Beiträge von Sparkassen_Helga

    wenn dir 6 Monate zu viel sind, beginne mit 3 ... 4 Monaten

    Ich kann nicht an zwei Händen abzählen wie oft ich das gemacht habe, ich habe das zigmal durch. Auch mal 2 Monate - um dann vor mir zu der Erkenntnis zu kommen: ES GEHT! Ich bin kein Alki, also wieder zurück zur Tagesordnung - weitertrinken. Dann hatte ich irgendwann wieder das ungute Gefühl es wäre vielleicht doch nicht alles in Ordnung - schnell mal wieder ne (Rechtfertigungs-)Pause eingeschoben. Aber Moment, nächste Woche ist auch noch die Geburtstagsparty. Dann höre ich erst danach auf. Was für ein krankes Mindset.

    Ich glaube die letzten 20 Jahre habe ich immer wieder mit dieser Erkenntnis meinen Konsum schöngeredet. Auch durch die Tatsache, dass ich keine Toleranz entwickeln konnte. Denn Alkis sind die, die sich zwei Flaschen Wein oder Schnäpse reinschrauben.

    In meinem persönlichen wissenschaftlichen Experiment bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass 6 Monate schon das Minimum sind, aber 1 Jahr Nüchternheit komplett das Denken verändert.

    Wie schon oben erwähnt bin ich mir ziemlich sicher, das es keine Sucht ist, ich habe nie das Problem auch mal nix zu trinken oder die Anzeichen die man so hat, zittern nachem aufstehen oder auf die Uhr schauen wann man das nächste trinken kann oder oder oder...

    Tatsächlich würde ich genauso wie jetzt auch mein Trinkverhalten ändern, denn ich hab jetzt gemerkt das es so nich weitergehen kann.

    Passt für mich nicht so richtig zusammen.

    Ich versuche zu verstehen, dass Du einerseits sagst Du müsstest ja gar nichts trinken und das Nüchternsein wäre für Dich komplett ok, aber andererseits doch schon mE krasse Menge konsumiert hast - OBWOHL es immer ein Problem für die Partnerin war. Wie geht das zusammen?

    Ich glaube Du hast auch eine falsche Vorstellung von Sucht. Man muss nicht erst körperlich abhängig sein und zittern oder Pegel trinken. Man kann auch psychisch abhängig sein ohne täglich zu konsumieren. Das verrückte ist, dass eine Abstinenz über längere Zeit den Blick auf die Vergangenheit doch nochmal gerade rückt.

    das denke ich eher weniger, ich trinke ja nich des trinken wegens, sondern weil ichs mag, also der geschmack, ist halt wie guten steak ^^

    Wenn Du 12 Bier nach Feierabend trinkst, kann ich mir nicht vorstellen, dass es nur der Geschmack ist. Trink doch mal für ein halbes Jahr alkoholfreies Bier. Ich trinke auch gerne alkfreies Bier, habe aber festgestellt, dass es mir weniger gut schmeckt, seit ich abstinent lebe. Mein Bierkonsum ist eher mal im Hochsommer draußen, im Urlaub oder nach dem Sport.

    Wenn es "nur" ein Kasten pro Woche wär, würd ich mir keine sorgen machen...

    Das war genau meine Menge. Nicht mehr, aber leider auch nicht weniger. Wenn für das Abendritual nur noch 1 oder 2 Bier im Haus waren, wurde ich sehr unruhig, da ich meine Entspannungsdosis damit nicht erreichen konnte. Also war klar, ich muss jetzt nochmal losfahren, bevor ich starten kann. Führerscheinverlust wollte ich nicht wiederholen.

    Für mich ist gar nicht die absolute Menge entscheidend, sondern mehr der Zwang etwas tun zu müssen. Es wird immer jemanden geben, der weniger trinkt und auch einen der viel mehr trinkt - wann ist die kritische Menge erreicht?

    Es gab bei mir diesen festen Termin in meinem Kalender, spätestens um 20:00 drei Bier reinzukippen, damit Ruhe im Kopf ist. Wenn ich an einem Abend irgendwo eingeladen gewesen und erst um 23:00 heimgekommen wäre, hätte ich mir trotzdem noch die drei reingeschüttet.

    Hast Du einen Beruf? Wie schaffst Du das den auszuüben? bei Dir sind es 12 Flaschen Bier am Tag, richtig? Oder geht das alles Abends in die Figur?

    Ich hab noch nie 5 Jahre durchgehalten, also gehöre ich zu den 87% der Rückfaller. Ist es ein Grund für mich aufzugeben und es nicht immer wieder zu versuchen? Nö.

