Dann dieser innerer Schrei
"Ich kann nicht mehr"
und während dieses Nachmittags
stürzte ein Stück innerer Mauer ein
und ich hatte zum ersten Mal die
Möglichkeit zu sehen wer ich war und bin:
ein Alkoholiker.
Alles anzeigen
Ich habe noch oft in meinem Leben an diesen Moment in meinem Leben gedacht und dies mit der Frage verbunden: Warum ausgerechnet dieser Augenblick und bin bis heute zu keiner umfassenden Antwort gekommen. Gnade klingt halt vllt zu romantisierend.
Und der "Alkoholiker". Welche Facetten konnte ich da schon erkennen. Zumindest hatte ich den Willen erstmal was auf die Reihe zu bekommen und das ging nur ohne Alkohol. Soweit war mir mein Trinkverhalten schon bewusst. Die ersten sechs Wochen verbrache ich in einer Notschlafstelle, vermutlich der Einzige, der je so seine Abstinenz begonnen hat, und nachdem ich wieder eine Wohnung hatte war mir klar das das mit Sprit wieder rasch nach unten gehen würde.
Der "Alkoholiker" gewann einen anderen, tiferen Stellenwert als ich bereit war mich mit Bildern konfrontieren zu lassen die in meinem Innern auftauchten.
Derjenige der im Fernsehsessel sass und genüsslich und ohne auch nur nachzudenken den vollen Kasten Bier niedermachte der im Zimmer stand. Das konnte doch nicht ich sein. Das war ich.
Zahlreiche Bilder, kleine Videos, tauchten da auf, immer wieder das Erschrecken das konnte ich doch nicht sein über das Erstaunen das war ich ja doch bis hin zur amüsierten Feststellung: Nunja was soll`s? Ändern kann ich die Vergangenheit eh nicht mehr.
So bekam der "Alkoholiker" eine immer tiefere Dimension im Leben als dies zu Beginn der Fall war.
Und mit dieser Erkenntnis kann ich gut leben.