Beiträge von Kogge

    Kurzes Recap von gestern Abend – oder besser gesagt: heute Nacht.

    Ich habe ja an anderer Stelle schon erzählt, wie wichtig mir Struktur ist, gerade im Winter. Dunkelheit, Kälte – der klassische Nährboden für den Winterblues. Letztes Jahr war es nicht mal mehr „Blues“, eher eine graue Wand. Und dieses Jahr wollte ich nicht wieder warten, bis sie sich über mich legt.

    Also habe ich etwas getan, das niemand – wirklich niemand – von mir erwartet hätte:

    Ich bin tanzen gegangen.

    Ich – der „Dancing Stick“ mit Betonhüfte, der früher allenfalls einen schwer betrunkenen Dorf-Discofox auf dem Schützenfest zustande brachte. Und wenn schon, denn schon: Latein. Tänze, in denen Hüften schwingen, der Mann führen muss und Eleganz nicht verhandelbar ist.

    Kleine Sidenote: In einer Zeit, in der „Maskulinität“ gern unter Generalverdacht steht, in der aus Tänzern und Tänzerinnen „die Tanzenden“ werden – da stehst du plötzlich auf dem Parkett, tanzt Rumba, Salsa, Bachata… und wickelst eine Frau um den Finger.

    Und dann kommt – man höre und staune – ausgerechnet von einer sehr feministisch geprägten Tanztrainerin der Satz: „Kogge, nimm sie mal richtig ran. Gib ihr Impulse, die weiß doch gar nicht, was sie machen soll.“ Ich lass das mal unkommentiert stehen.

    Jedenfalls: Ich stellte mich bei Salsa zuerst dermaßen ungeschickt an, dass ich den Takt fast nicht gefunden hätte, wenn er mir ins Gesicht gesprungen wäre. Aber die Rumba… die war anscheinend für mich erfunden worden. Und plötzlich hatte ich Spaß. Richtig Spaß. Feuer. Im wahrsten Sinne des Wortes.

    Und dieses Feuer führte mich nicht nur in die kleine Tanzschule – sondern gestern auch auf einen großen Ball. DAS gesellschaftliche Weihnachtsevent der Stadt. Das Who is Who… und die, die gern „Who is this?“ wären, plus ein paar, die sich fragten: „Who am I?“

    Dem wirtschaftlichen Untergang unseres Vaterlandes zum Trotz habe ich meine Spargroschen nicht in Gold, sondern in einen feinen Zwirn investiert.

    Also flanierte ich – herausgeputzt – über das gesellschaftliche Parkett. Zwischen „Chanel No. 5“, „Louis Vuitton“, „Rolex“ und dem Polyesteranzug von H&M bewegte ich mich souverän zur Big Band, meine Tanzpartnerin fest im Arm, ihren Blick spürend, inklusive der Bewunderung meiner Führungsqualitäten. (Und ja: Ein Mann führt. Deal with it, ihr weichgespülten Gleichmacher*Innen.)

    Kurz vor Ende der Veranstaltung erwischte mich ein altes Muster: Auf den Tischen lagen kleine Päckchen – Proben eines regionalen Kosmetikherstellers, der das Event sponserte.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe jetzt Duschgel und Anti-Aging-Produkte für mindestens zwei Jahre. Falls sich jemand wundert, wo seine Proben geblieben sind: Sorry… ich bin pleite. Geld steckt in Anzug und Ballkarte. Zu Hause ist das Duschgel alle.

    Und falls sich jetzt jemand fragt: „Was erzählt der Kogge da schon wieder?“ Dann kommt hier der Punkt:

    Ich stand oben in Loge Vier, allein am Geländer. Ich schaute auf die Gesellschaft hinunter. Und hatte diesen leisen, demütigen Moment:
    Vor knapp über 1000 Tagen stand ich an der Klippe meines Lebens. Ich hätte im Keller versauern können. Ich hätte mich endgültig gegen die Wand fahren können.
    Oder ich hätte – und das tat ich – mich am Riemen gerissen, mich mit mir selbst in Klausur gesetzt und Verantwortung übernommen.

    Es gibt den Spruch: „Man soll das Leben tanzen.“

    Ich tanze endlich.

    Dagegen hilft bei mir, aktiv zu bleiben, rausgehen, auch wenns kalt und grau ist draussen. Das erfordert ein bisschen mehr Überwindung und Disziplin als an einem lauen Sommeraend, aber ich bin zuversichtlich, dass ich an diesen Tagen trotzdem entspannen und ein bisschen geniessen kann. Sollte trotzdem sich das Suchtgedächtnis melden, keine Panik, das gehört ein Stück weit zum Weg dazu. und geht auch wieder vorbei.

    Das sehe ich ebenfalls als essenziell an: das bewusste Integrieren neuer Gewohnheiten und Abläufe. Da sind wir wieder bei dem guten alten Spruch: „Nur aufhören mit Trinken reicht nicht.“ Also was heißt „reicht nicht“ – das ist vielleicht falsch ausgedrückt. Sondern: Ohne neue Gewohnheiten macht man es sich deutlich schwerer.

