Beiträge von Paul

    Es ist ein gutes Gefühl, abends nüchtern ins Bett zugehen und morgens mit klarem Kopf aufzuwachen!

    Bei mir hat es mehrere Wochen gedauert, bis ich das überaupt bemerkte!

    Zur sehr trauerte (?) ich noch "dem Verlust" nach oder mein Körper, mein Hirn brauchte viel mehr Zeit, um sich halbwegs wieder auszubalancieren - sicherlich soff ich die letzten zwei Jahre meiner Alkoholikerkarriere extrem viel und benötigte deswegen auch mehr Zeit.

    Aber, das allgem. Wohlbefinden, besonders das Schlafverhalten verbesserten sich merklich, wenn auch langsam.

    Muss ich für immer abstinent bleiben?

    Hallo TGVD,

    nein, wenn du nach einer Dose Sekt (am Tag/Woche/Monat) beruhigt den Konsum einstellen kannst, kannst du bestimmt ewig so weitermachen bis an dein Lebensende.

    Warum werden es denn immer bzw. öfter mehr Dosen als beabsichtigt? Warum wirst du (bestimmt?) unruhig am Abend, wenn "der Stoff" fehlt?

    Die Vernunft sagt: nein, das Gefühl sagt: ja.

    So ging's auch mir. Hatte ich mir dieses Trinkverhalten angewöhnt/antrainiert, ähnlich dem Pawlowschen Hund, bei dem der Speichel fliesst (freudige Erwartung auf Futter), wenn das Glöckchen klingelt? Habe ich mich selbst so manipuliert, es mir antrainiert?

    Ich, der Mensch ... ein intelligentes Wesen? Ich fürchte: ja!

    Wie bekomme ich dieses Verhalten wieder weg, war meine Frage ... so wie beim Hund? Lange genug das Glöckchen klingel lassen und kein Futter geben, bis ich mich daran gewöhnte? War das wirklich so simpel?

    Ich wusste, mein Körper (incl. Gehirn) braucht diesen Stoff Ethanol überhaupt nicht, im Gegenteil, er hat mächtig damit zu kämpfen, das Ethanol (Alkohol) überhaupt abzubauen. Kleine Mengen schafft er, so wie er auch kleine Mengen Blausäure (z.Bsp. in Tomaten) schafft, wieder aus dem Körper zu schleusen, ohne Schaden zu nehmen.

    Wenn ich also weiß, dass Ethanol ("das Sektchen") mir in größeren Mengen schadet, warum nehme ich das dann immer wieder, ich das vernunftbegabte Tier, Mensch?

    Weil es so herrliche Glücksgefühle erzeugt, anfänglich, mich beruhigt, es so herrlich viel Dopamin oder was auch immer im Körper erzeugt, ein Festval des Frohsinns, der Glückseeligkeit, um am nächsten Tag mit schlechtem Gewissen und alles anderem als Frohsinn, sogar mit körperlichen Beschwerden aufzuwachen?

    Guten Morgen Willibald,

    "diese ganzen Diskussionen" führte ich auch immer mit mir (!).

    Mach's doch ganz einfach: probiere es mit kontrolliertem Trinken. Du wirst immer irgendwelche Pro- und Kontraargumente finden, über deren Plausibilität nur du allein entscheidest.

    Mache das von dem du überzeugt bist, du wirst es bemerken, ob es funktioniert.

    Ob du dich nun als Alhoholiker bekennst, irgenwelchen Dogmen hinerherrennst, dich zur SHG quälst, wo eh' nur komische Menschen sind (so wie ich den Eindruck in meiner SHG hatte) oder andere Menschen bekehren willst ... Du musst etwas finden mit dem du zufrieden bist!

    Es muss für dich passen!

    Mich verwirrt allein schon der Begriff "kontrolliertes Trinken" - was ist damit gemeint? Im Sinne von: kontollierter Autounfall (sehr extrem) oder kontrolliertes Atmen, Essen, Leben?

    Du weißt bestimmt sehr viel über Alkohol, Alkoholismus, Vorzüge, Nachteile etc.pp..

    Was willst du da kontrollieren, die Nachteile?

    Ich wog die Vor- und Nachteile miteinander auf und ließ dann meine Vernunft entscheiden.

    Vielleicht bin ich da auch sehr einfach herangegangen: warum nehmen ich keine keine anderen Drogen? Z.Bsp. Cannabis, Magig Mushrooms, Lachgas, Fentanyl o.ä.? Bin ich da zu verünftig oder zu ängstlich, fürchte ich mich vor den Gefahren, auch irgendwann zum Sucht-Zombie/-junkie zu werden?

    Du allein entscheidest!

    In der Anfangszeit hat jeder zu kämpfen, tagtäglich.

