Beiträge von Honk

    Nachtrag zum obrigen Text:

    Nach dem Abschicken des Textes bin ich spontan mit einem Freund aufs Fahrrad und wir haben diesen schönen Herbsttag genossen und uns wunderbare Wege als auch einen guten Haufen Kilometer und die Reifen gelegt. Auf dem Rückweg dann traf ich durch Zufall einen, na ja, Freund? Aber sagen wir auf jeden Fall guten Bekannten, den ich seit Trinkstopp 1 oder 2 Mal gesehen hatte.
    Ein kleiner Klönschnack am Glascontainer mit dem Austausch der allgemeinen Befindlichkeiten, ein bisschen Small-Talk und mein Blick ging wie magnetisch gezogen in seine Tasche mit Flaschen, die er gerade wegwarf. Und außer zwei, drei Gurkengläser waren doch nur alkoholische Getränke vorhanden.
    Und zwar die typischen "Speckgürtel-Flaschen". Der "gute Whiskey", der "gute Grappe", der "gute Wein", das "exotische Bier".

    Ich will der Person in keiner Weise etwas unterstellen, aber die zwei oder drei Zusammentreffen nach meinen Trinkstopp haben gezeigt, nur weil es "der gute Whiskey" ist, ist das Trinkverhalten nicht gleichzeitig unproblematisch. Für meine Begriffe ist die Person, die eigentlich auch ein sehr guter Mensch ist, eigentlich ein Kandidat für die Reissleine. Sein Gesundheitszustand als auch die optische, körperliche Verfassung sind im Auge des "Wissenden", wie ich mich bezeichne, starke Signale.

    Aber ich halte still, wie oben gesagt, kümmere ich mich um mich.

    So und jetzt leg ich die müden Beine hoch :)

    Rückblicktag: 243 Tage. Befindlichkeit: Gut bis sehr gut, emotionale Belastbarkeit hoch bis sehr hoch, Wohlbefinden hoch bis sehr hoch, körperliche Fitness: hoch bis bis weiter höher.

    Das ich das in Überzeugung mal so schreibe, hätte mir vor 244 Tagen auch niemand vorhersagen können. Vor rund einem Jahr übrigens trat ich eine Vater-Kind Kur an, die im Endeffekt wegweisend für meine kommenden Schritte gewesen ist. Angemeldet hatte ich die Kur aus anderen Gründen, der Alkohol spielte nur in meinem Kopf eine Rolle, aber nicht auf dem Papier. Aber der Hintergrund für die Kur war mein eigenes Bedürfnis, dass ich mich mit mir auseinandersetzte, was ich in der Zeit auch intensiv getan habe.
    Fazit, nach den durchaus sehr prägenden drei Wochen war, dass ich eigentlich im Leben ziemlich gut aufgestellt bin, aber, da war noch diese Sache mit dem Alkohol, was meinem Leben und allen Dingen den fetten, grauen Schleier verlieh. Aber mit Alkohol oder ohne, eine Auszeit in Form einer Kur kann ich nur jedem wirklich raten. Das ist eine wertvolle Zeit!

    Aber, ich habe in letzter Zeit viel darüber nachgedacht, was sind eigentlich wesentliche Merkmale meiner Veränderung nach dem Trinkstopp? Für mich war eigentlich im Rahmen der Auseinandersetzung klar, "einfach nur nicht mehr trinken" ist nicht mein Weg. Ich brauche grundlegendere Veränderungen, die fast ausschließlich in mir lagen.

    Und herausgekommen ist, dass ich mich erst unbewusst, dann bewusst von Menschen distanziert habe als auch meine Einstellung gegenüber Menschen verändert habe. Ich versuche mich aktiv von Menschen zu distanzieren, die mir nicht gut tun oder von denen ich keinen Mehrwert habe. Oder aber von Menschen, wo ich selber viel investiere (investiert habe), aber keinen Rückmeldung bekomme. Eigentlich war ich charakterlich immer so gestrikt, dass ich der aktive Part beim Aufrechterhalten von Freundschaften gewesen bin oder mich teilweise auch über Gebühren engagiert habe. Meistens aber habe ich nie das positive Feedback bekommen, was ich erwartet habe oder mein Engagement ist selbstverständlich angenommen worden.

    Und das ist jetzt vorbei, was zum Resultat hat, das viele Bekanntschaften, als auch Freundschaften eingeschlafen sind. Auf der einen Seite schade, auf der anderen Seite frisst es keine einseitige Energie mehr und macht meinen Kopf frei.

    Ein weiterer Baustein ist, dass ich mir eine Teflonhaut zugelegt habe. Ich habe mittlerweile gelernt bzw. bin noch im Prozess, Konflikte nicht mehr persönlich zu nehmen, emotionale Abstände zu wahren. Dinge, an denen ich mich stets aufgerieben habe, ruhen zu lassen und nicht mehr mitzunehmen.
    Dementsprechend habe ich viel mehr emotionale Zeit für mich und mein persönliches Wohlbefinden, weil ich mich nicht mehr mit negativen Gedanken und Emotionen auseinandersetzen muss.

