Beiträge von Oran-Gina

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass sie richtig Angst hat ,den geschützten Rahmen zu verlassen und mit all den Aufgaben zuhause nüchtern klarkommen zu müssen.

    Sie selbst hat ja gar keine Erfahrung darin ,da sie die letzten Jahre das nur unter Alkoholeinfluss bewältigen konnte.

    Ich denke ,sie schaut jetzt das erste mal ganz nüchtern auf sich und ihre Welt und muss erst damit klarkommen, wie sie das neu anpacken kann.

    Dass sie dir gegenüber manchmal auch kalt reagiert, kann ich ,je mehr ich von dir gelesen habe ,noch besser nachvollziehen.

    Ihre Gefühlswelt ist jetzt erst mal trocken gelegt, da sie ja nicht mehr trinkt.

    Das heißt aber nicht ,dass sie dich nicht mehr liebt.

    Wenn ihr oft zusammen ward und sie war unter Alkoholeinfluss,dann hast du sie als tollen und liebevollen Menschen kennengelernt.

    Ihre Persönlichkeit war dadurch verändert.

    Nüchtern kann sie möglicherweise gar nicht so sein ,wie du sie erlebt hast .

    Ein offenes Gespräch wäre wirklich hilfreich,aber ich würde das Gsnze jetzt erst mal beobachten und mich an deiner Stelle etwas zurücknehmen.

    Vielleicht ist sie aktuell einfach überfordert mit allem.

    Hallo ExoticConflict

    Ich danke dir ,dass du ein bisschen ausgeholt hast und erzählt hast ,wir eure letzte Monate aussahen.

    Es ist schon mal sehr gut ,dass sie aus freien Stücken zur Erkenntnis gekommen ist ,dass sie entziehen will.

    Das sind gute und wichtige Voraussetzungen.

    Dass du sie unterstützen willst ist sicher auch reine große Hilfe ,wenn sie das überhaupt will.

    Vielleicht will sie es auch alleine durchziehen?

    Sie hat also heimlich getrunken und versucht es zu verbergen.

    Hattest du nie eine seltsame Ahnung oder ein komisches Gefühl?

    Sie hatte Morgens noch sehr viel Promille im Blut.

    Für mich fast nicht zu glauben ,dass das unbemerkt blieb.

    Du hast sie sicher oft betrunken erlebt (?), ohne es zu wissen (?)

    Magst du darüber noch ein bisschen erzählen?

    Hattet ihr sonst immer einen offenen Austausch über eure Wahrnehmungen und Gefühle?

    Oran-Gina

    Hallo ExoticConflict

    ich mag dir antworten, auch wenn ich keine Erfahrung mit dem Entzug in der Klinik habe.

    Ich trinke seit fast 3 Jahren nicht mehr und ich habe zu meinen Zeiten , als ich noch Alkohol getrunken habe, Konflikte weggetrunken, meine Ängste reduziert-jedenfalls glaubte ich, dass es hilfreich sein könnte, wenn ich Alkohol trinke. An meine wirklichen Ängste bin ich aber nicht herangekommen. Heute nach drei Jahren alkoholfrei kann ich feststellen, dass ich vieles anders wahrnehme als noch früher und dass ich mir selbst näher gekommen bin, auch wenn es immer noch Schwierigkeiten und Themen in meinem Leben gibt, die noch nihct gut gelöst sind.

    Generell aber habe ich ein anderes Lebensgefühl und eine andere Sicht auf Dinge bekommen und merke auch , dass vieles für mich "so " nihct mehr geht, was früher für mich nihct spürbar war, aber "ok" war.

    Ich sehe auch heute alkoholkonsumierende Menschen ganz anders als früher. Mein Blick ist ein anderer geworden.

