Beiträge von Paul

    ... und dass der Alltag wieder herausfordernd wird.

    Genau das benötigt Zeit, was dir heute noch herausfordernd erscheint, wird in ein paar Wochen/Monaten keine Herausforderung mehr sein.

    Außer du hälts diesen Gedanken immer am Leben.

    Mir ist Alkohol mittlerweile sowas von egal.

    Wir sind eben doch das Produkt unserer Gedanken.:)

    Hallo Emily,

    ähnlich ging es mir auch, am Anfang zählte ich die Tage, dann die Wochen, die Monate, war sogar ein bisschen stolz auf mich. Nach einem Jahr war es für mich mittlerweile das Normalste der Welt geworden und ich fragte mich, warum habe ich dann immer so "rumgezickt", wenn's wirklich so einfach ist?

    Hallo Paddy,

    ich glaub' , du hast genau die richtige Einstellung, unverkrampft, es locker sehen, zuversichtlich, so nach dem Motto "das wird schon", denn vorher ging's ja auch.

    So startete ich auch. Dann besuchte ich eine SHG ... da malte man den Suchteufel an die Wand, wie schwer und mühevoll das alles sei ... man ständig unter Suchtdruck leiden müsse u.s.w. - schnell war ich da wieder weg!

    Hin und wieder war ich zwar etwas unsicher, nicht gerade wankelmütig oder gar versucht, jedoch, ich hatte mich entschieden und wusste, vertraute darauf, dass das anfängliche mögliche Craving oder die ganze Triggerei nur in meinem Kopf stattfinden würde und wenn überhaupt ... es nachlässt mit der Zeit.

    Ich sollte recht behalten.

    Derzeit bin ich was meine Nüchternheit anbelangt sehr entspannt.

    Auch mir geht das so, selbst nach über drei Jahren permanenter Nüchternheit.

    Ich begriff, ich entscheide, ich bestimme: wenn ich nicht von der Brücke springe, passiert mir auch nichts ... wenn ich keinen Alkohol trinke, ist das eben so.

    Vor was also Angst haben? Vor'm bösen Verführer Alkohol? Mal ehrlich, ich bin doch erwachsen! Warum kiffe, kokse ich nicht oder werfe mir schöne bunte Pillen ein?

    Ich hab' begiffen, dass ich mit dieser ewigen Herumgeeierei "na ja, vielleicht ein bisschen oder nur manchmal", mir immer wieder selbst ins Knie schieße und immer mehr zum Krüppel werde.

    Ich hab' bemerkt, ich kann meinen Alkoholkonsum nicht mehr kontrollieren, beginne ich erstmal damit - das habe ich begriffen!

    Hallo AmSee13 ,

    verzeih' bitte, eigentlich (!) war mein Beitrag auch an willibald42 gerichtet. Mag sein, auf Grund, dass ich dich zitierte, nahmest du an ...

    dem ist nicht so!

    Willibald42 muss oder möchte bitte, sich entscheiden, was er eigentlich will. Diese ewige Herumgeeierei mit "na ja, vielleicht, ein bisschen oder nur manchmal" bringt doch nichts, außer ein Weiterdrehen im Kreis.

    Wenn er das möchte, soll er das tun.

    Hallo willibald42,

    diese Phase der Unentschossenheit kennt bestimmt jeder von uns, gib' dir 'nen Ruck und höre auf oder trinke weiter.

    mir ist nicht so ganz klar, was du möchtest.

    Ich wusste auch lange nicht, was ich wollte!

    Einerseits bemerkte ich sehr wohl, das ich zu viel und zu oft trank, was mich störte, andererseits war es auch wiederum angenehm.

    Ich fürchtete mich regelrecht vor dem Gedanken "nie wieder Alkohol".

    Das war keine (Charakter-)Schwäche sondern eine Krankheit, wenn selbst ein Gericht das so feststellt, muss das ja so sein.

    Gut, dann war ich eben nicht schwach, sondern krank. Oder doch nur ein bisschen?

    Ich musste mich entscheiden, will ich so weiter machen oder nicht. Ich musste für mich entscheiden, verändere ich etwas oder lieber doch nicht. Ich für mich allein.

    aber ich würde es schon als abendliches Ritual einstufen abends 2 bis 3 bier zu trinken ...

    Dieses abendliche Ritual zelebrierte ich auch jahrelang, es war angenehm, man entspannte sich, wurde langsam schläfrig und zufrieden = ein idealer Tagesabschluss!

    2..3 Bier das ist nicht viel, mein Freund trank viel mehr, bis zu 6 am Abend, das war viel!

