Beiträge von AmSee13

    Hallo Kogge,

    Bighara hat schon geantwortet, dass du nicht der erste Nutzer hier bist, der sich so auf diese Art und Weise autobiografisch mitteilt und dass auch das hier seine Berechtigung hat.

    Ich persönlich find‘s schön, wenn sich im Laufe der Abstinenz Kreativität Bahn bricht. Das ist manchmal wie ein Wunder, was da bei dem einen oder anderen ans Licht kommt.

    Kreativität ist hier durchaus sogar erwünscht. Der Thread https://alkoholforum.de/forum/thread/2…unseren-themen/ zum Beispiel geht auf eine Idee zurück, sich hier kreativ einzubringen.

    aber ich weiss nicht ob das hier der richtige Ort ist, die Stück für Stück hier zu veröffentlichen und ggf. in die Situation zu kommen, darüber diskutieren zu müssen.
    Denn, was ich schreibe, ist pure Biografie. Es ist halt wie es ist, bzw. war und ich steckte als junger Mensch mitten drinnen. Und es hat nachhaltigst mein Leben geprägt.
    Und es würde mich wundern, wenn jemand die Geschichte "gut" finde würde, also gut im Sinne von Unterhaltung. Eigentlich haben wir pures, verstörendes Drama aus der Realität. Nichts, worauf man stolz sein kann, aber etwas, was einfach so passiert ist. Und ich war damals einfach wehrlos.

    Ob das hier der richtige Ort ist, kannst nur du selbst entscheiden. Was ich dazu sagen kann, ist Folgendes:

    1.) Es gibt hier durchaus die Möglichkeit, seine Gedanken einfach nur zu teilen, sozusagen einfach nur da zu lassen. Das haben andere Nutzer hier in ihren Threads auch schon gemacht. Nicht immer passt nämlich, wie du gerade selbst wahrnimmst, eine Diskussion. Manchmal lenken Beiträge/ Antworten anderer einen sogar von sich selbst ab, was eben nicht das ist, was man möchte bzw. braucht.

    Und ich sehe das auch so wie du, dass deine Geschichte, deine Erfahrungen nichts ist, was im Nachhinein zu Diskutieren oder zu Bekritteln wäre. Was passiert ist, ist passiert und es hatte letztlich bei jedem von uns seine Gründe, warum es so und eben nicht anders passiert ist. Ich habe den Spruch, der unter allen meinen Beiträgen erscheint, nicht ohne Grund gewählt. Das, was war, lässt sich nicht ändern, insofern bringt es auch nichts im Nachhinein zu diskutieren, was man da anders hätte machen sollen.

    Ich vermute mal, dass du selbst eine Vorstellung davon hast, warum du deine Geschichte erzählst. In erster Linie tust du das mit Sicherheit erst einmal für dich und arbeitest unter Umständen etwas sehr Schmerzhaftes für dich auf.

    Andere haben durch dein Teilen hier oder anderswo die Möglichkeit, dich darin ein wenig wiederzuerkennen. Auch das kann unter Umständen schon heilsam sein, weil man sich mit sich und seinem Erleben nicht mehr so allein fühlt.

    Auch ich wäre interessiert, wie deine Geschichte weiter geht. Wenn du magst und es sich so ergibt, dass du dich über dieses oder jenes näher hier austauschen möchtest, könntest du einen neuen anderen Thread eröffnen, der dafür Raum gibt.

    2.) Ich finde es spannend, dass auch du gerade durch das Ausprobieren herausfindest, was das Veröffentlichen deiner Geschichte hier mit dir macht. Ich denke, das gehört dazu und es ist auch völlig ok so.


    3.) Meine Empfehlung: Falls jemand aufgrund dessen, was er oder sie hier bei dir liest, etwas von sich teilen möchte, könnte das in seinem eigenen Thread teilen, weil es ja seine bzw. ihre eigene Geschichte ist. So haben wir das hier anderswo auch schon gehandhabt.


    Freundliche Grüße

    AmSee (als Mod UND Mitglied)

    Ich mach erstmal ein paar Tage Pause im Forum, es gibt ja immer wieder mal Differenzen. Das hab ich schon in mehreren Threads gelesen. Im Moment möchte ich mir das nicht antun.

