Beiträge von Tom

    Hi letzte Chance

    Toll, dass du dich meldest. Ein Rückfall schmerzt, kenne ich aus eigener Erfahrung. Wichtig ist, dass man dran bleibt. Im Netz gibts viele nützliche Tipps, wie man sich vor einem anbahnenden Rückfall schützen oder mit akutem Craving umgehen kann. Sport, viel Wasser trinken, verlassen der gefährlichen Situation, Forum schreiben, AA-Hotline sind/wären für mich Mittel, kurzfristig entgegenzuwirken. Einen persönlichen Notfallkoffer zu erstellen find ich sehr wirkungsvoll, um dem Saufimpuls entgegenzuwirken.

    Ich hab das Gehen, Laufen und Wandern für mich neu entdeckt. Perfekt, um den Kopf zu lüften, Gedanken und Gefühle zu kanalisieren, oberndrein tuts dem Körper gut und die Bierplauze ist auch wieder weg😀 Ob nun Sport, was Kreatives, irgendein Hobby brauchts, um die Zeit, die der Alk einen in Geiselhaft hatte, sinnvoll zu füllen. Ausprobieren und vorallem eine Regelmässigkeit etablieren erachte ich als äusserst wichtig

    Zudem die Fragen an sich selber ehrlich und reflektiert beantworten: was hat zum Rückfall geführt? Wie kann ich das in Zukunft vermeiden? Ist die Motivation für ein Leben ohne Alkohol von aussen bestimmt oder intrinsischer Natur - ersters kann helfen, letzteres unabdingbar

    Take care

    Tom

    Hi LE

    Glückwunsch zu den ersten 14 Tagen! Bei mir war am Anfang sehr wichtg, auch jetzt noch, die Balance zwischen stolz auf mich sein und der richtigen Portion Demut zu finden. Weiterhin viel Zuversicht auf dem Weg und einen schönen Sonntag wünsch ich dir

    Tom

    So

    Heute hat mich der Geschäftsführer noch gebauchpinselt mich gebeten, mir das doch nochmal zu überlegen. Schmeichelt natürlich, wenn man sich wertgeschätzt fühlt. Oder ist das bloss deren Muffensausen, weil das Team zu implodieren droht? Grosshirn an Tom: jetzt bloss nicht schwach werden😀

    Längere Touren hab ich schon zur nassen Zeit für mich entdeckt, Rhein, Rhone und Donau, die ersten beiden bis zur Meeresmündung je 2 Mal. Aber halt mit dem Fahrrad.

    Ich würde Dir gerne noch eine andere alternative Route empfehlen: E5 (Oberstdorf nach Meran) - der ist sportlich herausfordernd, aber belohnt mit wunderschöner Natur und spektakulären Panorame

    Vielen Dank für den Tipp! Vielleicht passt das schon in meine Woche Urlaub Ende August.

    Der Jakobsweg vorallem deshalb, weils auf dem Weg halt viele Herbergen hat. Wenn ich pech habe, finde ich dabei sogar noch zu Gott😇🙃. Plan heute ist, in Frankreich den via Podiensis zu machen und dann weiter nach Santiago des Compostela... Ich könnte wohl frühestens im November starten, die Jahreszeit ist aber eher ungünstig, vor allem wegen den geschlossenen Herbergen. Somit wird's vielleicht Februar. Auf jeden Fall werde ich die Hauptpilgerzeit meiden.

    Jo, ich weiss, grosse Pläne. Die brauch ich aber, um den Job aufs Blaue hinaus zu küdigen. Schön eins nach dem andern, ich geh jetzt erstmal joggen, so dass meine Beine mich dann schön brav bis nach Spanien tragen

    Lg

    Tom

    Hallo zusammen

    Mal ein Update von meiner Seite:

    Ich hab ja im Juli 23 die Weichen auf eine gesunde, abstinente und lebenswerte Zukunft gestellt. Da waren leider auch 3 Ausrutscher bzw. Rückfälle mit dabei. Sehr ärgerlich, aber wenigstens ist mir beim letzten Rückfall klar geworden, dass ich mich mehr mit meiner Sucht auseinandersetzen muss. So bin ich dann u.a. hier in diesem Forum und bei den AA gelandet. Heute bin ich 5 1/2 Monate am Stück nüchtern, so lange wie zum letzten mal vor etwa 18 Jahren. Das fühlt sich echt gut an, die Zahlen und Zeiträume dazu aber zweitrangig. Denn abgesehen von den viiielen kleinen körperlichen und seelischen Verbesserungen und trotz der gesteigerten Empfindsamkeit resp. Verletzlichkeit habe ich in einem Ausmass an emotionaler Stabilität gewonnen, wie ich nicht für möglich gehalten hätte.

