Beiträge von Sparkassen_Helga

    Du hast Recht - man durchschaut das Muster mit jedem Rückfall. Wenn ich jetzt darüber nachdenke meinte ich wohl etwas anderes, was ich gar nicht richtig zuende gedacht habe.

    Mit jedem Rückfall war für mich der neue Anlauf schwieriger, weil es ja nun sowieso passiert ist und dann sauf ich jetzt halt noch ein bisschen weiter bis ich den richtigen Zeitpunkt für das Aufhören wieder gefunden habe. Ich hatte in der Vergangenheit nie einen Ausrutscher und dann am Folgetag wieder zurück in die Nüchternheit gefunden - ich musste für den neuen Anlauf immer erstmal wieder ein paar Wochen weitertrinken.

    Hallo TGVD,

    herzlich Willkommen auch von mir. Wenn Du aufhören willst zu trinken ist es sinnvoll sich über den geeigneten Tag Gedanken zu machen. Heute aufzuhören, wenn nächste Woche die Weihnachtsfeier stattfindet, nun ja - kann man machen - die Wahrscheinlichkeit, dass das in die Hose geht ist recht groß. Mit jedem Rückfall wird der nächste Anlauf wieder schwieriger. Die ersten 2-3 Wochen empfinde ich als recht herausfordernd, danach wird es leichter.

    Zum Cocktailkurs: meld Dich krank und geh nicht hin. Ich hab auf Firmenfeiern nie was getrunken, weil ich nicht dafür garantieren konnte, dass es zu später Stunde nicht doch noch eskaliert und ich mich so peinlich benehme, dass ich am liebsten den Job wechseln möchte. Ich habe die peinlichen Aktionen der Kollegen zur Kenntnis genommen und nach der Veranstaltung zu Hause getrunken.

    Viel problematischer sehe ich Deine Beziehung mit einem Alkoholiker. Mit meiner ersten langährigen Partnerschaft habe ich Alkohol, Cannabis und Partydrogen konsumiert und Zigaretten geraucht. Als ich den Absprung von Partydrogen versucht habe, war ich immer wieder im Konflikt mit meinem damaligen Partner. Wir haben uns gegenseitig immer wieder in den Abgrund gezogen. Erst die Trennung hat mich den Absprung von LSD, XTC, Speed, Pilzen und Co schaffen lassen. Ich habe damals meinen Lebensmittelpunkt in eine andere Stadt verlegt, wo ich keinerlei Quelle für solche Substanzen kannte.

    Danach zweite langjährige Partnerschaft. Absprung vom Rauchen (und auch kiffen) hat auch eine unsichtbare emotionale Trennung bewirkt. Man lebt einfach ein anderes Leben - hat andere Interessen. Er war dann Abends oft weg bei Freunden wo konsumiert wurde.

    Heute habe ich einen Partner, der überhaupt nichts konsumiert. Wenn er auch trinken würde, bin ich mir sicher, dass ich entweder weiter trinken würde oder irgendwann die Trennung käme. Dein Partner ist nicht stabil trocken. Das ist ein Problem. Glaubst Du, dass ihr euch beide motivieren könntet, dass ihr dauerhaft zusammen trocken sein? Habt ihr ein gutes Fundament und gemeinsame trockene Interessen?

    Hat er parallel zu der professionellen Therapie eine Selbsthilfegruppe? Ich könnte mir gut vorstellen, dass es sowas im Netz oder auch vor Ort zu finden gibt. Dort könnte man sicherlich auch mal horchen wie andere in Deutschland eine englischsprachige Therapie gefunden haben.

    Ist Englisch seine Muttersprache?

    Ich kann das was Tom geschrieben hat, nur bestätigen. Keiner von uns hat getrunken, weil es so schrecklich war besoffen zu sein. Wir haben alle darin unser Seelenheil gefunden. Für mich war Alkohol die ultimative Medizin, um einen unangenehmen Zustand innerhalb von wenigen Minuten in einen Schönen zu verwandeln. Das Problem ist nur, dass man sich damit körperlich und seelisch zugrunde richtet.

    Wenn Du Dich ehrlich mit den Konsequenzen, die das für Dein zukünftiges Leben hat auseinandergesetzt hast, wirst Du Deinen Weg erkennen und Verantwortung für Dich und Dein Handeln übernehmen.

