Beiträge von Sparkassen_Helga

    Hallo Scrat,

    das ist schön zu hören und ja, das kommt fast zu kurz im Forum. Wir haben fast zeitgleich den Absprung geschafft, ich bin seit 01.07. wieder im Leben. Ich schlafe auch viel besser, bin morgens erholt - sehe eine neue Frau im Spiegel. Ich mag, was ich sehe :love:

    Meine Konfliktfähigkeit hat sich gebessert. Ich habe weniger Angst vor schwierigen Terminen. Weniger Panik und weniger: was wäre wenn... keine 100 verschiedenen Möglichkeiten mehr durchgrübeln. Mehr Gelassenheit.

    Gitarre und Fitnesscenter stehen wieder auf meiner Liste, wenn die Tage kürzer werden. Aktuell verabrede ich mich morgens um 10:00Uhr zu einer Wanderung/ Sport/ Golf/ Frühstück ohne völlig verkatert zu sein. Der Tag hat wieder echte 24 Stunden.

    Zitat von DAZ 2002

    Alkoholismus: Naltrexon bewährt sich nicht bei schwerer Alkoholabhängigkeit

    Naltrexon wurde 1995 in den USA zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit zugelassen. Der Opiatrezeptorantagonist wurde eingesetzt, da man vermutete, dass Euphorie und weitere angenehme Effekte des Alkohols über eine Stimulation des µ-Opioid- Rezeptors vermittelt werden. Die damals vorliegenden Studien zeigten, dass Naltrexon in Kombination mit psychosozialer Behandlung den Alkoholkonsum senkt. Neuere Studien konnten dieses Ergebnis nicht bestätigen.

    Die Frage ist doch: warum willst Du weitertrinken? Es geht bei dem Ansatz von Sinclair darum weiter trinken zu können, wenn man noch einen halbwegs moderaten Konsum hat, um nicht weiter in die Abhängigkeit und Toleranz zu rutschen. Das bedeutet ein Medikament mit Nebenwirkungen dauerhaft zusätzlich zu dem schädigenden Alkohol einzunehmen. Lediglich 5% schaffen mit der Sinclair Methode den Absprung vom Alkohol - ich glaube fast die Quote mit stationärem Entzug und Langzeittherapie ist besser.

    Meines Erachtens muss das Ziel sein frei vom Alkohol zu werden. Ich glaube nicht an kontrolliertes Trinken, egal ob mit oder ohne Craving-Medikamente - kann mir aber vorstellen, dass Naltrexon ein Weg sein kann, um das Trinken zu beenden, wenn man das wirklich will und das als Hilfsmittel braucht, weil man aus welchen Gründen auch immer nicht die Auszeit für einen stationären Entzug nehmen kann. Ich kenne bestimmte Menschen, die berufsbedingt trinken müssen - für die wäre dies eine Möglichkeit schlimmeres zu verhindern.

    So wie Du Dich beschrieben hast, kannst Du zur stationären Entgiftung gehen und ein trockenes Leben danach führen. Ist das nicht eine viel verlockendere Vorstellung?

    Du sagtest Deine Schwiegermutter ist dement - ich weiß ja nicht wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Ich könnte meinem Schwiegervater jeden Tag erzählen, dass ich seinetwegen gerade mal mit dem Arzt gesprochen hätte oder ihn besuchen wollte. Der würde sich nicht darüber wundern. Er erzählt mir sogar jedesmal, dass mein Mann gestern auch da war - was natürlich totaler Quatsch ist. Weiß sie überhaupt auf welcher Station sie ist, also was da behandelt wird? Und wie oft würdet ihr euch überhaupt über den Weg laufen, ihr teilt euch sicherlich kein Zimmer. Und was genau ist das Problem, wenn ihr zusammen da seid? Mit einem gebrochenen Bein würdest Du Dich ja auch behandeln lassen und nicht warten bis sie weg ist.

