Beiträge von Emily

    Paul deine Sichtweise hört sich gut und positiv an. Leichtigkeit und Optimismus klingen da mit, statt Schwere. Aktuell bin ich übers verlängerte Wochenende unterwegs und denke wenig an Alkohol. Einfach mal ne Pause von dem ganzen Thema tut auch gut. Werde nun auch zum Thema alles entspannter sehen. Einfach leckere alkoholfreie Getränke trinken und alles ist gut.

    Mag auch nicht mehr soviel über Alkohol nachdenken und mich einfach mal frei und unbeschwert fühlen und mein alkoholfreies Leben genießen und annehmen wie es kommt.

    Wünsche allen ein wunderschönes Wochenende.

    Ich hab jetzt 4 Wochen am Stück jedes WE einen Tag gesoffen.

    OK.

    Ich habe jeden Tag getrunken. Und ich hatte z.B. während der Arbeit oder wenn ich irgendwo unterwegs war nur Gedanken an das nächste Glas Wein. Ich bekam Panik wenn nicht genug zuhause war. Ich habe jahreslang jeden Tag gesoffen. Überwiegend Wein. Es war für mich Höchstleistung es auszuhalten 1 oder sogar 2 Tage nichts zu trinken.

    Ich habe mich an einem bestimmten Tag aus div. Gründen dazu entschieden nie wieder Alkohol zu trinken. Ich habe von heute auf morgen eine Entscheidung getroffen und seit dem bin ich nüchtern. Bei mir gab es den „Klick“ Moment, der alles für mich verändert hat.

    Vor diesem Moment habe ich schon irgendwie gewusst und gemerkt, dass ich viel zu viel trinke. Hatte mir Trinkpausen von 1-2 Tagen auferlegt und mich mühselig da durch gequält, um danach dann eher mehr zu trinken.

    Ich hatte auch Angst der Wahrheit ins Gesicht zu blicken. Heute kann ich nur sagen, Gott sei Dank hatte ich diesen „Klick“ Moment.

    Verzichtsgedanken hatte ich am Anfang meiner Abstinenz auch, die haben sich aber inzwischen in Luft aufgelöst und ich bin dankbar, dass ich nicht mehr saufen muss.

    Ich habe felsenfest hinter meiner Entscheidung gestanden und tue es immer noch. Meine Abstinenz ist mir inzwischen heilig geworden und ist für mich was sehr kostbares.

    Du bist doch nicht machtlos!

    Ich für mich weiß, dass Alkohol und eben die Alkoholsucht, stärker ist als ich. Ich bin dagegen machtlos. Das würde sich direkt zeigen wenn ich wieder 1 Glas trinken würde. Gegen Alkohol würde ich als Verlierer wieder in die Suchtspirale rutschen.

    Und weil ich das ganz genau für mich weiß, habe ich aufgehört dagegen zu kämpfen. Und genau deshalb bin ich ein Gewinner, weil ich so die Sucht stoppen konnte und nun ein zufriedenes, nüchternes Leben führe.

    Was hat sich heute, nüchtern, geändert? Sind wir gelassener geworden, weil wir eh' nix ändern können? Fügen wir uns, akzeptieren, worauf wir sowieso keinen Einfluss haben?

    Ja ich sehe mich gegenüber Alkohol machtlos. Es hat sich in meinem Leben geändert, dass ich alles nüchtern besser hinbekomme und alles, egal ob positiv oder negativ, nüchtern erlebe. Es ist mein nüchternes Leben und ich versuche es zu genießen und es mir so gut gehen zu lassen wir nur möglich.

    Aber auch schlimme Situationen erlebe ich nun bewusst und lasse auch die Gefühle nüchtern zu. z.B. Trauer und Betrübt sein beim Anblick von kranken Familienmitgliedern.

    Ich erlebe nun einfach nüchtern alles so wie es kommt. Den Gelassenheitsspruch versuche ich so gut es geht zu befolgen.