    Das klingt super, Paddy ich sehe den Wald auch als Therapieraum. Das viele Grün, der Geruch - herrlich. Es fühlt sich alles so lebendig an und macht so klar im Kopf. Ich hab übrigens auch einen Banksy im Wohnzimmer hängen, den "Thrower": Ist auch eine Möglichkeit einfach mal den Blick auf die Situation umzudrehen.

    Für mich klingst Du sehr positiv und ich glaube Du schaffst das bestimmt auch ohne die Langzeittherapie direkt im Anschluss.

    Paul, wir haben mittlerweile alle verstanden, was Du für ein Supertyp bist, der alle Herausforderungen des Lebens mit einem Handstreich erledigt.

    Ich kann Dir versichern, dass es keine einfachen Lösungen in komplexen Situationen gibt. Die Geschichte zeigt, dass soetwas zum scheitern verurteilt ist. Deine Simpel-Lösung "einfach nicht mehr an Alkohol denken, dann ist das alles ganz easy" ist eine Abwertung der Menschen, die ernsthafte Suchtprobleme haben. Auch wenn Du das nicht explizit aussprichst.

    Es ist bei Sucht nicht die Flasche Bier, die im Regal steht, die man nicht mehr anschauen kann, weil sie evtl. Suchtdruck auslöst. Ich muss nicht mit gesenktem Kopf durch die Schnapsabteilung laufen. Suchtdruck entsteht oft durch emotionale Konflikte, die Betroffene mit Alkohol oder anderen Drogen gelöst haben. Und für mich gesprochen löst nicht die Flasche Bier oder andere Drogen die auf dem Tisch liegen den Suchtdruck aus, sondern Probleme, die mich alltäglich emotional belasten und unlösbar sind. Und ich habe keine andere Möglichkeit diese Scheißgedanken anzuhalten, als durch Betäubung. Ich hab die ersten Wochen meiner Trockenheit eine halbe Kneipe im Keller stehen gehabt - es ist nicht die Flasche, die mich zum trinken motiviert, sondern die Depressionen, die ich bekomme, wenn mein Kopf niemals Ruhe gibt und permanent über alle Sorgen des Alltags kreist.

    Und die zweite Rückfallvariante kommt auch oft aus der "ich muss einfach nicht mehr dran denken und alles wird gut"-Lösung. Wenn man nämlich länger nicht mehr getrunken hat und durch diese Leichtigkeitseuphorie plötzlich glaubt die Sucht überwunden zu haben.

    Wenn das alles so easy wäre würden nicht 95% im ersten Jahr rückfällig.

    Ich habe Eschenbacher nicht aus optischen Gründen, sondern weil ich versuche plastikfrei zu leben und das hygienisch in der Spülmaschine gewaschen werden kann. Das geht mit Ton leider nicht, das fängt an zu stinken.

    In den 80er Jahren gab es den Kresse-Igel. Das war so eine Tonfigur in Form eines Igels (wer hätte das gedacht) und darin wuchs dann die Kresse. Aber Kresse auf Küchenpapier kenne ich auch noch. Eine Kindheitserinnerung, genauso wie der Herrmann, kennt den noch jemand?

    Stilles Wasser , Du hast doch bestimmt auch Kefir und Sauerteig im Schrank, oder?

    Alfalfa ist immer im Aufbewahrungskörbchen mit dabei kommt wegen der kurzen Einweichzeit jedoch erst ein anderes mal zum Einsatz.
    Buchweizen hab ich irgendwann mal probiert ist aber nichts geworden. Kann mich jedoch nicht mehr erinnern warum nicht.

    Welche "Hardware" hat du denn im Einsatz wenn ich fragen darf. Da bin ich schon neugierig.

    LG Brant

    Huhu Brant,

    ich hab die Sprossengläser von Eschenfelder. Die kommen in ein 3-er oder 2-er Gestell - immer zeitversetzt gestartet. Dann ist ausreichend Grün im Haus. Von Eschenfelder ist auch die Kresseschale. Ich gebe Dir absolut Recht, man verschätzt sich immer wieder bei der Menge. Buchweizen bildet viel Schleim und wird schon nach 1-2 Tag gegessen, ohne grünes Gewächs dran.