    Ich will nochmal was zum Schilddrüsenthema schreiben, weil ich da viele Jahre von Ärzten im Stich gelassen worden sind. Ich hab Autoimmun-Thyreoiditis seit 30 Jahren. Ich wiege 55kg und habe über Jahre nur 75µg erhalten, weil es immer hieß super eingestellt, TSH ist prima und sie sind ja auch schön schlank - das MUSS korrekt sein. Eine Ärztin meinte sogar ich könne absetzen, obwohl meine Antikörper über 2.000 lagen. Ich würde Dir gerne das Buch von Leveke Brakebusch empfehlen und das Forum ht-mb.de Seit über 10 Jahren nehme ich nun 125µg und hatte vom allerersten Tag an nie wieder eine Panikattacke - nicht ansatzweise. Ich weiß wirklich was das heißt aus dem Nichts Panikattacken zu bekommen. Am Ende wurde mir erklärt das sei alles psychisch. Von wegen. Die Dosis machts, und die ist IMMER individuell. Mein aktueller Arzt ist sehr flexibel und akzeptiert auch einen TSH von 0,2. Seitdem geht es mir was das angeht wirklich prima. Schau da nochmal genau hin.

    Hallo Nenilius,

    mir tut es fast körperlich weh Deinen Beitrag zu lesen. Es tut mir sehr leid, dass Du in so einem schlechten Zustand bist. Umso besser, dass Du den Teufelskreis durchbrechen willst. Es wird alles leichter ohne Alkohol.

    Zu Deinen Verstopfungen fällt mir beim Thema Alkohol nicht viel ein. Aber Du nimmst auch Tavor? Regelmäßig? Tavor begünstigt Verstopfungen. Ist Deine Schilddrüse in Ordnung? Manchmal sind Depressionen, Schilddrüsenprobleme und Alkohol vergesellschaftet. Die Darmflora kann auch durch den Alkoholkonsum in Mitleidenschaft gezogen sein - versuche Dein Mikrobiom mit guten Lebensmitteln aufzubauen. Vollkorn, Gemüse und Fermentiertes können helfen. Ggfls auch eine Unverträglichkeit ausschließen lassen. Bis dahin helfen Dir evtl. aufgeweichte Flohsamenschalen? Sauerkrautsaft ist schon eher für Fortgeschrittene, oder? Aber es gibt von Voelkel einen fermentierten Gemüsedrink "Fitnessdrink", der hat auch abführende Wirkung.

    Ich bin auch kein Typ, der mit Fremden face-to-face über Probleme sprechen kann. Hier in der Anonymität fällt es mir sehr leicht. Nutz Du auch diese Quelle von Menschen, die Dich verstehen. Niemand trinkt einfach so. Wir haben hier alle unsere Probleme auf unterschiedlichen Ebenen und können uns gut gegenseitig Trost spenden und auch Hilfestellung, wenn es um ganz praktische Probleme geht.

    Zitat

    https://www.focus.de/gesundheit/ges…_179343001.html

    „Wie oft trinken Sie sechs oder mehr alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit?“

    „Haben Sie jemals morgens zuerst Alkohol getrunken, um sich nervlich zu stabilisieren?“

    Wird die erste Frage mit „häufig“ oder gar „regelmäßig“ beantwortet, so deute dies auf ein problematisches Verhältnis zu Alkohol hin. Die Beantwortung der zweiten Frage mit „Ja“ stelle ebenfalls ein eindeutiges Indiz dar. In Kombination haben diese beiden Fragen eine Trefferquote von 87 Prozent.

    Na dann...

    Argumente wie Glücks- und Spassverstärker, Teil der Kultur u.ä. mögen zwar stimmen, doch muss man sich deshalb gleich an den Ruin herantrinken? (...)


    Der Grund warum man trinkt ist doch die eigentliche "Krankheit", das Defizit.

    "Man" trinkt sich eben nicht an den Ruin. Du hast Dich an den Ruin herangetrunken und andere auch. Viele aber nicht. Viele Menschen können Alkohol in ihr Leben integrieren ohne damit ein Problem zu haben.

    Der Grund warum man trinkt ist nicht zwangsläufig eine Krankheit - Menschen wie mein Mann trinken, weil sie Spaß daran haben und einfach mal aus dem Alltag ausbrechen. Das ist keine Krankheit. Du hast Alkohol missbräuchlich verwendet. Ich auch.

    Was interessiert Dich was andere machen? Für die eigene Zufriedenheit ist wichtig, dass man für sich Klarheit hat und andere Menschen so lässt wie sie sind. Egal, ob Sie sich "an den Ruin" trinken oder ganz normal damit umgehen oder was auch immer. Finde für Dich heraus warum Du gesoffen hast und löse das für Dich.

    Bist Du aktuell zufrieden mit Deinem Leben? Hast Du Sozialkontakte, die Du regelmäßig trifft? Trinken die? Wenn ja, wie?


