Beiträge von Sparkassen_Helga

    Mittlerweile glaube ich, daß ich es leichter habe, als andere hier im Forum. Dadurch, das ich nie Alkohol getrunken habe , um mich besser zu fühlen, sondern nur zur Einschlafhilfe, habe ich den Druck tagsüber, sondern nur abends/ nachts und damit kann ich leben.

    Diese Gedanken sind mE das Einfallstor in einen Rückfall. Weißt Du, ich habe auch nur Abends zum runterfahren getrunken - und wesentlich weniger als Du, nämlich nur 3 kleine Bier.

    Zu glauben, dass man anders ist, als der gemeine Alki, also auf einer weniger fortgeschrittenen Stufe, war für mich mein Leben lang immer die Rechtfertigung doch mal wieder was zu trinken. Hab ja nur 3 Bier getrunken und nun war ich ja mal wieder monatelang trocken. Ich hab auch immer prima funktioniert. Solche Ausfälle, wie man sie im verlinkten Film im Nachbarfaden sehen konnte, hatte ich nie. Und trotzdem kann ich nicht mit Alk umgehen. Für mich ist das die wichtigste Erkenntnis.

    Moin Emmi, ich kann mir ehrlich keine Situation vorstellen, wo ich ein Glas verwechsle. Zum einen habe ich keine Lust auf Herpes und in meinem Bekanntenkreis steigt die Zahl der Frauen, die Kontakt mit K.O.-Tropfen gemacht haben rasant. Meine Flasche oder Glas lasse ich im öffentlichen Raum nicht aus den Augen und bei privaten Feiern würde es mir nicht passieren an einem fremden Glas zu nippen.

    Ich habe aber die Situation mit einer hochschwangeren Freundin erlebt, dass wir im Restaurant alkoholfreies Bier bestellt hatten und dann ein "Echtes" gebracht wurde. Sie sagte noch: oh das schmeckt aber lecker und 10 Minuten kam die Bedienung sehr aufgeregt an den Tisch. Das fand ich sehr fahrlässig, da man ihre Schwangerschaft nicht übersehen konnte und der Laden nicht voll war.

    Wenn man das ganz sicher ausschließen möchte, sollte man keine alkoholfreien Biere oder Weine bestellen. Ich selbst trinke ja sehr gerne alkfreies Bier und für mich ist es auch gar kein Problem, wenn in einem Dessert Alkohol enthalten ist, solange es nicht komplett schnapsig schmeckt. Ich weiß aber auch, dass das hier für viele unvorstellbar ist.

    Diese Milchshakevariante finde ich arg konstruiert und ich würde, wenn eine Rückfallangst gerade sehr präsent ist, immer auf sichere Getränke ausweichen. Bestell Dir ne Cola - da ist nix drin und die Gefahr, dass Du Cola-Rum bekommst liegt wohl bei 0.

    Ich finde es sehr wichtig, dass Du das hier schreibst. Rückfällen geht immer etwas voraus und wenn es nur die Angst vor dem Rückfall ist oder die Überlegung, was passieren könnte, wenn man versehentlich was trinkt. Bei mir war es immer die Situation, dass ich monatelang nichts getrunken hatte und sich dann ein "Anlass" ergeben hat mit dem Gefühl, "einmal ist doch kein Problem". Das eine Mal war auch nie das Problem, sondern der Gedanke, dass alles gut gegangen ist und man das nun gefahrlos wiederholen kann.

    Ich seh das wie Bighara. Wenn Du ohne Vorsatz versehentlich etwas getrunken hast - schwamm drüber, hak es ab. Mach es nicht zum Problem, sondern schau einfach, wie das zukünftig vermieden werden kann. Ein versehentlicher Schluck führt nicht zum Rückfall.

    Aber heißt das, dass alle Menschen, die nichts hinterlassen, ein sinnloses Leben geführt haben? Zudem: Nach 100 Jahren spricht sowieso keiner mehr über Dich und über mich, fast egal, was Du oder ich der Welt mal hinterlassen werden.

    Was andere Menschen tun ist ganz allein ihre Sache. Das ist auch nicht das Thema und es geht mir weiß Gott nicht darum, dass nach meinem Tod jemand über mich spricht. Das ist mir völlig Wurscht, ich brauche keine Fans. Es ist einfach ein unfassbarer Zufall, dass an geboren wurde und dieses Glück sinnvoll zu verwenden ist das Thema.

