Folgendes hat nichts mit Alkohol zu tun, hat aber möglicherweise einen gewisse Anlehnung an Süchtiges, aber vor allem toxischen Verhalten zu tun.
Kurzer Vorabriss: Ich war jahrzehntelang eng mit meinem besten Kumpel befreundet. Bis, vor mittlerweile 15 Jahren, dieser geheiratet hat. Trotz, dass er bei meiner Hochzeit Trauzeuge gewesen ist, ich bei seiner, und er auch Pate für meine große Tochter gewesen ist, hat die Freundschaft von heute auf morgen aufgehört.
Ohne Begründung, ohne Erklärung, trotz unseren eigentlichen engen Verbundes, trotz dass wir eigentlich auch Kinder im gleichen Alter haben, war es vorbei.
Tendenziell konnte ich mir auch erklären, warum das so gewesen ist: Natürlich seine Frau, die direkt nach der Hochzeit die Herrschaft über sein Leben übernommen hat. Privatleben, Berufsleben, alles unter ihren Fittchen und anscheinend mit einem riesigen, (unausgesprochenen) Groll gegen mich uns.
Ich hab dann nach ein paar Kontaktversuchen und fandenscheinigen Ausreden seinerseits die Kontakt vollends abgebrochen. 10 Jahre später fingen wir uns wieder an über die Wege zu laufen. Natürlich ergaben sich durch die Kinder auf einmal Schnittmengen, Schule, Verein, Freunde. Wie es auf dem Dorf so ist.
Und so belebte sich der Kontakt wieder, ab und zu mal essen gehen, in seiner Firma mal nen Käffchen trinken, ab und zu mal telefonieren.
Begebenheit Nummer 1, knapp 2 Jahre her, waren wir zusammen essen und standen danach im Auto noch an einer Stelle unserer Jugend und quatschen noch ein wenig, klingelt sein Handy, welches er auf Freisprecheinrichtung schaltetet und wurde von seiner Frau angeschrien, warum er gerade an genau dieser Bank stehen würde, mit wem er gerade v........ würde, er solle sofort nach Hause kommen.
Stellt sich raus, der gute Mann lässt sich von seiner Frau tracken. Seine Aussage: "wenn ich mich tracken lassen, muss ich nicht erklären, wo ich gewesen bin........"
Nach der Begebenheit schlief der Kontakt wieder ein für knapp 1,5 Jahre. Das erholte sich dann nach und nach wieder, ich bin ja nicht nachtragend. In der Zwischenzeit, ich wisst es ja, hab ich mein Leben auf links gedreht und ziemlich stark auf eine gesunde, sportliche Lebensweise umgestellt.
Das wurde in einem kürzlich geführten Telefonat auch etwas länger zum Thema. Man muss dazu wissen, mein Kumpel war nicht der schlankeste, aber mittlerweile ist er auf einem Level, wo man stark darüber nachdenken sollte, was zu tun. Denn so langsam, mit Mitte 40, schleichen sich auch Probleme ein.
Und jetzt kommt es: Gestern, wir saßen zusammen vor seiner Firma, tranken einen Kaffee weil ich gerade in der Nähe war, kommt seine Frau wie eine Furie auf den Hof gefahren.
Würdigt mich keines Blickes, drückt ihm eine Tüte vom Bäcker in die Hand: Schokobrötchen, Käsebrötchen, das gute Zeug mit dem Spruch: Hier! Da hast Du Dein gesundes Frühstück! Und ich kaufe gleich für heute Abend fürs grillen ein. Und eine Kiste Bier, damit Du Dir richtig einen genehmigen kannst!
Und zog ab.
Ich bin ja nicht auf den Mund gefallen und musste mich derbe zurückhalten da nicht einen passenden Spruch zu geben, aber das war schon eine harte Nummer. Nicht das ich das irgendwie auf mich beziehe, ich bin mit mir zutiefst im Reinen. Meinungen anderer Menschen sind mir egal, und wenn einer meint, mir wegen meines Lebenswandels einen drücken zu müssen, vor allem wegen des Alkohols, so what. Mir geht´s ja sehr gut und ich steh ja auch offen dazu.
Nein, was ich meine die direkte Beobachtung und das Erleben einer zutiefst toxischen Situation. Wir hatten noch kurz vorher gesprochen, dass es ihm eigentlich gesundheitlich nicht so gut geht und er sich auch Sorgen macht, wie das weitergeht. Gar nicht wegen des Alkohols, aber möglichweise wegen einer Essstörung.
Und dann bekommt man von seiner Frau, die jetzt ehrlich gesagt auch nicht den fittesten Eindruck macht - gelinde gesagt, so einen Spruch gedrückt.
Ich kenn da ja eigentlich hier auf dem Dorfe, das viele Kerle voll unter dem Scheffel der Frau stehen - ich zum Glück bin frei wie ein Vogel - , aber so ein Verhalten ist schon echt abgefahren.
In mir mutet sich das an, das ist Kontrolle über das Fressen. Anders kann ich das nicht sagen und so kam das auch im Gespräch subtil rüber. Das mein Kumpel über Essen und Verhaltensweise von seiner Frau kontrolliert und gesteuert wird, der Mann hat überhaupt keine Entscheidungsfreiheit.
Das ist krass, das beobachtet zu haben.
Nun ja, so tragen wir alle unsere Rucksäcke durch die Gegend, ich bin froh, das meiner um einiges, deutlich leichter geworden ist 
Habt einen schönen Christi Himmelfahrt / Vatertag, was immer ihr feiern solltet. Ich kuriere meinen Husten aus, eigentlich wäre ich auf dem Radweg nach Berlin - eine 2 tägige Tour, wegen Krankheit abgesagt
Irgendwas ist immer.
So long!