Beiträge von Sparkassen_Helga

    Als erstes könntest Du Dich selbst lieben - eine Win-win-Situation. Du liebst und wirst geliebt.

    Du hattest geschrieben, dass das bei Dir mit der Partnersuche schwierig ist. Willst Du denn einen Partner? Oder ist das eher, dass Du denkst man wäre nur mit einem Partner vollständig? Ich sehe so oft, dass Menschen mit unpassendem Partner zusammenleben, nur weil man das halt so macht. Man kann auch mit sich selbst glücklich sein.

    Wenn Du aber wirklich auf der Suche nach einem Partner bist, wäre der geplante Urlaub doch eine gute Gelegenheit. Es gibt schöne Singleaktivitäten in Gruppen. Ich habe in der Vergangenheit bei Gruppenaktivitäten wirklich tolle Menschen kennengelernt.Ich glaube wir hatten das Thema schonmal. Am Meer vielleicht eine Wattwanderung?

    Ich hab das Rauchen geliebt, bin aber auch seit 20 Jahren Nichtraucher. Ich verstehe, was gemeint mit den "erbärmlichen Säufern". Das muss nicht abwertend und überheblich sein, sondern eher die gefühlte Scham bei der Erinnerung an sich selbst. Allerdings ist die Formulierung nicht sehr glücklich gewählt. Gefühle formen Gedanken, Gedanken formen Worte und Worte formen Gefühle - daher Augen auf bei der Wortwahl.

    Mich hat es ab Tag 1 eigentlich nicht wirklich getriggert, wenn andere gesoffen haben - für mich war es ja eine Last, die ich los geworden bin und endlich NICHT mehr trinken mussste....ich nüchtern bleiben DURFTE!

    Die Frage ist aber, was einen noch mit den Menschen verbindet. Wie verbringt man dann seine Zeit miteinander? Ich hab einfach andere Aktivitäten mit nüchternen Menschen, als mit Partypeople.

    Super! Du bist ein tolles Beispiel dafür, dass ohne Alk alles besser ist!

    Ich finde es auch immer schwierig, wenn andere den Weg aus dem Alk suchen. Will da nicht übergriffig sein und sagen: Du musst das und das machen. Einfacher ist zu sagen: ich hab mich vor 2 Jahren vom Alk verabschiedet und mein Leben hat sich soviel positiver entwickelt. Podcast ist auch nicht schlecht. Wahrscheinlich könnte ich mir den Seitenhieb nicht verkneifen zu sagen: "mit der Kiste Bier am Tag hat sich das Problem Baustelle und Kinder bald von alleine erledigt. Die meisten Angehörigen halten sowas nicht lange durch."

    Ich denke etwas mehr Demut tut gut. Demut vor dem Glück, dass man den Weg hinaus geschafft hat.

    Ich frage mich bei all den drolligen "Willenskraft-Ansätzen" immer wieder: warum ist es denn erst so weit gekommen? Wenn der Wille doch die einfache Lösung ist. Die Erkenntnis, dass das mit der Sauferei ein riesen Scheiß ist, kam sicherlich nicht erst am Tag des letzten Drinks. Wollte der Säufer vorher Säufer werden?

    Persönlich finde ich die Überlegungen völlig überflüssig, denn was soll die Erkenntnis sein? Dass man beim Rückfall ein willenloser Lappen ist? Dann kann man das mit der Abstinenz gleich lassen - Willenschwäche hat man sich selbst bereits bewiesen.

    Ich richte lieber den Blick nach vorn und verschwende nicht die Energie damit mich klein und willensschwach zu fühlen. Hab schon viele Runden gedreht und bin immer noch optimistisch, dass ich jetzt rückfallfrei bleiben werde.

    Wichtig ist mir auch ein grosses Netzwerk von Leuten ohne Alkoholthema aus der Nähe zB bei Suchtdruck oder zum Aufbau von Freundschaften.

    Das ist super wichtig. Ich glaube es gibt Freundschaften, wo der Zusammenhalt nur aus Alk besteht. Ich mache mit nichtalkoholischen Freundschaften viel coolere Sachen.

    Habt ihr denn keinen Hausmeister, der das Problem erledigen könnte? Ich versuche mir gerade vorzustellen, was das Problem eigentlich ist - tropft der Hahn dauerhaft oder kommt nicht ausreichend Wasser raus. Und was planst Du denn da eigentlich zu machen? Eine neue Amatur?

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    Ich sehe überhaupt keine Notwendigkeit fremden Menschen etwas über meine Gesundheit zu erzählen. Selbst meinen Mann habe ich erst letztes Jahr informiert, dass das mit dem Alk ein Problem ist. Er selbst trinkt gar nichts und hat meine 3 Bier am Abend nicht als Sucht erkannt.

    Meine Freundinnen trinken ganz gerne mal einen - mittlerweile hat aber jede geschnallt, dass ich nichts mittrinke. Ich glaube nicht mal, dass die denken ich hätte ein Alkproblem. Die glauben wohl eher ich bin jetzt auf dem Gesundheitstrip - oder erwachsen geworden :D ne, soweit würde ich dann doch nicht gehen.

