Beiträge von Beritt

    Wenn Du ohne Vorsatz versehentlich etwas getrunken hast - schwamm drüber, hak es ab. Ein versehentlicher Schluck führt nicht zum Rückfall.

    Auch ein versehentlicher Schluck Alkohol sollte nicht leichtfertig abgetan werden. Für viele trockene Alkoholiker ist Nüchternheit ein bewusst gewählter Lebensweg, der mit großer innerer Arbeit verbunden ist. Ein unbeabsichtigter Konsum (selbst ohne Vorsatz) kann emotionale Verunsicherung auslösen, alte Muster aktivieren oder das Vertrauen in die eigene Stabilität erschüttern.

    Es geht nicht darum, sich selbst zu verurteilen, sondern darum, achtsam zu bleiben. Wer einen Schluck Alkohol zu sich nimmt, sollte das ernst nehmen, reflektieren und gegebenenfalls mit einer Vertrauensperson oder Gruppe besprechen. Nicht, weil es automatisch ein Rückfall ist, sondern weil es ein Warnsignal sein kann.

    Ein "Schwamm drüber“ kann entlasten, aber auch verdrängen. Wer langfristig stabil bleiben will, sollte solche Situationen nicht bagatellisieren, sondern bewusst damit umgehen.

    In Selbsthilfegruppen wird empfohlen, solche Situationen offen und ehrlich zu teilen.

    Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass ich im Januar '19 sehr starken Suchtdruch hatte.

    Habe sofort mit meinem Mann darüber gesprochen.

    Um einen Rückfall zu verhindern, habe ich mich dann vorsorglich mit 0 ‰ in die qualifizierte einweisen lassen.
    Jeder sagte damals, dieser Schritt zeige Stärke und dennoch schämte ich mich in Grund und Boden.

    Heute sehe ich das anders. Ich bin sicher, wenn ich diesen Suchtdruck unter den Teppich gekehrt hätte, wäre der Griff zu Flasche eine Frage der Zeit gewesen.

    Es gilt bei trockenen Alkoholikern immer nüchtern zu bleiben, egal was kommt.

    Für mich bedeutet das nicht nur, keinen Alkohol zu trinken, sondern auch, sich aktiv mit den eigenen Gefühlen, Herausforderungen und Lebenssituationen auseinanderzusetzen. Die Nüchternheit ist nicht nur ein Zustand, sondern eine Haltung: sich selbst ehrlich begegnen, Verantwortung übernehmen und sich nicht von äußeren Umständen aus der Bahn werfen lassen.

    ICH bleibe klar, weil ICH es will und nicht, weil ich muss.

    Ob Stress, Trauer, Freude oder Langeweile, meine Devise ist und bleibt:

    Nie wieder ist JETZT.

    Moin,

    nach langer Abwesenheit möchte ich mal ein kleines Update hier lassen.

    Ich bin mittlerweile in Pension und möchte einfach mal teilen, wie gut es mir geht - ganz ohne Alkohol.

    Ich bin immer noch trocken (jetzt fast 12 Jahre) und brauche keinen Alkohol, um glücklich zu sein. Das war nicht immer so, aber heute bin ich dankbar für jeden Tag in Klarheit.

    Ich reise viel, genieße neue Eindrücke, lerne Menschen kennen und löse die alltäglichen Probleme - und das alles mit einem klaren Kopf.

    Früher dachte ich, Alkohol hilft mir, meine Probleme zu vergessen. Für mich war Alkohol Medizin. Heute weiß ich, dass das Saufen alles zerstört und ich bin jeden Tag dankbar, dass ich keinen Alkohol mehr brauche. Ich bin zufrieden, ruhig und ausgeglichen.

    Die Reisen, die Gespräche, meine kleinen ICH-Momente, das reicht mir völlig.

    Ich schreibe das hier, weil ich zeigen möchte: Es geht. Auch nach vielen Jahren. Auch ohne Rückfall. Und auch ohne Verzichtsgefühl.

    Falls jemand gerade kämpft oder zweifelt: Ihr seid nicht allein. Und es lohnt sich.

    Nie wieder ist JETZT!

    Liebe Grüße an alle von Britt:)

    Kein Alkohol-Thema, aber vielleicht ist die Cannabis-Freigabe doch diskussionswürdig.

    Der Gesetzentwurf zur Legalisierung von Cannabis soll nächste Woche ins Kabinett eingebracht weren.

    Wer soll denn von der Freigabe profitieren? Etwa die Baby-Boomer-Generation?

