Beiträge von Emily

    So, ich melde mich auch mal wieder.
    Ich habe am Freitag getrunken. Nachdem mir das Nüchternsein nicht den größten Spass gemacht hat, hab ich gedacht: Betrunken sein is super. Mach ruhig. Hast ja jetzt drei Wochen nicht gesoffen.
    Tja und was passierte: Die erhoffte erlösende Entspannung blieb aus. Ich fands kacke. Tatsächlich hätte ich nüchtern mehr Spass gehabt und eine Kopfhautmassage hätte mir tausendmal mehr Entspannung gebracht. Hinzu kam, dass mir keines der Getränke geschmeckt hat-obwohl ich den Geschmack eigentlich liebe.

    Das Ergebnis war n kurzer Abend an dem ich mich permanent unwohl gefühlt habe und ein Kater, der sich gewaschen hatte.

    Ich hab keine Ahnung wo das herkommt. Ich hab Alkohol, seinen Geschmack, seine Wirkung immer gemocht. Aber tatsächlich fand ichs nur gruselig. Nicht nur den Tag danach, sondern den Abend selbst auch.
    Das Zeug war immer zuverlässig, aber diesmal hat es absolut gar nichts gebracht ausser ein scheiß Gefühl.
    Is sowas normal?

    Das freut mich ehrlich gesagt, dass du das Trinken so empfunden hast. So wie du schreibst, hat der Alk dir gar nicht gut getan und nüchtern ist es besser.

    Auch wenn jemand wie du was trinken kann und auch wieder aufhören kann, dann finde ich das besonders interessant wie du das im Vergleich siehst. Ich habe bei dir nicht alles gelesen, aber ich meine mich zu erinnern, dass du gar keine Alkoholikerin bist und dir nur ab und zu am Wochenende die Kanne gibst.

    Wie ist das denn bei dir, kannst du wenn du möchtest nur 2 Gläser trinken? Und dann einfach was alkoholfreies?

    Danke fürs Teilen. Finde ich wirklich gut 👍

    Suchtdruck hat doch einen gedanklichen Ursprung, er ist keine Reaktion des Körpers auf einen vorhandenen Mangel ... denke ich nicht an Alk. oder ist er mir schlichtweg egal ... geworden, passiert auch nichts mehr in meinen Gedanken, meinem Hirn.

    Ich glaube, dass das stimmt. Merke ich immer mehr bei mir, denn inzwischen ist mir Alk tatsächlich egal geworden. hAtte auch schon sehr lange keinen Suchtdruck mehr. Auch keine Gedanken daran überhaupt etwas Alkoholisches trinken zu wollen.

    Ist das eine Art der Sinnesmodalität/Schizophrenie der wir da erlagen?

    Damit kann ich gar nichts anfangen. Finde diese Frage sogar sehr unpassend und sogar etwas daneben, jedenfalls was mich betrifft. Ich bin nicht Schizophren. Ich bin lediglich Alkoholikerin, war noch nie in irgendeiner Therapie oder dergleichen. Und jetzt bin ich trocken.

    nach nun einem Jahr alkoholfrei, wie fühlst du dich da?

    Ich bin wesentlich entspannter geworden, es ist normal geworden alkoholfreie Getränke zu trinken. Ich mache mir viel weniger Gedanken um das ganze Thema. Für mich ist einfach Alk tabu und fertig. Ich vertraue mir auch und bin sogar auch stolz nichts mehr trinken zu müssen.

    Wenn ich zurück denke, wie das so war und der ganze dazu gehörende negative Rattenschwanz, dann weiß ich genau, dass ich das nie wieder möchte. Dieses dumpfe benebelte Gefühl im Kopf, das schlechte Gewisse und die Gewissheit mir bewusst gesundheitlich zu schaden, die Beschaffung und die Entsorgung der Flaschen, das alles möchte ich nie wieder erleben.

    Im Grunde denke ich nicht mehr besonders über Alkohol nach. Ich lebe einfach mein Leben mit allen Herausforderungen und denke nur nach vorne gerichtet.

    AmSee13 und ichso Ich habe von den von euch o. g. Krankheiten keine Ahnung was das überhaupt ist, aber ihr hört euch taff an.

    Und dass du 2 passende Praxen gefunden hast freut mich für dich. nUn kannst du ja in Ruhe überlegen ob du umziehst oder nicht und kannst Pläne schmieden.

    Huhu ichso

    Was gefällt dir an deiner jetzigen Wohnung bzw. Wohnort denn nicht?

    Was erhoffst du dir woanders? Was soll sich verbessern?

    Ich bin auch schon paarmal umgezogen, aber derzeit wohne ich nun schon einige Jahre fest wo ich jetzt eben bin. Klar es gibt immer schönere oder bessere Wohnungen und Häuser, sowie Orte und Städte oder gar Länder. Aber ob es woanders dann soviel besser ist, weiß ich nicht.

