Schmerzen u.a. im Gelenkbereich verstärken kann.

    Ich kann Gudrun ansonsten nur raten: Ab zum Hausarzt, das Grundsätzliche abklären und dann ggf. zum Orthopäden und Neurologen (Schmerztherapie?) sowie zur Suchtberatung.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Dampfablassen ist wichtig.

    Es sind nur noch 2 Tage, wenn ich dich richtig verstanden habe. Das schaffst Du auch. Eine Entgiftung ist keine Therapie. Da musst Du jetzt durch.

    Siehe deine Erfahrungen als Motivationshilfe für die Zukunft, indem Du zu dich selbst pushen kannst: "In so einen Laden will ich nie mehr rein."

    Gruß
    Rekonvaleszent


    Wenn Du tatsächlich den Willen zur Abstinenz hast, dann wäre mir egal ob nun 0,2% oder 0,5%. Ich würde (aus Erfahrung mit mir) generell alle Getränke meiden, die mein Verlangen, meinen Geschmack etc. in Richtung alt bekannter alkoholischer Getränke rückt.
    Ich vermute, dass Deine Therapeuten es so ähnlich sehen, und in Deinen Erklärungsversuchen eben jene Hintertürchen vermuten, die man (leider) oft von angeblich Ausstiegswilligen hört.
    Wie ich schon schrieb: Es hängt immer von der Ernsthaftigkeit der Betroffenen ab, und wie viel ihnen ihre Abstinenz wert ist.

    Genau so ist es. Ein "trockener" Alkoholiker hat nur dann Erfolg, wenn er rückhaltlos zu seiner abstinenten Lebensweise steht. Anders macht es keinen Sinn. So lange im Hinterstübchen noch der Gedanke rumschwirrt: "Irgendwann kann ich wieder moderat ein Gläschen trinken", so lange wird das nichts mit der Abstinenz.

    Aber zur Beruhigung sei angemerkt, den Gedanken hatte ich anfangs auch noch ein paar Monate im Kopf. Und ich war garantiert nicht der Einzige. Es dauerte halt ein Weilchen, bis auch ich so weit war, meiner Abstinenz den Vorrang in meinem Leben einzuräumen. Das ist halt ein Prozess der eigenen geistigen Reifung und Entwicklung.

    Gruß Rekonvaleszent
    Rekonvaleszent

    Der Thread erinnert mich stark an andere Diskussionen, in denen es darum geht, ob jemand geringfühgig alkoholhaltige Lebensmittel konsumieren soll/darf oder nicht.
    Das ist m. E. keine Frage, die man damit - für sich!! - lösen kann, ob man den Alkohol dann mittels ETG-Wert nachweisen kann oder nicht, sondern eine Frage der eigenen Einstellung zu seiner Sucht, und wie viel jemand seine Abstinenz tatsächlich bedeutet. Solange darüber diskutiert werden muss, klappt's damit bestimmt nicht. 8)

    Ein zusätzliches Problem bei Alkohol, der Lebensmitteln beigemengt wurde, besteht darin, dass häufig nicht klar ist, welche Form von Alkohol gemeint ist. Missbräuchlich konsumiert habe ich den sog. einwertigen Alkohol. In Lebensmitteln kann sich dieses Zeug, jedoch auch sog. mehrwertiger Alkohol befinden, der als kalorienarmer Zuckerersatz zu Süßungszwecken beigemengt wird, z.B. bei bestimmten Hustenpastillen in Beutelform mit einem Schiff vorne drauf. Der Zuckererssatzstoff triggert mich nicht. Das heißt jedoch nicht, dass es so bis in alle Ewigkeit andauert.

    Wie kann man beide voneinander unterscheiden? Gute Frage. Im Zweifel lasse ich die Finger davon. Nennt sich Risikominimierung.
    Mein ehemaliger Therapeut pflegte stets zu formulieren: "Alles was riecht wie Alkohol, aussieht wie Alkohol oder schmeckt wie Alkohol, ist für uns tabu." Mit dieser Richtschnur bin ich bislang gut gefahren.

    Die besagten Pastillen lutsche ich, von Rotweinsaucen, Schnapspralinen, bestimmten Torten (Herren-, Sacher-, Weinbrandsahne...), sog alkoholfreien Bieren, Weinen, aber auch Malzbieren, lasse ich die Finger.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Ich bin froh, das ich trocken bin, allerdings halte ich mich diesmal mit großen Sprüchen zurück...ich bin
    grad einfach nur happy, das ich meinen Ar.ch nochmal retten durfte und mit der Sauferei aufhören konnte.

    Hallo!

    Du machst es genau richtig. Gratulation. Weiter so.

