Beiträge von Susanne68

    Angefangen hatte das ja mit dem Wunsch nach mehr wertschätzender Rückmeldung wegen Deiner Unsicherheit.

    Ich finde das ehrlich gesagt schwierig.

    Bei Deinen Texten (nicht nur bei Deinen, ist nichts persönliches) weiss ich, wenn ichs mal genauer lese, oft nicht, wo Du nun laut vor Dich hindenkst, "nur" erzählst, Deine Dinge selbst verarbeitest, und wo Du wirklich sagen wir mal, Fragen hast. Das ist für mich nicht klar erkennbar.

    Abgesehen davon, dass ich auf Fragen oft selbst keine einfache oder schlüssige Antwort habe, da dann oft einfach passen müsste, antworte ich oft an Stellen, wo bei mir im Kopf einfach was hochpoppt, wo mir was dazu einfällt. Oft ist das aber gar nicht das, was mein Gegenüber hören wollte. Da er aber gar nicht explizit gefragt hatte, weiss ich auch gar nicht, um was es ihm nun genau ging, und schon sind wir bei dem kleinen Kommunikationsknoten, den wir hier gerade erleben.

    Ich sags mal salopp, der generelle Wunsch nach mehr wertschätzender Rückmeldung ist für mich persönlich zu sehr wischiwaschi. Ich hab generell zu wenig Zeit und Lust, um jeden Text detailiert zu analysieren. Und was man einfach stehen lassen kann, das lasse ich auch ganz gerne einfach stehen, ohne da viel Rückmeldung zu geben.
    Und mir gehts ja auch so, ich will nicht laufend bewertet werden. Nicht mal dann, wenn die Bewertungen vorwiegend positiv sind. Das ist mir unangenehm. Ab und an will ich auch einfach meinen Job machen, dabei aber in Ruhe gelassen werden. Da gehts jetzt grade mehr um mein reales Leben, ich hatte eine interessante Woche. Aber da passiert das auch laufend.

    Irgendwie verhälst Du Dich ein bisschen wie der Patient, der dem Arzt sagt "aber Sie sind doch der Experte. Sie müssen doch wissen, wo es mir weh tut"..funktioniert halt nicht. Der Arzt kann sich zwar ausrechnen, dass der Patient Grund hat, zu kommen, aber der Schmerz (oder deine Unsicherheit) ist halt subjektiv und es funktioniert sehr oft nicht, von anderen zu erwarten, dass sie einen verstehen, ohne das man sich klar ausdrückt.

    Und dann kommt eben das Gefühl, dass einen niemand versteht und man alleine dasteht.

    @Orangina,

    ich schreibe hier sehr viel. Auch detailliert.

    Trotzdem würde ich vermutlich die Wette gewinnen, dass mich aus dem Geschriebenen im realen Leben niemand erkennen würde.
    Allerdings mache ich auch im realen Leben gerne den Mund auf, und das führt oft genug dazu, dass ich mitspielen darf. Meine Ängste sind diesbezüglich durch die Erfahrung meistens Lügen gestraft.
    Von daher denke ich, selbst wenn mich hier jemand erkennen würde, würde mir das kaum schaden.

    Und dann gibts ja noch den internen Bereich.

    Gruß Susanne

    Ich war schon zweimal über mehrere Jahre von dem Thema ganz weg, und dann ist wieder was passiert, wo mich das mehr beschäftigt hat.
    Hier bin ich ja aufgeschlagen, eine Zeitlang nachdem mein Vater gestorben war. Da hab ich mich dann das erste Mal überhaupt mit dem Thema Erwachsene Kinder von Alkoholikern auseinandergesetzt, und was das mit mir gemacht hat, ihn zu seinem Tod zu begleiten. Und dann kam ich auch drauf, dass das ja manche meiner Macken auch erklären könnte. Jedenfalls bin ich auch so jemand, wenn mich dann was interessiert, meistens gründlich.