    Überall begegnet man dem Alkohol, alles triggert mehr oder weniger. Das muss man aushalten! Das lässt aber auch nach, das darf man sich doch zutrauen.

    Jeder hat doch schon mal, mehr oder weniger lieblos, versucht seinen Alkoholkonsum einzuschränken ... als ich mich für die Nüchternheit entschied, war ich auch unsicher, vermied sogar jeglichen Anblick von Alkoholika, ich kannte mich ... ja, ich war schwach! ... und war leicht zu beinflussen, zu verführen.

    Ich wusste, von dem Zeug komme ich nur weg, wenn ich damit aufhöre, nicht nur ein bisschen!

    Viel zu lange dauerte es, bis ich es endlich begriff.

    Eben, AmSee13. Da sind wir uns doch alle einig, wir (jeder für sich) sollten in Erfahrung bringen, warum man trank, warum man gern, so schnell und einfach (Alkohol), lieber flüchtete und nicht nach Alternativen/Bewältigungsstrategien suchte.

    Vielleicht herausbekommen, was stört mich, was deprimiert mich, was ist der Grund? Was kann ich ändern, ausser mich nur abzulenken?

    Die Sucht ist doch ein Fliehen vor Problemen.

    Immer wenn mir etwas zu viel wurde, ich etwas nicht ertug, trank ich. War das meine "Krankheit"? Die Angst vor der Angst, etwas nicht zu schaffen, etwas nicht bewältigen können, mangelndes Bewusstsein/Zuversicht. Ich war schon immer unsicher, ein Zweifler, ein Grübler - Alkohol vertrieb diese Gedanken!

    Erst als ich dieses ganze "Hätte, Könnte, Würde, Vielleicht" aus meinen Gedanken verbannte und somit die Angst, gelang es mir, mich von der Sucht zu trennen.

    Als ich mir bewusst machte, dass der Alk. alles schlimmer machte, da war ich erst in der Lage etwas zu tun.

    Alles was mir Freude verschafft, angenehme Gefühle bereitet - will ich!

    Lange, lange war Alkohol ein Garant dafür, er konnte allein schon unangenehme Gefühle beseitigen, einfach so .... zwei, drei Schlucke und schon war's nicht mehr so schlimm.

    Ist das nicht angenehm?

    Alkohol machte Schmerzen erträglicher, vertrieb schlechte Gedanken, half beim Einschlafen, dämpfte sogar Depressionen, in fröhlich alkoholisierter Runde fand man schneller Kontakt, selbst Liebschaften wurden möglich(er), machnmal auch nur erträglicher.

    Wer kennt nicht diesen Satz: "Es sich schön saufen." ?

    ... und dass der Alltag wieder herausfordernd wird.

    Genau das benötigt Zeit, was dir heute noch herausfordernd erscheint, wird in ein paar Wochen/Monaten keine Herausforderung mehr sein.

    Außer du hälts diesen Gedanken immer am Leben.

    Mir ist Alkohol mittlerweile sowas von egal.

    Wir sind eben doch das Produkt unserer Gedanken.:)

    Hallo Emily,

    ähnlich ging es mir auch, am Anfang zählte ich die Tage, dann die Wochen, die Monate, war sogar ein bisschen stolz auf mich. Nach einem Jahr war es für mich mittlerweile das Normalste der Welt geworden und ich fragte mich, warum habe ich dann immer so "rumgezickt", wenn's wirklich so einfach ist?

    Hallo Paddy,

    ich glaub' , du hast genau die richtige Einstellung, unverkrampft, es locker sehen, zuversichtlich, so nach dem Motto "das wird schon", denn vorher ging's ja auch.

    So startete ich auch. Dann besuchte ich eine SHG ... da malte man den Suchteufel an die Wand, wie schwer und mühevoll das alles sei ... man ständig unter Suchtdruck leiden müsse u.s.w. - schnell war ich da wieder weg!

    Hin und wieder war ich zwar etwas unsicher, nicht gerade wankelmütig oder gar versucht, jedoch, ich hatte mich entschieden und wusste, vertraute darauf, dass das anfängliche mögliche Craving oder die ganze Triggerei nur in meinem Kopf stattfinden würde und wenn überhaupt ... es nachlässt mit der Zeit.

    Ich sollte recht behalten.

    Derzeit bin ich was meine Nüchternheit anbelangt sehr entspannt.

    Auch mir geht das so, selbst nach über drei Jahren permanenter Nüchternheit.

    Ich begriff, ich entscheide, ich bestimme: wenn ich nicht von der Brücke springe, passiert mir auch nichts ... wenn ich keinen Alkohol trinke, ist das eben so.