    Ich versuche mich auf den Moment zu focussieren, auf das wo ich heute stehe und was ich heute schaffe. Ansonsten würde ich ja nur mein Versagen betrachten. Ich hab schon öfter ein oder zwei Jahre durchgehalten und ich glaube immer noch daran, dass es diesmal dauerhaft ist. Vielleicht auch, weil ich diesmal eine SHG nutze und das nicht mit mir alleine ausmache.

    :) Das war so knapp weil ich im Urlaub bin und ich mir sicher war, dass Du mit dieser Info weiterkommst. Als Vollbank sind die natürlich auch im Einlagensicherungsfonds. Hier ist kilometerlang kein Netz. Paypal hat viele Vorteile. Ich nutze das auch gerne, wenn man mit mehreren Leuten was bezahlen muss, da sind krumme Beträge fix verteilt. Kostet keine Gebühren und natürlich kannst Du auch Guthaben auf dem Konto haben. Gibt nur keine Zinsen. Und ja, mein Name hat weit entfernt, was mit meinem früheren Leben zu tun ;)

    Wenn Du über Kleinanzeigen kaufst oder verkaufst, ist das auch praktisch. Wie Bargeld oder größere Beträge auf Tasche zu haben. Ich hab mal meine Autoreifen verkauft und wollte keine tausend Euro in bar von jemanden, den ich nicht kenne. Also fix auf dem Hof PP genutzt. Das Ausland hängt uns übrigens krass ab, was die Digitalisierung angeht. Fällt mir grad im Urlaub wieder stark auf.

    Aufarbeiten bedeutet nicht nur das Elend zu betrachten, sondern auch Trinkmuster zu begreifen und dann hoffentlich zu durchbrechen. Wenn das alles so einfach wäre, könnte man doch alles mit nem Foto heilen. Ein Foto vom "übergewichtigen Selbst" am Kühlschrank.... und schwubbs greift man nicht mehr zum Keks.

    Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Internetbericht (oder mehrere) so abgrundtief ehrlich und auch detailliert sein kann wie ein privates Dokument

    Ich finde das geht hier aufgrund der Anonymität sehr gut. Im echten Leben würde ich nie nie nie irgendemandem etwas Privates erzählen.

    Ich bin darüber auch gestolpert. Welche Handlung wäre zu einem späteren Zeitpunkt denn angebracht?

    Ich habe vor fast 20 Jahren meinen damaligen Hausarzt auch darauf angesprochen, dass ich mir um meinen Konsum Sorgen mache (ich habe übrigens ähnlich viel/wenig wie Du konsumiert) und seine Antwort war, meine Frau trinkt auch jeden Abend ein zwei Flaschen Wein, man sollte das nicht überdramatisieren.

    Aus heutiger Sicht finde ich das so unfassbar ignorant. Wenn der Patient schon um Hilfe bittet und das einfach weggewischt wird.

    Das Problem mit der Scham ist, dass es Teufelskreis ist. Man schämt sich und kann das Gefühl mit Alk gut wegdrücken, am nächsten Tag schämt man sich noch mehr und Alk hilft sehr effizient das Gefühl erneut zu betäuben. Diese Spirale kann man nur mit Abstinenz durchbrechen und jeder Rückfall knüpft sofort wieder an das Schamgefühl an, was den neuerlichen Absprung erschwert.

    Ich kann das gut nachvollziehen, da ich auch immer getrieben bin irgendetwas produktives zu tun. Die Vorstellung einfach rumzusitzen behagt mir nicht. Ich fühle mich dann schlecht und faul. Mit dem passenden Getränk lässt sich diese Leere gut füllen und die Werbung knüpft tatsächlich genau da an - nach einem lange Tag erstmal was zur Entspannung trinken oder mit Freunden oder oder oder... Sail away!

    Oder Alternativ: Achtsamkeitsübungen.

    Hallo Mausezahn das kllingt dramatisch. Es ist gut, dass Du den Weg hierher zurück gefunden hast und nun auch die Notwendigkeit der Abstinenz für Deine Gesundheit erkennst.

    Ich hinterfrage gerade mein ganzes Leben.

    Das ist viel zu viel auf einmal. Fang einfach mit der Abstinenz an. Du musst Dir darüber klar werden, warum das nicht geklappt hat und wie Du dem Rückfall vorbeugen kannst. Du bekommst hier immer Unterstützung bei Deinem Vorhaben.