    Bei fast jedem fing das wohl so an, solange nichts passiert, man funktioniert und sich fit fühlt - was soll da schon verkehrt sein?

    Und doch passierte etwas (bei mir jedenfalls), erst als ich mir "dieses Ritual" verwehrte, wurde ich unruhig.

    Früher achtete ich selten darauf, war kein Bier im Haus, trank ich eben etwas anderes.

    Heute (damals) achtete ich immer darauf, dass genügend Alkohol (Bier) im Haus war.

    War das schon Sucht?

    Ich will niemanden belehren oder bekehren!!!

    Doch ich machte mir "die Mühe" und beschäftigte mich ein bisschen näher damit, wie der Körper Alkohol abbaut (Ethanol -> Acetaldehyd -> Acetat u.s.w.), welche Organe damit beschäftigt sind und was sie für eine Mühe haben, diesen Stoff Ethanol überhaupt recyceln zu können, wenn überhaupt möglich, wie sehr jede Zelle zu kämpfen hat ... fragte ich mich schon: warum tue ich das meinen Körper immer wieder an? Gut, ich bemerke kaum etwas davon, doch ist es dadurch weniger schädlich?

    Ich achte auf gesunde Ernährung, versuche jegliche Schadstoffbelastung zu vermeiden, nur beim Alkohol mache ich eine Ausmahme.

    Ist das Unwissenheit, Dummheit, Verblendung (durch Werbung oder weil es ja alle machen) oder sogar genetisch bedingt?

    Egal, jeder darf selbst bestimmen, jeder ist in der Lage, ab einem gewissen Alter, sich zu informieren, um dann zu entscheiden ... trinke ich oder lieber nicht.

    Bis ca. 24 Jahre ein eher unauffälliger Konsum. Danach Dauerkonsum. In Corona Zeiten hat sich der problematische Konsum verstärkt. Seit einigen Jahren kein täglicher Konsum mehr, über einen längeren Zeitraum. Derzeit habe ich es im Griff und kann damit leben.

    Ich möchte mich hier austauschen und auch meinen Konsum weiter kritisch hinterfragen.

    Wenn du auch mal einen Monat nichts trinkst und du weder unruhig wirst, noch dich dazu zwingen musst, ist alles o.k..

    Wenn allerdings das tägliche Neinsagen, auf Alk. verzichten schon schwer fällt, dann weißt du doch schon wohin die Reise geht.

    Ich soff mir über die Jahre (trainierte mir an) eine dermaßene Alkoholresilienz an, dass ich mich förmlich auf den Abend freute: endlich Bier (!), bis zum Einschlafen/Abwinken = irgendwann ordnete ich dem alles unter, sicher veränderte das meine Psyche, meine Hirnchemie. Lange, lange verdrängte ich die offensichtliche Tatsache, dass ich viel zu viel trank - das sah ich ja immer am nächsten Morgen.

    Süchtig waren immer nur die Anderen, ich nie.

    Hallo Willibald,

    wenn dich Alkohol trinken oder ihn nicht trinken nicht stört, ist doch alles in Ordnung!

    Ich (!) trank nur zu viel Alkohol und das ständig. Immer wieder störte mich das, denn ich bemerkte sehr wohl, dass ich betrunken nicht nur sonderliche Dinge tat und sagte, sondern auch körperlich ging es mir nicht unbedingt besser.

    Das war mir bewusst, doch nie hatte ich den Mut das Problem anzugehen und ich bemerkte sehr wohl, dass ich bereits ein mächtiges Problem mit Alkohol hatte, ich brauchte mir nur meinen Einkaufszettel oder all die leeren Flaschen anzusehen.

    Viel zu lange kehrte ich dieses Problem unter den Teppich oder redete es klein, wenn bei dir alles zur Zufriedenheit funktioniert, freu' dich.

    Willst du denn etwas ändern?

    Beide Wege und alles dazwischen hat seine Berechtigung - Hauptsache, es funktioniert ...

    Jeder Weg hat seine Berechtigung, selbst wenn ein Mensch weiter trinken möchte und damit zufrieden ist, solange er nicht die Freiheit eines anderen einschränkt.

    Wenn dir oder mir der Gedanke an den ständigen Suchtteufel, der da ewig lauert, gefällt, es dich glücklich und zufrieden macht, dann hat es wohl jegliche Berechtigung.

    Jede Meinung, jede Ansicht zählt.

    Ich äußerte, dass ständige aufrechterhalten der Angst und mir machten solche Gedanken Angst, helfen mir nicht, im Gegenteil. Wenn es andere beruhig, sollen sie es tun.

