Beiträge von Rekonvaleszent


    Wie habt ihr wieder Sinn u Freude in euer Leben integriert?

    Hallo!

    Indem ich u.a. an das anknüpfen konnte, was mir früher vor der Saufzeit Freude bereitet hat. Mir bereitet es Freude und bietet mir Abwechselung, wenn ich einfach mal mit dem Rad durch die Gegend fahre, um die Natur auf mich wirken zu lassen. Nur sollte man in der Anfangszeit Biergärten großräumig umfahren, um nicht in Versuchung zu kommen.

    Oder einfach mal wieder Kontakt mit Leuten suchen, für die der Alk nicht im Zentrum aller Aktivitäten steht. Solche Kontakte zu "normal/wenig bis gar nicht" trinkenden Leuten sind bei mir in der aktiv saufenden Zeit irgendwie eingeschlafen. Mangels Alk-Konsum funkte ich nicht mehr auf der selben Wellenlänge. Ist ja auch nicht verwunderlich. Bei mir musste immer klar sein, wann endlich was Bier in den Körper geschüttet werden konnte.

    Weiterer Tipp: Meld dich im Fitnesstudio an und geh 2-3 wöchentlich trainieren. Das "Auspowern" des Körpers dient auch der psychischen Entlastung. Auch dort kann man neue Leute kennen lernen.

    Engagiere dich ehrenamtlich, suche dir eine SHG, melde dich bei dr Volkshochschule für einen dich interessierenden Kurs an.


    Hast Du mal Kontakt zur Suchtberatung aufgenommen? Auch dort findest Du Hilfe und Anregungen.

    Gruß Rekonvaleszent

    Hallo!

    Ich bin vor 3 Jahren ausgestiegen. Es fehlt mir nichts. Im Gegenteil: Es geht mir 1000x besser als in den ganzen versoffenen Jahren zuvor.

    Ich bin den klassischen Weg über die Suchtberatung und (ambulanter) Therapie gegangen. Daneben habe ich mich in den ersten Monaten intensiv mit Fachliteratur aus Patienten- und Therapeutensicht auseinandergesetzt.

    Zu dem klassischen Weg rate ich jedem Neuling: Und der führt nun mal über die Suchtberatung.

    Trinkst Du noch? Falls ja, dann stimme den Entzug unbedingt mit einem Arzt ab, denn ein sog. Kalter Entzug kann lebensgefährlich sein. Ein solcher Entzug muss nicht zwingend in einer speziellen Klinik erfolgen, sondern kann auch ambulant durchgeführt werden, wenn der Arzt dafür grünes Licht gibt. Das ist jedoch unbedingt vorher mit dem Doc zu klären.

    Warst Du schon bei der Suchtberatung? Da sitzen Experten, die mit dir das weitere Vorgehen abstimmen. Ob und ggf. welche Therapie angezeigt ist.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Die Beiträge von dem Herrn waren schon "speziell".

    Falls sich irgendwer von ihm auf den Schlips getreten fühlt, kann er sich an den Verantwortlichen dieses Forums halten. Und genau der hat aus nachvollziehbaren Gründen keine Lust auf "Stress" oder gar juristische Auseinandersetzungen. Da hat er halt als Inhaber des alleinigen Hausrechts genau von diesem Gebrauch gemacht und einen Schlussstrich gezogen. Das kann man gut oder schlecht finden, ändert jedoch nichts an der Entscheidung an sich.

    Ich bin jedenfalls heilfroh, dass es Leute wie greenfox gibt, die dieses Forum überhaupt erst ermöglichen.

    Gruß
    Rekonvaleszent


    D
    Ich habe keine Lust mehr auf Drahtseilakte. Ich werde mit dem Arzt darüber sprechen wie die Situation ist und das ich eine Entzug will. Und das besser unter Aufsicht.

    Hallo!

    Genau so ist es richtig. Entzug unter ärztlicher Aufsicht (auch ambulant möglich) und danach die Folgebehandlung. Diesbezüglich wende dich an die Suchtberatung. Die klären mit dir ab, ob und ggf. was für eine Art von Anschlussbehandlung angezeigt ist.

    Gutes Gelingen wünscht der
    Rekonvaleszent

    Das las ich die Tage in öffentlich zugänglichen Quellen:


    Der Alkoholkonsum in Deutschland ist laut den jüngsten Zahlen für 2016 leicht gesunken, um rund ein Prozent. Damit setzt sich ein Trend aus den vergangenen Jahren fort. Grund für eine Entwarnung sei das aber nicht, so die Autoren. Der Verbrauch habe sich nur von extrem hoch auf sehr hoch reduziert.