    Deine FReundin ist jetzt seit geraumer Zeit trocken, so wie ich herauslese noch nicht all zu lange. Ihr habt seit 7 Monaten eine Beziehung, die meiste Zeit hast du sie als Alkoholikerin wahrgenommen und erlebt ? Oder hat sie heimlich getrunken ? Wollte sie selbst den Entzug aus sich heraus oder wurde sie von dir überredet oder von anderen überredet ?

    Dass sie nun auch für sich erst mal klarkommen muss, sehe ich als normalen Prozess an, den sie erst gerade durchlebt. Das braucht Zeit und sogar auch manchmal Abstand zum Partner. Ich denke, dass es wichtig ist, ihr Zeit zu lassen und sie erst mal für sich ihren Raum zu geben. ES ist vielleicht gut, ihr zu signalisieren, dass sie auf dich zukommen kann, wenn sie bereit ist.

    Nahtlos so weitermachen wie vorher wird nicht funktionieren, jedenfalls hat sich ja schon etwas verändert, nämlich ihre aktuelle Trockenheit. Ich frage mich, ob du vorher bemerkt hast, dass sie so viel getrunken hat und ob du die TRagweite ihrer Sucht, die sie entwickelt hatte, komplett miterlebt hast. Du sagst, du kennst sie seit 10 Jahren.

    Du hast dich auf jemanden eingelassen, der viel trinkt.

    War dir das beswusst, auf was du dich da einlässt ? Du musst das hier nicht offen beantworten, wenn du das nicht möchtest, aber vielleicht schaust du auch mal auf deine Rolle, die du erfüllt hast in dieser Beziehung. Warst du ein Helfer, der gehofft hat, dass sie aufhört zu trinken, wenn du nur genug an ihrer SEite stehst ?

    Du hast Angst sie zu verlieren-das kann ich durchaus nachvollziehen, da du neue SEiten an ihr entdeckt hast, die dir fremd vorkommen. Ich frage mich aber auch , ob du dich sorgst, dass eure Beziehung anders wird, ...sie wird sich jedenfalls verändern und damit auch deine Rolle in ihr. Sie trinkt nicht mehr.

    (in der Hoffnung, dass das tatsächlich auch dauerhaft so bleibt ).

    Du hast Angst ,sie aufgrund ihres Entzugs zu verlieren---aus deinen Zeilen lese ich nicht heraus, dass du erleichtert bist, dass sie endlich (?) einen Entzug macht. Es ist doch bemerkenswert und sehr erfreulich, dass sie etwas für SICH tut. Hast du Angst, nicht mehr die Rolle haben zu können , die du vorher eingenommen hast ? Ich weiß, dass klingt vielleicht etwas provokant, aber ich wollte damit anregen, dass du dir über deine Rolle auch Gedanken machst und versuchst, vielleicht etwas zu erkennen, was nicht nur mit dem aktuellen "Ich liebe dich auch" zu tun hat.

    Ich denke, eure Beziehung kann nur besser werden, wenn sie dauerhaft nicht mehr trinkt.

    Dazu gehört aber auch , dass ihr euch aufeinander zubewegt, euch offen austauscht. Ich denke letzteres ist vielleicht noch zu früh-so wie es klingt ist sie noch sehr beschäftigt mit sich.

    Lass ihr Zeit und schau, wie es sich entwickelt.

    Viele Grüße.

    Oran-Gina

    Ich bin sicher ein extremer Mensch.

    Guckst Du nach Sensation Seeking

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sensation_Seeking

    Dürfte bei mir manches dabei sein.

    Ausserdem wurde mir vor zwei Jahren Bipolar Typ 2 mit Schwerpunkt auf manisch attestiert, und Borderliner war auch schon in der Diskussion.

    Danke für den link und deine Erklärung dazu.... ich zitiere hier einen Satz, der mir besonders ins Auge gestochen ist:" Diese Menschen suchen ständig neue Reize, um den gewünschten Pegel einer Stimulierung halten zu können"

    Vielmehr lese ich hier , dass es heute keine Gier mehr gibt, sondern eher eine Erfüllung von Bedürfnissen. Du schreibst es ja selbst: Es reißt dich nicht mehr in unheilvolle Tiefen (im Gegensatz zu früher).