    Warum? Weil du dich selbst nicht ertragen konntest?

    Was ist jetzt anders? Die Welt blieb ja gleich.

    Ich war dem Alkohol gegenüber machtlos. Das wurde gegen Ende immer schlimmer, immer mehr und ich hatte eine immer höher werdende Toleranz entwickelt.

    Doch, ich konnte mich ertragen. An mir war und ist nichts warum ich trinken musste.

    Denke ich war überlastet. Als alleinerziehende Mutter und voll berufstätig hatte ich kaum Freizeit. Und dazu kam, dass ich wenig Geld hatte. Ich musste meinen Kindern oft sagen es ist Geiz ist geil Zeit.

    Ich bekam schon Panik wenn meine Gesichtscreme langsam leer wurde oder Kinderkleidung gekauft werden musste. Ich war auch manchmal neidisch auf Leute, die ein ruhiges und entspanntes Leben führen konnten. Die Finanziell safe waren und es sich gut lassen gehen konnten.

    Ich habe in der Zeit angefangen abends zur Entspannung zu trinken. Mein Feierabend begann erst um 23 Uhr und morgens kurz vor 6 ging der neue Tage los. Da habe ich auf die Schnelle 2 Gläser Wein getrunken.

    Als ich dann zur Alkoholikerin wurde, habe ich Wein wie Wasser getrunken.

    Suchtdruck ist das nicht auch ein Sich-abschiessen-wollen?

    Ich würde sagen nein, jedoch während meiner trockenen Zeit. Während meiner Abstinenz hatte ich schon Suchtdruck. Da wollte ich mich nicht abschießen. Ich wollte meine Abstinenz erhalten und habe durchgehalten.

    Aber während meiner nassen Zeit war es so. Ja da war Suchtdruck ein Sich-abschießen-wollen. Das war dann schlichtweg die Sucht und das ist bei Alkoholikern so.

    Wer kein Alkoholiker ist, will sich vielleicht auch mal abschießen. z.B. in der Clique oder auf einer Party o.ä. dann am nächsten Tag den Kater auskurieren und gut ist. Der jenige muss ja nicht trinken. Aber ich als Alkoholikerin musste ja trinken. Ich konnte nicht aufhören, einfach weil ich süchtig war.

    Will ich? ist doch die alles entscheidende Frage!

    Einmal dem Suff verfallen, wird's nicht gerade einfach, wieder davon loszukommen. Aber es gelingt!

    Antrainierte "Mechanismen" (im Kopf) wird man wieder los. Ich oder andere erfolgreich permanent Alkoholfreie sind doch keine "Sonderwesen" mit speziellen Fähigkeiten!!! Wir hielten durch, eigneten uns ein (anderes) Bewusstsein an, festigten es ... das ist doch keine Zauberei.

    Es braucht Zeit, auch muss man geduldig sein, durchhalten, sich permanent in Gelassenheit üben (wohl der schwieigste Teil), doch es funktioniert!

    Paul, ich finde das hast du großartig geschrieben und absolut auf den Punkt gebracht.

    Ja, es steht in meiner Macht, mich zu ändern, grundsätzlich. Ich will niemanden (anderes) verändern.

    Ich muss ehrlich gestehen ... soll'n "die Anderen" doch machen, was sie für richtig halten - sie werden bemerken, ob es funktioniert!

    Mein Weg funktionierte für mich. Wenn Andere einen anderen Weg wählen und der funktioniert (für sie), werden auch sie zufrieden sein.

    Nur darum geht's doch: Zufriedenheit. Ich muss für mich, meine Wahrheit finden, wenn die mit der Wahrheit der Anderen nicht deckungsgleich ist, ist es doch unerheblich = Hauptsache es funktioniert, für den Einzelnen!

    Das finde ich auch. Jeder ist so individuell und so hat jeder auch seinen eigenen individuellen Weg. Ich kann mir hier von anderen Inspirationen holen und ausprobieren ob es auch was für mich ist.