    Mich mit meiner eigenen Sauferei zu beschäftigen, hatte ich da an sich schon eine Weile hinter mir. Aber als ich dann schon mal da war, hab ich dann halt einfach weiter gemacht.
    Und ich nehme die Rückmeldungen natürlich auch war, und sie machen etwas mit mir.

    Mal gucken.

    Gruß Susanne

    Fakt ist, dass sich vor ca. 15 Jahren mehrere Alkoholforen kannte, in denen (in jedem) 50 bis 100 Beiträge am Tag die Regel waren. Und da waren auch 20, 30, 40 Schreiber mehr oder weniger gleichzeitig unterwegs.
    Ich denke das hat auch mit der technischen Entwicklung zu tun, Foren sind teilweise out. Durch andere soziale Medien ersetzt. Facebook und sein Ableger Whatsapp spielten vor 15 Jahren noch keine Rolle.

    Wenn ich hier am Ende des Tages feststelle, das der Großteil der Beiträge von Greenfox, Gerchla und mir geschrieben wurden, dann hab ich auch das Gefühl, das kanns nicht sein. Hier gibts relativ oft Zeiten, wo Anfragen sonst von gar niemandem überhaupt beantwortet würden. Alleinunterhalter ist definitiv nicht meine Traumrolle.

    Und ich suche mir gerade ein anderes Betätigungsfeld. Mal abwarten, wie sich das entwickelt. Geht um andere Themen, würde mir hier bei mir vor Ort und für mein weiteres Leben aber wahrscheinlich mehr bringen.

    Wenn die paar Vielschreiber hier verschwinden, dann werden die Leser bald nichts mehr zu lesen haben. So einfach ist das. Klar, man kann dann immer noch die alten Beiträge lesen und sich was rausziehen, aber man wird nicht mehr spürbar wahr genommen.

    Da kann man dann nur hoffen, dass neue Vielschreiber kommen. Und ich hoffe da ehrlich auch drauf. Denn eigentlich bin ich persönlich mit dem Thema schon lange durch, ich machs eigentlich nur in diesem Ausmaß, weil ichs teilweise kann und auch der Meinung bin, es sollte auch jemand tun. Nur, ob ich das sein will, das liegt ja immer noch bei mir.

    Müssen tut sie sowieso nichts.
    Weder bin ich weisungsbefugt noch bilde ich mir ein, dass ich das entscheiden könnte.

    So schlimm wie ich das gerne darstelle, wars bei und gar nicht. Phasenweise schon, aber unterbrochen auch durch lange andere Phasen. Sonst wären wir uns kaum einig gewesen, dass wir lieber weitermachen, so masochistisch sind wir nun auch nicht veranlagt.
    Es gab Phasen, wo wir uns mehrere Wochen am Stück - trotz ehrlicher Versuche, das zu lassen - fast täglich in der Wolle hatten und uns gefragt haben, obs das noch bringt. Wir konntens halt nicht lassen, es gab Reibungspunkte und Dinge, die wir uns gegenseitig nie verziehen hatten, die dann halt gerne mal hochpoppten.

    Aber zwischendrin gab es auch genug, weswegen wir es dann doch besser fanden, weiter zu machen.
    Ich war auch nicht durchgehend unzufrieden, es gab nur nen wesentlichen Punkt bei dem ich lange nicht wusste wie ich damit umgehen sollte und wollte. Und das war teilweise was Äusseres, wo mein Partner eher ähnlicher Meinung war wie ich.
    Und mein Partner hatte definitiv eigene Baustellen. Das ist aber auch eher "normal".

    An sich hab ich nur deswegen geschrieben, weil Tinka schreibt, er trinkt nach wie vor nicht und geht auch in seine Gruppentherapie, dabei ist er jetzt vielleicht ein halbes Jahr trocken und da gibts genügend Beispiele - auch hier - wo nach einem halben Jahr noch längst nicht alles paletti ist. Es macht ja was, so ist es ja nicht. Und bei mir gings halt auch nicht so schnell, wie ichs gerne gehabt hätte. Mehr ist da nicht.