    Und der schöne Spruch von Bhagavad Gita fasst es noch mal peotisch zusammen..

    Gibt es in deinem heutigen Leben noch eine Gier und das Gefühl "mit wenig" niemals dauerhaft zufrieden zu sein ?

    Oder bezog sich das damals nur auf den extremen Alkohol -Konsum ?

    Gibt es heute noch "Extreme ?"

    Ich trau mich das jetzt abzuschicken , verstehe aber auch, wenn du diese persönliche Frage nicht beantworten magst.

    Ich fragte deshalb, weil ich aus deinen, wie auch aus Brants Beiträgen herauslese, dass ihr ähnlich exzessiv getrunken habt und ob das an einer gewissen Persönlichen Veranlagung liegt,dass manche exzessiver trinken als andere (vielleicht weil sie einen noch größeren "kick" brauchen, als andere ?oder eher das Risiko suchen , anstatt zu scheuen, oder weil sie provozieren wollen /müssen, um sich abzugrenzen von den den anderen ?)

    Und noch mehr, Saufen ohne Gras reichte nicht mal, um besoffen genug zu werden. Es war die reine Gier, und das wusste ich. Mit weniger niemals dauerhaft zu befriedigen

    Gibt es in deinem heutigen Leben noch eine Gier und das Gefühl "mit wenig" niemals dauerhaft zufrieden zu sein ?

    Oder bezog sich das damals nur auf den extremen Alkohol -Konsum ?

    Gibt es heute noch "Extreme ?"

    Ich trau mich das jetzt abzuschicken , verstehe aber auch, wenn du diese persönliche Frage nicht beantworten magst.

    Nachträglich betrachtet war der Ausstieg weniger ein "anpacken" ,Dinge zu ändern die ich ändern kann, damit allein bin ich gefühlt tausendmal baden gegangen. Du kennst doch das "Nie wieder Alkohol". Ein letztlich blindes Anrennen.

    Das blinde Anrennen kenn ich gut. Das gab es abertausendmale, bis zu dem Tag als es dann wirklich endgültig anders war und ich es geschafft habe , aufzuhören. (Und ich bin mir sicher, dass das viele kennen aus ihrer Biographie)

    Trotzdem denke ich, dass dieser Moment, als du dir sagtest "Ich kann nicht mehr" auch eine Erkenntnis war, nämlich, dass du Alkoholiker bist und eine Entscheidung zugleich: Die Entscheidung, mit dem Alkohol aufzuhören.

    Diese Entscheidung führte dazu, dass du ein neues Leben begonnen hast: nun hast du 26 Jahre lang nichts mehr getrunken.

    Für mich ist das schon gleichzusetzen mit "Ich pack es an". Ich weiß nicht, wie dein Weg verlaufen ist, aber sicher ist nicht alles leicht gefallen, sein Leben komplett umzukrempeln, oder ?

    Jedenfalls finde ich deine Geschichte schon beeindruckend und wie du auch selbst geschrieben hast:

    ABSTINENZ IST NICHT DER WEG IN DEN HIMMEL
    ... SONDERN DER AUS DER HÖLLE !


    und wenn der Brant diesen Weg gegangen ist dann kannst Du das auch.

    Alles ist möglich und dein Bericht macht Mut und Hoffnung.

    (wenn man es nur will und wenn die Erkenntnis, sowie die Entscheidung gefallen ist ).


    Wie du es richtig erkannt hast, ist meine Geschichte eher die eines Doppellebens und des Funktionierens.

    Mein Ruf war mir immer wichtig, und ich hatte Schiss, dass jemand erkennen könnte, dass ich ein Alkoholproblem habe.