    Insgesamt lag der Konsum an alkoholischen Getränken 2016 im Schnitt bei knapp 134 Litern pro Kopf. Das entspricht einer gut gefüllten Badewanne. Mit den Getränken nahm jeder Bürger ab 15 Jahren 9,5 Liter reinen Alkohol auf, einen Eimer voll. Davon gingen fünf Liter auf den Konsum von Bier zurück, 2,3 Liter auf den Konsum von Wein, 1,8 Liter auf Spirituosen und 0,4 Liter auf Schaumwein.

    Oder wie es mein ehemaliger Therapeut so schön formulierte: "Deutschland ist eine versoffene Gesellschaft".

    Nehmen wir doch bei den Zahlen noch mal folgende Gruppen raus:

    1.) Kinder

    2.) Abstinenzler, aus welchen Gründen auch immer

    3.) Personen mit minimalem Konsum, die nur zu Geburtstag, Weihnachten und Neujahr ein Glas trinken

    Dann liegt der Durchschnitt noch mal deutlich höher, geradezu brutal hoch.

    Frohe Ostern

    wünscht der
    Rekonvaleszent


    Es geht eigentlich keinen etwas an! Gut, im Moment ist es noch so, dass ich halt schon sehr stark das verlangen habe etwas zu trinken und daher auch schnell schwach werde...Vor 10 Minuten hat sich mein Mann ein kaltes Bier geholt und im Kühlschrank steht noch ein offener Weisswein. Aber ich bleibe stark.

    Hallo!

    Ich gehe mal davon aus, dass es dein Wein ist, der im Kühlschrank darauf wartet, getrunken zu werden. Daher frage ich mich, was er da verloren hat? Wer hat ihn da deponiert und schon daraus getrunken?

    Ohne einen alkoholfreien Haushalt wird es verdammt schwer mit einem abstinenten Lebensstil.

    Ggf. könnte es dir helfen, mal mit deinem Mann die Suchtberatung aufzusuchen. In unserem Bereich ist dies möglich. Die Therapeuten führen auch mit Partnern Gespräche , um sie zu sensibilisieren.

    Gruß
    Rekonvaleszent


    hmm, bin ja etwas hereingestolpert und merke erst jetzt, dass es hier keinen Bereich gibt der nicht öffentlich ist. Liegt es daran, dass es kaum längere Threads von Menschen gibt die über ihren Weg schreiben? Schade, bremst mich gerade etwas aus. Womöglich sabbel ich hier herum und keinen interessiert es. Hmm

    Hallo!

    Doch, es gibt ihn: Nennt sich INTERNER BEREICH. Schau mal weiter unten. Dafür musst Du freigeschaltet werden. Darum kümmert sich Greenfox.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Willkommen hier im Forum.

    M.E. hast Du bereits die ersten richtigen Schritte unternommen. Die guten Vorsätze nach einem Exzess kommen mir nur zu bekannt vor.

    Du trinkst momentan 2-3 x wöchentlich. Wie viel denn?

    Was schlägt die Suchtberatung vor?

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Mein Vorschlag: Am frühen Abend noch mal raus an die frische Luft. Mit dem Rad 'ne Weile kräftig kurbeln oder einfach stramm spazieren. Dann bin ich 2-3 Stunden später "kaputt" genug und schlafe problemlos ein.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Ja, aus dem letzten Rückfall (habe an dem Tag getrunken als die sozialpädagogische Familienhilfe kam und ich den Termin total versemmelt hatte) kam der Entschluss die Kinder rauszuholen trotz aller bemühen Abstinenz zu sein und mit dem Jugendamt zu kooperieren. Nirgends stand eine Kindeswohlgefärdung im Raume!

    Aha und warum wurden die Kinder dann aus dem Familienverbund genommen?

    Wenn ich deinen Beitrag mal in aller Ruhe auf der Zunge zergehen lasse, kann ich nur ein Fazit ziehen: Das Jugendamt hat alles richtig gemacht. Das Kindeswohl geht vor.

    M.E. habt Ihr nur dann eine Chance, die Kinder zurückzubekommen, wenn Ihr nachweislich über längere Zeit "trocken" seid und das Jugendamt eine entsprechende positive Entwicklung sieht. Das geht nicht in wenigen Wochen.

    Es liegt also an euch, den eingeschlagenen Weg der Abstinenz fortzusetzen.

    Habt Ihr Besuchskontakte zu den Kindern?

    Was schlägt denn die Suchtberatung vor?

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo Pinguin!

    Bezüglich der Qualmerei bin ich nach der Tat-zu-Tag Methode verfahren. Ich habe mir jeden Tag vorgenommen, nicht zu rauchen. Lediglich 1x nach ca. 3 Monaten hatte ich nach dem Grillen, mehreren Bieren und Schnäpsen, Schmacht auf die letzte Zigarre, die ich noch in der Schublade liegen hatte und die recht teuer war. Sie hat nicht geschmeckt. Danach war Ruhe. Habe schon seit Jahren keinen Schmacht mehr auf die Glimmstängel. Ist irgendwie komplett vorbei.