    Dann investiere ich viel Zeit in Selbstachtsamkeit. Ich habe an anderer Stelle schon oft erwähnt, Sport, Ernährung, Schlafhygiene, Supplemente die mir sehr gut tun.

    Und das Resultat dieser ganzen Veränderungen ist ein sehr ausgewogenes Gleichgewicht mit mir selber und einhergehend auch viel gute Laune.

    Viele beschriebenen Dinge klingen vielleicht egoistisch, aber war das Trinken die Jahre vorher nicht viel egoistischer? Und vor allem viel selbstzerstörischer? Insofern, wenn ich jetzt als Egoist dastehe oder vielleicht auch als Einzelgänger, dann ist das so, so lange es mir damit gut geht,

    Und ich denke, wir sind ja noch im Anfang des ganzen Prozesses, es werden sich noch die einen oder anderen positiven Wendungen finden lassen.

    So long!

    Ich bin abends oft müde, manchmal muss ich mittags kurz schlafen.

    Eines der Dinge, die ich mir im Rahmen meiner Achtsamkeit angeeignet habe, ist eine sehr disziplinierte Schlafhygiene mit so gut wie keiner Ausnahme. Auch am Wochenende nicht.
    Mir selber war gar nicht bewusst, wie wichtig Schlaf wirklich ist und was für Auswirkungen Schlaf für uns hat. Schlaf ist immer noch ein Thema, was eher stiefmütterlich behandelt wird, obwohl er super wichtig ist.

    Und gerade jetzt, wo Dein Körper natürlich sehr unter Stress steht, ist eine Regeneration wirklich wichtig. Als auch, AmSee13 hat es gesagt, lass bei aller nächster Möglichkeit einmal Deinen Mineral- / Vitaminstatus prüfen. Alkohol hat auch die fiese Eigenschaft die Resorption von wichtigen Nährstoffen zu blockieren - wie Kaffee übrigens auch, so wäre ein Mangel nicht ungewöhnlich. Auch Menschen ohne Alkoholmissbrauch haben diesen, bei meiner Frau wurde auf mein Drängen hin ein deutlicher Vitamin D und Eisenmangel festgestellt.
    Vitamin D, Omega 3 Fettsäuren, Eisen, sind die drei Dinge, die mit am häufigsten fehlen. Ein (guter) Arzt kann Dir dazu mehr sagen ansonsten ich weitere, vertrauensvolle Quellen dazu.

    Ich kann Dir das echt nur ans Herz legen, ich schreib dazu bei Gelegenheit auch noch ein Post zu, seitdem ich meine Ernährung deutlich optimiert habe als meine Schlafhygiene, geht es mir sowas von besser, ein absoluter Gamechanger. Ich kann das wirklich nur an das Herz legen.

    LG!

    - FORTUNE - … danke, dass du zurücklässt, was für dich wertvoll ist ❤️
    Er ist SO wahr, aber er versetzt mich in Angst und Schrecken. Ich glaube, mich damit nicht zu befassen, war Teil meines trinkens.
    Und die Vorstellung, dafür jetzt Verantwortung zu übernehmen… mein Leben zu gestalten, das endlich ist… Brrr.
    Ich glaube ich brauche noch, bis ich darin eine Kraft fühlen kann!

    Also wenn ich das mal bemerken darf, Du hast schon längst begonnen Verantwortung zu übernehmen.
    Das ist Dir vielleicht so nicht bewusst, aber alleine wenn man Deinen Faden liest hast Du schon einige Entscheidungen getroffen, die verantwortungsvoll für Dich selber waren und sind.

    Insofern bist Du auf dem Weg bzw. hast Dir dieses Mal keine zusätzlichen Steine in die Tasche gesteckt sondern begonnen die Reissleine zu ziehen.

    Mitten drin statt nur dabei 👌👍


    Hi Mia,

    erstmal möchte ich wirklich Danke sagen dass Du Dir soviel Zeit nimmst auch so individuell und ausführlich zu antworten ❤️

    Ich möchte Dir einen Satz mitgeben, der mich in ganz schwierigen Momenten immer festgehalten hat:

    Was verändert sich an meiner jetzigen Situation, wenn ich wieder rückfällig werde?

    Die Antwort ist: Nichts. Es ändert sich nichts, außer, dass es mir wieder schlechter geht!

    Und das trage ich bis heute. Ein weiterer Satz, an dem ich mich festgehalten habe, mit jedem Schritt, mit jedem Tag, den ich ohne Suchtmittel gemacht habe war:

    Wenn Du jetzt wieder anfängst, musst Du von vorne durch die ganze Scheisse wieder durch. Hast Du da Lust drauf?

    Damit habe ich mich immer in schwierigen Momenten oben gehalten, einen Schritt vor den anderen gemacht und siehe da, es wurde langsam leichter und ich habe die Strecke langsam ausgedehnt.

    Diese Sätze sind vielleicht nur kleine Anker, aber ich finde es steckt viel Kraft in ihnen.