    Nun ist mein neuer Job, den ich nach einigen Monaten Nüchternheit begonnen hatte, immernoch ein Geknorze. Die Aufgabe wär super, die Rahmenbedingungen: oje. Nun habe ich heute meinen Job gekündigt und es fühlt sich rational wie auch auf der Gefühlsebene richtig an!

    Drum die Preisfrage: Wie erkennt man, ob (und vorallem wie lange) sich eine unangenehme Situation lohnt, durchzustehen, und wann ist oder wäre der Zeitpunkt um zu sagen, byebye, ohne mich?

    Auch dank euren Feedbacks glaube ich im richtigen Moment entschieden zu haben.

    (Wobei: ich hatte mit dem HR ein Gespräch mit einem Kandidaten, und im Nachgang, da der HR-Typ mir eh grad gegenüber sass, meine Kündigung verlautbart:):S)

    Eines der Sätze, die mich tragen ist: "Wenn der Leidensdruck hoch genug ist, wirst Du die Reissleine ziehen. Du musst nur erkennen, wann es soweit ist.....

    Wie sehr mich der Job stört, habe ich erst erkannt, seitdem ich vollends nüchtern und bei klarem Verstand bin. Ich habe vorher auch viel über den Job abgekotzt, war chronisch unzufrieden, schlecht gelaunt und alles, aber ich habe das auf mic

    Man entdeckt auf diesem Weg u.U. ein völlig neues Selbstbewusstsein und auch Selbstwertgefühl. Das führt durchaus auch dazu, dass man sich klarer darüber wird, was man eigentlich will und was man gar nicht mehr will. Und von dem, was man nicht mehr will, löst man sich dann in der Regel auch.

    Tja, der Jakobsweg kann kommen und was dann kommt, werde ich sehen

    Lg

    Tom

    Hi Haserich,

    Da fliegt dir ziemlich viel Skepsis um die Ohren:) das sollte dich nicht überraschen, denn:

    "In dieser Online-Gemeinschaft befinden sich sowohl Selbstbetroffene, die sich bereits für eine vollständige Abstinenz entschieden als auch erfolgreich gemeistert haben, als auch Angehörige oder Freunde von Menschen, die mit Alkoholproblemen zu kämpfen haben"

    Nun, vielleicht funktioniert das Substitutionieren bei dir tatsächlich (ich würds dir gönnen, wär viel weniger schädlich), mir ist bloss noch nie jemand über den Weg gelaufen, der das so geschafft hat. Auf kurz oder lang schleicht sich bei allen Kiffern mit Alkoholismus im CV das Trinken von hinten wieder an.

    Dein Ansatz, soviel zu kiffen, das dir die Lust auf Alk vergeht ist, sagen wir mal, schon recht abenteuerlich. Viel Glück dabei und

    Take care

    Tom

    Hallo Haserich

    Nach durchlesen deines Fadens ist mir nicht klar, was dein Ziel ist. Ich selber hatte lange Jahre täglich gekifft, bis es mir so sehr auf die Psyche geschlagen hatte, dass ich es sein liess. Dann noch mehr getrunken, da ich dies zumindest kurzfristig psychisch besser wegstecken konnte. Bis auch das einfach nicht mehr ging.

    Zum guten Glück, denn meine substanzfreie Zeit lässt mich das Leben auf eine Art neu entdecken, wie ich glaubte, dass dies für mich nicht mehr möglich sein würde.

    Meine Meinung, und das hätte ich auch in meiner nassen/Drogen-Zeit bestätigt: Wer sich täglich psychotrope Substanzen reinzimmert, hat ein Suchtproblem, Punkt.

    Einverstanden, dass das mit THC gut und auf lange Dauer funktionieren kann, trotzdem kann ich dir dafür nicht auf die Schultern klopfen.

    Med. THC konsumieren, täglich ein paar halbe trinken und dies zu marginalisieren lassen mich zweifeln, ob dir in diesem Forum jemand unterstützen kann, bei was auch immer...

