Beiträge von Stilles Wasser

    was muss noch alles passieren damit sie endlich begreift

    Dieses Erwachen gibt es so nicht. Die Realität dieser Frau und ihr versoffenes Umfeld lässt eher auf einen Asturz ins Bodenlose schliessen mit all den Erscheinungen der Krankheit wie Deliren und anderes mehr bis hin zum Grab.

    Und du kannst nichts dagegen tun ausser ihr zu sagen das sie auf dich zählen kann wenn sie irgendwann mal bereit sein sollte um einen Schlusstrich unter ihre Vergangenheit zu ziehen.

    Für dich selbst. Schütze dich und lass dich in keine Spielchen hineinziehen die auf dem Polzeirevier oder sonstwo enden.

    „Ich will dir sagen, worüber wir mit uns sprechen. Wir sprechen über unsere Welt. Tatsächlich halten wir unsere Welt mit unserem inneren Gespräch aufrecht. Die Welt ist so und so, bloß weil wir uns sagen, dass sie so und so ist. Wann immer wir aufhören, mit uns zu sprechen, ist die Welt stets so, wie sie sein sollte.“

    Carlos Castaneda

    Gejaule finde ich vom Wording ein bisschen hart.

    Mein Vater war Alkoholiker. Quatsch. Heute dank Neusprech weiss ich es besser, er lehnte den nüchternen Lyfestyle strikt ab. Eine Beteiligung an all den auftauchenden Wellen des "better life" interessierten ihn nicht. Ironie aus.

    Mit weichgespülten Phrasen bin ich zB nicht weitergekommen um mir die toxischen Aufstellungen in meinem Elternhaus bewusst zu machen und weitgehend aufzulösen.

    Selbstbewusstsein hat ja nichts damit zu tun dass man sich beschwert sondern im Endeffekt das man zu einer Entscheidung / Lebensweise steht

    Das ist eher ein Bewusstsein von einer der Rollen, die man im Leben so spielt um über die Runden zu kommen und sich fortzuentwickeln.

    Sich seiner Selbst, also seiner Seele, bewusst zu sein ist grob ausgedrückt ein anderes Level. Nicht bevor du stirbst, wie es ein indischer Mystiker mal in Worten ausdrückte.

    Aus der buddhistischen Tradition

    Ich vergebe allen Wesen, die mir jemals Schmrzen zugefügt haben, sei es bewusst oder nicht, mit Absicht oder ohne, wann und wo auch immer - ich vergebe.

    Ich bitte alle Wesen um Vergebung, denen ich jemals Schmerzen zugefügt habe, sei es bewusst oder nicht, mit Absicht oder ohne, wann und wo auch immer - ich bitte um Vergebung.

    Ich vergebe mir selbst für jeden Schmerz, den ich mir jemals zugefügt habe, sei es bewusst oder nicht, mit Absicht oder ohne, wann und wo auch immer - ich vergebe mir selbst.

    Und wenn es etwas gibt, das ich jetzt noch nicht vergeben kann, weil ich noch nicht so weit bin,dann vergebe ich mir auch das.

    Ich mache hier niemanden Vorwürfe das voran. Aber ohne eine Aufarbeitung der ganzen Angelegenheiten erinnert es doch arg an den Buchtitel: "Beim nächsten Mann wird alles anders. Ein naives Wunschdenken.

    Die Technik ist nur ein Aspekt ist nur ein Teil des Ganzen und hat wenig bis gar nichts damit zu tun das hier keine Leute mehr aufgeschlagen haben. Das die Zeit der Foren vorbei ist lass ich mal nicht gelten obwohl ich mir bewusst bin welch ein Vielfrass Facebook & Co ist.

    Ende 2018 hatte K`s Forum nur noch sehr wenige Beiträge, an manchen Tagen zero jedoch kurz nachdem A das Forum übernommen waren es so 70 Beiträge und mehr täglich. Gestern Abend als ich kurz aufschlug waren zu dem Zeitpunkt 28 aktive Mitglieder unterwegs. Wie kann das sein? Es muss einen Grund oder mehrere geben der sie dran hindert das Weite zu suchen. Ich kenne ihn nicht, aber ich weiss warum K gescheitert ist ein florierendes Forum zu betreiben.