    Ich schreibe später noch ein bisschen, ich muss jetzt aber mal los.

    Heads Up! Du kannst stolz auf Dich sein!

    LG!

    Menschen, die längere Zeit über ihren Durst getrunken haben, sich dessen bewusst geworden sind, und nunmehr ohne Alkohol bzw. mit sehr wenig Alkohol leben (sofern letztere die Schwelle des Alkoholikers noch nicht gerissen haben), haben immerhin einen entscheidenden Vorteil gegenüber Normalos: Sie haben - sofern sie die richtigen Schlüsse für sich gezogen haben - zumeist mehr Demut und Achtung vor ihrem verbleibenden Leben verbunden mit der Chance zu einer Abkehr von einem vor sich hinplätschernden ungelebten Leben. Quasi ein Tritt ins geistige Hinterteil, der die Chance zum Eintritt in eine bewusstere Lebensgestaltung bietet.

    Abstinenz bringt Demut und (positive) Lebensveränderung. :)

    Ich bin die ganze Zeit am überlegen was zu den Thema Ängsten zu sagen, aber ggf. passt es jetzt. Ich leide / litt seitdem ich ungefähr 22 bin unter, vermutlich, einer PTBS, ausgelöst durch heftige Erfahrungen damals im Zivildienst. Und 2 make the story short, das hat mich Jahrzehnte begleitet. Von extrem heftig bis aushaltbar, aber immer präsent. Der Alkohol war natürlich ein prima Dämpfer, dementsprechend oft genutzt, aber gerade an Katertagen kamen die Ängste umso heftiger zurück. Da hatte ich manchmal regelrechte Flashbacks und das war ultraheftig.

    Seit meiner Abstinenz sind die Ängste weg und zwar fast komplett. Ich habe zwar hier da und das ankonditionierte Zwicken und Magengrummeln in machen Situationen, aber meine Rationalität und mein Bewusstsein hilft mir sehr damit umzugehen, so das in überhaupt nicht mehr beeinflusst werde.

    Fliegen kam von daher für mich nicht in Frage, aber nun planen wir, weil ich mir sehr sicher bin, eine Flugreise nach Kanada :)

    Wochen-ReCap...

    237 Tage ohne, 2844 Euro gespart (plus unbekannt mehr), 403564 kcal leere Alk. Kalorien (plus unbekannt mehr)

    das sind die Daten & Fakten seit dem Trinkstopp. Okay, das Geld ist vermutlich weg, wie das so ist, aber in gute Dinge investiert. Glaub ich zumindest :)

    Und ich habe die letzten Tage mich intensiver mit meinem Umfeld auseinandergesetzt. Also mit dem Gedanken, mein Umfeld zu verlieren dadurch, dass ich halt als Saufbuddy ausfalle. Und mittlerweile ist es mir auch wirklich egal, das muss man so sagen. Ich habe erst in den letzten Tagen und Wochen, gerade durch den Beginn der Eishockey Saison verstanden, wie sehr der Alkohol eigentlich der Kit zwischen uns gewesen ist. Mittlerweile stehe ich quasi alleine in der "der alten Ecke", bis auf 1-2 Ausnahmen, die aber auch nichts trinken.
    Der Rest hat sich ein anderes Eckchen gesucht und ist, wie eigentlich gewöhnlich, ab Drittel 2 nicht mehr beim Spiel dabei sondern weiter am Becher. Ich habe mit letztes Spiel, am Freitag, die Zeit genommen mein Umfeld mal genau zu beobachten und die Veränderungen der Persönlichkeiten sind nicht schön. Und mittlerweile stelle sich auch wirklich raus, wie tief das Problem Alkohol in den Leuten verwurzelt ist.

    Was habe ich mir lange für einen Kopf gemacht, dass ich mein Nein zum Alkohol rechtfertigen muss / müsste. Nein, es ist anders herum, es gibt überhaupt keine Rechtfertigung, ja zum Alkohol zu sagen.

    Und da bin ich doch ein wenig stolz, Achtung Ego Anflug: Jetzt über den Dingen stehen zu dürfen.

    So darf es weiter gehen :)

    Das wird manchmal auch von außen in FRage gestellt, was mich damals echt auf eine harte Probe gestellt hat "Wie sage ich es den anderen, dass ich nichts mehr trinke ?" Heute bin ich sattelfest. Ich bleibe bei meinem Satz: Ich trinke keinen Alkohol. Punkt. Sollte jemand nachfragen, werde ich mich auch nicht erklären, weil es dann eben auch genau zu den Verharmlosungen kommen kann siehe oben: Ich mag mich weder rechtfertigen, mich erklären, noch mich mit diesem Thema auseinandersetzen in Form von Diskussion pro und contra Alkoholiker. Es reicht mir, dass ich weiß, wo ich stehe und dass ich keinen Alkohol mehr trinken will.