    Nachtrag:

    Viele Menschen können mit Alkohol verantwortungsvoll umgehen - keine Frage, doch ein Siebentlel bis ein Fünftel der deutschen Bevölkerung schafft das eben nicht.

    Woran liegt das? Die sind doch nicht alle doof.

    Menschen, die Drogen, egal ob Alk oder anderes, missbräuchlich verwenden haben in der Regel keine anderen Strategien erlernt mit Problemen oder seelischen Konflikten umzugehen. Das zu erkennen und Strategien zu entwickeln ist der erste Schritt zur zufriedenen Trockenheit.

    Normales Trinkverhalten hat beispielsweise mein Ehemann. Der trinkt vielleicht 4x im Jahr was. Gerne beim Osterfeuer von einem Freund, wo sie bis morgens um 05:00 feiern, fröhlich sind und sich Geschichten von früher erzählen. Dabei haut er sich bestimmt zwei, drei Gin-Tonic rein, vielleicht auch 4 und/oder noch ein Bier. Dann bei der Grillparty im Sommer bei Freunden. Dieses Jahr hat er genau ein halbes Bier getrunken. Jetzt fährt er in den Urlaub mit seinen Jungs und sie trinken möglicherweise am Strand Bier oder Sangria oder was auch immer - vielleicht aber auch nicht. Vielleicht trinkt er im Weihnachtsurlaub mit mir auch was (er trinkt, nicht ich). Na und? Sein Konsum ist weit weg von einem problematischen Verhalten.

    Und selbstverständlich ist jeder Schluck Gift für den Körper. Aber jeder Mensch hat zum einen das Recht sich zu schaden - das ist in unserem Land erlaubt, solange man sich nicht umbringt oder anderen schadet. Und zum anderen ist Alkohol auch ein Glücks- und Spaßverstärker. Ich finde das kann man auch als Alki akzeptieren ohne gleich einen Rückfall zu befürchten. Ich selbst habe sehr viel Spaß mit Alkohol auf Parties gehabt. In vielen Kulturen sind Rauschgifte Teil der Kultur. Egal ob Cannabis, Kratom, Pilze, Ayahuasca, als Möglichkeit vom Alltag zu dissoziieren.

    Ich würde mich hüten einem erwachsenen Menschen eine Binse zu erklären. Das klingt verbittert, neidisch und macht unsympathisch. Nur weil ich unfähig bin mit Rauschsubstanzen umzugehen, muss ich das nicht dem Rest der Welt verbieten.

    my two cents

    Klar ist Alkoholismus eine chronische Krankheit und in gewissem Sinne auch nicht wirklich heilbar. Chronisch bedeutet doch, dass "wir" niemals mehr in der Lage sind ein normales Trinkverhalten in unser Leben zu integrieren - egal wie lange wir abstinent sind. Für mich ist diese Erkenntnis der wichtigste Schritt zur akuten "Heilung". Heilung im Sinne von Symptomfreiheit.

    Ich vergleiche das gerne mal mit meiner Autoimmunkrankheit. Diese ist auch nicht heilbar und führt unbehandelt zu schweren Symptomen und am Ende auch zum Tod. Durch die tägliche Einnahme meiner Medikamente kommt die Krankheit zum Stillstand. Bis die letzten Symptome (nach Beginn der medikamentösen Therapie) abklingen dauert es auch Monate. Ich habe durch meine Medikamente eine ähnlich gute Lebenserwartung wie ein gesunder Mensch bei guter Lebensqualität. Die Krankheit ist immer da, ist unheilbar, kann aber behandelt werden. Diese Behandlung ist auch eine Form von akuter Heilung, wenn man den Begriff als Symptomfreiheit versteht.

    Das Weglassen von Alkohol führt ebenfalls dazu, dass Craving und Kontrollverlust abnehmen. Die Suchterkrankung kommt zum Stillstand. Lebensqualität und Lebenserwartung nähern sich einem gesunden Menschen wieder an. Es dauert halt einige Zeit bis die letzten Symptome völlig verschwunden sind.

    Bei der einen chronischen Krankheit muss man was weglassen, bei der anderen etwas ergänzen.

    Andere psychotrope Substanzen bewirken ähnliches, doch die nehmen wir ja nicht - komisch! Da wissen wir, die sind schädlich.

    Ich schon - ich habe ziemlich viel in meiner Jugend konsumiert, es dann aber auf Substanzen reduziert, die meine Alltagstauglichkeit nicht zu sehr beeinträchtigt haben. Ich musste ja meinen Lebensunterhalt bestreiten, was nicht gerade einfach ist, wenn man mit tellergroßen Pupillen am Schalter in der Bank steht.