    Jedenfalls freu ich mich, daß ich den ersten Tag gut überstanden habe.

    :thumbup: :thumbup: :thumbup:

    Was genau freut dich ? Kannst du das für dich präzisieren ? Ich denke ,dass das wichtig ist sich selbst bewusst zu machen und das möglichst genau zu erforschen,damit sich das auch als positive Erfahrung einprägt und du daran festhalten und aufbauen kannst !

    Was ich noch zum Notfallplan schreiben will:

    Dieser war für mich sehr wichtig, damit ich nicht mehr wie ferngesteuert zum Supermarkt fuhr.

    Ich notierte mir einiges, was ich tun könnte ,damit ich NICHT zum Supermarkt fahre.

    Ich brauchte für mich diese Sicherheitsstrategien, damit ich mich im Notfall an etwas orientieren kann(bei Suchtdruck, bei einem "Sog" setzt ja das Hirn komplett aus).

    Außerdem las ich mir dann wieder durch ,WARUM ich mit dem Trinken aufhören wollte und es gab unzählig viele Gründe.

    Zudem stellte ich mir im Geiste oft vor ,was passieren würde, wenn ich wieder schwach werde und das wollte ich definitiv nicht mehr ,zumal ich ja die elenden Wiederholungsschleifen schon mehr als genug hatte.

    Ich stellte mir auch vor, welchen Gewinn ich haben werde ,wenn ich dauerhaft vom Alkohol loskomme.

    Liebe May

    Auf deine Fragen möchte ich dir gerne antworten.

    Es gab im Oktober keinen bestimmten Anlass,so wie bei dir (du schreibst von konkreten Plänen für die Zukunft,du willst gewisse Pläne umsetzen (?))aber es gab einiges, was bei mir vorausgegangen war :

    Jahrelang wollte ich meinen Alkoholkonsum reduzieren und kontrollieren ,um mich in einer Sicherheit zu wiegen ,um mir immer wieder zu beweisen ,dass ich noch bedenkenlos trinken kann.

    Ich wollte ja nicht auf den Genuss verzichten und schließlich zu besonderen Anlässen oder wenn ich eben Lust hatte ,eine Flasche Wein aufmachen.

    Ich konnte mir ehrlich gesagt ein Leben ohne Alkohol gar nicht vorstellen.

    Das war wie :wenn ich nicht mehr Wein trinken "darf" ,dann ist mein Leben vorbei und nicht mehr lebenswert, schließlich würde ja ohne Wein der Lebensgenuss wegfallen (so meine Gedanken damals).

    Dies setzte sich also Jahre fort.

    Im Prinzip ahnte ich aber ,dass ich mich selbst austrickste und dass ich wahrscheinlich schon ziemlich heftig gefährdet war.

    Also plante ich um : ich machte ein Kreuz im Kalender, wenn ich Alkohol trank.

    Die Tage mit Kreuz im Monatsüberblick waren sehr häufig zu finden ,obwohl ich doch gar nicht so viele Kreuze "vorhatte".

    Das zeigte mir ,dass ich eben doch etwas "willensschwach " war.

    Meine neue Taktik war dann : Herzchen im Kalender ,wenn ich NICHT trank.

    Die Motivation war ,möglichst viele davon zu zählen ,am Ende des Monats.

    Du kannst dir vorstellen, dass das auch nicht so richtig funktionierte.

    Du siehst , ich konnte mich ziemlich gut austricksen und irgendwann machte ich "Nägel mit Köpfen".

    (Die machte ich übrigens ganz schön oft und scheiterte immer wieder aufs Neue)

    Ich nahm mir vor ,dass ich einen Monat gar nichts trinke ,damit das Herzchen und Kreuzchen endlich aufhört.

    Ich schaffte es gut ,1 Monat gar nichts zu trinken, war auch richtig stolz.

    Jeder geschaffte Tag war eine Freude.