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    Wäre mit dem Wissen über den Sinn Deines Lebens denn auf einmal alles schön in Deinem Leben?

    Dieser Ansatz geht wieder stark in Richtung Bedürfniserfüllung. Es geht nicht darum, dass alles im Leben schön sein muss. Ein persönlicher Sinn muss keine schöne Sache sein. Es gibt Menschen, die ins Schweigekloster gegangen sind oder Menschen, die in Kriegsgebieten arbeiten und dort ihren Sinn finden.

    Deshalb verschwinde ich jetzt erstmal wieder von der Bildfläche.

    Ich weiß, was Du meinst. Ich nutze das Internet, um die Dinge zu bearbeiten mit denen ich das Echte Leben nicht belästigen möchte. Vielleicht brauche ich aber auch mal eine Auszeit.

    Die Frage nach dem Sinn habe ich mir schon länger nicht mehr gestellt, ich denke sogar dass ich mit den Jahren ein kleiner Nihilist geworden bin.

    Ich wollte eigentlich auch gar nicht so weit ausholen. Es hat sich nur gerade ergeben und ich muss wahrscheinlich einfach damit klar kommen, dass ich ein unglücklicher Mensch mit einem Luxusproblem bin. Jetzt kommt auch wieder ein halbes Jahr Dunkelheit, das macht die Sache nicht einfacher.

    Ich will Emilys Faden auch nicht damit sprengen und schreibe ggfls. bei mir weiter. Wir hatten in der Vergangenheit schon mal das Gespräch über Existenzialismus, glaube ich. Nihilismus ist ja nochmal ne Steigerung. Mich würde dennoch interessieren, ob Dein Sabbatical etwas an Deiner Weltanschauung geändert hat. Vielleicht magst Du mir in meinem Faden antworten.

    Der Sinn des Lebens besteht meines Erachtens darin, sein Leben zu leben. Klingt erstmal ziemlich profan. Klarer wird es, wenn man das Ganze umdreht, also wenn man feststellt, dass man in Teilen ein ungelebtes Leben geführt hat. Ungelebt heißt, wenn man das Leben so vor sich hin plätschern lässt, sich nur im Hamsterrad bewegt und die täglichen schönen Momente dabei übersieht.

    Versteh mich nicht falsch, aber ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich das auch so sehen kann. Dachte irgendwann mal, dass ich es so annehmen kann, komme aber am Ende immer wieder zu dem Punkt, dass das eine Plattitüde ist. Welche schönen Momente sollen das denn sein, die man täglich übersieht? Sein Leben zu leben klingt für mich sehr nach dahinplätschern. Denn darum geht es mir ja: was soll denn dieses Leben sein, das man gelebt hat? Und was ist es, was man nicht gelebt hat?

    In diesem Sinne kann man die Augen für alles Schöne offen halten, vom Denken ins Handeln kommen (man kann sein Leben nicht "erdenken", sondern nur erleben), öfters etwas Körperliches tun (z.B. ein Spaziergang in der Natur) und dankbar sein für das, was man hat, anstatt sich über das zu beklagen, was man nicht hat.

    Ich bin körperlich ausreichend aktiv. Ich spiele Golf mit großer Freude, gehe gerne wandern, mache so oft es geht kurzen Urlaub und beklage mich nicht. Ok, doch - Gesundheit muss echt mal besser werden *jammer* Ich habe alles, ich brauche nichts - lediglich einen Lebenssinn. Ich kann keinen Lebenssinn darin erkennen in der Natur rumzulatschen, auch wenn mir das Freude bereitet. Mir macht das Spaß, ehrlich, aber Vergnügen und Sinnhaftigkeit sind zwei unterschiedliche Dinge.

    So sehe ich das auch und es ist wirklich so profan.

    So lange noch was geht, sollte man es auch nutzen. Sicherlich werden mit zunehmendem Alter die Chancen nicht gerade größer, doch dafür ist man erfahrener, vielleicht auch cleverer, gelassener.

    Mit 55 Jahren bemerkte ich erst, das ich schon ziemlich alt bin für den Arbeitsmarkt, um nochmal neu zu beginnen, obwohl ich noch top fit und voll motiviert war. Irgendwann beginnen dann die kleinen Wehwehchen, wenn man Pech hat auch die großen, doch so is'es nun mal wenn man alt wird/ist.