    Ausserdem weiss ich natürlich überhaupt nicht, wie das zwischen den beiden wirklich aussieht, das ist ja grundsätzlich immer schwierig, das von aussen zu beurteilen, warum jemand nun zusammen bleibt oder sich trennt usw. Ich wollte nur noch mal nen Denkanstoss geben. Was da draus wird, hat mit mir eher weniger zu tun.

    Gruß Susanne

    Geht mich ja eigentlich nichts an und wenn Du den Entschluss fassen solltest, ihn zu verlassen, dann ist das eben so. An sich sage ich ja selbst, warte nicht ewig.

    Allerdings..bei mir stand der Entschluss, mit dem Trinken aufzuhören, von Anfang an fest und ich war auch immer zufrieden trocken in dem Sinn, das ich diesen Entschluss nie angezweifelt habe.
    Nach so ein paar Monaten, wie Du jetzt hier bist, hörte bei mir die Anfangseuphorie aber erst langsam auf und die wirklichen Probleme kamen erst langsam zum Vorschein. Es dauerte dann noch ca. 4 Jahre, bis ich überhaupt wirklich wusste, wo mich der Schuh drückte, und noch zwei oder drei Jahre, bis ich aus dem Gröbsten langsam raus war. Es war trotzdem anders, als wenn ich weiter gesoffen hätte.

    Alles in allem wollten sich mein Partner und ich mehrmals trennen, aber immer wars dann kurz danach so, dass das ja noch schlimmer gewesen wäre. Mein Partner hätte möglicherweise noch weniger damit leben können als ich. Aber überlebt hätte ers, da bin ich mir sicher, so ein Abhängigkeitsverhältnis würde ich gar nicht haben wollen.
    Und ich hab meinen Partner, der mir sein persönliches Unglück mit der Situation auch vorgelebt und auf seine Weise vorgeworfen hat - genau das, was Du auch tust - gezwungen, selbst Therapie zu machen, sonst wäre ich nämlich weg gewesen. Der dachte auch, ich brauche ihn unbedingt, aber in Wirklichkeit wars andersrum mindestens genau so. Und ich weiss von anderen Alkoholikern, dass genau das lätscherte Gesicht des Partners genau das war, was sie nicht mehr sehen wollten und konnten. Diese Opferhaltung, ich bin die arme Sau, die es mit Dir aushalten muss....dazu zwingt Dich wirklich keiner. Es ist genau so Deine Entscheidung, und entweder stehst Du dazu oder eben nicht. Du eierst genau so in der Gegend rum.

    Deine Laune ist Dein Problem, genau so wie seine Laune seins ist. Und Du bist auch schlecht drauf, gibts ja wohl kaum Zweifel dran. Und das könnt Ihr Euch gegenseitig an den Kopf knallen, wer da für wessen schlechte Laune (mit-) verantwortlich ist, hilft nur keinem von Euch beiden.

    Schon klar.

    Ich erzähl nur mal für Mel, dass mein Vater schon allen Leuten einschliesslich seiner eigenen Geschwister Hausverbot erteilt hatte, wenn sie nur einen Ton zu seiner Sauferei gesagt haben. So ging das jahrelang.
    Und ich selbst hatte jemandem schon mal Notarzt und Polizei geschickt, nachdem derjenige mit Selbstmord gedroht hatte, und ich habe auch wegen meinem Vater und seinem Fahren unter Alkohol erst bei der Polizei gefragt und ihn einige Monate später dann sanft zum Arzt gedrängt..wobei der mir auch genau so sagte, dass mein Vater nicht entmündigt ist und von daher machen kann, was er will. Auch wenns zum Untergang führt..nur kannte ich das bereits.
    Bei der Vorsorgevollmacht war auch schon fraglich, ob er dazu kognitiv überhaupt noch fähig war..ich hab sie dann in seinem Auftrag ausgefüllt und er hat unterschrieben. Dann ging es eh nur noch ein paar Monate. Und mein Job war es hauptsächlich, Pflegedienst und später Pflegeheim zu organisieren, mit den Ärzten zu sprechen und Entscheidungen zu fällen, ich war viel zu weit weg um das selbst zu machen.

