Beiträge von Tom

    Im Job ist es viel wert, wenn man sich wohl fühlt und nette Kollegen und Chefs hat. Schließlich verbringt man auch viel Zeit im Job.

    Ist sehr wichtig. Ich bin glaub auch sensibler geworden seit ich nicht mehr trinke. Die latent miese und misstrauische Stimmung war auch der Grund, dass ich beim letzten Job gekündigt habe. Die Aufgaben an sich wären nämlich cool gewesen.

    Tom hast du eigentlich nun ein sicheres Gefühl für deine Abstinenz? Dein Rückfall hast du ja schnell wieder weggesteckt.

    Gute Frage. Schnell weggesteckt im Sinne, dass ich nach 3 Tagen Vollrausch die Notbremse gezogen hatte mag sein. Mental hatte ich viele Wochen dran zu knabbern. Das Muster bei meinen Rückfällen wiederholte sich: ein fremder Ort, Routinen wie körperliche Aktivitäten vernachlässigt und das Gefühl von Einsamkeit. Trifft ein Punkt zu, kann ich das kompensieren, bei zweien wird's kritisch und treffen alle drei zu gilt Alarmstufe rot.

    Aus diesem Grund werde ich meine aktuelle Wohnung bis auf weiteres behalten (fremder Ort) und während der Arbeitswoche ein Studio mieten. Das gibt mir die Sicherheit, dass wenn alle Stricke reisen sollten, ich ich immerhin mein vertrautes zuhause hätte.

    Aber ich bin grundsätzlich zuversichtlich und freue mich, wieder zu arbeiten.

    Liebe Grüsse

    Tom

    Ich habe sowas in meinem Leben noch nicht gemacht. Einfach mal ne Weile aussteigen.

    Und jetzt was ganz Neues anzufangen, hört sich interessant an. Wünsche dir weiterhin eine schöne Zeit.

    War bei mir, bis auf die stationäre Therapie vor über 20 Jahren für mich auch das erste Mal, dass sich das Hamsterrad ohne mich weitergedreht hat😀 Fairerweise muss ich sagen, dass mich eben dieses Hamsterrad wahrscheinlich auch vor dem Totalabsturz bewahrt hatte...

    Hast du dich etwa von der Arbeitsstelle, von der du anfangs erzählt hattest, getrennt und dir etwas Neues gesucht?
    Klingt jedenfalls sehr spannend und interessant.

    Ja genau, hatte ja gekündigt mit dem Plan, den Jakobsweg zu laufen und dann weiterzuschauen. Den Job und die Sprache kenne ich schon von einer früheren Arbeitsstelle, somit ist es nicht komplettes Neuland für mich. Ich spielte lange mit dem Gedanken, etwas völlig anderes zu machen. Irgendwie hatte sich keine Idee richtig stimmig angefühlt. Die Zeit wird zeigen, ob der Schritt der richtige war. Im Moment fühlt es sich richtig an und wenn ich es nicht ausprobiere, werde ich nie wissen, ob dem auch so ist🤷‍♂️

    Sodele

    Mal ein Update von meiner Seite:

    Mein Sabbatical neigt sich langsam dem Ende zu. Fast 2000km in Spanien rumgewandert, sehr coole Erfahrung, kam geerdet, mit klarem Kopf und fitter zurück😀 Bin weder erleuchtet, noch hab ich zu Gott gefunden, aber da bin ich ganz froh drum. So falsch ist das, was ich bis anhin in der nüchternen Zeit gemacht habe somit nicht. Der Ausflug nach Thailand: naja, bin ich mit einem blauen Auge davongekommen. Der Absturz war so unnötig, hat mir aber gezeigt, dass ich Sorge tragen muss zu meiner Nüchternheit.

    Dann die letzten beden Monate Freiwilligeneinsatz in einer Werkstatt für - Trommelwirbel - Suchtkranke🤓. Spannender Austausch und nicht selten meine alten Verhaltensweisen gespiegelt gekriegt.

    In den letzten Wochen viel zu viel Zeit, um an sinnlosen Sachen rumzugrübeln. Scheint so, dass wenn ich keine eigentlichen Sorgen habe mir die Probleme selber machen muss.

    Ende Juli geht's los mit neuem Job, neuer Stadt und neuer Sprache (Parlez-vous pommes frites?)

    So far

    Tom

    Hi tadlos

    Stell dir mal vor, du hättest keine Frau, keine Kinder, wärst Single. Würdest du dann ernsthaft etwas an deinem Trinkverhalten ändern? wenn ja, wie genau?

    Ich suchte in den letzten Jahren immer nach dem Zaubertrick, um die psychischen, körperlichen und sozialen Kollateralschäden des Saufens wegzumachen und um weitermachen zu können wie gehabt. Spoilerwarnung:

    Diesen Zaubertrick gibt's leider nicht.

    Gruss

    Tom

    Hi Emily

    Die Rückfallquoten gehen je nach Quelle und Studie extrem auseinander. Zwischen 40% bis 90% findet mal alles Mögliche... Wenn die Quote viel niedriger wäre, bräuchte es ja dieses Forum nicht😀

    13% wage ich zu hinterfragen. Nur schon die Präzision der Quote ohne Kontekt ist unseriös, viel zu viele Faktoren spielen da mit rein wie: amulant/stationär, Therapieart, Nachbetreuung, Konsummenge/Dauer, Alter.. was weiss ich, die Liste ist lang.