    Die Hauptsache ist doch, man ist zufrieden, wer da welchen Weg beschreitet bleibt doch unerheblich, wenn es für den Betreffenden funktioniert.

    Es ist nicht unbedingt leichter sich Suchtdruck zu widersetzen, aber man erkennt ihn eher als reale Gefahr. Diese vorbeifliegenden Gedanken, die so unschuldig tun, sind überaus gefährlich.

    Ist es nicht oft so, dass man "dieses gefährlich", die reale Gefahr bewusst am Leben hält, die Angst immer wieder schürt?

    In den ersten Tagen meiner Anstinenz hatte ich Furcht vor der Alkoholabteilung im Supermarkt, besser: vor mir, dass ich etwas kaufen könne.

    Gut, die ersten Wochen war ich sowieso etwas arg unsicher und wirr im Kopf, die Gefühle, Empfindungen waren recht eigenartig.

    Auch das ständige Gerede in der SHG, über die Tücken, die Hinterhältigkeit des Suchtdrucks, dass er immer und überall zuschlagen konnte, ich immer wachsam sein müsse, verwirrten mich - klar, wenn ich immer an Alkohol denke, bekomme ich ihn nie aus dem Kopf, wenn ich immer die Gefahr sehe, mich selbst verunsichere, stresse ich mich selbst, verunsicher ich mich selbst, immer wieder.

    Wie bereits erwähnt, nach ca. einem halben Jahr griff ich eine Flasche Bier an (nahm sie in die Hand) = nix Suchtdruck, keine Gefahr, von Unsicherheit keine Spur.

    Warum auch? So lange ich keinen Alkohol trinke, passiert auch nichts. Warum sollte ich also Alkohol trinken (wollen)?

    Bin ich da zu einfach gestrickt? Wenn ich nicht von der Brücke springe, werde ich mich auch nicht verletzen. Warum sollte ich es also tun? Ich kenne doch die möglichen Gefahren!

    "Vorbeifliegende Gedanken, die so unschuldig tun ..." ... ich wurde doch nicht mit dem Klammerbeutel gepudert (jedenfalls weiß ich nichts davon:)). Ich kann mir doch vertrauen.

    Und wenn ich mich dann doch etwas unwohl fühle, kann ich gehen, einfach so. Ich (!) kann das.

    Also, Suchtdruck hat nichts mit einer freudigen Erwartung zu tun, die man sich selbst verwehrt.

    Also, wenn ich dem Druck nicht nachgebe, befriedigt das mich nicht? Macht mich nicht zufrieden?

    Warum sind dann so viele Säufer (einst auch ich) so zufrieden, nach dem ersten, zweiten Schluck? Das man sich in Wirklichkeit, mehr schadet als nutzt und dann noch unzufriedener wird, sofern man wieder nüchtern wird, ist der andere Teil der Romanze.:evil:

    Suchtdruck ist das nicht die freudige Erwartung auf Belohnung, welche man sich selbst verwährt?

    Und erst wenn man sich von diesen "Belohnungsgedanken" trennt, lässt auch "dieser Druck" nach? Als ich mir bewusst machte (wurde), dass ich mir nur schade, ließ auch dieser Druck allmählich nach.

    Ich hatte auch oft das Gefühl, leicht angetrunken besser zu sein. Alles ging leichter, jeglicher Zweifel/Kritik war wie weggeblasen, Fehler wurden ignoriert oder einfach nicht bemerkt. Doch besser war ich nie, unaufmerksamer, unkrirtischer, das ja, aber war das besser?

    Wird etwas besser, nur weil ich etwas nicht bemerke?

    Alkohol war immer nur Mittel zum Zweck, mir die Welt so zu machen, wie ich sie gern hätte, alles Negative auszublenden.

    Nüchtern war ich immer präziser, oft auch pingeliger, kritischer, auch oft nicht so kompromissbereit (im Ungang mit Menschen).

    Wirklich Vorteile brachte mir der Alkohol nie, im Gegenteil! Es dauerte eine Weile bis ich das begriff, zu sehr war noch die Gewohnheit in meiner Gedankenmatrix eingebrannt: mit Alkohol wird alles leichter.

    Haha, das ist die Droge, die Dich verführen will.

    Ähnliche Erfahrungen machte ich auch.

    Nie war ich besser, kreativer, lustiger schon gar nicht, im berauschten Zustand. Ich dachte das bzw. gaukelte mir das vor, nur um meinen Suff zu rechtfertigen.

    Immer, dann wieder nüchtern, bemerkte ich, was ich für einen Unsinn im alkoholisierten Zustand verzapfte. Sehr oft schämte ich mich dann und hoffte, es hätte niemand bemerkt.