    Sag mir doch bitte, was Du täglich als sinnvoll in Deinem Leben erachtest. Dein Beispiel bezieht sich auf Deinen Beruf. Ich habe überhaupt kein Problem mit meinem Beruf. Ich mache genau das, was ich immer machen wollte. Trotzdem ist es irgendwann Routine und daher würde ich es schon als eine Art Hamsterrad bezeichnen, weil irgendwann auch nichts Neues mehr passiert. Es ist eine Routine. Alles, was derzeit keine Routine ist, sind hirnrissige neue Gesetze, die zu einem Bürokratiedschungel führen, der mir Zeit raubt meine Arbeit richtig auszuführen, Stichwort Compliance. Aber mein Gott, was soll´s, dieses Land ist wahrlich verloren.

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    Lebe heute, hier und jetzt! ... und mach' das Beste daraus ...

    Die bloße Existenz, arbeiten, Sport treiben oder meinetwegen eine Sprache zu lernen, empfinde ich nicht als sinnstiftendes Leben. Es ist lediglich eine Tätigkeit, aktiv oder passiv. Und je mehr ich darüber nachdenke, empfinde ich sogar das Erlernen einer weiteren Sprache als unsinnig, denn der praktische Nutzen ist gering. Wahrscheinlich hilft es nur Demenz vorzubeugen, indem man den Kopf mal benutzt.

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    Überlege dir, wo du in fünf oder zehn Jahren stehen möchtest – beruflich und privat.

    berufliche Perspektiven prüfen

    • Weiterbildung: Investiere in neue Qualifikationen, um beruflich neue Chancen zu erschließen.
    • Jobwechsel: Habe den Mut, dich neu zu orientieren, wenn du dauerhaft unzufrieden bist.
    • Work-Life-Balance...

    Das sind alles Dinge, die den Beruf betreffen. Viele verwechseln Sinnsuche mit der Lösung von Alltagsproblemen.

    Bist Du unglücklich im Job, haste keine Kohle, fehlt Dir ein Partner, bist Du ungewollt kinderlos, hängst Du zuviel im Netz rum (...) dann ist dies und das die Lösung für Deine Krise.

    Wo will ich in 5 oder 10 Jahren stehen? Keine Ahnung - Ich habe alles im Leben, ich muss mich nicht mehr beruflich neu orientieren. Ich bin karrieretechnisch am Ende angekommen und mache da auch etwas sinnvolles, aber das ist mE kein Lebenssinn. Es muss doch etwas geben, was dem Leben eine tiefere Bedeutung gibt, einen Zweck. Ich möchte etwas hinterlassen - nein, keine Kinder. Leider komme ich nach längerer Nüchternheit auch immer wieder an den Punkt, dass ich oft denke das Saufen war schon ganz gut - nämlich um die Unzufriedenheit über den fehlenden Lebenssinn zuzudecken. Natürlich geht das nicht mehr, weil es mich körperlich einfach fertig macht und dann ggfls auch zu oben genannten Alltagsproblemen führt.

    Ich hoffe das klingt jetzt nicht irgendwie patzig. So ist das wirklich nicht gemeint. Für mich ist die Sinnsuche im Leben wirklich ein primäres Lebensziel, was ich bisher nicht erreichen konnte.