    Ich bin allerdings erst gegen sein Lebensende hin überhaupt wieder eingestiegen, vorher war unser Verhältnis ziemlich distanziert und wie gesagt, er hat eh niemanden an sich ran gelassen. Bis vor 20 Jahren habe ich selbst gesoffen, konnte mir daher gut vorstellen, wie er tickte. Und ich habe ihn ja auch gefragt, ob er das so wollte, das passte für ihn so.
    Wir haben allerdings auch beide nicht so lange mit dem Aufhören rumgemacht, ich hab zwar gesoffen wie ein Loch, wollte aber nie damit aufhören, bis zu dem Tag, als ich dann aufgehört habe, und mein Vater wollte bis ins Pflegebett seine Drinks - die ich ihm auch gegeben habe. Sinnlos, da jemanden gegen seinen Willen trocken legen zu wollen, auch wenn man das plötzlich könnte weil der andere sich nicht mehr selbst versorgen kann. Die Frage ist trotzdem "wozu?", was würde das bringen? Auch im Pflegeheim bekam er dann noch sein Bier oder Wein.

    Also alles im Prinzip bekannt.

    Der wesentliche Punkt ist, wie lange das geht. Nach dem Lesen meine ich, Du, Mel, hättest schon vor 10 Jahren mindestens damit aufhören können, Dich zu kümmern. Das ist jetzt nicht mehr zu ändern, aber es wäre möglicherweise höchste Zeit, vor allem für Dich. Bei deinem Angehörigen läuft es sowieso so wie es läuft.
    Und manches an der Argumentation - auch anderer Angehöriger hier - erinnert mich durchaus an die Argumente von Alkoholikern, die drum kämpfen nur ja nicht ganz aufhören zu müssen. Also eigentlich typische Suchtargumentation, hart ausgedrückt. Man findet immer einen Grund, um weiter zu machen. Bloss nicht aufhören, weil man damit nicht leben könnte. Könnte glatt ich gewesen sein.

    Es ist für mich auch ein grundsätzliches Gegensatzpaar, ob Hilfe wirklich Hilfe ist oder ob es eher darum geht, den anderen so zu verändern, dass er besser in mein Weltbild passt. Unter dem Deckmantel Hilfe wird schon auch sehr viel manipuliert. Wenn ich die Hilfe nicht klar einfach ablehnen kann, dann ist immer Eigeninteresse meines Gegenübers dabei.
    Die Ausssage "Das macht man so" ist für mich dabei eher ein Druckmittel als ein wirkliches Argument. Da schwingt schon gleich mit, wenn Du das nicht willst, bist Du nicht ganz normal, zu blöd, zu egostisch oder sonstwas abwertendes. Und ich bin sowieso der bessere Mensch.

    Es gibt Leute in Afrika, die dringend darum flehen, das die Europäer endlich ihre Entwicklungshilfe einstellen sollen, weil sie mehr Schaden vor Ort anrichtet als Nutzen stiftet. Das Gegenteil von "gut" ist bekanntlich nicht "schlecht", sondern "gut gemeint".

    Und Alkoholiker merken ganz genau, ob die Hilfe auch wirklich so als Hilfe gemeint ist, wie sie sie gerne hätten, oder ob ihnen da bloss was übergestülpt wird, wo nur ihr Gegenüber meint zu wissen, was gut für sie wäre. Und sie können auch das "Ja, aber Du auch" Spiel ganz gut, wenns darum geht, wer sich da nun ändern muss. Sie wissen auch ganz genau, dass ihre Gegenübers das ja selbst nicht lassen können, sich damit zu beschäftigen, also warum sollten sie sich da was sagen lassen?