    Oh ja.....4 Tage Ostern notgedrungen ohne Alk machen dir auch klar ,das früher spätestens ab 15 Uhr klar war ,wie der Tag verlaufen wird.Jetzt war ich gezwungen ,mir Alternativen zu suchen (was wohl auch Zweck der Sache ist )

    Kannst Du Dich gut aushalten? Also einfach nur sein?

    Ich sehe immer das Problem, dass man die entstandene Leere zunächst mit Aktionismus füllt. Dann geht man laufen, strickt, räumt auf und irgendwann ist da der Tag, an dem einfach nichts zu tun ist, laufen war man auch schon und sitzt dann so am lauen Sommerabend rum. Eine gewisse Langeweile tritt ein und dann die Erinnerung wie schön das war, mit einem kalten Bier in der Hand auf der Terrasse zu grillen. Ich finde das sind die gefährlichsten Situationen.

    Ich hab auch einen stressigen Job und mache dann in der freien Zeit viel Sport. Jetzt war ich grad im Urlaub und hatte viel Zet nachzudenken und abends nach einem aktiven Tag eine Mischung aus Erschöpfung und Langeweile, dazu Sonne und Freude. Ich sortiere das gerade noch für mich.

    Ich hab seit 30 Jahren Hashimoto, was hormonell mit Angst- und Panikattacken einherging. Das ist seit über 15 Jahren und guter medikamentöser Einstellung weg. Ich frage mich auch, ob das evtl. ein Verstärker der Alksucht war. Jetzt am Wochenende hatte ich wieder Angstgefühle. Ich werde hier auch mal meine Werte überprüfen und ggfls. gegensteuern. Angst ist in vielen Fällen auch Körperchemie. Schau da mal hin. Es gibt auch Männer mit Hashi, wenn auch nur wenige.

    Das hab ich früher auch, es ging aber auch nicht anders. Um sich öffnen zu können, muss ja erstmal Vertrauen da sein und da gab’s bis zu einem bestimmten Zeitpunkt niemand, dem ich genügend hätte vertrauen können.

    Insofern freut es mich sehr für dich, dass du hier offenbar Menschen gefunden hast, denen du so sehr vertraust, dass du dich zu öffnen wagst.

    Die Anonymität macht es aber auch sehr einfach. Denn ehrlicherweise würde ich in einer SHG oder vor realen Menschen nie über so etwas reden.

    Ne, Paul. Mir schmeckt alkoholfreies Bier tatsächlich einfach gut. Und ich trinke keine Säfte, Softdrinks oder anderes. Ich trinke nur Wasser und Kaffee oder Tee. Manchmal mag ich einfach was Kaltes mit Kohlensäure und Geschmack und zwar nichts Süßes und bei 22Grad auch nix Heißes. Und ich habe auch lange Zeit kein Problem mit alkfreiem Bier gehabt. Manchmal möchte ich was kaffeeähnliches ohne Koffein, dann trinke ich Carokaffee.

    Und genau solche Vorträge wie dieser: "möchtest Du irgendwo dazugehören" sind es, weshalb ich manchmal denke etwas nicht schreiben zu wollen. Ich bin kein Teenager mehr und stehe so solide im Leben. Ich muss nirgends dazu gehören. Und ich esse sogar Tofu ganz ohne, dass ich mich nicht von einer Wurst lösen möchte.

    Ich habe in der Vergangenheit immer sehr viel mit mir allein ausgemacht. Das Heimliche muss weg! Hier kann ich sein. Und ich empfand Tom s Urlaubsbericht als befreiend. Ich hätte mich früher nie getraut sowas zu erzählen, da ich das als scheitern verstanden hätte. Am Ende war in Deinen Artikeln auch der Hinweis darauf, das es eine Rückfallkrankheit ist. Es ist kein persönliches Versagen, Scheitern oder Schwäche. Es ist ein Symptom der Krankheit. Das macht es für mich einfacher diese komischen Gedanken auch zu akzeptieren.

    Nicht in dem Sinne, dass ich einen Rückfall akzeptiere, aber die Gedanken auch zulasse - genau anschaue woher sie kommen und wie ich mit dem Bewusstsein über diese Gedanken den Rückfall verhindern kann. Und nicht die Gedanken bereits als Versagen zu verstehen - denn dann ist der Schritt zum Rückfall sehr nah.

    Hallo Emily, ich war jetzt eine Woche im Urlaub und kann leider ähnliches berichten.

    War da sehr sportlich unterwegs und hab zunächst viel Wasser getrunken, in der zweiten Hälfte wurde das Wetter sehr schön und ich hab mir öfter ein alkfreies Bier statt Wasser bestellt. Ich hab vor einiger Zeit noch gesagt, dass mich das überhaupt nicht triggert. Mich beschäftigt das gerade sehr und ich überlege auch, warum mich das gerade jetzt anspricht. Auch hatte ich an den Tagen mit alkfreiem Bier insgesamt sehr wenig getrunken.

    Lass uns zusammen wieder auf den richtigen Weg gehen. Ich bin heute froh ohne Kopfschmerzen wach geworden zu sein, mein Blick ist klar. Mit Alk ist nichts besser.