Beiträge von Rekonvaleszent


    Anstatt einen ganzen Kasten nur 4 Flaschen kaufen?

    Wird bei einem Alkoholiker nicht klappen. Die Taktik hatte ich auch mal ausprobiert: Nur 2 Weißbiere. Als die leer waren, ging es geradewegs zur Tanke, um Nachschub zu holen. ;)

    P.S. der Nickname gehr gar nicht. Er nichts anderes als eine Reklame für eine bestimmte Biermarke.

    [quote='Schnisskettchen','https://alkoholforum.de/forum/index.ph…37582#post37582']
    Ich denke es muss ja nicht zwangsläufig bei jedem immer zum Äußersten kommen, bevor es Klick macht.
    Ich hab im Zuge meiner Therapien, bei Rückfälligen oder Abbrechern, oft gehört: Der hat seinen Tiefpunkt noch nicht erreicht... Oder: Der muss noch Tiefer fallen, noch mehr verlieren...
    Ich denke das ist Bullshit. Sicher trifft das auf einen Teil der Süchtigen zu. Aber das geht sicherlich auch anders.
    /quote]

    Das sehe ich ganz genau so. Ein Teil der Leute wird halt erst aktiv, wenn sie in der Gosse liegen, der Job gekündigt , der Führerschein weg ist, sie mehr tot als lebendig in einer Klinik aufschlagen oder die Familie die Flucht ergriffen hat.

    Zum Glück ist jedoch nicht jeder so gestrickt, sondern erkennt wesentlich früher die persönliche Misere, die ein zeitnahes Gegensteuern unabdingbar macht. Und von dieser Sorte habe ich in meiner ambulanten Therapie und später in einer "analogen" SHG einige Herrschaften kennen gelernt. Ich behaupte, es war klar die Mehrheit.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Glückwunsch zu deinem ersten Jahr in Freiheit.

    Lass dich öfter mal hier blicken und teil dich mit.

    Gerade Neueinsteiger profitieren ungemein von den Erfahrungen anderer Abstinenter, insbesondere von Leuten, die erst wenige Monate zuvor gestartet sind, weil diese den typischen Einsteigerproblemen deutlich näher stehen als mehr- und langjährige Abstinente. ;)

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hoffentlich bleibt es dabei, wobei deine Vorgehensweise nicht jedermann möglich ist. Mir wäre dein Weg, insbesondere mit dem Konsum von alkoholarmen Weißbier viel zu riskant. Aber das muss jeder für sich beantworten.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Ich handhabe ea wie gerchla, indem ich ablehne und den Wusch nach einem nichtalkoholischem Getränk äußere.

    Nur ganz selten hakt mal jemand nach. Was ich dann mitteile, hängt davon ab, wie ich zu dieser Person stehe.

    Bewährt hat sich bei mir: "Ich trinke keinen Alkohol mehr, weil er mir nicht bekommt und es mir ohne ihn bedeutend besser geht."

    Auf meine Krankheit selbst gehe ich nicht ein, weil sie nur mich und mein engstes Umfeld etwas angeht und dazu gehören Nachbarn, Arbeitskollegen, Vorgesetzte und Bekannte jedenfalls nicht.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Die Frage, wen man alles einweiht, wird sehr unterschiedlich gehandhabt.

    Es gibt Zeitgenossen, die binden fast jedem die Krankheit auf die Nase, andere gehen dezenter und diplomatischer mit ihr um, was wiederum die erste Fraktion gerne als "Rumeiern" bezeichnet.

    Bei dieser Frage muss jeder seinen eigenen Weg finden. Ich habe den Kreis der Eingeweihten in Abstimmung mit meinen Therapeuten sehr eng gewählt und fahre mit diesem Kurs sehr gut, was die Herrschaften des total offenen Umgangs ebenfalls für sich reklamieren.

    Die eigene Mutter sollte man schon einbeziehen und der werten Dame klar machen, dass sie dir nicht fortlaufend Alk anbietet, wenn Du sie triffst.

    Geburtstagsfeier: Im engen Kreis, ohne Alkohol anzubieten, da sehe ich kein Problem.

    Gemeinsames Essen mit der Freundin:

    Trinkt sie Alkohol? Regelmäßig? Wie viel? Neigt sie dazu, beim Essen 'ne Pulle Wein in die Birne zu kippen? Ggf. noch 'nen Aperitif vorab und einen Absacker hinterher?

    Solche Treffen können insbesondere in der Anfangszeit enorm triggern und das Suchtgedächtnis Kapriolen schlagen lassen.