    Vielleicht ist er Tag-zu-Tag Ansatz auch was für dich oder andere Nikotinsüchtige.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Deine Methode des Ausschleichens aus der Sucht hätte bei mir nie geklappt. Entweder ganz oder gar nicht, so bin ich halt gestrickt.

    Was die lästige und unnötige Qualmerei anbelangt, da bin ich kein Maßstab. Dieses Übel aufzugeben fiel mir im Vergleich zum Alkohol geradezu leicht. Bin jetzt seit mehr als 5 Jahren qualmfrei. Damals redete ich mir ein, wenn die Aufgabe des Rauchens schon so leicht ist, dann klappt's mit dem Saufen doch auch. Das erwies sich als Irrtum.

    Aber wie gesagt, jeder benötigt halt seinen eigenen Weg. Wenn dein Weg dich dauerhaft clean hält, machst Du für dich alles richtig.


    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo Schwede!

    Willkommen hier im Forum.

    Zunächst mal Glückwunsch, die Langzeittherapie durchgestanden und seit Entlassung trocken geblieben zu sein. Das ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit.

    Der lange und kostenintensive Weg zur MPU kann dir ein zusätzlicher Ansporn sein.

    Viel Erfolg auf deinem Weg wünscht der
    Rekonvaleszent

    Ich habe nirgends geschrieben, dass Alkoholiker „zwingend“ eine SHG benötigen um trocken bleiben zu können. Genauso wenig wie andersherum.
    Ich weiß nur aus eigener langer Erfahrung, dass der abstinente Lebensweg eines Alkoholikers, wenn er ihn alleine ohne den Austausch mit anderen, die Erfahrung mit ihrer Sucht haben, geht, sehr viel schwerer ist, wie wenn er eben Selbsthilfekontakte hat.

    Hallo!

    Dieses Forum ist eine SHG. Zumindest für mich. Sie ermöglicht den Austausch über die Krankheit und ihre Tücken. Sie gibt mir Veranlassung, mich mit unserem gemeinsamen Thema zu befassen und es mir vor Augen zu halten, um mich abzusichern. Diese Absicherung benötige ich. Denn unsere Krankheit spüre ich nicht im herkömmlichen Sinne, was halt ihre besondere Tücke ausmacht. Ich habe keine Schmerzen, alle Gliedmaßen/Organe sind noch dran und drin, ich muss nichts einwerfen, sprich: "Mir geht es gut". Damit es so bleibt, arbeite ich an meinem Thema. Es ist wie das regelmäßige Training für einen Sportler, mal mehr, mal etwas weniger, mal 'ne Verschnaufpause, um dann mal wieder ein paar Einheiten mehr absolvieren.

    Ob man parallel dazu noch im unmittelbaren Umfeld eine herkömmliche und "klassische" SHG besucht, ist jedem selbst überlassen.

    Einem Anfänger auf dem Gebiet der Abstinenz rate ich jedenfalls dazu.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Ich habe Verständnis für jeden, der sein Problem ernst- und gewissenhaft angeht. Ob der jeweils eingeschlagene Weg letztlich erfolgreich ist, wird die Zukunft zeigen.

    @Dietmar: Dann hilf mir doch mal auf die Sprünge, was Du an meinem Beitrag ganz konkret auszusetzen hast.

    @Guenther: Ich habe im Internet keine Freunde. Ich tausche mich lediglich aus. Ab -und an lerne ich was, ab- und an können vielleicht auch Dritte etwas mit meinen Ausführungen anfangen, zumindest hoffe ich es.


    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo Joe!

    Willkommen hier im Forum.

    Deine Beiträge zeigen, dass Du es wirklich ernst meinst und ohne Umschweife bereit bist, dein Leben komplett umzukrempeln.

    Du gehst mit Entschlossenheit und großem Willen zu Werke. Das ist schon mal richtig gut. Nur der Wille allein reicht auf Dauer nicht aus. Und damit sind wir beim Thema Suchtgedächtnis. Die großen Herausforderungen namens Saufdruck werden sich bei dir noch einstellen. Dann gilt es, den Kurs der Abstinenz beizubehalten und ja nicht schwach zu werden.

    Deine Ausführungen zu SHGs finde ich interessant. Auch ich habe mich aus ihnen verabschiedet.

    Ich fühle mich ebenfalls nicht als Kranker im herkömmlichen Sinne. Ich bin in einer moderaten Situation. Ich brauche gegen den Alkoholismus keine OPs, Chemos oder Pillen. Ich muss nur etwas "unterlassen", nämlich Alkohol zuzuführen.

    Abschließend noch kurz zur Begriffswahl: "Demut" oder "Respekt". Ganz gleich, ob man es als Demut oder als Respekt vor dem Alkohol bezeichnet, wichtig ist, die Gefahren des Alkohols für uns niemals zu unterschätzen oder aus den Augen zu verlieren.

    Es grüßt der
    Rekonvaleszent