    Ein gutes Beispiel, gerade jetzt für den Winter, hat mir eine gute Freundin erzählt, die aktuell für drei Jahre in Toulouse lebt und arbeitet: Die Franzosen legen ihren (Hallen-)Turniersport – also Ligaspiele und Turniere – bewusst in die Winterzeit. Ligaspiele in der Woche, Turniere am Wochenende. Und das ist super smart.

    Während wir hier alle drinnen hocken, Kekse futtern, Glühwein saufen und dem Sommer hinterherjammern – und sich das gesellschaftliche Leben möglicherweise auf die Glühweinbude zentriert –, sorgen die Franzosen dafür, dass die Leute aus den Häusern kommen. In Deutschland haben wir Winterpause bei vielen Sportarten, in Frankreich dreht sich das um.

    Ich finde, das ist ein Mega-Ansatz, den man für sich adaptieren kann. Wer jetzt nicht sportlich ist oder werden will, kann sich ja was anderes suchen, was aber vom Prinzip in die gleiche Richtung geht.

    Wir „Deutschen“ leben traditionell die „Gemütlichkeit“ und „Besinnlichkeit“. Was heißt das aber eigentlich? Jetzt mal ganz ehrlich und nüchtern runtergebrochen: Die Leute, die eh schon weniger soziale Kontakte haben, sind noch mehr alleine. Und die Leute mit starken sozialen Kontakten treffen sich jedes Wochenende auf dem Weihnachtsmarkt. Aber sich mal so richtig bewegen – das tut eigentlich keiner.

    Ich hab jetzt keine Statistik zur Hand, ich würde aber wetten, dass der Alkoholkonsum in der „dunklen“ Jahreszeit signifikant nach oben geht. Dunkelheit, Einsamkeit, Kälte -> Prost. Das ist für mich total kausal. Und wenn man nicht alleine ist, säuft man auf dem Weihnachtsmarkt.

    „Winterblues“ ist all die Jahre für mich auch immer ein riesiges Thema gewesen. Mit Alkohol an Bord sowieso. Aber auch nüchtern wurde es insbesondere letztes Jahr ein riesiges Thema. Gelinde gesagt wurde ich richtig depressiv. Und ich habe (vermeintlich) alles gemacht, was man machen kann. Vielleicht war die Nüchternheit auch ein emotionaler Verstärker, weil ich mich sonst weggedämpft habe. Aber so war ich meinen Gedanken quasi „schutzlos“ ausgeliefert. Saufdruck hab ich zum Glück keinen bekommen, dennoch: Mir ging es wirklich nicht gut.

    Dieses Jahr ist es (noch) anders, ich habe mich aber über das Jahr und für den Winter ganz anders aufgestellt. Das ist vielleicht einen eigenen Post wert. Was ich aber gemacht habe, ist, dass ich meinem Winter klar eine Struktur gebe. Und da gibt es NO Excuses. 2-3x die Woche sitze ich auf dem Fahrrad, 2x die Woche mache ich Krafttraining (1x davon zusammen mit einer Freundin). Das Ganze wird begleitet von einer Fitnesstrainerin, die mich coacht – ich arbeite für sie im Gegenzug ihre „Marke“ mit auf. Nahezu jeden Morgen mache ich Yoga, morgens um halb sechs, vor der Arbeit.

    Das ist alles NICHTS anderes als Struktur, Rahmen, bewusste Selbstüberwindung und damit einhergehend Selbstbelohnung und Selbstfürsorge. Und das voll integriert in den Alltag.

    Eigentlich folgt mein intrinsischer Ansatz dem, was in Kliniken den Patienten beigebracht wird: Struktur und Selbstorganisation, Fürsorge für sich selber. Das ist am Anfang schwer – das weiß ich, und Ausreden, etwas nicht zu tun, gibt es immer zigfach. Aber es funktioniert!

    Dankeschön. Es ist auch viel Arbeit gewesen – mittlerweile ist es eigentlich auch Selbstverständnis. Aber ich mache mir das immer wieder zwischendurch bewusst, wie man vielleicht an diesen Zeilen auch merken kann. Das gehört ja mit dazu, sich zu reflektieren. Und so denke ich auch: Ich habe meinen Weg gefunden.

    Ich habe ziemliche Schwierigkeiten mit dem Gedanken gehabt, was ich denn alles zurücklassen könnte. Das ist ja nun mal so, dass man, wenn man aufhören will oder frisch aufgehört hat, sich durchaus damit quält, was man alles NICHT mehr machen kann, was man verliert.

    Vielleicht hat man in den paar Kapiteln meiner Bio schon die Andeutung sehen können, dass ich mich nicht fragte, was ich zurücklasse, sondern mich darauf vorbereitet habe: Was ich gewinnen kann!

    Deswegen habe ich selten diese Zweifel oder Gedanken gehabt, das alles (Stand heute) nicht schaffen zu können. Und das Leben hat mir in den 1000 Tagen auch ein paar heftige Dinge vor die Füße gelegt, die ein „Trinkgrund“ hätten sein können. Sowohl emotional hoch belastende – wie einen schweren Todesfall – als auch ein Festival mit einem „Trinkdruck“ von außen, der so heftig war, dass man auf mich einwirken wollte.

    Aber ich habe dem nicht nur „widerstanden“. Nein, das war meinerseits kein Widerstand, sondern einfach die klare und pure Überzeugung: Ich bin durch mit dem Zeug. Brauche ich nicht. Ich bin so, wie ich bin, total glücklich.