    Manchmal werden Dinge unterschiedlich gesehen, manchmal kommt es auch zu Differenzen. Das ist normal.

    Ich hab für mich gelernt, wie sehr man daran auch wachsen kann.

    Ich find‘s überhaupt nicht verkehrt, wenn du dir ein paar Tage Pause im Forum nimmst, manchmal ist das genau richtig, um wieder etwas Abstand zu gewinnen.

    Ich hab das auch immer mal wieder gemacht und auch gebraucht.

    Hallo und herzlich willkommen, Kogge,

    Danke dir für deine kurze Vorstellung und Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns hier teilen möchtest.

    Meine Gratulation zu deinen 1000 Tagen in Freiheit.


    Ich schalte dich gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Thread in das entsprechende Unterforum.

    Ein gutes Ankommen hier wünscht

    AmSee als Moderatorin

    Auch ein versehentlicher Schluck Alkohol sollte nicht leichtfertig abgetan werden. Für viele trockene Alkoholiker ist Nüchternheit ein bewusst gewählter Lebensweg, der mit großer innerer Arbeit verbunden ist. Ein unbeabsichtigter Konsum (selbst ohne Vorsatz) kann emotionale Verunsicherung auslösen, alte Muster aktivieren oder das Vertrauen in die eigene Stabilität erschüttern.

    Ich betrachte das, was Sparkassen_Helga geantwortet hat, aus dem Kontext heraus. Und der Kontext ist ein Austausch zwischen zwei Mitgliedern, die hier schon seit über einem Jahr nahezu täglich dabei sind und über entsprechende Erfahrung auf ihrem abstinenten Weg verfügen. In diesem Kontext ist die Empfehlung kein leichtfertiges Abtun.

    Eine solche Aussagen, wie die von Beritt , „Ein unbeabsichtigter Konsum (selbst ohne Vorsatz) kann emotionale Verunsicherung auslösen, alte Muster aktivieren oder das Vertrauen in die eigene Stabilität erschüttern.“, war eine von diesen „Geschichten“, die hier und dort kursieren und mich damals verunsichert hatten.

    Nach meinen eigenen Erfahrungen und aufgrund dessen, was mir in den vergangen fünf Jahren an Informationen und Erfahrungsberichten begegnet ist, kann ich das so pauschal nicht bestätigen.

    Hallo Tron,

    Was die Zukunft für mich bereit hält, weiß ich noch nicht. Ich bin für jeden trocken Tag dankbar und hoffe, das ich irgendwann mal wieder 7 Stunden+ schlafen kann.

    für jeden trockenen Tag dankbar zu sein ist nach meinen eigenen Erfahrungen ein hilfreicher und tragfähiger Zugang.

    Ich bin ja nun aufgrund meiner chronischen Erkrankungen körperlich und auch psychisch immer mal wieder nicht gerade wenig beeinträchtigt. Das ist für mich immer wieder eine enorme Herausforderung, damit umzugehen.

    Was ich im Laufe der vergangenen Jahre als unheimlich hilfreich und tragfähig kennengelernt habe, ist die Dankbarkeit. Sie beeinflusst meinen Fokus im positiven Sinne und sie trägt mich tatsächlich auch durch bescheidene Zeiten. Ich bin inzwischen für so vieles dankbar, was mir im Laufe meines Lebens begegnet ist und für so vieles, was mir täglich begegnet. Und weil mich das so trägt, richte ich meinen Fokus ganz bewusst auf das.

    Und angesichts dessen, wodurch ich in diesem Jahr aufgrund meiner MS-Erkrankung so durchmusste, bin ich sowas von dankbar und froh, dass ich trocken bin. Nicht auszudenken (doch eigentlich ziemlich genau), wenn ich noch auf Alkohol setzen würde!

    Du, ich weiß auch nicht, was die Zukunft für mich bereit hält. Das ist bei mir wegen der MS- Erkrankung und wegen des derzeit anstehenden Medikamentenwechsels nicht absehbar. Was ich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen der vergangenen fünf trockenen Jahre sagen kann, ist, dass es eine sehr gute Entscheidung war, mich meinem Alkoholproblem zu stellen.