    Ich weiß genau, was Du meinst, Emily. Ich hardere ja auch immer wieder mit der Sinnfindung und im Moment tue ich mich auch wieder sehr schwer. Bei mir liegt es an dem verregneten Sommer, der allgemeinen schlechten Wirtschaftslage, der damit verbundenen gesellschaftlichen Entwicklung und der Tatsache, dass ich mittlerweile über 50 bin. Wieviel "gesunde" Restlaufzeit ist da wohl noch? 20 Jahre? Wenn ich auf die letzten 20 Jahre zurück schaue, sind die wie im Flug vergangen, meine Hochzeit war gefühlt erst vorletztes Jahr und wenn ich mir vorstelle die nächsten 20 Jahre verfliegen auch so schnell, ohne, dass irgendwas in meinem Leben passiert, ist das sehr bedrückend. Ich lande immer wieder an dem Punkt, dass der Sinn des Lebens das Leben ist - aber komme gleichzeitig auch immer wieder an den Punkt, dass mir das nicht reicht. Und dann ist auch schnell der Gedanke da - was ist jetzt anders als zu der Zeit wo ich noch gebechert habe? Nichts, außer, dass ich diese Trostlosigkeit nüchtern ertragen muss. Am Ende erinnere ich mich daran, wie elend ich mich morgens gefühlt habe und wie wenig man ehrlicherweise gebacken bekommt, weil man ständig verkatert ist. Vielleicht verhindere ich mit der Abstinenz auch die eine oder andere schwere Erkrankung. Aber die Gemütsschwere vermag es nicht zu heilen. Und es ändert auch nichts an dem täglichen Hamsterrad. Ich muss dabei oft an meinen Opa denken, der immer gesagt hat, was er alles machen möchte, wenn er Rentner ist. Am Ende ist er dann kurz nach Rentenbeginn an Krebs gestorben, mein anderer Opa hat noch nicht einmal das Rentenalter erreicht und meine beste Freundin ist mit 19 ermordet worden. Alle haben ihre Sehnsüchte und Wünsche nicht umsetzen können. Ich wünschte oft, ich würde mir auch vorstellen können mit Rentenbeginn meine Träume zu erleben - ich weiß nur nicht einmal welche das überhaupt sind. Die Sinnfindung im Leben erscheint mir das schwierigste überhaupt, da sie anscheinend nicht mit Denken zu lösen ist.

    Ich hab durch meinen Hormonmangel wirklich grauenhafte Schlafstörungen gehabt. Die sind mit Beginn der Hormonersatztherapie viel besser geworden, kommen jetzt aber wieder auf. Vielleicht muss ich da nochmal nachjustieren, ich hab sehr niedrig dosiert gestartet. Schlafmangel ist nicht unterschätzen. Nicht umsonst ist das eine Foltermethode. Vielleicht führst Du mal ein Schlaftagebuch und schaust, ob Du Ein- oder Durchschlafstörungen hast und ob das immer zur gleichen Zeit passiert? Ich war immer um 04:00 glockenwach und konnte partout nicht einschlafen. Jetzt nehme ich abends transdermal bioidentisches Progesteron - das klappt ganz prima. Leider ist meine extreme Erschöpfung als PMS Problem immer noch nicht gelöst und leider kommen auch die Gelenkschmerzen in der zweiten ZH wieder durch. Aber durch die bessere Schlafqualität kann sich auch gemütsmäßig einiges verbessern. Ich will Dich da nicht in etwas reinquatschen, aber der Hormonumbruch bei der Frau ist schon heftiger als allgemein bekannt und ich habe den Eindruck, dass erst langsam durch Ärzte wie Sheila de Liz darüber Bewusstsein entsteht.

    Kannst Du Dich gut erholen, wenn Du so schlapp bist oder hast Du das Gefühl Du müsstest jetzt was dagegen tun, um wieder fitter zu sein? Kannst Du gut faul sein und die Schlappheit einfach Schlappheit sein lassen?

    Was tust du, um am Ball zu bleiben?

    Ich übe mich in Achtsamkeit. Das ist ein Begriff, den ich früher überhaupt nicht verstanden habe. Hab das immer für irgendwelchen esoterischen Krams gehalten. Das ist heute anders. Gelingt nicht immer, aber immer besser die Dinge, die man macht mit vollster Aufmerksamkeit zu tun.

    Ich esse bewusst, ich arbeite bewusst, ich sportel bewusst. Nur diese eine Sache hat dann die Aufmerksamkeit und nicht noch andere Dinge parallel. Ich schaue nicht nebenher noch schnell Mails durch, checke das Wetter oder telefoniere nebenher. Ich esse nicht noch das Brot im Auto - jedes Ding und jede Handlung bekommt die Aufmerksamkeit, die sie benötigt. Im Jetzt!

    An diese Grundprogramm schließen dann natürlich auch noch weitere Handlungen - wie zum Beispiel nicht schon alle Eventualitäten, die irgendwann mal passieren können zu durchdenken. Es kommt wie es kommt. Ich muss keine Angst vor den Dingen haben, die dann morgen doch nicht passieren.