    Und das war so ein echt schönes Gefühl, dieses Selbstverständnis zu leben. Ich habe erst hinterher bemerkt, mit welchem Selbstverständnis und Bewusstsein ich Nein gesagt habe.

    Das war eigentlich die Geschichte der 1000 Tage, die ich erzählen wollte. Gleichzeitig bin ich auch sehr dankbar, dass ich so den Absprung geschafft habe und was es mir ermöglicht. Auch wenn das Leben nicht immer rosarot ist.

    Ich denke, man muss intensiv auf sich selber gucken. Ein ehrlicher Blick in den Spiegel und dazu die Frage: Würde so etwas wie der Weihnachtsmarkt meine Souveränität einschränken? Lautet die Antwort Ja, dann geht man vielleicht erst nächstes Jahr. Lautet die Antwort Nein, sollte einem Besuch nichts im Wege stehen.

    Ich möchte auch einmal die andere Seite beleuchten: Ich war früher der festen Annahme, dass sich so etwas wie ein Weihnachtsmarkt immer um das Gelage dreht. Dabei habe ich festgestellt, dass ich das Gelage gesucht habe, nicht andersherum.

    Es stehen heute noch dieselben Leute dort, vermutlich am selben Glühweinstand, mit denselben Mustern. Die Frage ist: Habe ich den Impuls, mich dazuzustellen (der fadenscheinige Grund sind ja häufig die 'sozialen Kontakte'), oder gehe ich zur Bude mit dem Schmalzkuchen und halte mich da auf?

    Meine Erfahrung ist, dass sich mein GRUND geändert hat, zum Weihnachtsmarkt zu gehen. Ich möchte dort präsent sein, weil ich die Atmosphäre mag, aber nicht, damit ich dort Glühwein kippe.

    Das ist mein Schalter und meine Überzeugung. Natürlich gibt es Pflichttermine wie das berühmte Weihnachtsessen, da wäre es sonderbar, wenn ich nicht käme. Aber die Entscheidung ist ja nicht, ob ich überhaupt komme, sondern ob ich früher gehe, wenn die anderen eskalieren.

    Ich habe meine Abstinenz relativ schnell und hart im sozialen Kreis bekanntgegeben und vertreten. Aber nicht mit der Begründung, dass ich ein Problem habe (oder hatte), sondern als bewusste Entscheidung für eine neue Lebensweise. Alle wissen: Kogge geht in der Woche um 21 Uhr ins Bett und am Wochenende um 21:30 Uhr.

    Denn Kogge hat einen Grund: Er steht früh auf und beginnt seinen Tag mit Yoga und Sport. Klar gibt es da einen Spruch, wenn ich mich verabschiede: „Na Kogge, morgen früh raus und wieder in den Keller?“ Meine Antwort ist dann: „Ja, wer Ziele hat, muss dafür arbeiten.“

    Ich habe mir angewöhnt, meine „Ausreden“ anders zu framen – denn es sind keine Ausreden mehr, sondern eine Lebenseinstellung. Ich gehe früher, weil ich etwas anderes vorhabe, anstatt mich zu entschuldigen, dass ich nicht mehr möchte oder müde bin.

    Ich sage nicht „Ich muss ins Bett“, sondern „Ich bin morgen ganz früh verabredet“ (mit mir selbst). Das sind Momente wie dieser hier: Ich sitze seit 6 Uhr morgens hier und schreibe (weil ich schreiben will).

    Was ich sagen möchte: Ich habe IMMER eine soziale Legitimation für mein Verhalten. Ich brauche keine Ausrede zu erfinden, weil ich ein ZIEL habe. Und genau dieses Verhalten sorgt mittlerweile für Respekt bei den Leuten und nicht für Ablehnung. Im Gegenteil, ich bekomme oft sogar Komplimente dafür, statt mich für mein eigenes Verhalten entschuldigen zu müssen.

    Das ist Arbeit, sich so ein Verhalten anzueignen. Aber so komme ich gesellschaftlich aus der „Opferrolle“ raus in eine „aktive, legitime Handlungsrolle“.

    Versteht ihr, was ich meine? Deswegen sage ich ja immer: „Nur nicht mehr trinken“ reicht nicht. Man muss das leben. Aber da einen Ansatz zu finden und ein Ziel – das ist nicht so leicht, das gebe ich vollumfänglich zu.

    Ein Freund von mir hat vor einiger Zeit bei sich festgestellt, dass sein Alkoholkonsum vielleicht zu viel sein könnte. Ihm geht es körperlich nicht so gut und er macht sich ein bisschen Sorgen. Er hat schon viel versucht – weniger trinken, Gewichtsabnahme etc. –, ist aber immer gescheitert.