    Liebe Grüße

    Oran-Gina

    Das ist eine sehr gute Einstellung wie ich finde. Ich muss / musste das auch lernen einfach dazu zu stehen, nichts zu trinken bzw. abzulehnen. Gleichzeitig, bei jedem öffentlichen "Nein" bin ich auch ein wenig stolz auf mich das sagen zu dürfen. Und überhaupt, ich habe auch einfach keinen Bock mehr auf die Scheisse, das wird mir Tag für Tag immer klarer. Auch wenn hier und da der latente Suchtdruck natürlich um die Ecke guckt, ich bin fertig mit dem Zeug.

    Am Freitag war wieder Hockey und ich stand zusammen mit einem Freund, der überhaupt nichts mehr trinkt. Meine andere "Riege" steht mittlerweile übrigens woanders und knallt sich da weg.....sollen sie mal.

    Und wir haben am Freitag, auch weil wir VIP Gäste waren, uns einmal den "Spaß" gemacht, die Leute am Futtertrog genau zu beobachten. Und ganz ehrlich, ich will da gar nicht mehr zugehören. Man kennt ja das eine oder andere Gesicht und wenn man sich die Leute einmal aus einer anderes Perspektive anschaut, die Veränderungen über den Abend beobachtet, ja auch genau weiss, wie sich das anfühlt, wenn das nächste...das nächste...das nächste...das nächste...Bier getrunken wird. Ich will das nicht mehr, ich will nicht mehr aussehen wie die und mich so verhalten. Und ich will auch nicht so aussehen, man sieht es den Leuten aus so vielen Gründen an, das ist echt heftig, wenn man das selber mit sich vergleicht.

    Tja...

    Ach Honk , Dankeschön!
    Es ist so gut, wenn sich jemand mit einem freut und man solche Sätze liest.
    Du könntest ja auch Sachen sagen, wie : pfff, so ein paar Tage… das ist ja noch gar nichts (oder so). Manche Menschen sind so, hinter denen schon ein viel weiterer Weg liegt.

    Wir alle haben die Scheiße doch durch und wissen was es bedeutet, gerade die ersten Schritte zu machen. Das muss man wertschätzen, gerade weil der Anfang so schwierig ist.
    Dazu kommen natürlich noch weitere, große Herausforderungen, aber erstmal ist Zeit das anzuerkennen was schon geschafft ist. Und das ist doch prima!

    Und außerdem bin ich persönlich der festen Meinung, Wertschätzung und Lob sind die Schlüssel für ein Fortkommen, nicht destruktives Verhalten.

    Zitat

    War es schön für dich, als dir das (einmal mehr) bewusst wurde, oder lässt die Freude über solche Momente irgendwann nach?

    Never, ich freue mich jeden Tag wie ein Honigkuchenpferd. Aber ernsthaft. Wirklich, ich feiere die Abstinenz zu tiefst. Ich denke ich schreib das mal ausführlich in meinem Thread was ich daran so feiere.

    Zitat

    Jetzt ist mir immer noch bewusst, wie ernst meine sucht vorangeschritten ist, aber ich konnte wieder ein bisschen Kraft für kleine Schritte finden.

    Kleine Schritte machen am Ende eine lange Strecke :thumbup:

    Zitat

    Wochenenden werden sicher noch lange schwierig sein. Ich habe diese kalten, kribbeligen Hände… kennst du das?
    Die hatte ich immer, wenn absehbar war, dass ich gleich Bier trinke.

    Ich spüre das anders, ich hab so einen Druck im Hals. Hab ich ab und zu natürlich heute noch, aber es ist so mild, das es kein Problem ist. Nervt ab und zu, aber, ist gut auszuhalten und irgendwann ist das weg, da bin ich mir sicher.

    Zitat

    Aber da ist noch was. Denn ich weiß auch, was danach kommt. Und ich werde nicht zulassen, dass meine Selbstwirksamkeit wieder stirbt, für die paar Stunden beschwingt sein.

    Ändere mal das Wort "beschwingt"....Beschwingt ist da nämlich eigentlich gar nichts, wenn man mal ganz ehrlich zu sich ist. Zumal man es am nächsten Tag doppelt und dreifach einen auf den Deckel bekommt.

    Dir auch einen schönen Abend!

    LG!

    Wow! Das ist ganz ganz stark Mia! Wirklich! Du kannst in den Spiegel gucken und Dir ernsthaft vor Stolz ein dickes Grinsen ins Gesicht zaubern.
    Auch wenn sich das vielleicht auch gerade komisch anfühlen mag, so "Ohne". Das wäre auch normal, du / wir sind ja alle über Jahr(zehnte) hinweg konditioniert. Und man weiß selber wie schwer das ist, sich nur eine schlechte Angewohnheit abzugewöhnen.
    Und gerade weil man auf einmal nicht mehr trinken will, gerade dann kreisen die Gedanken darum erst recht und auch das ist völlig normal.

    Weißt Du was bei mir ganz komisch ist? Neulich wurde ich gefragt ob ich an einem Samstagabend jemanden abholen könnte, mit dem Auto. Ich hab echt lange gezögert ja zu sagen. Warum? Weil ich über Jahre konditioniert war mir am Samstag ordentlich einen einzuschenken und meine Fahrtauglichkeit normalerweise ab 17h weg war. Und das sitzt immer noch in mir drinnen das ich eigentlich eine Ausrede habe müsste, warum ich jemanden NICHT abholen kann.


