Ich denke das muss jeder für sich selbst herausfinden. Ein dauerhaftes Leben in Vermeidung wäre für mich undenkbar gewesen, weil ich ein soziales Wesen bin und nicht meine Freizeitaktivitäten aufgeben wollen würde, um trinkende Menschen zu vermeiden. In meinem Sport wird viel gesoffen. Danach in der Gastro, bei der Preisverleihung, teilweise während der Runde. Alkohol trifft man in jedem Verein, Club oder Freizeitaktivität an.
Wenn ich mal auf privaten Feiern bin, wird da auch gebechert. Ich möchte die Leute trotzdem treffen, weil ich sie mag. Das sind auch keine Säufer, sondern einfach Menschen des Alltags, die zweimal im Jahr beim Osterfeier, Silvester oder wo auch immer was trinken. Der eine mal mehr oder weniger. Ich will mein Problem auch nicht auf andere übertragen. Nicht jeder, der mal eine feuchtfröhliche Party macht, hat ein Alkproblem. Es findet sich außerdem immer jemand zum quatschen, der nicht trinkt - die Fahrer.
Mir ist es mittlerweile völlig egal, was andere machen. Wenn es zu räudig wird, gehe ich früher. Was ich aber nicht mache, ist Bekanntschaften zu pflegen, die als Basis ausschließlich das gemeinsame Trinken haben. Wir haben sehr nette Nachbarn, die uns immer wieder einladen. Leider sind die beiden auch immer gut dabei und neben Wein und Bier, sind auch immer Schnäpse am Start. Man könnte daraus sicherlich eine gute Freundschaft entwickeln, aber die Sauferei steht dazwischen.
Nichtsdestotrotz halte ich es zumindest im ersten halben Jahr der Abstinenz für sinnvoll solche Kontakte wegzulassen. Ich war nach einem halben Jahr auf einer Silvesterparty im Urlaubshotel. Ging problemlos, aber war schon merkwürdig und etwas, was ich erstmal verarbeiten musste.