Mit dem unbedingten Willen, aus der Sucht aussteigen zu wollen, fängt es doch bei allen an. Nur benötigt mancher eben mehr Unterstützung ...
Das steht doch ausser Frage.
Ich finde es nur fatal, Willensstärke (fehlender Wille), Charakterschwäche, eine Laune gegen Krankheit aufzuwiegen, das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, ich könne nichts dafür, ich sei machtlos.
Mach einer benötigt auch mehr Unterstützung, auch klar.
Wenn ich jedoch weiß, so lange ich mir das Suchtmittel nicht zuführe, bin bzw. werde ich nicht krank, da habe ich doch eine ganz andere Motivation. Und war ich einmal süchtig, kann ich auch gesunden, jedoch nur wenn ich auf das Suchtmittel verzichte.
Der Lernprozess Alkohol = schön, sorgenfrei, angenehm, muss wieder umgekehrt werden. Die eigentliche Krankheit wohnt doch in unseren Köpfen! In dem was ich erlernte.
Erst wenn ich bemerke, begreife (lerne), dass es mir es ohne Alkohol viel besser geht, setzt doch ein Umdenken ein.
Dieses Bemerken, vorallem auf der emotionalen Ebene benötigt Zeit, daran muss man sich gewöhnen! Plötzlich muss ich Gefühle aushalten/ertragen, welche ich vorher gewohnt war zu unterdrücken/zu betäuben - dieses gewöhnte ich mir über Jahre oder gar Jahrzehnte an. Das verschwindet nicht so einfach, weil ich es "plötzlich" will.
Bewusst muss es mir werden, auch das es Zeit benötigt!
"Körperlich" abhängig sind doch die wenigsten, denn der Körper benötigt definitiv kein Suchtmittel.
Bedenkt man allerdings, dass auch der Kopf; unser Gehirn (das was wird denken) zum Körper gehört, sieht die Sache schon anders aus. Über Jahre verknüpfte unser Gehirn neuronale Bahnen auf der Grundlage/mit der Zugabe von Alkohol, über Jahre wuchs dieses Geflecht, die chem. Prozesse stellten sich gänzlich darauf ein, sehr zum Leidwesen von Leber und Co. .
Wer da glaubt dieses "neuronale Geflecht" strukturiere sich innerhalb ein paar Wochen völlig neu, der irrt gewaltig.
Alles bleibt
... gleich, alle, fast alle, Unwelteinflüsse, Reize, Angst, Schmerz, Leid, Stress, das wenige Glück sind unverändert.
Nur das bisher alles ausgleichende Betäubungsmittel fehlt.
Der Körper (Gehirn) kann das ausgleichen, doch das braucht Zeit, das bereitet Unwohlsein/Suchtdruck.
Wenn ich das nicht begreife, wenn ich mir das nicht verinnerliche (Bewusstsein) und ewig der ach so schönen Betäubung hinterher trauere, komme ich niemals von diesen Gedanken (Suchtdruck) los!
Es ist nich nur Wille ...
Es ist auch begreifen, verstehen.