    Und was Oran-Gina da schreibt, da ist soviel Wahres dran. Ich bin ja auch ein absoluter Fan von "Wording". Kleinigkeiten im Wortschatz können soviel Kraft haben. Beispielsweise das Wort Verzicht. Nein, es ist kein Verzicht, wenn man keinen Alkohol mehr trinkt.
    Verzicht ist negativ, wenn jemand auf etwas verzichtet, trauert er / sie der Sache nach. Suche Dir ein anderes Wort als Verzicht.
    Mein Wort dafür ist "Lebenseinstellung". Oran-Gina sagt "frei von Alkohol", ich glaube Rent sagt "Erlösung". Jeder findet seine Umschreibung, die ihn trägt.

    Nochmal, es ist echt stark das Du Schritt für Schritt weitergehst. Sei stolz auf Dich!

    Ich möchte hier eine Sache noch richtig stellen: Wenn man nicht in perfekten Bedingungen aufgewachsen ist, ist das sicherlich eine gewisse Bürde gegenüber denjenigen, die in ihrer Kindheit mehr die Sonnenseiten des Lebens kennen gelernt haben, wobei zu viel Sonne bekanntermaßen auch ihre Schattenseiten haben kann. So gesehen: Jeder, der dem Alkohol adé gesagt hat, hat meinen Respekt. Jeder, der dies unter erschwerten Bedingungen geschafft hat, hat meinen allergrößten Respekt. Punkt.

    Ich kann es ja erzählen, meine Austrägerin, ich bin als Baby adoptiert, hatte wohl ein Alkohol und Drogenproblem, deswegen war im Endeffekt wohl eine gewisse Suchtkarriere bei mir vorgezeichnet.
    Ich danke aber jeden Tag derjenigen Macht, die dafür gesorgt hat, dass ich als Pubertist Dope überhaupt nicht vertragen habe. Hätte ich Geschmack am Kiffen gefunden wette ich darauf, mein Weg in eine steile Drogenkarriere wäre früh offen gewesen. Ein Kumpel damals von mir hat sich damals mit Dope den Weg in einen komplette, matschige Zukunft erkifft. Der Mann ist heute zu nix mehr zu gebrauchen.

    Ansonsten kann ich berichten, mein zwei Geschwister, ein Person eine Wundertüte wie ich, eine andere aus eigenem, biologischen Anbau, alle mit der selben eigentlich behüteten Kindheit gesegnet, trinken alle schwer bedenklich.
    Ich bin der einzige, toi toi toi, der den Ausstieg aus allen "Zivilisationsdrogen" geschafft hat.

    Das klingt richtig gut, lieber Honk. Du bist ein tolles Beispiel, wie ein 45jähriger mit Bierplauze seine Segel wieder in den Wind gestellt hat und nunmehr bereits den Rückenwind in Form von "wunderschönen Momente" genießen darf. Es klappt übrigens sogar mit 56. Das war mein Alter, wo mir dämmerte, dass mein Schiff sich vom für mich richtigen Kurs entfernt hatte - und zwar schon Jahr vorher. Das soll aber nicht heißen, dass meine Segeltörns der Vergangenheit einer Odyssee glichen. Es gab damals gleich mehrfach Phasen mit schönem Wetter und schönen Frauen in den Häfen, was ich auch nicht missen möchte. Ein bisschen Nostalgie finde ich im Übrigen ganz angenehm, aber manche Bilder der Vergangenheit sind im Hier und Jetzt einfach nicht mehr die richtigen Ratgeber. Dessen sollte man sich bewusst sein.

    Was hatte ich für eine Wahl? Eigentlich keine. Außer aufgeben und abstürzen. Aber ich bin ein Typ Mensch, ich brauche immer Projekte in die ich mich rein arbeiten kann. Das war schon immer so. Viele meiner Skills, auch beruflich, habe ich mir autodidaktisch beigebracht. Na ja und was lag es da näher als sich selber als Projekt zu nehmen?
    Ich bin ja eh der Auffassung, wenn man sich in irgendeiner Weise grundlegend verändern will, geht das nur mit einem Ziel. Für mich würde "einfach nicht mehr trinken" nicht funktionieren, ich brauche grundlegende Änderungen.
    Das hatte ich damals beim Rauchstopp vor über 15 Jahren auch, ich habe von heute auf morgen meinen Alltag komplett umgestellt. Nahezu alle Triggerpunkte für mindestens ein halbes Jahr eliminiert. Ich glaube auch, die Erfahrungen von damals haben mir diesmal sehr geholfen. Der Rauchentzug war echt hart. ABER...hat sich gelohnt.