    Aber ich freute mich schon darauf ,dass der Monat bald ein Ende nahm,um mich zu belohnen (mit Wein), schließlich hab ich mir bewiesen, dass ich kein Suchtproblem habe.

    Das waren zumindest meine Wünsche aber entsprach nicht der Wirklichkeit.

    Das Spiel ging wieder von vorne los.

    Es gab dann auch wieder Zeiten ,in denen ich gar nicht mehr kontrollierte (war ja auch ziemlich anstrengend und die Angst vorm Scheitern zu groß).

    Also machte ich weiter wie bisher auch.

    Fast jeden Morgen war Katerstimmung und Frust angesagt , ich wollte das so nicht mehr.

    Aber auch das zog sich sooo lange fort.

    Wie oft fühlte ich mich schlecht und konnte trotzdem nicht aufhören.

    Ich gestand mir wirklich langsam ein,dass ich schon ein ziemlich großes Problem entwickelt hab.

    Die Auseinandersetzung mit dem Alkohol (Nathalie Stüben, Literatur etc) begann und ich hatte so langsam ein Umdenken entwickelt und eben feststellen müssen ,dass der Freund Alkohol eben kein Freund war ,der mir gut tut ,sondern hat sich zunehmend zu einem falschen Freund entwickelt, den ich loswerden wollte.

    Ich wollte meine Zeit ,mein Leben ,meine Gesundheit nicht mehr wegen ihm gefährden.

    Vielleicht kannst du nun etwas besser nachvollziehen, weshalb ich vom "Feind " geschrieben habe.

    Nach einer weiteren 2 monatigen Abstinenz hab ich wieder angefangen zu trinken.

    Die Flasche Wein wurde geöffnet, ich schüttete dann ein Viertel schon mal präventiv ins Spülbecken,damit ich nur noch einen halben Liter Wein trank.

    Das praktizierte ich dann 3 Wochen.

    Mich störte das sehr und ich fand das alles so Absurd...und ich stellte fest :" jetzt reicht es,ein für alle mal".

    Ich spürte auch in den Tiefen,dass mich der Alkohol auffressen wird,wenn ich nicht endgültig damit aufhören werde.

    Ich wollte wirklich nicht mehr trinken.

    Ich hatte große Angst ,dass ich wieder Scheitern könnte ,aber dieses Mal fühlte es sich etwas anders an: überzeugter und bestimmter als die vielen Male davor.

    Das war dann im Oktober 20, als ich an diesem Punkt stand und beschlossen habe ,endgültig mit dem Trinken aufzuhören.

    Und nun sind es fast 3 Jahre ohne Alkohol.

    Das war das beste was mir passieren konnte !!!

    Ich hätte dies schon vor 10 Jahren machen sollen.

    Aber das war wohl noch nicht der richtige Zeitpunkt.

    Oran-Gina

    Ich habe damals alles gelesen, was mir in die Finger fiel,was mit Alkohol zu tun hatte und habe mir aus den Texten immer erwas brauchbares rausgesucht,was mich angesprochen hat.

    Mit diesem Spirituellen Artikel kann ich nicht so viel anfangen, aber gegen Ende waren einige Sätze dabei ,die mir gefallen haben ,zum Beispiel die gesundheitsfördernden Komponenten.

    Alles ,was dir gut tut hilft und bringt dich näher an dein Ziel.

    Ich frage mich, wie ich es jemals schaffen soll, diesem "Sog" zu widerstehen. In diesem Zustand bin ich wie weggetreten und ferngesteuert. Wie schafft man das? Wie hast du das geschafft? Ich hoffe auf regen Gedanken

    Ich kenne dieses Ferngesteuerte auch.

    Oft nahm ich mir vor :heute nicht ...und durchbrach am Abend mein Vorhaben indem ich wieder getrunken habe.

    Bei mir häuften sich diese Momente ,obwohl ich es nicht wollte.

    Der Alkohol war stärker als ich.