    Liebe Grüsse

    Tom

    Letztes Mal war es so heftig das ich dachte gleich fallen im Gemeindehaus die Kreuze von den Wänden ( ev. Gemeindehaus ist unser Gruppenraum). Das war schon fast Exorzismus. Also ich empfand das als Verstörend. :/

    ^^^^ Ich kann nicht mehr vor Lachen wenn ich mir das Bild vorstelle:):thumbup:

    Hi MO

    Für mich ist wichtig, das ganze positiv zu verpacken: was für eine Erleichterung, nicht mehr trinken zu müssen z.B.. Alles geht leichter von der Hand, wenn ich nüchtern bin, auch trübe Tage, Momente des Selbstzweifels... Und nicht mehr permanent Drama, Scham, sich-klein-machen. Was für eine Wohltat.

    Meinen alten Kollegen kann und will ich keinen Vorwurf machen, vielen geht oder ging es ähnlich wie mir bis noch vor kurzem.

    Gehst du auch zu einer realen SHG oder Therapeuten? Was hilft beim nüchtern werden und bleiben ist sehr individuell, einfach Mut zusammennehmen und ausprobieren. AA (welchen ich sehr skeptisch gegenüberstand) besuch ich seit Kurzem 1-2 wöchentlich.

    :thumbup:

    Hi Mops

    Willkommen im Forum! Auch ich bin noch rel. neu, seis im Forum oder im Trockendock generell ;)

    Geduld haben sagt sich so schnell dahin, ist aber nicht falsch. Was mir aber mehr hilft, ist z.B. enfach wieder netter zu mir selber zu sein. Ich war und bin mein schärfster Kritiker, was auch gute Seiten hat, so glaub ich dadurch eine reflektierte Person zu sein. Nun bin ich dran, mich mit meinen Macken und Dummheiten der Vergangenheit zu versöhnen anstatt sie wegzuspühlen. Geht mal besser, mal weniger gut, aber die Tendenz stimmt.

    Irgendwie bin ich auch alten Zeiten hinterher gerannt. Das Saufen macht schon lange keinen Spaß und ist eigentlich vorbei. Saufkumpanen hab ich längst entsorgt.

    Ist genau der Punkt. Der Spass war schon lange vorbei, beinahe alle Facetten des Trinkens schon zig mal durch. Da kommt nix Gescheites mehr bei raus, garantiert.

    Weiter so, es lohnt sich:thumbup:

    Gruss

    Tom

    Hi Tiffy

    Auch von mir ein herzliches Willkommen. Finde ich super, dass du dir weitere Wege und Kanäle suchst, die dich auf deinem Weg unterstützen. Ich musste die Erfahrung machen, dass wenn ich den Weg ganz alleine gehe, die Gefahr auszurutschen grösser ist. Sei offen für die verschiedensten Hilfsmittel. Das Forum hier ist eines davon, Bücher, Podcasts, ehrliche Gespräche mit Vertauensperson(en), natürlich Sport und Bewegung allgemein und AA (sogar als Skeptiker und Atheist) helfen mir auf dem Weg.

    Es lohnt sich!

    Ich geh grad los zum AA Meeting und wünsche einen schönen Sonntag

    Liebe Grüsse

    Tom

    Bighara

    komme aus einer dysfunktionalen Familie mit Gewalterfahrungen, emotionaler Vernachlässigung und ganz viel Mist. Wenn zwei von drei Kindern in der Sucht landen, ist zu Hause was falsch gelaufen. Das ist ein Kind zu viel, um Zufall zu sein. Bei der Bewältigung des Ganzen hat der Alkohol geholfen. Heute würd ich sagen…ich bin bereits mit 16 Jahren abhängig v

    Tut mir leid, dass du solche Sachen erleben musstest. Ich kann meinen Eltern selig nichts gravierendes vorwerfen, und doch hatte es mich und meinen ältesten Bruder erwischt, der sich wegen Alk und Heroin das Leben nahm.

    Ich bin durch den Alkohol ins Suizidale abgerutscht.

    Zumindest den latenten Gedanken daran kenne ich bestens. Zeitweise gab mir das sogar Erleichterung, um dunkle Phasen durchzustehen (wenn gar nichts mehr geht gibts einen Ausweg). Auf die Dauer natürich maximal destruktiv. Und das wollte ich nicht mehr.

    Das Bewusstsein, dass das eigene Leben wertvoll ist.