    Mit dieser Entscheidung hat für mich eine persönliche Weiterentwicklung begonnen. Ein Schritt hat sich nach dem anderen ergeben.


    Die Wahrscheinlichkeit, dass du irgendwann mal wieder 7 Stunden+ schlafen kannst, ist, nachdem du vom Alkoholmissbrauch weg gekommen bist, gar nicht mal so gering. Es kann ja alle möglichen Ursachen haben, dass du bzw. dein Körper damit derzeit so seine Schwierigkeiten hat.

    Ich selbst hatte damit in den letzten zehn Jahren auch schon mehrfach Probleme, die Ursachen waren jedes Mal andere, konnten dann aber mit etwas Geduld behoben werden.

    Viele Grüße

    AmSee

    Tron100 ,

    unter „zufrieden abstinent“ verstehe ich, damit zufrieden/ einverstanden zu sein, keinen Alkohol (mehr) zu trinken und dabei keinerlei Verzichtsgedanken zu hegen.


    Ich hab Alkohol ja auch zur Selbstmedikation missbraucht und war, als ich hier aufschlug, noch nicht soweit, auf mein „Medikament“ dauerhaft zu verzichten.

    Ich bin dann nur deswegen ausgestiegen, weil mir durch den Austausch hier bewusst wurde, wo ich bereits stand und wohin es mit mir kommen würde, wenn ich nicht die Reißleine zog.

    Bis ich dann „zufrieden abstinent“ war, hat‘s ne Weile gedauert. Dafür waren noch einige neue Erkenntnisse nötig sowie die Erfahrung, wie sehr sich mein Körper im Laufe erholte.

    Deswegen kam dieses Suchtdruck-Erlebnis für mich ja aus heiterem Himmel. Ich hätte das nicht mehr erwartet.

    Moin, stimmt, auf dem Handy ist das noch etwas minimalisierter. Da taucht bei mir die Sprechblase erst auf, wenn ich auf meinen Avatarkreis klicke. Dort aber erscheint auch ein roter Punkt, wenn‘s was Neues gibt.

    Du siehst oben rechts in der Befehlszeile ein Sprechblasensymbol. Darüber kommst du zu den „Konversationen“, also den PN.

    Wenn du dort oben einen roten Punkt entdeckst, hat dir jemand eine PN geschickt.


    Frag dich ruhig durch, wenn du irgendwo noch nicht durchsteigst.

    Hallo Maggi,

    ich habe deinen letzten Beitrag entfernt. PNs sind privat. Deren Inhalte gehören nicht in die Öffentlichkeit.

    Falls du Fragen zur Bedienung der Forensoftware hast, nur heraus damit.


    Beste Grüße

    AmSee

    Mittlerweile glaube ich, daß ich es leichter habe, als andere hier im Forum. Dadurch, das ich nie Alkohol getrunken habe , um mich besser zu fühlen, sondern nur zur Einschlafhilfe, habe ich den Druck tagsüber, sondern nur abends/ nachts und damit kann ich leben.

    Mich würde interessieren, wann andere den Druck verspüren. Nur zu bestimmten Zeiten oder tagsüber, ununterbrochen, wenn sie nichts trinken.

    Sogenannten Suchtdruck hatte ich, als ich das überhaupt nicht erwartet hatte, sondern glaubte „zufrieden abstinent“ zu sein. Da war ich schon einige Monate trocken.

    Für mich kam das in dem Moment gefühlt „aus heiterem Himmel“, was dem tatsächlich aber vorausgegangen war, klärte sich erst im Nachhinein für mich. An der „Baustelle“ habe ich daraufhin gearbeitet.


    Ich kann durchaus nachvollziehen, dass du aus Vergleichen mit anderen, die hier ihre Erfahrungen geteilt haben, erste Schlüsse ziehen möchtest. Ich vermute mal, dass es dich erleichtert, dass es bei dir vergleichsweise leicht zu laufen scheint. Doch lege ich dir wärmstens an Herz, besser mindestens das erste Jahr abzuwarten und dich dabei zu beobachten. Wenn du das erste Jahr durch hast, bist du allen möglichen Situationen deines Alltags einmal begegnet.