    Vor was also Angst haben? Vor'm bösen Verführer Alkohol? Mal ehrlich, ich bin doch erwachsen! Warum kiffe, kokse ich nicht oder werfe mir schöne bunte Pillen ein?

    Ich hab' begiffen, dass ich mit dieser ewigen Herumgeeierei "na ja, vielleicht ein bisschen oder nur manchmal", mir immer wieder selbst ins Knie schieße und immer mehr zum Krüppel werde.

    Ich hab' bemerkt, ich kann meinen Alkoholkonsum nicht mehr kontrollieren, beginne ich erstmal damit - das habe ich begriffen!

    Hallo AmSee13 ,

    verzeih' bitte, eigentlich (!) war mein Beitrag auch an willibald42 gerichtet. Mag sein, auf Grund, dass ich dich zitierte, nahmest du an ...

    dem ist nicht so!

    Willibald42 muss oder möchte bitte, sich entscheiden, was er eigentlich will. Diese ewige Herumgeeierei mit "na ja, vielleicht, ein bisschen oder nur manchmal" bringt doch nichts, außer ein Weiterdrehen im Kreis.

    Wenn er das möchte, soll er das tun.

    Hallo willibald42,

    diese Phase der Unentschossenheit kennt bestimmt jeder von uns, gib' dir 'nen Ruck und höre auf oder trinke weiter.

    mir ist nicht so ganz klar, was du möchtest.

    Ich wusste auch lange nicht, was ich wollte!

    Einerseits bemerkte ich sehr wohl, das ich zu viel und zu oft trank, was mich störte, andererseits war es auch wiederum angenehm.

    Ich fürchtete mich regelrecht vor dem Gedanken "nie wieder Alkohol".

    Das war keine (Charakter-)Schwäche sondern eine Krankheit, wenn selbst ein Gericht das so feststellt, muss das ja so sein.

    Gut, dann war ich eben nicht schwach, sondern krank. Oder doch nur ein bisschen?

    Ich musste mich entscheiden, will ich so weiter machen oder nicht. Ich musste für mich entscheiden, verändere ich etwas oder lieber doch nicht. Ich für mich allein.

    aber ich würde es schon als abendliches Ritual einstufen abends 2 bis 3 bier zu trinken ...

    Dieses abendliche Ritual zelebrierte ich auch jahrelang, es war angenehm, man entspannte sich, wurde langsam schläfrig und zufrieden = ein idealer Tagesabschluss!

    2..3 Bier das ist nicht viel, mein Freund trank viel mehr, bis zu 6 am Abend, das war viel!

    Bei fast jedem fing das wohl so an, solange nichts passiert, man funktioniert und sich fit fühlt - was soll da schon verkehrt sein?

    Und doch passierte etwas (bei mir jedenfalls), erst als ich mir "dieses Ritual" verwehrte, wurde ich unruhig.

    Früher achtete ich selten darauf, war kein Bier im Haus, trank ich eben etwas anderes.

    Heute (damals) achtete ich immer darauf, dass genügend Alkohol (Bier) im Haus war.

    War das schon Sucht?

    Ich will niemanden belehren oder bekehren!!!

    Doch ich machte mir "die Mühe" und beschäftigte mich ein bisschen näher damit, wie der Körper Alkohol abbaut (Ethanol -> Acetaldehyd -> Acetat u.s.w.), welche Organe damit beschäftigt sind und was sie für eine Mühe haben, diesen Stoff Ethanol überhaupt recyceln zu können, wenn überhaupt möglich, wie sehr jede Zelle zu kämpfen hat ... fragte ich mich schon: warum tue ich das meinen Körper immer wieder an? Gut, ich bemerke kaum etwas davon, doch ist es dadurch weniger schädlich?

    Ich achte auf gesunde Ernährung, versuche jegliche Schadstoffbelastung zu vermeiden, nur beim Alkohol mache ich eine Ausmahme.

    Ist das Unwissenheit, Dummheit, Verblendung (durch Werbung oder weil es ja alle machen) oder sogar genetisch bedingt?

    Egal, jeder darf selbst bestimmen, jeder ist in der Lage, ab einem gewissen Alter, sich zu informieren, um dann zu entscheiden ... trinke ich oder lieber nicht.

    Bis ca. 24 Jahre ein eher unauffälliger Konsum. Danach Dauerkonsum. In Corona Zeiten hat sich der problematische Konsum verstärkt. Seit einigen Jahren kein täglicher Konsum mehr, über einen längeren Zeitraum. Derzeit habe ich es im Griff und kann damit leben.

    Ich möchte mich hier austauschen und auch meinen Konsum weiter kritisch hinterfragen.

    Wenn du auch mal einen Monat nichts trinkst und du weder unruhig wirst, noch dich dazu zwingen musst, ist alles o.k..