    Ich hab ihm dann ein bisschen erzählt, wie ich das mache, und einiges hat er sich abgeguckt. Auch mit Erfolg. Aber im Moment stagniert er wieder und macht Rückschritte. Er hat mir das auch erzählt, gleichzeitig konnte ich ihn bei einem Treffen mit Freunden neulich gut beobachten und hab ihm das auch gesagt:

    Er sucht den „Sweetspot“. Ein bisschen besser essen hier, ein bisschen mehr Sport da. Dafür dann aber am Wochenende „kein Verzicht“, sondern anstatt 10 Bier sind es dann „nur“ 7. Also nichts Konkretes, nichts Fassbares, sondern immer so auf der Grenze, ohne sich endgültig zu entscheiden: „Was will ich nun?“

    Man könnte es „versuchtes, kontrolliertes Trinken“ nennen. Ich sage ihm das nicht so direkt und vermeide es, ihm ein Alkoholproblem zu attestieren – da muss er selber drauf kommen. Aber in seinem „Projekt“ IST genau DAS seine größte Baustelle. Punkt. Er sieht es nur (noch) nicht bzw. will es noch nicht sehen.

    Also wie gesagt, ich hab ihm das jetzt gesagt und ich bin gespannt, was er daraus macht. Ich kenne ja beide Seiten, weiß, wie man sich da fühlt... mal gucken.

    Jetzt bin ich abgeschweift. Egal.

    Guten Morgen,

    ich wollte euch einmal auf dem Laufenden halten: Ich habe mir professionellen Rat bezüglich meines Skripts geholt. Es brennt mir sehr auf den Fingern, die Zeilen und die Gedanken, die in mir sind, herunterzuschreiben und sie dann auch sehr gerne euch direkt zu lesen zu geben. Aber das Problem ist, dass ich mit dem Konzept einfach viel zu nahe an der Realität bin, was in der Tat rechtlich schwierig werden könnte.

    Von daher bin ich jetzt dabei – und auch schon ziemlich weit –, die Ereignisse tatsächlich 1:1 als Biografie aus der „Point of View“-Perspektive herunterzuschreiben. Das ist dann mein endgültiger Verarbeitungsprozess.

    Aus diesem Rohstück wird dann wohl ein Roman entstehen, den man dann natürlich an die Öffentlichkeit geben kann. Das ist dann rechtlich sauber, gleichzeitig gibt es mir noch die Möglichkeit, einige Szenen und Erlebnisse hinzuzufügen, die ich sonst „in meinem Namen“ auch nicht beschrieben hätte. Aber meine Figur darf das dann erleben und ich kann die Realität mit der Fiktion schön verschwimmen lassen.

    Ich freue mich da ehrlich gesagt sehr darauf, ich habe schon einige Beispielszenen geschrieben, die sich sehr gut anfühlen. Und mit dem zweiten Schritt – einer Romanfassung – kann ich schön die Waage halten zwischen ehrlicher Biografie, pur, nah, emotional, aber ohne Gefahr, in eine Abrechnung zu rutschen.

    Denn, wie ich oben geschrieben habe, es soll ein gutes Ende haben. Aber auf dem Weg kann ich den Ritt in den Sonnenuntergang ein wenig bunter zeichnen, als er in der Realität wäre.

    Witzig ist dabei allerdings: Könnt ihr euch an den Prolog erinnern? Ich schrieb damals schon:

    Zitat

    "Ich drücke auf den Knopf und warte. Es rauscht und ein Takt im Rhythmus von 45 Seiten pro Minute lässt mich fast 10 Minuten vor dem großen, schwarzen Gerät stehen und spuckt aus, was die letzten drei Monate gänzlich mein Leben bestimmt hat. Seite für Seite legt sich auf einen Stapel, der langsam immer höher wird. Bis ich schlussendlich die erste Kopie in der Hand halte: 389 Seiten Papier, voll bedruckt mit Worten, die sich wie ein Rausch in den letzten Wochen von alleine aus meinem Kopf, über die Hände auf das virtuelle Papier ergossen haben."

    Dieser Einstieg war gar nicht auf das vor mir Liegende bezogen, sondern auf ein Skript, das ich längst fertig habe und das gerade (zusätzlich) bearbeitet wird.

    Und damit schließt sich anscheinend gerade ein Kreis, dessen Grundstein ich mit den ersten Zeilen gelegt habe. Ich hatte da schon das Gefühl, dass der Prolog nicht so richtig passt, aber dieses Mal passt er wie die Faust aufs Auge.

    Ah, ich freu mich echt drauf. Wenn die letzten Jahr(zehnte) und auch der f**** Alkohol im Endeffekt dafür sorgen, dass etwas entsteht, was Menschen berührt, ja dann kann ich auch wirklich zufrieden sein.

    Ich denke ja immer schon zwei Schritte weiter – wenn es in der Tat kein Verlag haben wollen würde (es gab ja schon den Tipp der Selbstverlegung/Self-Publishing), werde ich es selbstständig als Hörbuch einlesen und kostenfrei über gängige (Video)plattformen einstellen. Da ich in meinem Bekanntenkreis professionelle Sprecher habe, ist die Expertise gesichert.

    Ich danke euch ehrlich gesagt für diesen krassen Impuls, der entstanden ist. Eigentlich wollte ich nur meine 1000 Tage feiern und jetzt kommt sowas.

