Beiträge von Erna

    Hallo liebe Helga,

    Die Auslöser meiner Rückfälle waren andere, das werde ich später mal versuchen auseinanderzuklamüsern,

    Ich war nicht immer sofort wieder bei 100%, aber oft kam dann der komische Gedanke, dass das gut geklappt hätte und die Gefahr gebannt ist. Und dann hat sich noch eine Situation ergeben und noch eine und dann war das lange Wochenende und zu Hause, Garten... es finden sich ja so viele Gründe.

    der Rest gleich.

    Was tust du, um am Ball zu bleiben?

    LG Erna

    Guten Morgen ,

    Es freut mich die Veränderungen zu sehen die hier zwischen deinem ersten und deinem letzten Beitrag zu finden sind. Es sind ja wertvolle Erfahrungen den Unterschied zwischen nüchtern und betrunken sein zu spüren und zu erleben.

    ja, das ist irgendwie erstaunlich dass es so schnell ging.

    Aber ich bin weit davon entfernt zu denken, dass ich es jetzt habe und nichts mehr brauche. Das einzige, was ich habe ist, dass es sich nicht völlig unnormal und neu anfühlt, nicht zu trinken. Und dass ich theoretisch einige Dinge weiß. Aber das ist ja schon was.

    Nichtsdestotrotz denke ich gefühlt 100 mal am Tag an Alk, zwei Seelen ach in meiner Brust....naja, kennt ihr alle, den ständigen Widerstreit....

    Mir wird eher nicht der Leichtsinn gefährlich, sondern die Bequemlichkeit. Ich lasse irgendwann nach, in der Auseinandersetzung mit dem Thema.

    LG und einen entspannten Tag wünscht Erna

    Lieber Paul,

    als erstes schoss mir die Frage durch den Kopf, weshalb du dich an der "Geheilt"Sache so festbeisst. Weshalb ist es dir so wichtig, dass und ob du geheilt bist, bzw. dich so bezeichnen kannst?

    Und was bedeutet denn für dich geheilt? Wenn es aufgehört hat, dass die Gedanken ständig um Alk kreisen? Wenn der Suchtdruck weg ist oder nur noch in Ausnahmefällen auftritt, man aber sonst ein völlig normales Leben führt? Wenn man wieder in gesundheitlich akzeptablen Maße trinken kann? Wenn die Sucht weg ist? Wann ist die Sucht weg? Und wann ruht sie nicht nur in dir?

    Für mich würde geheilt bedeuten, dass die Sucht weg ist und ich wieder "normal" trinken kann, und da bin ich überzeugt, dass es nie funktionieren wird.

    Wenn es allerdings nur darum ginge, dass ich fast nie an Alkohol denke, dann wäre ich wohl in ein paar Jahren geheilt.

    Es wird mir suggeriert, mir, als nun mal süchtig gewordener, das hört nie mehr auf, dieser Suchtdruck, den man gerade am Anfang sehr stark verspürt, bleibt für immer.

    Für immer müsse ich auf der Hut sein, denn ich bin ja süchtig, nicht heilbar! Das erzeugt noch mehr Unsicherheit, Stress, Druck, zu mal muss ich mich bei vielen, nicht allen (!), bekennen und werde immer mit "lebenslang" konfrontiert ... das trägt doch alles andere als zu Entspannung bei ... und genau diese Entspannung ist doch fundamental wichtig, dem Alkohol gelassen entgegen zu sehen, eben keine Angst, Furcht, Unsicherheit, Zweifel zu haben, vor ..."nie geheilt".

    Aber ich vermute, auch in vielen Jahren werde ich Momente habe, in denen ich Lust habe, mich zuzuschütten. Kann ich natürlich nur vermuten, weil ich ja noch nie so lange nüchtern war. Aber ich habe zum Beispiel heute noch, nach bald 20 Jahren, manchmal Einschläge, in denen es mich nach Heroin giert. Aber es ist leicht geworden, dem zu widerstehen.

    Es macht also durchaus Sinn, immer auf der Hut zu sein....aber man kann ja auch einfach das "auf der Hut sein" durch "entspannt Achtsam sein" ersetzen, dann klingt es nicht mehr so böse und ist doch das selbe.

    Für mich war es wichtig, mit dem "lebenslang" konfrontiert zu werden. auch wenn es Angst machte. Aber es musste mir bewusst werden. Hatte und Habe sowieso ständig mit Alkoholrechtfertigenden Gedanken ala "irgendwann kannst du es kontrollieren" zu tun. Würde mir das dann noch jemand bestätigen....die Entspannung kam irgendwann von allein, aber damit ging auch die Achtsamkeit und ich wurde wieder rückfällig. Also...für mich ist ein gewisser Druck ganz nützlich...

