Hallo Mia,
lass dich von mir, wenn du das magst, einfach mal virtuell tröstend in den Arm nehmen.
Im Grunde kommt da für dich gerade einiges zusammen, was dich verständlicherweise im Moment überfordert und dir zusetzt:
Da ist die Erfahrung, dass vor deinem Traumagefühl offenbar doch nicht so sicher warst, wie du geglaubt/ gehofft hattest.
Da ist das Traumagefühl selbst, das unerwartet aufgebrochen ist.
Da ist die Erfahrung des Rückfalls an sich, die eine ganze Reihe von unangenehmen Gefühlen, Gedanken, möglicherweise auch negativen Glaubenssätzen nach sich zieht.
Verständlicherweise fühlst du dich niedergeschlagen.
Lass dir von mir aber Mut machen und deine Perspektive ein wenig verändern.
Betrachte diese Erfahrungen als Chance.
Du weißt nun etwas, was du vorher nicht wusstest bzw. was dir vorher nicht bewusst war.
Nun kannst du dich entsprechend anpassen und ggf. Vorsorge treffen.
Dieses Mal ist dir mehr als bewusst, dass ein Alkohol-Pflaster nicht wirklich hilft.
Diese Lernerfahrung kann dir in Zukunft von Nutzen sein.
Du weißt du nun, dass es nicht nur der Alkohol war, der die Tür zu deinem Trauma durchlässig gemacht hat.
Das klingt und wirkt womöglich erstmal beängstigend auf dich, aber es bietet sich dir damit auch eine Chance, geeignete Wege zu finden, das Trauma zu bearbeiten und nicht hinter einer Tür zu verschließen.
So stark und tatsächlich mutig, wie ich dich hier wahrnehme, wirst du deine Wege finden, das zu bewältigen.
Bis du das zu deiner vollkommenen Zufriedenheit erreicht hast, mag es noch ein bisschen dauern, aber nüchtern hast du die Chance dafür, mit Alkohol hast du sie nicht.
Welche Werkzeuge, die du während deiner Therapie gelernt hast, könnten dir jetzt helfen?
Mir hat häufig geholfen, meinen sogenannten „sicheren Ort“ aufzusuchen. An einem dieser Orte, der für ein ganz bestimmtes Ich von mir geschaffen wurde, befindet sich ein Wesen, das für mich sorgt.
Auch meine beiden Hündinnen helfen mir sehr, sehr oft.
Das nur so als Beispiele. Du wirst gewiss eigene Werkzeuge haben.
Liebe Grüße
AmSee