    Zu Alfalfa ist mir noch was eingefallen, was ich jedem nur an Herz legen kann:

    Angelika Fürstler "Sprossen & Mikrogrün" - die ultimativen Superfoods + 40 Rezepte.

    Klar, man kann sich fragen wozu dieses Buch? "Wasser -> Saat -> Sprosse -> fertig, Kochen kann ich selbst".

    Nicht nur, dass sie im Buch die optimalen Weichzeiten beschreibt und ob Licht- oder Dunkelkeimer (die häufigste Ursache für Misslingen) - viel wichtiger Sie geht darauf ein, ab wann bestimmte Pflanzengifte ausreichend abgebaut worden sind, damit Sie auch Superfoods sind und nicht das Gegenteil. Und das ist bei Alfalfa erst nach einiger Zeit, obwohl die schon sehr früh erntereif aussehen:

    Einweichdauer: 8-12Std, Lichtkeimer, essen ab 7.-12.Tag -> NICHT DAVOR! Denn erst danach ist das Pflanzentoxin Canavanin vollständig abgebaut.

    Zusätzlich gibt das Buch noch Infos zu Aminosäuren, Kalzium usw. und ist dabei auch noch richtig übersichtlich steckbriefartig aufgebaut. Oder ab wann bestimmtes Saatgut bitter wird und welches man trotzdem besser nicht roh verzehrt, zB Kichererbse. Kann frühstens nach 4 Tagen roh gegessen werden, wird aber ab da auch bitter. Gut investierte 15,-EUR - Das einzige, was mich stört ist, dass sie den Hinweis ob Licht oder Dunkelkeimer nicht mit im Steckbrief stehen hat, sondern in einer Liste am Ende. Ich hab mir das dann alles noch händisch dazugeschrieben. Aber ich notiere sowieso in meinem Köchbüchern viel. Sind Nutzgegenstände, nicht nur zum angucken :D

    Und ganz ehrlich, die Rezepte sind abgefahren und auch alle vegan!

    Hallo Stuggi,

    schön, dass Du hierher gefunden hast. 3 Bier war meine Menge - immer! Nicht 2 oder 4. Nach 3 Bier war mein Kopf satt. Das klingt wenig und trotzdem war mir irgendwann klar, dass es nicht normal ist jeden Abend 3 Bier zur Entspannung zu trinken. In meinem Umfeld hat mich nie jemand rotzbesoffen gesehen und ich habe auch immer tadellos im Job funktioniert. Mein Mann sagte immer: "Du bist ja kein Alki, aber wenn Du so weiter machst, hast Du irgendwann ein Problem."

    Und genau das möchte ich Dir auch sagen. Keine Ahnung, ob Du aktuell ein Suchtproblem hast. Das kannst Du selbst am besten erkennen. Wenn Du so aber die nächsten Jahre immer weiter machst wird sich daraus höchstwahrscheinlich ein Problem ergeben. Und ich sehe das wie AmSee - wenn man selbst hinterfragt, ob das alles so richtig ist, ist es meistens schon nicht mehr so richtig.

    Dein Leben klingt super, Du hast eine Familie, Kinder, einen tollen Job und sogar die Kapazität gehabt ein Studium zu beenden. Mach Dir das nicht mit Alk kaputt. Es ist besser die Kurve zu früh zu bekommen. Niemand braucht Alkohol zum Glücklichsein. Lass ihn einfach mal länger weg und geh stattdessen mit Deinen Kids Sport machen oder spielt was zusammen, was auch immer - je nachdem wie alt sie sind.

    Wie lecker! Ich mache das auch, allerdings nur im Winter. Im Sommer vergammelt mit das Sprossengut immer, egal wieviel ich spüle. Das ist wirklich verrückt.

    Wenn Du gerne gelingsichere Sprossen magst wäre Alfalfa noch was. Die esse ich gerne zentimeterdick auf dem Käsebrot. Radieschen ist ja schon was für Fortgeschrittene *feurio*

    Ich mach mir auch Buchweizen, lasse das aber nur minimal ankeimen und dann ab ins Müsli.

    Suchtdruck ist mE kein vorbeifliegender Gedanke.