    Aber da muss ich wieder mein Lieblingszitat aus der Schublade holen, ein Satz, der sich immer und immer wieder bewahrheitet:

    „Es ist eine gefährliche Sache, Frodo Beutlin, vor die Tür zu gehen. Du weißt nie, wohin dich deine Füße tragen.“

    Ich habe genau das Gegenteil durch. Was für einige wie Urlaub klingt, kann für andere schwer belastend sein: Bore Out. Und paradoxer Weise an einer Stelle, wo andere in ein Burn Out geraten, starb ich an Unterforderung, teilweise auch ausgelöst durch Willkür, die ich nicht beeinflussen konnte.
    Das BoreOut hatte ich schon, als ich noch trank, da viel es aber (mir) nicht so auf, weil ich anderweitig beschäftigt war, mit mir und der Sucht. Dann, als ich nüchtern wurde und die Klarheit kam, war ich der Langeweile bei über 43 Stunden in der Woche schutzlos ausgeliefert und war erst einmal schwer verzweifelt.
    Das ging hin bis zu einer Kündigung die ich ausgesprochen hatte, aber wieder zugenommen habe, weil ein einen kleinen Impuls auf der Arbeit gab, den ich Vertrauen geschenkt habe.
    Aufgrunddessen habe ich mir dann, aus eigenem Antrieb, professionelle Hilfe gesucht und angefangen MEIN Verhalten komplett umzudrehen. Ich habe mich quasi neu erfunden, von Grund auf.

    Und siehe da, es funktioniert, ich konnte Veränderung herbeiführen, meinem Tag einen Sinn geben und mittlerweile mache ich die Sachen auch wieder gerne.

    Wichtig war: Das ich außerhalb der Arbeit sehr erfüllt bin, und das bin ich, aber auch durch extrem viel Veränderung und neuer Struktur.

    Ich weiß nicht, Emily, ob Dir das weiterhilft, aber in der Tat ist es so, Veränderung fängt bei sich selbst an. Und, wie ich festgestellt habe, "nur" nicht mehr trinken, hat nicht ausgereicht.

    VG!

    Ich wollte die Entscheidung kurz erklären:

    Ich habe beim Schreiben des Kapitels, was hier noch gar nicht "erschienen" ist, gemerkt, das es enorm schwierig ist, traumatische Erlebnisse so zu erzählen, dass nicht eine Branche diskreditiert wird. Und, was soll ich sagen, es gab auch klare Missstände.


    Ich möchte dazu mal einen Vergleich herholen: Glaubt jemand ernsthaft, dass in Corona in Altenpflegeheimen unter den Umständen die herrschten, alle Bewohner des Heimes immer wertschätzend behandelt worden sind??. Meine eigene Großmutter war da ein Beispiel, der es garantiert nicht sonderlich gut ging. Und das wird in der Gesellschaft doch gar nicht aufgearbeitet.

    Es gibt in der Pflege (leider) einfach klare Missstände, aber wir decken alle den Mantel des Wegguckens darüber.

    Und dann steht man da, über 20 Jahre später, und merkt, dass es trotz starker Verfremdung schwierig ist, so eine Anklage zu erheben. Auch wenn sie notwendig wäre.
    Aber meine eigene Ohnmacht darf nicht dazu führen, dass man daraus eine pauschale Abrechnung mit dem System ableiten könnte.

    Und das ist nicht so leicht. Gerade im Bereich Zivildienst sind "früher" junge Menschen schwer am Rande ihrer Belastbarkeit eingesetzt worden. Man war damals noch gar nicht so aufgeklärt und hat die Leute begleitet oder das Leben reflektiert.

    Mich hätte man ab einem gewissen Punkt unbedingt aus dem Dienst nehmen müssen, ich habe klar Anzeichen von maximaler Überforderung gezeigt. Es kommen ja noch ein paar Erlebnisse, die wirklich so gravierend sind, dass sie traumatisieren, dennoch aber Alltag in der Pflege sind.

    Und da ist es echt schwer: Schreibe ich ein Lobgesang auf die Pflege, und stelle mich persönlich als "inkaufzunehmendes Opfer" da - Kogge war zu schwach- oder hatte das System ein echtes Problem oder diese Einrichtung insbesondere?

    Was ich gerade ganz klar merke ist, dass ich hier an einem Punkt angekommen bin, dass ich ein ganz wichtigen Text schreibe. Und zwar einen Text, der das Potential hat, eine ganze Branche ist das Licht der Öffentlichkeit zu rücken und klar die Frage zu stellen: "Wissen wir eigentlich, was hinter den Türen passiert? (passiert ist?) Wollen wir das eigentlich wissen?"

    Eigentlich ist mein Gedanke, eine Art "Rise of the Phoenix" Geschichte zu schreiben, was es im Endeffekt auch ist. Aber ich bemerke, es geht um viel mehr, als um das Erleben eines Einzelnen.

    Ihr habt ja bemerkt, wie mir alles aus den Finger "gerollt" ist und das hat auch alles seine Berechtigung. Nur muss ich gucken, dass ich wirklich ganz klar in der POV bleibe und in meinen persönlichen Eindrücken und Emotionen.

    Aber, und das ist wiederum die gute Nachricht, da ich genau vor dieser Herausforderung stehe, gibt es mir enorme kreative Freiheit, mit der ich vorher nicht gerechnet habe. Somit kann ich manche Dinge in einen anderen Kontext setzen, sie vielleicht doch erzählen, aber so, dass sie gleichzeitig "Unterhaltung" aber auch Biografie sind.