    Wie sind Deine Rückfälle passiert? Ich habe auch eine Partydrogenvergangenheit. Da ist mir nach einigen Startschwierigkeiten allerdings kein Rückfall passiert, weil mir die Mächtigkeit der Substanzen viel klarer war.

    Nichtsdestotrotz denke ich gefühlt 100 mal am Tag an Alk, zwei Seelen ach in meiner Brust....naja, kennt ihr alle, den ständigen Widerstreit....

    Das kenne ich aus den ersten Wochen sehr gut. Es hat das Bewusstsein für die Gefahr wach gehalten. Ich fand die ständigen Gedanken immer sehr anstrengend, aber auch mahnend.

    In der Vergangenheit war es dann oft so, dass nach 10 Monaten bis spätestens 1 Jahr überhaupt kein Gedanke an Alk mehr vorhanden war. Mein Alltag gestaltet sich komplett anders als früher und mittlerweile ist das Nichttrinken auch bei gesellschaftlichen Anlässen absolute Normalität. Und in diesen Zeiten ist bei mir früher oft der Rückfall passiert. Ich hab da nie aktiv nach Alk gesucht, sondern es war immer eine Festivität, Prüfungsfeier oder ein Urlaub oder Silvester oder eine Beerdigung, Hochzeit, wo ich aus dem Nichts plötzlich ein Glas in der Hand hatte und dachte. "Ach, das passt schon. Ich bin soweit weg von damals..." das waren die Situationen, die immer wieder alles vernichtet haben. Sogar nach 2 Jahren Abstinenz! Ich war nicht immer sofort wieder bei 100%, aber oft kam dann der komische Gedanke, dass das gut geklappt hätte und die Gefahr gebannt ist. Und dann hat sich noch eine Situation ergeben und noch eine und dann war das lange Wochenende und zu Hause, Garten... es finden sich ja so viele Gründe.

    Für mich fängt jetzt die eigentliche Bewusstseinsarbeit an. Wenn Alk keine Bedeutung mehr im Alltag hat, muss ich aktiv das Bewusstsein für die Gefahr beleben.

    Mich 3 Leuten geoutet Alkoholikerin zu sein. Wurde ja von den "erfahrenen Abstinenzlern" empfohlen.

    Um sein eigenes Vorhaben zu bestärken.

    Ich möchte zum Schluss trotzdem noch einmal richtig stellen, dass das keine grundsätzliche Empfehlung der User hier ist. Das stimmt einfach nicht.

    Hallo Maggi, von mir auch noch ein herzliches Willkommen.

    Jetzt ist schon eine Woche geschafft. Jeder Tag ohne Alkohol ist gewonnene Lebensqualität.

    Du schreibst, dass Du Stresstrinker bist? Oder bist Du Entspannungstrinker, um dem Stress zu entgehen? Mir hilft es wirklich sehr regelmäßig zu sporteln und meine Abendrituale umzusetzen. Dazu gehört bei mir immer ein leckeres Essen, meine Teezeremonie mit Schlaftee und ne Runde Youtube zu Themen, rund um mein Hobby. Ich stelle mir im Bett ganz oft den Timer, weil ich dabei oft schon wegdöse. Für viele funktioniert das nicht, man sollte auch möglichst nicht auf das Smartfon glotzen oder TV schauen. Bei mir geht das ganz gut, weil ich eigentlich nur Youtube höre, eher wie ein Hörbuch.

    Zusätzlich zwinge ich mich abends nicht mehr an Arbeit zu denken und auch am Wochenende grundsätzlich nicht zu arbeiten oder darüber nachzudenken. Mir fällt immer wieder auf, dass ich dadurch, dass ich am Wochenende mal zwei Stunden arbeite oder Dinge begrübel, nicht mehr geschafft bekomme. Es reicht am Montagmorgen loszulegen.

    Das war ein langer Prozess, weil ich Alk immer genutzt habe, um meine Gedanken anzuhalten. Meiner Erfahrung nach dauert es ein paar Wochen, bis man die Gelassenheit zurückbekommt und ich hatte anfangs das Gefühl nie richtig runterfahren zu können, immer getrieben zu sein. Ich bin mir sicher, dass es einfach lange dauert, bis sich hormonell alles wieder eingependelt hat. Dopamin und andere Transmitter - all das, was vorher mit dem Öffnen der Flasche sofort verfügbar war, muss wieder natürlich freigegeben werden.