    Gruß
    Rekonvaleszent


    Habe aber festgestellt, dass ich es manchmal gar nicht richtig merke, dass ich Hunger habe. Ich merke nur, dass ich an Alkohol denke und gereizt werde oder überfordert reagiere - dann weiß ich, dass ich essen sollte. Ist nicht immer so, nur ab und an. Mehr Aufmerksamkeit im Vorfeld lernen. Und ja, Schlafen :) Die Zeit nehme ich mir.

    Hallo!

    Ein wirklich guter Hinweis. Hinter aufkommendem Trinkverlangen stecken manchmal auch ganz banale Dinge wie Hunger und Durst. Habe ich diese Grundbedürfnisse befriedigt, erledigt sich manchmal der Wunsch nach Bier. So erging es mir in der Anfangszeit. Ist der Magen dagegen ordentlich mit Wasser geflutet, war der Schmacht auf ein Weißbier weg.


    Allerdings hatte ich in den letzten Jahren Bier auch gerne als Durstlöscher eingesetzt.

    Gruß

    Rekonvaleszent

    Für mich ist es klar, warum der Entzug von Alkohol schwieriger ist, als der vom Tabak.

    Alkohol ist reinstes Nervengift und benebelt die Sinne. Die Zigarette räuchert zwar,
    aber berauscht nicht!

    Die Kippen räuchern nicht bloß, sondern kontaminieren den gesamten Körper. Krebs als Spätfolge lässt schön grüßen.

    Ansonsten stimme ich zu, dass es (für mich) viel leichter war, das Qualmen aufzugeben als das Saufen. Ersteres war dagegen schon fast ein Kinderspiel, so dass ich mir einredete, eines Tages lasse ich dann auch mal die Finger von der Bierflasche. Geht doch alles ganz einfach mit den Süchten. Das erwies sich als Irrtum.

    Es fällt mir immer noch schwer zu glauben, das das Aufgeben des Rauches für manche so schwierig ist. Ich bin sogar der Meinung, dass es bloße Willenstärke ist, dem Nikotin zu entsagen. Das trifft auf die (Alkohol-)Abstinenz leider nicht zu. Denn da reicht der Wille allein nicht aus, auch wenn er der wesentliche Fundament bildet.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Ergänzend zu den Ausführungen zu Greenfox noch der Hinweis: Nimm Kontakt zur Suchtberatung auf.

    Das war für mich neben dem Doc der schwerste Schritt: Ein paar Bücher übers Internet bestellen ist ja kein Problem und genau so anonym zu erledigen wie hier im Forum zu posten. Sich vor anderen "Aug in Aug" einzugestehen, dass man gestrauchelt ist (diplomatisch umschrieben), das ist 'ne richtige Herausforderung gewesen.

    Dann zur ersten Gruppenrunde: War mir das peinlich. Eine innere Stimme sagte mir, jetzt stehst Du hier mit diesen ganzen kaputten Typen, so weit hast Du es gebracht. Bei näherem Hinsehen waren die meisten Teilnehmer ganz und gar nicht kaputt, sondern standen voll im Leben, sonst wären sie auch für eine ambulante Therapie nicht geeigent gewesen.

    Aber die Gefühle, die mich da überkamen, waren eine enorme Motivationshilfe, eine Initialzündung, mein Problem in den Griff zu bekommen. Das ist jetzt mehr als 5 Jahre her, seitdem lebe ich unfallfrei abstinent.

    Daher Kopf hoch und Schritt für Schritt voran gehen.

    Gutes Gelingen
    Gruß Rekonvaleszent

    Manchmal ist es schwierig diesen gesunden Egoismus konsequent zu praktizieren.

    "Und Königsweg und Standardprozedere..."

    Manche schwören und predigen auf diese Wege des Standardprogramms.

    (PS schreibe auf Word - deshalb die Zitierweise)

    Hallo!

    Der Begriff des Egoismus ist m.E. verkehrt. Ersetze ihn durch Achtsamkeit.

    Ein kluger Kopf hat mal formuliert: "Sorgen Sie dafür, dass es Ihnen gut geht." Da steckt alles Wichtige drin.

    Das einzige und für jeden gültige Standartprogramm lautet: "Das erste Glas stehen lassen." Und das ist anfangs schon schwer genug.

    Alle Wege zu diesem Ziel sind individuell verschieden, dennoch habe ich mir bei meinem Weg die Ratschläge erfahrener Abstinenter angehört, abgewogen und soweit ich sie mich überzeugten, auch umgesetzt.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Und Königsweg oder Standardprozedere...gerade bei Langzeit-Trockenen, also bei Leuten die länger als 10 Jahre nüchtern sind, erlebe ich es relativ oft, dass sie sagen, dass es eines Tages einfack klick gemacht hat und sie plötzlich genug hatten und ohne das übliche Prozedere aufgehört haben.