    Ich habe Ostern schon ein Buch geschrieben, einen fiktiven Roman, der gerade im Lektorat ist bzw. hier liegt und an ein paar Stellen überarbeitet werden muss. Das ist eine ganz andere Nummer, sich eine Geschichte zu "erträumen", als eine reale Geschichte zu erzählen.

    Der Prozess bleibt aber spannend, und ich freue mich auf die Arbeit. Denn, im Endeffekt wird alles gut. Es geht ja um mich als Menschen und nicht als Anklage gegen etwas. Und da muss ich den feinen Stift ansetzen, der das klar Brücksichtig, und eine wichtige Geschichte, die aufrütteln soll, mit einem guten Ende versieht.
    Aber was mir wichtig ist: Ein Nachhall muss dringend bleiben. Der Nachhall aber, darf nicht im Vordergrund stehen.

    Hallo Zusammen,

    wenn ihr euch wundert, dass die Texte weg sind, ich muss diese ein einigen Stellen ändern. Da dass nicht in dem Thread geht, habe ich mit AmSee besprochen, dass der Thread erst einmal runtergenommen wird und ich eröffne dann einen neuen.

    Vielen Dank an dieser Stelle für´s zulesen und bis in Kürze!

    Hallo Am See,

    Danke für deine Sorge, aber ich kann ganz selbstbewusst sagen, dass ich mir keinerlei Sorgen mache, was das Schreiben dieser Zeilen mit mir macht, ich habe genug Distanz aufgebaut und kann das ganz klar trennen.

    Das Schreiben dieser Zeilen ist ein "es muss zum letzen Mal raus und dann ist gut", zudem sehe ich darin auch einen literarischen Ansatz, der mir die nötige Distanz gibt, das Erlebte gleichzeitig auch als Geschichte zu sehen, ohne Sorgen zu haben, einen Flashback zu erleben.

    Und das stärkste Zeichen für meine Stabilität ist, dass ich das Schreiben KANN. Das Schreiben ist bei mir kein Hilferuf, sondern wirklich kreativer Output. Wenn ich einen "Schreibflash" habe, dann ist das ein Zeichen, dass es mir unheimlich gut geht. Wenn es mir nicht gut geht, bin ich blockiert und bekomme gar nichts zu Papier. Und so doof das klingt: Mir macht es Spaß das zu schreiben.

    Aber, das kommt noch dazu, ich bin professionell aufgestellt, ich habe ein Leben, das ich unheimlich gerne mag und eine sehr positive Sicht auf die Zukunft. Zudem einige Erfahrungen in naher Vergangenheit, die ebenfalls schwer belastend waren, die ich aber souverän gemeistert habe.

    Also von daher, mach dir bitte keine Sorgen, aber ich danke dir für den Gedanken!

    Vielen Dank, das freut mich zu hören. Es fällt mir ehrlich gesagt gleichzeitig sehr leicht das aufzuschreiben, gleichzeitig ist es aber auch schwer, weil mir manche Bilder sehr weh tun.
    Was hier passiert und womit ich nie gerechnet habe, dass das so entsteht, ist quasi eine visuelle Kamerafahrt durch meine Erinnerungen. So tief war ich noch nie in diesem Rabbit Hole – außer zu der Zeit des Erlebens. Ich kann das gar nicht so richtig beschreiben, es ist "bitter-sweet"?

    Gleichzeitig stelle ich mir die Frage, ist es eigentlich richtig, das alles so explizit aufzuschreiben, das ist schon ein enormer, tiefster, intimer Einblick in mich selber und ich weiß ja noch was kommt und vor mancher Stelle hab ich regelrecht Angst.
    Auf der anderen Seite, und damit löse ich diese Angst wieder auf, weiß ich ja schon wie die Geschichte zu Ende geht – gehen könnte. Und ich muss sagen, ich freue mich einfach sehr, nun die Stärke zu haben und das alles zu "Papier zu bringen", gleichwohl sehe ich es als wichtig an, dass diese Geschichte erzählt werden sollte.
    Ja, ich bin an Kapitel 6, aber ich plane die Kapitel und die Texte nicht, oder bereite sie vor. Was hier steht ist quasi 1:1 so aus meinen Fingern, ohne Lektoriat etc, von einer rudimentären Rechtschreibprüfung mal abgesehen.
    Also von daher, kann es sein, dass sich mal was doppelt, oder nicht ganz ausbalanciert ist, aber dafür ist es ungeschminkt.

    Dann, bis später!

    Hi,

    der Gedanke von "Am See" einen parallelen Faden aufzumachen, für den Austausch miteinander, sodass meine "Literarischen Ergüsse" in einem Strang laufen, finde ich gut. Vielleicht ist es möglich, dass ein Mod die Kommentare aus dem "Rückblick" Thread hierher zieht? Und vielleicht den "Rückblick" Thread auch umbenennt in "Kogges Reise"? Das wäre total lieb.

    Wenn ihr Anmerkungen zu meinen Texten habt, oder Rückfragen, stellt die gerne. Das ist eine spannende Reise, die sich aus dem ursprünglichen Gedanken, einen kurzen "1000 Tage Rückblick" zu schreiben, entwickelt hatte. Ursprünglich wollte ich euch von einem Festival erzählen, welches vor ein paar Monaten stattgefunden hatte und das in meinem Kopf noch mal ganz klar zementiert hat, wie sau wohl ich mich fühle, so wie ich mich fühle. Auf dem (Techno) Festival war ich über mehrere Stunden einem heftigen "Saufdruck" ausgesetzt. Also nicht, dass ich Druck gehabt hätte, sondern der Druck wurde auf mich ausgeübt, und zwar teilweise schon übergriffig.