    Die Frage ist dabei doch, auf wen man selbst in einer solchen Situation mehr Rücksicht nehmen muss.

    da es bekanntermassen schon sehr schwierig bis unmöglich ist, sich an grundlegenden Punkten selbst zu verändern (sonst würden die ganzen persönlichen Probleme im Umgang mit Süchtigen ja auch kein großes Problem darstellen, denn das suggeriert einem ja jeder Lebenshilferatgeber, mach mal, dann bist Du in drei Wochen ein anderer Mensch), erscheints mir relativ logisch, den Versuch, einen Anderen in einem grundsätzlichen Bereich (und dazu möchte ich Sucht schon zählen) zu ändern, als etwas überoptimistisch anzusehen.

    Also kann man eigentlich nur auf sich selbst Rücksicht nehmen, denn was den Anderen angeht, ist man grundsätzlich machtlos...ausser dem geht es dabei um (relativ) nichts. Und ich kenn ja auch beide Seiten, weiss wie sehr man an der Sucht festhalten kann, mit allen Kräften und sämtlicher Intelligenz, die man hat, und als Zuschauer auch. Und ich weiss noch ganz genau, als mein Partner versuchte, mich von der Sauferei abzubringen, blieb mir immer die Frage "und was dann? Was mache ich dann ohne Alkohol?"..das sah für mich einfach nie nach einem Leben aus, was ich haben wollte. Und das, obwohl ich sicher lange Phasen ohne Depresionen hatte, so ein Leben ohne Alk erschien mir einfach nicht erstrebenswert. Und ich habe dafür gekämpft, so zu leben wie ich es wollte.

    Das Problem ist ja ein bisschen, weil der Angehörige sich selbst und seinem Umgang damit nicht ändern kann, versucht er den Süchtigen zu ändern. Und nicht nur aus altruistischen Gründen, sondern auch um sein eigenes Leiden an der Situation zu kurieren. Ist zumindest ein nicht zu vernachlässigender Aspekt.
    Und wie beim Süchtigen muss man auch beim Angehörigen gucken, was er (eventuell gar nicht bewusst) davon hat, dass er in der für den angehörigen ebenfalls unerträglichen Situaition bleibt und nicht einfach geht. Viele Angehörige merken ja nur, dass beim Anderen was nicht stimmt, aber nicht, wie es ihnen selbst dabei geht.

    Zitat

    Daraus folgt, dass so jemand professionelle Hilfe braucht, u.U. gegen seinen Willen.

    das entscheidet sowieso nur ein Richter nach ärztlicher Begutachtung, niemals ein Angehöriger. Ein Angehöriger oder sonst Nahestehnder ist viel zu sehr mitbetroffen, um vernünftig und objektiv zu entscheiden.

    Und die Zwangseinweisung ist natürlich auch zwiespältig. Viele kommen danach nie wieder auf die Beine (kenne selbst solche Leute), da kannst Du Dich dann auch fragen, was derjenige unterm Strich dann davon hatte. Oder sie werden zu Drehtürpatienten, da würde ich persönlich den Tod wohl noch klar vorziehen. Ich glaube, wenn mich jemand gegen meinen Willen retten wollte, müsste er aufpassen, dass ich ihm nicht an die Gurgel gehe...Das Einzige ist, dass man sich selbst von der Verantwortung für die Situation entlastet.


    "... mancher Trinker trinkt sich sehenden Auges zu Tode...".
    Die Betonung liegr dabei auf 'sehenden Auges'. Einfach grausam auszuhalten.

    so weit ich das verstehe, ist das ja Deine eigene Entscheidung, das auszuhalten.