    100% agree. Und dass das Leben mehr zu bieten hat. Nach meiner letzten Woche Vollrausch letzten Sommer hab ich wehmütig durchs Wohnzimmerfenster die schöne Natur und das tolle Sommerwetter betrachtet und mir gesagt, dass ich das auch wieder schätzen und geniessen können will. Das war glaub mein Start

    Hi Bighara

    Du hast ja recht und es ist eigentlich klar so weit. Und doch oder gerade deswegen danke ich dir für deine unterstützenden Worte. Ich wüsste das im Prinzip auch, aber wenn ich das von dir oder auch anderen Forumsusern lese, wirkt es doch viel besser, danke dir<3

    Lg

    Tom

    Hallo zusammen

    Nach meiner anfänglichen Schreibwut hab ich hab ich nichts mehr von mir hören lassen. Ich hab mich vorallem aufs Mitlesen, auch in anderen Foren fokussiert und bin dran, eine passende AA-Gruppe zu finden. Meine offenen Baustellen sind unverändert der Job und meine erhöhte Empfindsamkeit/Sensibilität. Beim Durchlesen anderer Trinker- und Rückfallstories ist mir bewusster geworden, dass meine Abstinenz noch nicht auf einem soliden Fundament steht. Ist der letzte Rückfall doch erst 2 Monate her. Einerseits gut, dass ich mir dem wieder klar werde, andererseits verunsichert es mich doch ein wenig, da ich keine Cravings hatte, bis ich eben doch getrunken hatte. Mein Teufelchen auf meiner Schulter sagt mir gerade jetzt: umso mehr du dich mit dem Thema beschäftigst, desto näher kommen auch die Gedanken zum Alkohol. Eklig intrusive Gedanken, obwohl ich Null Lust auf trinken habe. Kennt das sonst auch jemand? Keine Bange, ich lauf nicht zur nächsten Tankstelle. Wollte das nur mal loswerden.

    Liebe Grüsse

    Tom

    Morgen Honk

    Witzig, wie bei mir ganz ähnliche Themen antstehen

    Nur aber, eines wurmt mich ein bisschen, und dazu habe ich eine Frage an Euch: Würdet ihr mit offenen Karten spielen und offiziell ankündigen, dass ihr euch beruflich ggf. neu orientieren würdet oder würdet ihr es heimlich machen?

    Das Bauchgefühl, wie AmSee 13 rät, ist für mich zumindest noch kein zuverlässiger Ratgeber. Hierzu bin ich aktuell ein sehr spannendes Buch am Lesen, https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schnelles…angsames_Denken, kann ich nur wärmstens empfehlen.

    Ich hatte, als ich mich begann, umzuschauen wegen einem neuen Job, bedeckt gehalten. Dies aus dem Grund, da ich in der alten Firma keinen Job sah, der mich interessierte. Erst als der neue Arbeitsvertrag unterschriftsbereit bei mir zu hause hatte, informierte ich den Chef. Für mich war das der richtige Weg.

    Apropos passieren: Gestern sind fast die 10 Kilometer beim Laufen gefallen. 8,84 Kilometer in meiner 1 stündigen Trainingssession. Ich wollte dieses Jahr die 10k knacken, die liegen jetzt kurz vor mir :) Beharrlichkeit, effizientes Training und Struktur zahlen sich aus :) Vor einem Jahr wäre das undenkbar gewesen....ich freu mich :)

    Gerade vorhin meine Hausrunde gelaufen, 45min, 7km. Wir streben beide das selbe Ziel an, Halbmarathon wär dann das nächste. Aber schön langsam mit den jungen Pferden:) Vor einem Jahr hab ich das knapp gehend, in der doppelten Zeit geschafft...

    Man sollte die Vorteile nicht vergessen, die nicht ausgesprochen sind."......sagte meine Chefin vor ein paar Wochen, als ich mal wieder subtil meine Unzufriedenheit ansprach. Und ja, ich habe objektiv einige Vorteile im Job, im Prinzip kann ich unkontrolliert machen was ich will aber ich versuche das alle auf meine Waage "Vorteile - Nachteile - Konsequenzen" zu legen.

    Das machts ja schwierig, gut möglich, dass der neue Job dann auch nicht bringt, was er versprochen hat. Genau wie bei mir aktuell. Nach vier Monaten ist die Anfangseuphorie verflogen und es harzt ein bisschen. Ich glaube und hoffe, dass es sich einpendelt. Kann aber auch sein, dass ich nicht happy werde am neuen Ort. Aber weisst du was? Ich bereue den Entscheid keine Sekunde (und das sag ich nicht bloss, um mir selbst Mut zu machen). Ich weiss jetzt, dass ich auch ausserhalb meines gewohnten Umfelds bestehen kann - wenn ich denn will. Plan B ist übrigens der Jakobsweg, im Ernst. Zumindest eine Idee zu haben, was tun, wenn Plan A nicht hinhaut, hilft mir ungemein. Und nimmt den Druck, auf Teufel komm raus reüssieren zu müssen.