    Irgendwann war eben spürbar der Punkt erreicht und ich wollte so nicht mehr weitermachen.

    Als ich dann Ende Oktober 20 beschloss :Schluss jetzt!!! ,überlegte ich mir auch Strategien, dass es nicht mehr zu den ferngesteuerten Momenten kommt .

    Ich hab mir das alles notiert und mir einen Notfallplan gemacht (z.b.

    Schuhe anziehen, laufen gehen oder mich an mein Versprechen mit mir erinnern, Wasser trinken,...).

    Hallo May

    Ich habe deine Beiträge gelesen und möchte dir auch einen Gruss da lassen.

    Mein Konsum war über Jahre hoch, obwohl ich mir damals immer wieder einredete, dass das ja ganz normal so ist...Wein am Wochenende, Wein unter der Woche ,Wein bei Feiern, Wein mal weil ich gestresst war ,Wein wenn ich entspannen wollte.

    Ich sagte mir immer wieder ,ich kann jederzeit aufhören, wenn ich nur will ,aber ich wollte nie richtig.

    Ich versuchte es auch immer wieder mit kontrolliertem Trinken und immer wieder wollte ich mir beweisen, dass ich noch lang kein Problem mit Alkohol habe.

    Auch ich bin oft zum Supermarkt gefahren und hab mir Wein gekauft ,es war ein enormer "Sog"...und manchmal wurde ich sogar panisch ,wenn ich mir vorstellte ,einen Abend ohne Alkohol im Haus zu haben.

    Das erschreckte mich aber diesen Gedanken wischte ich weg ,weil ich ja unbedingt Wein trinken wollte.

    Heute weiß ich ,dass es "Saufdruck" war.

    Ich habe mich oft und lange selbst belogen und irgendwann wusste ich aber : jetzt ist Schluss.

    Wenn ich so weitermache,dann endet das bös mit mir.

    Mein Pensum war immer eine Weinflasche.

    Mal ein bisschen mehr ,mal ganz selten weniger.

    Ich spürte ,dass ich so nicht mehr weiter machen wollte und habe mich wie du viel mit dem Thema Alkohol lesend beschäftigt ,mich hier im Forum angemeldet.

    Das war im Oktober 20.

    Seitdem bin ich nüchtern und so dankbar darüber, dass ich damals den Entschluss gefasst habe ,es endgültig zu beenden mit dem Alkohol ,der wirklich tagein tagaus MEIN Leben dominiert und bestimmt hat.(und ich war nur noch die Marionette)

    Es drehte sich alles nur noch um den Alkohol.

    Du schreibst ,dass es eh niemanden interessiert ob du trinkst oder nicht.

    Die wichtigste Frage ist ,ob es dich interessiert.

    So wie es aussieht klingt erste Version eher als Selbstbetrug und Verschleierung und als weiterer Grund ,weiter trinken zu "dürfen". Als Erlaubnis.

    Willst du etwas an deinem Konsum ändern ?

    Wie ich herauslese, möchtest du das.

    Beginne jetzt und heute damit.

    Mir hat das Lesen und Schreiben im Forum geholfen, mir hat damals der Podcast von Nathalie Stüben geholfen ,mir haben solche Artikel geholfen ,den du über den link hier reingestellt hast.

    Wichtig für mich war aber auch :

    Ein Versprechen mit mir ,nämlich keinen Alkohol mehr zu trinken, meinen Tag umzustrukturieren, den Alkohol als Feind und nicht mehr als Helfer zu betrachten.

    Ich hab mich darauf gefreut ,mich unabhängig vom Alkohol zu machen.

    Ich habe dies als Gewinn und nicht als Verzicht betrachtet.

    Es war schon eine (gedankliche)Umstellung , die mir natürlich auch Angst machte ,aber die Vorzüge von Alkoholfreiheit hatte ich anfangs stetig vor Augen.

    Oran-Gina