    Und mal ganz ehrlich, was gibt es für ein schöneres Projekt als sich selber? Heißt es nicht, in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist? Und wenn ich mir ernsthaft die paar wenigen Bilder die es von mir aus dem letzen Jahr gibt, ansehe, oh meine Güte, wie sehe ich da aus. Genau das arbeite ich aktuell auf, ich hab ja oben erzählt ich bin (auch) Fotograf und mein neustes Fotoprojekt bin ich selber. Das ist zwar ziemlich komisch und ich fühle mich dabei auch ein wenig (wenig mehr) narzistisch aber who cares. Ich fühle mich selber wohl und das ist wichtig. Und vor allem will ich festhalten, was man erreichen kann und erst Recht, wo ich nie nie wieder sein möchte!!

    Und ich denke, da spielt das Alter keine Rolle, eine fundamentale neue Ausrichtung mit neuen Wegen und Zielen, dafür ist man nie zu alt. Stillstand ist Rückschritt, finde ich.

    Die andere Möglichkeit ist für sich zu erkennen, dass man trotz des eigenen Wollen nicht weiterkommt, dass die Sucht stärker ist.
    Auch da gibt es Möglichkeiten, indem man sich in eine Klinik begibt. Oder aber ganz offen einen Termin mit dem Hausarzt macht und nach Lösungen fragt.
    Ich weiß wie unendlich schwer das ist, unvorstellbar sich dem hingeben zu müssen, sich outen zu müssenm. Wie gerne möchte man das im eigenen Kämmerlein mit sich ausmachen. Aber das geht nicht immer. Aber auf der anderen Seite hast Du Dich, wir uns, für alle sichtbar, in diese Situation auch hineinmanövriert.

    Aber eines ist ganz klar, die Entscheidung musst Du fällen. Ich kann Dir nur meine Geschichte erzählen und eine weiterleiten.

    Die angehängte Reportage zeigt das, wo man hinsteuert. Und Du hast alle Hebel in der Hand, das Ruder vorher rumzureissen.

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    Was dann kam war weniger Erkenntnis, sondern das Erlebnis, das praktische Erspüren von tiefem Schlaf (nach circa 6 Wochen) und vor allem von spontanen Glücksgefühlen (nochmal 2 Wochen später) bei so ganz einfachen und unaufgeregten Dingen, wie etwa einer spontanen Wanderung in der Natur, beim Lächeln eines Menschen, beim Hören der Klänge eines klassischen Konzertes und dem Blick auf die Gesichter der Musiker, die gerade im Flow waren. Ich hatte wieder Zugang zu dem Schönen, aber auch gleichermaßen zu Gefühlen auf der anderen Seite der Medaille, wie z.B. Traurigkeit. Es hat mich irgendwie an meine (schöne) Kindheit erinnert, was mir aber erst Monate später bewusst wurde.


    Das hast Du wunderschön gesagt und ich kann das genau nachempfinden. Diese Emotionen sind eine Sache, die vollkommen in Vergessenheit geraten, sie sind eigentlich ohne Rausch nicht mehr vorstellbar gewesen. An einer anderen Stelle hatte ich das mal beschrieben, ich hatte eigentlich wunderschöne Momente, aber aufgrund meiner Verfassung konnte ich diese Momente nicht annehmen und war tief traurig, anstatt glücklich. Paradox!


    Zitat

    Vor ein paar Wochen las ich von einem Gedankenexperiment, das Du selbst in einem ruhigen Moment machen kannst: Stell' Dir vor Du bist ganz kurz vor dem Ende Deines Lebens und fragst Dich dann: Wie war's denn so? Dieses Leben von Dir? Der Gedanke an ein ungelebtes Leben würde mir den Abschied sehr schwer machen, würde mich wohl gar mit Scham erfüllen, aber dann wäre zu spät. Da hat es bei mir "klick" gemacht: Seitdem betrachte ich es geradezu als Verpflichtung, mein Leben zu leben, ein möglichst erfülltes Leben zu führen, Dinge nicht als selbstverständlich anzusehen, Dankbarkeit zu spüren und auch mal Danke zu sagen. Klingt vielleicht in Deinen Ohren alles etwas pathetisch, aber so in der Art ticke ich seit einigen Monaten. Was mir noch auffiel: Wenn man weniger beurteilt, wird das Leben freundlicher

    Auch das kann ich wirklich 1:1 so spiegeln. Was habe ich für einen Durst gehabt noch, wenigstens nach Normalität. Und gleichzeitig auch eine Streben nach Glück, Erfüllung, tollen Erlebnissen. Mit 45 Jahren da zu sitzen, insbesondere und noch viel mehr auf die letzten Jahrzehnte zurückzublicken und so festzustellen das dass an vielen Stellen so ziemlich semi geil gewesen ist, ist schon echt hart. Und vor allem der Ausblick nach vorne war nur dunkel.