    Andererseits ist es toll, wenn die eigenen Wünsche und Bedürfnisse durch einen Umzug erfüllt werden können.

    Ich wünsche dir gute Besserung und auch gute Gedanken und Ideen für deinen weiteren Weg 💓🍀🌟

    Ich finde, dass egal welche ich Worte wähle, letztendlich nur eins zählt. Und zwar habe ich den Tatsachen ins Auge geblickt und habe daraus meine Schlüsse gezogen habe und gehandelt habe. Jetzt bleibe ich einfach am Ball, jeden Tag. Ich vergesse nicht was war und ich habe ein Ziel.

    Egal wie ich es nennen mag, das kann auch vom täglichen Befinden abhängig sein. Etwas verschönt oder eben ungeschönt, für mich gibt es eine Tatsache, eine Handlung, ein Ziel und ein Ergebnis.

    Wer es schafft, kann es nennen wie er will, Hauptsache ist, dass es klappt und sich gut anfühlt.

    Wortspielereien können sich auch angenehm anhören, warum also nicht. Oder klipp und klar sagen was Sache ist, auch ok. Jedem so wie es am Besten passt. Aber der Ziel ist immer das gleiche. Nüchtern bleiben.

    Paul deine Sichtweise hört sich gut und positiv an. Leichtigkeit und Optimismus klingen da mit, statt Schwere. Aktuell bin ich übers verlängerte Wochenende unterwegs und denke wenig an Alkohol. Einfach mal ne Pause von dem ganzen Thema tut auch gut. Werde nun auch zum Thema alles entspannter sehen. Einfach leckere alkoholfreie Getränke trinken und alles ist gut.

    Mag auch nicht mehr soviel über Alkohol nachdenken und mich einfach mal frei und unbeschwert fühlen und mein alkoholfreies Leben genießen und annehmen wie es kommt.

    Wünsche allen ein wunderschönes Wochenende.

    Ich hab jetzt 4 Wochen am Stück jedes WE einen Tag gesoffen.

    OK.

    Ich habe jeden Tag getrunken. Und ich hatte z.B. während der Arbeit oder wenn ich irgendwo unterwegs war nur Gedanken an das nächste Glas Wein. Ich bekam Panik wenn nicht genug zuhause war. Ich habe jahreslang jeden Tag gesoffen. Überwiegend Wein. Es war für mich Höchstleistung es auszuhalten 1 oder sogar 2 Tage nichts zu trinken.

    Ich habe mich an einem bestimmten Tag aus div. Gründen dazu entschieden nie wieder Alkohol zu trinken. Ich habe von heute auf morgen eine Entscheidung getroffen und seit dem bin ich nüchtern. Bei mir gab es den „Klick“ Moment, der alles für mich verändert hat.

    Vor diesem Moment habe ich schon irgendwie gewusst und gemerkt, dass ich viel zu viel trinke. Hatte mir Trinkpausen von 1-2 Tagen auferlegt und mich mühselig da durch gequält, um danach dann eher mehr zu trinken.

    Ich hatte auch Angst der Wahrheit ins Gesicht zu blicken. Heute kann ich nur sagen, Gott sei Dank hatte ich diesen „Klick“ Moment.

    Verzichtsgedanken hatte ich am Anfang meiner Abstinenz auch, die haben sich aber inzwischen in Luft aufgelöst und ich bin dankbar, dass ich nicht mehr saufen muss.

    Ich habe felsenfest hinter meiner Entscheidung gestanden und tue es immer noch. Meine Abstinenz ist mir inzwischen heilig geworden und ist für mich was sehr kostbares.

    Du bist doch nicht machtlos!

    Ich für mich weiß, dass Alkohol und eben die Alkoholsucht, stärker ist als ich. Ich bin dagegen machtlos. Das würde sich direkt zeigen wenn ich wieder 1 Glas trinken würde. Gegen Alkohol würde ich als Verlierer wieder in die Suchtspirale rutschen.

    Und weil ich das ganz genau für mich weiß, habe ich aufgehört dagegen zu kämpfen. Und genau deshalb bin ich ein Gewinner, weil ich so die Sucht stoppen konnte und nun ein zufriedenes, nüchternes Leben führe.

    Was hat sich heute, nüchtern, geändert? Sind wir gelassener geworden, weil wir eh' nix ändern können? Fügen wir uns, akzeptieren, worauf wir sowieso keinen Einfluss haben?

    Ja ich sehe mich gegenüber Alkohol machtlos. Es hat sich in meinem Leben geändert, dass ich alles nüchtern besser hinbekomme und alles, egal ob positiv oder negativ, nüchtern erlebe. Es ist mein nüchternes Leben und ich versuche es zu genießen und es mir so gut gehen zu lassen wir nur möglich.