    Zusammenfassend möchte ich nochmal sagen, dass ich für mich sehe, dass ich niemals vollständig geheilt sein werde. Die Sucht wird immer irgendwo in mir sein. Und wahrscheinlich wird sie auch immer mal wieder leise anklopfen. Und wenn ich Stoff dazu gebe, wird sie wieder voll erwachen.

    LG Erna

    Guten Morgen....

    1 Woche geschafft und so langsam komme ich wieder in Spur. Erste positive Auswirkungen sind, dass ich gestern endlich mal wieder einigermaßen fit und mit Freude bei der Arbeit war und dass das Kind wieder normal mit mir redet.

    Es lag ein gewisser Zauber über diesem Projekt Abstinenz.

    Diesen Zauber habe ich in meinem ersten Abstinenzversuch auch wahrgenommen. Alles war neu und aufregend und geprägt von Unsicherheit.

    Gerade aber fühlt es sich fast wieder normal an, keinen Alkohol zu trinken. Kein Zauber, nichts Neues, aber immer noch ein wenig Resignation und Frust über mein Scheitern. Darüber werde ich früher oder später hinwegkommen. Und ich starte nicht bei Null. Ich weiß grundsätzlich, wie es funktioniert. Jetzt also aufstehen und da weitermachen, wo ich aufgehört habe. Aber schön langsam, denn ich neige auch dazu.....

    Bei meinen Anfängen wollte ich immer alles gleich aufeinmal und das sofort

    Werde dann unruhig und getrieben und am Ende frustriert....

    Ich würde gerne mehr schreiben, aber gerade schlug mein Gefühl um und es erscheint mir plötzlich alle Kommunikation sinnlos. Alles ist bereits vielfach durchdacht und beredet. Ich müsste alles wissen und alles nochmal durchzukauen macht keinen Unterschied.

    Dann also ein anderes Mal weiter....

    Schönen Tag euch und LG....Erna

    Hallo,

    heute wachte ich völlig durch den Wind auf. Torkelte ins Bad...den Vormittag über Schweißausbrüche, zittrig, leichte Übelkeit. Dabei ist heute schon Tag 6. Hatte das beim letzten Mal auch und hatte da überlegt, ob sich der Entzug an die Trinkfrequenz angepasst haben könnte und daher verspätet einsetzt. Aber dann hätte er jetzt früher einsetzen müssen. Wahrscheinlich ist es eher psychisch. Das Hirn möchte unbedingt mitteilen, dass es dringend den Zeitpunkt für den nächsten Rausch gekommen sieht. Oder es sind nur erste Anflüge der Wechseljahre...egal, ich hab den Arbeitstag heute herumbekommen und nach einem Mittagschläfchen geht es mir jetzt wieder ganz gut.

    Stilles Wasser t und Bighara und auch ihr anderen....im Prinzip weiß ich genau was ihr meint. Und ich weiß auch, dass ihr vollkommen recht habt mit dem, was ihr mir da lasst. Das wusste ich auch bei meinen letzten Versuchen.

    Und ich frage mich, weshalb kann ich es trotz dieses Wissens nicht auf Dauer durchhalten? Ist mein Wille nicht stark genug? Muß der Tiefpunkt noch tiefer sein? Habe ich einfach nicht genug getan, um die Lücke die der Alk hinterließ, zu füllen?(Halte ich für sehr wahrscheinlich)

    Weshalb verblasst mein Wissen über die negativen Auswirkungen so schnell? Weshalb werde ich in ein paar Monaten nicht mehr daran denken, dass es mir heute so mies ging? Ein natürlicher Schutzmechanismus des Gehirns, negative Erinnerungen werden irgendwo versteckt ausgelagert. Die Lösung dafür scheint zu sein, sich stetig mit dem Thema Sucht auseinanderzusetzen. Ich beging leider den Fehler und lies nach in meinen Bemühungen. Besuchte nicht mehr regelmäßig die SHG, beschäftigte mich nur noch sporadisch in Gedanken mit der Sucht. So konnte die andere Stimme in meinem Kopf, die den Alk ins positive Licht stellt, wieder die Oberhand gewinnen.