    Also ich habe hier schon viel von euch gefunden, was ich nutzen konnte. Aber eben auch nicht alles. So ist das eben. Hauptsache und Ziel ist am Ende nur, nüchtern zu bleiben und das im Idealfall zufrieden, gut und leicht.

    Hallo Laggard,

    am Anfang meiner Abstinenz fürchtete ich mich regelrecht vorm Alkohol, besser, dass ich wieder schwach werden könnte, in meiner alkoholfreien "Blase" war das alles kein Problem ... aus den Augen aus dem Sinn, doch schon der Anblick, wenn im TV gertunken wurde, ließ ein eigenartiges Gefühl aufkommen, auch im Supermarkt, in der Nähe der Alkregale, fühlte ich mich auffällig unwohl, also machte ich einen Bogen 'drumrum.

    Es kam zwar kein unbändiges Verlangen auf, doch eine gewisse Unsicherheit - soll ich oder lieber nicht? Ich konnte ja nicht immer die Augen verschließen.

    Ist das Thema bei euch?

    Ich mache, wenn möglich auch einen großen Bogen um Alk. Das Risiko so gut wie nur möglich zu minimieren. Und mich erstmal an die Abstinenz gewöhnen und zu stabilisieren so sicher wie es nur ging. Das hat auch gut funktioniert.

    Seit 3 Tagen quält mich eine Magen-Darm Erkrankung.

    Sieh es positiv, dann kommst du deinem Ziel 10 kg abzunehmen schnell näher. Und ohne Alkohol hatte ich schnell 8 kg abgenommen. Ich stelle mir bei einem Magen-Darm Infekt immer vor, dass der Körper gereinigt wird. Trink viel Wasser und Tee, dann wirst du durchgeputzt. 😂😉

    Hätte ich nicht an mich geglaubt (dass auch ich es schaffe), wäre es mir auch nie gelungen - allen Unkenrufen zum Trotz.

    Paul dein Beitrag hast du sehr beeindruckend geschrieben. Hat mich berührt und motiviert. Wie lange bist du eigentlich schon nüchtern? Mehrere Jahre glaube ich?

    Danke euch vielmals.

    Bei mir sehe ich meine Lossagung vom Alkoholismus ehrer wie ein Mahn- oder Gedenktag ... an die Grauen der Vergangenheit, "nie wieder"!

    Das ist auch so. Ist ein guter Gedanke den Tag als Mahn- od. Gedenktag zu sehen. Aber auch als Freudentag davon wegzukommen zu sein.

    Die Antowort auf deine Fragen ist kurz und bündig. Sucht.

    Es ist die Sucht und du bist alkoholsüchtig geworden. So wie ich auch. Und alle anderen die Alkoholiker sind. Und es ist eine anerkannte Krankheit.

    Manche Werden krank, andere nicht. So ist es auch mit allen anderen Krankheiten.

    Warum sollte ein nüchternes Leben trostlos sein? Es ist viel schöner alles mit klarem Kopf und vollem Bewusstsein zu erleben.

    Denk doch nur an die ekelhaften Kater, und all die anderen unschönen Dinge. Lallen, stinken, Mist bauen, Unsinn sagen, peinliche Sachen von sich geben und nicht mehr Herr seine Sinne zu sein. Ist das nun so toll und erstrebenswert?

    Ich bin froh, dass ich es geschafft habe, der Sucht zu entkommen.

    Emily

    🙈 🙉 🙊

    Wenn ich nicht ganz daneben liege hast du ja heute deinen ersten Trockengeburtstag. Zu diesem Tag wünsche ich dir nur das allerbeste. Erinnerung und Reflektion wie es war ☹️, wie es jetzt ist 🤠 und dass die Entscheidung zur Abstinenz vielleicht die beste deines Lebens war.

    Alles gute und liebe Grüße

    Brant

    Der ist am 16.05., also morgen. 😄👍