    Es war am Ende nur noch eine Frage von Tagen, bis das Forum zwangsgeschlossen worden wäre

    Die Frage stellt sich mir da schon wie und wann konnte das so entgleiten?

    Sandmann, der erste Admin wollte das Forum auf seinen hauseigenen Server übertragen wenn sein Keller dafür fertiggebaut ist. Ob das geschehen ist weiss ich nicht. Ansonsten wäre ja Klaus der Eigentümer geblieben. Am Anfang gab es ja noch Updates und als Sandmann 2014 das Interesse verlor dürfte das Forum ja über Jahre völlig ohne den nötigen technischen Beistand gewesen sein.

    deinen Notizen entnehme ich, dass du sehr hohe Erwartungen an Menschen zu haben scheinst, die hier die Moderation übernehmen.

    Ich sehe das von einem anderen Blickwinkel aus. Um die Einzelfälle nicht über einen Kamm zu

    scheren, was ich nicht tue, mal das Beispiel ennasu. Sie schrieb im September 2015 ihren letzten

    Beitrag hier, hatte sich lange vorher mehr oder weniger verabschiedet und erst im August 2019 wurde

    der Moderatorenstatus entzogen. Das sind für mich keine hohen Erwartungen an jemanden, sondern die Frage was ist noch von einer Moderatorin zu erwarten die seit Jahren nicht mehr präsent ist.

    Hallo Am See

    wie ich das Forum von aussen wahrgenommen habe.

    Aus meinen Notizen: Forengestöber.

    August.2019

    Dietmar hat sich abgemeldet. Es dürfte mM damit zusammmenhängen dass proky jetzt Moderator wurde. ennasu und Keppler haben diesen Titel endlich nicht mehr. Warum blieben diese Karteileichen so lang Mods? Was die neuen Energien jetzt bringen - jede Menge angepinnter Threads jedenfalls.

    Juli 2021

    G`s Forum mit 99 Beiträgen im vergangenen Monat auf neuem Rekordtief. Der Abschied von Susanne und anderen trifft das Forum hart. G als Admin ist kaum imstande frischen Wind reinzubringen.

    Hallo Am See

    Danke für deinen Report.

    Die Dreiheit - Mut (aktiv) - Gelassenheit (passiv) - Weisheit (neutral) begegnet uns ja auf Schritt und Tritt. Die Welt scheint darauf zu basieren.

    In unserer westlichen Kultur wird vieles vom anpacken bestimmt, etwas unbedingt erreichen müssen. Dadurch hat die Gesellschaft zwischenzeitlich und auf Kosten der Natur einen Lebenstandard erreicht der beispielslos in der Geschichte ist.

    Aber glücklicher sind wir nicht geworden, eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein wenn ich die ganzen Zivilisationskrankheiten, die wahnsinnigen Ausmasse der Drogensüchte und vieles mehr so anschaue.

    Als es mir damals gelang mich von den Fesseln des Alkohols zu befreien und ich einen rückblickend einen ersten Blick auf die Szene warf, fragte ich mich warum zum Teufel will den jeder unbedingt der Macher sein.

    Und ich habe für mich die Antwort gefunden die dahin gehend lautet, wir tun das um ein Minderwertigkeitsgefühl mit einer Rolle zu überdecken, sich nicht mit dem Ursprung eines "ich bin nicht gut genug" auseinandersetzen zu müssen.

    Soweit erstmal

    Gibt es in deinem heutigen Leben noch eine Gier und das Gefühl "mit wenig" niemals dauerhaft zufrieden zu sein ?

    Wenn ich diese Frage, auch wenn sie nicht an mich gerichtet ist, mal aufgreife und von meiner Seite aus beantworte.

    In meinem Leben gibt es jede Menge Gier, jedoch keine blinde Gier mehr die mich fortreisst in unheilvolle Tiefen. Gier entsteht durch Wünsche und die Reflektion über die Frage: Was brauche ich wirklich? bewahrt mich vor diesen Abgründen.