    Meine Gedanken drehen sich im Moment im Kreis, durchdenke immer wieder die selben Dinge, komme aber zu keinem Ergebnis. Es fällt mir auch hier schwer, meine Gedanken sinnvoll geordnet aufzuschreiben.

    Daher möchte ich versuchen im hier und jetzt zu bleiben und erstmal kleine Brötchen zu backen. Mein Plan für die nächsten Tage: gesund essen um meinem Körper mal wieder etwas gutes zu tun; hier lesen und schreiben; annehmen, dass ich zur Zeit keine Lust habe, was zu machen; wenn ich doch Lust habe, am Mittwoch eine SHG besuchen; wenn ich doch Lust habe, etwas Sport oder Yoga machen.

    Ich möchte mich auch nochmal bedanken, für die Zeit, die ihr euch nehmt, um mir hier zu antworten und Tips auf den Weg zu geben. Und auch, wenn ich nicht direkt darauf antworte, ich nehme das in mich auf, muss aber alles erst verarbeiten. Wie geschrieben, habe ich im Moment Chaos im Kopf.

    So....erstmal LG von Erna, die sich jetzt nen Smoothie macht :)

    Guten Morgen,

    ich danke euch sehr für eure Antworten und Anregungen! Werde dass aber alles erst in Ruhe durchdenken müssen, bevor ich gezielt auf die Beträge antworte.

    Heute morgen vor der Arbeit nur so viel.....es geht mir bedeutend besser als gestern. Suhlte mich ja gestern ganz ordentlich in Selbstmitleid. Aber durch das Suhlen in meiner ganzen Misere, ist meine Motivation ein wenig erwacht. Und ich kann etwas nach vorne blicken. Die ersten Tage aushalten, dann wird es besser (das hatte mir auch jemand geschrieben). Und ich weiß ja, dass und wie es geht.

    Zum weitermachen werde ich mir etwas überlegen müssen. Aber das später....

    Ich dachte immer, der Satz "nur für heute" würde mir nichts bringen, dabei habe ich das unbewusst oft so gemacht...auch gestern.

    Mir ist gestern noch etwas klar geworden. Der Suff verschafft mir Frohsinn und Entspannung, aber er saugt mich auch aus. Er hat mich völlig ausgesaugt. Eine leere Hülle ohne Freude, Anteilnahme, Motivation, Trauer....ich bin weg.

    Verzeiht! Das ist alles sehr konfus....

    So, ich starte jetzt in den Tag, vielleicht finde ich ein Stück von mir wieder....

    Euch wünsche ich ein schönes Wochenende

    LG Erna

    Guten Morgen,

    super, jetzt kann ich hier auch antworten.

    Ich möchte mich erstmal für eure Antworten bedanken und versuchen, teilweise darauf einzugehen. Bin mir jedoch nicht ganz sicher, ob mir das gerade sinnvoll gelingen wird. Mir ist nämlich eigentlich eher nach jammern und Kopf in den Sand stecken.

    Ich schaffe das Ganze nämlich, wie man ja gesehen hat eh nicht und eigentlich will ich auch gar nicht abstinent sein. Nein! Ich will mich gelegentlich ganz gepflegt abschießen können! Der Gedanke "Nie wieder" ist furchtbar.....da hilft leider auch der Satz, nur ....

    Heute lasse ich das erste Glas stehen.

    ...., nicht viel. Denn ich weiß ja vom Kopf her, dass es nicht nur heute sein darf und das ich irgendwann wahrscheinlich so...

    Der Wirklichkeit völlig entrückt und dauerbesoffen .

    ....enden würde. Erst recht, da das Kind bald das Nest verlässt und mich damit nichts mehr bremst.

    vielen Dank für deine Vorstellung und herzlich Willkommen im Forum. Wie lange begleitet der Alkohol dich denn schon im Leben?

    Warum hast du mit dem Trinken angefangen und ab wann wurde es zu einem Problem?

    Das erste Mal Alkohol trank ich mit 14 und das war auch gleich ein Vollrausch. Und so gestaltete sich auch mein weiterer Konsum. Immer recht exzessiv. Später warf ich mir alles an Drogen ein, was ging, war Heroinabhängig, obdachlos, in der JVA....das wäre vermutlich auch noch weiter gegangen, jedoch entstand in einer Therapie das Kind und da war klar, dass ich mich zusammenreißen muss. Von da an waren harte Sachen tabu, aber Alkohol und auch Cannabis waren weiterhin meine Begleiter. Immer mal mehr und mal weniger, eher gelegentliche Totalabstürze als täglich.....irgendwie immer so kontrolliert, dass es für mich nicht wieder Richtung unten, sondern nach oben ging. Wahrscheinlich kann ich mir deshalb auch immer wieder vormachen, dass alles nicht so schlimm ist. Vor etwas über 3 Jahren beschloss ich nach einem besonders fiesen Absturz, dass es so nicht weitergehen könnte und war 1 einhalb Jahre abstinent. Nun ja, der Alkohol kam wieder aber immerhin konnte ich die Kifferei sein lassen.