    Diese spontanen Gedanken an der Supermarktkasse: "oh ich nehme mir heute einen Dosen-Caipi mit, weil ich noch Eiswürfel und Minze im Haus habe und das Wetter so schön ist" - das sind Täuschungen des Suchtgedächtnisses und keine echten Gedanken. Ich habe mich danach oft gefragt, ob es mir passieren könnte "versehentlich" etwas zu trinken, weil ich gerade nicht wachsam bin. Manchmal erschrecke ich mich über den Gedanken, als hätte jemand anderes das gerade ausgesprochen (hat schon irgendwie etwas psychotisches), an anderen Tagen denke ich mir nur "nice try".

    Suchtdruck ist bei mir ein Gefühl im Bauch, wie ein schwerer depressiver Gedanke, der starkes Unwohlsein herbeiführt - alles schnürt sich zu. Das passiert nicht so nebenbei, sondern fühlt sich fast an wie eine starke innere Trauer, die ich umgehend betäuben muss - oder ein Schmerz für den ich sofort ein Schmerzmittel brauche. Wenn ich dem nachgebe ist die Wirkung des Alkohols auch extrem gut, sehr viel Dopamin. Sehr entspannend, beglückend und fatal.

    Ich hab schon so viele Runden gedreht und bin durch viele unterschiedliche Reize rückfällig geworden. Auch schon einmal nach zwei Jahren. Und da war es nicht der Suchtdruck, sondern der vorbeifliegende Gedanke. Ach, wer zwei Jahre nichts trinkt und so easy durch Leben geht, hat auch kein Alkoholproblem. Hab erst bei einem Jubiläum angestoßen, dann war der Plan höchsten einen Tag am Wochenende, dann höchstens zweimal am Wochenende, aber nicht Sonntags - und so hat sich das immer weiter aufgelöst und nach 2-3 Wochen war ich wieder voll drauf.

    Beide Varianten sind auf ihre Art und Weise gefährlich und man muss sich damit immer wieder auseinandersetzen. Auch nach 2 Jahren sollte man nicht aufhören sich der Mechanik des Suchtgedächtnisses bewusst zu sein. Es ist nicht unbedingt leichter sich Suchtdruck zu widersetzen, aber man erkennt ihn eher als reale Gefahr. Diese vorbeifliegenden Gedanken, die so unschuldig tun, sind überaus gefährlich.

    Haha, das ist die Droge, die Dich verführen will. Ich kenne das nicht vom Saufen, aber vom Kiffen.

    Wenn wir früher exzessiv gekifft haben und nächtelang höchst intellektuelle Gespräche über die Welt und den Sinn des Lebens geführt haben, glaubten wir wirklich, dass wir gerade die Antwort auf alle Fragen gefunden hätten. Genauso beim Musik machen. Haben das aufgenommen und wirklich geglaubt wir wären geniale Komponisten.... wenn man sich den Quark nüchtern anhört ist das immer ganz schön viel Bullshit gewesen.

    Mir ist es diesen Sommer noch einmal extrem aufgefallen, als ich mit den Jungs die nacht am See "durchgesoffen/ gekifft" habe - also die anderen. Ich hab mich mit Grillgut und heißem Tee durch die Nacht gebracht - was erwachsene Männer für einen Müll sabbeln können.... unglaublich. Aber sie hatten Spaß und ich damit auch.

    Diese Phasen des Suchtdrucks werden immer wieder kommen, aber nicht mehr so eindringlich. Wie eine kräftige Farbe, die immer weiter verdünnt wird. Es wird leichter. Ich hab auch schon viele Runden gedreht - und ja, das richtige Mindset hilft ungemein. Einfach nicht mehr trinken ist nur die halbe Miete. Mit längerer Abstinenz wird es auch leichter dahin zu gucken, was das Trinken ausgelöst hat.

    Ich habe in einer emotional schweren Phase einen Vertrag mit mir geschlossen: egal wie schlimm es jetzt werden würde, in den nächsten 14 Tagen werde ich nichts trinken. Danach bewerte ich die Situation neu. Ich verbiete mir heute nicht in 2 Wochen schwach zu werden oder zu einem anderen Ergebnis zu kommen. 2 Wochen sind in der Abstinenz schon eine lange Zeit und auch als Frau ist die hormonelle Lage in 2 Wochen möglicherweise eine ganz andere. Hormone bestimmen auch zu einem großen Teil das Denken und Fühlen. Vielleicht schaust Du auch, ob Dein Vitamin D und Magnesium in Ordnung sind. Gerade Trinken fördert Magnesiummangel und dieser führt zu Anspannung.