    Und ich war sehr stolz darauf, diesem Druck nicht nur widerstanden zu haben, sondern WIE ich dem Druck widerstanden habe, in einer absoluten Souverät. Und zwar nicht als "nicht mehr trinkender Mensch", sondern einfach als jemand, der sich ein komplett neuen Lifestyle zugelegt hat.

    Als dann der eine, massive "Saufdrucktreiber" nahezu ohne Kontrolle über das Gelände torkelte und seine Frau vor mir fast auf den Rasen erbrach, musste ich doch schmunzeln. Klingt gemein, aber während die beiden genötigt waren das Gelände zu verlassen, bin ich in die erste Reihe gegangen (mit Stöpseln in den Ohren) und habe gefeiert.

    Und das Erlebte auf dem Festival bekommt dann noch einmal eine besondere Note, wenn ich mich jetzt dazu noch einmal der ganzen (von mir gefühlten) Brutalität der Vergangenheit stelle, indem ich quasi als Treibholz der Strömung des Alkohols ausgeliefert war. Und zwar, ihr werdet die Analogie verstehen, immer weiter in Richtung Wasserfall oder Klippe.

    Aber so blöd das klingt, es ist schön, noch einmal durch die tiefen Täler meiner Vergangenheit zu gehen. Nicht, weil das Erleben so toll war, im Gegenteil, aber zu erleben, was es JETZT mit mir macht, wenn ich so explizit darüber schreibe. Das tut an manchen Stellen echt weh und lässt mich in keiner Weise kalt, in dem Augenblick, in dem ich das tippe, aber wenn ich den Deckel des Laptops zumache, liegt die Geschichte hinter mir und berührt mich nicht mehr. Das ist wie ein Film, den man ausmacht, und dann verlässt man das Kino und geht anschließend über den Weihnachtmarkt, wie selbstverständlich.

    Und dieses Erleben, so interpretiere ich das, zeigt ja nach meiner Interpretation, wie gefestigt man ist. Und das ist eigentlich auch die Intention, warum ich das teile, eigentlich als "Mutmachgeschichte."

    So long! Kogge

    Ich habe deinen Beitrag gelesen. Weiß aber ehrlich gesagt gar nicht was ich dazu sagen soll.

    So blöde das klingt, aus der Autorensicht ist genau dass die Reaktion, die ich mir von der Leserschaft an dieser Stelle erwarten / erhoffen würde. Ich bin allerdings ernsthaft am überlegen, das Projekt hier einzustellen, ich muss da noch einmal drüber nachdenken. Also die Geschichte werde ich schreiben, aber ich weiss nicht ob das hier der richtige Ort ist, die Stück für Stück hier zu veröffentlichen und ggf. in die Situation zu kommen, darüber diskutieren zu müssen.
    Denn, was ich schreibe, ist pure Biografie. Es ist halt wie es ist, bzw. war und ich steckte als junger Mensch mitten drinnen. Und es hat nachhaltigst mein Leben geprägt.
    Und es würde mich wundern, wenn jemand die Geschichte "gut" finde würde, also gut im Sinne von Unterhaltung. Eigentlich haben wir pures, verstörendes Drama aus der Realität. Nichts, worauf man stolz sein kann, aber etwas, was einfach so passiert ist. Und ich war damals einfach wehrlos.

    Das dramatische ist, das Schicksal dieser Kinder hat im Endeffekt mein Leben über Jahrzehnte hart beeinflusst. Krass gesagt, habe ich dort meine Seele gelassen. Es gibt einfach Dinge, für die ist man einfach nicht bereit. Umso mehr habe ich einen höchsten Respekt für Menschen in Pflege allgemein und gerade in solchen Bereichen, die der Öffentlichkeit eigentlich komplett unbekannt ist.

    Von daher ist es vielleicht umso wichtiger, diese Geschichte zu erzählen, es ist glaub ich mehr als "nur eine Geschichte über Alkoholmissbrauch".

    Ich muss das nochmal sacken lassen, aber ich bin sehr froh darüber, angefangen haben zu schreiben. Das ist vielleicht das wirklich gute an 1000 Tagen Abstinenz, dass ich jetzt stark genug bin, um nochmal in diese Erinnerungen einzutauchen. Dieses Mal aber ohne Angst.

    Vielen Dank.

    Das Schreiben dieses "Rückblicks" artet anscheinend doch weiter aus, als ich das jemals für möglich hielt. Anscheinend hat mich die "Muse geküsst" und ihr seid live dabei 😂

    Wo das Ganze hinführt, weiß ich jetzt selber nicht. Im März diesen Jahres hatte ich schon einmal so einen "Flash", der dann dazu geführt hat, das ich einen fast 400 seitigen Roman aufs Papier gebracht habe - das Buch, um das es im Prolog geht.
    Allerdings hat der Roman in keiner Weise was mit Alkohol zu tun, sondern ist ein ziemlich tiefer und komplexer Thriller. Das Ding liegt aber gerade auf "Hold" weil ich an einer Stelle festhänge, die ich nach dem Lektorat dringend überarbeiten will. Ist aber nicht so einfach.