    Nein, es werden die Jugendlichen in den legalen Genuss kommen wollen. Die Begründung der Politiker:Der Stoff wird künftig in vielfach größeren Mengen für „Konsum zu Genusszwecken“ benötigt.

    Das Perfide dabei: Zusätzliche Steuereinnahmen der Legalisierung sollen in den Jugendschutz und in die Suchtprävention fließen.

    Leider gibt es kaum Details zur Prävention bei Cannabiskonsum. Wo sind die Informationen zu Risiken, inbesondere zum Schutz der Jugendlichen?

    Die meisten, mit denen ich über dieses Thema gesprochen habe, begrüßen die Freigabe mit der Begründung, es habe noch keinen einzigen Cannabis-Toten gegeben,

    die Organisierte Kriminalität hätte keine Profite mehr und Polizei und Justiz würden entlastet.

    Das häufigste Argument ist, kein Joint würde das anrichten, was Alkohol an Verheerung mit sich bringt.

    Ich bin gegen die Legalisierung. Immer noch. Und immer wieder.

    Und aus persönlichen Gründen sowieso. Mich triggert schon der Hanfladen um die Ecke.

    Als trockene Alkoholikerin habe ich in meinen Therapien süchtige Menschen kennen gelernt,

    die sich mit THC-Konsum in eine üble Psychose geschossen haben. Ganz schrecklich.

    Cannabis hat sich in den vergangenen Jahren durch aggressive Züchtung so dramatisch verändert, dass es mit einer Verzehnfachung

    des THC-Gehalts so richtig schön "knallt" .

    Cannabis ist kein Brokkoli

    Moin,

    Ich bin letztens auf diesen Begriff gestoßen: Serendipität


    Dieser Begriff scheint gerade in Mode zu kommen für eine gewisse Innere Haltung,

    Jo, wenn einmal ein Begriff en vogue ist, dann möchten ihn halt alle auch verwenden – jedenfalls fast alle.

    Bei der Serependitität geht es immer noch um Zufälle.

    Bist du der Ansicht, dass dein Erfolg und Glück von Zufällen abhängt? Glaubst du wirklich an die Macht des Zufalls ?

    Positive wie auch negative Zufälle gibt es für mich nicht, denn bei jedem Phänomen, jeder Bewegung, jeder Veränderung geht es um Ursache und Wirkung.

    Ich finde, an Zufall zu glauben ist absolut naiv.

    Serendipität ist m.E. die Fähigkeit, Chancen zu nutzen und selbstverantwortlich zu handeln. Voraussetzung dafür ist jedoch, die Möglichkeiten auch zu erkennen.

    Ich brauchte für meine Veränderungen eine Absicht und das unbedingte Wollen, meine Chancen auch zu nutzen.

    Als ich noch trank, wusste ich gar nicht, was ich wirklich vom Leben will. Ich hatte keine klaren Ziele, weil: das schaff ich sowieso nicht, das kann ich nicht, das ist nicht gewollt, das macht man nicht u.s.w.

    Außerdem blockierten mich oft Zweifel, Ängste und auch falsche Glaubenssätze aus meiner Kindheit.

    Serendipitätseffekte habe ich lediglich, wenn ich beim Surfen im Internet unbeabsichtigt nützliche Informationen entdecke ;) .

    Ich sehe das bei mir so, habe ich andernorts aber auch schon so gehört, dass ich das Leben erst so richtig schätze, seit ich es fast verloren habe.

    da stimme ich dir vollumfänglich zu...

    Moinsen,

    hach, was freue ich mich, dass ich euch wiedergefunden habe.

    Vielen lieben Dank und großen Respekt an die klugen Köpfe Alex, AmSee und Greenfox,

    die dieses neue Forum samt der liebgewonnenen Kontakte und der inhaltlichen Schatztruhe an Strängen

    aus dem alten Forum innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft haben.

    Ich bin regelrecht gerührt, weil dieses Forum und die UserInnen, die hier schreiben mir wichtig und ans Herz gewachsen sind.

    Leider hatte ich beim Anmelden unter meinem alten Nick „Britt“ Anwendungsprobleme.

    Deshalb wird jetzt aus der alten „Britt“ die „Beritt“.

    Vielen Dank an dich, liebe AmSee, dass du gestern so geduldig mit mir warst, um eine Lösung zu finden.


    So, jetzt werde ich mich hier erstmal umschauen…

    Wir lesen uns!

    Lieben Gruß von Beritt