    Hallo Scrat,

    das ist schön zu hören und ja, das kommt fast zu kurz im Forum. Wir haben fast zeitgleich den Absprung geschafft, ich bin seit 01.07. wieder im Leben. Ich schlafe auch viel besser, bin morgens erholt - sehe eine neue Frau im Spiegel. Ich mag, was ich sehe :love:

    Meine Konfliktfähigkeit hat sich gebessert. Ich habe weniger Angst vor schwierigen Terminen. Weniger Panik und weniger: was wäre wenn... keine 100 verschiedenen Möglichkeiten mehr durchgrübeln. Mehr Gelassenheit.

    Gitarre und Fitnesscenter stehen wieder auf meiner Liste, wenn die Tage kürzer werden. Aktuell verabrede ich mich morgens um 10:00Uhr zu einer Wanderung/ Sport/ Golf/ Frühstück ohne völlig verkatert zu sein. Der Tag hat wieder echte 24 Stunden.

    Zitat von DAZ 2002

    Alkoholismus: Naltrexon bewährt sich nicht bei schwerer Alkoholabhängigkeit

    Naltrexon wurde 1995 in den USA zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit zugelassen. Der Opiatrezeptorantagonist wurde eingesetzt, da man vermutete, dass Euphorie und weitere angenehme Effekte des Alkohols über eine Stimulation des µ-Opioid- Rezeptors vermittelt werden. Die damals vorliegenden Studien zeigten, dass Naltrexon in Kombination mit psychosozialer Behandlung den Alkoholkonsum senkt. Neuere Studien konnten dieses Ergebnis nicht bestätigen.

    Die Frage ist doch: warum willst Du weitertrinken? Es geht bei dem Ansatz von Sinclair darum weiter trinken zu können, wenn man noch einen halbwegs moderaten Konsum hat, um nicht weiter in die Abhängigkeit und Toleranz zu rutschen. Das bedeutet ein Medikament mit Nebenwirkungen dauerhaft zusätzlich zu dem schädigenden Alkohol einzunehmen. Lediglich 5% schaffen mit der Sinclair Methode den Absprung vom Alkohol - ich glaube fast die Quote mit stationärem Entzug und Langzeittherapie ist besser.

    Meines Erachtens muss das Ziel sein frei vom Alkohol zu werden. Ich glaube nicht an kontrolliertes Trinken, egal ob mit oder ohne Craving-Medikamente - kann mir aber vorstellen, dass Naltrexon ein Weg sein kann, um das Trinken zu beenden, wenn man das wirklich will und das als Hilfsmittel braucht, weil man aus welchen Gründen auch immer nicht die Auszeit für einen stationären Entzug nehmen kann. Ich kenne bestimmte Menschen, die berufsbedingt trinken müssen - für die wäre dies eine Möglichkeit schlimmeres zu verhindern.

    So wie Du Dich beschrieben hast, kannst Du zur stationären Entgiftung gehen und ein trockenes Leben danach führen. Ist das nicht eine viel verlockendere Vorstellung?

    Du sagtest Deine Schwiegermutter ist dement - ich weiß ja nicht wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Ich könnte meinem Schwiegervater jeden Tag erzählen, dass ich seinetwegen gerade mal mit dem Arzt gesprochen hätte oder ihn besuchen wollte. Der würde sich nicht darüber wundern. Er erzählt mir sogar jedesmal, dass mein Mann gestern auch da war - was natürlich totaler Quatsch ist. Weiß sie überhaupt auf welcher Station sie ist, also was da behandelt wird? Und wie oft würdet ihr euch überhaupt über den Weg laufen, ihr teilt euch sicherlich kein Zimmer. Und was genau ist das Problem, wenn ihr zusammen da seid? Mit einem gebrochenen Bein würdest Du Dich ja auch behandeln lassen und nicht warten bis sie weg ist.