    Es ist aber, in dem Augenblick in dem man da sitzt, einfach fucking nicht vorstellbar einfach die Flasche stehen zu lassen. Das ist schon wie mein "Beim kleinen Lord"....warum trinkst Du? Weil ich traurig bin. Warum bist Du traurig? Weil ich trinke.
    Genau so und nicht anders. The circle of Suff. Das Problem nur ist, sehe ich so, wenn man sich jetzt aktiv mit dem Thema auseinandersetzt und NICHTS tut, dann wird es mit ziemlicher Bestimmtheit hässlich. Es kommt m.E. irgendwann unweigerlich der Punkt, dann ist man wirklich ganz unten und dann ist es vorbei mit der selbstbestimmten Entscheidung. Passend, weil Du Dich hier angemeldet hast, hab ich mir ein paar Reportagen zum Thema mal wieder angesehen.

    Ne, ne, da hab ich keinen Bock drauf.

    Ich persönlich finde es wichtig, sich ein Ziel zu setzen, eine erstrebenswerte Sache. Die man mit Alkohol defintiv nicht erreichen, ohne schon.
    Bei mir ist es der Drang nach Gesundheit und Sport. Aus vielerlei Gründen. Und so ist seit März aus dem 100% "no Sports" alkoholrote Augen Guy mit fetter Bierplauze ein mittlerweile, für die kurze Zeit, ein ziemlich fitter, gutaussehender Typ geworden. Und der Typ sieht defintiv nicht aus wie 45 sondern einige Jahre jünger.
    Und daran halte ich mich fest. Es war nicht immer einfach, es gab immer Hürden und Umwege aber ich hab mich da reingebissen, Ziele definiert. Auch Ziele aufgeben müssen oder verlegt. Aber das gehört zum Prozess dazu. Aber was ich dafür erlebt habe waren wunderschöne Momente und das spüren. Das Spüren von sich selber und den Momenten.

    Ich kann Dir echt nur sagen Mia, komm ins Handeln. Augen zu und durch die Scheiße. Es kann definitv NUR bergauf gehen. Das ist vielleicht noch nicht sichtbar, aber es wird schnell klar. So klar, wie Du selber. Go 4 it!

    Zwei Tage hast du schon. Zwei Tage die Du nicht mehr gehen musst und zwei Tage weniger, an denen Du Dich schlecht gefühlt hast.

    Das ist doch ein Anfang. Wer weiß wo es hinführt? Ich bin bei Büchern nicht so belesen wie ihr, aber ein Zitat kenne ich dann doch: „Es ist ein gefährlicher Weg VOR die Tür zu gehen. Man weiß nie wohin einen die Füße tragen“.

    VG!

    Ich hatte die Wirkung, dass mich der Alkohol depressiv gemacht hat. Mir ging es mental einfach richtig beschissen. Also richtig grau und beschissen. Ich hab zwar in manchen Momenten, mit dem passenden Pegel in der Birne gut performt, auch tolle Reden geschrieben und vor mehreren hundert Leuten gehalten, aber der Jammer kam danach, wenn das Adrenalin aufhörte und der Pegel in der Birne natürlich wieder zu viel wurde. Ich habe in solchen "Rush" Momenten auch gute Ideen für Shoots gehabt, aber dann kam das böse Erwachen, wie soll ich das bitte organisieren? Und zudem, die Bildbearbeitung hinterher hat mir überhaupt keinen Spaß mehr gemacht und ich konnte auch nicht mehr erkennen, war es gut was ich da fotografiert habe oder nicht?
    Ich habe einfach meinen Blick verloren im wahrsten Sinne des Wortes als auch den Fokus darauf, was machen wollte. Es war alles die gleiche Standardsülze. Und die teilweise auch berechtigte Kritik konnte ich nicht annehmen, ich war dünnhäutig wie nix, auch wenn ich wußte, ich habe Mist abgeliefert.
    Und das hat mich auch schwer belastet und unglücklich gemacht. Ich strebte nach Anerkennung, bin aber durch mich selber voll auf der Schnauze gelandet. Und das ist ganz vielen Bereichen.

    Optisch mochte ich mich auch nicht mehr im Spiegel ansehen und meine Vitalwerte waren, na ja, auf jeden Fall deutlich optimierungswürdig. Und dann steht man da, man weiß das zwar, aber nun ja. Wie soll man abspringen?

    Und dann kommen wir genau zu den Dingen: Scham, mangelndes Selbstbewusstsein und ganz viele Geschichten im Kopf, von Leuten, die zu viel trinken. Man selber hat ein Alkoholproblem, ist gar ein Alkoholiker? Ey, das kann nicht sein. Und vor allem, was sagen die anderen dazu? Die Nachbarn, die Familie, die Freunde, Kollegen. Ne...also ein AlkoholikerInn ist man auf keinen Fall. Ne, das sind die Leute am Bahnhof oder vor den Trinkhallen.

    Das da hunderte Menschen in München wiederum auf dem Kotzehügel liegen, dass ist normal und voll in Ordnung. Das da nach aber auch vor jedem Fussballspiel tausenden Menschen rotzevoll durch die Innenstadt torkeln und pöblen, nö, das ist voll gesellschaftsfähig. Am Wochenende oder auch in der Woche mit dem Freund / Freundin keine Ahnung wieviel Wein oder Bier wegballern, am nächsten Tag "Netflixen" und das als Status posten wie im Arsch man ist, das ist voll normal. Schützenfest auf dem Dorf, guter Ton noch rotzevoll beim Frühschoppen zu sitzen und wieder ein Bier am Hals zu haben.

