Hallo Lala,
mir ging’s zunächst auch darum, mögliche Trigger zu vermeiden. Und ich hab eben auch mit Alkohol gekocht und ihn dabei auch reichlich getrunken.
Insgesamt aber ging’s mir dann darum, mich konsequent vom Alkohol lösen. Erst Recht, als mir im Laufe meiner Abstinenz so richtig bewusst geworden war, was er in meinem Körper und meiner Psyche angerichtet hatte.
Ich wollte daraufhin ganz neue Wege gehen. Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass ich dabei viel Neues und Interessantes entdeckt habe. Ich wollte den Alkohol nicht vermissen und das habe ich auch erreicht.
Es spielt ja durchaus auch eine Rolle, ob ich den Alkohol noch in meinem Kopf, in meinen Gedanken habe. Davon wollte ich mich gänzlich lösen, um wirklich frei davon zu sein.
In meinen Saucen fehlt mir der Alkohol überhaupt nicht, für die Säure nehme ich ggf. Traubensaft oder sogar Apfelsaft. Es geht mir sogar so, dass ich, wenn ich in einem Restaurant zufällig an eine Sauce gerate, die weinhaltig schmeckt, diese überhaupt nicht mag. Ich mag auch keine echten Mozartkugeln mehr, die Alkohol enthalten, die schmeckten total fuselig. Iiiiiiii bah. 🤢 - Eigentlich ganz normal, denke ich, denn Vergorenes, sozusagen Verdorbenes, würde ja normalerweise auch niemand mehr essen… 😅
- Bötest du Kindern Alkohol an - und damit meine ich nicht so‘n versüßestes, verschleiertes Zeug wie Eierlikör - würden die das überhaupt nicht mögen.
Als Kind hab ich mal etwas Bier getrunken, weil ich das in dem Glaskrug, der normalerweise mit Apfelsaft gefüllt wurde und den mein Vater genutzt hatte, um seinen Bierkonsum und Rückfall (er war Alkoholiker und hatte immer wieder Rückfalle) vor uns zu verheimlichen, für Apfelsaft gehalten hatte. Ich hab mich ziemlich erschrocken und fand den Geschmack sehr unangenehm.
Ich hab mich in den letzten Jahren schon öfter gefragt, ob ich mir da bei meinem Alkoholkonsum nicht antrainiert habe, etwas als guten Geschmack zu empfinden, was mir von Natur aus gar nicht schmecken würde. Ich bin schließlich zu dem Ergebnis gekommen, dass das wohl so gewesen sein muss.
Für unsere Gäste kaufen wir keinen Alkohol ein - das würde sich für uns nicht richtig anfühlen, weil uns so richtig bewusst geworden ist, wie Alkohol Schaden anrichtet. Kein Gastgeber würde schließlich auch Zigaretten oder sonstige Drogen bereit halten, wenn seine Gäste das sonst konsumieren.
Unsere Gäste dürfen sich inzwischen bei uns aber Alkohol mitbringen, wenn sie meinen, das sie Alkohol konsumieren wollen. Kommt ab und zu, aber eher selten vor. Ihre Gläser müssen sie sich dann auch mitbringen.
Ein sehr guter Freund von mir meinte mal zu mir, er halte es für eine Sache des Respekts, in meiner Gegenwart keinen Alkohol zu konsumieren. Er halte es nicht für in Ordnung jemandem, der ein echtes Problem mit Alkohol hat, durch das Konsumieren von Alkohol in dessen Gegenwart auch noch vor Augen zu halten, dass er ein Problem hat. - Ich hab vor Rührung geweint, als er das sagte.
Mittlerweile juckt mich überhaupt nicht mehr, wenn andere in meiner Gegenwart Alkohol konsumieren - meine Familie zum Beispiel hat darauf nie Rücksicht genommen. - Ich habe mich aber auch ganz und gar von der Vorstellung lösen können, da irgendetwas zu entbehren. Es hat aber seine Zeit gebraucht, bis ich dort war, wo ich jetzt bin.
LG AmSee