    Ansonsten ist Deine ganze Schilderung eine klare Beschreibung dessen, dass Du nichts machen kannst. Verlorene Zeit und Lebensenergie, die Du da reinhängst. Du kämpfst gegen Windmühlen. Bringt Dir nichts, bringt ihm nichts, macht nur Dich kaputt und möglicherweise wäre sogar er schon weiter, wenn man ihn ganz hart in seiner Situation hängen gelassen hätte. Hätte ihm mehr weh getan, wäre möglicherweise, aber ohne jede Garantie, vielleicht für ihn ein Anlass zum Umdenken gewesen. Wenn nicht, ist es trotzdem immer noch sein Leben und nicht Deines. Geht Dich im Grund nicht mal nur nichts an, sondern ist sogar übergriffig, was Du da machst. Aber OK, er will das ja auch so und benutzt Dich für seine Zwecke, auch hochmanipulativ.

    Nicht das ich Dir damit ein schlechtes Gewissen machen möchte, aber "Hilfe durch Nicht-Hilfe" ist manchmal effektiver. Aber dazu müsste er erst mal selbst hundertprozentig und mit aller seiner Kraft aufhören wollen, selbst dann wärs noch nicht sicher ob er das schaffen würde...für mich nirgendwo erkennbar, dass er das von ganzem Herzen will. Da glaube ich schon eher, dass er wirklich auf Abriss säuft.

    Du könntest Dich von daher ja schon lange um etwas anderes kümmern, wovon Du selbst mehr hättest. Oder gehts da um das Geld, das er hat (wegen der angesprochenen Adoption)..ansonsten erschliesst sich mir nicht, warum Du das so lange machst. Muss ich klar so sagen.

    Gruß Susanne

    Es geht hier nicht drum, Dich fertig zu machen..sondern Dich eventuell vor einem Fehler zu bewahren, an dem nicht nur Du seeeeehr lange knabbern würdest. Sondern auch Dein Kind..und Deine Freundin vielleicht auch.

    Du hast das alles gelesen und denkst darüber nach...jetzt musst Du die nächsten paar Tage auch nichts übers Kreuz brechen, sondern denk erst mal nach. Die Entscheidung muss Deine sein bzw. Du kannst ja nicht mal drüber entscheiden, sondern stehst machtlos daneben, Du musst die nächsten 20 Jahre oder länger damit leben, also was wir hier erzählen, sollte Dir auch egal sein, falls wir uns irren. Hier sitzen auch nur Menschen.
    Und pass auf Deinen Saufdruck auf.

    Niemand hier behauptet, dass das einfach ist. Irgendwie so ähnlich hatten schon manche hier.

    Wie läuft die Suche nach den fadenscheinigen Begründungen? Fündig geworden?

    Was genau bringen Selbstvorwürfe, wenn man eigentlich gar nichts ändern will? Lust an der Selbstverzwergung? Freude am Drama?


    viel Stärke

    die meisten Langzeittrockenen, die ich kenne (auch ich), brauchen keine Stärke, um das zu lassen. Sondern da ist das einfach durch. Da müsste man sich schon eher zum Trinken zwingen. Ich mussts mir ja am Ende meiner Saufkarriere schon reinwürgen, so lange ich noch getrunken habe. Der Körper wollte schon gar nicht mehr, nur noch der Kopf. Und das gab sich auch.

    Bei einer nassen Alkoholikerin würde ich drauf drängen, dass sie abtreibt.

    Da ein Kind in die Welt zu setzen und zu hoffen, dass das was wird, Du bist ja völlig bescheuert.

    Dass ich da in dem Alter mal knapp dran vorbeigeschrappt bin, war einer der großen Glücksfälle meines Lebens. "Er" wollte, so blöd wie er war, ohne zu erkennen, auf was das rausgelaufen wäre. Das arme Kind, kann ich nur sagen.

    Kannst eigentlich nur hoffen, dass es sich als Irrtum herausstellt. Für Deine euphorischen Hoffnungen zwar schlecht, aber für das Kind das Beste, was ihm passieren könnte.