    Nur wer durch die unaufhörliche Flut von Wünschen nicht gestört ist –

    die wie Flüsse in den Ozean münden, der ständig gefüllt wird, doch

    immer ausgeglichen bleibt –, kann Frieden erlangen, und nicht derjenige,

    der danach trachtet, solche Wünsche zu befriedigen.

    Bhagavad Gita 2.70

    Ich habe noch oft in meinem Leben an diesen Moment in meinem Leben gedacht und dies mit der Frage verbunden: Warum ausgerechnet dieser Augenblick und bin bis heute zu keiner umfassenden Antwort gekommen. Gnade klingt halt vllt zu romantisierend.

    Und der "Alkoholiker". Welche Facetten konnte ich da schon erkennen. Zumindest hatte ich den Willen erstmal was auf die Reihe zu bekommen und das ging nur ohne Alkohol. Soweit war mir mein Trinkverhalten schon bewusst. Die ersten sechs Wochen verbrache ich in einer Notschlafstelle, vermutlich der Einzige, der je so seine Abstinenz begonnen hat, und nachdem ich wieder eine Wohnung hatte war mir klar das das mit Sprit wieder rasch nach unten gehen würde.

    Der "Alkoholiker" gewann einen anderen, tiferen Stellenwert als ich bereit war mich mit Bildern konfrontieren zu lassen die in meinem Innern auftauchten.

    Derjenige der im Fernsehsessel sass und genüsslich und ohne auch nur nachzudenken den vollen Kasten Bier niedermachte der im Zimmer stand. Das konnte doch nicht ich sein. Das war ich.

    Zahlreiche Bilder, kleine Videos, tauchten da auf, immer wieder das Erschrecken das konnte ich doch nicht sein über das Erstaunen das war ich ja doch bis hin zur amüsierten Feststellung: Nunja was soll`s? Ändern kann ich die Vergangenheit eh nicht mehr.

    So bekam der "Alkoholiker" eine immer tiefere Dimension im Leben als dies zu Beginn der Fall war.

    Und mit dieser Erkenntnis kann ich gut leben.

    Hallo Oran-Gina

    Vielen Dank für deine Zeilen

    Nachträglich betrachtet war der Ausstieg weniger ein "anpacken" ,Dinge zu ändern die ich ändern kann, damit allein bin ich gefühlt tausendmal baden gegangen. Du kennst doch das "Nie wieder Alkohol". Ein letztlich blindes Anrennen.

    Geholfen hat mir eher das Erlernen der Fähigkeit mich zurückzulehnen, Dinge sein zu lassen, die ich nicht ändern kann. Auf eine Welt schauen zu können wie sie nun mal ist und die ist nun mal kein Ponyhof, den ich mir zurecht gurglen kann.

    Deinen Schriften entnehme ich das der Ausdruck "Doppelleben" eine grössere Rolle für dich spielte. Das war bei meinem Lebensstil nicht so der Fall. Da stand eher eher das Motto "ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert" im Vordergrund. Natürlich gab es diese Fassaden aber weniger als Versteckspiel sondern eher auf eine andere Art. Ein Kartenhaus wie ich mir wünschte zu sein oder wie mich die andern sehen sollten. Cool, hip und so weiter.

    Als dieses Kartenhaus in sich zusammenstürzte und ich hinter den Aufbau sehen konnte, war ich erst erschrocken, dann erstaunt, dann kam da ein stillles und entspanntes Lächeln in mein Gesicht. Ich war mir endlich begegnet. So wie ich bin!

    Gott schütze Dich auf all deinen Wegen

    Hallo May

    Ich habe den Link nur überflogen. Ich war in meiner versoffenen Vergangenheit stets von Spiritalität umgeben. Sei es Meditation, Begegnungen mit ausergewöhnlichen Menschen usw. Geholfen hat es mir wenig bis nichts. Ich benutzte diese Praxis um mir meinen Lebensstil zu schmücken und zu rechtzulegen. Das ich aber mit immer mehr und mehr Bölkstoff in mich hineinschüttete und letztlich schwerst abstürzte realisierte ich leider nicht.