    Wie Helga es treffend beschrieb, ist man als einziger nüchtern, bemerkt man erst, was die anderen für einen Müll sabbeln oder tun.

    Ist das nicht einfach nur peinlich? So peinlich wollte ich nie wieder sein!

    Ich weiss nicht ob man das verstehen kann.

    Ich kann dich vollens verstehen!

    Ähnliches machte ich auch, ich nahm im Supermakt eine volle Flasche Bier in die Hand, allein der Gedanke erzeugte schon ein ungutes Gefühl. Ich beobachtete mich, was passierte ... in mir?

    Ehrlich gesagt passierte nichts, selbst das ungute Gefühl verschwand. Zugegeben es bestand noch die Hürde: Flasche in den Einkaufskorb legen, bezahlen, öffnen ...

    Wollte ich das: trinken? Vielleicht bin ich etwas anders verrückt, Konfrontation - niemals!!!; ich könnte ja schwach werden ... wurde ich aber nicht. Warum auch?

    Die Flasche Bier blieb die Flasche Bier, gefahrlos, ebenso wie die Flasche Cola oder das Brot, blieb was sie waren.

    War das Vernunft? Oder hatte ich nur meine Angst verloren, besiegt?

    Warum hatte ich überhaupt Angst und wovor?

    Ich musste lachen, ich erinnerte mich an meine Kindheit ... vor was hatte ich da nicht alles Angst ...

    Mit dem unbedingten Willen, aus der Sucht aussteigen zu wollen, fängt es doch bei allen an. Nur benötigt mancher eben mehr Unterstützung ...

    Das steht doch ausser Frage.

    Ich finde es nur fatal, Willensstärke (fehlender Wille), Charakterschwäche, eine Laune gegen Krankheit aufzuwiegen, das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, ich könne nichts dafür, ich sei machtlos.

    Mach einer benötigt auch mehr Unterstützung, auch klar.

    Wenn ich jedoch weiß, so lange ich mir das Suchtmittel nicht zuführe, bin bzw. werde ich nicht krank, da habe ich doch eine ganz andere Motivation. Und war ich einmal süchtig, kann ich auch gesunden, jedoch nur wenn ich auf das Suchtmittel verzichte.

    Der Lernprozess Alkohol = schön, sorgenfrei, angenehm, muss wieder umgekehrt werden. Die eigentliche Krankheit wohnt doch in unseren Köpfen! In dem was ich erlernte.

    Erst wenn ich bemerke, begreife (lerne), dass es mir es ohne Alkohol viel besser geht, setzt doch ein Umdenken ein.

    Dieses Bemerken, vorallem auf der emotionalen Ebene benötigt Zeit, daran muss man sich gewöhnen! Plötzlich muss ich Gefühle aushalten/ertragen, welche ich vorher gewohnt war zu unterdrücken/zu betäuben - dieses gewöhnte ich mir über Jahre oder gar Jahrzehnte an. Das verschwindet nicht so einfach, weil ich es "plötzlich" will.

    Bewusst muss es mir werden, auch das es Zeit benötigt!

    "Körperlich" abhängig sind doch die wenigsten, denn der Körper benötigt definitiv kein Suchtmittel.

    Bedenkt man allerdings, dass auch der Kopf; unser Gehirn (das was wird denken) zum Körper gehört, sieht die Sache schon anders aus. Über Jahre verknüpfte unser Gehirn neuronale Bahnen auf der Grundlage/mit der Zugabe von Alkohol, über Jahre wuchs dieses Geflecht, die chem. Prozesse stellten sich gänzlich darauf ein, sehr zum Leidwesen von Leber und Co. .

    Wer da glaubt dieses "neuronale Geflecht" strukturiere sich innerhalb ein paar Wochen völlig neu, der irrt gewaltig.

    Alles bleibt

    ... gleich, alle, fast alle, Unwelteinflüsse, Reize, Angst, Schmerz, Leid, Stress, das wenige Glück sind unverändert.

    Nur das bisher alles ausgleichende Betäubungsmittel fehlt.

    Der Körper (Gehirn) kann das ausgleichen, doch das braucht Zeit, das bereitet Unwohlsein/Suchtdruck.

    Wenn ich das nicht begreife, wenn ich mir das nicht verinnerliche (Bewusstsein) und ewig der ach so schönen Betäubung hinterher trauere, komme ich niemals von diesen Gedanken (Suchtdruck) los!

    Es ist nich nur Wille ...

    Es ist auch begreifen, verstehen.