    Viele Grüße

    AmSee

    Aber so einen richtigen Schluck von einem alkoholischen Getränk wäre für mich schlimm. […]Ich finde das schon aufwühlend und mich hätte das belastet.

    Weiß jetzt auch nicht ob man von einem Schluck wieder rückfällig werden kann.

    Hallo Emily,

    warum nicht auch über so ein Thema hier reden…

    Mich selbst hat das Thema am Anfang meines zweiten abstinenten Jahres mal einen kleinen Moment beschäftigt und zwar im Zusammenhang mit einer Mozartkugel, in die ich gebissen hatte. Wir hatten Weihnachten einen Teller mit ein paar Schokoladenleckereien geschenkt bekommen und ich hab arglos in eine Mozartkugel gebissen.

    Ich bemerkte sofort einen Geschmack nach Sprit und spuckte den Bissen in eine Serviette. Weil mir der Geschmack unangenehm war und ich etwas besorgt war, ging ich ins Bad und spülte mir den Mund aus.

    Und weil ich von diversen Geschichten, die hier und dor kursieren, beunruhigt war, hab ich besorgt abgewartet, ob jetzt noch was kommt. - Es kam nix. Ich hatte keinerlei Gedanken, dass ich nu wieder Alkohol konsumieren könnte oder wollte, es kam kein Suchtdruck auf.


    Ich hab mich ja nun, wie du weißt, viel mit dem Thema Rückfall beschäftigt. Wissen soll ja bekanntlich gut und wichtig sein. :)


    Nach allem, was man über Rückfälle in Erfahrung gebracht hat, so geht diesen immer etwas voraus, die geschehen nicht aus heiterem Himmel, sondern da kommt in der Regel eine ungünstige Lebenssituation mit einer Risikosituation zusammen.

    Insofern ist zu bezweifeln, dass ein versehentlicher Schluck Alkohol zu einem Rückfall führt.

    Worauf ich auch aufmerksam machen möchte: In dem Beispiel, das du geschildert hast, und in meinem Beispiel mit der Mozartkugel hat ja auch nicht der übliche Automatismus (sinngemäß „Oh, das schmeckt mal wieder…“) eingesetzt, sondern im Gegenteil eine Abwehrreaktion. Recht gesund wage ich mal zu behaupten.


    Ein Rückfall wäre denkbar, wenn nun Gedanken aufkommen wie „Es ist ja gar nix passiert, das zeigt doch das ich gar kein Alkoholproblem habe, ich könnte also doch wieder Alkohol konsumieren.“ Oder wenn Gedanken aufkommen wie „Jetzt ist auch alles egal, dann kann ich auch gleich weitertrinken.“


    Anders dürfte es sein, wenn, wie das weiter oben schon erwähnt wurde, aus Vorsatz Alkohol konsumiert wird.

    Beste Grüße

    AmSee

    Hallo Maggi,

    das hast du schön geschrieben, aber ich nehme für mich ganz gewiss nicht in Anspruch immer Recht zu haben. 😉

    Das kommt mir bekannt vor, was du über dich erzählst. Ich hab mich früher oft in der Verantwortung gesehen, Fehler anderer auszubügeln zu müssen und nacharbeiten zu müssen, was andere nicht geschafft haben.

    Bei mir hatte das mit einem überaus ausgeprägten Verantwortungsgefühl und einem Bedürfnis nach Sicherheit zu tun, das seine Ursachen im Aufwachsen als Kind in einer dysfunktionalen Familie hatte.

    Das mehr Trinken kam bei mir schleichend. In dem, was Daniel Schreiber von sich geschrieben hat, hab ich mich ziemlich gut wiedergefunden.


    Das hört sich gut an, dass du mittlerweile schon was ignorieren und liegen lassen kannst. Ich hab ne Weile dafür gebraucht, bis ich das hinbekommen habe, inzwischen kann ich das ganz gut und fühle mich noch nicht mal schlecht dabei.😉

    Liebe Grüße

    AmSee