    Aber von ganz unten, kann es nunmal nur aufwärts gehen und im Inneren bin ich mir sicher, dass nun das Plateau erreicht ist und es, wenn ich so weiter mache, nur noch bergab geht. In den letzten Wochen war das Kind wegen der Ferien nicht da, also konnte mich nichts mehr bremsen. Meinen Urlaub verbrachte ich täglich betrunken, den Rest der Zeit damit, mir alle 2-3 Tage nen Vollrausch anzueignen. Wenn ich das so nieder schreibe, bin ich mir sicher, dass ich diese Aussicht auf meine Zukunft, ziemlich abstossend finde und ich so nicht leben will.

    Der Alkohol erfüllt bei mir eine soziale Funktion und ich nutze ihn, um zu entspannen. Ich bin eher introvertiert, sehr selbstkritisch, im Umgang mit Menschen immer angespannt, mache mir viele Gedanken. Beim Trinken löst sich die Anspannung und ich finde mich endlich nicht mehr zum Kotzen. Hinterher dafür umso mehr.

    So, das schreiben hier führt gerade zu nichts, es gelingt mir nicht nach vorn und nach Lösungen zu schauen. Werde versuchen, nun erstmal den Tag herumzubekommen. Habe heute frei und mein Weg ginge jetzt zum Supermarkt...

    LG Erna

    Hallo an Alle,

    ich bin Mitte 40 mit einem Teenagerkind und startete vor etwas über 3 Jahren mehr oder weniger erfolgreich in mein Experiment Nüchternheit. Hatte in dieser Zeit 3 abstinente Phasen, von der die erste mit eineinhalb Jahren die längste war.

    Gerade habe ich wieder 2 Monate durchgesoffen, nicht jeden Tag, aber jeden 2 oder 3, quasi von Kater zu Kater und kotze mich selbst ziemlich an. Das Kind kotze ich auch an. Meine Leistungen bei der Arbeit lassen stark zu wünschen übrig, meine sozialen Kontakte gehen gen Null, ich hab Panikattacken und ärgere mich über die vertane Lebenszeit. Ich hatte so viele Pläne für den Sommer. Was hab ich umgesetzt? Natürlich nIchts....

    Ich frage mich natürlich, weshalb ich es trotz offensichtlicher, negativer Auswirkungen auf mein Leben, nicht hinbekomme, dauerhaft vom Alkohol wegzukommen. Immer wieder denke ich, dass ich es doch irgendwie kontrollieren kann, obwohl ich am eigenen Leib erfahren habe, dass es nicht funktioniert. Muss ich wirklich erst sprichwörtlich Haus und Hof versaufen bevor ich den Absprung schaffe?

    Gerade in der ersten Abstinenzphase haderte ich sehr viel mit mir. Ich hatte häufig mit Saufdruck zu kämpfen. In den Folgenden war es nicht so schwer. Es ging mir sogar ziemlich gut. Jedoch wollte sich die richtige Glückseligkeit nicht einstellen. Meine persönlichen Defizite sind dann immer noch da, nur im Suff sind sie eine Weile verschwunden.

    Ich ahne, dass es mir dieses Mal wieder sehr schwer fallen wird. Hadere gerade auch noch mit meiner Motivation. Nur wegen mir würde ich wahrscheinlich noch eine Weile weiter machen. Aber das Kind hat sich zu Recht beschwert und mein Verstand sagt mir, dass ich auch für mich etwas tun muss.

    Dies soll der erste Schritt sein um ins Tun zu kommen. Ich erhoffe mir, durch Austausch evtl. meiner inneren Motivation auf die Spur zu kommen, denn ich glaube, bisher wollte ich immer eher für andere Nüchtern sein, um irgendwie besser zu funktionieren.

    Heute ist Tag 3 nach dem letzten Suff, ich fühle mich einigermaßen fit und alles in mir schreit danach, dass heute wieder ein entspannender Rausch dran wäre. Aber heute wird es nicht dazu kommen!

    LG Erna