    Wenn allerdings das tägliche Neinsagen, auf Alk. verzichten schon schwer fällt, dann weißt du doch schon wohin die Reise geht.

    Ich soff mir über die Jahre (trainierte mir an) eine dermaßene Alkoholresilienz an, dass ich mich förmlich auf den Abend freute: endlich Bier (!), bis zum Einschlafen/Abwinken = irgendwann ordnete ich dem alles unter, sicher veränderte das meine Psyche, meine Hirnchemie. Lange, lange verdrängte ich die offensichtliche Tatsache, dass ich viel zu viel trank - das sah ich ja immer am nächsten Morgen.

    Süchtig waren immer nur die Anderen, ich nie.

    Hallo Willibald,

    wenn dich Alkohol trinken oder ihn nicht trinken nicht stört, ist doch alles in Ordnung!

    Ich (!) trank nur zu viel Alkohol und das ständig. Immer wieder störte mich das, denn ich bemerkte sehr wohl, dass ich betrunken nicht nur sonderliche Dinge tat und sagte, sondern auch körperlich ging es mir nicht unbedingt besser.

    Das war mir bewusst, doch nie hatte ich den Mut das Problem anzugehen und ich bemerkte sehr wohl, dass ich bereits ein mächtiges Problem mit Alkohol hatte, ich brauchte mir nur meinen Einkaufszettel oder all die leeren Flaschen anzusehen.

    Viel zu lange kehrte ich dieses Problem unter den Teppich oder redete es klein, wenn bei dir alles zur Zufriedenheit funktioniert, freu' dich.

    Willst du denn etwas ändern?

    Beide Wege und alles dazwischen hat seine Berechtigung - Hauptsache, es funktioniert ...

    Jeder Weg hat seine Berechtigung, selbst wenn ein Mensch weiter trinken möchte und damit zufrieden ist, solange er nicht die Freiheit eines anderen einschränkt.

    Wenn dir oder mir der Gedanke an den ständigen Suchtteufel, der da ewig lauert, gefällt, es dich glücklich und zufrieden macht, dann hat es wohl jegliche Berechtigung.

    Jede Meinung, jede Ansicht zählt.

    Ich äußerte, dass ständige aufrechterhalten der Angst und mir machten solche Gedanken Angst, helfen mir nicht, im Gegenteil. Wenn es andere beruhig, sollen sie es tun.

    Die Hauptsache ist doch, man ist zufrieden, wer da welchen Weg beschreitet bleibt doch unerheblich, wenn es für den Betreffenden funktioniert.

    Es ist nicht unbedingt leichter sich Suchtdruck zu widersetzen, aber man erkennt ihn eher als reale Gefahr. Diese vorbeifliegenden Gedanken, die so unschuldig tun, sind überaus gefährlich.

    Ist es nicht oft so, dass man "dieses gefährlich", die reale Gefahr bewusst am Leben hält, die Angst immer wieder schürt?

    In den ersten Tagen meiner Anstinenz hatte ich Furcht vor der Alkoholabteilung im Supermarkt, besser: vor mir, dass ich etwas kaufen könne.

    Gut, die ersten Wochen war ich sowieso etwas arg unsicher und wirr im Kopf, die Gefühle, Empfindungen waren recht eigenartig.

    Auch das ständige Gerede in der SHG, über die Tücken, die Hinterhältigkeit des Suchtdrucks, dass er immer und überall zuschlagen konnte, ich immer wachsam sein müsse, verwirrten mich - klar, wenn ich immer an Alkohol denke, bekomme ich ihn nie aus dem Kopf, wenn ich immer die Gefahr sehe, mich selbst verunsichere, stresse ich mich selbst, verunsicher ich mich selbst, immer wieder.

    Wie bereits erwähnt, nach ca. einem halben Jahr griff ich eine Flasche Bier an (nahm sie in die Hand) = nix Suchtdruck, keine Gefahr, von Unsicherheit keine Spur.

    Warum auch? So lange ich keinen Alkohol trinke, passiert auch nichts. Warum sollte ich also Alkohol trinken (wollen)?

    Bin ich da zu einfach gestrickt? Wenn ich nicht von der Brücke springe, werde ich mich auch nicht verletzen. Warum sollte ich es also tun? Ich kenne doch die möglichen Gefahren!

    "Vorbeifliegende Gedanken, die so unschuldig tun ..." ... ich wurde doch nicht mit dem Klammerbeutel gepudert (jedenfalls weiß ich nichts davon:)). Ich kann mir doch vertrauen.

    Und wenn ich mich dann doch etwas unwohl fühle, kann ich gehen, einfach so. Ich (!) kann das.