    Das ist alles voll okay und man selber? Ja gut, da hat man mal in der Woche mittlerweile ein paar Weinchen oder Bierchen mehr getrunken, die Leonie von nebenan macht das ja auch, da kann man kein Problem haben oder gar Alkoholiker sein. Das sind nur die anderen, und vor allem die am Bahnhof.

    Ist das so?

    Ich hab das persönlich nie an die große Glocke gehängt das ich nichts mehr trinke. Wenn es dann mal wirklich zu einem tieferen Gespräch kommen sollte, sage ich, ich habe für mich persönlich festgestellt, dass ich meinen Konsum für bedenklich halte. Und deswegen für mich entschieden, ich trinke nichts mehr. Nie mehr.

    Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich, ich bekomme, "rethorisch" Respekt gezollt, die anderen sagen "könnte ich nicht". Jetzt am Sonntag hab ich von einem guten Freund den Spruch beim Hockey gucken bekommen, als er mir angeboten hat, ein Bier für mich mitzubringen und ich Nein sagte: "Trinkst du immer noch nichts mehr? Bist Du Langweilig"....er stand dann die nächsten Drittel in einer anderen Ecke.

    Aber Mia weißt Du, ich hab besagtem Freund als auch anderen in den letzten Wochen oftmals morgens eine Nachricht geschrieben, ob jemand mit mir Gravelbike durch die Landschaft ballern will. Und jedes Mal von allen eine Absage bekommen, weil sie nämlich in Sauer liegen und ab Mittags von ihren Frauen Lack bekommen, damit sie sich um die Kindern kümmern (müssen).

    Wer hat das Problem oder muss sich schämen oder ist langweilig? Ich, der trotz Eishockeyspiel morgens um 6 aufsteht, bis Mittags 100 Kilometer Rad gefahren ist und danach mit der Familie Zeit verbringt?

    Oder die anderen, die "voll geil" gefeiert haben? Ich hab 20 Jahre "voll geil" gefeiert. Es reicht. Und das Neue erfüllt mich mehr und macht auch viel mehr Spaß. Und ist btw. auch noch deutlich gesünder.

    Ich hab mein Problem erkannt und darauf bin ich stolz und hab die Stärke, es anzugehen.

    "Du trinkst nicht mehr? Könnte ich nicht..."

    Ich schon :)

    @


    Mittlerweile hat mein Gefühl des erschüttert Seins ein wenig nachgelassen. Aber davor war es ein harter Ritt. Ich hab stundenlang geweint, weil ich dachte: wenn dir bewusst wird, dass du gerade in die körperliche Abhängigkeit rutschst und trotz des Entsetzens darüber weiter trinkst, ist die Sache klar, dann wirst du dich Tod trinken.


    Wir müssen bei eines mal ganz klar sein: Du bist schon längst tief in der Abhängigkeit drinnen. Ob sich das nun körperlich durch bsp. zittern bemerkbar macht oder nicht, spielt keine Rolle. Du hast keine Kontrolle mehr, du hast längst die Kontrolle verloren und der Weg, den du selber beschreibst ist, wenn Du nicht aufhörst, vorgezeichnet.

    Das musst Du Dir ganz klar machen, du hast die roten Linie längst überschritten. Übrigens geht das überschreiten der Linie schneller als man denkt, man bekommt es nur nicht bewusst mit.

    Aber egal, Du steckst mitten drin, da musst Du Dir ganz klar sein. Und ob Du Dich schämst, darüber traurig bist, wütend bist, egal, es ändert aber einfach die Situation nicht. Du hast ein massives, nicht aufzuhaltendes Alkoholproblem, wenn Du nicht aufhörst zu trinken.

    Aber eigentlich, sonst wärst Du ja nicht hier, weißt Du das ja selber und das ist total stark. Und deswegen gibt es auch keinen Grund sich zu schämen sondern die Aufgabe da jetzt rauszukommen.

    Du hast ja oben geschrieben, Du hast ein Buch geschrieben und ich finde das mega. Was für eine Möglichkeit, sich selber mit sich auseinanderzusetzen. Eigentlich hast Du jetzt Stoff für ein Buch mit einem Weg, den Du selber gehst. Und vor allem, Du kannst selber dafür sorgen, dass das Buch ein glückliches Ende hat.

    Übrigens das mit dem Ende der Kreativität kann ich absolut nachvollziehen. Ich fotografiere / videographiere eigentlich schon seit Jahren und dieser verschissene Alkohol hat mir sowas von dermaßen die Kreativtät geraubt, unfassbar. Ich hab mir selber, am Zeitpunkt der Abstinenz, eine Pause verordnet um mit mir klar zu kommen. Und jetzt langsam kommen die kreativen Gedanken wieder, ich habe schon wieder ein Setting im Kopf, die ersten Leute dazu angeschrieben und wohl nächste Woche hab ich endlich wieder ein Shooting. Wie ich mich darauf freue :)