Der Sinn des Lebens besteht meines Erachtens darin, sein Leben zu leben. Klingt erstmal ziemlich profan. Klarer wird es, wenn man das Ganze umdreht, also wenn man feststellt, dass man in Teilen ein ungelebtes Leben geführt hat. Ungelebt heißt, wenn man das Leben so vor sich hin plätschern lässt, sich nur im Hamsterrad bewegt und die täglichen schönen Momente dabei übersieht.
Versteh mich nicht falsch, aber ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich das auch so sehen kann. Dachte irgendwann mal, dass ich es so annehmen kann, komme aber am Ende immer wieder zu dem Punkt, dass das eine Plattitüde ist. Welche schönen Momente sollen das denn sein, die man täglich übersieht? Sein Leben zu leben klingt für mich sehr nach dahinplätschern. Denn darum geht es mir ja: was soll denn dieses Leben sein, das man gelebt hat? Und was ist es, was man nicht gelebt hat?
In diesem Sinne kann man die Augen für alles Schöne offen halten, vom Denken ins Handeln kommen (man kann sein Leben nicht "erdenken", sondern nur erleben), öfters etwas Körperliches tun (z.B. ein Spaziergang in der Natur) und dankbar sein für das, was man hat, anstatt sich über das zu beklagen, was man nicht hat.
Ich bin körperlich ausreichend aktiv. Ich spiele Golf mit großer Freude, gehe gerne wandern, mache so oft es geht kurzen Urlaub und beklage mich nicht. Ok, doch - Gesundheit muss echt mal besser werden *jammer* Ich habe alles, ich brauche nichts - lediglich einen Lebenssinn. Ich kann keinen Lebenssinn darin erkennen in der Natur rumzulatschen, auch wenn mir das Freude bereitet. Mir macht das Spaß, ehrlich, aber Vergnügen und Sinnhaftigkeit sind zwei unterschiedliche Dinge.
So sehe ich das auch und es ist wirklich so profan.
So lange noch was geht, sollte man es auch nutzen. Sicherlich werden mit zunehmendem Alter die Chancen nicht gerade größer, doch dafür ist man erfahrener, vielleicht auch cleverer, gelassener.
Mit 55 Jahren bemerkte ich erst, das ich schon ziemlich alt bin für den Arbeitsmarkt, um nochmal neu zu beginnen, obwohl ich noch top fit und voll motiviert war. Irgendwann beginnen dann die kleinen Wehwehchen, wenn man Pech hat auch die großen, doch so is'es nun mal wenn man alt wird/ist.
Sag mir doch bitte, was Du täglich als sinnvoll in Deinem Leben erachtest. Dein Beispiel bezieht sich auf Deinen Beruf. Ich habe überhaupt kein Problem mit meinem Beruf. Ich mache genau das, was ich immer machen wollte. Trotzdem ist es irgendwann Routine und daher würde ich es schon als eine Art Hamsterrad bezeichnen, weil irgendwann auch nichts Neues mehr passiert. Es ist eine Routine. Alles, was derzeit keine Routine ist, sind hirnrissige neue Gesetze, die zu einem Bürokratiedschungel führen, der mir Zeit raubt meine Arbeit richtig auszuführen, Stichwort Compliance. Aber mein Gott, was soll´s, dieses Land ist wahrlich verloren.
Zitat
Lebe heute, hier und jetzt! ... und mach' das Beste daraus ...
Die bloße Existenz, arbeiten, Sport treiben oder meinetwegen eine Sprache zu lernen, empfinde ich nicht als sinnstiftendes Leben. Es ist lediglich eine Tätigkeit, aktiv oder passiv. Und je mehr ich darüber nachdenke, empfinde ich sogar das Erlernen einer weiteren Sprache als unsinnig, denn der praktische Nutzen ist gering. Wahrscheinlich hilft es nur Demenz vorzubeugen, indem man den Kopf mal benutzt.
Zitat
Überlege dir, wo du in fünf oder zehn Jahren stehen möchtest – beruflich und privat.
berufliche Perspektiven prüfen
- Weiterbildung: Investiere in neue Qualifikationen, um beruflich neue Chancen zu erschließen.
- Jobwechsel: Habe den Mut, dich neu zu orientieren, wenn du dauerhaft unzufrieden bist.
- Work-Life-Balance...
Das sind alles Dinge, die den Beruf betreffen. Viele verwechseln Sinnsuche mit der Lösung von Alltagsproblemen.
Bist Du unglücklich im Job, haste keine Kohle, fehlt Dir ein Partner, bist Du ungewollt kinderlos, hängst Du zuviel im Netz rum (...) dann ist dies und das die Lösung für Deine Krise.
Wo will ich in 5 oder 10 Jahren stehen? Keine Ahnung - Ich habe alles im Leben, ich muss mich nicht mehr beruflich neu orientieren. Ich bin karrieretechnisch am Ende angekommen und mache da auch etwas sinnvolles, aber das ist mE kein Lebenssinn. Es muss doch etwas geben, was dem Leben eine tiefere Bedeutung gibt, einen Zweck. Ich möchte etwas hinterlassen - nein, keine Kinder. Leider komme ich nach längerer Nüchternheit auch immer wieder an den Punkt, dass ich oft denke das Saufen war schon ganz gut - nämlich um die Unzufriedenheit über den fehlenden Lebenssinn zuzudecken. Natürlich geht das nicht mehr, weil es mich körperlich einfach fertig macht und dann ggfls auch zu oben genannten Alltagsproblemen führt.
Ich hoffe das klingt jetzt nicht irgendwie patzig. So ist das wirklich nicht gemeint. Für mich ist die Sinnsuche im Leben wirklich ein primäres Lebensziel, was ich bisher nicht erreichen konnte.