    Aber auch schlimme Situationen erlebe ich nun bewusst und lasse auch die Gefühle nüchtern zu. z.B. Trauer und Betrübt sein beim Anblick von kranken Familienmitgliedern.

    Ich erlebe nun einfach nüchtern alles so wie es kommt. Den Gelassenheitsspruch versuche ich so gut es geht zu befolgen.

    Warum? Weil du dich selbst nicht ertragen konntest?

    Was ist jetzt anders? Die Welt blieb ja gleich.

    Ich war dem Alkohol gegenüber machtlos. Das wurde gegen Ende immer schlimmer, immer mehr und ich hatte eine immer höher werdende Toleranz entwickelt.

    Doch, ich konnte mich ertragen. An mir war und ist nichts warum ich trinken musste.

    Denke ich war überlastet. Als alleinerziehende Mutter und voll berufstätig hatte ich kaum Freizeit. Und dazu kam, dass ich wenig Geld hatte. Ich musste meinen Kindern oft sagen es ist Geiz ist geil Zeit.

    Ich bekam schon Panik wenn meine Gesichtscreme langsam leer wurde oder Kinderkleidung gekauft werden musste. Ich war auch manchmal neidisch auf Leute, die ein ruhiges und entspanntes Leben führen konnten. Die Finanziell safe waren und es sich gut lassen gehen konnten.

    Ich habe in der Zeit angefangen abends zur Entspannung zu trinken. Mein Feierabend begann erst um 23 Uhr und morgens kurz vor 6 ging der neue Tage los. Da habe ich auf die Schnelle 2 Gläser Wein getrunken.

    Als ich dann zur Alkoholikerin wurde, habe ich Wein wie Wasser getrunken.

    Suchtdruck ist das nicht auch ein Sich-abschiessen-wollen?

    Ich würde sagen nein, jedoch während meiner trockenen Zeit. Während meiner Abstinenz hatte ich schon Suchtdruck. Da wollte ich mich nicht abschießen. Ich wollte meine Abstinenz erhalten und habe durchgehalten.

    Aber während meiner nassen Zeit war es so. Ja da war Suchtdruck ein Sich-abschießen-wollen. Das war dann schlichtweg die Sucht und das ist bei Alkoholikern so.

    Wer kein Alkoholiker ist, will sich vielleicht auch mal abschießen. z.B. in der Clique oder auf einer Party o.ä. dann am nächsten Tag den Kater auskurieren und gut ist. Der jenige muss ja nicht trinken. Aber ich als Alkoholikerin musste ja trinken. Ich konnte nicht aufhören, einfach weil ich süchtig war.

    Will ich? ist doch die alles entscheidende Frage!

    Einmal dem Suff verfallen, wird's nicht gerade einfach, wieder davon loszukommen. Aber es gelingt!

    Antrainierte "Mechanismen" (im Kopf) wird man wieder los. Ich oder andere erfolgreich permanent Alkoholfreie sind doch keine "Sonderwesen" mit speziellen Fähigkeiten!!! Wir hielten durch, eigneten uns ein (anderes) Bewusstsein an, festigten es ... das ist doch keine Zauberei.

    Es braucht Zeit, auch muss man geduldig sein, durchhalten, sich permanent in Gelassenheit üben (wohl der schwieigste Teil), doch es funktioniert!

    Paul, ich finde das hast du großartig geschrieben und absolut auf den Punkt gebracht.

    Ja, es steht in meiner Macht, mich zu ändern, grundsätzlich. Ich will niemanden (anderes) verändern.

    Ich muss ehrlich gestehen ... soll'n "die Anderen" doch machen, was sie für richtig halten - sie werden bemerken, ob es funktioniert!

    Mein Weg funktionierte für mich. Wenn Andere einen anderen Weg wählen und der funktioniert (für sie), werden auch sie zufrieden sein.

    Nur darum geht's doch: Zufriedenheit. Ich muss für mich, meine Wahrheit finden, wenn die mit der Wahrheit der Anderen nicht deckungsgleich ist, ist es doch unerheblich = Hauptsache es funktioniert, für den Einzelnen!

    Das finde ich auch. Jeder ist so individuell und so hat jeder auch seinen eigenen individuellen Weg. Ich kann mir hier von anderen Inspirationen holen und ausprobieren ob es auch was für mich ist.

    Also ich habe hier schon viel von euch gefunden, was ich nutzen konnte. Aber eben auch nicht alles. So ist das eben. Hauptsache und Ziel ist am Ende nur, nüchtern zu bleiben und das im Idealfall zufrieden, gut und leicht.