    Anyway, dieser Text hier ist komplett autobiografisch und von daher auch sehr sensibel- gleichzeitig kribbelt es in den Fingern das Ganze einmal zu Papier zu bringen.
    Ich hab so das Gefühl, wenn ich die Timeline in meinem Kopf durchgehe, das könnte ziemlich lang werden. Ich bin jetzt schon bei 10 A4 Seiten und habe noch nicht einmal angefangen ;)
    Und so schwanke ich gerade ob ich quasi ein Live-Manuskript veröffentliche oder erst einmal alles runter schreibe. Zumal ich schon im Hinterkopf habe, auch mit Buch 1, zu versuchen damit an die Öffentlichkeit zu gehen- wenns dann mal so fertig ist, dass man es einem Verlag vorlegen könnte.

    Gleichzeitig ist es reizvoll - reizvoll, ein komisches Wort in dem Kontext, live Feedback zu bekommen. Versteht ihr mein Dilemma?

    Was ich auf jeden Fall ausschließen kann, als ich mich hier angemeldet habe, um eigentlich mal ein Rückblick auf 1000 Tage ohne Stoff zu geben, dass ich ein Jubelmanifest in Kombination mit den Hinweisen auf die Hürden dabei runterschreibe. Aber ich fühle das nicht, das ist viel mehr. Das ist eher so, wenn die Geschichte jetzt einmal erzählt ist, dann ist auch endgültig an allem ein Haken dran.

    Deswegen schwanke ich gerade so hin und her. Wie ich oben schrieb, ich bin mitten auf den Wellen, in voller Fahrt Richtung Hafen ;)

    Okay, ich schick dir hier mal ab und poste euch mal das Skript bis zum aktuellen Stand, dann muss ich mal überlegen.

    Ich habe den Prolog und Kapitel 1 schon wieder umgeschrieben, deswegen "lohnt" es sich, ggf. von vorne zu lesen.

    Das hört sich positiv an. Gehst du deinen Weg alleine ohne Austausch in einer SGH? Oder bist du in einer realen Gruppe?

    Mir war ein Austausch mit Selbstbetroffenen sehr wichtig und hat mir viel gebracht.

    Ich habe alles alleine gemacht, aber in der Tat bin ich aktuell jetzt auch dabei, die ganze Geschichte noch einmal professionell aufzuarbeiten. Und diese Aufarbeitung ist gerade der Impuls bzw. das Hemmnis, in die Rückblende zu gehen. Wobei ich, denke ich, gerade einen guten Einstieg gefunden habe, nachdem ich die ganze Zeit gesucht habe.

    Kogge

    Hmm. Irgendwie scheint die Kogge ja auf Grund gelaufen zu sein. Du hast positives Feedback erhalten für dein Vorhaben und jetzt nach Tagen ist noch Leere. Hast du überraschend ein Schweigegelübde abgelegt? Ein paar klärende Worte von dir wären ganz gut.

    Brant

    Da dieser Rückblick für mich kein beiläufiger Kommentar ist, sondern – wenn auch anonym – ein Stück Identität und ein ehrlicher Einblick in meine Gefühlswelt, wähle ich meine Worte mit Bedacht. Ich weiß, Geduld ist im Netz nicht immer die größte Tugend – doch manches will eben reifen, bevor es geteilt wird.
    Um es mit deinen Worten zu sagen: Ich bin in keiner Weise auf Grund gelaufen. Ich segle weiter hart am Wind, durchpflüge scheidig die Wellen – und suche noch den passenden Hafen, um anzulegen und von meiner Reise zu erzählen.
    Manche legen schon nach dem ersten Wellengang an und nennen das dann Erfahrung. Ich warte lieber, bis die Geschichte auch trägt. Und hätte ich voreilig angelegt, um impulsiv zu erzählen, wäre mir ein kleines Abenteuer entgangen – eines, das nun Teil dieser Reise ist.

    Danke für die Geduld.

    Hi,

    ich bin Kogge, 47 Jahre. Vor jetzt fast exakt 1000 Tagen habe ich für mich den Entschluss gefasst, mein Leben zu überdenken und einen Neustart zu wagen. Was mir für einen Neustart über Jahren im Weg stand, war der Alkohol, der sich viel tiefer in mein Leben gebrannt hatte, als ich es zugeben wollte. Bis ich eines morgens aufstand und beschloss, jetzt ist Schluss.

    Ich habe die Abstinenz selber durchgezogen, - was nicht zwingend vernünftig war -, aber bis heute erfolgreich. Ich habe während dieser Zeit viel im Netz gelesen, ich war also an vielen Stellen "stiller Partizipant" des Austausches.
    Und mir kam der Gedanke, nach 1000 Tagen Jubiläum, das einmal zurückzugeben und einen Rückblick zu schreiben, um vielleicht anderen, stillen Leser- natürlich auch aktiven Lesern, einen Rückblick zu gewähren. Vielleicht mag der eine oder die etwas daraus für sich ziehen.

    Das war an dieser Stelle meine Vorstellung. Sagt gerne Bescheid, wenn Euch meine Geschichte interessiert und ich etwas beitragen kann.

    VG,

    Kogge