    Und an sich gilt, was funktioniert ist immer richtig. Ob das jetzt jemand Anderes genau so macht oder völlig anders, dient dem Erfahrungsaustausch, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Hallo!

    Das sind 2 interessante Punkte. Wichtig ist, dass der Aussteiger den Ausstieg für sich selbst will und nicht nur aufgrund des Drängelns von außen. Die zusätzliche Befeuerung des "Klicks" z.B. durch die Führerscheinstelle, dem Arbeitgeber, den Arzt oder der Familie schadet sicherlich nicht. Ich habe Herrschaften kennen gelernt, die zunächst gar nicht recht wollten, aber die MPU stand vor der Tür und sie begannen, sich mit ihrem Problem ernsthaft zu befasssen und erkannten schon nach wenigen Monaten die Vorteile der Abstinenz und sind seitdem clean und selbstverständlich wieder im Besitz ihres Führerscheins.

    Wichtig ist m.E. die eigene Abstinenz und somit die eigene Gesundheit rückhaltlos an erste Stelle zu setzen, sie nicht in Frage zu stellen und ihr (nahezu) alles unterzuordnen. Das hört sich jedoch leichter an als es anfangs ist.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Aber ich habe schon vor, ehrlich zu sagen, dass mein bisheriges Leben mir gezeigt hat, dass es mir viel schwerer fällt nach 1-2 Gläsern aufzuhören, als gleich das erste Glas stehen zu lassen. Die einen wissen das auch bestimmt, das sind die, die das gleiche Problem haben, aber es sich selber nicht eingestehen.

    Hallo Klaus!

    Genau so war es bei mir. Nichts zu trinken ist viel schwerer als nach moderatem Konsum aufzuhören. Das nennt sich Kontrollverlust und ist ein typisches Indiz für Alkoholismus.

    Es dauerte halt ein etliche Jahre bis bei mir allmählich der Groschen fiel.

    Glückwunsch zu deinen 101 Tagen. Das ist doch schon mal ein richtig guter Anfang.

    Hab aber auf dem Schirm, dass sich das Suchtgedächtnis sicherlich mal melden wird, um dich irgendwie zum Griff zur Flasche zu bewegen.

    Und genau für diesen Moment rate ich, dir eine Strategie zurecht zu legen.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Es ist gut, dass Du deinen Konsum kritisch hinterfragst. Die geschilderten Trinkmengen sind für einen Alkoholiker gelinde gesagt fast nichts.

    Siehst Du dich denn als Alkoholiker?

    Kannst Du denn nach 1-2 Gläsern problemlos aufhören?

    Letzteres kann ich nicht. Es ist für mich viel leichter gar nichts zu trinken als nach 1 Bier aufzuhören.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Ich denke, dass ich auch schon eine Klinik gefunden habe, die zu mir passt.

    Prima, dann hat sich deine Anfrage hier erledigt. Die Krux ist nur, dass man nicht immer dort hin geschickt wird, wo man hin möchte, zumindest dann nicht, wenn Sozialversicherungsträger für die immenen Kosten einer solchen Veranstaltung aufkommen. Stell dich lieber schon mal vorsichtig darauf ein, dass es womöglich ganz woanders hingeht.

    Fall Du jedoch eine Geldquelle auftun solltest, die mal eben 15.- 20.000 aus dem Ärmel schüttelt, dann würde ich es mit der Betty-Ford-Klinik versuchen. Ist für Selbstzahler. Ggf. schießen private Krankenversicherungen was zu.

    Fixier dich besser nicht nur auf eine Klinik. Sonst bist Du hinterher ganz enttäuscht, wenn es eine andere wird. Mit den Kliniken ist es wie mit Schulen. Es nützt der beste Ruf nichts, wenn der Unterricht durch die auch auf guten Schulen zu findenden "nicht so guten" Lehrern erteilt wird. ;)

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Lass die Finger vom kalten Entzug. Der kann zu Krampfanfällen führen, die womöglich tödlich enden.

    Daher mach zuerst einen Termin bei einem anderen Arzt aus, mit dem letzten bist Du ja nicht klar gekommen.

    Vielleicht versuchst Du es mal mit einer Ärztin. Damen haben oftmals etwas mehr Fingerspitzengefühl und Emphatie.

    Ein ärztlich begleiteter Entzug geht in geeigneten Fällen auch ambulant. Aber das entscheidet der Doc.