    So far, kommt schon gut!

    Tobias

    Hi Honk


    Ich bin ja wirklich ein Fan davon wirklich neue Strukturen und Verhaltensweisen einzuführen. Mein Mantra ist "nur nicht mehr trinken reicht nicht".

    Kanz klar. Die Leere muss muss sinvoll gefüllt werden oder ich muss entdecken, was mich erfüllt, ohne mich abfüllen zu müssen. Sorry für den Schenkelklppfer, konnte nicht wiederstehen...

    Bei meinem ersten Entzug Mitte 20 hatte ich permanent das Gefühl, verzichten zu müssen, ein Alki-Stigma auf der Stirn zu tragen, von der grossen Party um mich herum ausgeschlossen zu sein, versagt zu haben. Erstaunlich, dass ich es doch fast 3 Jahre durchgehalten hatte. Der Druck, den Führerausweis überhaupt je wieder zurückzuerhalten hatte mir sicherlich geholfen.

    Der weitere Verlauf war klassisch. Der Irrglaube, dass man ja bewiesen hat, ohne zu können beweise, dass man ja ruhig mal was trinken darf...

    Das ist dieses mal eindeutig anders. Ich bin stolz auf meine Entscheidung, bin Vorsichtig weil ich Rückfälle hatte und fühle mich seit letzten Sommer richtig gut.

    Aber wie gesagt: schön sachte. Mein grösster Fehler war, immer alles auf einmal ändern zu wollen. Mit Zigaretten, Alk, Drogen schlechter Ernährung aufzuhören, beginnen Sport zu treiben, Freundin suchen... klappt natürlich NICHT. Und bestätigt indirekt, dass man es eh nicht schafft und somit weitermachen kann wie bisher.

    Deshalb bin ich Fan der kleinen Schritte (zumindest da, wos möglich ist: ein bisschen nicht trinken geht nicht😀)

    Und so hab ich mir die Benzos abgewöhnt, da ich völlig ausser Kontrolle war in Kombi mit Alk. Zigaretten, da ich kaum noch Treppensteigen konnte. Dann hab ich wieder mit dem Spazieren/Wandern begonnen. Und jetzt der Alk, weil ich wieder Freude am Leben haben will. Sport ist das nächste, was mich dabei unterstützt.

    Am morgen war ich Joggen, jetzt gehts dann gleich auf ne kleine Wanderung.

    Schönes Wochenende

    Tobias

    Hallo Mojo

    Auch von meiner Seite ein herzliche grüss dich!

    Viel wichtiger, und entscheidender als jede Ratio, ist für mich im Suchtausstieg, und in mittlerweile einigen Jahren zufriedener suchtmittelfreier Lebensführung, das Folgende geworden: und zwar wie sich eine Sache für mich anfühlt! Ganz Allgemein, worum es auch geht. Wenn ich in eine Sache hinein spüre, und merke, dass sich das kurz- oder sogar langfristig für mich einfach ungut anfühlt, dann mache ich es nicht. Punkt. Mit allen Konsequenzen. Das ist für mich persönlich wirklich allerwichtigster Indikator.

    Das bin ich nun wieder am Entdecken. Grundsätzlich bin ich ein Verfechter von rationalem Abwiegen von pro und contra. Gerade in beruflichen, eher faktuellen Belangen. Persönlich/privat muss sich aber das ganz auch gut und richtig anfühlen (mag den Begriff Bauchgefühl nicht sonderlich, aber das nur nebenbei)

    Wobei ich aktuell davon ausgehe, dass das "sich gut anfühlen" ein Hilfsbegriff dafür ist, wenn meine rationale und emotionale Seite grad zusammen eine Friedenspfeife durchziehen und sich ausnahmsweise mal einig sind, hehe:).

    Dass mich Emotionen (wie zum Beispiel miese Stimmung auf Arbeit) mehr zum Konzept ausbringen, als noch zur Trinkerzeit, darf und muss ich so hinnehmen. Weiss aber auch, dass das vielen so ging und auch ok ist. Früher hatte ich das halt mit Starkbier weggeschwemmt - bis am nächsten morgen.