    Nur von Rettung spreche ich nicht. Gerettet sind wir nie. Unsere Krankheit kann man nicht heilen, daher ist keine Rettung möglich. Wir können sie nur stoppen oder anders formuliert, unser Boot in ruhiges Fahrwasser lenken, Vorsicht walten lassen und Obacht geben, damit wir heraufziehende Stürme erkennen und im Sinne der Risikominimierung ihnen möglichst aus dem Weg gehen.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Ich ziehe den thread mal hoch, da er zur Jahreszeit passt..
    Im ersten Jahr meiner Abstinenz habe ich unseren örtlichen Markt mal am Rande gestreift.

    Letztes Jahr habe ich 3 Stück besucht. Suchtdruck hatte ich keinen, da ich mich im Vorhinein darauf eingestellt habe, dass er mich ereilen kann. Ein leicht mulmiges Gefühl hatte ich dennoch, insbesondere als ich einen mal am Abend aufgesucht habe.

    Frisch Abstinente sollten sich wirklich gut überlegen, ob das der richtige Platz für sie ist. Die Gefahren sind mehrfacher Natur. Beim Anblick der Saufbuden, der zechenden Herrschaften und dem Glühweinduft kann sich brutaler Suchtdruck einstellen, dem dann nachgegeben wird; man trifft dort Bekannte, fängt an sich zu unterhalten und ruck-zuck drückt einem einer ein Glas in die Hand, weil man sich schon länger nicht gesehen hat und die Atmosphäre ja so schön ist. Dann ist es bis zum Mund nicht mehr weit.
    Oder man übersteht den eigentlichen Markt unbeschadet, jedoch triggert der Besuch nach und daheim oder schon auf dem Weg dorthin stellt sich besagter Druck ein und bringt einen massiv in Versuchung.

    Dies nur mal so am Rande und als Anregung zur Vorweihnachtszeit.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo und willkommen hier!

    Die von dir geschilderten Gründe für den Alkoholkonsum treffen auf eine Vielzahl von Alkoholikern zu. Da befindest Du dich geradezu in bester Gesellschaft.

    Es gibt sicherlich Herrschaften, die sich selbst aus der Sucht mit eisernem Willen nach entsprechend intensiver Befassung mit dem Thema Alkoholismus befreien konnten. Ich gehöre nicht dazu.

    Welchen Rat kann ich dir geben?

    Geh zur Suchtberatung und hol dir externen Sachverstand ins Haus. Nicht jeder, der dort erscheint, wird gleich in eine Therapie gepackt.

    Schau dir Fachliteratur zu diesem Thema an und zwar aus Sicht der Kranken, als auch der Therapeuten. Lies dich gründlich in die Problematik unseres Krankheitsbildes ein.

    Nimm Kontakt mit deinem Arzt auf und mach reinen Tisch.

    Am Anfang ist die Scham groß, jemand zu treffen, den man kennt. Keine Sorge, falls Du ein bekanntes Gesicht triffst, Du begegnest ausschließlich hochqualifizierten Facharbeitern unserer "Zunft".

    Diese Scham hatte ich anfangs auch, die verfliegt mit der Zeit.

    Gutes Gelingen.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Diese ganzen sog. Statistiken halte ich für Augenwischerei.

    Wer hat sie wie erhoben?

    Hat da jeder Kranke mitgemacht? Wieviele wurden denn ausgewertet? Ist die erhobene Vergleichszahl zu niedrig, taugt das Gesamtergebnis nicht.

    Mich hat noch nie jemand befragt. Alle, die ich kenne, auch nicht.

    Nichtsdestotrotz kommen Rückfälle viel zu häufig vor.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Ich bin skeptisch, was deine Heimlichtuerei anbelangt.

    Meine bisherige Erfahrung lautet: Alle, die nicht rückhaltlos und offen zu ihrer Krankheit stehen, haben keine Chance. Sich klammheimlich aus der Sucht zu schleichen ist noch keinem gelungen, den ich kenne. Vielleicht bist Du ja die Erste, obwohl mir der Glaube daran fehlt.

    Was ich noch lese: Du machst einen kalten Entzug. Das ist gefährlich.

    Abschließend gebe ich noch unaufgefordert den Rat, dich mal mit Fachliteratur zu unserer Krankheit und zwar aus Patienten- und aus Therapeutensicht zu befassen.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Das hört sich schon mal deutlich besser an. Mir ist es die letzten Tage vor der Entgiftung gelungen, moderat zu trinken und zwar so, dass der Körper seinen Alk bekam, jedoch wenig genug, um nicht in den Vollrausch zu verfallen. Ist übrigens exakt 2 1/2 Jahre her.

    Vielleicht gelingt es dir so ähnlich.

    Vergiss bitte den Arzt nicht.

    Ich drücke die Daumen.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Es spricht eindeutig für dich, dass Du dich in dem Zustand hier outest.