    Einige, ich behaupte mal, nicht gerade wenige sind geheilt vom Alkoholismus. Sie verspüren weder Suchtdruck, noch ein hin und wieder unstllbares Verlangen.

    Du erliegst einer falschen Schlussfolgerung: "Weil ich keinen Suchtdruck mehr habe, bin ich geheilt." Das stimmt nicht. Meine Suchterkrankung ist immer da. Sie ist nur gerade nicht aktiv, sie ruht.

    Ich bin aber nie geheilt, denn ich weiß sicher aus den vielen Runden, die ich gedreht habe, dass ein feuchtfröhlicher Abend meine Suchterkrankung wieder ausbrechen lässt.

    Das ist wie bei einer Allergie - wenn ich gerade keine akute Pollenbelastung habe, habe ich keine Symptome. Dann bin ich doch auch nicht geheilt. Oder meinetwegen Zöliakie, kann man auch zum Stillstand bringen, aber nicht heilen.

    Deine Annahme führt leider bei vielen Suchtkranken immer wieder zu der falschen Hoffnung irgendwann kontrolliert trinken zu können. Man wäre ja geheilt und kann einen neuen kontrollierten Start wagen.

    Hallo Erna!

    Von mir auch ein herzliches Willkommen. Ich bin auch eine, die viele Runden gedreht hat, mit der Hoffnung das doch irgendwie kontrollieren zu können. Ich bin davon überzeugt, dass kontrolliertes Trinken nicht funktioniert. Es ist ein Irrglaube, den uns die Sucht immer wieder versucht einzureden.

    Ich wollte auch gelegentlich trinken, um einfach normal wie andere Menschen am sozialen Leben teilzunehmen. Heute habe ich mich von dem Gedanken verabschiedet, dass ich normal wäre, wenn ich wie andere in einem normalen Rahmen trinken kann. Ich bin normal - ohne zu trinken. Es ist völlig in Ordnung nicht zu trinken - wenn sich andere daran stören, sind sie nicht normal.

    Und zuletzt schließt die Frage an, warum ich mich immer wieder abschießen musste. Bei mir war es immer der Wunsch nach ein paar Glücksgefühlen in diesem ganzen Alltagsscheiß und der Wunsch den Kopf anzuhalten. Meine Gedanken, die mich den ganzen Tag angeschrieen haben waren dann für einige Zeit ruhig.

    Meine Leistungen bei der Arbeit lassen stark zu wünschen übrig, meine sozialen Kontakte gehen gen Null, ich hab Panikattacken und ärgere mich über die vertane Lebenszeit. Ich hatte so viele Pläne für den Sommer. Was hab ich umgesetzt? Natürlich nIchts....

    Ich ahne, dass es mir dieses Mal wieder sehr schwer fallen wird. Hadere gerade auch noch mit meiner Motivation.

    Deine Motivation hast Du sogar schon beschrieben. Du ärgerst Dich über die vertane Lebenszeit - sehr gute Erkenntnis!

    Arbeite doch mal gedanklich aus, wie ein erfülltes Leben sein könnte. Was würdest Du machen, was erfüllt Dich mit Freude.

    Die erste Zeit ist nicht leicht. Aber ich kann Dir versichern, dass es leichter wird. Wenn Du Abstand zum Alkohol gewonnen hast, wirst Du die Vorzüge des nüchternen Lebens erkennen. Ich bin ähnlich alt wie Du und ich erkenne immer mehr wie wenig Restlebenszeit überhaupt noch kommt. Nutz das jetzt, Du kannst noch richtig schöne und gesunde (!) Jahre erleben. Mit Alk gehts nur noch bergab. Setz Dir ein kleines Ziel - mach mal 6 Wochen ohne und dann schau mal, was passiert. Das kannst Du schaffen.

    Hallo Tron,

    ich habe Deine Beiträge zusammengefasst. Ist leider nicht so schön geworden wie gedacht, sorry.

    Von mir jetzt noch einmal ein herzlich Willkommen. Dass Du den Weg hierher gefunden hast, ist schon der erste Schritt.