    Ich wohne schon lange alleine, Beziehungen bin ich in den letzten 20 Jahfen bewusst aus dem Weg gegangen. Echte Freunde, hm, schwieriges Thema.Hört sich schrecklich an, fühlt sich aber glücklicherweise nicht so an. Hab jetzt aber gemerkt, dass ich mich wieder öffnen will. Aber schön sachte. Ein erstes AA-Treffen, hier im Forum so ehrlich wie kaum je mich mitteilen, meiner Schwester ehrlich sagen, was mich beschäftig. Alte kontakte reaktivieren. Mich bei einer Feierabend-Kickerrunde angemelden. Da geht schon mal was.

    So far

    Liebe Grüsse

    Hi AmSee 13

    Yo, auch deshalb hab ich mich hier angemeldet. Ich hatte und hab ja Tendenz, Solche Sachen mit mir selber auszubaden, resp. Hatte ich das jeweils im Alkohol gebadet:/ Und das will ich ja definitiv nich mehr. Dass ich mich hier mitteile, ist schon mal ein guter Schritt. Deine und die Feedbacks der anderen im Forum haben mir schon echt geholfen, um eine Sorge nicht zu einem "unüberwindbaren" Problem anwachsen zu lassen. Hab dadurch, wenn auch ein bisschen verklausuliert, meine Bedenken meinem Boss geschildert. Und siehe da, er sieht das wie ich und ist auch um eine angenehmere Arbeitsatmosphäre bemüht.

    Kurzum: drüber reden hilft tatsächlich:)

    Freitag, schon bald Wochenende und zwei herrliche Frühlingstage warten

    Liebe Grüsse und einen schönen Tag allerseits

    Und geht es Dir dabei so, dass Dir der Alkohol als Kompensation fehlt? Ich meine, gerade in schwierigen Zeiten war der Sprit ja ein gern genommener Gast, sich die "dunklen Wolken" schön zu saufen. Natürlich war das "Wunderwasser" auch perfekt um schöne Zeiten natürlich noch schön zu machen, aber rückblickend fiel es mir anfänglich deutlich schwerer Stressmomente nüchtern zu ertragen. Aufgrund dessen, weil ich das wusste, hab ich mich ziemlich abgegrenzt und sehr wenig an mich herangelassen.

    HI Honk

    Das Gedankenspiel "unangenehme Gefühle - saufen" ist natürlich nicht komplett weg. Aber ich will das wirklich nicht und hab auch keinen Saufdruck. Die Rückfälle haben sich schon ab dem ersten Schluck scheisse angefühlt. Das führe ich mir wenn der Gedanke auftaucht vor Augen und dann ist das Thema jeweils gegessen.

    Abgrenzen ist ein gutes Thema, auch versuch ich die Emotion aus den schlechten Gefühlen zu filtern. Was dann noch bleibt ist, nüchten betrachtet (haha:)), nicht mehr so schlimm un bewältigbar. Das bin ich jetzt am Üben

    Schönen Tag ung LG

    Tom

    Hi AmSee 13

    Danke für deine ausführliche Antwort. Dein Tipp, so einfach wie er ist, ist Gold wert. All diese neuen Gefühle, Empfindungen und Arten zu Denken schätze ich sehr und waren bis anhin beinahe nur positiv. Dass es dir und vielen anderen auch so ging und sich auch wieder einpendelt gibt mir Sicherheit. Da ich mich bis anhin wenig bis gar nicht über solche Sachen austauschen konnte, befürchtete ich wirklich, nun in diesem unsicheren, sensiblen Zustand zu verharren.

    Einen schönen Tag und liebe Grüsse

    Bighara

    Nee, nicbt ganz richtig. hab die letzte Firma nach 19 Jahren letztes Jahr verlassen, aber in gutem Einvernehmen. Dem jetzigen Arbeitgeber bin ich dankbar fürs Jobangebot, welches den Wunsch nach Veränderung verstärkt hat und mir den nötigen Impuls gab, aus der privat wie beruflich festgefahrenen Situation auszubrechen und den Weg zum nüchtern werden zu gehen.

    Somit ist der neue Arbeitgeber eng mit dem nüchternen Weg verknüpft und bis vor Kurzem nur mit Positivem verbunden gewesen. Nun gibts ein paar Wolken am Himmel, mit denen ich vernünftig umgehen will