    Erst durch eine abstinente Lebensführung bekam ich wieder mehr Tuchfühlung mit meinem wirklichen Sein. Jetzt ist Meditation, jeden Morgen eine halbe Stunde, keine Beweihräucherung meines selbstgebastelten Images mehr sondern eine wirkliche Hilfe um mehr Geduld, Ausgerichtetsein und Ausgeglichenheit im Alltag zu erhalten.

    Meine kleine spirituelle Bibliothek, u.a. das Yogasutra, die Bhagavadgita, sind da vllt der passende äussere Rahmen und Ausdruck in meinem Wohnzimmerregal zu nennen.

    Was ich letztlich damit sagen möchte ist das solange ich an der Flasche hing war mein Weg ein Irrweg. Egal wie ich mich da nach aussen hin auch verkaufte. Es hat nichts gebracht ausser das ich dann nach der nassen Zeit wusste wo das Werkzeug war um endlich den Weg "Nachhause" anzutreten.

    Namaste

    Grüß Gott Birgit und willkommen!

    Du lässt in deinem Report offen wie deine Ausrichtung letztlich aussehen soll. Das Stöffchen weiter die Kehle hinunterrieseln lassen und die dann absehbaren Konsequenzen dann halt knallhart am eigenen Leib und der Seele zu spüren bekommen oder eben den Weg der Abstinenz beschreiten. Es ist dann ziemlich einfach am Abend zu sagen: "Ich habe heute nicht getrunken". Was der Nüchternheit entgegensteht ist die Opferrolle, die Suche nach Gründen um sich den einen oder anderen Drink zu genehmigen. Deshalb gibt es wohl den den Spruch das es genau sieben Gründe gibt um zu trinken. Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag. Und genau soviel Gründe gibt es die dagegen sprechen.

    Was deine momentane Situation betrifft ist es immer möglich sich eine Auszeit zu nehmen, sei es nun Urlaub oder Krankschreibung, um mal über die eigene Realität zu reflektieren. Am besten mit ebenfalls Betroffenen. Du hast jetzt fünf Jahre Abstinenz in deinem Leben gehabt. Schmeiss das nicht weg sondern prüfe wo dieses Fundament brüchig war und nicht stabil genug um darauf ein erfülltes Leben zu etablieren. Diese Zeit solltest du dir nehmen.

    Einen herzlichen Gruß

    Brant

    Sehen wir uns nur einmal die Rückfallquoten an, ein Erfolg sieht anders aus.

    Einen Link den ich leider nicht mehr finde wird über die Erfolgsquoten gesprochen. Es ist dabei bedauerlich das keine Einrichtung verpflichtet ist Zahlen hierüber vorzulegen. Eigentlich ist das undenkbar bei Betrieben die von Kassenbeiträgen finanziert werden. Aber ist so.

    Der Erfolg einer Opiat Langzeittherapie betrug genau 5%. Diese Zahl stammt von einem unabhängigen Institut. Da sind viel Therapie statt Strafe Leute bei, die das dann halt absitzen. Ein Kumpel von mir der in so einer LZT war sagte es war schrecklich mit solchen unmotivierten Leuten die Zeit zu verbringen.

    Jetzt ist das Opiat vllt doch eine kleine andere Baustelle und die Erfolgsaussichten dürften etwas höher liegen. Alledem trotz vermisse ich da eine verpflichtende und ehrliche Bilanz von Seiten der entsprechenden Einrichtungen. Wahrheit befreit heisst es ja und solange hier nicht die Fakten der Misserfolge auf den Tisch liegen, wird es keine grösseren Veränderungen geben. Heilung lebt von Offenheit und Ehrlichkeit und nicht von der Jagd nach dem schnöden Mammon.

    Ich war eh in keiner Alkoholtherapie, und solche wie mich gibt es auch nicht wenige.

    Ich selbst bin ohne Therapie von dem Zeugs losgekommen. Vllt ein halbes Dutzend Trinkerautobiographien waren meine einzige Unterstützung im ersten Jahr.

    Ich hatte auch keine Selbsthilfegruppe. Als ich nach einem Jahr die AA für einige Zeit regelmässig aufsuchte hatte das andere Gründe. Meine Abstinenz war da schon längst in trockenen Tüchern.

    Gruss