    Ich kann Dir nur aus meiner Erfahrung sagen, dass die erste Zeit leider nie so leicht ist. Es ist alles neu, man muss sich plötzlich mit neu gewonnener Zeit auseinandersetzen, die man vorher im Rausch verbracht hat. Man schläft nicht halbkomatös im Rausch, sondern kann plötzlich nicht mehr einschlafen. All das muss sich erst wieder im Körper sortieren und meiner Erfahrung nach ist das etwas, was man nicht beschleunigen kann. So blöd es klingt - das muss man aussitzen. Der Abstand zum letzten Glas muss sich vergrößern. Der Körper benötigt Zeit seine Chemie wieder zu normalisieren. Es wird leichter, versprochen.

    Mir hat gegen Schlaflosigkeit geholfen abends nicht unmittelbar vor dem Schlafen, eher 2 Stunden davor ausreichend sportlich aktiv zu sein. Manchmal auch nur eine halbe Stunde spazieren gehen. Dann ritualisiert meinen Schlaftee zu trinken. Vielleicht hört Du ein Hörbuch zum einschlafen, liest etwas. Wenn man Nachts wach wird und partout nicht weiterschlafen kann, hilf mir aufstehen und dann eine Stunde später wieder hinlegen. Keine digitalen Aktivitäten.

    Ich habe auch keine Therapie gemacht, andere finden das sehr unterstützend. Finde da Deinen Weg. Aber frag Dich ehrlich warum Du trinkst. Nur aufhören ist für die meisten zu wenig. Du musst Deine Verhaltensmuster erkennen und bearbeiten. Hast Du in Deiner Partnerin eine gute Unterstützung? Könnt ihr euch austauschen? Das wäre ja schon eine gute Hilfe.

    Ich lehne den Begriff Alkoholiker ab, denn er reduziert den Menschen einzig und allein auf den Alkoholkonsum und blendet alles andere aus. Ein Mensch mit Alkoholproblem kann ebenso sein:

    - der liebevolle Opa, der die Tragödie des WW2 nicht verwinden konnte

    - der engagierte Vater, dier sich jeden Tag in einen Job schleppt, den er hasst, um die Familie zu stützen

    - die einsame Witwe, die keinen Anschluss mehr in der digitalen Welt findet

    - oder auch einfach die Partymaus, die nach Jahren feststellt, dass sie eine körperliche Abhängigkeit entwickelt hat

    Es gibt viele Gründe warum Menschen trinken und genauso viele, warum sie aufhören. Der Mensch ist viel mehr als sein Alkoholkonsum.

    Stimmt es, dass die Sucht nur schläft und immer da ist?

    Das glaube ich sicher. Ich glaube aber auch daran, dass man sein Bewusstsein für diese Tatsache schärfen kann, um einen Rückfall zu verhindern. Wann man diesen Punkt erreicht hat, kann man nur selbst einschätzen und natürlich besteht auch die Gefahr einer Fehleinschätzung.

    Liebe Emily, das überlege ich auch. Alles im Leben hat seine Zeit und ich bin froh, dass ich meinen letzten Versuch nüchtern zu werden und zu bleiben, hier begonnen habe. Wie Du weißt habe ich in der Vergangenheit viele Versuche unternommen, aber hier habe ich ein anderes mindset entwickelt, nicht zuletzt auch wegen der Menschen, auf die ich hier getroffen bin. Ich glaube tatsächlich, dass ich dauerhaft die Kurve bekomme habe.

    In meinem Alltag spielt Alk überhaupt keine Rolle mehr, weder gedanklich noch praktisch. Ich gehe auf Parties oder Veranstaltungen ohne darüber nachzudenken, ob es dort Alk gibt oder welche Ausrede ich verwenden könnte. Ich kümmere mich gerade um einige gesundheitliche Baustellen, wo Alk nur hinderlich wäre. Ich sehe noch mindestens 20 spannende Jahre vor mir, die ich ganz neu erfahren kann. Herausforderungen, denen ich neu begegne und am Ende muss ich auch feststellen, dass ich andere Themen im Leben habe, als das Kreisen um die Droge.

    Du warst für mich hier ein Vorbild, ein Leuchtturm! Und ich kenne kaum jemanden, der so gut seine Gefühlswelt artikulieren konnte wie Du. Deine Offenheit ist entwaffnend und inspirierend. Dafür möchte ich Dir gerne danken :) Wo auch immer uns unsere Wege hinführen, Dein Name ist für mich immer mit diesem Forum und meiner eigenen Reise verbunden.