    Was ist also die eigentliche (!) Krankeit? Unsere Unwissenheit, Dummheit, Schwäche, unseren Körper nicht vor Schaden bewahren zu wollen? Ihn vorsätzlich (!) zu vergiften?

    Das würde man wohl eher als Borderline-Störung bezeichnen. Spontan denke ich da eher an selbstverletzendes Verhalten, wie zB. ritzen.

    Der Alkoholiker benutzt den Rauschzustand, um sich in einen anderen Gefühlszustand zu bringen, nicht um sich aktiv körperlich zu schaden. Genauso wie andere substanzabhängigen Süchte. Spielsucht ist nur insoweit anders, als dass der Rausch durch körpereigene Botenstoffe ausgelöst wird. Oder Sexsucht oder Internetsucht.

    Meine Frage an Dich: bist Du mit Dir im Reinen, was Deine Trockenheit angeht? Haderst Du damit? Und wenn ja, in welchen Situationen? Und wie immer natürlich der Hinweis: Du musst das nicht beantworten.

    Ich kenne das auch sehr gut, dass plötzlich eine Situation auftaucht, wo wie selbstverständlich Alkohol dabei ist. Hatte das mit meiner Mädelsrunde beim Golfen, mit den Nachbarn und ganz unerwartet auch beim Griechen, wo wortlos der Ouzo auf den Tisch gestellt wurde. Im Restaurant, wo man gefragt wurden, ob man eine Weinempfehlung zum Menü wünscht... ich reagiere dann innerlich immer latent panisch - was ja eigentlich völlger Quatsch ist - Nein zu sagen ist nichts wofür man sich rechtfertigen müsste und trotzdem habe ich dann immer eine lange Ausredenliste. Ich bin fest davon überzeugt, dass das mit der Zeit souveräner zu lösen ist.

    In der Vergangenheit habe ich zweimal alleine mit Drogen aufgehört, während mein Partner weiter konsumiert hat. Das erste Mal waren es Partydrogen. Mein langjähriger Jugendfreund ist immer noch dabei und ich habe mich dann einige Monate später trennen müssen, weil mir das Rückfallrisiko zu hoch schien. Außerdem ist der Lifestyle ja doch ein anderer, ob man konsumiert oder nicht.

    Meinen Entzug von Zigaretten habe ich mit 29 gemacht. Mein damaliger Partner hat nicht aufgehört zu rauchen. Die Veränderung der Lebenseinstellung hat am Ende auch zur Trennung geführt.

    Versteh mich nicht falsch - man kann sicherlich auch zusammen sein, wenn der Partner trinkt. Ich stelle für mich aber fest, dass ich andere Freizeitaktivitäten bevorzuge und auch andere Menschen treffe, wenn ich nicht trinke. Ich hatte in der Vergangenheit schon längere Trockenphasen und kann für mich immer feststellen, dass ich dann doch ein anderer Mensch bin. Ich ertrage mit Alkohol andere Menschen besser. Was eigentlich total blöd ist. Besser man umgibt sich mit Menschen für die man keinen Alkohol braucht.

    Dass Dein Partner zu Hause nicht mehr trinken will ist sehr positiv.

    Hallo Nyssa,

    hätte ich damals durchgehalten wären es bei mir jetzt schon 5 Jahre. Es ist müßig zurück zu blicken. Die Zukunft beginnt jeden Tag aufs Neue. Ich gratuliere Dir zu den 2 Monaten. Ich bin auch grad wieder 3 Monate dabei - diesmal hoffentlich für den Rest des Lebens. Gestern Abend hatte ich auch wieder einen kurzen Gedanken an das kontrollierte Trinken. Mir ist aufgefallen, dass ich an dem Tag insgesamt wenig getrunken hatte und so hat mein Suchtgedächtnis den normalen Durst gleich mal wieder genutzt um sich zu melden. 1 Kanne Schlaftee und eine Folge Netflixserie später war schon wieder Ruhe.

    Ich mag auch keine SHGs. Einfach aus dem Grund, dass bei uns jeder jeden kennt und ich nicht mein Inneres vor fremden Menschen besprechen möchte. Hier in der Anonymität finde ich es sehr komfortabel.