    Diese 5 Jahres Grenze gilt auch für andere Krankheiten. Z.B. Krebs. Nach 5 Jahren ohne neue Wucherungen, Metastasen, whatever, gilt man/frau als geheilt.

    Geheilt auf keinen Fall, die Rückfallwahrscheilichkeit wird bei entsprechender Selbstführsorge einfach immer kleiner.

    Aber mach dich nicht wahnsinnig, du bist seit einem Jahr nüchtern, ohne Rückfall, setzt dich mit dem Thema auseinander und hast somit die allerbesten Voraussetzungen, dass es auch so weitergeht.

    Gruss

    Tom

    Ich schätze die anregende Wirkung von Kaffee bzw. Koffein sehr, gerne auch bei langen, sportlichen Aktivitäten mal als Tablette. Dieses kleine Laster gönne ich mir. Zudem funktioniert bei mir, im Gegensatz zu Alkohol, die Gleichung "Mehr=Besser" nicht. Ich werde von zuviel Kaffee angespannt, zerstreut, hibbelig und sogar müder als zuvor, ohne jedoch schlafen zu können. Somit reguliert sich bei mir der Konsum automatisch auf max. 3 bis 4 Espressi bis in die frühen Nachmittagsstunden.☕️☕️☕️

    Die AA'ler bestürmten den Gruppenleiter warum er denn nicht eingegriffen und den Typen rausgeschmissen hat. Der Leiter sagte ein paar Worte, dich bis heute nicht vergessen kann. Er sagte ich bin diesen Menschen, der gerade hier war sehr dankbar. Ihr die ihr schon mehr oder weniger lang trocken seit könnt mir nicht das geben was mir dieser Mensch eben gegeben hat. Er hat mir gezeigt wer ich war und wo ich nicht mehr hin möchte. Dieses Geschenk ist durch nichts zu ersetzen und vielleicht erinnert sich ja auch dieser Mensch einmal daran dass es einen Ort gibt wo er willkommen ist, so wie er ist.

    Gefällt mir. Wobei ich noch sehr weit von einer solchen Gelassenheit entfernt bin. Ich denke mal, da brauch ich einfach noch mehr zeitlichen Abstand, dass mich ein solches Verhalten (oder Spiegel vorhalten) nicht mehr triggert.

    Bonne nuit!😴

    Schön meldest du dich wieder! Das ganze Leben hinterfragen und ändern wollen - bei mir hats nicht funktioniert. Ich suchte immer den Kippschalter, um alle schlechten Eigenschaften auf einmal loszuwerden. Schritt für Schritt, und dann auch die Erfolge feiern, so klappt Veränderung schon eher. Du warst ja schon einmal länger abstinent.

    Wie hast du das dazumal hingekriegt?

    Was könntest du tun, um dieser Langeweile oder Leere mit etwas anderem als Alkohol zu begegnen?

    Gruss

    Tom

    Laggard

    Wenn du möchtest, können wir dich zum Vollmitglied freischalten. Das ermöglicht dir - innerhalb eines gewissen Zeitraums - deine Beiträge selbst zu editieren sowie, falls gewünscht, im geschlossenen Bereich zu schreiben

    Gruss Tom

    Hi Laggard

    Meine Angststörung oder ist es eine soziale Phobie ,muss behandelt werden .

    Habe viele Jahre auch damit gekämpft. Das Weglassen des Alkohols und regelmässige körperliche Betätigung hat innerhalb kurzer Zeit mehr gebracht als die ganzen Psychotherapien...

    Lass dir Zeit, tu dir Gutes und viele offene Baustellen der Trinkerzeit lassen sich einfacher und auf nicht geahnte Weise bewältigen 👍

    Gruss

    Tom

    Hi Laggard

    Das kommt mir bekannt vor. Als ich aufgehört habe, hatte ich nach 10 Tagen Nüchternheit einen Gichtanfall, und zwar der erste überhaupt... Mein erster Gedanke war: Wow, jetzt werde ich wirklich alt😀 Und der zweite: ist das jetzt der Dank dafür, dass ich mit dem Saufen aufhöre?

    Mir fehlt das medizinische Fachwissen, um solch körperliche Reaktionen zu erklären. Ich erkläre mir das so: wenn sich der Nebel langsam lichtet, kommen viele Sachen wieder hervor. Das allermeiste ist toll und positiv. Und das unerfreuliche kriegt man dank dem neuen Lebensmut auch auf die Reihe.

    Einen schönen Sonntag wünsch ich dir

    Tom

    Hallo auch von meiner Seite!

    Schön, dass du den Weg zurück ins Forum gefunden hast. Glückwunsch zu den 12 Wochen! Der Schlüssel zur zufriedenen Nüchternheit ist ja u.a., dass man nicht dauernd auf etwas verzichten muss, sondern das Trinken durch andere, sinnstiftende/gesunde/kreative/befriedigende ect. Tätigkeiten ersetzt. Aus Neugier: was unternimmst du in diese Richtung?

    LG

    Tom