Diese Argumentation ist mir wohlbekannt, von Lehrern und (!) Eltern ... die Gesellschaft, WENN, ABER, HÄTTE, WÜRDE, KÖNNTE ... .
Dann frag ich dich doch erst mal zurück: Wie tief bist du bereits in diese Materie eingedrungen?
Was du schreibst, klingt für mich im Moment wie die üblichen Stammtischparolen, die immer mal wieder auftauchen.
Wer könnte denn am ehesten Aussagen darüber treffen, was in Schulen so abgeht, als die Menschen, die davon unmittelbar betroffen sind? Und das sind doch nun einmal Lehrer und Eltern und Menschen, die mehr oder minder unmittelbar damit zu tun haben.
Im Bildungssystem, so jedenfalls, wie ich es kennengelernt habe, liegt tatsächlich einiges im Argen. Bekannt ist das schon lange, aber meiner Kenntnis nach ändert sich da u.a. aus politischen Gründen herzlich wenig. Es hat wohl auch damit zu tun, dass Politiker inzwischen nur noch von Legislaturperiode zu Legislaturperiode denken scheinen.
Die Probleme sind vielfältig. Klassen sind zu groß, d.h. es sind zu viele Kinder in einer Klasse und so bekommen nicht wenige Kinder tatsächlich nicht die Unterstützung, die sie eigentlich bräuchten. Zugleich fehlt diesen Kindern nicht gerade selten auch die Unterstützung durch ihre Erziehungsberechtigten. Da ist ein ganz großer Unterschied zu beobachten zwischen Kindern aus bildungsnahen Schichten der Gesellschaft und bildungsfernen.
Besonders Grundschulen, aber Schulen im Allgemeinen sind, das ist allgemein bekannt und geht immer mal wieder durch die Medien, unterversorgt mit Lehrpersonal. So kommt es auch immer wieder zu ersatzlosem Unterrichtsausfall.
Zugleich wird immer mehr verlangt, was Schule noch so alles leisten soll, ohne dass dafür überhaupt noch irgendwelche Kapazitäten frei wären. Inzwischen hat die Wirtschaft ihre Interessen angemeldet und als Unterrichtsfach Einzug in die Schulen erhalten. Da die Stundenzahlen aber nicht erhöht werden können, müssen die Stunden anderer Fächer gekürzt werden.
In den letzten Jahrzehnten habe ich durch Freunde mit Kindern sowie unmittelbar durch meine Nichten und Neffen kennengelernt, was man sich für das Erlernen von Sprache in den Grundschulen Neues ausgedacht hat. - Hab mitunter echt mit dem Kopf schütteln müssen und bei mir so gedacht, dass das so nicht funktionieren kann und funktionieren wird.
Von meinen Nachbarn, die an Grundschulen tätig sind, erfahre ich, dass sie schon seit geraumer Zeit mit Kindern zu tun haben, die über nicht oder nicht ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. - Zum Vergleich: In anderen Ländern Europas sind entsprechende Sprachkenntnisse Voraussetzung für den Schulbesuch.
Von Freunden weiß ich, wie von den Behörden getrickst wird, um die tatsächlichen Zahlen der Unterrichtsversorgung schön zu rechnen.