    Und mit ihm/ihr besprichst Du die weitere Vorgehensweise.

    Und schau mal in die Literatur: https://alkoholforum.de//index.php?topic=1715.0

    Alk von Borowiak kann ich wärmstens empfehlen.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo!

    Manchmal stecken auch ganz banale Dinge hinter solchen Gedanken, was trinken zu wollen, nämlich Hunger und Durst. Das würde ich als erstes checken. Nach Nahrungs- und Wasserzufuhr sieht die Geschichte dann womöglich schon wieder anders aus.

    So ist es mir in den ersten Jahren ergangen.

    Hält der Druck dennoch an, dann lenk dich ab mit Dingen, die dir Spaß machen. Auch ein sofortiger Ortswechsel kann hilfreich sein. Du setzt dann neue äußere Eindrücke und Reize, die Dich sogleich ablenken.

    Ansonsten lies im Internet, im Forum, teil Dich hier mit oder ruf eine Vertrauensperson an.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Ich weiß bei dir nicht weiter. Vielleicht bist Du einfach noch nicht so weit und es geht dir gesundheitlich "noch" zu gut, um das Ruder herum zu reißen. Da Du auch Pillen schluckst, bin ich reiner Ex-Trinker nicht der richtige Ansprechpartner. Das Feld der Pillen ist halt nicht meine Baustelle. Insbesondere, wenn man die mögliche Wechselwirkungen mit dem Alk berücksichtigt. Mein Therapeut in meiner ambulanten Therapie meinte in unserer Runde, dass die Kombi Pille+Alk sehr kniffelig und schwieriger zu knacken sei, als der reine Suff.

    In diesem Sinne
    mach's gut. Ich bin hier raus.

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo Otto!

    Nichts für ungut, aber stehst Du dir nicht selbst irgendwie im Weg?

    Du hast das volle Programm schon durch, hast an allem was auszusetzen und weist alles besser. Was soll man dir raten? Mir fällt nichts mehr ein, außer der Hinweis, dass ich Typen getroffen habe, die erst nach der dritten Therapie den Absprung geschafft haben, weil es erst im dritten Anlauf oben im Köpfchen endlich Klick gemacht hatte.

    Jeder hat das Recht so zu leben, wie er möchte, also kann er/sie sich selbstverständlich auch zu Tode saufen. Soll aber kein schöner Tod sein. Mein Therapeut bezeichnete es als "elendiges Verrecken."

    Was machst Du eigentlich den lieben ganzen Tag lang, außer zu saufen? Arbeiten, kann ich mir nicht so recht vorstellen. Oder beziehst Du Stütze? Wann hast Du zuletzt gearbeitet? Warum bist Du die Stelle los geworden?

    Hast Du keine Hobbies, Frau, Familie, Freunde, die dich ein Stück weit auffangen und unterstützen können?

    Gruß
    Rekonvaleszent

    Hallo Spaziergänger!

    Nach 4 Monaten ohne größere Probleme warst Du einfach reif für eine Bewährungsprobe, die dein Suchtgedächtnis dir bereitet hat.

    Dein immer noch glänzend funktionierendes Suchtgedächtnis wird dich sicherlich noch ein paar male auf die Probe stellen. Diese hast Du bestanden, das ist doch etwas, worauf Du aufbauen kannst. Kein Suchtdruck dauert ewig. Und die Abstände werden immer größer.

    Die Art, wie der Suchtdruck sich bei mir in den letzten 5 Jahren mal meldete, war unterschiedlich. Mal sanft und charmant umgarnend, mal brachial.

    Das habe ich kapiert. Was mir immer gut geholfen hat, war neben der Pulle Wasser ein sofortiger Ortswechsel und das Befassen mit Dingen, die mir Freude machen.

    Ich habe mal einen Herrn bgetroffen, der am Schluss täglich 2 Flaschen Wodka getankt hatte. Er erwähnte auch schon mal Schlafstörungen, dann schnappte er sich die Sportschuhe und rannte los. Er war, als ich ihn kennen lernte, in guter Form ;)

    Gruß
    Rekonvaleszent


    Und heute sind es 13 Jahre :o
    Leider in einer unvorstellbaren Zeit, allerdings werde ich die Coronahysterie nicht mitspielen außer mich an die Vorgaben zu halten aber auch selbst das Hirn zu benutzen.

    Glückwunsch. Ja, an der Hysterie, die mittlerweile kennzeichnend für unsere Gesellschaft ist, beteilige ich mich ebenfalls nicht.

    Gruß
    Rekonvaleszent