    Du musst schauen, was am besten für Dich passt. Bis zum Monatsende ist es nicht mehr lange hin und ich würde die Zeit nutzen die Zukunft gedanklich vorzubereiten. Willst Du damit in Deinem Umfeld offensiv umgehen? Hast Du Freunde, Lebenspartner oder andere Menschen, die Dich in Deinem Vorhaben unterstützen? Oder soll das Umfeld nichts davon wissen?

    Wie läuft das denn konkret ab? Gehst Du nach der Entgiftung in eine stationäre Reha? Oder passiert das ambulant?

    Hallo Paddy, auch von mir ein herzliches Willkommen!

    Mein endgültiger Entschluss das Saufen aufzugeben, war auch dem körperlichen Verfall geschuldet. Auch wenn Du gerade hochmotiviert bist, werden schwierige Tage kommen. Die Sucht kann ein ganz schön fieses Arschloch sein und versuchen Dich reinzulegen. Meine Sucht hat mir gerne an schönen Tagen erklärt, dass das mit dem Trinken gar nicht sooo schlimm war und ein kleines Glas am Strand völlig ok ist. Sei darauf vorbereitet und schau mal hier im Forum welche Strategien es gibt dem zu begegnen. Meist ist nach wenigen Stunden wieder Ruhe im Kopf. Auch Langeweile begünstigt diese Suchtgedanken.

    Du hast geschrieben, dass Du abends viel getrunken hast. Was willst Du abends alternativ machen? Trockene Abende können anfangs sehr lang sein, gerade jetzt, wo der Winter kommt und man weniger draußen machen kann. Ich gehe im Winter gerne ins Fitnesscenter und Sauna, backe Brote oder lerne eine Sprache. Playstation spielen ist für mich auch eine gute Winterbeschäftigung.

    Meine Dauemn für Dein Vorhaben sind gedrückt und hier im Forum findest Du immer jemanden zu quatschen.

    Hallo Letzte Chance,

    einfach nicht mehr trinken reicht meist nicht. Wichtig ist eine Analyse wie es zu dem Rückfall gekommen ist, um eine Strategie für das nächste Mal zu erarbeiten. Bei mir sind Trauer und Langeweile große Themen. Trauer kann ich nicht lösen - da klammere ich mich an den Gedanken, dass es nach einigen Stunden oder am Folgetag besser wird, Langeweile kann ich begegnen, indem ich raus gehe oder bei schlechtem Wetter endlich mal die Kartons vom Dachboden sichte und bei Kleinanzeigen einstelle oder Rezepte wälze.

    Ich war die letzten Tage auch gefährdet und habe viel mit meinem Mann gesprochen. Was mir sehr hilft, ist der Tag nach dem erfolgreichen Widerstehen. Ich habe mir ganz bewusst vergegenwärtigt welchen Vorteil es hatte, dass ich am Vortag nicht getrunken habe. Da war zum einen der gute erholsame Schlaf, das nicht völlig verkaterte Gefühl am Folgetag, mit dem man sich dann bis zum Abend geschleppt hat, nur um das Konterbier zu trinken. Da war vor allem die Freiheit im Kopf den Tag so gestalten zu können wie man will.

    Tom hat es ja auch schon geschrieben, die intrinsische und extrinsische Motivation. Willst Du nicht mehr trinken und warum nicht? Kommt der Wunsch aus Deinem Inneren um Deiner selbst Willen? Oder wollen nur andere, dass Du nicht mehr trinkst? Deine Familie und Du würdest permanent das Gefühl haben zu verzichten? Es wird sehr schwierig letzteres dauerhaft durchzuhalten. Ich denke erst wenn man feststellt, dass das Nichttrinken kein Verzicht, sondern Bereicherung und Freiheit ist, wird der Weg leichter.

    Erzähl doch mal wie es zu dem Rückfall gekommen und ist und was Deine Familie jetzt dazu sagt. Die hatten Dir ja ein Ultimatum gesetzt. Ich würde das ernst nehmen, auch wenn sie vielleicht diesen Rückfall noch einmal tolerieren. Eine Freundin von mir ist auch an dem Punkt und organisiert gerade ihren Auszug - der Ehemann ahnt überhaupt nichts, weil sie keine Lust mehr auf das Drama hat. Die haben schon so viele Runden gedreht und er hat immer wieder Besserung versprochen. Am Ende wird es dort auch so laufen, dass er völlig überrascht ist und ihr vorwerfen wird, sie hätte doch was sagen sollen.