    Du hast erkannt, wie ernst dein Problem mittlerweile ist.

    Willst Du einen kalten Entzug machen, um am Donnerstag arbeiten zu gehen? Das ist eine gefährliche Nummer. Wäre es nicht besser, erst mal bis einschließlich morgen moderat weiter zu trinken, um dich am Donnerstag in ärztliche Hilfe zu begeben und qualifiziert zu entziehen? Das ggf. auf Krankenschein, sofern dein Arzt dich nicht für arbeitsfähig hält.

    Mein weiterer Rat: Wende dich zeitnah an die örtliche Suchtberatung.

    Gruß Rekonvaleszent

    Hallo Michel!

    Ergänzend kann ich zu den bisherigen Ausführungen nur anraten, dich mal mit der Suchtberatung in Verbindung zu setzen. Mit ihr kannst Du klären, ob für dich eine Therapie -stationär oder ambulant- in Betracht kommt.

    Eine absolvierte und bestätigte Therapie verbessert deine Chancen bei der späteren MPU. Von Betroffenen und meinem ehemaligen Therapeuten hörte ich zu diesem Thema übereinstimmend: Der Gutachter möchte eine Entwicklung sehen in puncto Aufarbeitung des Geschehens und der eigenen Alkoholgeschichte sowie ergriffene Verhaltensänderungen.

    Das Thema Weinhandel kommt dort mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls auf die Tagesordnung. Es drängt sich geradezu auf, das Du zu nahe am Alkohol dran bist. Wer damit unmittelbar zu tun hat, sitzt im wahrsten Sinne des Wortes direkt an der Quelle.

    Es grüßt der
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Du hast schon viel unternommen. Du bist entgiftet und stehst im Austausch mit deinem Arzt.

    Warst Du schon bei der Suchtberatung? Ich kann sie nur empfehlen. Sie klären mir dir ab, ob und ggf. welche Therapieform -stationär oder ambulant- für dich ratsam ist.

    Zusätzliche Unterstützung kannst Du in einer Selbsthilfegruppe finden.

    Bei aufkommendem Saufdruck, der stellt sich in den ersten Monaten mit großer Regelmäßigkeit ein, beschäftige dich mit Dingen, die dir Ferude machen. Bei dem einen ist es der Sport, bei den anderen das Basteln o.ä.

    Zugleich halte dir bei Saufdruck einfach mal die Schmerzen von der Bauchspeicheldrüse vor Augen. Allein der Gedanke an starke Schmerzen würde bei mir abschreckend wirken.

    Lies dich mal in Fachliteratur ein. Lass dir ggf. welche von der Suchtberatung empfehlen. Ich rate zu "Alk" von Borowiak und Lindenmeier "Lieber schlau als blau". Es gibt aber auch etliche andere Werke.

    Was machst Du am Wochenende? Füll es am besten mit etwas Sinnvollem aus; etwas was dich fordert, beglückt und ablenkt zugleich.

    Gruß Rekonvaleszent

    Hallo!

    Lass den Kopf nicht hängen. Du hast den ersten großen und wichtigen Schritt getan: Hausarzt und Psychiater. Du hast gezeigt, dass Du zu unserer Krankheit stehst. Das ist schon mal ein gewisses Fundament, auf dem Du anfangen kannst zu bauen.

    Du hast Dir selbst bewiesen, dass ein Alkoholiker nicht kontrolliert trinken kann. Für uns gibt es nur eins, die Abstinenz.

    Besuchst Du eine SHG? Sie könnte dich zusätzlich stützen, da der direkte und persönliche Kontakt mit ebenfalls Kranken deine Psyche stabilisieren kann.

    Ich drücke die Daumen, dass Du es diesmal schaffst.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo Nullpromille!

    Glückwunsch zu deinem Entschluss und die konkret umgesetzten Schritte. Du hast schon knapp 4 Monate geschafft. Ich kann nur raten, erst mal in kleinen zeitlichen Schritten zu denken: Trocken und clean über den Tag kommen, bis dies zur Gewohnheit wird.

    Du hast Recht: Es ist ein langer Weg, m.E. ein lebenslanger. Ich bin jetzt im dritten Jahr. Nach ca. einem Jahr wurde er für mich spürbar leichter. Die Abstinenz hatte sich auch geistig gesetzt und ist für mich heute etwas ganz Natürliches. Ich vermisse nichts von meinem alten Leben.

    Wichtig war für mich, in meiner Freizeit mich auf Dinge zu konzentrieren, die mir Ausgleich und Freude zugleich verschaffen. Ich habe z.B. meine sportlichen Aktivitäten gesteigert.

    Ich drücke die Daumen für das weitere Gelingen.

    Gruß
    Rekonvaleszent